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J|o A.

Mittwoch, 5. Januar 192L

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Heilung

0.*-> Druck der Fuldaer Aelieudruckerei in Fultz«7

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LSechnachten in der _

sorialvemokratischen Presse.

Die Weihnochtsnummer desW a h r e n 3 o t o b, tes fozialdemokrattschcn Witzblattes, enthält ein Gedicht Weihnachten 1920, von dem mir nur zwei Strophen Hier zitieren wollen:

Uns wieder träumt den Weihnachtstraum Ein jeder put^etaufte Girift;

Im Lichterschmuck enitäntf der Baum, (Soinn er nicht zu teuer ist).

Anstimmt die hohe G ifthdifeit,

Lum frommen Schm indel frohbereit: O du fröhliche, o du selige, tLnadendclnzense Weihnachtszeit!

Die Pfa ffendotschait zieht nicht mehr, DaS Volk ift auf Dem 28c3 zur Macht.

Es f hofft nach eigenem Begehr Sich Weiyeta, und Weioenacdt Dann tun l es hell in Not und Leid, In aller Menschen Dunkelheit Bon dec fröhlichen, von der seligen, Guadenbrin, enden Weihnachtszeit.

Kommentar 'st weh', oerslüssig. Und der Insera­tenteil dieses W.tzblattes" enthält folgende Buchanzeige:

.Das Cdrijtukproolein gelünl Soeven er- tchien: Vor 1900 Zähren! Wer war Jesu» Christus? In einer alten orientalischen Bibliothek t>t ein Doku­ment , efunden worden, das ganz r enau mtttetlt, wer Jesus Eiristus war: em Bnudesbruder des Essacr. bundes, einer Air Frelmaurerveieinigung. L3 ift der gerillt deK ^Iciieiten ZncfsS Bundes in 3cru|iilcm üh den Leite,ten m Älexinsri. n. Ein wrtstltcher Vrtester versuchte bet der Entdeduni dar Do ument zu -bei» Nichten, da |td) die caiijcit mystischen Wunder,.ejchtchten auf tin.nal ganz natürlich ettiaren. Dieier h>Itoriiche Bericht ist von F. 5-ymiDt ins Deutsche übersetzt Rein Deutender wird das Werk unbefriedigt aus der Hand tegen.-

Es ist nur gut doh Herr Fr. Schmidt rechtzeitig zur Wett kam, sonst müßten wir heute noch nicht, wer eigentlich Jesus (£hi ftus ift. 3n welcher Sprache die. se» arientolischr Dokument obgesaßt ist, verschweigt das Inserat. Vielleicht entstammt es auch einer orieMali- fchen Phantasie, wie so mancher Schwindel in dieser Zeit.

Ferner: In einem Berliner Dorort fand eine mehr- he'ttesozialdvwokratifche Weihnachtsfeier statt, zu der den Ellern von der Parlei die Aufforderung zug ng, ihre Kinder das alle WeihnachtslieüStille Nacht, heilige Nacht" mit entsprechenden Aenderungen aus­wendig lernen zu lassen. In der zweien Strophe spllte es hiernach heißen: , b

Stille Nacht, heil'ge Nacht, Im Palast Li.bsterpr.icht, Milch uno Brot in reicher Füll. Bel der Armut, da hungert man still. Wann kommt der Netter herbei?

W inn ko 11ml der Netter herbei?

Die Berliner . Kommunistische Arbeiterzeitung" ver- öffemlicht einen SüffelChristbaumschmuck", der an niedriger Gesinnung, Geschmackswidrigkeit und gewis­senloser Verhetzung geradezu beispiellos ist. Es heißt da:

