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Fuldaer Heilung

JO 279.

Donnerstag, 2. Dezember 1920.

selbst. Er hat es einstmals zu seiner eigenen

das

Das Schwert von Thule.

Noman von Leontine von Winterfeld»Platen.

I sSchlng.)

I . Ekber sie blieb geduldig und gehorsam wartend bei - » ®°^e' Emmer mit einem Ohr zur Treppe lauschend. 5v^..6ae °ffene Fenster tönte das Singen der Amseln ?n!i Fmken und mischte sich mit dem lallenden Jauchzen »e« Kindes. Unermüdlich summte Brigitte Aloenrlebens Spinnrad, um das die Sonne goldene Lichter wob.

wartete sie in stiller Neugier. Endlich hörte sie ^ckwitte, und dann trott Herr Verend wieder über die So'welle.

In großem Erstaunen schlug Frau Gödel beide Hände Mammen, und Brigitte hatte sogar beim Aufspringen [ wten Schemel umgeworfen.

-. »Kein, so etwas! Wo habt Ihr nur dies fürstliche »etDonb her, Herr Verend? So Prächtiges sah ich ja j Nimm er."

vermischter.

* Kmm el« Christ Sc^albemofraf sein? Darauf bcf der Unabhängiae Menke in einer Versammlung in Chemnitz rine Antwort gegeben, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt Der evangelische Pastor schlosser, der sich zu den Sozialdemokraten rechnet, hatte in der Versammlung gesagt, er sei glühender Christ und überzeugter Sozialdemokrat. Dazu sagte Menke km Schlußwort: „fjerr Pastor, das seht nicht. Entweder sind sie dn glühender Christ, dann können Sie kein überzeugter Sozialdemokrat fein, pder aber Sie find ein überzeugter Sozialdemo­krat, dann (mit erhobener Stimme) können Sie kein Christ fdn.

.__* habe rMstlon Prozesse. In welchem Um-

mse die preußischen Gerichte fett De-mdloung des zrrkeges m Anspruch genommen worden sind .erhellt

»Fürchte nichts, kleine Gäbet. Der Herzog wird es I ^cht mehr wagen, mir ein Haar zu krümmen Ich gehe in feinem Gewand zur Hochzeit. Und dabei bleibt- ' I Sprachs und wandte sich wieder zur Tür, indes da» Maufomtne Vrachtgewand in der Sonne leuchtete.

Frau Göbel seufzte leise.

U'ber die schlafenden Waffer gleitet der Kahn

Wie da» schwersamtne, goldbestickte Tuch eines Hoch, altar, hängt der sternenbesäte Nachthimmel über dem Meer. Don, Sttande her Mngt hin und wieder der süße, lockende Auf eines Waflervogels durch die Stille. Und wie im Traum drängen sich die kleinen Wellen um ben Kahn, baß es kolenb plätschert wie halbverklungen,, Wiegenlied. Das silberne Dämmern der Juninacht siegt über der Erde.

Am Steuer sitzt Hellwig und hat die Hände hn Schoß Refattet. Bleich und ernst ist ihr Gesicht und ihre Augen trinfen sinnend a(J die unsagbare Schönheit rin*,um.

Seit sie vor Jahresfrist nach Rostock zursick'ehrte und nun im Hasielbachhause die Stelle der Tochter Ctrl tritt, sind der Ratsherr und Frau Katrine ganz ander» zu ihr als früher. Sie sind weich und freundlich und lasten ihr viel Freiheit. Heilwig spürt es m't Dank und bemüht sich, Elisabeth zu ersetzen, so gut sie kann. Denn die ist ia tarne glücklich verheiratet mit ihrem Maaister unb dabei rosig und rund geworden. Sie siebt Heilwig wie eine Schwester, und die beiden sehen sich oft. Deik ist in Wismar in einem befreundeten Handelsha-s an. geftent und Heilwig we-'h, daß sie einen treuen Freund an ihm hat der ihr n'cht mehr grollt.

