Einzelbild herunterladen
 

Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stadl Fulda.

48. Zahrg

Dienstag, £ Zebruar >921

Hl 31

naacmrTmasx

der

zurückgereist, um am Ministerrat teilzunehmen.

chsn

bei

zu laffcn,

. . 2!lfo kanntest

. . io härtest Lu wirtlich

U

gewußt hättest

daß sic Dich -

trog.

Wortjetzrmg folgt.),

ihre Art . . wußt, was

acht Tage, zu geben,

der Interessen aller Stände auf der Grundlage ausgleichenden Gerechtigkeit.

Falscher Wert

Roman von S). A b t.

Du

8--

Bezugspreis: Monatlich 8,00 Utt. oyae ^ustettgevühr. InFu.do bei unsabaehoU3,15 M. Anzeigenpreis: LteKletnze ie CoionelmoB) 60 Pig u. 10°!° Zuschlag, die Reklamezei e (Teovrenei 1.80 u. 10% Zujchiag. Bei Wiederhol. Rabat!

Gertrud fuhr aus ihrer brütenden Versunkenheit, als ste den Schritt ihres heimkehrenden Gatten vernahm. Sie mußte die 2ual in sich einschließen, daß er nichts werke von dem, was seinem Wissen verborgen bleiben soll.

Doch sie hätte kaum die Verstellung nötig gehabt, seinen eigenen Gedanken hingegeben saß Lützen­kirchen nach dem Abendessen, do, den Kopf in die Hände gestützt. Gertruds Blick hing unverwandt an ihm. Wie er verändert war! Wie er müde aussah und doch un­ruhvoll, als getraue er sich nichf zu asten.

Zur preußischen Lan-tagswahl.

Don Reichsminister a. D. Hans Bell, Vizepräsident des Reichstags, und Mitgl. der pr. Landesverfommlung, Esten.

In derChristlichen Politik" Nr. 32 (Herausgeber Dr Alfons Steiger, Berlin, Verleger F. Kornackev in'chlldesheim», die bei jedem Postamt für 7,50 M im Quartal bestellt werden kann, erscheint folgender beachtenswerter Artikel, den wir mit des Heraus­gebers Zustimmung veröffentlichen können.

Man kann nicht sagen, daß die preußische Lcmdes- versaminlimg in Schönheit gestorben sei. Die letzten Sitzungstage standen unter dem Zeichen der Ob­struktion. Am nämlichen Tage mußten eine ganze Anzahl von Sitzungen geschlossen und neue anberaumt werden, wegen systematisch herbeigeführter Beschluß- «nfähigkeit des Hauses. Das Charakteristische lag aber nicht etwa in dieser Tatsache allein, mit der unter den grundlegend veränderten Verhältnissen des parlamen­tarischen Systems die Mehrheitsparteien allemal zu rechnen haben, um gesichert zu sein vor üblen Ueber- raschungen. Rein, der Schwerpunkt lag darin, daß sich diese gegensätzlichen Anschauungen bis zum TaWNgs- schlusie innerhalb der Mehrheitsparteien vollzogen. Der Koalitions-Apparatklapptenichtmehr. Das lag begründet in mancherlei Verhältnissen, über die noch später ein offenes Wort zu reden sein wird. Wesentliche Mitschuld trug der Umstand, daß die stärkste Koalitionsgruppe, dis Mehrheitssoz'alisten, ihre we­nigen schon im früheren Landtag tätig gewesenen Mit- Hlieder in die Regierung abzuordnen gezwungen war und folgeweise im Parlament fast nur parlamenta­rische Neulinge ausroies. Deren Schicksal aber war es, auf dem glatten Parkettboden des Parlaments zu straucheln. Praktische Koalitwnsarbest auf der Grundlage wechselseitiger Verständigung vollzieht sich nicht so reibungslos wie einseitige Parteitötigkeit mit der Auswirkung auf Ton und Inhaü der Volksver­sammlungen.

