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Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Sladl Fulda.
Montag, 6. Dezember 1920
Nr. 252.
Bei Kindern Bei Kindern
üü. 14—21 Jahre
folgen können.
Preußische Landesversammlung
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grunlckeg«jden genommenr
Die Kinderzuschläge.
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t Nestern, die Blumen schlos-
lFortsetzung folgt.)
Mensch habe".
1 740 000 Stück 725 165 Stück
15 250 Stück
200 000 Stück
Mel- Der.
lle und Schmetterling suchten "iitz vor der Kühle der Nacht.
Feind, daß er
folgen, zu liefern: Geflügel Ziegen Schweine Kaninchen
Wir würden unserer Haltung untreu werden, wsmi wir, nachdem wir in unseren Erklärungen und m den Kommissionen dieselben Grundsätze aus recht echtesten, letzt den Weg nicht gewählt hätten, drr nach unserer Ansicht allein mit den tiefen Ueberzeugungen übereinstimmt, die zum Anschluß unserer Regierung an dos grotzarttge Projekt des Völkerbundes führten. Der Hauptzweck unserer Regierung, als fie in diese Versammlung eine Abordnung entstmdte, der ich vorzustehen die Ehre HMie, war der, durch Abänd-erungsanträge an einer Verfassung mitzuairveMt, m der die Regierung 6te Ideale und Grundsätze zu find«t host!«, die Argentinien stets auf internationalem Gebiet verfochten hat, und von denen es nicht abweichen kann. Nachdem diese Aufgabe durch die Vertagung der Abände. rungsanträge hinfällig geworden ist, muh die argentimsche Slbordmmg ihre Mitarbeit ein st eilen."
** Eine neue Offensive gegen Polen? Nach polnischen Nachrichten sollen bolschewistische Streitkräfte in Stack» oop 600 000 Mann sich zu einer neuen Offen-
trotz zweimaliger Aufforderung durch die Presie ihre Teilnahme nicht ankündigten und ihre Adresse nicht mitteilten. In Ausnahmefällen kann die Mitgliedskarte im Büro des Parteitages ausgestellt werden, jedoch nur gegen den klaren Nachweis des Mandates einer preußischen Provinz für den Neichsparteitag im Januar d. 3. Am gemeinsamen Essen kann nicht teilnehmen, wer nicht umgehend den Wunsch auf Teilnahme äußert. Auch die früheren Mitglieder der Zen- tmmsfraktion des Landetages, die die Jubiläumsfeier mit ihrer Teinahme beehren wollen, werden ersucht, unverzüglich sich anzumelden. Während der öffentlichen Sitzungen am Sonntag sowie Montag nachmittag werden die Tribünen für Parteifreunde und die Presie geöffnet sein unter den für die Sitzungen der Landesversammlung gebräuchlichen Voraussetzungen. Anfragen in diesem Sinne sind hiermst beantwortet.
Schon in den letzten Tagen war aus Genf das Gerücht verbreitet, daß sich Argentinien, angesichts feiner vergeblichen Demühngen, aus der „Gesellschaft der Nationen" zu einem wirklichen Völkerbund zu gelangen, aus Gens zurückziehen werde. Weich zu Anfang der Verhandlungen der Völkerbundsversammlung war der argentimsche Delegierte, Minister Pueyrrckvn, durch eine temperamentvolle Rede hervorgetreten, in der er sich mwerblümt für bre sofortige Aufnahme der noch nicht dem Völkerbund angehörigen Staaten, namentlich DeutschlarSs, ausgesprochen hatte. Schon damals warnte er vor der Nichtzulassung dieser Länder, da sie einen gefährlichen Gegensatz schaffe und die Bil- düng eines gegen den Völkerbund gerichteten Staaten- bündnisies begünstige, was unbedingt eine Ursache dauernder Unruhen für den Weltfrieden werden muffe. In der Sitzung von Freitag machte der Delegierte einen neuen Vorschlag zur Abänderung des DAkerbundsver- trages, der ebenfalls wieder die Zulassung aller souveränen ©tonten zum Gegenstände hat. Er verlangte, daß alle souveränen Staaten, die von der internatio- len Gemeinschaft anerkannt sind, zur Mitgliedschaft am Völkerbund zugelassen werden, derart, daß ihre Nichtmitg'lledschast lediglich aus chrem freien Willen beruht. Da dieser Antrag Zunächst an die noch zu er- nennende Revisionskommission geht, glaubte man, bt seiner Einbringtmg eine Widerlegung der Gerüchte zu sehen, daß die argentinische Delegatton beabsichtge, sich vom Völkerbund zurückzuzehen. Inzwischen scheint sich jedoch die argentinische Regierung schon aus Grund des ersten Mißerfolges bewogen gesehen zo haben, ihre Mitarbeit am Völkerbund einzustellen.
