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Mittwoch, 1. Dezember 1920.

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Druck der Fuldaer Artieudrackerei i« Fald»

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aus dem Nachbargebiet.

— Hilders. Am Sonntag nachmittag fand hier eine -Serfammlung der Obmänner der Zentrums- Partei sowie der Vorstände der Ortsgruppe de» A l st e r I a l e s statt. Sie war von allen Teilen zahlreich -besucht. Herr Dr. Neubauer, Zentrumssekr. aus Fulda, gab «n Referat über die innere und äußere Politik und verstand es aufs beste, Ausklärung über die schwebenden Fragen au geben. Di« durchaus anregend verlaufen« Versamm­lung beschloß in einer Resolution: 1) Unseren Reichstags- abgeordneten zu veranlassen, beim Reichssrnanzminist« vorstellig zu werden, daß a) in Zukunft bei Beanston- Pandimgen der Steuererklärungen der Land- chevölkerung Gelegenheit gegeben werde, in nächster Nähe irie verlangten Auskünfte zu geben, um diese große Bt- 'lostung der Landbevölkerung zu ersparen, und daß b) Be­ifügungen auf Grund der neuen Steuergesetze nur bei ierllärtem bösen Willen erfolgen. 2) Den Zentrum sänge- Hörigen ihres Bezirkes die Unter ft ützung der Zen- [irumspreffe dringend zu empfehlen. 3) Als bei i einem wahren Zentrumsanhänger ausgefchloffen zu er» 'klären, weil mit dem Zentrumsstandpunkt unvereinbar, 'daß ein Landwirt die Not des Nächsten benütze, um Wucherpreise zu erzielen. 4) Die Heranziehung der -weiblichen Wähler zur Mitarbeit in der Partei ials erstrebenswert zu empfehlen. 5) Die Tätigkeit der -Ortsgruppen auch auf die G e m e i n d e w a h l e n zu er- Urecken und falls wirtschaftliche Fragen der Gemeinde bei Kusstellung der Kandidaten mitfprechen sollten, ihren Par- ^eiangehörigen zu empfehlen, dafür zu sorgen, daß alle Wahlkandidaten im übrigen auf dem Boden des Zen- 'trums stehen oder im Einverständnis mit den Ortsgruppen 'ausgestellt werden. Des Abends fand eine Versammlung in Simmershausen statt, wo gleichfalls der Partei- '/sekretär bei feinem Vortrag aufmerksame und dankbar« -Zuhörer fand. Erne Obmänneroersammlung ffür den Fuldagrund des Kreises Gersfeld wird -baldigst folgen.

mc Frankfurt a. M. Die Schuhmacher-Innung Zat beschlossen, die Rep ar a turpreise um 10pCr. -zu erhöhen. Die Erhöhung wird mit den neuen Lohnforderungen der Gehilfen begründet. Eigenartig aber ist, daß auch die Meister, die keine Gehilfen haben, die Preissteigerung ohne weiteres mitma^en.

(t) Aus der bayerischen RHSn. 600 Liter Apfel- '»ein sind in dem Dorfe Laudenbach bei dem Landwirt Heppe! in den Keller gelaufen. Ein neidischer Nachbar hatte die Hahnen der 6 großen Hektofässer heim­lich geöffnet. „

vermischtes.

* Schlffszusamwrnstoh Ira Hamburger Hafen. Der engsifä>e Dampfer „Slmngton", der am Samstag den Hamburger Hafen nach Grimsby verließ, stieß vor St. Pauli Landungsbrücke mit dem Hamburger Seeschlep- per „Bornhofen" zusammen. Der Schlepper erlitt so -schwere Beschädigungen, daß er sofort sank. Zwei -Mann der Besatzung werden vermißt. Der englische Dampfer setzte unverzüglich die Fahrt fort, so daß man nicht weiß, ob und welche Beschädigungen er er­litten hat.

* Nach 25 Jahren unter Mordverdacht verhaftet. -In Spandau wurde der 50 Jahre alte Kutscher Adolf ! Schulz unter dreifachem Mordverdacht verhaftet., Die Beschuldigungen gegen ihn werden von der eigenen -Ehefrau erhoben Sie bezichtigt ihren Mann der Täter- 'schäft eines bereits 25 Jahre zurückliegenden Lust­mordes. Weiter beschuldigt sie ihn, ihre be ben $rü- !der kurz vor dem Kriege in einem Dorf der Mark Brandenburg beiseste geschafft zu haben. Es würben -sofort Nachforschungen nach bem Verbleib der beiden 'Brüder der Frau angestellt. ,,

Literarisches.

