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Ml-aer Heilung

Druck der Fuldaer Aetieudruckerei in Fulda

ko«.

den.

„Stimmen der Zeit", in der sich nur Mitglieder der Or­den» äußern und die kulturellen Erscheinungen der Zeit erörtert werden. Zur Orientierung über katholische Bn. schaumigen ist diese Zeitschrist besonders geeignet, da sie keine Konzessionen macht und den Katholizismus unoer. mischt zum Ausdruck bringt.

Man roirb' zu diesen erfreulichen Säßen wohl das eine oder andere zur richtigstellenden Ergänzung sagen wollen; immerhin sind diele ehrlichen Sätze ein« wert­volle Bestätigung für die Berechtigung der Vorwurfes, den mir leider nur zu oft der nichtkatholischen Presse machen müßen, daß sie an der „katholischen Literatur" im weitesten Sinne des Dörtes in «tn-t Weise vorüber­geht, die jede sachliche Objektivität schädigen muß.

Jlo 272.

Attttwoch, 24. November 1920,

— Geflchlsform und Zähne. Daß die Gesicht,form auf die Zähne einen sehr weseMlichen Einfluß übt, zeigen die von C. Rose im Archiv für Rassen- und Gesellschaft», biologie verösicnllichlen Untersuchungen. Er ergibt sich dabei, daß Dreitgesichter besiere Zähne haben als di« LanggeRchter. Je schmäler da» Gesicht, um so schmäler ist auch der Kieferbooen, um so enner gedrängt und un- reeelmäßixer stehen di« Zähne. Ferner haben schmale Gesichter mit eng anliegende« Jochbogen durchschnittlich «in« weniger kräftige Kaumurkulalur als breit« Gesichter mit weriausgreifenden Jochbogen. Leute mit schwacher Kaumuskulatur aber bevorzugen im allgemeinen weichere Speisen und kauen sie wenig kräftig. Infolge der ^chwä- cheren Kautätigkeit werden auch die Lippen-, Dangen- und SungenmusMn. dis natürlichen Zahnbürsten des Mundes, m geringem Maße in Anspruch genommen So erklärt es sich, daß schmale Gesichter durchschnittlich auch dann schlechtere Zähne haben, wenn die Zähne ohne jede Unregelmäßigkeit in wohlgeordneter Reihe stehen. Die längsten Gesichter haben beinahe doppelt so viel schlecht« Zähne wie die breitesten. Die längeren Gesichter haben in den. Regel auch größere Zähne als die breiter«! Ge- sichter. Große, lange Schneidezöhne bilden geradezu ein Rosienmerkmal für langgesichtige Gegenden. Es ist d-nch- aus kein Zufall, daß wir bei den langgesichtigcn Schwe­den. Engländern und Amerikanern so häusig jene großen Schneidezähne antresfen, di« sogar in den Zerrbildern irr j Witzblätter eine gewiße Rolle spielen. Die Langgesich u

Weihnachlsdücherschau. n.

Dem Verlag Herder in Freiburg i. D. muß man dankbar sein, daß er so großes Gewicht darauf legt, nur inbaltlich wertvoll« Werke und dies« in vor- nehmer Ausstattung herauszubringen. Dir wollen hier auf jene neueren Veröffentlichungen des bekannten Ver-

— Der unlogische TNonn. Erkundigt man sich bet einem Mtewe nach seinem Frauenideal, so wird er berestwilligst erklären, dcß die Züge, die er an dem schöneren Geschlecht am meisten bewundert, Güte, Br- scheidenheit, Sittsamkeit, Selbstlosigkeit und Sparsamkeit sind. 2(ber wenn derselbe Mann einer schlicht gekleide­ten Dame begegnet mit einfacher Frist«, baumwollenen Strümpfen und festen Schüben, leuchtet dann sein Auge auf? Sagt er zu sich: „Das ist dir Frau, die ich suche; sie hat oll d« Eigenschaften, die ich am meisten berrurdere; sie sieht gütig aus; sie trägt in ihrer Klei« düng keine Koketterie ’itr Schau; ihre Hände sind nicht manikürt — gewiß, fb sehen etwas grob ans, aber doch nur, weil sie fei'st im Hau« mit anfaßt. Ihr Wesen atmet Sribstlosi"kmt; ihre baumwollenen Strümpfe zei--en, daß sie sparsam rft?" Macht er alle erdenklichen Anstren-mnaen, sie kennen zu lernen und für sich zu errinaen? Nein, durchaus nicht. Er sicht sein Ideal vor sich und — er flieht es. Tritt aber eine Dame in seinen Gesichtskreis, ausprstattet mit oller Eleeanz ter n'uesten Mode, angetan mit feinen Sei- der strümpien und kostbaren Spanoerschuhen, mit fünft« sich oewrlltrm Haar, mit polierten Nägeln und zarten Händen — wendet der Mann sich dann mit Verachtung ab und sogt er: „Welch schreckliches De'spiel des Frauen- tnps, den ich vctachte"? Keine-rveas; er sucht sie auf alle Weise kennen zu lernen und ihre Gunst zu errin- gen. Doch würbe dieser Mann entrüstet sein, wenn man ihn unwahr und heuchlerisch nennen wollte. Aber