Ein Christbaum mag in den Salons stehen, aber darf nicht ,Friedens st immung machen, lonöctn Hab ie., El einilitz, Morslust, Hatz, Krieg. So etwa mutzte der Baumschmuck lein: von oen Zweigen tropft roter S.tmee Das Blut der von der kaoitaliitischen (Kesellf.ha't ermordeien 'Arbeiter; die Walnuss«, sind kleine Totenköp'e verhun erte> Proletartertinder, Wachs­fi luren, im Namen desVaterlandes- geschlachtete Soldaten darstellend, baumeln neuen niedlichen Henker» bellchen und Hand ranaten; famose Geioschrankattrappen sind neben zierlichen Zuchthausfenstern arrangiert, hrntei denen Die Gestellter der etuge.eiferten Revolutionäre zu erkennen sind, was sehr beruht en» wirkt; em lachendes Gewirr von Lanzen, ©türmt) et men, 42-Zentimeter- Äanoncn. G.is.n^s.en, Steizbeinchen, Hakentreuzchen, bervollständi it die Pracht. d»e oben an der Spitze die drehvare Badehose des Eaert >vergoldet natürlich) zeigt. Uno dann nichts von Christenheit. D«e Sanger fuh en sich bei |ol.ben Me,outen nur schlecht liegt dem Phonographen ein; Walze auf, die irgend eine kecke S.meoerwcne aufireischen läßt! Ihr werdet euch köstlich amüsier.n, ihr Satsonllristen l Tut es gründlich! Denn die Ihr ist abgelaufen, die eure Stunden zählte! EuerLügenftern von Bethcehemt st erloschen Am Himmel ist rtn Stern sichtbar, der auch Untergang, dem Ausgebeuteten auet Eilö ung bringen wird: Der S 0 w j e t it e r n!"

So etwas konnte nur ein Mensch schreiben, der vom deutschen Loltsempsinben meilenweit entfernt ift Das Heil, das der Sowjet ft ern der Menschheit br ngen soll, wird als em grauenvoller Trug sich entpuppen! In Rußland haben selbst die Arbeiter schon genug von dieser Art Heilsbotschaft!

Kleines Feuilleton.

Mk Gott fang an! Nun find wir ins neue Jahr eingetreten mit Tanken und Bitten, getreu dem uralten Sprüchlein unseres Bolles: Leg stets in Gottes Hände den Anfang und das Ende. Was will das Sprüchlein be­sagen? Es will jagen, daß wir armen llktenschen nicht Herr und Meister aller Dinge und Tage sind, daß wir nichts vermögen ohne den, der alles vermag! An Gottes Segen ist alles gelegen, fn lernten wir als Kinder schon in der Schule das Leben begreifen, aber je älter wir ge­worden, desto mehr verstehen wir die Wahrheit auch die- ses Spruches. Es ist nur recht und wohlgetan, zu sagen stets: Mit Gott sang an!Mit Sott", so pflegt ein Ge- fchäftsmann in seinem Hauptbuch auf die erste Seite zu schreiben. Er weiht bam.t den Beginn eines neuen Unternehmens, eines neuen Zpftabfchnlt es, nnb gesteht sich bamit selber ein, daß er sich nach himmlischer Hilfe für seine Pläne sehnt, nach Rat urch Kraft von oben für bte kündige Zeit. Aber viele mißverstehen bie himmlische Hilfe, sie harren ihrer unb wissen nicht, daß sie boch immer ba ist. Unser Herrgott hilft jedem, boch zur Ueberbringung seines Segens be. dient er sich der Arbeit und der Klugheit unb der Vorsicht Viele sind ja wohl fleißig und schaffen von früh bis abend, und dennoch, was ist der Erfolg? Falsche Berechnungen, schlimme Zeiten, jchlechte Men­schen nur zu oft gibt man diesen allem bie Schuld und denkt gar nich« daran, daß man einen großen Teil Mitschuld trägt! Falsche Berechnungen konnte man schließlich vermeiden, schlin rne Zeiten muß man im­mer varherfehen unb sich gegen sie wappnen, sch echte Manschen ad). cs brauchen nicht immer schlechte Men- schon gewesen zu sein, die urts e;n Leib angetan. SB e oft. wenn man etwas v:rl.erk. schiebt man bie Schuld auf andere unb prah't, wenn man so ober so enttäuscht wird, mit der Schlechtigkeit der Zeit unb der Menschen, sllcs, um sich leider reinzuwaschen. Nein, wer alles Mit Gott" anfängt, der wird auch wiflen, woran er ist! Für fern Handeln unb Da-teln gab bet Delt- schöpstr bem M nlchen vollste Frnh-st, dazu Berner' unb Vernunft zu rechtem Gebrauchs der Freiheit. Blei-

mir innerhalb dieser Gre zm, nehmen wir unser ®^> ffen zu... Maßstab und unter Pftichttewußt'ein zum fitstem, bann sind wir auch sicher der Gotteshilfe! Su- 4sn wir unser Glück in zufriedener Genügsamkeit, jaden

Aus dem Nachbaraediet.

