btc direkte Entscheidung beim Reichstag und bei der Reichsregierung Ihre Zurückhaltung im vorliegeudLn Falle bars, fuhr der Minister fort, nicht zu der An- nabme verieiten daß das Reich zu einem solchen Tnt- gcgenkommen vervfiichtet sei. Natürlich denkt das Reich nicht daran, die Poiizeigewalt der Länder zu übernehmen. Ich bin überhaupt gegen den Zentralismus und kann nicht oerternen daß Berlin in zentralistischen Er- wügungen zu weit gehe. (Zustimmung und Lärm.)
Das Haus erledigt schließlich noch eine Reihe von Petitionen ohne jede Debatte nach den Beschlüssen der Kommission und vertagt sich alsdann auf Donnerstag. Tagesordnung: Rcichsnotetat, Interpellation über Ober" schlcsien.____________________ _ ______________
DeutschLS Ueich.
** Berlin, 19. Jan. 3m Steucrausschuß des Reichstages teilte Reichsfinanzminister Wirth mit, daß geplant sei, den Ländern zur Deckung der kürzlich beschlossenen Gehaltserhöhungen für Beamte vom Reiche eine einmalige Zuwendung zu geben. — Die deutschen Delegierten,, die über den Verkauf des in Belgien zurückgelassenen deutschen Geldes verhandeln sollten, sind am Dienstag von Brüssel nach Berlin zurückgekehrt, weil Belgien die deutschen Vorschläge für unannehmbar erklärte. — Die nächste Vollsitzung des vorläufigen Reichswirtschaftsrates findet Ende Januar statt. Der genaue Termin ist noch nicht f-stgelegt. —
c Das joziulpolstifche Programm des Reichsarbeiis- Minislers. In einer programmatischen Rede entwickelte der Reichsarbeitsminister Dr. Brauns am Sienstag im Hauptausschuß des Reichstages ein soziolpolüisches Programm. ' Danach soll das Betriebsräteacietz durch eine Reihe von notwendig gewordenen Ergänzungsge- jetzen weiter ausgebaut werden. Ebenso erfährt die Gewerbeaufsicht durch vermehrte Zuführung von Aerzten eine Ergänzung. Ein Rcichsgewerbeaussichtsamt soll zur Durchführung des Arbeiterschutzes dem Ministerium angegliedert werden. Die Ausarbeitung des Arbeitsnachweisgesetzes ist soweit gediehen, daß es demnächst dem Reichsrat zugehen wird. Das einheitliche Arbefts- recht mit seinen vielen Cinzelmatenen ist seiner Verwirklichung schon näher gekommen. Das Arbeitslosenver- sicherungsgesetz ist zunächst noch zurückgestellt und dafür eine Erweiterung der Erwerbslosenfürsorge vorgesehen worden. Das sind so die Hauptpunkte des Drauns'schen Programms. Auf die die westesten Kreisen interessierenden Einzelheiten feines Programms wird noch ztwückgekommen werden.
c Die Gewerkschaften rüsten sich gegen die Kommunisten. Es ist ehre längst bekannte Taktik der Kommunisten, durch Eindringen in die roten Gewerkschaften ihre sozialistischen Bruderporteien zu unterwühlen. Allmählich aber macht sich bei den Gewerkschaften ein Besinnen auf sich selbst bemerkbar und man geht gegen die kommunist schen Treibereien energischer vor. So hat der Verbandsvorstand des deutschen Bauarbeiterverbandes die kommunistischen Sonderbündler Fritz Heckert und Heinrich Brandler, deren Absicht auf die Gründung e:ner kommunistischen Gruppe innerhalb des Verbandes hinauslief, und auch den Vorsitzerchen des Chemnitzer Bezirksoerbandes Otto Bachmann kurzerhand aus dem Verband ausgeschlossen. Auch im deut- schrn Metallarbeiterverband machen sich ähnliche Be- strebunoen geltend.
