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Fuldaer Leitung

Statt der Fuldaer Aetieudruckerei iu FulLc,

Le»

Berl'ner Pol'Zei

von

Dec Betrüger, ein aus Dresden gebürtiger

schloßen, im retten, und Deut'ch'ands die Passage

Deutschland aus bcm Zweifrontenkrieg zu dieses höhere Recht der Erhaltung gestattet uns, von dem bel zischen Nach'ar durch seinen Garten zu fordern und im

von Connenikus, Frau, von Augu- Sozialismus ver» lbb«r 70 christen-

bez'ehen vom 8lmd--sfekr'-rr'at der vrev^'schen trumspartei, Berlin SB., Königprätzer Str. 22.

eignet sind, selbst heute Aussehen zu erregen, ist setzt von der Berl'ner Pol'z« entlarvt worden.

Robert Verl Hel ist 26 Jahre alt. Einen eigent­lichen Berns hat er nie gehabt. Im Kriege täuschte er als Soldat Ee sttskrankheir vor und riß mit Hilfe und in Begleitung einer Krankenschwester aus dem Lazarett aus. Zunächst besorgte er sich einwandfreie Papiere, indem er unter dem Namen einer angesehenen Peisörbchkeit an das Standesamt des Geburtsortes einer Person schrieb und um Aucstellung eines Ge­burtsscheines bat, den er auch onftonbrios erhielt. Mit diesem Geburtsschein gelang es ihm dann, polizeiliche Anmeldern kurcken und sogar Pässe zu erhalten. So erhielt er echte Auswe epapiere u. a. aus die Namen Frhr. o. Ealosfstein, ron Nick Hofen, Arzt Dr. Maccury Auf Grund seiner Papiere wurde er nach der Revo­lution zuirächst Soldatenrat und Leiter des Ge­neralkommandos in Dueben. Dann übernahm er die Leitung des Lffizerkgefanaenenlamers in Holzminden. Mit einigen französischen Offizieren aus diesem Lager fuhr er zu Marschall Fock und wurde von diesem mit der Fürsorge für die französischen Kr eosgefangenen

Unpolitische Ieitläufe.

Bon Fritz 9?i entern per.

Berlin, 4. Januar 1921.

Ist es ein Glück, Reichskanzler zu werben?

An der Bahre von Dethmann Hollweg drängte sich diese Frage wieder auf. Di« hohe Würde war für ihn eine erdrückende Bürde. Dieser Kanzler der drei ersten Kriegsjahre ist nach dem ärztlichen Zeugnis an Grippe mit Lungenentzündung gestorben. In Wirklichkeit gehört er <u den Opfern des Krieges. Man denke nur, wie die furchtbaren Sorgen während der Schlckfatssahre. der Gram über die Niederlage, der Aerger über die schweren Be­schuldigungen und Beschimpfungen an der Gesundheit »ehren wußten. Offenbar hatten die Nerven und das Herz nicht mehr so viel Kraft, um die Grippe-Ansteckung zu überwinden. Der hochuwachsone, arbeit-frohe Mann wäre gewiß zu einem viel höheren Alter wie 64 Jahren ge­langt, wenn er nicht Reichskanzler geworden und mit der Verantwortlichkeit für alles belastet worden wäre.

Es ift eine Ehre, aber kein 'Gewinn.

2a. warum gibt es denn Leute, die einen so schweren «md gefährlichen Posten übernehmen? SBer so fragt, denkt vielleicht, daß die Eitelkeit oder Herrschsucht den Ausschlag gäben. Das kommt freilich vor, aber keineswegs bei allen. Man muß auch <nt das Pflichtgefühl d«nken. Augen- blicklich ist unser braver Parteigenosse Fehrenbach Reichskanzler. Ist das vielleicht ein Streber nach Pracht oder Macht? Als vor einem halben Jahre die bisherige Regierung auseinonderflel, (arte er sich: Einer muß in die Bresche Iptingen; wenn sich sonst kein williger und brauchbarer Mann finden läßt, so riskiere ich es, um dem Daterlande zu helfen, so gut und so lange ich kann! In eine ähnliche Lage kam im Jahre 1909 Herr von Deth. mann Hollweg. Don Kaiser Wilhelm und von sach'nndi- gen Freunden wurde ihm gesagt: Du bist der geeignete und berufene Mann, um die Dinge wieder ins Lot zu bringen .nachdem die Bülowsche Blockpolitik verkracht ist! Er folgte dem Rufe und hat wahrsch-inlich nichts anderes gedacht, als daß er in _ ririeben und Ruhe Ne Innere Politik weiter führen wüste.