= Rücker, b. Flieden. Diesmal ist das C h r t st- kind nach hier aus weiter Ferne, nämlich aus Amerika, gekommen. Le unerwarteler es tarn, um fo freudiger war die Aufnahme. Ein früherer Rucker- ler der vor langen Jahren nach Amer.ka ausgewan­dert ist. sandte kurz vor Weihnachten eine Summe Geldes, wie man hort 1000 <K,damit die Kleinen aus Weihnachten sich freudig amüsieren". Das ist denn auch geschehen. Die hiesige Lungsrauenkongregalion gab den Kindern am zweiten Weihnachtsfeiertag eine Sondervorstellung lresslich gespielter Theaterstücke und unter dem brennenden Ehr stbaum wurden zugleich mehrere große Körbe schöner Weihnachlsäpsel unter bte vollzählig erschienenen Kinder verteilt. Außerdem aber ermöglichte es die hochherzige Gabe- einer An­zahl dürftiger Ämter je ein paar Schuhe zu beschas- sen. Dem sieundlichen Wohltäter sei deshalb auch an dieser Stelle herzlich gedankt. Es ist immer der Be­weis eines guten Herzens, wenn jenranb der Heimat em treues dr nnem bewahrt, und besonders wir An­gehörige eines niebergelrelenen Landes sind für jedes Gedenken alter Freunde doppell dankbar.

(fb) Frankfurt a. Hl. Än einem Mietprozeß, frei dem der Mieter feine 6 Zimmer-Wohnung im ersten, Stock mit derjenigen des Hausbesitzers im dritten Stock vertauschen lullte, weil der Hausbesitzer, ein aller Mann, e:n schweres Seinleiben hat, erklärte sich der Mieter bereit, in das Haus einen Aufzug für 40000 Mark einbauen zu lassen, damit er seine Wohnung im ersten Stock behalten kann. Ln diesem Falle wird das fog. Mieterschutzgesetz geradezu zu einem Unfinnl ___________

vermißtes.

Siebzehn Möbelwagen mit Akten. Die Reichs, stelle für Gemüse unb Obst, die eine reine Ver­waltungsabteilung ist unb noch bem Etat mit bem 1. August 1920 aufgehoben ist, hat in ben vier Monaten April bis Suli noch immer 230 000 Mark verschlungen, ohne dafür auch nur bas Geringste geleistet zu haben. Sie ist trotz ter angeblichen Auslösung vom 1. August erst dieser Tage aus ter Potsbamer Straße in Berlin nach Johann.sthal übergefiebclt. Zum Transport ber Akten waren siebzehn Möbelwagen notwendig, was für oen ungeheuren F.eiß dieser Reichsstelle beredt Ziugnis ablegt. Dafür hat es in ber Zeit biefer Aktenschreiberei um so weniger Obst unb Gemüse gegeben.

GittMien torsnunz.

Donner s tag,6. Jan. Fest d. Er icheinungd. Herrn. Dom. Kollekte f. d. aflitauischen Millionen */»0, 6, l/i7 u. 7 Dl., 8 Pfarramt m. Pc u. Schien, 7,10 Statbe.'ialaint, */-12 M. u, Pr., *>,2 Ä. m. MissionS-Pr. u. Cpjertiang b. Kinder, 4 ilbcnDanoatit. Danach Beicht eleaenhcit. Stabtpfarrtirdte. Kollekte für Die airitanifdjen Missionen. 57» ftom., 5/« u. (id/< M., 8 Lt. u. Pr. (1. «schuigd.), 97, Pfacraint u. Pr., 11 M. u. Br. (2. Schulgd.s, 2t 21. Pfarrkirche zum hl. Geist 7 Fruhm., 8 Pr., Amt in. Koni, 10 Feit- V.otieiDienit M N., 5 A. Severikirche. 7,7 M. Fiauenberg. (Abtaßtag f. b. Lerziaicn) 8, 67, u.

7 M., 8 lliosenkranzm m. Pr., 9 Leoitenamt in. Pr. n. fatram. Scheit, nn.ytit. 2 Pr., A. u Umg. f. d. AiitoniuS- Biuderschaft. (Scneralab|o.uiion f. 0. Terztaren.

Freitap, 7. Jan. (Heiz-Jeiu-Freitag ) Dom 7*/, M. m. AuSs. u. Se en,obenos8 ^>erz-Je,u-A. Frauenberg. Auss. b. Aller»!. 0. 57, inoigens bis 5 abenos zui An. betun.i d. hl. Herzens Jesu, 9 Levitenamt, nachinitl. 4 «chtußanDastst mit hm an t.

Amtliche Anzeigen.