Der Entschluß ist von größter Bedeutung. Argentinien ift der angesehenste und wirtschaftlich bedeutendste Staat Südamerikas, der allein von allen seinen Nachbarstaaten die Stärke besaß, sich dem Druck Wilsons tu widersetzen inte sich vom Kriege fernzuhalten. Dies hat ihm in der ganzen Welt ein hohes moralsiches Gewicht gegeben. Argentinien hat von allem Anfang cm gezeigt, daß es in dem VAkerbundgedanken tatsächlich die Möglichkeit sicht, Kriege für die Zukunft unmöglich zu machen, jedoch nur, wenn der Völkerbund sich wirk- lich zu einer Einrichtung entwickelt, der es um den Frieden und nicht um die Machtverteilung der Welt geht. Wenn sich dieser Staat vom Völkerbund zurück- zieht, so ist. dies das schttmmste Armutszeugnis für diese mit so großen Hoffnungen begrüßte Einrichtung, der Beweis ihrer völligen Wertlosigkeit, da nunmehr beinahe der ganze amerikanische Kontinent von ihr nichts will. Dazu noch die beiden größten Staaten Europas, Deutschland und Rußland, die von ihm aus. geschlossen sind, — man kann wirklich nicht mehr gut von einer im Völkerbund vereinigten Staatengemein, schäft sprechen. Jedenfalls muß die Krste zur Ent- scheidung darüber sichren, ob die Gesellschaft der Rationen ein Völkerbund werden wird oder nicht.
Das Geflügel und die Ziegen werden in der Haupt- fache von Frankreich, die Schweine von Serbien und
Eintritt in die Regierung zu bewegen. Nach düngen sozialdemokratischer Blätter sollen diese
Die Biehlieferungen.
Das Ergebnis der Pariser Verhandlungen.
Die seit Wochen ht Paris mit der Witeerherstel- lungskommission gepflogenen Verhandlungen über die Biehlieferungen sind zum Abschluß gelangt. Das Er-
Parteitag der preußischen
Zentrumspartei.
Die Einladungen sind für die Mitglieder des Parteitages nunmehr versandt worden. Sollten preußische Mitglieder des Reichsparteitages vom Januar d. I., die von den Provinzen zu Vertretern gewählt waren,
Bei Kindern bi» 7 Jahre
Ortsklasse A 480 Mk.
, B 360 Mk.
. C 240 Mk.
„ D u. E 120 Mk.
Verantwortlich für den ivcamon. Teil: I. V. Dr. Kramer, - für Sie Anzeigen: I. Parzeller-Fulda.
Rotationsdruck u. Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda.
-rermplechsr Nr. 9. Telegr.-Adresfe: Fuldaer Zeitung
»Du sprichst nie gut von Deinem Vater; wirklich ein so böser Mensch wie Du glaubst?"
„Ich habe nie gesagt, daß er ein schlechter fei. Aber er ist der einzige Feind, den ich «einte er seufzend.
Rose sah ihren Gatten innig an. „Dein wein Heinrich; was kannst Du getan haben. Dich haßt?"
ster ihr Spiel; laß uns aufbrechen. Du mußt an morgen denken."