Worum handelt es sich bei der bevor- stehenden Landtagswahl? Was steht auf dem Spiel für unsere Partei, vor allem für unsere christlichen Kulturideale? Welche Tragweite hat ge­rade die jetzige Preußenwahl für Preußens Land und Volk? Warum wächst diese Preußenmahl aus sich heraus und gewinnt ausschlaggebende Bedeutung für die zukünftige Gesamipolitik in Deutschland?

Das sind die im Brennpunkte des öffentlichen Jn- teresies liegenden schwerwiegenden Fragen, auf die der Wahlaufruf der preußffchen Zentrumsvartei mit aller gebotenen Deutlichkeit und Gründlichkeit antwortet.

Das Aufgabengebiet für den neuen Landtag ist so umfassend, daß in allen Fragen des politischen Ge­samtlebens die wichtigsten Interessen auf dem Spiel stehen. Seine Verbreitung von Ort zu Ort, von Haus zu Haus, ist Ehrenpflicht aller in der Pariei tätigen Vertrauensleute.

Aus dem Aufgabenkreise mögen herausgegriffen werden: Ausgestaltung der Provinzialauto- nomie, Reform der gesamten inneren Ver­waltung, Provinzialordnung, Städte- ordnung, Landgemeindeordnung, Or- ganisations- und Zuständigkeitsgesetz, Regelung des Verhältnisses von Staat und Kir­ch e, einschneidendste Schulfragen.

Daß und wie sich da die Geister scheiden werden, bedarf wohl keiner näheren Ausführung.

Die Umgrenzung dieses überaus wichtigen parla­mentarischen Arbeitsfeldes erschöpft aber noch keines­wegs die Bedeutung der heurigen Landtagswahl. Ihr Ausfall entscheidet vielmehr für absehbare Zeit über unsere preußische Gesamtpolitik, über die veue Koalitionsmehrheit, über die Regierungsbildung.

Selbst darüber hinaus wird das Ergebnis der Preußenwahl unabweisbar seine Rückschläge zeigen auf die zukünftige Reichs Politik, auf die Zu­sammensetzung der Reichstagsmehrheit, auf die Rsu- bildung des Reichskabinetts. Diese unleugbare Tat­sache kann niemandem verborgen bleiben, der sich auf die abwartende Haltung der Mehrheitssozialisten ver-

das, und dennoch Er sprang emvo

Acht Tage, um es sich zu überlegen . . . um den im Hirn bohrenden Gedanken Zeit sich einzufresssn, den Wahnsinn großwachsen der zusammengeduckt dahinter lauerte. Acht Tage . . . und schon die beiden Stunden, die sie so saß und dachte . . . hatten um sie eine Wirrnis geschaffen, in der es kein Zurechtfinden gab. Wohin sie tastete, griff sie auf Dornen, wo hinein ihr Auge zu dringen suchte, trat es ins Dunkel.

steht. Wer noch glaubt, der bevorstehenden Landtags­wahl im Verhältnis zu den Reichstagswahlen kein? be­sondere Bedeutung beilegen zu sollen, dem ist nicht mehr zu raten, dem ist nicht mehr zu helfen.

Wer auf dem Boden der christlichen Welt­anschauung steht und dennoch aus irgend weichen Gründen, sei es aus übelangebrachter Verärgerung, sei es wegen Uebersparmung von Standesinteressen, _ der Wahl fernbleibt oder gci zu anderen Parteien über­läuft, der ladet eine wahrlich nicht beneidenswerte Verantwortung aus sich.

Pflichtgebot der Stunde ist es, Aufklärung zu schaffen in Stadt und Land, von Mund zu Mund, durch Presse und Versammlung, vor allem durch ziel­bewußte unermüdliche Kleinarbeit über das, was der 20. Februar zur Entscheidung bringt. Alle Stände und Erwerbsgruppen sollten lernen aus der parlamen­tarischen Geschichte, daß nicht bei derjenigen Partei, mag sie links oder rechts chre Plätze einnehmen, die Interessen am besten geborgen und geschützt sind, die möglichst viel verspricht und Forderungen und Anträge möglichst hoch schraubt, sondern dort, wo nach dem Grundsätze, daß die Polstik die Kunst des Er­reichbaren ist, unter kluger Abwägung der Mehrheits- verhältnisie möglichst viel erreicht wird. Wollte man endlich dieser praküschen Gegenwartspolitik, die allein zum Ziel führen kann,, in manchen Kreisen mehr Verständnis entgegenbringen, dann stände manches besser.