Kckannlmachung.

3lt. Flachs 10 in der Fassung der Vekamckmachung Jtr. Flachs 20 über Beschlagnahme, Verwendung und Veräuße­rung von Alnchsslroh, Flachs und Ramie nnb von 6t-

Zeugnissen ans Flach» und Ramie (00m 1. Oki. 1920).

Mit Zustimmung bei Reichsstelle für Textilwirtschaft wird auf Grund )er Verordnung über wiilschasstiche Maß- * nahmen> bte Ueterocngswirlschast auf bem leriilgcbiet vom 1. Februar 1919 (RGBl. 6. 174) unb ber Bekannt­machung über bie Befugnisse ber Reichsstelle für Textil» wirllchaft unb ber Rcichswinschaflsstellen auf bem textil« gebiet vom L Februar 1919 (RGBl. S. 175) folgendes ungeordnet:

§ 1. Beschlagnahme.

Beschlagnahmt sind:

a) alles Flachsstroh, ungeröstet und geröstet. Die Be­schlagnahme erstreckt sich nur auf ben Halm, jedoch nicht auf die Frucht (Leinsaat):

b) alle Arten von ganz ober teilweise ausgearbeitetem Flachs, Flachssasern, Langfiachs, Flachswerg) u. Ramie;

wir nicht nach Gelb unb Macht und Ehre, klagen wir nicht, holen wir uns täglich neue Kräfte für unser Tage­werk im Ausblick nach oben, behalten wir das höchste Lebensziel im Auge; uns wert zu machen als Erden­pilger ber einstigen fröhlichen Heimkehr in bie himm. lische Hekrnatl Wie kurz ist boch unser Geben! mo.

Merkwürdiges vom Sagender. Es hat wohl schon jeder mal einen Jahreskaienter in ter Hand ge­habt, ohne daß ihm dabei mancherlei, das ganz in e- teffanf ist, ausgefallen wäre. Em nachdenklicher Mensch findet aöer auch auf einem Kalender allerlei Merkwürdigkeiten So z. B. fällt der erste und der letzte Tag eines Saures immer auf denselben Wochen­tag, nur in den Schaltjahren nicht. Und ferner begin­nen eine Reihe von Mona spaaren ebenfalls stets mit demselben Wochentag, wiederum aber nur in Geme'n- jahren, nicht in Schaltjahren. So der Januar und Oktober, und der September und Dezember, ebenfalls das Trio Februar, März und November. Weniger schnell zu torrtroH eren, aber durchaus richtig ist, daß kein Jahrhundert mit einem Mi twoch, Freilag oder Samstag beginnt, daß das Jahr des Kriegebeginns, 1914, mit einem Donnerstag begann, dem Tag des bl tzeschleudernten Thor oder Donar, ebenso das erste Jahr desFriedens" 1920. as.

Die sieben mageren Jahre. Bei einer ganzen Anzahl b blischer Geschichten ist es durch glückliche Funde m Aegypten und Babylonien gelungen, die ge­schichtliche Grundlage nachzuweisen Dasselbe scheint nun auch mit der Erzählung von Pharaos Traum der Fall zu fein. Dc Geschichte von den sieben fetten und den sieben mageren Jahren erfährt eine über­raschende Beleuchtung durch einen Hieroglnphrnfund, den man vor einiger Zeit gemacht hat. Die Hiero- olnphen erhalten einen h-stor schen Bericht über di« sieben Hungerjohre, die Joseph, der Bibel zufolge, aus Pharaos Traum ceoeiefart hatte. Bisher hatte man keinen Bericht über die Mißernten und die 'hnen fol­gende Hungersnot, außer dem, was die Bibel darüber erzählt. Wohl hatte man Ueberrcsts von (Betreibe« tpeichern gefunden, über deren Herkunft man nichts wußte: das war aber auch alles. Aus den Inschriften, be Professor Brugsck, jetzt hat entziffern können, geht jedoch hervor, daß die biblische Erzählung ein treuer Bericht dessen ist, was sich wirklich ereignet bat. Die

c) alle Halberzeugniste (Garne) ganz ober teilweise aus ben unter Buchstaben b bezeichneten Rohftoslen.

Don ber Beschlagnahme werben nicht betroffen: die bei ber Be. unb Verarbeitung bes Flachses unb ter Ramie unb ber Garne aus diesen Stossen entstehenden Absölle, nämlich Risselabsälle. StergabfäUe, Kortenobsälle. Naß- spinnabsälle, Garnreste. Föten, Scheden unb Fadrikkehricht.