Ein tiefer Seufzer hob seine Brust. „Ich muß an morgen denken! Weißt Du, Liebling, daß ich fest ent- schloflen bin, meinem Vater alles zu jagen?"
„Gott sei Dank, daß Du es endlich willst. Sieh, diese Heimlichkeit ist ja die einzige Wolke an dem Himmel nnseres Glückes. Und jetzt ist Dein Vater krank, viel- leicht . . .
„Ja ja, er muß es wißen. Es wäre feige, wollte ich noch länger schweigen. Und doch, Rose — ein Gefühl der Bangigkeit beschleicht mich bei dem Gedanken an unser Glück!"
„Was können Sie uns an haben, Heinrich? Zu ein- ander gehören wir nun einmal; Sie können uns zür- neu, ja . . ."
„Mein Vater wird sehr zornig sein, Kind."
„Und wenn er’s ist, er wird vergeben können. Er ift auch einmal jung gewesen, er wird an Deine Mutter denken."
„Nein Rose, an ihre Jugend denken ave Leute ht solchen Fällen niemals. 3a, wenn mein Vater noch jugendlich empfinden könnte, dann würde er vielleicht verzeihen, aber so . . "
Rose erwiderte nichts. Ihr Leben war ein zu einförmiges und von der Welk abgeschiedenes gewesen, als daß sie sich die Folgen klo- gemacht hätte, die Heinrich'» Heirat mit ihr für ihn haben mußte. Er hatte nach ihrer Meinung unüberlegt gehandel.. daß er die Einwilligung des Vaters nicht vorher erbeten; — daß dies, gänzlich verweigert werden könnte, glaubte sie in ihrer Einfalt nicht. Sie stand weit unter dem Geliebten an Rang und Bildung, das wußte sie, aber was konnte man ihr sonst vorwerfen? Nicht das Geringste! Edeldenkende Menschen würden um der Liebe willen Rang und Vil- durig vergeflen können.
„Komm hinein," sagte sie endlich, sich erhebend, „Du mußt etwas essen, ehe Du nach Dellwitz zurückgehst."
Zögernd verließen sie die Laube und gingen durch die blumenbeoräozten Wege zum Hau!«.
Rose erhob sich ptöfcru,. „Es wird dunkel, Heinrich, Mid Du weißt, nach ©onnepunteraang treiben böse Sei.
,7-14Jahre 600 Mk. 440 Mk. 300 Mk. 150 Mk.
* Veamlenskrei! In Oesterreich. Neunzehn gorien von Staatsbeamten, in erster Linie die Steuerbeamten, zusammen 25 000 Personen, traten am Montag in den Streik. Die Regierung hatte ihre Forderungen abgelehnt und erklärt, daß sie die hungernden Pensionisten an Stelle der streikenden Beamten einberufen werde.
720
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Die Schatten wurden länger, die Dämmerung brach mngsam herein. Bien - und" Vöglein flogen leise sum. wend und singend zu *en ihre Kelche, und unter grünen Blätter-
Deutsches Reich.
** Berlin, 5. Dez. Das Befinden der K ai f er in ist nach wie vor überaus ernst, auch der Kaiser ist an einer Nervendepression erkrankt. — Der deutsche Botschafter in Rom v. Beerenberg-Goß ler ist nach Besprechungen mit Minister Dr. Simons über schwebende Fragen nach Rom zurückgekehrt.