* Ein Daellwükerlch. In der Konservativen Monatsschrift klagt ein Dr. Oettl- in einem Aufsatz „Von der preußischen Ehre" beweglich darüber, daß man fest der Revolution nichts mehr von Duellen hört. Für Ehre sei anscheinend in der demokratischen Republik kein Platz. — Es muß auch solche Käuze geben.
dem Nachbarstediei.
Immer luftig — auch im Vogelsberg.
Man schreibt uns: Der Vogelsberg mit seiner altgewohnten idyllischen Ruhe ist bereits heute ein vergessenes und gewesenes Erdfleckchen. Die „9t e u e 3 e i t", vor allem die lange Kriegszeit haben auch ihn mit in den Weltenftrudel gezogen. Vor allem ist es die Jugend, die in die Basaltgegenden „modernes" Leben bringt. Es sind dies die sogenannten „Preußen, West- fälinger und Wetterauer", die mit gefüllter Geldbörse und mit Schlagwörtern und Liedern der Neuzeit abends die Wirtschaften und Straßen beleben. Gilt es doch in der kurzen Zeit ihres Daseins (Christfest bis Fastnacht) ra. an 20 Feste zu feiern. Ein jeder Verein und Club, und es gibt deren eine Unmenge, feiert sein Winter- und Stiftungsfest, eoentl. noch einige Tanzabende. Hinzu kommen noch die Feste der Nachbardörfer. Also es reiht sich Fest an Fest. Ein kleines Gegenstück hierzu sind die alteingesessenen Vereine und die wirtschaftlichen Verbände, wie Bauern-, Holzhauer-, Krieger- und Kriegs- beschädigtenvereine. Aber da wird oft viel Unsinn und leeres Geschwätz verzapft. Ein jeder will Recht haben und persönliche Reibereien sind an der Tagesordnung. Mit der Ausübung der Feste kommt aber so mancher Sohn und lotfiter mit seinen Eltern in Streit und das Alter muß nachgeben. Die alten Bande der Ordnung und Disziplin sind dahin und die Folgen sind oft sehr schwerwiegender Natur. Und so mancher junge Mensch, der im Festesrausöie sich zu Unbesonnenheit verleiten ließ — bereut seinen Fehltritt oft bitter genug. Ganz in den Hintergrund gedrängt werden die kirchlichen Männer-, Frauen- und Jungfrauenvereine. Frei wollen 'wir sein — heißt das Losungswort der jetzigen Jugend, ohne daß sie den wahren Begriff der echten Freiheit versteht. Rauschende Tanzvergnügen. Nichtachtung jeglicher Ordnung und Disziplin, ungebürliches Benehmen der Jugend auf der Straße, ja selbst im Gottesha se, desgleichen ihren Eltern und Vorgesetzten gegenüber, alles das sind heutige Zeiterscheinungen, die auch in den entlegenen Landgemeinden des Vogelsberges sich schädlich bemerkbar machen. Wenn in diesem Sinne so weitergearbeitet wird. Bann wird sehr bald der Zeitpunkt da sein, wo es von den Landgemeinden auch heißen wird: „Aucl, sie tanzen mit verbundenen Augen in den Abgrund hinein!" ______________
— Eckw-üsbgch (Rhön) Vor überfülltem ®aale wurde am (Sonntag das von Herrn Lehrer Hof' EckweisbaÄ verfaßte Ritterspiel „In Acht und Bann" in 5 Auszügen durch den Kriegerverein zur Aufführung gebracht und hat '"o outen Anklang gefunden, daß es auf allgemeinen Wunsch Sonntag,, den 23. ds. Mts., noch einmal gegeben wird. Die Leitung des Spiele - lag in den Händen des Verfassers. Dieser hat ein Werk geschaffen, welches sich jedem anderen Theaterstück würdig an die Seite stellen kann. Die Spieler haben mit großem Geschick >hre Aufaabe gelöst. Die größtenteils selbstgefertigten Kostüme erregten die Bewunderung aller.