Für Unseres Herrn Tischgäste. Ein Büchlein von der heiligen Kommunion für di« Frauenwelt. Don F.

K Förster. 12°. Freiburg t Dr. 1920, Herder. r_ Geb. <M. 5.80 und Zuschläge.

Die vorliegenden Lesungen und Erwägungen werden weiten Kreisen der Frauenwelt reiche Anregung bieten mch ihnen zu einem möglichst fruchtbringenden Empfang der hl. Kommunion behilflich sein. Für unsere Iungmädchen» wett, für Bräute und junge Mütter sei das Büchlein warm empfohlen; selbst die vielbeschäftigte Hausfrau wird für die kurzen und leichtverständlichen Lesungen noch Zeit finden.

Die gesunde Wohnung und ihre sachgemäß« Benutzung. Don Dr. med. Moritz Fürst. 103 Seiten. (Naturwissen­schaftliche Bibliothek.) Gebunden 6 Mk. Verlag von Lwelle u. Meyer in Leipzig. 1920.

In dem vorliegenden Buch gibt ein durch jahrzehnte­lange ärztliche sozialhygien-ische Tätigkeit erfahrener Mann

wertvolle Ratschläge über all« einschlägigen Fragen. 3n einem ersten Teile befaßt er sich mit der allgemeinen Woh­nungshygiene und der Wohnungspolitik. Die Statistik

und die ärztlichen Erfahrungen über die Volkskrankheiten

Das Schwert von Thnle.

-Roman von Leontine von Wtnterfeld-Platen. *31] --------

Da mußte er an einen Abend denken mit heilwig :fn Stummerem. Sie hatten zusammen am Kaminfeuer jgejeffen, indes draußen der Schneesturm an die Fen­sterläden stiebte.

Da hatte sie ihm mit ihrer weichen, tiefen Stimme von dem Ahnen erzählt und der Insel Thule. Daß Nach- kommen der Nordmänner von dort über die ganze Erde verstreut seien. Und daß man sie erkennen könnte an den tiefen, sehnenden Augen und dem Heimweh nach Thule. Es war eine wunderbare Sage, von der sie bann noch sprach. Er wußte selbst nicht, warum er gerade fetzt daran denken mußte. Es war die Sage vom Schwert von Thule. Daß alle die, so von der Insel stammten, dies Schwert in ihrem Herzen trugen. Das ließ ihnen kein« Ruhe bei Tag und bei Nacht, wenn ihr Dille sich kreuzte mit bem, was sie gesollt. Wenn sie ihr eigen Glück und Behaglichkeit höher stellten al» Recht und Pflicht. Denen schuf das Schwert von Thule 'so große Not, daß sie nicht eher Ruhe fanden, als bis ste sich selber besiegt und den schweren, steinigen Weg der Pflicht gegangen.

.Es ist das Schwert von Thule wohl dasselbe, was die Priester heute „Oeroiffen" heißen, hatte heilwig am Ende gesagt und schwer in die Flammen gestarrt.

Und mit einem Male wußte Otto Maltzan auch, warum sie damals geflohen' war. Daß es nur das Schwert von Thule gewesen, das ihr keine Ruhe ge. lasten. Und was ihm jetzt die Ruhe nahm, das war dasselbe. Er stöhnte.

„O, Schwert von Thule, wie bist du so scharf und hart. Nun muß ich wieder wandern als rauher Kriegs, wann so einsam durchs ganze Land. Dieweil es eines stibt, das höher steht, als Frauenkuß und Lebensglück. Eines, das stolz macht und frei und stark. Und dieses eine Wörtlein steht gemeißett in Deines Griffes Stahl, v Schwert von Thule, und heißt: .Pflicht. Und Treue bis zum Tod". Da wußte Otto Maltzan, was er zu tim hatte

tn Folge der Mißstände unseres Wohnungswesens werden behandelt, sowie die sich daraus ergebenden Reformvor- fchläge erörtert Insbesondere wird die Wohnungspslege in öffentlicher und privater Beziehung eingehend bespro­chen. Der zweite Test handelt vom Bau und der Ein­richtung der Wohnung im Sinne der Gesundheitspflege.

