Fuldaer Leitung
'<ivud 6cr ,yit!6rter 5fttieiit>itti«erci in ^ulb«
»H- 22.
Freitag, 28. Januar 192L
Aus dem Nachbargebiet.
△ Melsungen. Der Bergbau gelangt in ttn- serem Kreise zu immer .raßerer Blüte. 3n Ost- heim werden sorigesetzt von Monat zu Monat mehr Braunkohlen gefördert Die tägliche Förderung beträgt 30 Eisenbahnwagen. Auch in Malsfeld wird «ne neue Braunkohlengrube erschlossen. Es wurde bere is iiesschwarze Kohle gefunden und in kurzer Zeit wird der Versand beginnen. Ebenso ist das Basaltwerk in Ostheim wieder in vollem fflange. 3n Fr'edenszeiten wurden täglich im TurchschmU 80—90 Eisenbahnwagen versandt. Auch die Dasal'lager am Falkenkopf. in der Röhe von Malsfeld, sollen baldigst durch eine neue Gesellschaft rationell ausgebeutet werden.
= Sötiingkn Am Dienetai, den 25. Jan., hielt Herr cand. rer pol. C. Müller- Morburu rn einer Versammlung von Studenten einen seffelnden Vortrag über .Student und AuSlan Spolitik". Nach einer lebhaften Aussprache wurde d.mn auf Anregung des Herr« Dr. Offenstein eine akademische Ort», gruvpe der Zentrumspartei neu '«gründet, um durch eine vertiefte, wiflenschaftllct l Behandi un . politischer Fragen das Jntereffe an der Politik zu beleben.
fd. Höchst a. M. Im Enenbalmverkehr deS 6e« setzten GebieieS ist, wie das Höchster KreiSblatk meldet, die Wiedereinführung der Sommerzeit für ikttte Februar zu erwaren. Die Bahnzeit wird dann mir unserer allgemeinen Verkehrszeii wieder übereinstimmen
vermischter.
* Gefälschte Siemrbcnberckn. Bei der Festnahme eines Tabakhändlers in Dresden, der falsche 50-Mark- scheine in den Verkehr brachte, gelang es einer Fälschung von Tabaksteuerzeichen auf die Spur zu kommen. In die Enge getrieben, gestand er, daß er diese Banderolen aus Böhmen gekauft habe. Die Spuren führten tatsächlich nach der Tschechoslowakei, und man glaubt, daß bie Fabrik für die gefälschten Tabaksteuerzeichen in der Nähe der sächsisch-böhmischen Grenze zu finden ist, und zwar in den Grenzorten Neu-Gersdorf und Phi- lippsdors usw. Ohne Mitwirkung der tschechoslowakischen Behörden ist natürlich ene Unschädlichmachung der Bcmderolenfölscher äußerst schwierig.
* Ml dem elektrischen Lichk, das der Ingenieur von Unruh durch „Zerstäubung der Atome" erzeugt haben wollte, tft es trchts gewesen. Sein Apparat hat bei einer Prüfung in der physikalisch-technischen Reichsanstalt in Derl'n versagt.
Siferrttifdieg.