Als geschickter Friedenskanzler sing a an: als bedräng­ter Kriegskr. nzler mußte er 1917 aushören. Das yt eben das Wagnis bei der tlebernahme dieses höchste«

Postens. Er weiß nicht vorher, welche Stürme ihn da oben umbrausen werden, welch ein Hagelwetter von Sorgen und Aengsten ihn überraschen kann.

Und wenn nun die Sache unglücklich ausschlägt wer ist schuld daran? In erster Linie wird derleitende Staatsmann" verantwortlich und zum Sündenbock gemacht.

Bismarck soll 1866 während der Schlacht von Kömggrätz gesagt hoben: Wenn mir jetzt unterliegen, werden mich die Marktweiber von Berlin mit faulen Aepfeln steinigen, und wenn wir stegen. so werden fie mir die dicksten Lor- beerkränze flechten. Bismarck bekam feinen Sieg und sei­nen Lorbeer. Bethmann Hollweg konnte die Niederlage nicht abwenden und bekam die faulen Aepfel zu kosten. Die öffentliche Meinung urteilt nach dem Erfolg. Der Kanzler, der das Gegenteil von Erfolg heimbringt, wird verachtet und gescholten auch wenn er selber an dem Fehlschlag nicht schuld ist.

Sßar nun der Verstorbene wirklich unsehuldig an dem Unglück Deutschlands? Das läßt sich nicht mit einem glatten Ja ober Nein beantworten. Jedenfalls hotte er selber die Ueberjeitgung ron seiner Schuldlosigkeit. Als der Unter­suchungsausschuß der Natwnalversammlung noch tagte, wurde auch Bethmann Hollweg vorgeladen und vernom­men. Er verteidigte seine Politik mit Selbstbewuhtsein und Geschick. Auf diese sogenannte Untersuchung Hobe ich niemals etwas gegeben; es ist gut. daß die Durchsiebung des Kriegsmülls. die bloß Staub auswirbelte, eing-schlasen ist. Etwas Gründliches und Sicheres wäre vielleicht zu- tage gekommen, wenn die Sieger den ehemaligen Rrichs- kanzker auf die Anklagebank in Leipzig gebracht hätten. Diese stmfgerichtliche Nachprüfung hat nun der Tod aus- geschaltet. Aus der erwähnten Vernehmung des Per- stordenen in Berlin habe ich nur die Ueberzeugung ge» Wonnen: der Mann hat ein gutes Gewissen; er hat nach seinem besten Misten und Können gehandelt; er glaubt, überall seine Pflicht getan zu haben. Damit würde ihn keine persönliche, subjektive Schuld treffen.

Daneben st.ht freilich noch die Frage, ob fein Ver­hakten immer fachlich, obje'tiv richtig und zweckmü'ig gewesen ist. In dieser Hinsicht habe ich ein ernstes Be­ben ten. Dielle.cht hätte sich her Weltkrieg drch noch ver­hindern oder wen'gstens bi- zu e nem ffgen Zeit­punkt verschieben lassen, wenn ein strammer Re'chs'anz- [er reckrizei ig auf die österreichischen Stoa sm-m- ntr träitia eingeroirtti hätte, daß ae ihr Ultimatum an

Serbien in ein paar Einzelheiten etwas vorsichtiger ob. fassen sollten, im noch ein Ausgleichstürchen offen zu halten. Was späterhin, nach Ausbruch Ces Krieges, ge. tan ober versäumt worden ist, möchte ich nicht einfach auf die Schulter des Verstorbenen schieben, da während des Waffenganges alle Macht tatsächlich bei fcer Heeresleitung lag. Diese hat das äußerste ge- wagt und ist schließlich vor der ungeheuren Uebermacht zusammengebrochen.

Bethmann Hollw-n war kein geriebener Dinlomat, aber ein ehrlicher Mensch. Das zeigte sich desonbers deutlich in der Aeußerung vomUnrecht" gegenüber Belgien, die ihm so schwer zum Dorwurf gemacht war- den ist. A's Philosoph hatte er sich überlegt:Wenn wir durch Belgien marschieren, verletzen wir bas for­melle Völkerrecht: aber wir muss n diesen Weg ein.

m icben. Wir aber glauben an den Steg der ch'ist. heben J'ee und hoffen, daß dein toten Schwindel auch mal ein Ziel aejetzt wird.