.Al Jresco“, eine Tiroler Künstlergeschichte von Hans E ch r o t t - F: e ch t l, ill. von K. Rieder-Schwarz. Ver­lag Haas und Grabherr, Augsburg. Preis geb. 12 Mk.

Die Erzählung ist voll Poesie und Liebeszauber. 3a, es ist eine Liebesgeschichte, aber der Rahmen, m dem sie sich abspielt, ist so mannigfaltig, so groß geschaut, daß man nicht weiß, ist die seltsame Liede des Künstlers, oder all das, was daneben ausblüht, die Hauptsache. Hans Schrott- Fiechtl, her fein Buch schreibt, ohne darin seinen Tirolern irgend ein Wichtiges näher zu bringen, entwickelt hier fei­nen Standpunkt zur Kunst und will mit dieser einfachen lieben Erzählung die alte Freskomalerei wieder neu be­leben. Was er darüber schreibt, ist so aus der Praxis heraus, daß man ihn für einen Maler halten muß. Nun, sich selbst nennt er ja auch scherzhaft einen Stubenmaler, will er doch die Herzen seiner Leser hell und goldig aus­malen. Das Buch ist prächtig nach Inhalt und Ausstat­tung, so recht als Geschenk geeignet.

Die Fahri znm Christkind. Ein Wechnachismärchenbuch von Julius Lohmeyer, mit Bildern von V. P. Mohn und Melodien von Th. Krause. Preis elegant gebunden 18 Mk. Karl Flemming imb C. T. Wiskott, Aktiengesell­schaft für Verlag und Kunstdruck, Berlin und Glogau.

Eine Bilderbuchgabe von hohem künstlerischen Wert. Das Buch ist ein alter Bekannter; in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts erschien es zum erstenmal, und es ist wahrlich kein Wunder, wenn sich die Nachfrage nach diesem längst vergriffenen, echt deutschen und gemütvollen Weihnachtsbuche von 3ohr zu Jahr derart steigerte, daß der Verlag die Herausgabe einer Neuauflage vornahm. Mn Stück alter Zeit wird wieder in uns lebendig und beim Betrachten der prachtvollen Mohnfchen Bilder durchleben wir hn Fluge längst vergangene Jahre, die Zeit unser« Sugenb. 1

Amtliche Anzeigen.

Veröffentlichung Des Reichsgesunvffeitsumtes

XIIV. Zahrg. Berlin, den 4. Aunust 1920, Nr 31 5. 549.

Deutsches Reich. Hab-3o.

Gegenüber ber ins Maßlose gesteigerten und irre­führenden Anpreisung des Bad-Jo sind die Direktoren der deutsche» Universitäts-Frauenkliniken mit folgender Erklärung an die Oeffentkichkest getreten.

Erklärung der Direktoren sämtlicher deutscher UnionsikätsfrauenMniken gegen Rad-Jo.

Die ungeheuerliche Reklame, die die in Aerztekreisen zur Genüge bekannte Rad-Jo Versand-Gesellschast, Hamburg, Amolposthof, neuerdings wieder betreibt, legt den unterzeichneten Direktoren der deutschen Universi- täts,Frauenkliniken die Verpflichtung auf, im Interesse des allgemeinen Bolkswohls und im besonderen der schwangeren Frauen wie der Säuglinge zu den irre, führenden Anpreisungen des Rad-Jo Stellung zu nehmen.

Hauptbeteiligt« des Rad-Jo (ebenso wie des Amol») Geschäfts ist ber Fabrikant Vollrath Wasmuth. Rad-Jo wird u. a. folgendermaßen angepriesen: „Rad-Jo v«- hütet Schwangerschaftsbeschwerden, Erbrechen ufm." „Es kürzt die Geburtszeit oft bis auf Minuten ab." „Es verhütet Krampfadern." „Es befördert die Milch- bildung oft so stark, daß die Milchb'ldung oft nicht be- zwungen werden kann." „Viele Mükt« berichten, daß Rad-Jo-Kinder weit gesünder, kräftiger entwickelt, hüb­sch« und heiterer sind als ihre älteren Kinder, die ohne Rad-Jo geboren wurden." Durch den Zusatz „Geprüft und begutachtet von hervo«agenden Aerzten und Pro- fefforen, u. a. mit großem Erfolg angewandt an einer deutschen Universitäts-Frauenklinik" sucht die Rad-Jo- Firma den täuschenden Anschein zu erwecken, daß die oben angeführten und anderen Angaben von ärztlichen Autoritäten anerkannt worden seien.

