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Montag, 3. Januar t92L

Fuldaer Zeitung

*-* Druck der Fuldaer Aetieudruckerei üt Fuld a

Arbeiterwühlerdev Zentrumspartei!

Am Montag, den 27. Dezember, tagte im Paulus- Haus zu Düsseldorf das Politffche Komitee der Ar. beiterzentrumswähler Westdeutsch­lands. Die Konferenz war aus allen Gegenden von Rheinland undWestsalen außerordentlich gut be» schickt und befaßte sich eingehend mit der polili chen £oge und mit den bevorstehenden Wahlen in Preußen.

Die christliche Arbeiterschaft hat auf ihrem Essener Kongreß den wuchtige» Anstoß gegeben für einen partes, politischen Gefundu gsprczcß. Sie hat in g schiossener Einmütigkeit ihren von großen Gestchtspunk.en getrage. nen politischen Willen zum Ausdruck gebracht. K are Richtlinien sind ausgestellt worden. Sie sollen weg. weifend sein für die Erreichung des gesteckten Zi.les. W.r Haden die feste Zuversicht, daß innere Notwendigkeit und entschlossenes Wallen die Erfüllung bringen werden.

Nrn stehen wir vor den Lanütagswahlen in Preußen.

Für uns als Arbeiterwähler der Zemrumspartei ist hie politische Entscheidung gegeben. Wir treten ein für unsere Z.ntrumspartei, von der wir zuversichtlich er­warten, daß sie nicht nur eifrig bemüht sein wird, den vaterländischen, wirtschaftlichen und sozialen Notwend g' leiten gerecht zu werden, sondern auch uneigennützig an der großen Reform des gesamten politischen Partei, wesens mithelfen wird. Wir richten daher an alle Ar. beiterwähler des Z ntrum das dringende Ersuchen, bei den bevorstehenden Wahlen in alter Treu? und Geschlos­senheit zu ihrer Partei zu stehen. Mit noch größerer Hingebung als bisher und in pflich bewußter Arbeit müssen und wollen wir uns den moralischen Rech s itel erwerben, durch positive politische Arbeit den Gesurr, dungsprozeß zu beschleunigen.

Wir wollen nicht vergessen, daß große Parteien in­folge ihrer Vielgestaltigkeit in der Zusammensetzung na- turgemäß nicht alle Wünsche sedes einzelnen S.andes ober gar jedes einzelnen Wählers restlos erfüllen tön, nen. Die Uebereinstimmung in den wichtigsten Grund­fragen des staatlichen, wirtschaft! chm, sozialen und kul­turellen Lebens zwischen der Partei und ihren Wählern gibt den Ausschlag. Wo dtese Uebereinstimmung im we. sentlichen vorhanden ist, dürfen M inungsverfchieden- heften in untergeordneten Fragen keine Veranlassung sein zur Parteiverdrossenheit oder gar zur Abwendung vorn Parteileben. Erst recht müssen örtliche Unstimmig­keiten zurückstehen bei großen Wahlen, wo um Rich­tungen und Weltanschauungen gekämpft wird. _

Rur im Geiste des Christentums und in wahrhaft vaterländischer, demokratischer und sozialer Gesinnung kann unser Volk wieder den Weg nach aufwärts finden. Dieser Geist soll die Arbeiterwähler der Zentrumspartei in dem bevorstehenden Wah'kampf durchdringen. Sie werden erneut den Beweis liefern, daß sie sich in der Er. füllung ihrer staatsbürgerlichen Pflichten von keiner Seite übertreffen lassen.

. Das Politische Komitee der Arbeiter- zentrumswähler Westdeutschlands: i. A: Albersmann, Brust, E'fes, Gisberts, Gronows'f. 3m- busch, Joos, Kliener, Kloft, Schlack, Stegerwald, Wieder.

Aus dem Nachbargebiet.

8 Eichenberq (Kreis Witzenhausen). In dem benachbarten Torfe Obernjesa wollte die Witwe des Echafmetsters Kautelbordt eine brennende Epi« rituslampe nochsüllen. Die Lampe explodierte und setzte die Kleider der Frau in Flammen. Diese erlitt schwere Brandwunden, die nach kurzer Zeit den Tob herbeth'ihrten.

