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FuldaerZeitung

Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stadt Fulda.

fit. 27.

tjeramworllich tüt 6en .eoauioneUen Teil: KatI Schütte.

2 tüt bit Anzeigen: I. Patzrllrt-Fulba. ~ Rotationsdruck u. Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda, »ernipiecher Nr. 9. Triegr.-Adrelse: Fuldaer Zeitung

Donnerstag, 3. Februar )92L

Bezugspreis: iKonarlitt) 3,0ü Alt. ohne Zustellgebühr. Jn Fu.üo bet uns adgeholt 3,15 M. Anzeigenpreis: DieKieinzeilr Colonelmag) 60 JJfg u. 10°)e äuidjlag, die Reklamezeile (lertbrene' 1.80 mt u. IO6-« Zujchlag. Bei Wiederhol- Rabatt.

48. Zahrg.

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allseitig die 3mrutunatn als u n ITI 0 r 1 ! (fl ' rtfc -f- _» t- t___ ri < .. -

allseitig die Zumutungen als unmöglich bezeichnet ' >abe und an die Alliierten die ernste Mahnung in

Kundgebungen gegen die Pariser Beschlüsse.

Nachdem Bayern den Anfang gemacht hatte, haben auch die Landtage von Württemberg, Baden, Braunschweig und Sachsen gegen die uner­hörten Bedingungen der Entente in scharfen Worten protestiert und ihrer Entrüstung über den ruchlosen Plan der Versklavung Deutschlands Ausdruck gegeben. Sie stellen sich einmütig hinter die Erklärung der Reichsregierung. Auch die Kaufmannschaft von Hamburg und Bremen nahm ähnliche Entschlie­ßungen an, ebenso die Studentenschaft verschiedener Universitäten und zahlreiche andere politische und un­politische Vereinigungen. '

Amerika macht Einwendungen.

Eine Meldung aus Wash ngton sagt: Man erwar­tet, daß die amerikanische Regierung in den nächsten Tagen der Entente eine Mitteilung zugehen lassen wird, in welcher sie den unausführbaren Charakter der in Paris festgesetzten Beschlüsse darlegt und in der sie ihre Einwendungen macht. In der Bevölkerung werden besonders gegen die Ausfuhrtaxe von 12 Proz. Bedenken erhoben.

Zur Besoldung der katholischen Geistlichem I Die Berichte über die letzten Sitzungen der Preu- I ßischen Landesversammlung, in denen u. a. der Haus» I halt des Kultusministeriums verabschiedet wurde, ha» I den, insoweit es sich dabei um die Besoldung der ka- I tholifchen Geistlichen handelte, Beunruhigung in deren Kreise getragen. Das ist einmal auf die notgedrungen kurze und dann auch auf eine nicht ganz zutreffende Wiedergabe der Verhandlungen in verschiedenen Blät­tern zurück,zuflchren. Die nachstehenden Darlegungen, I denen Mitteilungen zu Grunde liegen, die uns von I einem Abgeordneten zugehen, sollen zur Aufklärung I dienen.

I Zunächst ist der Irrtum entstanden, als ob die I Bereitstellung von Staatsmitteln zur Aufbesserung I des Dien st einkommens der katholischen Pfarrer noch keine gesetzliche Regelung gefunden

I hätte. In dieser Beziehung ist die Regelung durch I ein am 17. Dezember 1920 von der Landesversamm- I lung verabschiedetes Gesetz erfolgt, das der Anregung I der Zentrumsfraktion zu verdanken ist. Leider ist die» I ses Gesetz bisher durch die preußische Gesetzsammlung I noch nicht veröffentlicht worden, so daß die katholischen I Pfarrer noch keine Kenntnis erlangt haben, daß und tn welchem Umfange ihrer bedrängten wirtschaftliche» Lage abgeholfen wird.