— Der Reichsbankprösidenl über die Irvangs- anleihe. Reichsbankpräsident Havenstein, der bekanntlich im Steuerausschuh des Reichstages den Anstoß zm Erörterung über die Einführung einer Zwangs» anleihe gegeben hat, hat dieser Tage in einer Unterredung mit einem Pressevertreter geschildert, wie er sich die Durchführung denkt. Danach soll ein jeder für ein Viertel fernes deklarierten Vermögens Zwangsanieihe zu zahlen haben, mit gewissen Milderungen für Betriebe und für die kleinen Vermögen. Bon diesem Viertel sollen jedoch in Abzug gebracht werden, was der Betreffende an selbstaezeichneter Kriegs- oder Friedensanleihe besitzt, oder aber auch, was er als Reichsnotopfer gezahlt hat. Den ertrag der Zwangsanleihe schätzt Herr Ha- venstem vorsichtigerweise catf etwa 20Milliarden. Er erwartet, daß das Ergebnis eine Hemmung der schwebenden Schuld auf etwa ein halbes Jahr bedeuten würde. Eine weitere Erleichterung würde dann inzwischen eintreten durch die Freigabe eines Teiles der sequestrierten deutschen Guthaben im Ausland. Die Zwangsanleihe wird nach Dr. Havenstein einen sehr guten Lo mbar dtitel abgeben, da sie mft 4 Proz. verzinst und von der Kapitalertragssteuer befreit werden müsse. So könnten die Betriebe in der Lage sein, auf die von ihnen gezeichneten Zrvangsanleihe eine» Lombard zu nehmen, wenn sie Geld benötigen.
** Die wirtschaftliche Rot der Geistlichen ist ein Kapitel, mit welchem sich die OeffentlichkcÄ nur wenig beschäftigt. Während alle übrigen Stände ihre Wirt» schaftsmterefien laut und vernehmlich geltend machen, halten sich die Geistlichen, der Würde ihres Standes entsprechend zurück, vielleicht mehr, als das unter den heutigen Verhältnissen nötig ist. Die Geistlichen befinden sich aber vielfach in einer drückenden wirtschaftlichen Notlage. Das Pfarrerbesoldungsgesetz hat bis jetzt noch nicht erledigt werden können. Es wird aber Aufgabe der Zentrum-partei sein, auf die zweckentsprechende und rasche Erledigung dieses Gesetzes chre Aufmerksamkeit zu verwenden.
c. Die RegtertmgsbiRmng in Sachsen stößt auf g-mz außerordentliche Schwierigkeiten. Die sächsischen Landlagswahlen haben bekanntlich die Zertrümmerung der bisherigen sozialistischen Mehrheitsregierung gebracht, und auch die Demokraten, die an der Regierungsbildung beteiligt waren, so ^schwächt, daß eine Regierungsbildung auf der alten Grundlage nicht mehr möglich ist. Eine Regierungsbildung in Sachsen ist Mir möglich entweder durch Hinmnahme der Rechts- Parteien ober aber von den gesamten sozialistischen Parteien einschließlch der Kommunisten, die zusammen über eine kleine Mehrheit verfügen. Unter Führung der Unabhängiegn Sozialdemokraten sind Verhandlungen mit den Kommunisten eingeleitet, um diese zum
bei der Ortsklasse C 100 Prozent und bei Ortsklasse D und E 75 Prozent. Auch sollen vom gleichen Tage ab die außerplanmäßigen Beamten, die nur 80 Prozent des vollen Ortszuschlages beziehen, als weiteren Teue. rungszufchlag die übrigen 20 Prozent des Ortszuschlages und auch hierzu den allgemeinen Teuerungszuschlag von 50 Prozent erhalten. Die Parteien erklärten, daß sie eine weitergehende Hilfe gerne gewährt hätten, aber bei dem Widerstand der Länder und bet der Finanzlage des Reiches der Regierungsvorlage bezw. dem Abänderungsantrag der ^Regierungsparteien zustimmten. Die Reichsregierung gab weiterhin die Erklärung ab, daß eine allgemeine Erhöhung des Teuerungszuschlags für die BeamWknur in Verbindung mit einer Hilfsaktion für die Klein- und Sozialrentner erfolgen könne. Don unabhängiger sozialdemokratischer Seite lag ein Antrag vor, daß die Teuerungszulage rückwirkend für alle Reichsbeamten, einschließlich der Diötare, auf 10000 Mark jährlich festzusetzen und die Kinderzulchläge einheitlich für alle Kinder bis zum vollendeten 21. Gebens- jahre neu geregelt werden sollten. Reichsfinanzminister Dr. Wirth erklärte diesen Antrag als außerhalb des Bereichs jeder finanziellen Möglichkeit stehend, denn er würde dem Reich 6 Milliarden Kosten verursachen und außerdem den Ländern und der Gemeinden mindestens das Doppelte. Dadurch würde das Reich in eine der- artige Papier flut geraten, daß es darin untergehen würde, und dornst wäre den Beamten nicht geholfen. Dem Anträge der Regierungsparteien dagegen, so schwer tragbar er bei der finanziellen Rotlage des Reiches
Mk.