-T- Gerstungen (Sierra). Da der Gemeinderat dem ftstherigen 1. Vürgerrnester die ausgemachte Abfin­dungssumme nicht ausbezahlt hat, hat Bürgermeister Waßmann seine zugesagte Niederlegung des Amtes des Gemeindevorstandes zurückgezogen und will das Bürgermeisteramt wieder übernehmen. Da inzwischen ober bereits cn neuer 1. Bürgermeister gewählt wor­den ist, hat Gerstungen nunmehr zwei erste Bür­germeister. (5s ist daher in dieser strittigen An­gelegenheit ein Zivilprozeß angestrengt worden.

fd. Bad Nauheim, yiuf hem hiesigen er bahn» Hof wurden fünf py-amidensörmig verpackte Rosen » stö cke angehalten, die sich durch ihre merkwürdige Schwere auszeichneten. Als man der Sache nach, ging, entdeckte man in jedem Kübel je einen Zent­ner feinsten Weizenmehls.

vermischtes.

* Gin Riesenschwindel, der bei der Wumba in Berlin verübt wurde, deckte bas Emmericher Zollkom-

Eine Uraufführung in Bav Salzschlirf.

Weihnachtsglaube. Ein geistlich Spiel mit Musik und Gesang" von Konrad Leh. mann, nennt sich ein Merkchen, besten Uraufführung dieser Tage in Bad Salzschlirf durch Mitglieder der ÜJer- einiqung Euterpe stattfand, fierr Lehmann, der aus Gesundheitsrücksichten Bad Salzschlirf zum Wohnsitz wählte, offenbart uns in diesem Werkchen die für die Harmonie der Seele so notwendige Bekennung zum Glauben, der heute noch durch die Erinnerung an selige Kinderzeit und an die Krippe von Bethlehem so man. chen Verirrten zur Rückkehr zwingt. Mit den Worten: »Dein Glaube hat dir geholfen, die in breiten Lettern «us dem Vorwort hervortreten, gibt er uns schon Auf­schluß über den Inhalt feiner Dichtung.

3n winterlicher Landschaft sehen wir nachdenkend nen Akten sitzen. Aart sind seins Züge, Hari ist sein Herz. Rätselhaft ist ihm das Leben, bas nur Arbeit und Enttäuschung gebracht hat. Aus der Ferne, erst wie ein Aautb, bann immer näher kommend, vernehmen wir einen Trauerchor: es sinb bie zur Erde niederschweben.

Engel, die die Geburt des Aeilanbes und mit Ihm q? -nelig'on der himmlische Liek,» durch das bekannte t-i.CD: "8km Aimmel hoch da komm ich ha der M-nIch- h. mer,tün&en Auf die Frage des erschrockenen Sohnes oer Jtatur:Was nennst Du Aimmel? antron-tet die Stimme eines der Engel, die ihm den neuen Weg des

® verkündet. An ein Glück vermag er indessen 1 3^I*f0.uf,en- ba er nur Unglück, Krankhe-t und färg.

?°iem kennt. Sein Ausruf:Wie könnte wohl auf l,ruend) armer Airte glückl'ch werden, entlocken ihm ~'"er r- »A°.rgangenheit. Seinen Sohn zerriß der Stier, Inn toeb erwürgte der Kummer über den Tod oes einzigen Kindes. Er legt sich wohl zum erstenmal, die Frage vor, warum er überhaupt geboren, da er doch nur dulden tragen üni) ^tsogen muß. Auch der hier einfetzende Chor der Engel:Selig sind, die da Leid tra. gen denn sie fallen getröstet werden der fortwährnde Versuch der ewigen Liebe, das Gew sten der Menschen Zu lautern ttnb fie vom Drucke der Erbenlast zu befreien, vermögen ihn mchi tiefer zu bewegen, weil er noch nichts weiß von ban ä?gen der Demut gegenüber den Z cht. rufen der Vorsehung Gin einziger Lichtstrahl zuckt in feiner Erinnerung auf. fein, Jugen'l ehe. ah-r auch diese, "°um erwacht, entwand ihm dos Geschick Jäh reißt ihn Nun dieStimme des Schick als, bk halb sin'and, bald wrechend hinter der Szene zu verstohlen ist aus seiner Träumerei ihm bittere Vorwürfe machend, ba6 er fein Schicksal selbst verschuldet und deshalb vom Unglück ver- folgt fei. Unbarmherzig wie Keiilenlchläge hämmert das «ewisten auf ihn ein, wie er sich auch windet, er muß