% Hünfeld. Vom 22. bis 24. Januar finden im Kreise Hünfeld auf die Einladung des Volksvereins in Mackenzell, Eiterfeld, Oberufhau'en, Großentaft und Hünfeld große Versammlungen statt, in denen Parteisekretär Müller» Marburg über „Wirtschafts- und Kulturfragen seit der Revolution" sprechen wird.
[] Gelnhausen. Am 4. Januar abends wurde, wie wir damals meldeten, der 76 Jahre alte Konrad Bach tot und gekn ebelt im Hausflur aufgefunden. Man vermutete zunächst einen Raubmord. Durch die Ermittlungen des Kriminalkommissars Hader und des Kriminalwachtmeisters Mielkens aus Frankfurt a. M. ist jedoch festgestellt worden, daß der Mann an einer Lungenentzündung mit hinzugetretenem Herzschlag gestorben ist. Die Fesseln sind ihm von jemand angelegt worden, der vorher in einer Erbschaftsangelegenheit mit Bach eine Auseinandersetzung hatte und ihn dann für tot
hielt. Aus Angst, daß ihm ein Verdrehen zur Last gelegt treiben könnte, hat er ihn dann gefesselt. Als der Mann, der mit dem Tölen die Auseinander- jetzung halte, ist der ihm gegenüber wohnende Weih- dinder WA leim Georges verdächltg und tn Hast genommen worben.
fd Hanau. Sm Austrage der rörnisch-germamschen Kommission hat der bekannte Fratckfurter Archäologe Prof. Dr Georg Wolff aus dem Galisberge em römisches Kaste'lbad freigelegt.
Q Hanau. Am Dienstag abend zwischen 6 und 7 Ubr drangen mehrere vermummte Personen, von denen angeblich eine als Frau verkleidet gewesen sein soll, in die Wohnung einer in der Herrnstraße wohnenden 84jährigen Witwe ein. Nachdem die Räuber big Frau überwältigt hatten, durchwühlten sie die ganze Wohnung, eigneten sich Geld und Schmucksachen im Werte von etwa 10 000 Mark an und wandten sich dann mit ihrer Beule zur Flucht.
fd Diedrich. Auf den. Grundstück des hiesigen Einwohners Waltftied wurde das Grab eines fränkischen Kriegers aus der Zeit um 830 nach Christi freigelegt Die Lerche, dir mit dem Gesicht nach Ostrn beigesetzt mar, war von Waffen, einem Lanaschwert, Lanzen, Pfeilen, dem fränkischen Kampfbeil, "dem Schild und zahlreichen anderen Geräten umgeben. Ferner fand man in der Grabstätte ein Mesfer, eine Schere, einen Bronzekessel, einen Bratspieß, Tontöpfe und Teller. Als besonders bemerkens-
Wr die Zenlramsyrlei!
In diesen Tagen findet im gesamten Regierungs- Bezirk Kassel eine Jubiläumssammlung für die Zenfrumspartei statt. An unsere Wählerschaft richten wir die dringende Bitte, die Sammlung in jeder Weise zu unterstützen. Wir sind überzeugt, dass kein Zentrumsanhänger die Liste weiterwandern lässt, ohne einen ansehnlichen Betrag eingezeichnet und gezahlt zu haben. Die bevorstehenden Walden erfordern eine grosse Aufwendung von Geldmitteln, ohne die ein Wahlkampf nicht geführt werden kann. Wir haben die zuversichtliche Hoffnung, dass auch in der kleinsten Gemeinde unser Ruf gehört wird und dass die Jubiläumssammlung ein voller Erfolg wird.
Dr. Neubauer.
wert darf die Beigabe von verschiedenen Tieren, von welchen, nach den Knochen zu urteilen, zwei Tauben und drei Katzen erkannt werden konnten, angesehen werden. Der für die geschichtliche Forschung des Rhein- gebietes sehr wicht ge Fund wurde dem nassauischen Landes-Museum tn Wiesbaden als Leihgabe überwiesen.
fd Würzburg. Der 32jährige Raubmörder Albin R a u aus Sonneberg wurde am 19. früh im (Suiten- beiger Walde durch Soldaten erschossen. (Srnem Landjäger gegenüber hat Rau außer der Bluttat bei Schweinfurt, die er jetzt mst dem Tode büßen mußte, noch die Erschießung des Artillerie-Oberleutnant Rottmann während des Krieges emgestanden.