Heute ist der alte Fifcherkneckt der Hastelbackt, In See gefahren zum Fischen, und Heilwig hat so sehr qe- beten, ibn begleiten zu dürfen Da ha» Frau Katrine e« endlich mit einigem Kopfichütteln erlaubt.

„Obgleich ee eigentlich ein wunderliche» Ansinnen ist, Heilwig, fo in der Nacht auf dem kalten Wasser herumzurudern, statt im warmen Bett zu liegen und zu schlafen Aber de» Wunderbaren sind wir sa ge­wöhnt bei Dir, unb ber alte Klaaien ist zuverlässig."

Da hatte Heilwig mit stillen, glänzenden Auaen ge- banfV denn sie hatte schon lange, solch- Sehnlucht gr. habt noch einer träumenden Juninocht aus la-itlo'er See. Und hatte auch lächelnd jede weitere Begleitung abgelehnt.

O, sie brauchte niemand weiter «uf ihrer füllen, nächtlichen Fa"*t «l, den alten, schweig umen Fischer. | Denn st» *e«ti ww* frei und io» fern von dem ft», i

beiter zu entledigen, die ihnen wegen unzulänglicher Leistung ober allzu radikaler Gesinnung unbequem wa­ren.

Mit dem allgemeinen Nachgeben der Preise geht eine Erhöhung der Forderungen für gerade während der Wintermonate in Betracht kommende Artikel Hand in Hand: Ho'z, Kohle. Hauseinrichttingsgegenstände. Einioe Nahrungsmittel und Wohnung-rnieten neben andauernd Z'.'m Steigen. Kohle ist nur schwer erhältlich und un- gefähr dreimal so teuer wie zu Beginn des Winters 1914. Die ausgezeichnete @etre:bcernte, bie auf 3150 Mill. Dushels geschäht wirb, kommt in ber Preisbildung auf dem offenen Markte fast gar nicht zur Geltung. Biele Former in den mittleren Weststaaten beabsich» sigen, da» Getreide statt ber Kohle al» Brennstoff zu benutzen. Die Wohnungsnot ;e- staltet sich in ben ganzen Bereinigten Staaten immer dringender; durch gesetzliche Verfügungen läßt sich hier, wie die Erfahrung gezeigt hat, nicht beikommen. Da­gegen hat sich in Renmark gezeigt, daß diese Wohnun'S. not durch Machenschaften mit Baustoffen verschärft, zum Teil fcnar berbeigefiihrt worden ist. Alle diese Tat- fachen und Strömungen haben ein ausgeprägte» Gefühl de» Unbehagens in Amerika erzeugt. In den von Banken regelmäßig herausgegebenen Berichten kommt jedoch die Zuversicht zum Ausdruck, baß dieser Rück, lchlag von nicht allzu langer Dauer und allzu schädlicher Wirkung auf die Woblfabrt des Landes fein werbe. Aber auch biefe optimistischen Kreise scheinen ber An­sicht zu sein, baß zu ber Ueberwinbung all dieser Hem­mungen einige Monate nötig sein werden.

aus dem Nachbargediei.

)( Schlitz. Nachdem bereits an 9000 Mk. für die Kriegergedächtnis stätte «sammest morgen waren, hat die Kommission einen von Geh. Rat Wölbe gefertigten Entwurf zur Ausführung angenommen. Er zeigt auf einem hochragenden viereckigen 6 Meter hohen Unterbau ein Kren», das dem e'strnan Kreuz nachae. bildet ist. Die 120 Namen der Gefallenen sollen in der nahen Totrnkirche angebracht werden. Ein Auf­ruf des Bürgermeisters Dr. Niepvth fordert die Bür­gerschaft auf, d'e noch fehlenden 10 000 Mark durch Stiftungen und Gaben bald aufzubringen.