§ 2. Wirkung der Beschlagnahme.

Die Beschlagnahme hat bie Wirkung, baß bie Vor­nahme von Veränderungen an den von ihr betroffenen Scgenftänten, auch feder Wechsel im Gewahrsam, sowie jedes Rechtsgeschäft über diese verboten ist unb baß rechts­geschäftliche Verfügungen über diese Gegenstönte nichtig sind, soweit sie nicht aus Grund der folgenden Anottmunoen erlaubt werden. Den r-ch^sgefchästt'chen Verfügungen stehen Dersümmven gleich, die im Wege bei Zwangsvollstreckung ober Arrestvollziehung erfolgen.

Die Besitz-r ber teschlav-ahmten Gegenstände sind zu pfleglicher Behandlung verpflichtet.

§ 3. veardeltungserlaubnls.

Trotz ter Beschlagnahm« ist erlaubt:

1. Das Rösten des Slrohes unb bas Ausaib.iirn ber Faftr aus bem Stroh im eigenen Betrieb«:

2. das Bleichen und Färben aller Garne.

§ 4. verarbeltungserlaubnls.

Die Herstellung von Garnen, Zwirnen und Fertiz- erzeugnissen ganz ober teilweise aus Flachs ober Ramie ist nur auf Orunb eines Erlaubnisscheines ber Re chs- wirlschaftsstelle für Flachse, Berlin SW 49, Krau'en- straße 25/28 gestattet. Die Erlaubnis kann an Be- bingunjen geknüpft werben.

§ S. veräußerungserlaubnls für Rohstoffe.

a) Bei Rohstoffen (§ la unb b), bie aus bem Aus- lanbe eingeführt sinb, ist bie Veräußerung unb L'e'e- rung nur mit Genehmigung ber Reichswirtschaftsstelle für Flachs gestattet.

b) Die im I laub erzeugten Rohstoffe dürfen nur an bie Deutsche F achsbau-Gesellschast Berlm SW. 19, Rrnufenftr. 25/28 ober an Personen veräußert unb ge­liefert werben, welche einen fchnftl'chm 2f"Stre's ber Reichswirftchafisstelle für Flach; über bie Berech izunz zum Aufkauf besitzen. Sie müsien ber beutfchen F'achs- augefellfckaft ober beren Aufkäufern zum Kauf ange­boten werden.

§ 6. Deräutzerunzscrlaubnls für Alachshalberzeugalsi«.

Die Veräußerung unb Lieferung ber tm § 1 c be­zeichneten Garne ist nur an bie Leinengarn-Abrechnungs­stelle A -G. ober an bie von ihr bezeichneten Empfänger gestattet.

§ 7. Ausnahmen.

Ausnahmen von biefer Bekanntmachung können auf schriftliche, mit eingehender Begrünaung versehene 2ln- träge durch bie Reichswirtschaftsstelle für F.achs be- willigt werben.

§ 8. Uebergangsbeffimmung.

In Geltung bleiben alle Ausnahmen von vorstehen, ben Bestimmungen, welche auf einer vom Battfa'er- Hauptausschuß ober ber Re chswirtschaftsstelle für Flachs erteilten Bewilligung beruhen, nebst ben baren ge. knüpften Bedingungen.

§ 9. Strafen.

Zuwiderhandlungen gegen bie vorstehenden Dest'm. mumen werben gemäß § 3 ter Derorbnung über w:rt- -chostliche Mabnahmen auf bem TextÜgediet vom 1. Feb- ruar 1919 (Reichsuesetzbh S. 176) bestraft. Die Be­stimmung lautet: Mit Gefängnis bis zu einem Jahre unb mit GHbftrafe bis zu 15 000 Mark ober mit einer biefer Strafen wirb bestraft, wer ben auf Grund dieser Derorbnung erlassenen Anordnungen zuwid erhandelt. Die Strafverfolgung tritt nur auf Antrag berjenigen SteOe ein. bie bie Anorbnung erlassen hat.

Berlin, ben 1. Oktober 1920.

Relchswlet chnsisftellk für Flachs. Ter Dorsitzenbe: Müller.

Dorstehenbe Bekanntmachung bringe ich hiermit zur Kenntnis ber Flachsbauer bes Steifes zur sorgfältigen Beachtung.

Fulba, ben 17. Dezember 1920.

Der Landest. 3. 23.: Köhler.

Verordnung.