mistariat auf. Es wurde festgestellt, daß die Militär­verwaltung durch erdichtete Aufträge um M llionen ge­schädigt worden ist, wobei Bestechungen eine große Nolle spielten. Bei 25 Bankstellen im Reiche sanden Durchsuchungen statt, die D el belastendes Material zu­tage förderten, so Scheckbücher, aus denen sich die Sum- men ergaben, die an die AbteiUlngschess gingen. In die Angelegenheit sind verwickell ein Ingen eur, ein Oberleutnant, em Hauptmann, ein Beamter der Wumba und ein Kaufmann aus Esten, die sich in den Riesengew un geteilt haben. Einen Rest soll die Ab­nahmekommission in Spandau erhalten haben. Einer der Beteiligten, der sich im Laufe von vier Jahren 45 Millionen Markerarbetet", war früher einfacher Tischler, der bereits den Osfenbarungseid geleistet halte. Jetzt ist er Besitzer mehrerer Billen in Esten, Inhaber einer großen Dampsz'egelei in Thüringen, Hauptaktio­när der Holz-Industriewerle in Esten, C xentümer eines Schwefelbades und des Bades Driburg, des Hotels Für- ftenhof in Eisenach und eines Rittergutes in Schleswig- Holstein. Alle Beschuldigten wurden in Berlin ver­haftet.

* Ein unheimliche Spukgeschichte. In einem kleinen Dorfe Miltelfrankens zeigte sich seit einigen Wochen bei einer gut beleumundeten protestanfschen Landwirtssamilie eine seltsame Erscheinung. Ohne jede körperliche Berührung sollten Holzschachteln, Blech­schachteln, Schuhe und andere Gegenstände im Ge­wichte b s zu vier Pfund sich frei und selbsttätig be- wegt haben. . Der zuständige Kreisarzt bestätigte, die Vorgänge mit eigenen Augen gesehen zu haben, die einfach als Schwindel oder Selbsttäuschung abzutun, vollkommen falsch wäre". 2>e Erscheinung zeigte sich aber nur in Räumen, in denen eine bestimmte Dienst­magd des Landwirts oder ihr neunjähriges Kind sich aufhielt. DeGesellschaft 'für wrfsenschaftliche Er­forschung geheimnisvoller Erscheinungen", deren Vor­sitzender ein bekannter Nürnberger Arzt ist, stellte vor fünf Zeugen scsi, daß bei genügender Beleuchtung ein kleines Tischchen sich ohne jede Berührung auf dem Bo­den soNbewegte, wenn das 9jährige Kind nur in sei­ner Nähe faß und daß auch in Abwesenheit seiner Mutter und in Räumen von benachbarten Bauern, wenn das Kind sich itr ihnen aufhielt, Gegenstände wie mit Gewalt durch d'e Luft flogen. Die Gesellschaft sagt, daß es fick hier um einen der seltenen Fälle vonTele­kinese", d. h. von Fcrnwirkung einer noch unbekannten psychisch gelcüeten Kraft handle. Na, na, na, na! Auch Zeugnisse amtlicher Aerzle und Gesellschaften für Ge- heimwistenschaft können uns bei Spukgeschichten nicht imponieren. DerSpuk von Resau", der vor längeren Jahren die Leichtgläubigen in ganz Deutschland in Atem hielt, war auch .amtlich" begutachtet worden. Und auf denklugen Hans" sind sehr gelehrte Häuser her- emgefallen.

Beim Herabho!en von B rgheu aus einer Berg» Hütte oerietn in der Nähe von Leimvos drei bah-r- tsche Bauern in eine Lawine und sanden den Tod

* Del einer Jeuersbrunfl verbrannten auf dem Dominium Conrabswalde bei Sauer in Schlesien 500 Schafe.

Neues Erdbeben in Argentinien. Londoner Blät­ter melden aus Buenos Aires vorn 30. Dezember, wo- nach in Argentinien neue (Erbbeben stattgefunden ha­ben. Man zähle siebentausenb Tote ttnb Der- tounbete. Der Sachschaden sei bebeutenb.

Literarisches.