Märkte.

fd. Frankfurt a. 2H. Auf dem Frankfurter Pferbemarkt hat bereits am Sm.mag bei au"er«' ordentlich starker Beschickung der Handel eingesetzt Der Andrang von Händlern ist fo groß, daß logar in ent­fernteren Stadttellen Unterkunft für d e Tiere g.s.cht werden mußte Besonders reich ist der Markt mit schweren Arbeitspferden beschickt. t

offiziell beauftragt So ging derFreiherr" in bet französischen Botschaft, beim rumänischen und spani­schen (Geschäftsträger, beim Min fterium ein und aus. Man stell e ihm zwei Autos zur Verfügung, dehän. digte ihm Vollmachten uito Diplomatenpaß für Gs sangenenauetauschlransportc von und nach Rumänien und schickte ihn zur Führung osfizeller Verhandlung^ nach Bukarest. Hier zum Delegierten des Roten Kreu­zes ernannt, verfügte er übet einen D-Zug und reich­liche G.ldmittel, besuche in Ungarn den gefangene» Feldmarschall von Mackensen und wurde von der tschecko-slowakiscken Reo erung mit weitgehend sten Vollmachten au-gerüstet Schließlich wurde er ii Rheinland bei einer Kokainverschiebung ertappt, wie, sich aber als Mitri cd ter Rheinlandkommission au, und wurde der amerikanischen Behörde überwiesen. Diese stellte schließlich die Fälschung seiner Ausweise fest und gab ihn dcv teulschen Pol zei zurück. Augen­blicklich gehen die Ermit eluncen gegen ihn in Berlin beim Polizeipräsid um netter.

* Die harmlosen Artisten sollen auch ein Gegenstand des'kerhasses werden. Die E"gländer wollen vor Ablauf von drei Iabren keine deutschen Artisten in ihrem Lande haben. Va'ürlich hält es die deutsche Artisten, loae für a"gemcsstn. G e'ches mit Gleichem zu vergel­ten. Die deutsch n Artisten genügen in Deutsch and ach vollkommen. zumal sie den Vorzug eines besseren Ge. schmacks besitzen.

<M! Das Flugzeug im Dienste der See sorge. Das Bistum Auckland in Neuseeland umfaßt zahlte chs Heine Inseln, ron lenen manche bisher nur durch eine nickt ungefährliche Bootsfahrt zu en eichen waren. Seck ein ger Zel bedient sich daher Bischof Cleary für feine Vititations- und Firmungsreisen emes Flugzeuges, das ihm viel Zeit erspart. Freil ch fehlt es auch dabei nicht an Gefahren, zumal wenn dichte Nebelwolken jedes Merk-eichen rerbullen oder tropische Stoßwinds den Luftsegler plötzlich überraschen. Voraussichtlich wtd es nicht mehr lange dauern, daß Ne Fortschritte des modernen Filmwesens auch den Pwnteren der Mission ihre aufreibenden apostolischen Wanderungen wesentlich erleichtern und nicht geringe Zeitersparnis erbringen. ___________ ____

Notfälle zu erzwingen!" Was ihm fein Gew sten qe'agt hotte, dos sprach Bethmann Hollweg un Reichstage öffentlich aus: .Not kennt kein G bot". Diese Offen­heit wurde g-gen uns weidlich ausgebeutet: wir wollen sie Mit cm frischen Grabe als Zeugnis für die Ehr- lichkeit des Verstorbenen gelten taffen.

Dethma n Hollw g war feiner ganzen Natur nach zu einem Friedens Minister bestimmt. Daß er nun gerade Kriegs Minister werden mußte, war ein Un- glück für feine Person und auch ein Beitrag zum na. tionalen Unglück. Aber wenn die Gegner nun gerade diesen gern ffenfjaften Philosophen zum Houptkrie sver- brccher machen wollen, so ist das nur ein weiterer Be­weis für ihre V rbleidu.ng.

Im übrigen ist es geraten, daß wir richt länger rück­wärts schauen, als unbedingt notwendig ist. Nach dem Abschied von dem schwergeprüften Brihmann Ho'lweg wollen wir allzumal uns w eher ans W-ri machen, um den Nachfo'gern bei dem schwierigen W ied er auf- b a u zu helfen.

Es ist kein Vergnügen. Reichskanzler zu fein, und es wird zu einem nutzlose Opfer, wenn das Volk nicht sel- ber die Hände zu feiner Rettung regt.