Hk Kassel. Die MöbelaffäreSchei bemann war lstegenstand einer Verhandlung vor der hiesigen Strafkammer. Ein hiesiger Kaufmann hälfe vor einigen Monaten m seinem Laden einem Kunden gegenüber die Aeußcrung getan, Sche'demann habe die Möbel aus den hiesigen Schlössern gestohlen. Ober­bürgermeister Scheidemann hörte von dieser Aeuße» rung und stellte Strafantrag wegen Belei- d i g u n g. Bei dem ersten Termin beschloß das Ge­richt auf Antrag des Verte'digers, sich die Akten des Magistrats über die Beschaffung der Schloßmöbel vor­legen lassen. In der jetzigen Verhandlung war Oberbürgermeister Scheidemann und Bürgermeister Brunner, der seinerzeit einen entsprechenden Antrag beim Finanzministerium gestellt hatte, erschienen. In der über 5 Stunden dauernden Verhandlung kam der Staatsanwalt zu dem Ergebnis, daß der Kaufmann sich der Beleidigung schuldig gemacht habe, und bean­tragte eine Geldstrafe von 500 M. Nach längerer Be­ratung verkündete das Gericht das Urteil, wonach der Angeklaate mst einer Geldstrafe von 1000 M belegt w-rd In der Begründung zu dem Urtel wird anae- führt, daß der Magistrat bei dieser Möbelonaele- senhest nicht den richtigen Instanzenweg gegangen fei. Das Gericht ist allerdings der Mei­nung, daß Scheidemann selber nach Vorlegung der vertrage davon überzeugt war, daß er die Möbel recht- mäßig erworben habe.

W. sie befühlten und betasteten ihn von allen Sei- Z” Er ließ es gewähren und sein blau fomtnes Fest- bewundern. Frau Gödel meinte, ihn noch nie so |O unö stattlich gesehen zu haben. Da nickte er be. vor sich hin.

-Da» glaub' ich Euch schon, Ihr Weibsleutfein, Ihr. ^enn es ist ja auch ein fürstlich Gewand, das ich trage, s 5j?be es damals bei Stummerem erbeutet Dom Herzog f °2m'5 stlbst. Er hat es einstmals zu seiner eigenen trogen wollen."

| I Da fuhr Frau Göbel erschrocken zurück.

» "dei allen Heiligen, Verend, das ist doch nimmer , Ernst? In den Gewändern, so Ihr einst selber erbeutet, auf feiner eigenen Hochzeit erschei- ■r f Da» wird ihn billig erzürnen und wieder den ET*<'u aeuem Hoder geben."

°er Brigitte Alvensttb-n schlug lachend tn die H ’*• Denn es war nach ihrem Sinn.

i ist ein Schelmenstück'ein, Herr Berend,

i 0 bald feiner nachmachen kann! Ei fürwahr!

l’9cn des Herzogs möchte ich sehen, wenn er sein | > "^/«Mtsfleib erkennt!"

|' O ?u Göbel sah besorgt aus unb schüttelte ben Stopf, mt wahr, mein Gemahl, Ihr zieht es nicht an’ jkr n’°r ",lr Scherz von Euch! D, ich fürchte sonst, ■ «J’5 s Zorn konnte von neuem entbrennen!" fcSwüert $Ctenb beide £änbe auf die

Der wirtschaftliche Rückschlag in Amerika.

Die „Köln. Vvlksztg." bringt folgende Ausführun­gen, die manches eurcpajche Mrljchaftsproblem in neuem Lichte erscheinen lassen.

Die gewerbliche Lage in den Vereinigten Staaten wirb — ebenso auch wie vor der Präsidentenwahl — ge. kennzeichnet durch allgemeines Sinken der Preise, das gegen Ende des Sommers eingesetzt hat, sowie durch verhältnismäßig plötzliches Auftauchen einer ziem- sich umfangreichen Arbeitslosigkeit, eines Rückganges in der Erzeugung und einer zwangsweisen Verkürzung be» Lohnes. Namentlich im Webstoffgewerbe haben sich diese Erscheinungen besonders auffällig bemerkbar ge- macht.