befinden sich aber in der ungünstigen Lage, daß sie grö­ßere Zähne und dabei zugleich engere Gaumen und Unterkiefer haben als die Breitgesichter. Die großen Zähne finden in dem engen'Kiefer nicht Raum genug, sie stellen sich schief ein und bilden tote Ißtnfef. Je weniger der Kulturmensch sein Gebiß in ausgiebiger Kautätigkeit übt, um so mehr entarten die Kaumuskeln, um so schmäler wird das Gesicht, um so enger sind Gaumen und Unter- tiefer, um so häufiger erkranken die Zähne. Es zeigt sich, daß regelmäßig bei enggedrängter Zahnstellung die Zähne häusiger erkrankt sind. Ebenso regelmäßig ist mit der engen Zahnstellung eine längere Gesichtsform verbuu-

unlooisch ist er, denn er begehrt in Wirklichkeit gerade das Gegenteil von dem, was er in der Theorie an ihr schätzt.

— Man mnß sich zn helfen wissen. August Mükl-r auS Berlin nebst Familie wünschte in die Sommer­frische zu reisen und fing beizeiten an, ein liebe« Obdach zu suchen. Aber wehe — jeder Hauswirt: schrie: wir vermieten nur an Leute ohne Kinder k Da kam Herrn Müller ein rettender Gedanke. „Ich wohl, sapre er be-m letzten Bauer» im Dorfe, die ihn angesichts der „Familie" ebenfalls abweisen wollte, ich miete auch nicht für mich, sondern für einen Verwandten, der noch gar keine Frau und Kinder bat, aber gern feine Eltern und zwei Schwestern miibringen möchte. Das war etwas an­deres; die Sache wurde abgemacht. Bald danach, rückte Herr Müller nebst Frau und drei Kindern ins Tusculum e>n. „Nanu, hoat er doch g* etit . „Iawolle doch", tarne Herr Müller ans Beilin, „' ier, mein Aeltester, zebn Jahre alt, das ist her- Bei wandte, für den ich mietete, wir sind bloß fe ne Eltern und dies da sind seine zwei Schwesterchen. Frau und Kinder bat mein Aeltester noch nicht , .fc Sie sehen, alles genau wie vereinbart 1* br.

— Tie Urheimat der Magyaren. Sir Aure^ Stein, der berühmte angloindeiche Forscher nnga». weher Abstammung, hat anläßlich seiner letzten Forichunosrei e auf dem Pamir-Plateau tZentral- afien) alte Zuschriften gefunden, in welchen Wörter enthalten sind, die mit alten magya-ischen Wörtern türkt'ch-talai i chen Ur'prungs itenii ch sind. Diese bedeutsame Entdeckung bildet nun einen sicheren Be­weis dafür, daß d:e Wanderung der Dia baren vor wehr als t uifenh Hauen vom Pamir-Plateau aus» aina oder dort passierte; al o die Richtigkeit der Forschun 'en von Alexander Körösi-E ouia und Vam- be y wäre damit bewiesen. Die Ent eckung Stein- spricht für die Bei wandt chaft der Magyaren mit cen tüikisch-iatarifchen Vö kein, gegenüber der heute aeliendln Annahme her Berwandtjchaft mit dea finni,ch-,y.ijcheu Böllern.

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Ein beachtenswertes Wort.