rNtfrSnkffche Silber 1921. (27. Jahrgang.) Mit er- läuterndem Text von Prof. Dr. Th. Henner, Dürz- bürg. Verlag der Universttätsdruckerei H. Stürtz. 21..®., Würzburg. Preis 6 Mk. Trotz der außerordentlichen Schwierigkeiten, wie st- sich fett den letzten Jahren in beständig gesteigerter Weise für alle Arten von Druck- arbeiten eroeben hoben, so daß vieles geradezu in völligen Stillstand kommen muhte, hat die Universitäts- druckerei H. Stürtz, A.-G., es für eine Ehrensache an. gesehen, ein ununterbrochenes Erscheinen d»s in wei- testen Kreisen bekannten un,d angesehenen Prachtkalender« „Alsiränkilche Bilder" zu ermöglichen. Davon gibt der 27. Lahr-mna vollwertiges Zeugnis. Der Silber« schmuck des Um'chlags, auf dessen möglichst sargfällige vornehme Ausstattung stets besonderes Gewicht gelegt wurde, ist diesmal, wie schon wiederholt in früheren Jahrgängen, den kostbaren Schätzen der Würzburger Universitätsbibliothek entnommen: auf der Vorderseite ein aus einem 1517 in Nürnberg hergestellten Eichstätter Missale stammender prächtiger kolorierter Ho'zichnitt. den hl. Willibald darstellend, sodann auf der Rückseite eine auf dem Einband eines berühmten alten Evatme- liars befindliche bvzantinische Elfenbeinschnitzerei. Der Inhalt brinat an erster Stelle die Schilderung der ftren. „Babenbergischen Fehde". Sodann ist Bezug eenem» men auf die zweite Säkularfeier der Grundsteiille-umg der Würzburger Residenz, sowie auf dar siebente Iabr- hundertgedächtnis des Würzburger anz'skanerklosiers, der setzt ältesten Niederlefftmg des 9H:nor,tenor>-e-’e in Deutschland. Weiterhin folgten noch: das ma'eri'che Stammschloß einer alten annefebe-'en 2f'e'eram!r:e
Frankens der Frei Herrn von Tri chleß zu Wrtzhausen; der Sarg des hl. Bruno im Würzburger Dom, ein Prachrwerk der Silbcrschmiedelunst des 18. Jahrhunderts, zwei beachtenswerte Scitenpforten in der Würz, burger Maricnkapelle; und endlich die berühmten Kreuz- wegsiaticnen von Peter Wagner auf dem Weg zum logen päppele" in Würzburg. Kunstliebhabern und Freunden graphischer Feinheiten seien b‘e Bilder aber- wärmsten- empfahlen. Sie erfreuen das Auge und e» wärmen das Herz.
Amtlickre Anreisen.
Eine Anzahl beteiligter Handwerker hat bei mir die Errichtung einer Zwangsinnung für alle diefenigen beantragt. welche im SreHe Fulda das M'll'rhandwerk als stehendes Gewerbe selbständig betreiben, pkeichviel. ob die» se'ben der Regel nach Gesellen oder Lehrlinge halten oder nicht.
Ich habe daher auf G-mnd der Bestimmung unter Ziffer 100 der Aussüh'-imgsanweisung zur Reichsgewerbeordnung vom 1. Mai 1904 den Herrn Landrat in Fukda. im Be- hinderunerfalle desien Stellvertreter zu meinem Kommissar bestellt zur Ermittelung, ob die Mehrheit der beteiligten Handwerker im Bezirk der geplanten Zmamgsitmung der Einführung des Bertrittszwangs zustimmt.
Kassel, am 1L November 1920.
Der Iteglerangs-'PräflbenL 3. A.: Wild.
Wird veröffentlicht.
Fulda, den 22. Januar 1921.
Set Canbraf: Frhr. v. Doernberg.
Ddr Landwirt Joseph Sie« von Uffhausen ist als Ortsschätzer für den Gemei-ndebezirk Uffhaufm aus Widerruf bestellt und eidlich in Pflichten genommen worden.
Fulda, den 22. Januar 1921.
Set Landrat. I. D.: Köhler.
Biehfenff|enpoii$eiiiche Anordnung.
Nachdem die Abheilung der Maul- und Slauenseuche in der Gemeinde Haitnell amtstierärztlich fest bestellt worden ist und die Abnahme der Desinfektion stattge. funden hat best'mme ich folgendes-
§ 1. Die über den Gemeindebezirk chainzell verhängte Sperre wird vom L Februar d. I. ab aufgehoben.
§ 2. Die für den Gemeindebezirk Hainzell und die verseucht gewesenen Gehöfte im besonderen angeorbne» ten Bestimmungen werden zurückgezogen.
Fulda, den 22. Januar 1921.
Set Canbtaf: 3 D.: Köhler.
Nachdem die Abheilung der Maul- und Klauenseuche in der Gemeinde Ellers amtstierärztlich fest-'-stellt worden ist und die Abnahme der Desinfektion stattgefunden hat, bestimme ich folgendes:
§ 1. Die über den Gemeindebezirkk Elters per. hängte Sperre wird vom 1. Februar d. 3. ab aufgehoben.
§ 2. Die für den Gememdebeürk Elters und die verseucht gewesenen Gehöfte im besonderen angeordneten Bestimmungen werden zurückgezogen.
Fulda, den 21. Januar 192L
Set CanbraL 3. B.: Köhler.