Wahre Aufklärung über die Arbeiten der Ver­gangenheit und über die Aufgaben der Zukunft muß die Zugkraft des bewährten Zentrumsprogramms er­neuern und festigen: mit der Verteidigung der christ­lichen Kulturideale wirksam zu verbinden den Schutz

25; -----------

Also kaufen . . Aus Gertrud brach die eigene Liebe mit einem Gefühl stolzer Verachtung für diese ; andere hervor . . .Mit Geld erkaufen wollen Sie sich ; eines Mannes Besitz!"

Frau Bereite reckte sich vor ihr auf, als wolle sie die schlanke, feine Gestalt mit ihrer eigenen Wucht zu Bo­dden drücken.

Es wäre nur ein offener, ehrlicher Handel. Und ein anständigerer vielleicht, als er bei Ihrer eigenen Eheschließung sich abgespielt hat. Acht Tage haben Sie .Zeit . . . benützen Sie sie zu Ihrem eigenen Besten"

Ohne Gruß war Barette Pauly gegangen.

14.

. dennoch . . .

als habe ihre scheue Rede ihm

Bei einer Art wie die iS:

Sie war zu ihm hingetreten.

Ich habe Besuch gehabt in Deiner Abwesenheit. Frau Barette Pauly mar bei mir."

Die Hand, mit der Lützenkirchen den Kopf gestützt, fiel aus den Tisch herab und blieb da zur Faust zufam- mengezogen liegen. Gr sah an seiner Frau vorbei.

Und . . . was wollte sie von Dir?"

Gertrud wich um einen Schritt wieder zurück. Der Wem ging ihr ein paarmal aus und ein, bevor sie Ant­wort gab.

.Sie bot mir ein Kapital von achtzigtausend Mark, wenn ich mich von Dir trennen würde."

Mit angespannter Angst hingen ihre Augen an ihm, während sie sprach.

Aber Lützenkirchen rührte sich nicht. Kaum, daß sich seine Liopen beroegien. wie er es murmelte:

Also . . . am Ende."

Und bann, das schweigende Starren seiner Frau em­pfindend, die anderes von ihm Zu erwarten schien, rief er:

Ja, doch ja, es mag kein angenehmer Besuch für Dich gewesen fein. Aber . . . ich konnte das nicht vor-

Deutsches Keich.

** Berlin, 7 Febr. Das preußische Staatsmini- sterium hat das L and es-O ek ono m ie-K o lle­gi n m, die bisherige oberste Vertretung der Landwirt­schaft itr Preußen, aufgelöst unter Hinweis daraus, daß das Kellegmm überflüssig fei, da es gar nicht mehr zusatumentrete und die Landwirtschaftskammern die Vertretung der Landwirtschast wahren. Der Rnchs- tagsabg. M a k e l d e y, Hospitant der deutschnationaien Volkspartei, hat sein Mandat niedergelegt. An seine Stelle tritt der Landwirt Franz Hense, Birkhausen bet Rtederpollnitz. Mit Makeldey hat der Reichstag seinen jüngsten Abgeordneten verloren.