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f; erbet«
Wergettung.
Üoman von S. Doudney. Deutsch von E. Clauß.
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Im Wohnzimmer herrsch e Dämmerung; das kleine Gemach war höchst einfach aber peinlich sauber.
Heinrich ließ einen prüfenden Blick über die ungeschickten vom asten Werner selbst gefertigten Möbel gleiten, und unwillkürlich schweiften seine Gedanken hin- über in das elegante Herrenhaus von Neuhof. Würde Rose dort hineinpafsen?
In diesem Augenblicke trat die junge Frau mit dem Eßgeschirr ins Zimmer. Aufmerksam verfolgte Heinrich jeder ihrer Bewegungen. Wie ruhig und gleichmäßig alles an ihr war, wie anmutig sie geschäftig hin und her ging! Wahrlich, manche Dame der besten Gesellschaft hätte das einfache Dorfkind um seine Schönheit und Grazie beneiden können. Und welch schöne Seele in diesem schonen Körper! dachte Billars. Ja, sie war eines großen Opfeks wert, und wenn die Seinen sie nicht aufnehmen wollten — nun wohl, dann verschlossen sie auch dem Sohne die Tür Um Rose's willen würde er gern verzichten auf Namen, Rang und Reichtum. Er war gewappnet für den Kampf.
Sm Fluge gingen den beiden Glücklichen die kurzen Stunden des Beisammenseins hin. Dann hieß es Ab- jchied nehmen, zum ersten Male fiir eine Trennung von mehreren Tagen. Wie schwer auch Roses Herz war, sie nahm allen Mut zusammen, um den Geliebten nicht wankelmütig zu machen. Sie wünschte ja, daß er ginge, weil si- non einer Zusammenkunft mit dem Vater so viel Gutes für Heinrich erwartete. Nicht Ehrzeig ober gar Hochmut ließen sie eine Emwill.gung wünschen; ihr genügte ein bescheidenes Leben, wenn sie es nur mtt ihm teilen durste Aber um seinetwillen flehte sie tag» sich zu Gott daß er nas fierj des Generals erweichen mochte. Wie schrecklich, wenn er um ihretwillen leiden müßte.
Villars war sehr ernst. „Wenn wir uns wiedersehen, Rose, ist alles entschieden; aber komme, was da will, wir gehören zusammen für alle Zeit!"
I „Gott helfe Dir, mein Heinrich. — Und — auf M'e- j versehen!" —
Der Hauptausschuß des Reichstages behandelte Samstag die Teuerungszulage der Beamten. Da Reichsrat eine allgemeine Erhöhung des Teuerungszuschlags abgelehnt hatte, beantragten die Regierungsparteien, daß bei der Ortsklasie A statt 75 Prozent 150 Prozent Teuerungszulage za den Kinderzuschlägen ge- zahlt werden sollen, bei der Ortsklasse B 125 Prozent,
Italien gefordert.