Sonnfegsgebenfen. Kurze geistliche Lesungen hn An- schlusse an die Evangelien ber Sonn, und Festtage des Kirchenjahres. Herausgegeben von Dr. Ernst Brett. 8° VIII und 176 Seiten. Derlag von Breer u. Thiemann, Aamm (SBiftf.). Preis vor- nehm gebtmben 16 Mark.

Ser aus seinen früheren Schriften bereits wohlbe­kannte Verfasser bietet hier ein Werk, bas ber religio- st' Verinnerlichung und Vertiefung bienen soll. Sm Anschluß an die Evangelien der Sonn- unb Festtage des Kirchenjahres übermitteln bie kurzen Kapitel des Buches in bilderreicher Sprache einen Schatz von An- regungen unb Gedanken zur Förderung und Pflege des religiösen Lebens. Möge bas vornehm attsgestai. tete neue Werk, welches ber Arbeiter und ber Gelehrte die Jugend und das Alter mit gleichem Nutzen" unb gleicher Freube lesen werben, beim bevorstehenden hl. Weihnachtsfest in recht vielen Familien seinen Einzug halten.

Lehre uns fetal! Vollständiges Gebetbuch für katholische Christen. Don Dischos S o h. Mich. Sailer, aus feinem größeren Werke von ihm selbst ausgezogen Nach der elften Originalausgabe des Verfassers neu herausgegeben von Dr^Franz Keller. Mit 26 Bildern von Joseph von Führich. Zweite unb dritte.

schließlich zugeben, daß er das Gebet nicht kannte, auch unbarmberj g gegen seinen Nachbar war, als diesem Aad und Gut verbrannte. Statt ihm. ber alles verloren hatte, zu helfen, dachte er nur an seinen Nutzen unb ließ jenen hungern unb frieren. Ater erreicht die Tragik ihren Höhepunkt, er zerfällt gänzlich mit sich, indem er die Worte ausstöstt:Erbarmungsloses Schicksalswasten, du lehrst mich hasten, doch nicht beten!

Ein wunderbarer Gegensatz zu dem bie Faust gegen den Aimmel reckenben Hirten, besten Seele in Schmerz unb Wut sich verzehrt, bitbet ber liebliche Engelchor: »Euch ist ein Kindlein heut geboren. Diesen Tönen kann er nicht widerstehen. Ist ihm auch der Sinn dieser Worte unfaßbar, so geht doch ein Frühlingsahnen durch feine Seele. Seine Zweifel aber löst erst der nun vor thm sichtbar werdende Engel mit dem Zuruf:Fürchte dich nicht, euch ist heute der Heiland geboren". Durch die Größe des Augenblicks überwältigt, erscheint die markige Gestalt des Hirten vor dem lichten Engel w'e die eines Stabes. Die Worte des Engels:Du Mensch­lein klein bist doch vermessen, willst ohne Glauben dich erhallen" unbverkümmern ließest du die See'e, die drückend stets nach Labung schreit", tönen wie ein Mahn­ruf an alle Zu'chauer unb zeuaen für den tief religiösen Charakter des Stückes. Eine Derwandllmg geht nun in dem Unglücklichen vor. als der Engel wieder feine St:m- me erhebt:Dein Glück liegt in dir, greif nur zu. Richt Zorn soll deine Adern füllen; nur Demut Vert den wah­ren Christ. Dein Glaube an den Tag der Weihnacht des Lebensrätsels Lösung ist."

Eine ber wunderbarsten Stellen des Melodramas bie­tet uns das Gebet des Bekehrten:O, engelreine Me- lobet, daß ich dich hab gefunden". Diese Worte begleitet ber wieder entschwundene Cngelchor mit dem Gesan'e. Selig sind, bie reines Aerzens sinb. denn sie werden Gott schauen". Bei der Derheißung des Engels:Es wird dein Abend köst ich werden, wenn Weihnachtsg'aube dich erfüllt, brum präg', solang du lebst auf Erden, dir tief ins Herz das Kr ppenbfld, öffnet sich langsam ein zwei­ter Vorhang unb das lebende Bild der Krip"e er'dje'nt

Fernes Glockengeläute, in das sich bie S imm? des Engels:Du aber laß in dir erbeben, bie Weihnochts- freube. guter Hirt mischt, wird übertönt durch das von vierstimmigem Chor mit Aarmtmumbe->leitng gesun­gene. einzig schöbe Lied:Sülle Rächt, heilige Rächt.