I Den bischöflichen Behörden wird durch dieses Gesetz (Artikel 1) seitens des Staates ein Betrag von jährlich 41 500 000 Mark überwiesen, um sie in die Lage zu setzen, die Besoldung^- und Ruhegehcrlts- b^üge ihrer preußiflben Pfarrer den veränderten wirtschaftlichen Verhältnissen entsprechend zu erhöhen. Die genannte Summe wird mit rückwirkender Kraftooml. April 1920 zur Verfügung gestellt. Nach einer westeren Vorschrift (Artikel 2) sollen grunfc sätzlich die Befoldungs- und Ruhegehaltsbezüge der preußischen Pfarrer den Dienst- und Dersor- gungsbezügen derjenigen der unmittelbaren Staatsbe­amten entsprechen, die ihre erste planmäßige Anstel­lung in einer Stelle der DesMunasgruppe 10 finden. Soweit die eigene Leistungsfähigkeit der Diözesen und Kirchengemeinden nicht eusreicht, um die Bezüge der Pfarrer auf die erwähnte Höhe zu bringen, wird der preußische Staat vom 1. April 1920 ab bis zum 1. März 1923 die erforderlichen Mittel vorschußweise zur Verfügung stellen.

Keine gesetzliche Regelung hat dagegen die ebenfalls von der Zenirumsfraktion verlangte Auf. beffenmg des Einkommens der katholischen Bi­schöfe, Dignstare, Domherren, Domvikare, Stifte« Pröpste, Stifteherren und Stiftsvikare, auch nicht der Fuldaer Dompfarrgeistlichkeit, gefunden. Die Mittel dafür waren vom preußischen Finanzministerium in einem Schreiben an das Kultusministerium bereits zu- gesagt, und es bedurfte nur noch der Genehmigung der Landesverfammkmq zu ihrer Aufnahme in den Staate- Haushalt. Diese Genchmigung ist aber durch die B e - schlußunfähigkeit des Hauses vereitelt worden. Das Haus war zwar bei diesen wichtigen Abstimmungen sehr gut beseht. Die Beschlußunfähig, keit ist aber durch eine wohlvorbereitete und planmäßig durchpsfübrte taktische Maßnahme der sozialdemo­kratischen Parteien herbeigeführt worden. Diese Parteien hatten zu dem Zwecke selbst den Antrag auf namentliche Abstimmung gestellt un­durchgedrückt. Bei der dann folgenden Abstimmung über den eigentlichen Antrag aber gaben die sämt­lichen Mitglieder dieser Parteien fei. neu Stimmzettel ab, so daß sie geschästsord» nungsmäßig als abwesend galten und dadurch das Haus beschlußunfähig machten. Das gleiche Schicksal bereiteten sie auf dieselbe Weise auch den Anträgen/ die die Aufbesserung des Diensteinkommens der evangelischen imd altkathalischen Geisüichen zum Gegenstände hatten.

Damit ist noch in den letzten Stunden der Tätigkeit der Landesversammlung die unüberwindlich, Abneigung der Sozialdemokraten

gegenüber der christlichen Weltan. s ch a u u n g und ihrer Vertreter klar zum Ausdruck gekommen.

Mir merkens uns für den 20. Februar!

Deutsches Reich.

* Berlin. 2. Febr. Reichspräsident Ebert hat ge> meinsam mit einem Sachverständigen aus dem Wirt- schaftsministerium eine eigene Sozialisierung s- Vorlage avsgeorbeitet. Der Entwurf des Reichs- Präsidenten faßt im wesentlichen eine Beteiligung des Staates an den privaten Kohlenzechen ins Äuge Nach einer zuverlässigen Aufstellung beträgt die Zahl der oberschlesischen Abstimmungsberechtigten außerhalb des Abstimmungsgebietes 410 000. Die putsche Reichsregierung hat beschlossen, die Republik Lettland auzuerkennen. Der deutsche Vertreter in NM fft beauftragt worden, eine entsprechende Erklä» rriua. der tetuüudtlchßv Reaieiuliü fibyyytbeu.

Der Konjurrkturuurschwurrg

in den Ver. Staaten.

Selten wohl bietet die Wirtschaftsgeschichte eines Landes ein Beispiel so rascher Aufeinanderfolge vom Wellental und Wellenberg der wirtschaftlichen Kon­junkturbewegung, wie es das Wirtschaftsleben der Ver­einigten Staaten im vergangenen Jahre bot.

Der mit Kriegsausbruch einsetzende ungeheure Aufschwung des Landes schien auch in der liebet« gangszeit zum sogenannten Frieden kein Hindernis zu kennen. Amerika blieb an der Spitze. Man glaubte auch den wirtschaftlichen Sieg endgüttig zugunsten der neuen Welt entschieden. Das erste Iahresviertel 1920 stand noch völlig im Zeichen der Hochkunjunktur. Dann aber kam die Ebbe. Japan spürte als erstes Land den Rückschlag, die Bereinigten Staaten folgten bald und von dort hat sich dann die Krise über die ganze Welt verbreitet.