Die wissenschaftliche Nachprüfung des Mittels Hai 'vielmehr ergeben, daß Rad-Jv die ihm von Wosmuth zugeschriebenen Mgenschaften nicht besitzt. Eine Beleidi­gungsklage, die Wasmuth gegen einen bas Rad-Jo als „glatten Schwindel" bezeichneten Arzt anqeftrengt hatte, wurde auf Kosten Wasmuths rechtskräftig abgewiesen. Wegen der unwahren Behauptung, daß Proseffor K o u- wer Rad-Jo bei d« Entbindung der Königin von Hol­land angewandt habe, rourb» Wasmuth zu Geld- und Freiheitsstrafen verurteilt. Mit dem Nam-n von Aerz­ten hat die Rad-Jo-Gesellschaft groben Mißbrauch ge­trieben.

Die Reklame für Rad-Jo ist gemeinschädlich. Da Rad-Jo zu einem sehr hohen Preise vertrieben wird, werden die Käufer zu einer wirtschaftlich unniiben Aus- gäbe verfuhrt, die nur dazu dient, den Rad-Jo-Fabri- kanten zu bereichern.

Bumm, Franz (Berlin), v. Franque (Bonn), Küstner (Breslau) Seitz (Erlangen), Walthard (Frankfurt a. M ), Opitz (Freiburg), v. Jarchke (Gießen), Reifferscheid (Göt­tingen), Hoehne (Greifswalds, Hennemann (Hamburg), Sellheim (Halle), Menge (Heidelberg), Henkel (Jena), Füth (Köln), Stoeckel (Kiel), Wint« (Königsberg),

Harte und kampfreiche Monate waren über Mecklen­burg dahingegangen. Im Frühling 1477 war Herzog Heinrich gestorben, und seine drei Söhne Albrecht, Mag- nus und Balthasar hatten die Regierung angetreten.

Aber b« Kampf gegen Pommern und die Maltzane ging weiter. Herzog Bogislav von Pommern und Ve­rend Maltzan klagten beim Markgrafen Johann von Brandenburg, daß Herzog Magnus ste immer wieder unrechtermaßen beschädige. So hatte das arme Land unsäglich zu leiden durch seiner He«en Hader und Streit.

Endlich, endlich gelang es dem mecklenburgischen Kanzler Thomas Rohde, einen Waffenstillstand zu der­mitteln, und Friedensverhandlungen wurden eröffnet Darüb« war mied« der Frühling ins Land gekom­men, d« mit Blütenschimmer die Wunden heilen mußte, die das ganze Kriegsjahr geriffen.

Und in diesem Friedensstand sollte nun endlich auch die Hochzeit des Herzogs Magnus mit der Prinzessin Sophie von Pommern zu Anklam am 24. Mai 1478 gefeiert werden, die man des Ueberfattes und der Zwi­stigkeiten wegen ja fast zwei Jahre hinausgeschoben hatte.

In ihrem goldigsten Festkleid leuchtete die Sonne vom wolkenlosen Himmel. Auf Büro Wolde wehte die blaugelbe Fahne im Morgenwind. Sie hatten eben in der großen Halle ihre Frühsuppe gelöffelt und saßen nun noch plaudernd ein Weilchen zusammen, die sel­tene Freude genießend, baß ber Hausherr bei ihnen und Friede im Lande war. Frau Gödel ließ ihr Töch­terlein tanzen und nach des Vaters dunklem Bart grei­fen. Brigitte Alvensleben, die wieder einmal zu Be. such weilte, da Frau Gödel vor der Geburt ihres zwei­ten Kindes stand, hatte ihr Spinnrad an bas offene Fenster geschoben und ließ emsig ihr Rädlein schnurren.