Auf Grund bes § 73a der Reichsgetreideordnung für bie Ernte 1920 vom 21. Mai 1920 (Reichs-Gesetzblatt 6. 1021) wirb bestimmt:

§ 1-

Ms Schrotmühle im Sinne biefer Verordnung gift ohne Rücksicht auf bie Bezeichnung iebe nicht gewerblich betriebene Mühle unb sonstige Vorrichtung, bie zum Mahlen, Schroten ober Quetschen von Getreide geeignet t mag sie für Hand- ober Krastbettieb eingerichtet, be- weglich ober fest eingebaut sein.

§ 2.

Die Benutzung von Schrotmühlen zur Verarbeitung von Brotgetreide iRoggen. Weizrn, Spelz-Ti-.kel, Fese.i, Gurr Einkorn» ist untersag».

Andere Früchte ber im § 2 ber Reichsgetreideorbnung für bie Ernte 1920 (Reichs-Gesetzblatt S. 1021) bezelch- : eten Arten bürfen nur zur Herstellung wirtlchast ich noiroenbigen Futterschrets unb nur mit schriftlicher Ge-

H-«roglyphcn erzählen, daß ter N I sieben Jahre hin- tereinanter das Land nicht überschwemmt hatte, sodaß die Ernte vollständig fehlfchlug, wodurch große Hun­gersnot und allgemeines Leiden im Land« entstand. Auch die Zeitangabe ter Bibel stimmte mit dem Hieroclyphenbericht überein. Nach der Bibel ist Joseph etwa im Jahre 1729 0. Ehr nach Aegypten gekommen. Dann faß er einige Zeit im Geföngn s, bis er die beiden Höflinge des Pharao, den Mundschenk und den Koch, kennen lernte. Er beute1« ihnen, wie die Bibel erzählt, ihre Träume und bat ben Mundschenk, 'hn nicht zu vergessen, wenn es ihm wohl gehe. Unb so geschah es Wahrscheinlich war es im Jahre 1715 0. Ehr., als Joieph zu Pharao gerufen wurde, um ihm feinen Traum zu deuten, worauf ihm ti efer die Tochter des Vizekanzlers ter Priefterfchule von Helio­polis zur Frau gab. Dann ließ er in den folgenden sieben Jahren des Urberfiuffes die Getreitespe cher auf­führen, in denen er allen Ueberschuß an Korn sammelte. Darauf kamen die sieben Mißwachcjahre. Der ägyp­tische Bericht hierüber ist es, den Brugfch entdeckt Hot. Nach der biblischen Erzählung endeten ife sieben fetten Jahre 1708 v. CH., und im Jahre darauf, 1707, be­gaben sich die Söhn- Jokcbs nach Aeeypten, um Ge­treide zu kaufen. 1706 i>. Chr. ließ sich bie ganze Fa­milie Jakobs in Gosen nieder, und erst 1700 ». Eh. waren d e sieben mageren Jahre zu Ende. Die dch- liche Erzählung und die ägyptischen Inschriften stim­men also vollkommen miteinander überein.

Verschiedene Temperamente. Wer mehrere Kinder sein eigen nennt, weiß zur Genüge, daß es Zwischen den Gefchwistern rar oft zu Hader und Zank kommt. Man fragt sich da wohl, warum eigentlich? Man erz'cht all- Kinder gleich gemiffenhaft, lehrt ihnen bie mancherlei Turtnten, bie ter Mensch im Leben ge­braucht. weckt in ibnett das Erfühl für Anstand und gutes Benehmen und dennoch hat anscheinend keins ter Kinder Sinn für Derträahchke'tt! Es ist nid)* richtig, aus dieser Ersehruna heraus fo ohne weiteres auf eine falftte Erzieh,ungsweife zu schließen. D e Ursache ist rklmete in den versch'etenen Temperamenten der Kinter zu suchen! Der Hans ist etwas phlegmatttch. bie Grete ein lustirer Heißfporn. Oder umgekehrt. Jedes Sitf1 hat feine Jndividuablät, keines gleicht im Temperament bem anderen, mit ja auch die Eltern sich

- ehrniguna ber unteren Derwaltun-sbehörbe in Schrot­mühlen verarbeitet werben. Die Genehmigung ist nur bann zu erteilen, wenn btfenbere Gründe bie Benutzung ter Schrotmühle rechtfertigen.

Der 21* trag muß unter Tarlemng ber <3rüabe fchrift- lich gestellt werben und bat bie Menge unb bie Art ber zu verarbeiteten Dorräte zu enthalten.