Die amerikanischen Ernten an den wichtigsten Pro­dukten waren Rekordernten gewesen, der Binnenmartt kmmte die Menge der Bodenerzeugnisse auch nicht an-« nähernd aufnehmen, sodaß beispielsweise an Baum­wolle ungefähr 2 Mill. Ballen und an Weizen 300 Mill bushel (1 bushe- 27,2 Kg.) für die Ausfuhr verfügbar sind. Ebenso hat sich die industrielle Erzeu­gung in den Kriegsjahren stark ausgedehnt, und sich auf den großen Verbrauch der Kriegsführung einge­stellt. So verfügt das Land über gewaltige Vorräte cm Lebensmitteln, Rohstoffen und Fertig­waren. Aber es geht den Amerikanern mit ihrem wirtschaftlichen Reichtum wie manchem, der bei uns heute alsreich" gilt. Er kann in allem Ueberfluß verarmen, da er feinen Besitz nicht zu Geld machen kann. Das Ausland, das zum Teil man denke nur an die mittel- und osteuropäischen Staaten! hungert nach den jenseits des Ozeans aufgestapelten und dort nicht verwertbaren Gütern, kann aber nichts kaufen, weil die Preise für diese Waren infolge des I hosten Wertes des Dollars unerschwinglich sind. In- I folgedessen bleibt Amerika auf seinen Reichtümern sitzen. Die Folge davon ist ein sehr erheblicher Preisrückgang, wie er in der folgenden lieber- ficht zmn Ausdruck kommt. Es betrugen für: I

Der Reichstag zu den

Pariser Forderungen.

Der Reichstagssitzung vom Mittwoch kommt eine geschichtlich- Bedeutung zu. Die deutsche Volksvertre- tung gab ihren Protest gegen die Pariser Beschlüsie ab unb bekundete ihren Willen, über alle parteipolitische- Unterschiede hinweg eine machtvolle Einheitsfront der Abwehr gegen die Entente-Zumutungen zu bilden. Auch das unvermeidliche Zwischenspiel der Vertreter der äu­ßersten Linken konnte über diese eherne Tatsache nicht Hinwegtauschen.

?!e Andeutung des Tages zeigt sich in einer überaus starken Besetzung des Hauses. In der Diplomatenloge sicht man den englischen Geschäftsträger Lord Kilman- rock und den englischen General Malcolm. Der Reichs­kanzler ist einer der ersten im Saale. Neben ihm haben wichet sämtliche Mitglieder der Reichsregierung Platz genommen. Die Bundesratsestrade und alle Rc- ^onuigsbänke sind wie am Vortage überfüllt. Das Gleiche gilt auch von den Tribünen des Hauses. Die Banke der Abgeordneten sind noch dichter besetzt als ags zuvor. Es herrscht eine feierlich ernste Stimmung. _°f°rt wird unter lautloser Ausmreksamkeit vom Präsidenten der erste Punkt der Tagesordnung: Be- iprcchung der Erklärung der Reichsregierung aufgeru­fen. 3n letzter Stunde haben sich die Verhandlungen unter den drer Regierungsparteien, für sich eine ge­meinsame Erklärung abzugeben, erfolgreich gestaltet. _ ®r- Schiffer (!D.): Namens der Zentrums-

S a n Demokratischen Partei, der

2vJ,(cr 1 e" Dolksportel und des Bayerischen Bau­ernbundes habe ich folgende Erklärung abzugeben:

SJ?fffen enthalten Zumutungen, die ^rniit den Befttmimmgen des Friedmsoertrages noch m'rLben ro!!S!6o!.tfi<6en Lebensbedmguna-n uff$6n Mirs vereinbar sind. (Lebh. Beifall.) In stärkster Empörung, aber auch im vollen Bewußtsein un- ^er durch den furchtbaren Ernst der Sachlaqe^gebenen ^/^wottung erheben wär feierlich Widerspruch S°«eu diesen Mißbrauch der Gewalt (Er- ?Euter Beifall ) Die Erklärung des Herrn Reichsministers des Aeußern billigen wir. (Lebh. Beifall.) In der Ent» mit >ihmWSfrOfle ?o[Ien tB',r m Uebereinstimmung Mb r übernommenen Verpflichtungen im S -rnsfühwn. Aus demselben