3n don Gemeinde« Sandlofs und Dirlammen, Kreis amt Lauertboch, ist die Maui» und Klauenseuche erloschen.
Fulda, den 19. Januar 1921.
Der Landtal. I. D.: Köhler.
Der Gemeinde Steffen und in dem zum Gemeinde- bezirk Deicheroda gehörigen Hose Hüttenroda, Bezirks- direki'on Dermbach, ist die Maul- und Klauenseuche aus- gebrochen.
Fulda, den 21. Januar 1921.
Ser Canbrat S. D.: Köhler.
Erloschen: Die Räude bei einem Pferde des Land. wiris Helm zu Neustadt.
Fulda, den 21. Januar 1921.
Ser Landtal. 3. D.: Köhler.
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zum Gedächtnis der im Weltkrieg 1914—18 gefallenen Sodalen.
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2. Traueroottesdienst zum Tröste der armen Seelen, abends 8 Uhr Predigt eines Fedgeistlichen und Andacht.
Alle Soda'en und die Angehörigen der Gefallenen sind zu dieser Gedenkfeier herzlich eingeladen.
Dar Vorstand.
Sonntag, den 3 0. Januar 1921 (Sexagesima) in der Pfarrkirche zum hl. Gest
TRAUER-GEDENKFEIER
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Unpolitische Zeitkäufe.
Don Fritz Nienkemper.
Berlin, 25. Januar 1921.
Zwei Ohren haben wir und nur einen Mund. Gar vieles sollen wir hören wb wenig darauf sagen. So heißt es in einem Gedicht. Jr der rauhen Wirkl'ch- keit aber stößt man fortwährend auf Leute, die anscher- nend nur ein halbes Ohr, aber ein doppeltes und drei- faches Mundwerk haben.
Wie kommt es, daß die allermeisten Menschen gar so gern reden und so ungern zuhören? Ein junger Leser b'ttet den Onkel Fritz, diese Nuß aufzuknacken. Er hat sich felber schon daran versucht, und es freut mich, daß J* schon so früh gelernt hat. das elltä^l chs Lehen und Treiben r'chtfg zu beobachten, und dabei auch sich selber 6n die Nale zu fasten. Er schreibt mir nömfich:
.Wenn fp fünf oder sechs M-nschen (Männer Frauen Fräulein oder Burschen, das nist hi-r ganz gleicht zutam- mensitze,, ,p.ben unh
wenn dann ein-r etwas ne.
Kat, fahren aleich die andern dnzwischen: .A'-e- ich habe nach viel. . .. bei mir mar es . . .. das ist noch gar nir^s. aber ich . . ." Findest du das n cht a?ch grä^hch? pnti trenn dann einer von den Bester- ^fisi-rn sich 3 m Wart durckineknmpst hat. so hören die andern nur insoweit zu, daß sie auf den schwachen Augenbl'ck rauern. wn st» d»n Snrech»"den übertrnm'', fen und ihren e:ae-en Senf arbrngen können. Ich meine, mit dem Snruch vom ffl-brn das seltner sei als Nehmen, kann bi»fer Tmeb nicht erklärt werden. Man will ja den 3 ’hö-ern t-fn» W^'-llat erweisen, sondern nur reden und reden um sich fü^er rmd erfahrener zu Seiten als alle onb-rm. Ga-z im Vertrauen ae'ach. steckt diefe Neigung m-ch jn mir. Nun ist mir einmal klar geworden, wie Käbijch ba« irt bemühe ich
wich die Unart abztzlegen Du wsird'ft allo eifern reuigen Sünder unter die Arme er ifm wenn du ü'e- ^e^Grsinde des Hebels und seine Bekämpfung schreiben
Ja. lohnt sich Wrt dass H-md-lt es sich v-ellelcht um eine aesellfchastl che Ta' lostrkeit ohne Be'ana? glaube doch, diese felbstg'fnii^, Redsellg'elt ist eine J^fte Sache. Eie richtet viel Schaden an. W'r immer ®®s "rotze Wort führen will, plaudert mehr aus. was * Erster für sich behielte. Um die Vorredner zu über
trumpfen, trägt er die Farben recht grell und dick auf: die Zuhörer läch.ln habet, aber mancher merkt doch den „Schwiftdel". Der Redselige will Ehre erringen und bekommt häufig nur den aedachten ober geflüsterten Titel: Quatfchkopf. vor'autes Wesen. Auftchneider usw. Tie übertrumpften Borredner fühlen sich gekränkL Wenn sie den Unmut sich nicht verbeißen können so gibt es kritische Bemerkungen oder gar höhnisch« Randglossen. So kann die Prahlerei auf Gegenseitigkeit in Zank und Zwist ausarten. Die Gemütlichkeit geht futsch, der Aer- g« ist da, vielleicht der Grund zu einer dauernden Feindseligkeit gelegt — weil der Mund zu weit aufge. macht worden war.