„Run werdet Ihr also in Bälde gen Anklam reiten, He« Verend, zur herzoglichen Hochzeitsfeier. Es hat mich gefreut, daß Ihr des Pomm«nherzogs Einladung, als Hochzeitsgast zu erscheinen, nimmer abgeschlagen."

Aber Frau Gödel warf rasch dazwischen, den zierli­chen Kopf schüttelnd'

tSchlch folgt.)

„Ach, was Du schwätzt, Brigitte! Ich hätte es lieb« gesehen, er ginge nicht hin. Dieweile es wieder neuen Zündstoff geben könnte für abermaligen Zwist. Wo er doch den herzoglichen Bräutigam dazumal selbst über­fiel und gefangen setzte in Kummerow."

Verend lachte.

„Das war einmal, Gödel. Jetzt soll so all« Zwist vergesten sein und ruhen." Er wurde ernst.

„Trotz aller Uneinigkeiten habe ich Herzog Magnus gern und weiß ihn zu schätzen. Und ich meine, « achtet auch mich. Kommt vielleicht einstmals noch eine Zeit, wo wir gut Freund werden und allen Jähzorn und Heißblut unserer Jugend abgestreist haben. Wer kann es misten? Wenn ich wied« mit Penzlin belehnt werde, bin ich auch wied« sein Vasall. Die Zeiten können sich bald ändern." Frau Gödel machte jetzt ein nachdenkliches Gesicht.

„Ab« nun haben wir über all dem vielen Kriegs­geschrei die Jahre hindurch nimmer acht gehabt auf so schönes Festgewand zur Hochzeit. Muß doch heute gleich in den Truhen nach'ehen, was ich Euch rüsten könnte für Anklam, mein Gemahl."

Er hob lächelnd die Hand.

Laß gut sein, Gödel. Ich habe schon ein bester Hoch­zeitskleid als alle Ritt« im Land. Das kannst Du mir glauben."

Sie sah ihn erstaunt an.

„Ei ber Tausend! Das mühte wohl mit seltsamen Dingen zugehen, mein Gemahl. Weiß doch Eure Haus, frau gar wohl in Euren Kleidern Bescheid. Und so gar prächtig sind sie jetzt gewiß nicht."

Er stand auf. In seinen Augen stand ein groß« Schelm.

„So will ich Dir selbst mein fürnehm Hochzeitgewand zeigen, Gödel. Warte ein Weilchen, ich bin gleich zurück."

Er ging aus ber Tür und die beiden Frauen sahen sich lachend an.

„Bin aber voll Neugier, was da herauskommen wird!" sagte Frau Gödel und wäre ihm am liebsten nachgelausen.

Zweifel (Leipzig), Zangemeister (Marburg), Döbttlein (München), Sarwey (Rostock), May« (Tübingen), Hof.

mei« (Würzburg).

Wird vttöfsenllicht.

Fulda, den 22. November 1920.

Der CanbraL 2. D. Köhler.

Zur Vereinfachung des geschäftlichen Verfahrens bei b« Erteilung von Auskünften in gewerblichen Schul­angelegenheiten ist im Ministerium für Handel und Ge- werbe zu B«lin W. 9, Leipzigerftraße 2, eine Aus» kunftsstclle für bas gewerbliche Schulwesen «richtet worden. Von ihr werden Anfragen auf dem genannten Gebiete durch Mitteilung von Tatsachen, feststehenden Grundsätzen und dergleichen unmittelbar beantwortet.

Fulda, den 13. November 1920.

Per CanbraL 2. D.: Köhler.

Verordnung betreffend Aushebung b« Verordnung üb« Höchstpreise für Nährmittel vom 20. Oktober 1920.

Auf Grund der Verordnung üb« Kriegsmaßnohmen zur Sicherung der Dollsernähnmg vom 22. Mai 1916, RGBl. 6. 401 und 18. Aug. 1917, RGBl. S. 823 wird verordnet:

§ 1. Die Verordnung über Höchstpreise für Nährmittel vom 28. Okt. 1919 und 20. April 1920, RGBl. S. 1834 und RGBl. S. 595 wird aufgehoben.

§ 2. Diese Verordnung tritt mit dem Tage der Ser- tünbigung in Kraft.