Geiste loyaler Auslegung heraus legen wir aber Verwah- rmig em gegen diejenigen Entschließungen, die offensicht» «ch gegen den ^ncoerrsoertrsg verstoßen, oder die durch

Grenzen zu unseren Ungunsten überschrei» (Lebh. Zustmrmemg.) Die Dewnteoortmio dafür, qn^L^rds Vn'-e.re weilergehende Schwächung auch unsere Widerstandskraft gegen die von außen und innen drohende

® eJ4br- lschewismus gelähmt wird, trifft dte Alliierten. lGelachter bei den Kommunisten und leb» tafe Zustimmung recksts und in der Mitte.) Sie Vor­schläge in der Reparationsfrage beweisen, daß die Alliier- ien sich auch der Tatsache nicht mehr verschließen können, daß wesentliche Bestimmungen des Friedensoertrages sich ms unmöglich herausgestellt haben. Die Dorschläae aber, die uns von dem Alliierten unter Abänderung » ^btiedensvertrages vorgelegt worden sind tauber dürfen wir jetzt schon fernen Zweifel lassen Vm fnns unannehmbar imd nicht geeignet, «e Grundlage für Verhandlungen zu bilden. Sie würden nicht die Gesundung des deuffchen Volkes herbeiführen, Indern die wirtschaftliche und politische Verelendung ischfn Volkes nach sich ziehen und durch die Jtutrrotmmg, die sie in ökonomischer und finanzieller Be­ziehung aus alle beteiligten und unbeteiligten Völker aus» üben, auch diese Völker in unseren Untergang verstricken. Das deutsche Volk aber würde als ernster Mitbewerber als Abnehmer und Verbwucher mis der Wirtschaft der Welt verschwinden. Aus dieser Lage andere Wege zu zeig em die den untrennbaren Zuftmunenhäugen zwffchm deutscher Leiftungsfähiakeit imd Bertragserfül» lmrg Rechnung tragen, fft die Absicht der Reichsregierung. Atom; es ihr gelingen, auf der Grundlage neuer, diesem Gesichtspunkt loyal entsprechender Dorschläae eine Eini­gung zu erzielen, die endlich der Welt den Frieden ge» msinsamer fruchtbarer Arbeit bringen kann. Gelingt ihr das mcht, so kann sie sicher sein, uns an ihrer Seite zu lehen, wenn sie die Am,ahme und Durchführung von Vor- ickilagen ablehnt, die dfe Vernichtung des deutschen Volkes für d,e Gegenwart und Zukunft bedeuten. (Star­ter, anhaltender Beifall.).

Aus vem besetzten Gebiet.

Im besetzten Gebiet verhaftet. Der Chefredaktem desAachener Dolksfreundes", Dr. Heinen, ist aber­mals verhaftet worden. Die Gründe find unbekannt.

DieGiftmischer" am Rhein. Ein neues Kapitel deutscher Greuelmärchen wird neuerdings von der Köl­ner britischen ArmeezeitungThe Cologne Post" er- öffnet. Das Blatt bezichtigt die deutschen Wirte Kölns fystmatifcher Herstellung giftiger Weine, die eigens zum Ausschank an britische Truppen bestimmt seien. Die Verdächtigungen derCologne Post" stützen sich auf die Untersuchung der Weine einer Wirtschaft, in denen ein britischer Chemiker 2 Prozent Amylalkohol gefunden haben will. Auf Anzeige der Besatzung s- behörde ließ die deutsche Polizei der betreffenden Wi t. schäft sofort Probeflaschen entnehmen. Die Untersuchung des Rahrungsmittelamies ergab die einwandfreie Be­schaffenheit der Weine, so daß selbst der britische Beamte die Verschiedenheit der beiden Analysen als Rätsel be­zeichnen mußte.

I Es leuchtet ein, daß bei diesem Preissturz viele I Unternehmungen, Landwirte und Händler ruiniert I werden müssen. Dies kommt denn auch in der Kon- I kursftatistik zum Ausdruck, die für den November I 1920 105 0 Konkurse gegenüber 551 im glei- I chen Monat des Jahres aufweist.