3m allgemeinen beachtet die nichtkathokifch« Prell« heute die literarische Tätigkeit der Katholiken noch u* in fenem Maße, die eine objektive Sachlichkeit er- wraern würde; sooar führende Zeitschriften scheinen es ni25nfm?rten äu können, daß si« sich mit dieser „katho- „ Literatur" nicht, von ihrem Standpunkt natürlich, «*SE?ncmberie6en- Um fo erfreulicher sind bi« Sätze, die rj '2 einem Artikel „.<?otholifthe Literatur" des ..Lite- i attez der Frankfurter Zeitung" vom 24. Oktober 'mben; im Anschlusie an eine verständnt«volle Be- te •ktinq verschiedener „katholischer Neuerschrinimzen" '?7>dt ber unnenannte Verfasser: „Man hat hier aus nen Deisnielen ersehen, daß di« Benediktiner «Irisch regsam sind: b--» datiert aber erst ans neuerer Die wisien'chaft'ich« kathakllche Literatur soweit i,.®6". Drbensteuten oenftegt wird ist ganz überwl«. ^ Literatur ber Ie 1 - iten. W ite Kreil« wollen . .Jbr nichts Pt)«r boch. aus ihr nichts («-nen ’ ahgefehen «tma von ben Forschungen Was- l"’&Cr die Ameisen. Ah-r es gibt einen Gcsicht,. her Prte{n schon ausrrirftt. die D-«chtung ber ko. $*,-urn Literawr zu empfehlen. Die katholi'chen r unterliegen zwar gewissen Behinmmgen, r ein Nachteil hat meistens auch «’nen Pn-teil bei i;/' vnd bas ist hier insofern der Fall, als diese Be- jjungen die Katholiken vor den zahlreichen Irr- -.v»ern bewahrten, denen sich das .modern«" -k»»ken, auch in einem Teil der Wissentchaft. ergeben 5it» daher recht nützlich sein, die katholische

enJ®QtUr $'-'m Dergleichen h-ranzuziehen und wer ans ^eren Gcsichtsp'wkten her über die 3rrtr'm*r der Mo- bbu'o- °n *ns Klare gekommen ist. w'rd finden, daß Literatur in verschiedenen und oft gerade in gründ- Uh.k Fraaen tiefer sieht al, mancher gänzlich “"flebunbene."

verfasier äußert sich anlch'ießend dann über (,uQlln Muckermanns „Ter Urgrund unserer L'''ens- .«Muunq" und schließt seinen Artikel mit den Fällen: 5rf»ebt daraus, daß man in ber kathn'ilch-rvillen- Te6trd)en Literatur manches Fnteresiante sinken kann. b„^. öi m großen Teil« von Jesuiten betrübet hängt Äm.; 3"fammen, daß ihr Orden für die verich ebenen ßl J^e der Wissenschaften Spezialisten ansbilllet, die teh»» xn huuptiächlich als Ge'-ehrte betätigen. Daneben

®ie deutschen Jesuiten eine Zeitschrift heraus, hie

L Songretz der christlichen Gewerkschaften in Essen.

L (M) Essen, 22. Rav. 1920.

m( heutigen Verhandlungen wurden durch einen «urtrag des Geschäftsführers F. Ballrufch (Der- L Über „Der Gemeinschaftsgedank« in Staat und Schaft" eingeleitet Baltrusch bekannte sich zu ben «kbeitsgame>nschaften der Arbeitgeber und Arbeitneh.

Die Arbeitsgemeinschaften, die in sich eine große Uschaftliche Macht verkörperten, müßten mehr als bis- sich der Derantwortlichkeft gegenüber dem Bolts. rJj.jn bewußt werden und eine Preis- und Lohn- «lmk betreiben, di«, aufs Ganz« gesehen, vertretbar k Die ©""bauten des Redners wurden unterstrichen rL* Annahme einer Entschließung, bie u. a. di« Kja ngswirtschaft als notwendig« Maßnahme L jfriegfs beseitigt sehen will und ber Neuaufbau L beutschen Wirtschaft nach gemeinwirtschast- uchen Grundsätzen fordert. Die Ansätze zu einer «meinwirtschaftlichen Wirtschaftspolitik seien ohne Lreaufratirierung ber Wirtschaft weiter zu entwickeln: «te privatmonopolistischen Industrien (vor allem Berg- Eilen und Stahl, Elektrizität, Kalk, Zement und xickstosf) müßten in erster Linie ber Dalksge'amtheit lienftbnr gemacht und gemeinfchafilich verwaltet wer. En. Eraänzend hinzutreten falle im Einvernehmen -•[ ber Staatsgewalt bie Kommunalisierung der dazu «eigneten und vorwiegend den Zwecken der Gemein­en bienenden Betriebe, wie Gas- und Wasserwerke, geftriMte Energie- und Wärmeversorgung, ört'icheS Verkehrswesen, Bcstattungswesen, Lichtspiel- und Schau- »ellungswesen, Abfuhr und Abdeckerei. Babe* unb offen}. kches An'chlagwesen. Die Regelung der Ein- und jusfuftr durch zweckmäßig zusammengesetzte Selbst, girt'djofteforper sei beizubehaften unb auszubauen, jtd) in ber Landwirtschaft müsse der Gemem'chast»- ^dank« mehr als bisher zum Durchbruch kommen.