Die Toten klier ruhen, aber die noch leben, die sollen wacker strebens

vermischter.

* Di« Rack« des Entl- ssenen. Auf dem Bar­barossa eri in flai'crelauti-rn wurde auf den Ti« ;cfior Witten ein Sckmß ab eeeben. Witten wurde ins Herz getroffen und war sosoit tot. Ter Täter, der frühe-e Meiller L"idtg, der bei den letzten SireikS eine führende Rolle 'Pielte und einen kauf- männifiten Angestellten durch tätlichen Angriff von der Arbeit ztirückgebaiten batte und deshalb ans dem Werk entlassen woiden war, gab nach der Tat auf sich teldst 3 Schüsse ab, Wodut ch er 10 schwer vorletzt rour'e, daß er alsbald verstarb.

* Em 12 jähriger Vrandstirier. E n traurheS Bild jueeud.icher Verwa nlo unz wurde iu e uer Ber- handliin.z vor der Strarianimer in Mas^eburg en', rollt. Auf der Anklagebink saß der 12 jährige Fitr- fotge-ögltng Ernst Loos Als er Oste n tn das R tiunashattS zu Hillers'eben e nnel efert wurde ging fein aonzcS TiacktiN von Anfang an dahin, aus dem Re tungsbause berausznfontmen. Emmat l>ef er auch fort, winde aber w eder zurückgebracht. Ta faßte der Junge den Plan, das Haus in Brand zu stecken. Aus der Slüdie vmrbaffie er sich Ll-etch» döl,er, sinn damit aut den Boden und zündete das r0it lagernde Papter an. Ta« Haus brannte voll­ständig nieder. Tas Gericht erkannte auf eine Ge- fänrtiifftrate von 1 9abr 3 Monate,-.

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M S.

Mittwoch. 12. Januar 1921

Deutsches Hciui.

Eine Jesuifenhetze. Der durch feine Unduld­samkeit gegen olles katholische unrühmlich bekannte ^Reichsbote" sucht neuerdings wieder seine oerrofte'en Waffen aus dem Sulturfampfarfenal hervor und be­ginnt eine Hetze aegen den Jesuitenorden. Er ver­öffentlicht eine haßerfüllte Auschristaus Kreisen des Snt-ultramantonen Retck-rerbandes" unter der Ueber- ,ftf>rift: Die ,.93orireffl»*frit" des iefirtif-fren Emie- chunos- und Unterrichtssrstems. Die Herkunft dieser .Ausckrift faat sckon zur Genüge, was von dem fangen Gcschrechsri »u holten ist. Es ist ein Sammelsurium von den altbekannten Dormürfen pegen den verhaßten -Drben. tme man es aus allerhand Pamphleten und aus den Schriften des Erfuiten Hoenebroech kennt. Schrankenloser Orden-'e-'oismus, fesiiitischer Inter­nationalismus, grundsätzlich anoestrebte Unabhängig­keit ron jeder staatlichen Deoufsick-timm". an-"-horener

Ans dem ttachvaryevier.

(H Pilzerz ll. Lehrer Streb »nPilaerzell ist znm Hanp t.>'"e an der Wesiren Schule ernannt werden

= Hilders. Der Gesangverein ,431 e b e r t r a n 8*. Hi'ders trat arlißlich feines 24. Stiflunassestes Som- Mg. den 9. d. Mts., zum zweitenmal noch dem Kriege wieder mit einer grö^er-n AusführungDer Freischütz" (Dp r v. K. M. v. Weber) an bi? Oe'senll ch'eit. Die einzcln-n Rollm wurden rach eifrig ewg-üb em ®.riel gut roiebergegeben Ungeachtet ber berd)r?;n't»n Ra m» verhä tnisie im Dühnenaufbau hatte ber Verein mit ter Veranstaltung erner. vollen Or'o'.g. Mit der Dorführ-mg diefcs überars kchwi-r'gen Stückesorole mit ter wirk­lich erstklosiigen Musik, welche die Ouvertüre ganz mri- ft-rhaft f-reffe und den sehr gut aus'ewählten Ge'ang- stücken, welche man während ber einzelnen Aulzü >e cor» trug, haben tie D^ranstaller den Beweis erbracht, tag sie n'cht allein m bet Sfitrführung von Lustfp e'en Mei- ster si b, fonbern auch grö^-ren An'orberungen gerecht werden. Atif rieVe tigen W tn'ch findet Mittwoch unb Sonntag dieser Woche eine nochmalige Aufführ""g ffatt.