Ergre send ist die Schlußszene, in ber der Hirte ver­klärt in bie Knie sinkt unb betet:Gnadenreicher Gott ber Liebe, nun erkenn ich deine Macht. A's Schirmbild erscheinen dann die hl. drei Könige, die Derkörper nz der bama's bekannten drei W'liteile, die dem Gott der Barmherzigkeit ihre G-schenke barbringen und sich Je ner Masst unterwarfen. An dieser Stelle wollen wir, nach.

vermehrte Auflage. 24° (XVI n. 470 6.) Frei­burg L Br. 1919, Hevdersche Lerlagshanblung. Geb. M. 5.20 unb höher.

Zum erstenmal erschien Sailers Gebetbuch im Jahre 1784, also vor 135 Jahren; es wurde bald ein Lieblings­buch des deutschen Volkes, unb war in vielen Ausgaben weithin verbreitet. In neuster Zull hat sich das Jnteresie der Forschung ganz besonders dem Katholizismus der Auf­klärungszeit zugewandt, und dadurch auch dem edlen Päda- rogen unb Reformer, dem mitten, hefligmaßigen Bischof Sailer. Manche seiner Schriften erlebten Reua-uflogen, eine Saiiergememde bildete sich. Nunmehr machte Uni- versitäis-Professor Dr. Franz Keller den Versuch, das alte Sailersche Gebetbuch wieder den Betern des zwanzigsten Jahrhunderts m bie Hände zu geben. Will man das Buch kurz kennzeichnen, so muß man sagen: Es ist sal- bungsroll, gedankenreich, geistreich, oft erhabenen Fluges und sehr gemülroll. Sailers Streben in allen feinen Werken war die Herstellung eines tiefen, lebendigen Glau- bens. Daher ist nicht daran zu zweifeln, daß sein Buch auch heute noch warmherzigen Detern ein vortreffliches fr'fsm'rtt-l sein wird. Die wundervollen Bilder Führichs (26 an Zahl) sind für bas hübsche Bändchen eine pas­sende Zierde.

Amtliche Anzeigen.

AussUF

anS den Nechnmipe» der Kreiökommnnalkasse. be# KreisspritzeuveroaudeS, des Mretefirdienljiiit'e' und beS Fond» zur Heduna der Nindvirhzucht für dUS <#tnt@iahr I!)iS.

A. Kreiskommunalkasse.

1. Einnahme.

60723,34

Titel 1. Betriebsfonds (Kassenbeftand

1 1

aus dem Vorjahre

Titel 2. Aus Vermögen

Mk.

31 105,82

Titel 3. Aus der Kretebaumschule

Mk.

3348,40

Titel 4. Dem Kreise überwies. Gebühr. Mk.

4249,

Titel 5. Dotationen

Mk.

8910,

Titel 6. Betriebssteuer

Mk.

4645,

Titel 7. SBanberlagerfteuer

Titel 8. Indirekte Steuern

Mk.

Mk.

13 279,18

Titel 9. Direkte Steuern

Mk.

265 64937

Titel 10 Gemeinde- ufro. Beiträge

Mk.

437,02

Titel 11. Beiträge zu den Landroege- unterhaltungskosten

Mk.

15 998,65

Titel 12. Bekämpfung übertragbarer Krankheiten

Mk.

65

Titel 13. Aus der landw. Winterschule

Mk.

490,

Titel 14. Durchla sende Posten

Mk.

1100

Titel 15. Aus der Kreismasserleitung

Mk.

28 309,60

Titel 16. Aus der Unterhaltung eines Arbeitsnachweises

Mk.

1615

Titel 17. Insgemein «

Mk.

72 937,57

Summa A Ordentliche Einnahmen

Mk. '

513 372,95

Hierzu

Summa B Außerordentl. Einnahmen

Mk. 4932 092,79

Summa aller Einnahmen Mk. 5 445 465,74

2. Ausgabe.

Titel 1. Betriebsfonds Mk.

Titel 2. Schulder Verwaltung Mk.

Titel 3. Kosten ber Kreisverwaltung Mk.

Titel 4. Amtliche Bekanntmachungen Mk.