Die S-nehmigung muß bin Namen bes Unterneh­mers, bie Menge unb Arr ber zu verarbeitenben Früchte sowie ben Zeitpunkt, bis zu bem bie Genehmigung er­teilt ist, enthalten.

Die untere D rwaltungsbehörbe hat baiur Sorge zu tragen, baß bie vom jiftänbigen Krmmunalverbaab aus Grunb ber Reichsgetreibeorbnunq zur Ueberwackmng der Selbstversorger erlaßenen Bestimmungen innegehalten werben unb baß ber Betrieb bes Antragstellers während ber Dauer ber Bewilligung möglichst einer sich periodisch wieberholcnden Kontrolle unterzogen wirb.

Die untere Berwaltungsdehörbe kann bie Durchsatz- rung ber Bestimmungen im Absatz 1 bis 5 durch An­legen von Siegeln ober sonstige geeignete Maßregele sichern.

S 3.

Es ist verboten:

1. Schrotmühlen mit Sich*vorrichtungen ober Schl Vorrichtungen, bie zur Anbringung an Schrotmühlen ge­eignet sinb, im Reichsgebiet obzufetzen;

2. in Driesen ober sonstigen geschäftlichen Mtt'eiku» gen mit Sichtvorrichtungen ober Sichtvorrichtungen, die zur Anbringung an Schrotmühlen geeignet sind, anzu- bieten ober anzupreisen, es sei benn, baß bas Angebot oc^r sie Anpreisung lediglich zum Absatz nach bem Aus. tanbe erfolgt;

3 ohne vorherige Genehmigung ber Pol zeidehörbe bes Orts ber gewerblichen Nieberlasfung ober in Er» mangeltmg eines solchen, bes Wohnorts bes 21'geigen* bei Schrotmühlen mit Sichtvorrichtungen ober Sich Vor­richtungen. bie zur Anbringung an Schrotmühlen ge- eignet sinb. in perobilchen Druckschriften ober in fonsti. qen Mittei'ungen, bie für einen größeren Kreis von Personen beft mmt sind, anzub eten ober anzupreisen.

Die Verleger periobisch erscheinender Druck'chiisten sinb verpflichtet, bie Unterlagen für bie erscheinenden Anzeigen (Ads. 1 Nr. 3) auf bie Dauer von mindesten, brei Monate aufzubewahren. Eine Prüfungspflich: da. hin, ob bie Anzeigen bem Verbot im Abf. 1 Nr. 3 zu- unterlaufen, liegt ben Verlegern sowie ben bei ber Her­stellung und Verbreitung ber Druckschristen tätigen Per jenen nicht ob.

Der Sicatstommiffar für Dolksernährung kann Aus, nahmen von bem Verbot im Abf. 1 zulassen.

§ 4.

Unternehmer lanbwirtschaftl'cher Betriebe, bie sich int Besitz einer Schrotmühle bejinben, sinb verpflichtet, biete in erholb einer Frist von 2 Wochen ber unteren Der, waltungsbehürbe zur Eintragung in ein Register anzu, melden.

Unternehmer lanbwirtschaftsicher Betrübe, bie nach Jntrafttrcteu biefer Derorbnung eine Schrotmühle er werben, sinb verpflichtet, biefe gemäß Abf. 1 i.nerhalb einer Frist von 2 Wochen von bem Tage ab anzumet. ben, an bem sie ben Gewahrsam an ber Schrotmühle er* langen.

§ 5.

Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften diese, Sernrbnung unb gegen bie auf Grunb biefer Derord- nung erlassenen Anordnungen bes Kommuna vor' aide, werben nach § 80 Abs. 1 Nr. 12 und § 81 ber Reich», getreibeorbnung für bie Ernte 1920 bestraft.

§ 6.

Liefe Bekanntmachung tritt mit bem Tage ber De» künbigung in Kraft.

Berlin, ben 11. Dezember 1920.

Preußischer Slaalslommissar für Dclksernährung.

I. D.: Dr. f) a g e b 01 n.

Dorstehenbe Derorbnung wird hiermit vcröffe.ntlicht. , Ich verweise besonders auf den § 4 unb fordere bie Be- sitze: von Schrotmühlen ber bezeichneten 21rt auf, biesel» den sofort bi bem zustänbigen Bürgei meister anz mel. ben. 3 ;m Schroten von Frucht sinb bie Schroimühlen ber Molkerei Fulda unb bes Kernhauses Ful a zuge, lassen, jeboch bars nur auf eine von ber Kreiskarnstelle ausgestellte Schrotkarte hin Frucht irgenb welcher Art verschrotet werben. Die Herren Bürgermeister erfudy ich für ortsübliche Bekannlmachima Sorge zu tragen.