::: L ischo sireim v. Rh. Der Dekan oes Landkapitels Bischofsheim, Geistlicher Rat Alois Schultheis, ein geborener Hamme burger, sah am Sonntag auf ein dortiges 25jähriges Wirken als Stadtpfarrer zurück
— Aus Thüringen. Aus einer Ortschaft bei N eu- stadt a. R. wird ein nettes G schichtchen erzählt. Bei einem Landwirt, bei dem jeden Morgen der Milchwagen vorfährt, um die Milch nach der Molkerei zu br'ngen, war die Kanne entzwei gegangen. Das Mädchen holte mm eine Mrsatzkanne vom Boden herunter und goß die Milch Hinern. In der Molkerei kamen dann beim Entleeren der Kanne 75 000 Mark in Papiergeld zum Vorschein. De Kanne hatte also als Sparkaffe gedient. — Ein . Liebespaar" wurde auf den Schienen zwischen Göschwitz und Maua tot aufgefunden; er war 15 Jahre, sie 13 Jahre ast. Auch ein Zeichen der Zeit.
Die Neichsgriindurwsfeier der Frankfurter Katholiken.
mc Frankfurt a. M. Im großen Sa^e des Saalbaucs versammelien sich am Dienstag abend Frankfurts Kat olifn zu einer Reichsgründunas- feier. Rach einleitenden Worten des Landgerichts- rales Dr. Servatius fprach Domkapitular Professor Lenhart-Mainz über „Dos Verhältnis von Staat und Kirche in den letzten 50 Jahren", wobei er die weltge'chichtlrche Entwicklung des außer- ordentlich schwierigen Problems streifte. Redner schloß mit dem Appell an alle Anwesenden, treu zur Kirche, aber auch treu zum Staate zu stehen, dann werde Deutschland in seinem Zusammenbruch sich siegreich neu erheben und io seine Mission als Reich rinn Weltstaar erfüllen. Rach d m Schlußwort des kM ip arrers Dr. Herr schloß die imposante, von üü? 2000 Personen besuchte Versammlung mit dem ambrosianlschen Lobgesang.
Lokales.
Fulda 20. Januar 1921.
Die Auflegung der Wahllisten.
Die Wahlkarten für die bevorstehenden Wahlen werden in der Stadt Fulda vom Sonntag den 23. Jan. bis Dienstag den 1. gebt. 1921 einschließlich und zwar an den beiden Sonntagen von 9 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags und an den Werktagen von 8 Uhr vormittags bis 12 Uhr mittags und von 2 Uhr bis 6 Uhr nachmittags im Dienstzimmer des Einwohner- Melde- und Wahlamts (Stadffchloß, zweiter Hof, links) zu Jedermanns Einsicht ausgelegt.
Zur Teilnahme an der Wahl ist nur Derjenige berechtigt, welcher in die Wahlkartei aufgenommen und nicht gestrichen ist, oder einen Wahlschein besitzt.
Um den Wählern die Einsichtnahme der Listen tunlichst zu ersparen, wird jeder Wahlberechtigte mittels Karte von der geschehenen Einwägung unter Bezeichnung des Wahlbezirks, in dem er zu wählen hat, in Kenntnis gefetzt.
Die Benachrichtigungskarten werden den Wählern zu Beginn der Listenauslegung zuoesandt und müffen Mecks schneller Abwicklung des Wahlgeschäfts ta jebem Wahltermin vorgezeigt werden.
Diese Karte ist daher sorgfältig aufzubewahren. Ferner wird auf die heutige Bekanntmackuna des Ma- Ustrats Angewiesen.