I Eine Beseitigung ixs Hebels hat man zunächst in einer Einschränkung der Produktion ge­sucht. Amerika erlebte Kurzarbeit, Betriebsstillegun-

I gen, steigende Arbeitslosigkeit (Ende des Jahres wurde die Zahl der Arbeitslosen in Amerika auf 27- Mil­lionen veranschlagt) und Senkung der Herstellungs­kosten, namentlich durch Lohnherabsetzungen. Aber dauernd kann auf diese Weise kein Ausgleich geschaffen werden; hrer vermag nur eine Zunahme des Waten» absatzes den Markt zu entlasten. Das kann aber nut geschehen, wenn das kaufschwache Ausland in die Lage gefetzt wird, trotz des hohen Dollarwertes zu kau­fen. So steht denn auch obenan auf der Liste der brennenden amerikanischen Wirtschaftsfragen das Problem ter Wiederbelebung des Auslandsabsatzes durch Gewährung langfristiger, billiger Kredite. Daß bei den ungeheuren ©ummen, um die es sich dabei handelt, nur eine ganz großzügige Aktion helfen kann, leuchtet ohne weiteres ein. Bestrebungen nach dieser Richtung sind im Gange, wenn man sich auch noch nicht einig ist, ob als Kreditgeber der Staat ober die I Privatwirtschaft auftreten soll. Jeder Tag läßt die Notwendigkeit einer schnellen und dauernden Lösung I der Wirtschaftskrisis dringender erscheinen.

Aus dieser Notlage Amerikas durfte dann auch

Abg. Miller-Franken gibt im Namen der Sozial- oemokraffe eine Erklärung ab, die die Ausführungen Dr. eimons billigt. Er erklärt, die Pariser Vorschläge haben nicht iene Wiedergutmachung im Sinn, die die deutsche arbeitende Bevölkerung zu leisten bereit und fähig ist. Es kommt zu stürmischem Beifall, als Müller mit er- Wener Stimme erklärt:Eine deutsche Regierung, die Sa V°rMäge für ausführbar erklären würde, wird w nicht finden!" Hier quaken die Kommunisten unter hn^S.9 Adolf Hoffmanns mit fortgesetzten Zurufen ®ie Eden mit schärfsten Entrüstungsrufen reckenden Mehrheit des Hauses zurecht gewiesen. Varite- m "^tere gute Charakteristiken für die unb M. Ä' die er eineZwangsjacke" nennt, chen wüsten ^Arise zur europäischen Katastrophe ma- terttot?Allerdings kann der Appell an die In» niAt !n einer sozialistischen Erklärung

mittri* diese ärmlich matt und unver-

mtsföft. Kundgebimg, die aber doch starken Beifall gibt der Abg. Dr. Herat r gegS^bte^T"9.06 Mr seine ^Partei Ve a n n e b m b a r Zumutungen nur ein glattes U n. nmg mit

Sat Sie Sinte^Xver- abhöngigen und Kommunisten^ Wre^ d^Lnre^'/ wilden Zurufen:Ihr seid bie 9terbr^f>eH9 ihr mx die Kriegsschuldigen! Jetzt habt ibr *

Hergt verlangt, daß die Pariser

Grundlage, noch nicht einmal als °-5

tere Verhandlungen betrachtet »eK P&Lr Deutschnationalen würden jede Re"ieruna würe. den Pariser Ansprüchen mit Entschlolsenk-n gegenzutreten, unterstützen Der formulierten^ ErN»' rung cügt Hergt noch einige Worte hinzu In denen in sichtlicher Erregung den Ernst der Stunde bem». und die Regierung und dos Volk auffordert, dieser gro-' ßen Stunde sich würdig zu erzeigen. ' ®rD

Nach ihm kommt Ledebour. der auf die niedrinN- Stufe der Parteipolemik herabsinkt, und den fiefaeben dm Eindruck der Beratungen verwischt. Er meint tu den Voraussetzungen, von denen der Vorredner gesvro- chen habe, gehöre, daß diejenigen verderbüch-n Machen» schaffen zertrümmert werden müßten, deren Wortführer

In der Verwerfung des Pariser Tributbeschluffes herrscht in Deutschland eine Einmütigkeit und Entschlos­senheit, wie wir sie kaum jemals erlebt haben. Hinter der Erklärung der Regierung stehen nicht bloß die Parteien der Koalition, sondern auch die Deutschnatio­nalen und die Sozialdemokraten, im Kernpunkte sogar die Unabhängigen. Mehr kann man nicht verlangen; denn die Kommunisten, die ihre Ansichten und ihr Geld aus Moskau beziehen, kommen bei einer Frage der deutschen Politik überhaupt nicht in Betracht.