5i ber Aussprache fordert Keurich-Freihurg (Bau* Reiter) Maßnahmen zur Bekämpfung der Wohnung», „t, zumal der Mangel an Wohnungen die Sittlichkeit untergrabe. Die genannten Probleme des Wohnung»- bnues müßten neuaeorbnet werden durch ei« offenes Setcnntnts zur Bodenreform. Behren s-Bersi,n {Sanborbdfert wendet sich gegen bie polfttsch« Ecken- feijrttet, wodurch die großen Gesichtspunkt« verloren pngen Es werde In Deutschland noch zuviel nrgant- pjrt. Siedlung sei notwendig. K r e i k-D^rlin lM tall. erbeiter) wendet sich gegen die uferlose Div-dendenpolftik der Werke unb fordert Veibehnitunn der Außenhandels­kontrolle. H ü s k e s-Esien (Eismbahner) wendet sich energisch gegen Mißstände bei ber Eisenbahn. Es ent­steht Unrvhe im Saal, als Redner erklärt, die Durch- fihnina einer W rt'chaftsreform nach chr'stlichen G'tmd- ftzm fei kaum möglich, denn auch in 3 -fünft würden » woh! nur 50 v. f). Christen geben. Dieser Gedanke wurde von anderen nachdrücklich zurücknewiesen. Wenn dH christlichen Gewerkschaften bie Hoffnung auf eine Delst-s- und Seetenerneu-rung im Dolks!eh»n au'nähen, [ön-ten sie einnacken. T'e christ'ich-n G-"nerllchaften würden sich auch in der Fran« der Soztelffi-rung ber jtchle nicht ausschließlich von ber Frone ber Bezahlung leiten lasten, sondern vom Gemeinwohl. L i n «-me-gin (Jabr’terbett-r'i warnt in ießiger Z'it vor dem Einfellen des freien Sniels ber Kräfte. Redner befürwortet die ftziale Ausfuhrabgabe. Eine STus'ieferung ber deutschen Werke, irshefonbere ber 6:i<ffto:finbuftrie. an bie M--s- (eroiter. biärfe es n-cht gehen. Scheubk e-Köln (Ho'z- orbeifer) ist nur dann für die Sozialisierung, wenn üort-ile für Volk und Arbeiter entspringen. Frau Radinger-Dürzburg lVekleidunnsgewerbei betont die Notwendigkeit de» Wohnungsbau-s. L e w e k e. #Sfn vom G lamtverband frth für ö!-> Unterstützung des Lühnenv"lssb"nlles «in. während Ri « n « ck e r-^rank- rärt a. M. kLederorbeiten die Aufhebung der Soziol- abgabe für die Lederindustrie gut hält. Thränert. Berlin lGutenberabund' fordert von der Regierung M-ißnahmen gegen den Vanierwucher und unbedingte Sicherstellung der Vreßfreiheit.

Nach dem Sch'usiwert des Referenten Daltrufch »erden bie cortieaenben. Anträge unb Entschließungen meist einstimmig angenommen.