Titel 5. Ausgaben für das Impfwesen Mk.

Titel 6. Für bie Kreisbanmschule Mk.

Titel 7. Für die landw. Winterschule Mk.

Titel st. Für das Kreissiechenhaus Mk.

Titel 9. Außerordenlliche Armenlast Mk.

Titel 10. Bekämpfung übertragbarer

Krankheiten Mk.

Titel 11. Kosten ber Unterhaltung der Wanderarbeftsstä iten Mk.

Titel 12. 3u gemeinnützigen und wohl- tätigen Zwecken Mk.

Titel 13. Für die Verkehrsanlagen Mk.

Titel 14. Leistungen an den Bezirks- verband Mk.

Titel 15. Durchlaufende Posten Mk.

Titel 16. Für die Kreiswasserleituna Mk. Titel 17. Für Unterhaltung eines Ar- beitsnachweise. Mk.

Titel 18. Insgemein Mk.

30 595,46

41 944,14 2755, 2394,95 1466,26 2615.40

13 107,34 20061,26

1674,19

1243,29

5906,96

58 359,25

89 172,28

1400 27 929,82

4019,77 172 641,78

Summa A Ordentliche Ausgaben Mk. 477 287,15 Hierzu

Summa B Außerordentl. Ausgaben Mk. 4 901 509,24

Summa aller Ausgaben Mk. 5378 796,39

3. Abschluß.

Die Einnahme beträgt Mk. 5 445 465,74

Die Ausgabe beträgt mt._5378796,39 Mithin Bestand Mk. 68 669,35

B. Haffe tos SreisspNherwerbandes Jutta,

1. Einnahme.

Bestand aus dem Vorjahre Mk. 310840

Titel 1. Umlagen Mk. 1600,

Titel 2. Insgemein Mk.,

Summa ber Einnahme Mk. 4708,40

dem wir dem Autor für fein tief empfundenes Werk un­sere volle Anerkennung gezollt haben, noch erwähnen, daß n:d)t nur die Scenerie, sondern auch dte mit gro­ßen Kosten beschafften echten Kostüme, wie sie wohl vor­her noch nicht zur Winterszeit in Salzschlirf zur Derroen. bimg gekommen sein dürften, hervorzuheben sind. Ueder- Haupt gaben die Mitglieder des DereinsEuterpe" in dankenswerter Hingabe für bas hehre Ziel her Vereini­gung, sowohl im Gesang, als auch in der Mimik, alle, her, was in ihnen steckte.

Was die Leitung ber Aufführung anlangt, so muß man neben dem Autor in ganz besonderem Maße auch Herrn A. Diegelmann, ber lange Jahre Mitglied des Schaufvielharstes in Frankfurt a M. war, ber nun aber auch sich unfern Dabeort zum dauernden Aufenthall wählte, gedenken. Reben der Inszenierung, welche et glänzend löste, spielte er die Rolle des Hirten, die ihm ganz besonders lag, prächtig. Die Verdienste beider Her­ren wurden denn auch gebührend gewürdigt, intern dem Komponisten, Herrn Lehmann, ein Lorbeerkranz und Herrn Schauspieler Diegelmann ein sinnreiches Blumen- arra-genvnt von den Mitwirkenden des Vereins über­reicht wurde. J.

Dante-Feier 1921.

JVm September 1921 wird in allen Ländern, soweit die europä.scbe Kultur reicht, der sechshundert- jährige Todestag Dante Alighieris gefeiert werden. Dos Tante-Komitee der Görresgefellschaft. das die he>vorraaendsten Namen der deutschen kat oliichen GetsteSwelt enthält und zu besten Ewen- Vorstand out der Bischof Dr. Damian Schmitt von Fulda gehört, versendet aus diesem Anlaß einen Aufruf in dem es b-stßt:

Unter den Sternen der Weltliteratur leuchtet ber Menschheit seit Jahrhunderten der Name Dantes in un­vermindertem Glanze. Als ber Dichter am 14. Sep­tember 1321 feine Lugen zum Todesschlafe zu Ravenna n der Verbannung sch', da hatte er eb°n fein m-

W<"ck nrgenbet. das unter tvm Ramen ber Göti'ichen Komödie" fortlebt in ber Weltliteratur

Seine Vaterstadt Florenz, bie ihn verbannte, hat bntt nach feinem Tode stimm aufsteigenden Ruhme ge- huldigt. Mit dem übrigen Italien wetteifern die Dölker der Erde, ihm Kränze zu flechten.