F St.

)-s Schwarzbach lKr. Hünfeld). Einen ar-aden-eichen An-ang rahm für uns das neue Jahr 1921 Am 1. Januar b. Js. begannen hier tie Tage der hl. M if. f i o n. Die Mi fion wurde von 3 hochw. frrren Pames rom Frouenbrrge aebasten. Trotz bet' schachten Wit­terung strömten täglich mehrere Male die Gläubigen aus allen i ml'egmden Dörfern. Wri'ern und roe tabge. legenen Höfen " zur Pfarrkirche, rm d-e er'-rei'en'-en Vretiiien über die W hrheit-'n des Heils z-t hören. Untere reue twb -erät-m'ge Ps'-rrkircke vermoch'e tie Andächtigen fast nicht alle zu fasten. Z-, hem von ten hockm. Herren Vatr-s an-i-regten-'neraposto'at bat­ten sich am ersten Tage fckwn 115 Mitgliedm gerne-et. Allen Teilnehmern d'r Mi'sien werben diese schönen, gnadenoollen Tage unvergeßlich fein.

Material für vie bevorstehenven Preutzen- wahlen.

Sm nahenden Wahlkampfe barf keine »ufklärmngs- SffT tTgÄeHSenUnr|« gggtft trftc ber pteutzlstyen

13 Dezember 1920 einstimmig so'genbe Cer1 Ta teiiag der preußischen Zentrums- ^ tei^^rg'ua von d'r Notwendigkeit grünbl-ch-r Auf- ttöruM ta Stobt und Land, empfiehlt allm Parteiorga- Inka a7ck das brinqentfte. ohne Verzug an allen 5lten ^eriraue-5n)ürbi»e «mteiferunbe verantwortlich beouii aaen. für die Veriammlnngen des Win- und Bamries die zur Verfügung stehenden, 2® a?t>esff'ret«riOie für die pr-.ich- Politik heraus- »enebenen von ollen Seiten anerkannten Ausklärungs- lckrik'm iu hrzi-hen und in allen Versammlungen ber Sulei au oerbrtilen. Nur wenn die Literatur verbreitet a vmnol.cbt w'r*

gmm'r m;*ber unb mit Nvchbruck wurde btt B-- eeitltelluna von Mm-rial auf dem Lande gefordert. Nun, wo es daliegt, barf es nicht veralten. Die Schriften fwd zwar anlätzsick der Iumwahlen herausgegeben, be- sckränken sich inhaltlich aber fast ausschließlich auf preu- niftb* Verhälti'lke: sie sind in erster Linie für die Land» iarsmobien besi mmt. Alle Organiia-onslriter, Partei- jefretäre, Vertraueuslrute, Slbreorbnete. Redner usw. lullten es sich tut ro-"nehmen Tfl-rht machen, des Mate­rials stch zu bedienen unb ihm w-iteite Verbreitung zu nirickaifen. Es handelt sich in erster Linie um folgende Sch-sten:

Z»mrtmt und Regierung Prof. Gwbe, M. d. L.. 16 F. Me'ch unb Länder, Prof. Grebe. M. d. L.. 12 <5. Staat unb Kirche in Preußen, Dr. Eismann, M. d. L-, 12 S.

Zentrum unb Sch"ke. Lehrer O. Kley. M. b. L, 16 3. Die Reform der Verwaltung in Preußen. Dr. Schmed- tzmo. M. b. L. 6 S.

Zentrum und G^bstdef-. Vrof. Grebe. M. b. L, 8 S. Zentrum und L'hrer. Rektor Gortwald. M. b. 8.. 8 5. Zentrum und Landwirtschaft. Prof. Grebe, M. b. L..

16 S.

Zentrum und Handwerk. Thomas Eller. M b. 8.. 8S. Zentrum und Handel, Dr. Tews. M. b. 8.. 8 S.

Z.-ntrum und Arberterlchaft, Arbeiterfekretär Stieler, M. h 8. 12 S.

Zentrum und B-amte. Rektor Krug. M. b. 8.. 16 S. Zentrum und Angestellte in Handel unb Industrie. Dr. Tews. M. d. 8.. 12 S.

Zentrum und Frauenwelt, Hedwig Dransfeld, M b. R. 8 S.

Zentrum unb besetztes Gebiet, Gewerkfchaftsfekretär Bemmann. M. d. 8., 4 S.