* Auslösung der candwirkschastskammer in Breslau. Die Landwirtschaftskammer in Breslau, ebenso das Landes-Oekonomie-Kollegium in Breslau sind von der preußischen Regierung aufgelöst worden. Diese Maßnahme hängt mit Vorgängen am 27. Januar zu­sammen. Damals war in der Landwirtfchaftskammer gelegentlich einer Feier ein Hoch auf Kaiser Wilhelm ausgebracht worden, wobei der Oberpräsident und der Cberbüracrmeifter von Breslau, Dr. Wagner, sitzenge- blieben ' waren. Als deswegen in der Versammlung Raus-Rufe ertönten, hatte der Oberbürgermeister den Saat verlassen, während der Oberpräsident von Schle- sien und andere ofsizielle Regierungsvertreter in dem Saal auch weiter verblieben waren, ohne sich von den Plätzen zu erheben. ~

* Die Verteuerung der Etsenbahnfahrt. Sie Vorbereitungen über die Erhöhung der Eisenbahn­fährpreise im Personenverkehr sind abgeschlossen. Es wird berubtgeitb versichert, daß die Erhöhungen sich wesentlich unter 100 Prcnent halten werden. Auch die Ausgabe von Monatskarten soll neu geregelt werden; doch hofft man, den Berufsverkehr nur gering belasten zu können. ,

X Aus Thüringen. Infolge des Thüringer Ueber- gcmgsgesetzes muß die Zahl der. Staatsräte in ^n ein­zelnen Gebieten verringert werden. Heber die Zukunft dieser Herren war man bisher, im Ungewissen. All- mählio lüstet sich aber der Schleier. So hört man jetz., da» an Stellt dce Bezirksdirelwrs Schmid Burgk, der als Ministerialrat in das Thüringer Wirtschaftsmim- sterium berufen worden ist, der mehrheitssozialisttsche Staatsrat Hörschel mann zum Direktor des Ver- walttmgsbezftks Dermbach ernannt worden ist. Hörschelmann ist gelernter Mechaniker. In den Krei­sen der Verwaltungsbeamten hat die Berufung eines Nichtfachmannes in eine Stells, zu deren vollen Aus­füllung juristische Kenntnisse unerläßlich sind, große Verwunderung und starken Unwillen hervorgerufen. Man darf gespannt sein, wie sich die Einwohnerschaft des Dermbachs.- Bezirks, zu dem auch das Geisaer Ami gehört, zu diesem Erperiment stellen wird. Soll vielleicht der Sozialdemokratie, die im Bezirke verhält­nismäßig nur genügen Anhang hat, auf die Beim geholfen werden?

gm Mche und 5Hme.

)( Weimar. Große Freude hat am Sonntag bet Eingang einer Bischöflichen Verfügung in der katho­lischen Gemeinde bereitet. Danach hat der Sol?, würdigste Herr Bischof angeordnet, daß ein Dekanat W eimar> errichtet werde, zu dem dre Ptarreten Eisenach, Weimar, Apolda, Jena und dte Kuratien Flmenau, Neustadt a. d. D- und A)eida geboren sollen Zum Dechanten wurde unser allbeliebter Seelsorger Pfarrer Breitung ernannt. Es war im Fahre 1528, als der letzte katholische Dechant mit seinen beiden Kaplänen aus Weimar gewaltsam ver­trieben wurde. Heute nach beinahe genau vierhundert Fahren haben wir wieder einen katholischen Dechanten in Weimar. Die Zeiten ändern sich, aber die katho­lische Kirche bleibt.

* Freiburg, 7. Febr. Prälat Dr. Werth manu wurde vom Papste durch die Verleihung des Titels eine? apostolischen Proto Notars ausgezeichnet in Anerkennung seiner bervoragenden Verdienste um die Organisation der Charitas und die praktische ^Betätigung der christlichen Nächstenliebe im katho­lischen Deutschland. Diese Auszeichnung ist auch zugleich eine Anei kennung für die gesamte deutsche katholische Charitas.

Die Milchkühe sind da!