Ein beutlet Reichs'anzler hat in den la-en Sa fer Karls IV. W'rt darauf gelegt, bie Divino Commedia unter feinen Bücherschähen zu besitzen. Aus deutschem Boden wurden Dante-Dorlefungen zur Zeit de, Kon. Panzer Konzils in ber Stabt am Schwäbischen Meer ge.

Titel 1. Kapitalabtrag " Mk.

Titel 2. Kapitalzinsen Mk.

Titel 3. Gehälter ber Spritzenmeister Mk.

Titel 4. Neubau und Unterhaltung ber Sprmenhäuser ufro. Mk.

Titel 5. Entschädigung ber Feuerspritzen- fuhren nach Sranbftätten Mk.

Titel 6. Brandsteuer von den Spritzen­häusern Mk.

Titel 7. Beitrag z. Feuerwehrverband Mk.

Titel 8. Kosten ber Kassenverwaltunz Mk.

84441

183540

54,79

208, 150,

Summa ber Ausgaben Mk. 30934)9 3. Abschluß.

Die Einnahme beträgt Mk. 4708.49

Die Ausgabe beträgt _ Mk. 3093.0 J

Mithin Bestand Mk. 16154 s

C. Laste des Lreisfiechenhausfonds.

1. Einnahme.

Titel 1. Kapitalzinsen Mk. 5156i\

Titel 2. De träge zur Unterhaltung ber Pfleglinge Mk. 371714 5

Titel 3. Eingehende Kapitalien Mk. 10 461,1 1

Titel 4. Insgemein Mk. 721

Summa ber Einnahme Mk. 52 796,6 \

2. Ausgabe.

Sütel 1. Derrnaltungskosten Mk. 333

Titel 2. Ablieferungen an den Schutz- vorstand Mk. 40 54431

Titel 3. Angelegte, roieberangelegte und anderweit verw. Kap.tollen MI. 10811,07

Titel 4. Insgemein Mk. 14073$

Summa ber Ausgabe Mk. 52 798,61 3. Abschluß.

Die Einnahme beträgt Mk. 52 796.61

Die Ausgabe beträgt Mk. 52 796,62

Vergleicht sich Mk.

D. Fonds zur Hebung der Riadvlehzucht.

1. Einnahme. , Titel 1. Kapitalzinsen Mk. 365,01

Titel 2. Erlös aus verkauften Bullen Mk..

Titel 3. Sonstige Einnahmen Mk.____485,63

Summa ber Einnahme Mk. 850,64

2. Ausgabe.

Titel 1. Für angekaufte Zuchtbullen Mk.

Titel 2. Für Prämien Mk.

Titel 3. Sonstige Ausgabe Mk._____

Summa der Ausgabe Mk. 850,64

3. Abschluß.

Die Einnahme beträgt Mk. 850,64

Die Ausgabe beträgt Mk. 850,64

Vergleicht sich Mk.

Wird hiermit gemäß ber Vorschrift im § 87 der Kreisordnung veröffentlicht.

Fulda, den 23. Dezember 1920.

Der Landrat. I. V. Köhler.

Vkehseuchenpoli;eiliche Anordnung.

Nachdem die Abheilung ber TUaul- und Klauenseuche in der Gemeinde Dellers unb in bem Ortsteil Linae» Höfe, ®vmeinbe Eichenzell, amtstierärztlich festgestellk worben ist unb bie Abnahme der Desinfektion ftattgefu» den hat, heftimme ich folgendes:

§ 1. Die über den Gemeinbebezirk Welkers und über den Ortsteil Lingeshöse verhängte Sperre wird vom 2. Januar k. 3s. ab aufgehoben.

§ 2 . Die für den Gemeinbebezirk Welkers, bei Ortsteil Lingeshöse unb die verseucht gewesenen Gehöfte im beförderen ungeordneten Bestimmungen werden zu­rückgezogen. ;

Fulda, den 28. Dezember 1920.

Der CanbtaL 2. D.: Köhler.

vlehseuchenpolizettich« Anordnung.