Unsere Regierung hat in der Tat die ganze deutscheRation hintersich, wenn sie den Tributbeschluß von Paris nicht bloß als unannehmbar, sondern auch als ungeeignet zur Verhandlung beiseite schiebt. Dem Außenmiittster Simons ist in der Presse hier und da vorgchalten worden, er habe zu trocken, zu lehrhaft gesprochen Unter den gegenwärtigen Derhält- nisien und den Stimmungen im Ausland ist aber die ruhige, gründlich Sachlichkeit zweckmäßiger, als flam­mende Worte oder sentimentale Beschwörungen. Die Gegtier lasten sich nicht rühren und lasten sich auch durch Theaterefsekte nicht verblüffen. Man kann nur versuchen, durch die Beleuchtung der Wahrheit be­lehren d und durch die bestimmte Ankündigung des j Widerstandes warnend zu wirken. Gerade in der gemeßenen Sachlichkeit zeigt sich die kräftige Entschlos­senheit am eindringlichstcic. Darum wäre es bester ge­wesen, wenn auch der Reichstag allen parlamentarischen Tumult vermieden und auf die Erklärung der Regie- rung mit einer Zustimmung im gleichen Tone der ruhi- ( gen kalten Sachlichkeit kurz und kraftvoll geantwortet Ijätte. Aber bi» Auswüchse des parlamentarischen Systems lasten sich nicht immer unterdrücken. Trotz i>es Lärmes, den die paar Kommunisten mochten, bleibt es doch bei der Feststellung des Präsidenten am

der Abg. Hergt wäre. Die Rechte entgegnet mit stür­mischen Pfuirufen und Entrüstungskundgebungen und schickt sich an den Saat zu verlassen. Ledebour schreit den Abziehenden nach:Sie reißen aus, sobald Ihnen die Wahrheit gesagt wird." Die Unabhängigen rufen der Rechten zu:Ihr seid die Kriegsschuldigen! Feige Kerle!" Ledebour spricht noch lange, aber lediglich nichtssagende Agitationsphrasen. Er muß sich mehrfach aus dem Saale heraus den Zuruf: Unsinn! Quatsch usw. gefallen lassen Schließlich hat er es so weit, daß im Saale keine zwei Dutzend Abgeordnete mehr sind. Im wesentlichen wünscht Ledebour, daß man auch jetzt die Möglichkeit zu Verhandlungen nicht verbaut.

Dann spricht der Kommunist Dr. Levi. Mit krächzender Stimme sucht er, dessen Gedankenwelt innerhalb der beiden Begriffe 3mperiaiismus und Sowjetrußland liegt, seine Weisheit den Tribünenbesuchsrn beizubringen, daß das einzige Heil in dem Anschluß an Sowjet-Rußland liege. Im Saale selbst kümmert man sich wenig um diese korn- munistffchen Tyraden. Dafür aber spitzen die Ententever­treter auf den Tribünen umsomehr die Ohren. Levi führte sich im übrigen so widerwärtig wie nur möglich auf, ihn in Verbindung mit der Mahnung zur Wahrung der nationalen Würde zu bringen, wäre ja ohnehin vollständig unangebracht.

Endlich ist auch das überwunden. Der Präsidenk Löbe schließt die Debatte und fügt einige Bemerkungen hinzu, die in der Sache und in der Form überaus erfreulich wirk­ten. Mögen die Gegner auf die Worte des Reichstages hören, damit ihnen und uns die Tatsachen erspart bleiben, die eintreten können bei dem Versuch einer gewaltsamen Durchsetzung dieser unmöglichen Forderungen. (Lebhafter Beifall.) Die Forderungen entspringen vielleicht dem naiven Glauben, daß die Arbeitskrast des deutschen Volkes unverwüstlich bleibt auch bei den größten Drangsalierun­gen. Das aber, was der Fremde in gut versorgten Lo­kalen sicht, ist nicht das deuffche Volk. Da. wo von 600 Gemeindeschülern 400 k«n Hemd anhaben, wo die Mütter den hungernden Kindern kein Brot mehr geben können, da zeigt sich das Elend des deuffchm Volkes. Das deut­sche Volk hat seine warnende Stimme erhoben. Wird sie überhört, tarn treffen die Folgen nicht nur uns, sondern ganz Mitteleuropa und auch diejenigen, die sie heroorge- rufen haben. (Lebhafter Beifall im Hause und auf den Tribünen.)