Der DampferWest Arrow", der die ersten Milch­kühe aus Amerika nach Deutschland bringt, ist Sonntag abend in Bremerhaven eingetrofsen. Montag morgen legte er im Bremer Handels- und Industrieha^en an. Der Dampfer hatte während der Ueberfahrt mit feyr schwerem Seegang zu kämpsen. Nur der Umsicht und Tüchtiokeit des Personals, das den Befehlen des Kapi­täns strikte mchkam, ist es zu verdanken, daß der Dampfer gut in Bremen vor Anker gehen konnte. Der Dampfer hatte ursprünglich 742 Kühe an Bord. In­folge des schweren Seeganges gingen unterwegs 7 em, bezw. sie wurden über Bord geschwemmt, sodaß sich an Bord 735 Kühe befinden. Die übrigen Tiere haben dte Reise schr gut überstanden.

Dss Pariser Diktat.

Die Protestbewegung des deutschen Volkes gegen die Ententeforderungen schwillt immer stärker an. Aus allen Teilen des Reiches kommen Meldun­gen von Protestversammlungen der Bevölkerung, die den energischen Willen des ganzen Volkes erkennen lallen, diese Bedingungen abzulehnen. Rach den in Berlin vorliegenden Nachrichten sind am Sonntag im Reichsgebiet über 1100 Protestversammlungen gegen die Pariser Beschlüsse abgehalten worden. Bei der Reichsregierung ist auch eine Fülle von Telegrammen von politischen Organisationen wie von wirtschastl'chen Körperschaften eingetroffen, m denen auf die verhäng­nisvollen Folgen hingewiesen wird, die namentlich für die deutsche Wirtschaft durch eine Annahme der Pa­riser Eutschlüffe entstehen würden. Die Regierung wird gebeten, fest auf dem Standpunkt, wie ihn Reichs­minister Dr. Simons im Reichstag vertreten hat, zu bleiben.

In München haben aus allen Kreisen der Ein­wohnerschaft besuchte Protestversammlungen einstimmig folgende Entschließung angenommen:

Wir Deutsche lehnen für uns die Schuld am Weltkriege ab. Die uns aufgezWungene Anerkennung unsrer SckMd ist eine falsche Grundlage des Versailler Friedens. Wir sind bereit, die Folgen des für uns verlorenen Krieges bis zur Grenze des Möglichen zu tragen, aber wir for­dern als 60-Millionen-Volk, das für Kultur und Wissen» ichast. Vorbildliches geleistet hat, uns« Recht auf den Fort­bestand auch im Interesse der europäischen Kultur. Die Stnerfeimung weiterer Diktate der Entente, insbesondere die der Pariser" Deschlüsie, leb neu wir ab, da sie Unmögliches von uns fordern. Wir können nicht selbst Hand an uns und unsere Kinder legen. Wir rufen lauten Protest in alle Welt und in das Gewissen der Völler gegen das un­menschliche Pariser Diktat und bitten die Reichsregierung, es abziilehnen.

Eme vor der Feldherrnhalle abgehaltene Versamm­lung von 30 000 Münchenern sandte an den Reichs­außenminister Dr. Simons folgende Kundgebung:

Die hier versammelten Beickschen aller Kreise fordern von der Reichsregierung sofortige strikte Ablehnung der Schiindsorderimgen der (Entente mit einem klarenNein!

Sollte Deutschland einen Angriff aus Polen unter« nehmen oder einen rufsischen Angriff auf Polen unter« stützen, würde Frankreich militärische Hilfe leisten.

(Eine machtvolle Kundgebung für Oberschlesien veranstalteten am Sonntag dieVereinigten Berbärche heimattreuer Oberschlesier" in der Reichshauptstaüt. An 50000 Oberschlesier fanden sich vor dem Lustgarten zusammen, um für das Verbleiben ihrer Heimat bet Deutschland zu demonstrieren. Namhafte Parlarqen- tarier aller Parteien, u. a. die Abgg. Laverrenz (Dntt.), v. Schoch (D. Bp.), Dr. Pfeiffer (Ztr.), P-chlmann (D.), und Barih (Soz.) ergriffen das Wort. Ober- sch'esische Bergarbeiter und Ausgewiesene scyrldenen me Zustande in ihrer Heimat. Eine Entschließung, daß für Ordnung und Sicherheit in Oberschlesien gesorgt und die Grenze nach Polen lückenlos gesperrt werde, wurde einstimmig angenommen.

wie ein sch'irftr Hieb auf die Stelle getroffen, an der er lange "krankt-. Mit heimlich knirschenden Zähnen hatte er es heute schon stumm geschehen lasten wüsten, daß die andern daran .yrrten und herumstachen, jetzt aber schlug des grpsiu^tc Gefühl mit unbeherrschter Heftigkeit aus ihm heraus.