Die „Federal Reserve Boarb", die zentrale Bankagentur der amerikanischen Regierung, sagt dar. Über: „Der allgemeine Preisrückgang hat mit erheb- , sicher Beschleunigung ziigenommen, und nur eine ver­hältnismäßig kleine Zahl von Bedarfsartikeln ist davon unberührt geb'-.ben. Diele der wichtigsten Rohstoffe,

wie Haute, Leder, Gummi, Zerealien, Zucker, Daum, wolle und Kartoffeln sind ziemlich plötzlich billiger ge- s worden, ebenso haben die Forderungen für gewisse Fab­rikartikel, wie Webstoffe. Automobile u. a. gleichfalls erhebliche Alsschwächungen erfahren. Die einzige Gruppe i von B darksartikeln, deren Greife stetig gestiegen sind, sind (bezeichnenderweise!) Brenn- und Leuchtstoffe, Wirtfchaftsge-'enstände, Hauseinrichtungen (Möbel usw.), Ebemika'ien und Drogen. Die Forderungen für Kleider­stoffe und Kleider haben die größte Abschwächung er­fahren. aber auch die für Farbstoffe und Nahrung». Mittel sind davon nicht verschont geblieben."

Das amerikanische Publ-kum will offenbar Einkäufe zu den früheren höheren Prellen nicht machen, da es mit Bestimmtheit weiteres Nachgeben erwartet. Diese Saufunfvft hat in Gefchätts- und Industriekreisen große Beunruhigung hervoraerufen. Auch in den Streifen der Landwirte herrscht große Erregung. Ihre De. mübimgen, vorn „Federal Referve Board" umfangreiche Srebitbilfe zu erlangen, durch die sie in den Stand ge- fehl würden, ihre Vorräte fo lange zu halten, bis bie Prelle eine Höhe erreicht haben, durch die wenigsten» die Gestehungskosten gedeckt werden sind ersolg'os ge- blieben. Sie haben sich jetzt zu einer Bewegung zu- fammengeschlosien. die dahin zielt, die Ernte von den Märkten zurückzuhalten — ein Vorgehen, das sich zu einer allgemeinen politischen Bewegung herausbilden kann. Die „Federal Reserve Board" bleibt bei ihrer Politik der allmählichen Deflation (Rückbildung der künstlichen Aukblähung der Geldmittel), indem sie bie Bewilligung von Krediten nach Möglich, keil einschränkt und sie in Fällen, wo es dem Kreditsuchcnden nur darum zu tun ist. feine Vorräte zu hallen, bis sich ihm eine günstigere Preiskonjunktur bie. tet, ganz verweigert. Diese Behörde scheint nach dem Grundsatz vorzugchen: Der Erzeuger soll jetzt zu jedem Preise verkaufen und einen etwaigen Verlust ruhig hin. nehmen; wenn er zu schaffen fortfährt, fo kann er aus feiner zukünftigen Gewinnung heraus feinen Kredit wieder auf die alte Höhe bringen.