Das Zentrum als Christliche Dolkspartei, Pros. Grebe. M. b. L . 8 S.

Zentrum unb Revolution, Generalsekretär Dr A. Kfcck-r. mit einem Arbano über ben Kapputfch von Direktor Dr. Fo'tmgnn. M b. R 2fcit. 10 4- 100 Stck 9 .11. 500 S ck. " 50 4i«it. 15 A. 100 Stck 13 50 500 Stck 63.75 M; Sfeit. 30 A. 100 Stck. 27 Jt. 500 S'ck. 127.50 M; 12ieit. 45 A. 100 Stck. 40.50 Jt, 500 Stck .191,25 Jt; 1 Gleit. 60 4, 100 Stck. 54 Jt, 500 Sick. 255 Jt.

Ferner: 1 Adolf llwllmann unb die Jugenderziehung, Helene Hetmino. 24 S. 25 Ai 10 Sick. 1,90 Jt, 50 Stck.

Protestantenhaß, Knabenverführung, Homosexualität dos sind ja t'e d aumst'ckworie, unter denen _Ler Derfaster seinem Jesuitenhaß die Zügel schießen läßt. Besonders abfällig wirb über Feldkirch geurteilt,wo seit Jahrzehnten die Söhne des katholischen rheinisck- mcft'Tfrf-en, bayerischen und s-^friiscken A^els fast ausnahmslos erzo.''en werden^. Dekanntlch ist gerade die Erziehunpstätigkeit der Jesuiten als ganz vorzüglich anerkannt unb ihre ousgezeick- neten Erfolge auf diesem Gebiete widerlegen non selbst die Anwurse desReicheboten". Da aber die Erzie- bunosarstalt Feldkirch ausdrücklich genannt wur so hat der Verband ohemgf'oer Jesuit""lin^e aus Feld­kirch und Sittard ..Altselbkirch-Astsittard" auf seiner am 4. Januar in Köln ahoebaltenen Taf-una peoen die B's^impfung energisck Stellung genommen in einer einstimmig gefaßten Entschließung, in welcher nach kuwer Inhaltsangabe des ^Reicheboten"-Artikels er­klärt wird:

T>er Verband Mfeldkirck-Altsittard erb'bt flammten Emlpmch gegen die gehässige, tn a 6 l o f e. unsach- licheunbunwahreBeschimpsungseinerEr. ziehen. Er weist d-e gesamten remRe'cksboten^ ter» öff-'ntl'cht-'n Bebavptvn->en o's den Tatsachen nicht im mindesten entsprechend zurück. Er verwahrt sich wckt zuritzt gegen be mwrhörtnt fBeriibtrurgen. die dm Jefuitenzöolinren felbft mit ihren Batres durch den R'ichsboten" zua--siwt roorb»n_ sind und erklärt es für unverantwortliche Störung des konses- fioneflen Friedens, wenn folck- Schwöbtmgen, b!« leben Bewrikes entbbren .von deutschen Zeitungen ins Volk prichkeubert werben.

Hunderte ron Jesuiten,ögsine--n haben 'e und je b-nn deu'fchm Volke Ihre brit*n Krllst» bi-Tfi^ar gemc-cht. Hunderte von ihnen sind zu Deutkchtovds Schutz mit 58» geift-runa in dv Krieg e»zonen imd hoben dort mit ihrem B'i't« ri* 8-ebe zur M'-k'errr-d«, d'e ihnen ron b-m Tgtres e-"nppHan,l w-trde. bf-'«>lt. Unb noch vielmehr hoben b'e b"utfd)*n ?sintn felbft währ"b bes ranzen Kri->e.s selbstlos als Krank-mpf'eoer unb Felbrristlicke hn deutkch'n Heere bis zum Lt»ten sich reo-feri, ohne ot-ck nur einen Augenblick all des Unr-ch's zu neben Fen. das ihnen brrrck bie J'lritmdetze dr Hrimnt ein» onretan wurde. Ankhören soll man bamm endlich mit Un^ghrbe't unb Vrhtzung Ne nur bie S'ele unteres ohnehin genug ge­marterten Volkes noch mehr vergiften.