Jawohl, den :ochl Dennoch habe ich es gern getan, habe Geld genommen und wieder Geld von einer Frau, die sich 'mit ihrem Reichtum mir angeboten hatte, als sie mich noch frei glaubte. Bin zu ihr gekommen um Geld und habe mich abweisen lasten und bin wieder Le-

aussehen. Oder . . . warum nicht auch das . . . einer Art wie die ihre!"

ttm den Besitz Oberfchlesiens.

Die Pariser Verhandlungen Miudskis.

Neber die Reife des polnischen Staatspräsidenten Pilsudskis nach Paris meldet dieChicago Tribüne", der Hauptzweck der DerhaMungen sei gewesen, die Ab st im mu ng in Oberschlesien zugunsten Polens zu beeinflusten und gleichzeitig in dieser Frage einen Druck auf England auMmben. Der polnische Außenminister wußte darzulegen, daß deutsche Agenten m Oberschlesien erzählen, wenn Polen allein stände, würde es unter seinen finanziellen und militärischen Lasten zusammenbrechen. Es wäre daher für die Oberschlesier bester, bei Deutschland zu bleiben, als sich Polen anzuscbließen. Aus diesem Grunde müste noch vor der Abstimmung in Oberschlesten öffentlich bekannt gegeben werden, daß Frankreich Polen wirt­schaftlich und militärisch unterstützen wolle.

Man hat jedoch keine festen Verträge abgeschlossen,, sondern man begnügte sich mit der (gestern tnitgeteil- ten) diplomatischen Note. Frankreich wünscht erst das Ergebnis der Abstimmung und die neuen Grenzen Polens zu fenttert, bevor es sich ^irm Abschluß einer militärischen Allianz bereit findet. Außerdem hat Frankreich auch die militärische Unterstützung nicht unter allen Umständen zugestanden. Im Falle eines ungarisch-polnischen oder tschecho-slcwakisch-polmschen Krieges würde es sich jeder Unterstützung enthalten.

kommen, als sie mir die gefüllte Hand entgegenstreckte. Habe getan, was wohl sonst kein Mann tut, wenn er nicht em Stück von einem Lumpen ist. Und kann es keinem wehren, wenn er mich künftig dafür nimmt. Aber Du, Du, um die es mich dahingetrieben. Dir steht solches Recht nicht zu! Dir wehre ich es. Dir, die selbst einen Teil der Schuld trägt."

Mit immer schneidenderem Herzweh hatte Gertrud ihres Mannes gegen sie hervorgeschleuderic Worte an­gehört. Jetzt zuckte sie auf und streckte entsetzt die Hände gegen ihn aus.

),Du klagst mich an . . . Franz . . . um Gottes wil­len sprich, wäre es denn wahr . . . um die dreißig­tausend Mark ... Du hättest so fest damit gerechnet, sie so sicher bei mir erwartet - . . Franz . . . und war­um .. . nur darum . . ."

Sie vermochte nicht weiter zu reden. Die innere Qual auf ihrem Gesicht sich zeichnend, hatte sie in die Augen geschlossen wie in zitternder Furcht, noch mehr von dem erkennen zu mästen, was, wenn es Wahrheit wäre, ihr die ganze Welt in Trümmer verwandelte.