Unter den Herstellern zeigt sich indessen wenig Neigung, diesen etwas fpartanifchen Rat zu befolgen. Die amerikanische Industrie hat sich, so gut es ging, mit der großen Preissenkung abgefunden. Im allge. meinen zeigt sie aber die Neigung (bie wahrscheinlich «uch durch Erwägungen politischer Natur gestärkt wird), die Verluste auf die Arbeiterschaft abzuwälzen, und zwar in Gestatt von Lohnverkürzungen sowie von Ein- schränkunq oder Einstellung der Betriebe. Das „United States Bureau cf Labour Statistics" berichtet, daß schon im Sevtember dieses Jahres neun von vierzehn führen­den Gewerb-zweigen Abnahme de- Erzeugung im Ber- <. gleich zum September 1919 aufzuweifen hatten. Ueber 1089 Anaestellte der „Inland Steel Eompany" in Indian Harber sind wegen Mangels an Aufträgen beschafft- gungslos geworden. Der Oberbürgermeister von De. troit, der größten amerikanischen Automobil-Fabrikstadt, hat an das Handelsamt und an alle Arbeiter der Stadt einen offenen Brief gerichtet, in dem er sie auffordert, die Arbeit möglichst zu rationieren, da fchon 60 000 Ar- beiter in Detroit gegenwärtig beschäftigungslos feien. Diele SBebftoffabrifen in Ncu-England und in den Süd- floaten haben Verkürzung des Lohnes um 15—30 Proz. ^gezeigt. Die „Philadelphia Textile Manufacturers Association" hat durch ihren Betriebsdirektor ankündigen taffen, daß die Textilarbeiter von Philadelphia größere Stiftungen aufweifen und sich von aller Beeinflussung fettens radikaler Arbeiterführer freibalten müssen: sonst mürben die ruiib 125 000 Arbeiter diese» Gewerbezwet. Mr beschäftigungslos werden. Die Unternehmer von -Phllodelphia haben bereit« 40 000 Arbeiter entlassen. y1 ^r&eiterfreifen wird befürchtet, daß diefe» Doroeben Anderwärts Nachahmung finden und zu ganz unabfeh- varen Folgen führen könnte. Es liegt auf der Hand, eatz ein solches Verfahren eine sozialpolitisch fefjr ernste oette hat. Die Geschäftsflauheit hat wetten Kreisen der Arbeitgeber die Möglichkeit gegeben, sich einerfeitg unter wn vorhandenen Arbeitern das Beste auszufuchen und I mtoerfeits den Forderungen der Arbeiter noch Lohn-

1 Kbohung und Arbeitsoerkürzung größeren Widerstand «itgegenzusetzen als früher sowie sich all dersenben Ar.

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sind die Geschäfte in Fulda

von 11 bis 5 Uhr geöffnet

Vereinigung

Handelsgeschäfte

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Sonntag, d. 5. Dezember

Sonntag, d. 12. Dezember

Sonntag, d. 19. Dezember

Obstbäume

aller Art empfiehlt

Obetbaumsohulen

E. Freude, Fulda.

Heilwig stützte ben Kopf in Me Hand unb fob i über die Wasser.

Schweig stille, mein Herz«! Da« sagte st« sich schon über ein Jahr lang jeden Morsen unb Abend.

können, Me Warnow hinauf. De will Hellwig unter- dessen noch ein wenig am Strande entlang gehen, bie Dunen empor. Dem, bie Sonne muß gleich kommen.

Aus ber höchsten Düne steht sie unb sieht nach Osten, we ein zitternde», rosa Licht den jungen Tag verkündet

Durch da» Stranbgra» geht kühl der erste Morgen- wmd. Nun fangen die kleinen Wolken, bie wie Se,«k- schtffletn am Himmel schwimme«, schon an, sich rosen- ret zu färbe«. Unb immer leuchtender unb goldiger wirb bet» Rot.

Unb setzt schießen säh, wie glühende Pfeile aus dem xödjer eines verborgenen Schützen, die ersten goldenen Sonnenstrahlen über den Horizont.

Immer mehr! Immer flammender! Immer ae- ealtiger!

Da mußte Hellwig die Hände satten unb fie auf Me Brust legen. '

Alle» in ihr ist Andacht und Anbetung.

Sie steht regungslos. . —

Ganz fern hört man Glockenläuten zur hl. Wandlung in der Frühmesse. Auch der alte Fischer da unten am Strand hat seine Sappe abgenommen unb bie fjänbt gefaltet.

Darüber hat Hellwig den einsamen Reiter nicht g«. sehen, ber zwischen ben Dünen entlen, kommt Run ist er vom Pferb gestiegen unb läßt sein Tier grafen in dem spärlichen Strandhafer.

Langsam kommt er die Düne herauf, auf Heilwig zu.

Unb nun steht er vor ihr. Sie sieht bas braune, kantige Gesicht unb bie tiefen, stählernen Augen.

Sie steht die starken, harten Männerhände, die sich ihr entgegenstrecken, wie Im stummen Flehen.