Des Arbeitsverhällnis nach dem neuen Recht behandelte Assessor Tr. R 8 h r-Berlin. Er ver- lanqte ein einheitliches deutsches Arbeiisrecht. Im Laufe stiver Ausführungen wandte er sich gegen die S-hemati- üerung des Achtstundentoaes. nicht gegen ben Achtstun­dentag als solchen. Der schematische Ach^sh-nden'og Habe »och fange keine Berechtigung, weil er etwa 30 Jahre lmg Dogma einer Partei gewesen sei. In der Bof,S> W'djaft müße e’ne best-mmte Menge Arbeft geleistet werden. Es fei nicht richtig, bah ein Wa'zwerkarhefter mht Stnnben arbeite und ein FrisenrgeHilte «hen'ans, oder daß ein Bertrarbeiter sieben Stunden arbeite, wnh- renb viel? Leute ihre acht Stunden lediglich durch ?lr- »-trbereitlchaft ausfüllten Cs mülle unbedingt bie schwere ber Arbeit berücksichtigt werden. Auch bie wmatifiTuna ber (Enftehnimq tei mcht om Dfalle. De- »ertensroert war ein Gedanke des Borteagen’-en über di' Rapitatbeteipqvna b»r ?frbe,fer an ber Da"swfrt- fthaft. Ein Weg dafür fei ber. daß man aus den un- Seheiiren Lohgf>-mm<>i grob« Lohnfonds biO« für die ”<fe>Ii-iu-'g der Arbmfer am Unternehmen. Rach einer Wjns überfchläaiaen Berechnung gingen heute durch bie j^nbe ber Arbeitoehmer fährUch etwa 150 bis 200 «wiarden Mark. Wenn man nur 5 «. H zur Kapital­

es deshalb fedoch trocken wäre. Es wird vor allem de» gebildeten Mann anfpredjen.

Das intereffantefte Studium für den Menschen ist bet Mensch selber. Tamm werden Lebensbilder so gerne gelesen. Mit welchem Genuß und Gewinn liest man beispielsweise das kleine „Tagebuch meiner an u 11 e r", da» bet bekannte Beuroner Benediktiner Se. bastian von Der herausgegeben hat. Das Tagebuch zeigt, wie eine hochgesinnte Frauenseete olle Schwierig­keiten überwand, um die Wahrheit und damit das Gluck zu sinden. — Ein anderer Beuroner Benediktiner, Pater 8 erkode. von Geburt ein Holländer, erzählt unter dem Titel „Unruhe zu Gott" die Geschichte seiner eigenen Bekehrung. — Unter dem Titel „Im Rettungs­schis s" schildert Fr. Maurer „dte Erlebniste einer Kon- vertitenfamilie", bas Ringen und Kämpfen, das es kostete, um in das Rettungsschist der Kirche zu gelangen- ®03 Buch ist schlicht und doch so ergreifend, daß man bisweilen nicht weiter lesen kann. — Den Freunden unb Verehrern des großen Geschichtsschreibers Janssen wird wohl die willkommenste Weihnochtsoabe sein die zweibändige Sammlung „I o n s s e n » Briese", die Ludwig ftrhr. von Pastor, der würdige Schüler und Nachfolger Janstens, herausgegeben hat. — Die Mufikkundigen wer- den sich mit großer Freud« ben 5. Band der „Bibliothek wertvoller Denkwürdigkeiten" Beethoven" kaufen oder schmk«« losten. Das Lebensbild des gewaltigen Kompo- msten ersteht hier aus feinen und feinet Zeitgenossen Aus­zeichnungen, Briefen, Tagebüchern in einer Unmittelbar- teir, rote in keiner dickleibigen Biographie. — Ein Werk- chen, das nicht übet Nacht entstanden ist, das deshalb auch mit Muße gelesen werden will, ist das prächtige, mit 19 Bildern geschmückte Büchlein des Beuroner Bcnedik- tinerpaters Odilo Wolfs „Mein Mei st er Rüper- tu« . Em Mönchsleben aus dem 12. Jahrhundert. Es Ixmbeft sich um Rupertus von Deutz, in dessen Schristen sich Pater Odilo jahrelang liebevoll versenkt hat und den er der heutigen Welt in einem wundervollen Lebensbild erstehen läßt. — Mit dem Buch „In der Werkstatt. Gottes" hat S'amund Rachbaur S. J. seinem früh dahingegangegen Mitbruder Vater August Pfeifer eiti würdiges Denkmal gesetzt. Die Lektüre dieses vorbildliche» Priesterlebens ist ein wahres Labsal für alle in der Seel- forgearbeit tätigen Priester und für jeden, der gerne eine» Blick tüt in bie Werkstatt Gottes.