Fulba, ben 29. Dezember 1920.

Der Lautest. 3. 23.: Köhler.

Die Ren abilk ät ber fiolibiin urg! Die Kalifalz, (osten dem Lanbwn heil- an Ott unb eteUe etwa ba, sechs- unb sieden ache von früher. Im 2<trgie d) zu der Preisen lür landw rlschoitüche ißrobu te sind sie demnach nicht teuerer, landein billiger als Itüher. Es roä e bähe, auch gtoße Kur fichiigteit, nicht überall, roo es nur evea angebracht er cheim, ben Vodtn re chlich mit Kali zu büngen Die Kosten der Kalibtingung iv'elen t eu e im Perg eich z» den Medreiträg'N kurchaus ke ne prof'e Roll'; 1 Zen ne, Stiob mehr vom Morgen tedt unter Utnüänben 'chon bi# Kosten, 1 Zeniner Mutier oder ear 1 3tn ner Seiner men dringt eme mekrhundernacde Vei nnsung. Die Ita tbüngunj war noch ne lohnender a s regenn: itta.

nicht gleichen, unb fo gefchiehis eben, daß dann uni wann eins das autere neckt, daß aus der Neckerei eil Aerger, aus dem Aerger Lärm und Streit entsteht Kleine Ursachen führen auch in ter Kinderstube oft zu großen Wirkungen, besonders weil hier dos scharfe Nechtsgesühl der Sinter nach nicht von ber Ber nun st geregelt wrd. Man bemühe sich also, mit geschickter Hand die Gegensätze auszugleichen. Scheltwarle unb Prügel sind nicht angebrach', jedoch, wenn auch der Löwe immer ein Löwe bleibt, so läßt er sich doch dres­sieren: ermuntere man mit ruhiger Geduld das phleg­matische Kind ir-'t Beziehung auf das Leben, nicht alles tragisch zu nehmen, «was rührig und fig zu fein, es dem anderen gleich zu tun, und das sanguinische Sinb ermahtte man zur Sanftmut und Anpassung. Ge- legentlid) laßt sich eins dem anderen alsMuster" h n- stcllen. Das teste Beiipiel sei man allerdings selbst! Wer mit dem Ehegatten oder mit den Dienstboten oder mit den Nachbarn in Disharmonie lebt, tonn wahrlich nicht erwarten, daß es di- Kinder anders machen. cf.

Wannenbäder 'ur winlerszcik. Ist es schon an sich ein Genuß, ben Körper durch ein Dollbab zu reini­gen unb zu erfrischen, so rmpflnbet man bie Wohliat ganz tesonbers im Water, wenn ber Körper infolge W nd unb Wetter sich selbst nicht mehr so recht zu burch- wüimen vermag Da tut ein warmes Lad im geheizten Raume außcrorbrntlich gute Die str, selbst Erkältungen kann man burch rin rechtzeitigrs roarmrs Bad verhin- bern. Aber es ist bei allcbem zweierlei zu beo'achten: erstens muß bie Z mmertemperatur eine hohe fein, etwa 22 bis 25 Grob Celsius, sonst bekommt man ein frösteln- bes Gefühl noch b m Ausstergen aus b m Lade und tarnt sich erst recht erfä'tc.i wenn man sich nicht schi lt kräftig trodnet, afcreibt unb aukleidet. Zwe tens darf man das bloße Reiivgunnsteb nicht gar zu na m ne'me.t. fei36 Bäder, über 33 Grab Celsius, können Grsunbe krank machen infolge Ersch'affung. Bäber hinge en bis 30 Grab erhöhen die Wännebilbung des Körpers auf das Doppelte unb regen bie S:bensfunt!ionen an. Nur wer sich nachha'ttg burdjmärmen will. w:il er immer friert sich ungimülftch fühlt unb ei en heranschleichmken Schnupfen empft'bct. ber brbe eine Diertelftunde fang bis 33, ja bis 35 Grab Celsius, unb er wirb bann in­folge bes Schw tze^s mitten im Wasi-r wieder frifch unb mu'ter worden, auch wenn er sich zunächst etwas matt vorkcmmt. flf-