Unb sie hört eine Stimme, so weich unb so schwer, die leise ihren Namen ruft

„0 Heilwig, nun darf ich endlich kommen! Unb ich habe Dich überall gesucht. O, laß mich nicht wieder von Dir, dieweil ich nicht mehr leben kann so eW* ahne Dich!" Da löst sie langsam, langsam die gefalteten Hände von der Brust und legt sie still in bie seinem- Unb sieht ihm in die Augen unb sagt nur leise: „O Du!"

So stehen sie nebeneinander Hand in Hand «uf btt Düne unb sehen in da» leuchtende Morgenrot. Inder die weißen Möven »u ihren Füßen tn ben silberne, Wassern haben unb in her schimmernd^, RefiueluL

Irgendwo läutet wieder eine Glocke.

D» nimmt ä ße jtifl <m IN» Herz,

5a, schweig stille, mein Herz! Wer bist denn du, daß du so viel begehrst? Hat er nicht Wichtigere, unb Gräfier?» jetzt im Sinn a(» Dich* Sann Deine Seele wcht dank-n unb loben, dieweil sie rein unb frei unb ebne Schuld an ihr seligstes Erleben denken darf? Ist das nicht genug nach all ben großen Qualen, Me du durch--«macht?

Heilwig senkte den Kopf unb Niete die Hände über der Brust.

„Ia, das ist genug unb ich will »oll Dank fei« da­für."

C» ist ihr, al, gingen lichte Engel liefe Stunde fiter da» weit«, dunkle Wasser. Unb einer hat mit fei­nem Fittich ganz leise ihr Haupt berührt. Da legt sie ihre Seele still in Gotte« Hand unb fühlt, wie sie stärker und größer wird dadurch.

Unb nun zieht der alte Slaese' ist Segel ein, unb sie sinb cm Etranb. Er hat noch zu tun mit den Fischen ,

Nikeu. LsL^e eia, .Weilt dauert, bis ß« Heimfahrt» I

lM WllMjne abzugeben. 8750

Rhönstraße 171.

Ding'? anb<rfR tott $re nichtigen, alltäglichen

’Regungsro« saß sie im Sohn und atmete lcrngsatn und schwer. Go, al» täte sie einen tiefen Trunk au» einem unsichtbaren Zauberborn, von «ergangenem träumte ihre Seele, von ttefverschneiten Wintertagen in der sturrnurnheulten Burg Summerom. Wo Siner "isitz ergriffen von ihrer Seele, den sie nun nie mehr Pcrgeffen konnte. Unb weiter nach Wölb« gingen ihre Gedanken. Wa» die wilden Maltzane dort wohl setzt machicn und Frau Gödel mit dem Sinb! Unb bie lustige Brigitte Kloensfeben. Es war nun über eht Jahr her, bc6 sie von dort geflohen. O, wa» sie wohl von ihr denken mochten! Aber e» war doch gut, daß sie es je. tnn. O wie gut! Denn die Seelenqual dort, die nim. mer au» noch ein wußte in dem inneren Zwiespalt, tcat nicht zu ertragen gewesen. Und nun war sie vorüber. Wie ausgelöscht. Durch ein großes, große, Wunder. R m batte sie aufgehört, zu bohren und zu brennen, da, unerbittlich- Schwert von Thule. Wenn auch die Wunde in stillen Stunden noch blutete. Aber da, kam wohl vom großen Heimweh und der großen Sehnsucht, nach denn?

Amtliche Anzeigen. <

_ M den von den Viehhändlern zu fü6ren8«

U»»<rsllbfichern und der von ihnen auszustellenden Schluß, ßhrinen ('oerer!. meine Bekanntmachungen vom 27. Sept, ö. 3., Nr. 225 des Fuldaer Tageblatts unb Nr. 226 ber Fuwaer Zeitung und vom 2. November 1920, Nr. 256 des Fuldaer Tageblatts tmb Nr. 258 der Fuldaer Zeitung) sind' Ms auf weiteres bei dem Verlag von Otto Teichgräber- Berlin, 6. W. 68, Kochssraße 5, zu beziehen.