Endl'ch noch ein paar politische Werke, lne sich als Weihnachtsgabe eignen. Die Frau lege ihrem politisch tätigen oder doch politisch interessierten Mann unter de» Weihnachtsbaum das umsastende und allseitig orientie­rende Werk von Sacher, dem Herausgeber des Staatslexi» kons der Görresgesellschaft, „Der Bürger im Volks- stoo t". Eine Einführung in Staatskunde und Politik. Die einzelnen Problem« der Staats- und Eefcllfchafts- lehr« haben gewiegte Fachmänner zu Verfassern. — Unb der Mann leg« feiner Frau, der Vater feiner Heranwach­senden Tochter auf ben Weihnachtstisch das Werk, das men als Gegenstück des vorigen bezeichnen kann, „D i e Frau in der Politik". Einführung in das Staats« und Wisienschaftsleben für Frauen und Jungfrauen. Von Tr. Fanny Jmte. Mit dem Wahlrecht ist den Fronen und Jungfrauen auch «ine ungeheuer Verantwortung zu- grfallen: deren werden sie sich ober erst in rechtem Maße bewußt, wenn sie die staatlichen und wirtschaftfichen Probleme kennen. Diese Kenntnis zu vermitteln ist Frou Jmle wohl di« geeignetste Kraft. — Wir nennen hier noch • «in schön-s Hevderbuch: „Ein Jahr in der Reichs­kanzlei". Erinnerungen on bie Kanzlerschaft me'nes Vaters. Don Karl Gras von Hertling. Das Buch gibt einen schönen Einblick in bas Leben des ebenso hoch­gelehrten als hochvornehmen Grasen, der mit 75 Jahren das Ruder des Reichssch'ffes aufnahm in einer Zeit, wo es am schroierigsten zu führen war.

Der „Herders Wochenkalender" kennt, mttl den neuen Jahrgang 1921 nicht gern auf dem Weihnachts­tisch misten. Er bietet außer einigen anaenehm»n Neue­rungen wieder einen großen Reichtum schöner Bilder und intevestant-r Textprohen und wird dadurch zu einer illu­strierten Literaturgesch'chte der Gegenwart. — Wer sich für die neuen Probleme der Naturwissenschaft witereffiert und sie im Laufe brr fetzten Jahre nicht verfolgen konnte, für den ist wie geschaffen das „Jahrbuch der ange­wandten Naturwifsenschaften 1914—1919". 30. Jahrgang. Unter Mitwirkung von Fachmännern her« hausgegeben von Tr. Joseph Plaßmonn. Mit 253 Bit» dem euf 30 Tafeln unb im Tert. — Eine unausschöpfbare Schatzkammer voller Snrtoit'gen, ein Brunnen voller Lebensweisheit ist das Buch Drof. Fauftmanns „A u s tiefem Brunnen". Es ist eine gründliche Abhand­lung über das Sprichwort und eine reichhaltig« Zusammen« stellmm von Sprichwörtem. — Endlich lieot mir noch ein Derkcheu zu empfehlen am Herzen, bas ist „Die Lek» 'tüte" von Bemarb Arens S. J„ bas soeben in 2. und 3.. verbesserter Auslage herausgekommen ist. unter dem schöneren Titel „Das Duch". Man nehl hn Leben so viel mit Büchten um, daß es sich wirklich verlohnt, über bas Buch auch einmal gründlich nachzudenken.

Unb damit fei die kurze BUch-rschau ecM>!offen. Wem sie nicht reichhaltia eenun wäre, d«r bestelle sich von Hevdee einen „Bä cherfchotz". der ihm stchersich bereitwillig eugefandt wird. — Bücher auf den Weihnachtstisch! Mancher sagt vielleicht, die Bücher sind mir zu teuer. Im Vergleich zu vielen anderen Artikeln sind sie noch billig, '"terntm schaut euch rech'zeitig nach guten Büchern um. Ich wünsche Fdmi m-mer Lefer das eine oder ander» auf feinen Weihnachtstisch.

lag, kurz aufmerksam machen, die uns als Weihnacht«, grschenk besonders geeignet «rscheinen.