--- apologetische BortrSge "ftu rannet. Am Mittwoch nächster Woche, den 26. Januar, abends 8 Uhr, findet im Tome ein Vorrrag für die Männerwelt statt, der von einem hervorragenden Kanzelredner gehalten werben wird. Wertere Vorträge sollen dann in regelmäßigen Abüänden folgen. Erne ähnliche Einrichiung besteht seit einiger Zert im Frank,urter Tom und hat dort großen Anklang gesunden, der voraussichtlich auch tn Fulda nicht fehlen wird.
(a) Sein Uerwallurixksrreilversahrcn bei Wohnungs- eittweifurigen. Durch eine von dem Oberbürgermeister in Marburg erlassene Verfügung war dem Ritt- meifter Freiherrn Schenck von Schweinsberg aufgegeben worden, einen M i e t e r aufzunehmen. Nachdem Frhr. Schenck von Schweinsberg ohne Erfolg den Bezirksausschuß angerufen hatte, legte er Berufung beim Ober« vermalturmsgericht ein und behauptete, da dem Oberbürgermeister auch die Polizeiverwaltung unterstehe, so handle es sich um eine polizeil i ch e Verfügung, die ungerechtferttgt fei. Das O b c r Verwaltungsgericht wie-, jedoch die Berufung ab und führte u. a. aus: Eine polizeiliche Verfügung komme vorliegend nicht in Betracht. De.' Oberbürgermeister hab: die angefochtene Verfügung als Magistratsdirigent erlassen; gegen Anordnungen des Magistrats in Angelegenheiten, welche das Wohnungswesen betreffen, sei aber eine Klage im Verwaltungsstreitverfahren nicht gegeben.
mc. Eine Eisrndalmervercinigungder Zentrums- Partei. Nach längerer Aussprache, an der auch Reichstagsabgeordneter Schwarz- Frankfurt teil- nahm, wurde am vercOngenen Montag eine Eisen- bahnervereinigung derZen!rumspartei für Groß- Frankfurt gegründet, deren Organiiation über die Grenzen der Stadt hinausleführt und ganz He ssen-Nassau umfassen soll. Die Vereins- gung schließt in ihre Reihe sowohl die Beamten, wie Arbeiter der Eisenbahn, die dein Zentrumsge- danken nahe stehen. Auch in anderen Bezirken sollen ähnliche Organisationen in der Gründung begriffen fein.
□ Sanger Ehrung. Gelegentlich des gestrigen Vereinscbrnds beang der Männergesangverein „Winsridia" das 25jährige Aktiven-Jubiläum des Sängers Konrad Berlet. Der Vorsitzende, Herr Ed. Kaufmann, hob die Verdienste des Jub'lars gebührend hervor und überreichte chm eine künstlerisch ausgeführte Ehrenurkunde unter Glas und Rahmen. Ferner gedachte bei diesem Anläße der Vorsitzende auch der Verdienste des Dirigenten, Herrn Musikdirektor Gvttfr. Leder, iw den Vr- ein, namentl'ch aber des Erfolges des letzten Komertes und überreichte ihm unter großem Beifall einen Lorbeerkranz mit Widmung.
* ,, Vereinigte Schuhstoff-^sbriken, Fulda. Die Gesellschaft verteilt wieder 22 Pry'., diesmal aber nicht aus eigenem Fab> ikaHWWWb, sondern aus Beteiligung an anderen Fabriken, die für sie arbeiten und von denen Wohl in der Haupt'ache die Cellulose- mnd Papierfabriken Hoecklincflen und Hann. Münden in Betracht kommen. Die Fabrikation von Plüsch und S l'Uhkord, welche vor 20 Jahren in Fulda noch gegen 300 21’heiter beschäftigte, ist seitdem immer mehr zurückgecangen, während des Krieges aber ganz einge'chlafen, nur der Name der Aklienqeselftchaft erinnert noch daran, daß sie einst 4 Fabriken, davon 2 in Fulda, die anderen in Reutlingen und Wehr im Wiesental in Betrieb hatte und ihr Ab'atz sich nach allen Ländern der Erde erstr ckte. Ter Krieg hat auch hier uner- freul'che Folgen gehabt.