Sch mache daraus aufmerksam, daß stets ber Läufer, bet ”e D« zum Weiterverlauf oder zur gewerblichen Gchlach. tune erwwbt, zur Ausstellung von Gchlußscheinen verpstich- tet ist.

»ber lässiger Ausstellung ber Schluß scheue oder mangelhafter Führung des Kontroll- vrrches hob« die Händler dir Einziehung ber Handel«» «rlaubniskatte zu gewärtigen.

Fuld », ben 29. November 1920.

Dtt£gnbraf: Frhr. v. Doernberg.

E Seinen= (erben anh drucken Nt allen modernen Mustern flk Blusen, Schürzen unb Sitibern usw. 16

MMLLg,

Sel6«, Kanalstraße 11.

aus einer Zusammenstellung für das Jahr 1919, die soeben erschienen ist. Die bürgerlichen Recht-streitig- feiten smd, wie die „Boss. Ztg " hieraus mitteilt, gegen da» Borjahr um die Hälfte und mehr angewachsen. So stieg die Zahl der Mchnsochen bei den Amtsgerich­ten von 536 363 auf 789 461, die der gewöhnlichen Prozesse von 293 724 auf 497 016. Auch bei den L mdgerichten hat sich d'e Zahl der gewöhnlichen Pro­zesse mehr als verdoppest. sie sticg von 61676 auf 133 501. Aehnlich liegen die Verhältnisse bei den Oberlandesgerichten. Bei dcn Strafsachen ist dagegen zum Teil eine Verminderung eingetreten, so bei den Anträgen auf Erlaß von Strafbefehlen an Amtsge­richten von 608 855 auf 398 610, bei den Privatklage» sockien von 65 230 auf 64 722, bsi Vergehen von 231 321 auf 219182, Uebertretungen von 37137 auf 36 878.

Literarisches.

— »M» tzerre firiff geboren ward". So lautet der Titel eines entzückenden Weihnachtsbuches, bas von ber Gesellschaft für christliche Kunst in München her» ausgcbraclit worden ist. „Ehriströselein, gebrochen dem rw'gen Lieb von Paschalis Schmid", in diesem Unter­titel klingt di« ganze Holdseligkeit des Weihnochtszau- bers trift und tert an, der dem Werke entftrömt, Wie mancher wünscht ein wertvolle« Wrihnachtsgeschenk zu trroerbei und kommt auf die absonderlichsten und un­dankbarsten Gegenstände. Dieses bibliophile Buch ersten Ranger, das in Pappbmd mit Galdpref- fung und Forbenschnntt 96 Mark kostet, würde sicherlich in vielen Fällen, wo ander« gleich teuere Weihnachts­geschenk kalt lassen, wahre Begeisterung auÄösen. Auf bestem Kunstdruckpapier, das alle Feinheibin photo­graphischer Abbildungen wiedergibt, mit roten 'Initia­len v. Lmienfasiunaen bringt das Buch auf 192 S. in Quart die Slbbübungtn der schönsten mittelalterlichen

Kunstwerke, welche die Geburt des Heilandes zum SoiS wurf haben. Der bie hl. Geschichte übermittelnde TeZi ist der hl. Schrift entnommen in der alten Sprach^ aus dem Jahre 1558. umrahm! mit den Randzeichnun­gen von Albrecht Dürer. Den Bildern entspricht be» Text in Poesie und Prosa, entnommen den Schrift stellern jener Zeit, die tn Worten ebenso innig ihrenj Glauben an den menschgewordenen Gott und ihre Lieb» aurzudrücken vermochten, wie es dem Maler mit bew Farben gelang . Wer möchte die echte deutsche Totkrast nicht dcmkbarst anerkennen, die trotz der schwierigsten Verhältnisse uns heute dies Derk geschenkt Hal und n, ihrer Art wirksam mitarbeitet, in uns wieder bt< Freude und den berechtigten Stolz zu beleben an unseren^ Eigenen, unserem herrlichen Erbe, das so überreich unb' übergroß ist Wenn einer, bann hat Paschalis Schmitz bar Wort Wagners befolgt: .Ehret mir bie deutschen Meister'"

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