Berlin, ben 20. Okt. 1920.

Da Reichrmlnlsler für Ernährung und Landwirtschaft, gez. Dr. Hermes.

Wird oerösfentsicht.

Fulda, den 23. November 1920.

D« CanbraL Frhr. v. Doembetfl.

Dct Höchstpreis für Braunkohlenbriketts (Sächsische) wird auf 13,80 <M. je Zentner herabgesetzt.

Für die über Lager genommenen Brennstoffe darf je Zentner em Aufschlag von 0,70 M. berechnet werden.

Fulda, den 23. November 1920.

D« CanbraL Frhr. o. Doernbsrg.

Don d« Zeche Käuzelbuch bei Flieden können per Achse Nohbraunkohlen bezogen werden. D« Verbrauch der Kohle im Landabsatz darf mir gegen Abgabe von Hausbrand-Landabsatzscheinen erfolg er». Diese Land- abfatzscheme können von Selbstverbrauchern und Händ­lern von ter Kreiskvhlenftelle in Fulda bezogen werden. Bei der Bestellung von Bezugsscheinen ist anzugeben Vor- nud Zuname und Wohnort des Verbrauchers ob« Händlers, ferner die Menge, die gewünscht wird. Di« Landabsatzscheine sind dreiteilig und wüsten beim Ab­holen ber Kohlen von dem Fuhrmann dem zuständigen Werksbeamten abgegeben werten. Dieser gibt nach ein­getragenem Vermerk ben dritten Teil, den sogenannten Veförterunosausweis, dem Fuhrmann zurück, ter ihn auf Verlangen dem kontrollierenden Beamten vorzuzeigen hat. Der Führ« des Fahrzeuges darf ohne ben ordnungsgemäß ausgestellten Beförderungsnachweis bezogen« Kohlen nicht fahren. Der Besörterungsausweis besitzt nur eine Gül­tigkeit von zwei Tagen von ter Werksttessrung an ge­rechnet.

Zuwiderhandlungen gegen diese Bekanntmachung wer­den nach § 7 bet Bekanntmachung vom 28. Februar 1917 mit Gefängnis bis zu einem Jahre und mit Geldstrafe bis zu 10000 <M. oder mit ein« dies« Strafen, bei Fahrlässigkeit mit Geldstrafe bis zu 3000 -K bestraft.

Fulda, dem 23. November 1920.

Da CanbraL Frhr. v. Doembovg.

Die Landwirtschastskamm« tn Kastel hat im vorigen Jahre einen Vlehvasichaungsvabanb gegründet. Die Herren Bürgermeister und die viehbesitzente Bevölkerung des Kreises mache ich auf den großen Nutzen ber Dieh- versicherung, wie insbesontere auch des Anschlusses on den Diehoersicherungsverband der Landwirtschastskamm« ausmerksam.

Fulda, den 23. November 1920.

D« CanbraL Frhr. v. Doernterg.

Ausgebrochen: Die Maul- und Klauenseuche m ten Gemeinden Stadtlengsfeld, ßtntenau, Dorsch, Buttlar, Geismar, Wiesenfeld, Aschenhausen, Diedorf, Kieselbach, Bremen, Glattbach. Oechsen, Schleid und Sondheim, Be- zirksdirektion Dermbach. ,

Fulda, ten 24. November 1920.

Der CanbraL Frhr. v. Doerttterg.

Di« Herren Bürgermeister, in deren Gemeinden zu Gunsten der Gemeindekasien Obslv«känfe im lausenden Jahre vorgekommen imd mit b« Erledimmg mein« Ver­fügung vom 15. Okt. 1920, „Fulda« Zeitung" Nr. 247, betreffenb Anzeige des Betrages des Erlöses, noch hn Rückstand« sind, werden hieran mit dreitägig« Frist noch­mals erinnert.

Fulda, ten 25. November 1920.

Der CanbraL Frhr. v. Doernberg.

Die Verwendung nicht elastisch« Bereifung an Last­kraftwagen und an Anhängewagen ist feit dem 31. Ok­tober b. 3. nicht mehr zugelassen, worauf ich hiermit auf­merksam mache.

Fulda, ben 26. November 1920.

Der CanbraL Frhr. v. Doernber«.

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