(*) Main-Weser-Verbindung. Die vereinigten Handelskammern in Frankfurt a. M. und Hanau hatten gestern die Jutereffenten zu einer Aussprache wegen der Weter-Mainverbindung über Fulda in die Hauptgeichäftsstelle Frankfurt eingeladen. Von bet Handelskammer Fulda waren die Herren C A. Arnd, Direktor Tur und Ge chäftsführer Dr. Weimar erschienen. Der Magistrat hatte zu seiner Vertretung die Herten Forstmeister Emmelhainz und Stadtbaurat Eberlein entsandt.
(!!) Reichsnotopfer. Bezüglich der Bezahlung des Reichsnotopfers mit selbstgezeichneten Kriegsanleihen enthält der Anzeigenteil bet heutigen Nummer eine Bekanntmachung des Finanzamies, auf die wir aufnu'rf am macken.
— Praktische Winke zur Ersparung von Vrenn- makerml. Bon sachverständiger Seite wird uns geschrieben:
Ern wirksames Mittel, die Folgen der Kohlennot in etwas zu mildern, ist die planmäßige Ersparnis im Verbrauch unter crößtmö ilicker Ausnutzung der Heiz- kraft des Brennstoffes. Wenn die Hausfrauen hören, datz in ihren Kochherden meist 80 90 Prozent des Brennstoffes nutzlos verschwendet werten, bann mö-en sie gerne bereit sein, dem ent egen zu wirken. Vielfach hört nwn die Klage, unser £>erb zieht, aber heizt nicht; die Ursache: der Zug ist zu stark, die Lutze gebt nutzlos in den Schornstein. Man schließe tue Zu klappe am Wasserschiff recht dicht, leite die Hitze über den Bratofen, um den Weg zum Schornstein zu verlängern und um gleichzeitig die Wärmeabgabe in dem Raum zu steigern. Man kann auch noch ein Backstein in das Rohr leien, wenn der Zug noch ;u stark ist. Will das Feuer wegen Mangel an Zug nicht brennen bilden sich Gase und Ruß. so ist die Ursache meist in einer Undichtigkeit des Ofens selbst, des Rohrs oder Kamins zu suchen. Sehr oft neben auch in benfe'ben Kamin andere nicht gebrauchte Ofen, die nickt ab efperrt sind. Dann bildet sich Ge enströmuna, die schädlich wirkt. Der Ursache des mangelnden Zuges mutz nachgeforscht werden, bannt man sie abstellen kann. Dazu wirb man oft die Hilfe eines Fachmanns in Anfpiuck nehmen müffen, doch lotint sich die Ausgabe durch ermäßigten Verbrauch des teueren Brennmatenals. Von sehr übler Wirkung ist ein zu gtoher Rost und viel zu groß sind die Feuerstellen fast alle. Es streicht dann neben der Feueruni her em kalter Luftzug über die Glut anstatt nur von unten her durch dieselbe zu gehen, um Sauerstoff für die Verbrennung abzugeben. Auch in diesem Falle lätzt sich Befferung bewirken, indem man mit Ziegel, beffer Schamottesteinen, den Hinteren Teil der Neuerung absperrt oder eine Teil derselben ausschmiert mit feuerfestem Schamott. Falsch wäre es, die Roste der Ofen mit Schlacke bedeckt zu lajfen, um die heftige Verbrennung zu ermäßen, weil der Mangel an Sauerstoff zu größerer Gasbildung führt, die Gase aber unverwertet in den Schornstein geben. Wird in einem Haushalt nur Holz gebrannt, so lege man, so groß wie der Rost, ein Stück Blech mit kleinen Löhern auf den Rost, damit nicht so biet unbeibrannte Teile in den Aschenkasten fallen. Von besonderer Bedeutung ist die Tatsache, datz ein großer Teil der Wärme unserer Ofen durch die kühle Zimmerlust, Wände, Decken, Futz- böden und Fensterplatten ab efangen wird. Wir müffen also schon stark heizen, um diesen Verlust auszugleichen. Wer dennoch an Brennmaterial sparen will, mutz zunächst Fen st er und Türen fo abdichten, datz eine an die Rügen gehaltene Hand keine Zugluft mehr spürt. Mitbewohner des Hauses sollten beranlatzt werden, möglichst die gleichliegenden Räume zu beheizen, wie die Partteen über oder unter ihnen. Praktische Beobachtun en und Erfahrungen haben ergeben, daß biet Hausbrand gespart werden tarnt, wenn die gegebenen Winke Beachtung finden. I. A.
verrmichtes.