Aus derselben Wurzel wie die selbstgefällige Red- sellgkeit erblüht die K l a t s ch e r e L Es gibt ia Klaffch. weiber beiderlei Geschlechtes, die aus purer Bosheit ihren Mitmenschen etwas Uebles nachsagen. Die mei ften aber klatschen nicht aus teufl"cher Niedertracht, sondern aus menschlicher Eitelkeit. S'e wollen zeigen, dah sie mehr wiffen wie b e anderen; sie wollen ihren Z Hörern imponieren. A"s dem durstigen Schatze ihrer eigenen Wüsheit und Erfahrung können st» N'chts **" tes mehr schöpfen. Da werf-n sie sich auf die Ne-igkeits- trämerei. ^Haben Sie fchrn gehört, was bei Mü 'e s passiert ist?" Nem. die angesprocheie Perlon hat e- noch nicht gehört. Da kann man allo eine Entbülun-, anbringen. die Emdruck machst Und hat der Angeretze'e schon etwas gehört, so kant sich die Sach- doch noch o- s beuten, irch-m man die Einzelhesten breit tritt, De--mu- tunaen hinzufügt, fei -e Persvnenkenntnis und seinen S"chnerstand leuchten läßt Vie 6fbab-nfr-ube grinst aus ied-m Satze: aber man versichert in Brust Önen, dah di- Sache doch sehr traurig sei. Lauter Scho michlägerei und Schauspielerei, um Applaus bei den Z'chörern zu nere’n. nen. Die Kosten Meter Theatervorstellung hat die vor. klatschte Perlon od-r Famstie zu tragen.
Das Schwatzmaul will sich aufrprlen. Kus der Eit-k- keit entspringen b’t Torheiten, die nur zu ost in Bos- beit auslaufen. Es ist em Stück von dem verfl chten Emismus den s. Zt. ein itosieni'ch r Mi - fter zur Richtschnur für feine ganze Stoatsv'l''tik machte.
Ein starker Egoist bandelt, um R hm zu e-werben. Ein schwächlicher Egoist redet und redet, um einen Augenblickscr'olg zu erzielen, und wenn es ihm heute nicht gelungen ist. fo vers- cht er es morgen w fttrum durch vorlaute »emertungen, prahlensch« Behaupmn.
gen oder sensationelle Klatschereien. Er steckt so tief in seiner Selbstgefälligkeit, dag er sich w.rk ich einjilbet, er tue den Zuhörern einen Gefallen, wenn er das groZe Wort führt. Was die andern sagen, das kann und darf nicht gelten. Er hört nur zu, solange er notgedrungen mutz, und dann auch nur mit halbem Ohr. Aber dann redet er höchstselbst, solange er nur kann und nimmt es sehr übet wenn nicht alle Ohren geduldig und gläubig aufgeknöpft bleiben.
Die Zuhörer sind durchschnittllch kluge, 'erfahrene Menschen und durchschauen biefes vordringliche Spiel der Ettelkoit sehr bald. Statt der erstrebten Dewunde- rung gibt es Zweifel, Mißmut und Berachtung.
Wer sich aus den Fallstricken der eitlen Redseligkeit befreien will, sollte sich gründlich den Gedankcngang der Zuhörer fiar machen. Dann wird er erkennen, daß der vorlaute Wortschwall nicht das rich ige M ttel ist, um Ehre ei' zulegen. Also gebietet schon die Klugheit, daß man das selbstgefällige Zünglein in Zaum hält. Sprich nur. wenn du triril:di was zu sagen hast von W'rt und Eindruck. Sprich wahr und Har, kurz und un eziert, indem du nich! an de.ne Selbstverherrlichung, sondern nur an das Behagen der Zuhörer denkst. Fall nie. male einem anderen ins Wort, sondern laß ihn ruhig ausreben, auch wenn er es nicht zum Besten versieht. II "b wenn dir nichts G'schelles einfällt, so är*ere dich nicht und quäle deinen Geist nicht ab, sondern schweig still und höre art g zu.