Lützenkirchen aber starrte sie an, als stehe statt ihrer holden Erscheinung plötzlich da eine fremde Verzerrung. Um io viel also wußte sie, so war sie eingeweiht so war sie mitschuldig. Und sie hatte sichnichts Schlim­mes dabei gedacht". Ein schneidiges Hohngelächter brach aus ihm heraus. Ein Lachen, mit dem er selbst er­schlug, was er in feinem besten Teile schon erstorben geglaubt und von dem er es nun spürte, daß es doch noch in ihm fortgelebt hatte die Liede, die zuckend sich bäumte, weil sie nicht stttden wollte.

Kennst Bu die Ziffern jo gut und bist doch immer nicht im Haren, wie die Rechnung zwischen uns steht? Bu brauchst es auch jetzt nicht so genau zu nehmen, und wenn Du es spürst, wie meine Existenz in Trümmer geht, den! Dir nichts Schlimmes dabei; die Schuld trifft doch nur den, der sich mit seinem Glauben selbst be-

Ueranisorilich iür den nOaiuonellen Teil: Karl Schütte, für hii Anzeigen: I. Parze Uer-Fulda. u Rotationsdruck u. Vertag der Fuldaer Actiendruckere, in Fulda, ernmetber Nr. 9 Teiegr.»2l6reffe: Fuldaer Zeituno

Niemals!" Aufs schärfste verurteilt sei jeder Deutsche, der es wagen sollte, irgendwie die Hand zu bieten zu b;m Selbstmord, den die UMerzeichnung dieses Erzeug­nisses perversen Uebermutes bedeutet. Die Reichs regle» nmg fiat nicht nur auf die scheinbaren materiellen Vorteile zu achten, sondern vor allem zu sein Hüterin des Lebens intb der Ehre Deutschlands.

Drüben in Paris und London werden alle Mit­tel in Bewegung gesetzt, um die Einigkeit des deut­schen Volkes zu sprengen. Man arbeitet mit den alten Mitteln, mit Zuckerbrot und Peitsche, auf der einen Seite mit den Versprechungen, die wir ja nun schon zur Genüge kennen, daß ja alles nur halb so schlimm gemeint sei, wir sollten nur unterschreiben, das weitere ivürde sich dann schon finden; aus der anderen Seite wird wieder mit plumpem Bluff und mit D r o h u n g e n gearbeitet, man werde keinen Mil­limeter nachgeben, Deutschland könne zahlen und müsse zahlen man werde es zwingen, man werde vor den schärfsten Mitteln nicht zurückschrecken.

Man wird sich drüben diesmal wohl verrechnen. Wir wissen alle, daß es um Tod oder Leben unseres -alkes geht. Darum ist das einmütige Nein, das jetzt durch ganz Deutschland hallt, fest und uner­schütterlich.

Sabiueikssihung über die Einladung nach London.

Wie wir hören, hat am Montag vormittag eine Sitzung des Retchskabinetts stattgefunden, die am Mon­tag nachmittag fortgesetzt wurde. Gegenstand der Be­ratungen war die Entente-Einladung zur Londoner Konferenz.

Bayerischer fiabineflsraf.

Dm bayerische Ministerrat tritt heute vormittag zu einer Sitzung zusammen, in der Ministerpräsident von Kohr über das Ergebnis der Berliner Besprechungen der einzelstaatlichen Ministerpräsidenten Bericht er­stattet. Im Anschluß daran wird eine amtliche Mittei­lung über das Ergebnis der Konferenz und die Stellung der bayerischen Regierung dazu ausgegeben werden.

Wie hierzu verlautet, Hal Herr von Kahr am Sams­tag in der Konferenz der Ministerpräsidenten in Berlin, roerat auch grundsätzlich einverstanden mit der Stellung­nahme des Reichskabinetts gegenüber den Pariser Folgerungen, gegen die Enttvaffnung der bayerischen Einwohnerwehren, wie sie die Pariser Note verlangt, Bedenken geltend gemacht, und schließlich erklärt, daß nur der bäuerische Gesamtministerrot einen bindenden Beschluß fassen könnte. Herr v. Kahr ist dann zusam­men mit dem Staatssekretär Dr. Schweyer nach Mün-