* GM at Prof. Wilhelm Förster, der lang jährige Direktor der Berliner Sternwarte, ist in
feinem Landhaufe in Bornim bei Potsdam »ach kurzer Erkrankung im Alter von 88 Jahren geworben.
• Schweres Eisenbahnunglück In Finnland. Ein großes Eisenbahnunglück sand aus der Strecke zwischen Luga und Nowgorod statt. Eine Benzinladung, die für die Bauern bestimmt war, um gegen Getreide ausgetauscht zu werden, explodierte im Zuge. Von den darin befindlichen 82 Personen tarnen 68 um.
* Die Seuchengefahr in Polen. In Polen und in den an Polen abgetretenen deutschen Gebieten greift die Seuchengefahr immer weiter um sich. Im Kreise Thorn sind Cholerafälle und Fälle von Fleckfieberthphus vorgekommen, ebenso sind aus der Posener Gegend. Cholera- und Fleckfieberfälle gemeldet. Das Dorf Obersitzkow bei Birnbaum ist wegen Fleckfieber abgesperrt worden. Die Seuche ist durch Militär von der Front eingeschleppt wor- den. Auch im Lager Tuche! herrscht Fleckfieber» lyphus.
K-airvel und Wirtschaft.
— Die Valuta Die Sage auf dem Devisenmarkt hat sich wieder etwas gefestigt. Aus der Schweiz wird die Mart mit 10 bis 10,10 gemeldet.
— Jollen der Preise für Genutzmitlel. In Hamburg sind die Großhandelspreise für die Genußmittel stark im Fallen begriffen, besonders für Kaffee, Kakao und hauptsächlich für Reis.
Eingesandt.
Zu den Ausführungen des Skadtbauamkes über int Wohnungsfrage schweigen, hieße diese Ausführungen als richtig und einwandsfrei anerkennen. Bevor ich zu den Hauptpunkten übergehe, darf ich mir wohl erlauben zu bemerken, datz der Zweck meiner Ausführungen nicht der war, Unzustiedenheit in die Bevölkerung zu tragen, sondern die bestehende Unzufriedenheit herabzumildern dadurch, daß seitens der maßgebenden städtischen Kör- perfchaften rein sachlich, ohne persönlich zu werden. Aus- Körungen gegeben werden. Diese Ausklärungen sind nun derart, daß man glauben könnte, der Stadt wäre durch meine Ausführungen bitteres Unrecht geschehen. Hätte das Stadtbauamt den Rat selbst befolgt, den es mir glaubt zwischen den Zeilen erteilen zu müffen, nämlich bessere Information, so wäre meine jetzige Entgegnung nicht notwendig geworden. Ick) gebe zu, daß die «Zeitungsberichte dem Uneingeweihten vielleicht kein ganz klares Bild von dem, was in der Mieterversammlung d erging, geben. Ich darf nun wohl auf die einzelnen Angaben des Stadtbauamtes eingehen. Vorerst erscheint mir der Ausdruck „bewußte Unklarheiten" derart, daß ich eine genauere Bezeichnung, was das Stadtbauamt darunter versteht, für unbedingt notwendig hatte. Ich halte außerdem eine Verschanzung hinter derartigen Ausdrücken nicht für fach- und zweckdienlich. Hinsichtlich der Holzpreise der Stadt weise ich darauf hin, daß der von mir angegebene Betrag von 963 Mk. sich auf 1 cbm. baufertig' geschnittenes Holz frei Baustelle geliefert bezieht. Ich glaube annehmen zu können, daß beim Stadtbauamt soviel technisches Verständnis vorherrscht, um sich selbst sagen zu können, daß nicht 1 Festmeter Rundholz, wi- es auf dem Viehmarktplatz lagert, damit gemeint sein könnte. Wenn die Erbbaugcnossenschaft tn die Lage versetzt würde, das im