Bon den Jugenbschristeu muß zuerst genannt werden „Max D u tz i w a ck «l". Rach Lmgi Berte-lt, deutsch von Luis« von Koch. Es ist ein^köstlrches Kin­derbuch. — Euren Buben schenkt das Büchlein. -Der Schleudere r" von M. Homscheid. Diese fünf prach- tigen Knabengefchichten sind köstlich. — Anerkannt als Jugendschriftstellerin ist auch Helene Page«. Diese» Jahr hasse ich, daß unter recht vielen Weihnachtsbaumen ihr „Großmutters Jugendland" und »G r o tz- mutters Mädchentage" liegen werden — Sehr ans Herz gewachsen ist mir das Büchlein .W le der Herr so gut gewesen" von Pater Odilo Zurkin- be*. Wenn eure Kinder cs einmal so recht »erfpuren sollen, „wie der Herr fo gut gewesen, bann geot ihnen dieses Büchlein. — Für bie Heranwachsende Jugend em­pfiehlt sich Taver Mefchkos Bändchen „Das Para« dies aus Erden". Die ganze Schönheit die;«r bei« ben Kiubergeschichten wird aber vielleicht nur der er« wachsene Leser kosten können.

Aus dem Gebiete der schönen Literatur fällt zuerst ber Erziehungsroman „Weißkirchen von Ludwig Maria von Hertling auf. Der h:es 5süa; ein schrieb, ist ein scharfer Beobachter und feiner Menschen- kenner. — Der erfolgreiche Schwarzwalddichter Buguft Ganther trift nach längerem Schweigen mit emem Band- chen lLzählungen hervor mit dem Titel „ft einer le mit dem Korb", fteinerle, der dcrn Buch den Na- men gibt, hat in seinem Korb schmackhaftes, kräftiges Bauernbrot. Nimm und iß! — Peter Dörfter zeigt durch fein neues Bändchen Erzählungen unb Legenden »per Rätsellöser" neuerdings, daß ein gottbezna.e.er Dichter in ihm steckt. Denk dabei auch an fein Buch: „Als Mutter noch lebte". — Wer beim Ce.en der Jugendgefchichte Hamdis „Der Bahnwärter- b u b" nicht fchon bei der dritten Seite bei dem 3 e- genaßenteuer herzlich lacht, dem ist nicht zu hohen. Ge­rade noch zur rechten Zeit erscheint eine erte«isende Novelle aus der Feder ber Gräfin Klara v Preysmg mit dem Titel „Don Antonio", Ein Priestersch ck- sal, menschlich ergreifend und psychologisch tief M. Mages läßt in seinem Friede ssang „Franziskus die Erscheinung des Heiligen von Asjisi vor uns neu lebendig werden. — Sehr viel Freude und Genuß und auch viel religöse Anregung und großen seelischen Bu­hen wird das Buch von Jvkubczyk „Denk Jesu nach!" bringen. Cs ist eine Samm'ung von Christus, gedichten, gleichsam eine poetische Nachfolge Christi, pte schönsten Christuslieder, zu denen deut'che Dich er seft einem Jahrtausend sich beeistem ließen, sind hier >m Rahmen des Kirchenjahres zusammengestellt. — Der Herder^che Derlaz ist seit einiger Zeit darangegaugen, das Beste aus den bekannten Sammlungen der Crzäh un- gen Konrad Kümmels in Einzelhandel, heraus, zugeben. Fünf davon liegen schon länger vor; Jefot treten noch drei neue dazu: „Ums eigene Hkrz'h-t" — „St Peters Obelisk" — »Des Herrn letzte Worte .