„SIber das Zuhören macht doch n-cht intereffant?" O ja, ein sreund'icher Zuhörer wird sehr geschützt. Dein Nachbar freut sich, wenn er mal sein Herz ausschütten kann und bei dir Teilnahme für sein Denken und Sorgen finbet. Er ist dir dankbar u d achtet dich wegen deines D^rständnisies und deines Taktes.
Zwei Ohren und einen Mund! Das sollte man auch im innersten Fsmilienleben nicht oergejjen. Wenn der Mann von der Arbei sstätte heimk'hrt, hat er den Kopf voll van allerhand Sorgen und Herder 6* möchte sich zu H"us« darüber a-sipreifjent ab-r die F au bet kei" recht-s ®*höt dafür. Sie ist ihreHei ? ge'->den mit den hauswirtschafllichen Ereigniffen, mit den Zvi- 'chenMen in der Kindtrstube, auf dem Marli, in der Küche usw. Für diese Dinge hat nun der abzenrbn ete Rann wieder kein rechtes Gehör. So reden sie an- emnnder vorbei tmd sind beide enttäuscht und eecftimmi. '
Bester wäre es offenbar, wenn erft'ns beide Teile ihre Dcredsamkeit einschränkcn wollten, und wenn zwsi.ens jeder für den «nberen Teil ein offenes Ohr Hütte, geduldig ihn ausfprechen ließe und nach Möglichkeit beruhigte. Ich möchte das alte Epr chwort ’o umllndern: Reden ist Silber, freundliches Zuhören ist Gold.
Der vorlaute Zungenschlag steckt schon in den 5kin- dern. Es ist ein wicht ges Stück der Erziehung, daß man den naseweisen Kindern das unbefugte Hineinreden in die Unterhaltung der. Erwachsenen von Grund aus abgewöhnt. Sie dürfen nur reden, wenn sie ge. fragt werben ober wenn sie in artiger Weise ums Wort gebeten haben. Diese Zucht der kindlichen Zunze lötzl sich freifid) nur burch'ühren. wenn die Eltern den Kin. dern reichlich Gelegenheit geben, sich mit all Ihren Anliegen in gehöriger Form grüudlch und freimütig a 'Szusprechen. Das Kind soll hören lernen, aber es soll auch Gehör finden bei Eltern und Lehrern. —
Das Ende vom Liede ist: der weife M n'ch hört willig und redet roe-ig. Den Mund verbrennt man sich viel leichter, als das Ohr.
— Allerlei IPefsMf. In Deutfck 'and überschreiten mir 28 Prozent der Bewohner das 60. Lebensjahr. — In Frankreich braucht ein Datei, der sieben und mehr ftniter hat, überhaupt keine Ttaatssteuem zu zahlen. — Die Erdrinde wird nach verschiedenen Untersuchungen auf eine Stärke ron nur 50 bis 60 Kilometer durchschnittlich geschätzt. — Zu einem Zentner Zucker brauchte man im Sabre 1836 1 8 Zentner Rüben, heute gewinnt man einen Zentner Zucker schon aus 7 Zentner Rüben. — Richt die Brieftaube, sondern die Schstvalbe, besonders die Samrid-tralbe. ist der schnellste Doael. Letztere legt bis ?u 90 Meter in der Sekunde ’urürf — Der D'chter Goethe bezog als weimarifchcr Minister ein Jahre-gehest von 3 ’00 Talern. — Der Tiefeang der größten Rheindampfer beträgt mit »ollei Au-rüstung und Kohlenvorrat mn 1.20 Meter, mv Fahrer sten ober Frachtgut höchnens 1,40 ®».ter. - ^eder Kubikmeter Seetr.f’rr enthält ea. 0 06 fflramm fflold uelesL — Ih.rem Urjhrung nach sind ELelw^'L und Sllpettrofcn tropische Pflanzen — De pro Ti Meereewelle, die man beobechiet hat. batte eine Sänge dom 800 Sfaerr und eine Höhe non 15 Metern. es