** ^orinfbemofrntifrfie Weihnachten. Eine kleine Kostprobe von den W'ihnackiSbetracklUN'en in 'oval- demokratischen Zei-nngen habe« to-r unfern 2 fern fckon vorae etzr Hier roch ein Pröbcken anS e nem lozialdemokraiisch n ®ewerfitbarl?b(att. dem Ber» bandsor-zan des soz. Sieina'beiteiv:rbandes. Es schre-sit:

Tas Dort her Verheißung vom Wohlae'aoen a"er Menlchrn ..Und Fricken auf Erden" wirkt nur a's auf­reizende Verhöh""ng. Cs nickt uns höchstens wie ein oerbtaßtes Märchen aus uralten Zeiten zu, dr» onqesick s ber rauhen Wirksich'eit zu einem hoh " fä­chel n d e n G e f p e n st e r I p u k herabsinkt. Se;n Wunber wenn da bie Menfchen dem alten Kirchengla'i» ben unbefrirbgt den Rücken kehren, ihn a's ein Eia­popeia verspotten unb bas Heil auf andere Weise her- beiholen möchten.'' '

Ter,Ste:narbeiieri verweist dann seine guri-fän« bicien Lefer auf den Sozialismus, der allein in der Lage fei, die Menschen zu retten, die Slimen und Unterdrück en von der KnechtSfion zu befreien. Tie Grnndformel -ei die Einmke-t, auf ber sich aller Erfolg aufbaut. Was eS aber mit dieser(ruriafeii" auf sich hat, darüber kann man in demselben Blatte le m:

Trostlos zerrissen taumelt die s ozia(bem o» kro tische Arbeiterbewegung zwischen den schweren Problemen biefer Zel- hin unb her, unb bas einst so rotglühende Bonner ber Brüderlichkeit l egt zerfetzt unb beschmutzt im Kote des Bruder­krieges. Nicht mehr ein edler Wett'ampf ber geeinten Geistee hn R nqen unb Streben um bie bessere Form bes Dorwärtsschreitens fonbern ein öb--s. z-rmsirbeides. kraftloses Hin unb Her, ki-idifch s Gezänk. Fo' ig» läppisches Herunterreißen, gehäflige. fanatische Begeiferung, das ist die Signatur ber Heu i »en proletarischen, politi'chen Massenbewegung. Kein lieber» mensch ist heute imstande, biefem Tohuwabohu ein Ende zu bereiten unb die proletarisch-politische B'w:gung in eine rinh:ltfiche Bewegung zu leiten. R stgnieri men» ben sich auch bie ab, bie unermüdlich zur Einigkeit rufen."

An waS fallen nun aber die irregeei-e'en forial- demokratischen Masten noch glauben, auf was sollen sie hoffen, wenn sie tn th en eigenen Rei en nur Gezänk, aeaenfeitiie Beoeiferuna Wahi nehmen, wenn sich die Führer selbst resigniert abwenben und den Glauben an b-e Berwirklr-l ung der sozialistischen Zdee aufa'geben haben? Nur keine Sorgens Tie Masten werben aut weiterhin du-ch niederträchtige Be eifminq bes Christentums, dm ch Be-udeiuna dessen, WaS anbei en hoch und heilig i", o vei d!ödet, bau sie sich über so e was car keine Gedanken mehr

Auszug aus den Registern des Standesamts Fulda.

SterdeMe cout 31. Tez. 1920 bis 7. Jan 1921.

1 Jan. 19 d. Eisenbahn.Aehi-fe Hermann Duell, 32 I. 9 M. 13 T. I. Jo eph A-eitze-^ 6 M. 8 T. 3. Tnlncherer Wuwer Vincenz Andreas ..üller, 83 I. 2M. 16 T. 4. Landwirt »Irans Brebl aus Lau "enbicbcr, 62 4 M. 3 T. 4. Invalide SllemcnS HeumirUer anS

Steinhaus, 66 3 11 M. 16 T. 5. Martha Anna .Ztircher, 3M 15 T. 5 ZohannesHon un - ausLrn en» schwarz 4 M. 7 T. 5. Elisabeth Dietrich, lebioe» Standes, 65 I. 5 M. 23 T.

Amtliche Anzeigen.

Gesetz

über eine anßerorbenMche Beihilfe für (Empfänger et» Beulen aus der Invalidenversicherung.

Sem 26. Dezember 1920.

Der Reichstag hat bas folgende G:sctz beschlossen bas mit 3 ft irmung des Reichsrots ver.ünbet wird: -

§ 1. Empfänger non Renten, denen auf ®runa be» Gesetzes über Abänderung ber Leistungen unb der Bei. träge tn ber Invalidenversicherung vom 20. Mai 1920 (RGBl. S. 1091) eine Zulage gewahrt wirb, erhalten vom 1. Januar 1921 ab bis auf weiteres e ne Beihilfe.