Nach der Liste B sind in einer Frist von 6 Monaten, deren Beginn von der Wiederherstellungskommission bestimmt wird, wobei aber Rücksicht auf den Seuchenft and in Deutschland genommen werden soll, “■ liefern:
Sn der preußischen Landesversammlung gabs_ am Samstag wieder ein leeres Haus und leere Tribunen. Trotzdem am Freitag die Dauer der Sitzung über das Maß des Gewöhnlichen hinausgegangen mar, ist sie doch nicht jur Verabschiedung des Haushalts des Innern gekommen. Nacktem sie sich am Samstag durch die 'Beratung der Gesetze über die Wahlen zum Staatsrat und über die Bestellung von Mitgliedern des Reichs» rats durch die Promnzialverwaltimgen sowie des An- träges auf Erhöhung der preußischen Stimmen un Reichs- rat in aller Kürze hindurchgearbeitet hatte, begann die letzte Verhandlung der 2. Lesung des Etats des Inne r n. Der Haushalt wurde nach Ablehnung eines Mißtrauensvotums der Rechten in 2. Lesung angenommen. Hierauf trat das Haus in die 2. Lesung der Vorlage über den Mittellandkanal ein. Sie wurde von Wien Rednern freubig begrüßt und namentlich der Abg. Rurup vom Zentrum gab der Erwartung Ausdruck, daß bas große Werk, nachbe..! man sich über die Mittellinie geeinigt, nun recht bald in Angriff genommen werde. Dies fei schon aus dem Grunde nötig, um die Tausende von Arbeite- losen ju beschäftigen. In der Abstimmung wurden die grunAegMxn Paragraphen des Gesetzes einstimmig an-
Villars lächelte, aber es war ein trauriges Lächeln, Ws er antwortete:
„Sei ruhig, Kind, ich habe ihm nichts getan. Meine arme tote Mutter ist die Veranlassung. Ich war ihr Liebling; mein Bruder beneidete mich deshalb; ich '"ußte ihre Liebe mit feinem Haß bezahlen."
„Und Dein Vater, bist Du auch besten Liebling?"
»Ich roar's, so lange meine Mutter lebte Er sah alles mit ihren Augen. Du weißt, sie starb früh und Wein Vater verheiratete sich zum zweitenmale."
»Du hast mir so selten von den erzählt. Heinrich; aber soviel hab ich gewerkt, l es an Liebe Siehst, und weil Du für diesen Mangel Ersatz haben wvlllest, hast Du Dich zu mir gewandt, dem armen, un- bedeutenden Dinge. Wäre Deine Mutter nichi gestor- ben, Dein Leben wäre ein ganz anderes geworden."
»Ich kann mir ein Leben ohne Dich nicht mehr den- *cn’ Geliebte," antwortete er, sie innig an sich ziehend "Nd seine Lippen auf die ihren prestend. Dann herrschte Minutenlang jenes große, heilige Schweigen, das zwi- kchen Liebenden oft so viel beredter ist als alle Warte.
gebnis ist keineswegs erfreulich, sondern bedeutet eine große Schwächung unserer un Aufbcm be- grisfenen Landwirtschaft unb einen unerträglichen Verlust für die gesamte Volksernähnmg. Die Entente ist keineswegs von ihren Forderungen abgegangen und behätt sich das Recht vor, die volle Lieferung des ge- amten geforderten Wehs zu erzwingen. Aus dem demnächst zu oeröfftntlichenlten Vertrag geben wir folgende Einzelheuen GSwn
Die Gefamtlieferungsforderung zerfällt m Jtoet Teile, und zwar sind nach der Lifte A in einer (jrtft von 3 bis 4 Jahren, wobei keine Rachforberungen er-
Beioaspreis: Monatlich 3,00 Mk. ohne Zustellgebühr. Jn Fmüa
bei unsabgehott 3,15 Mk. Anzeigenpreis: DieKleinzeiie 47 Inbrn
Coioneimaß) 60 pfg, u. 10°j» Zuschlag, die Retlamezeile “ J J
(leporette) 130 Mk., u. 10% Zuschlag. Bei Wiederhol. Rabatt.
Austritt Argentiniens aus dem Völkerbund.
Die argentinische Regierung hat dem Präsidenten der Völkerbunbsoersammlung, Hymans, mitgeteilt, daß Argentinien seine Mitarbeit am Völkerbund einstellen wirb.