Kämmerzeller Wald lagernde Holz zum Taxpreise von 180 Mk. für 1 Fest- meter zu erwerben, so wäre ihr auch dis M ig!:ch"ert gegeben, 1 cbm. baufertig geschnittenes Holz frei Baustelle für 563 Mk. zu liefern. Die Differenz beträgt demnach '400 Mk. Sollte die Stadt in der Sage Jem, der Erbbaugcnossenschaft das Holz aus ihren Beständen zu etwa demselben Preise zu liefern, so würde mich dieses freuen. Ich betone also nochmals es handelt sich um baufertig geschnittenes Holz und nicht um Rundholz. Bezüglich der Grundstückspreise habe ich zu be- merken, daß der Versuch, die Kommissionsmitglieder, soweit sie dem Mieterverein anqehören, als mit verantwortlich hinzustellen, nicht sehr tapfer finde. „Diese Herren sind überstimmt worden". Außerdem kommt es hier nicht auf die Zinsrate, sondern auf das Kapital cm und ich finde die in diesem Passus enthaltene scheinbare Entschuldigung wenig stichhaltig. Was nun die Zahlenangaben für die beiden Systeme, Tauberwand und Plattenbauweise betreffen, so stehe ich auf dem Standpunkt, daß Papier lehr geduldig isl- Meine Ausführungen in d--r Mieterversammlung gingen dahin, zu wissen, wie hoch stellt sich der schlüsselfertige Bau. Endgültig wird ja diese Angelegenheit bet der Abrechnung «der Bauten zu erledigen sein. Unverständlich ist mir nur noch der Schlußsatz bezüglich der erheblichen Frachten. Wenn nämlich jemand etwas schlüsselfertig liefert, so glaube ich wohl annehmen zu können, daß bann in dem vereinbarten Betrage auch bis Frachten Mit enr- h alten sind, ober täusche ich mich etwa?
Rogner.
Letzte Nachrichten.
wtb Breslau, 19. Jan. Heute nachmittag sollten m der Volksschule in der Kletschauer Straße Schulkinder einem Vortrag von Märchen folgen. Etwa 1500 Kinder fanden sich schon längere Zeit vor Beginn des Vortrages in der Schule ein. Sie begannen sich in den Keller, wo der Vorirag stattfrnden sollte, einzudrän- gen, um die besten Platze zu bekommen. Eine Aufsicht war nicht anwesend. Bei dem Gedränge kam es zu einem furchtbaren Durcheinander, wobei 5 Kinder getötet und 20 verletzt wurden.
wtb Paris, 19. Jon. Der „Tempo" meldet, Staatssekretär Bergmann habe nach Paris die Antwort der deutschen Regierung auf den französischen Vorschlag, fünf Jahre hindurch Sachleistungen im Werte von 3 Milliarden inGoldmar ksährlich zu machen, die auf die Kriegsentschädigung gutzuschreiben seien, mitgebracht: Deutschlmid sei bereit, auf der französischen Basis zu verhandeln, wolle sich aber nicht verpflichten, drei Milliarden Goldmark zu zahlen, schlage jedoch offiziell keine andere Summe vor. De deutsche Regierung habe zu erkennen gegeben, daß sie ein anderes Verfahren vorziehcn würde, nämlich die Gesamt- schuld festzufetzen. — Der „Temps" sagt, durch die deutsche Antwott sei eine neue Lage geschaffen. Die Alliierten mußten beraten Zwei Gesichtspunkte müßten nn Auge behalten werden: Mobilisierung der deutschen Schuld und Beteiligung an dem Kr künftigen Aufschwung Deutschlands. (Anmerkung des W. T. B.: An deuttch?r zuständiger Stelle wird die Nachricht des „Temps" nicht für richtig gehalten.)
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