Während den Ausführungen des Präsidenten kreischte die äußerste Linke wiederholt auf. Das ganze übrige Haus deckte die Schreier zwar mit empörten Gegenkund- gebungen zu. Unabhängige und Kommunisten sprachen fortdauernd^dem Präsidenten dazwischen; imterbeffen ging auf den Bänken der Linken ein großes Getöse los, man sah, daß die Abgeordneten über das, was sie wollen, nicht einig sind. Den zur Ruhe rufenden mehcheitssozialistischen Abgeordnetm treten die Kommunisten und Unabhängigen mit den wütendsten Schimpfereien Entgegen.

Ws der Präsident geendet erklärten die Abg. (Erifplen (U. S ), Dr. Levi (K.), Adolf Hostmann (K.) und Cebc- bour (U. S.) unter lebhaftem Widerspruch und Gelächter der Mehrheit, der Präsident sei nicht berechtigt gewesen, I in die Debatte einzugreifen.

Die Wgg. Müller-Franken (S.) und Trlmborn (Z.) | erklären dagegen, der Präsident habe die Geschäftsordnung | nicht verletzt, sondern er habe damit in geschichtlicher i Shtnbe der Mehrheit des Volkes aus dem Herzen gefpro» I chen. (Von Haus und Tribünen werden diese Erklä- I rungen mit lautem Beifall begleitet. Eine ©egenerfiä» I rung des Abg. Adolf Hoffmann wird erstickt durch schal» I tendes Gelächter.) Die Verlesung des bayerischen I Landtages gegen die Ententeforderungen wird mit I großem Beifall ausgenommen.

Adolf Hoffmann mit Reffen der Empörung empfangen, I muckt noch einmal auf, macht sich aber tätlich lächerlich durch I fern Berliner Deutsch und nmß abtreten.

Der nachfolgende Teil der Sitzung hotte rem formellen I Charakter. Man erledigte die in der vergangenen Woche I zurückgestellten Abstimmungen über dm Wehretat und I den Erlaß von Verordnungen für die Zwecke ber Heber» I aangswirtschaft, die glatt angenommen wurden. I Danach setzte die zweite Beratung über die Novelle zum I Detriebsrätegesetz, betreffend die Detriebsbilanz I und die Gewinn- und Derlcsttrechnung ein. Für alle bür- I gerlichcn Parteien sprech der Abg. Schlack vom Zentrum, | der darauf hinwies, daß die gesamte wirffchastliche Lage I daraus hindränge, zur Gemeinschastsarbeü zwischen Unter« I nehmertum und Arbeiterschaft zu gelangen, weil nur so I die so dringend nötige Steigerung unserer Produktion zu I erreichen fft. Die unter diesen Umständen besondere Ge- I ähidung von Betriebsgeheimnisten soll durch diese No- I nette möglichst hintan gehalten werden.

Donnerstag: Wehrgesetz, Biersteuer, kleine Vorlagen. I

Einmütig.

°n «- AMEN «-st- Mchnm,, ,n - ÄÄlffÄt fcter Ctunix ergeht, wieder Maß und Ziel zu finden. der schweren Finanz» und Wirtschastsnot zu betten,

1919 bzw.

1920

Dez. 1920

Jan.1914

Vieh (Dollar f. 100 amer. Pstmd)

16 80 (Olt. isi»)

9,50

8,60 1

Roheisen (Dollar für bte Sonn»)

48,50 (Sept. 1920)

33,-

12,50

Baumwolle (®»nt« f. d. amer. Pfund)

41,50

Aprti 1920)

14,76

12,88

Zucker (Sente f. b. amer. Pfund)

21,57 (Mai 1920)

4,63

3,29

Wolle

(Dollars f. d. amer. Pfund)

2,35 (April 1920)

1,12

0,56 I

Weizen (Dollars da« buShel)

3M (Mat l>20>

1,61

0,91