Die Einstellung der Tätigkeit ber argentinischen Delegation erfolgte durch ein Schreiben bes Führers der argentinifchen Delegation Pueyrredon, an den Präsidenten der Vö l kerbunbsversammlung, in dem es u. a. heißt:
Unter Land sah in dem geplanten Völkerbund die 6eburt. eines neuen wohltätigen Friedens- Werkzeuges, die tiefe Hoffnung einer Besserung bes Bölkerfchicksals und m den Abänderungen den Weg, am ber Vervollkommnung der Verfassung mitzuarbeiten. Ohne Umschweife war myer Land bereit, an den Arbeiten des Völkerbundes mitzUarbeiten mit der Begeisterung und dem Interesse, das man empfindet, wenn man für das gemein» ferne Wohl zu arbeiten glaubt. Deshalb bereitete es eine Reche von Vorschlägen vor, die in den vor ber Versammlung verlesenen Erklärungen vom 17. November bargelegt wurden und die gleichzeitig Abänderungen des Pattes waren.
Man muß imterscheiden zwischen den allgemeinen Abänderungen, das heißt, denen, die sich auf das Verhältnis des Prcktes zum Versailler Vertrage beziehen können, und den anderen, die eine Abänderung des Paktes anstreben ntijäiem edlen Zieh der Menschheit eine Zukunft der B^Wmig von Kriegen, der Herrschaft des Rechtes, der praktischen Solidarität und Gerechtigkeit unter den Staaten zu sichern. Die von der argentinischen Republik oorgeschlagetten Abänderungen zielen ausschließlich auf die in der zweiten Kategorie enchalienen Pimtte hm und streifen in keiner Weste die erste.
Folgendessind die Vorschläge:
Zulassung aller souveränen Staaten, Zulassung der kleinen Staaten ohne Stimmrecht, Bildung eines Rates durch demokratische Wahl, Obligatorische Schiedsgerichte und Obligatorischer Gerichtshof. Diese Projekte, die den lebhaften Ausdruck unserer auf den Frieden und auf Gleichheit gerichteten Bestrebungen hervortreten lassen, wurden von uns emgebracht als ein Beitrag Argentiniens an dem begonnenen Werk. Keines dieser Projette schmälerte die Verpflichtungen der Mitglieder, keine beschränkte die kollektive Mitarbeit.
Die Völker werden den Völkerbund nachfeinen Werken beurteilen und nur so an ihn glauben, und nur in enter Atmosphäre des Vertrauens der öffentlichen Meinung kann der Völkerbund leben. Die Mitglieder dieser Versammlung werden in einigen Tagen auseinandergehen, ohne an die großen Verfassungsfragen herangetreien ja sein, die gerade der öffentlichen Meinung die besten Garantien für die Weitsicht und die Drgamifationsfraft des Bundes gegeben hätten. Diesen Punkten aber gerade galt die Aufmerksamkeit der Regierungen und der Menschen, unb an ihre Lösung hefteten sich die größten Hoffnungen.
auch sei, würde bas Ministerium beistimmen, um ber bedrängten Lebenslage der Beamten zu Hilfe zu kommen. In bezug aus die Mpensionare er- klärte der Minister, daß selbstverständlich an die Rege- hing der Teuerungsbezüge auch die AUpenfionare em» bezogen werden sollten. , . '
Der Beschluß des Hauptausschusses bringt den Beamten folgende jährliche Mehrzuwendungen: _ <
Pferde 30 000 Stück
Schaft 125 000 Stück
Ochsen und Stiere 60 000 Stück
Tragende Kühe und Färsen 30 000 Stück
Nach Lieferung dieser Mengen wird die Wieder- herstellimgskommission »ihre Nachforderungen anmelden und behält sich das Recht für die Gesamt- tieferung bes geforderten Wehs einschließlich bet Milchkühe vor. ‘ .
Milchkühe unterwegs!
Bei ber Ausländsabteilung des Deutschen Roten Kreuzes ist die Nachricht eingetroffen, daß 124 Kühe, zwei Bullen und zwei Kälber von Friedericksburg in Texas die Reise nach Deutschland angetreten haben. Die Spende geht von hundert Deutsch- Amerikanern in Friedericksburg aus.
Die Enstcheidung des Reichstags soll sofort geführt werden, batnit die Auszahlungen baldigst er.