Nachdem die Abheilung der Maul- und k'auenseucht in dem Gchöft Des Adolf Llumenthai hier, Schlachthof- straße, des Adolf Frebel in Großenlüder, Foohnhos- straße, in den Gemeinden Wissels, Schweben unb in dem Ortsteil Dachrain, Gemeinde Künzell amtstierärzt­lich feftgeftetit worden ist unb bie Abnahme Der Desin­fektion ftattgefunben hat, bestimme ich folgendes: f

§ 1. Die über bie genannten . Bezirke verhängt« Sperre wirb vom 31. b. Mts. ab aufgehoben.

5 2. Die für die genannten Dez rke und die ver» feucht gewesenen Gehöfte im besonderen emgeorbneten Bestimmungen werden zurückgezogen.

Fulda, den 27. Dezember 1920.

Set CanbtaL S. v.: Köhler.

Erloschen: \

Erloschen: Die Maul- und Klanenseoche in den Oe», ten Scndhrlm, Urspringen unb Oslheim, Bezirksdirektion' Dermbach.

Fulda, den 28. Dezember 1920.

Set Canbrat. I 23.: Köhler.

halten von Johannes ba Serraoalle. Ein deutscher Drucker, Nikolaus Lorenzen aus der Diöz fe Bre6.au, hat in der Stabt am Arno im Jahre 1481 bie erste wahrhaft monumentale Florentiner Druckaus-abe dep Dichtung vollenbet, und ein deutscher Arzt, Dr. Aan- mann Schede! in Nürnberg, hat einen Venezianer Druck ber großen Dichtung um die Wende des 15. zum 16. Jahrhundert seiner Bib iothek ein verleibt.

Seitdem ist in deutschen Landen bas Intereste an Dante niemals erloschen. Karl Witte unb König Johann von Sachsen haben das heilige Feuer des Dante-Der». ständnistes in Deutschland während des 19. Jahrhunderts« sorgsam gehütet. Andere sind ihnen nachgefolgt. (

Der Dichter, der noch vor Ablauf des Jahres 1321 bem römisch-deulfchen Kaiser Aeinrich VII. den Platz anmies im überirbflch verklärenden Lichte der HimmelS- rose seines Paradieses, in unmittelbarer Nähe ber Jung, frau Maria unb des göttlichen Aeilandes Jesu Christi, soll in Deutschland im Jahre 1921 in vollen Akkorden gefeiert werben als ber Sänger des Heils, das nach dem Ratschluß des Himmels bereitet wurde _ der aus den Kämpfen und Röten des Lebens zu friedlicher ®em:inf(haft. zu neuem L cht, zu neuem Glück mit ver­jüngten Kräften emparftrebenben Menschheit.

Möge das Jahr 1921 im Sinne Dantes allen Völkern der Erde zu einemheiligen Jahre" der inne­ren Läuterung werden, in welchem der Enge! Gottes in feinen Rachen zur rettenden Ueberfahrt auf« nimmt jede dem Heile gewonnene Seele,

Die eintreten wollte, in vollem Frieden." \ Purgatorio II, 981.

Alle Freunde unb Verehrer Dantes in beutichen 5an den laben wir ein, an geeigneten Stellen Ortsaus» schüfse zu bitten, bie sich die Vorbereitung einer wür­digen ^ante-geier in ihren Kreisen angelegen sein lasten.

Em anderer Festausschuß, besten Bo> sitzender P of Tr. Äd. v. Harnack ist, erläßt ebenfalls einen Aufruf, ber be,vo> hebt:

Von Goethe annefangen, haben die vornehmsten Geister seine tiefe Wirkung des Dick terS empfunbrn; zur Danteforschung, zur Deutuni seine» Werkes hat Deutschland ttne « rotze Zahl der besten Mitarbeiter ge­stellt; mehr als bretfet' Ueder-etzun^en bezeu ien, welche Rolle die Göttliche Komödie tm deutschen Geistesleben spielt. Hn.> mehr als je f.teint es in dieser Zeit ce» Voten, dem sittlichen Ernst und her streu en Gerechtig- feit8iiebe zu huldigen, die Tante verköroert. Den Mann, der in düsterster Zeit, in Vlrniut, Verbannung und Schmach an den höchster» Hoffnungen fefthielt, zu« feiern, jei ein Stj4«boU '**