Die Beihilfe steht nicht zu Personen, die auf Grund des Reichsoersorgungsgesetzes ocm 12riMa, 1920 (RGBl. S. 989) oder anderer MUitäroersorgungszesetze e.ne Versorgung erhalten.

5 2. Die Deihi'se beträgt für Empfänger einer In. validen-, Alters», Witwen- ober W troerrente mor.a l.ch 40 Mark, für Empfänger einer Bodenrente monatli ch 20 Mark.

§ 3. Die Behilfe wirb monatlich im voraus gezahlt. Sie wird im vollen Betrage gezahlt, auch m-nn ber Emvfänaer nur einen Bruchteil ber Rente erhält.

Die Beihilfe wirb nicht langer als drei Mo a'e rück­wärts, jedoch nicht für guten, biet vor dem 1. Janaar 1921 liegen, gewährt.

§ 4. Die Beihilfe wird durch die Post aus gezahlt. Die oherfte Postbehörbe bestimmt das Nähere.

Leistet eine Sonderanstalt ihre Zahlung ohne Der- mitttung ber Poft, so hat sie auch die Beihllse auszu- zahlen.

§ 5. Zur Deckung ber Aufwendungen für bic Bei­hilfe werben die Beiträge zur Invalibenversicherunz

1392 brr R'eichsversich.runnsorbnutg) tn ber Fassung bes Artikels II bes Gesetzes über Abänderung der Leistungen unb ber Beiträge in ber 3 va idenver- sicherung vorn 20. Mai 1920 (RGBl. S. 1091) zum hoppelten Gelbw ert berechnet.

Die Vorschriften ber Re chsversicherungsordnung fiter bic Entrichtung ber Beiträge durch bie Arbeitgeber (§§ 1426 ff.) finden enEnrechende Anwendung.

Zusatzmarken (§ 1472 ber Rrichsoersicherun-sorb» nung) werden, wie bisher, zum Nennwert verkauft.'

§ 6. Bei Erstattung u'b Umtausch von Beiträge» wird lediglich ber einfache Geldw-'rt zugrunde gelegt.

§ 7. Dis zum Eingang ber erhöhten Sfiträie leistet bas Reich Borichüsse für die Zahlung ber Beihilfe. Die Dorschüste werben aus den eingegangenen Beiträgen er­stattet

§ 8. Binnen 15 Tagen rach Ablauf i'bes Mora'S te ten bie obersten Postbehörden ben Dersicherun s. trägen für den vorangegangenen Monat mit, welche Einnahmen aus ber Erhöhung der Beiträge erz'elt unb welch- Aufwendungen für bie Be'h-lfen gemacht sind.

§ 9. Die Drrichrif- des § 5 tritt mit Wirkung vom 20. Dez-mder 1920. die übrigen Vorschriften treten mif b m 1. Januar 1921 in Kraft.

Berlin, ben 26. Dezember 1920.

De: H'idfsp äflient Ebert.

ffür ben Neich-ardti s.nintfter Koch.

Wirb veröffentlicht.

Der Geldwert der Beitragsmarken beträgt vom 20 Dez mber 1920 ab; Lohnklasse 1 = 1.80 Tt., Lohn- klaste 2 2 Mk.. Lchnklasse 3 221 Mk., Lobnllafl»

4 2 40 HJlt, Lohnklasse 5 -- 280 Mk.

Fulda, ben 8. Januar 1921.

4 eisickerung amt Der Landrat. Ftbr. o. Doemberg.

Ich bringe hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß bie Hestifche Drandversicher.mgsanstalt aus An' ber bede^ll'.chen Zunahme verdächliger Brände in einzelnen Bezirken unb Gemeinden allgemein eine Belohnung von 300 Mark demjenigen zugefichert Hot. durch besten Tätigkeit ein Brandstifter entdeckt unb dergestalt über» führt wird, daß feine rechtskräftige Verurteilung durch das Schwurgericht erfolgt.

Fulda, den 4. Januar 1921.

Der Caobtirt. Fihr. o- Doemberg,

6,30 jr 100 Stck. 15 Jt.

2. pf-rtffentum unb Sozialismus.

24 S.. Vreis wie unter 4

3. Sozialismus und die Würde ber stim'S. 24 S.. Vr"-s w-» unter 1.

4. Aniuft Be>-el. Ed-llmfum uirb tragen sick wie Feuer unb Wall-r.