Bon religiösen Büchern nennen wir zuerst das Bündchen Sonntagslesu"'gen »Die einzige Seele" von Leo Wolpcrt Ein prächtiges Buch um. wertvolles Weihnachtsgeschenk, auf das wir besonders gern aufmerksam machen. Als Geschenk für die bäuer­liche Jugend beiderlei Geschlechts sehr zu empfehlen ift das Buch „Mich ruft es zur Arbeit" von Jakob Weiler, das als erster Band der von Heinrich Mohr herauszegebenen „Büchte des Sämanns" er- fcheint. — Drei Bändchen „Wahre Mottfucher von Pater Hildebrand Bihlmeyer nimmt man immer und Immer wieder und zwar mit wachsender F-eude zur Hand. Für Freunde der Lituroie sei empfohlen: „Lebensquellen vom Heiligtum". Bon Tr.. Ludwig Fischer Es sind gedankenreiche, gediegene Lesungen über das Gebet der Kirche, das Opfer ber Kirche und das Kirchenjahr. — Sehr begrüßen wir auch die zwei Bände „Die Pfalmen". Uederseßt und kurz erklärt von Athanasius Miller O. S. B. Die Dä­cher enthalten den lateinischen Text unb daneben die deut'che lleber!el;imq. die ausgezeichnet, ist. — Pvo'essor D o n b £ r s hat seiner Lebensbeschreibung des unoer. geblichen Pater Bonaventura Krotz O. Pr., die so be. geisterte Aufnahme gefunden hat, nun einen Dand Pre­digten und Reden des verstorbenen Paters folgen las- fen unter dem Titel „Dos ewige Licht". — Pater Erich Wasmanns Werkchen aus ber Reihe „Bücher für Seelenkultur" „Der chriftliche Monismus" schenk' man gebildeten Katholiken, welche bie Grund- läge unseres Glaubens prüfen wallen, ohne fchwerbän- dige und dickleibig« Weck« studieren zu müssen. — Für denselben Leserkreis kommen in Betracht die ethisch, religiösen Darlegungen, die der bekannte Biologe ft ernt. Muckermann S. J. unter dem Titel „Neues L e- ben" veröffentlicht; bis jetzt ist als erstes Buch er­schienen: Der U r g r u n*b unserer Lebensan­schauung, dar den Sinn des Grbenganges im Ge- biete der forschenden Vernunft und der göttlichen Weis­heit behandelt. — Ferner nennen wir hier die gründ­lichen Abhandlungen von Otto Z mmermann S. J. „Der immergleiche Gott", »Das Gottesbedürf- n i s" und „Ohne Grenzen und Enden", die nun als Bücherreihe unter dem Gesamttiiel „Dos Dasein Gottes" erscheinen werden. — Ein wertvolles eucharistisch'» Schvistchen ging aus der Feder des bekannten Pater F. Ester S. J. hervor mit dem Titel „Der stille Klaus­ner im Tabernakel". Zum Unterschied von ber sonstigen eucharistischen Literatur wendet sich bas Werk­chen mehr an den Verstand als an das Gemüt, ohn« daß

beteiltgung verwende, so ergäbe har eine Summe von 7 bi, 9 Milliarden. Diese Gedanken würden vielleicht die Sozialdemokraten wegen des Risiko, des Unteraeh. mens, bei hem sie arbeiteten, ablehnen. Die Arbeitneh- merschaft wüste an der Derwallung und am (Ertrag ber Unternehmungen unb weiter an der Verwaltung ber Bezirkswirtschaftsräte und des Reichswirtschaftsrats be- teiltet werden.

Derbandsvorsitzender Imbufch, Esten, sprach über die Bewertung der ftanbarbeit und die ge- werkschaftliche Lohnpolitik. Er fordert eine angemessene Bezahlung nicht nur für den ft and-, sondern auch für ben Kopfarbeiter. Bei allen Lohnforderungen müsse man sich die Wirkung auf bie Dolkrgesamtheit und bie Volksgesundheit vor Augen stellen. Bei lebensnot­wendigen Betrieben dürfe man nicht mehr Löhne her- auspresten, als die Werke geben könnten. Gegen den Akkordlohn, besten Beseitigung die Bergarbeiter über. Haupt nicht allgemein gefordert hätten, seien die christ- lichen Gewerkschaften nicht grundsätzlich. Seine Beibe­haltung bei allen dazu geeigneten Arbeiten fei zu wür- schen. Es müßten Familienlöhne durchgesetzt werden. Erst Sinken der Preise, dann Sinken der Lohne!

Es folgte eine Aussprach«. WImme r-Regensburg (Landarbeiter) tritt für die Familienlöhne und bie He­bung der allgemeinen Sittlichkeit ein. Aehnliche Ge­danken entwickelt D e d e n 6 a ch-Köln (Gemeindearbei- ter.) Mariarethe Beh m-Berlin (Heimarbeiterin) er­klärt, bie Frauen ber Akademiker hätten im Frieden nicht recht arbeiten gelernt Die Fvrderuna nach Fa­milienlohn sei nicht Immer ganz christlich. (Sehr richtig.)

Dcrntiftos.

• Umfangreichen Unkerschla.qungen ist man in der Fahrkartenausgabe des Bahnhofs Duisburg auf die Spur gekommen. Bisher sind 17 Personen in Hast genommen worben. Es soll sich um Betrügereien beim Berkaus von Fahrkarten handeln, die unter Ausschaltung der^ Kontroll­apparate abgegeben wurden. Der hier dem ötaaie zu- gefügte Schaden soll in die ftunberttaufenbe, wenn nicht sogar m die Millionen gehen.

* Verschärfter Canbarbeiterftre’f in Vorpommern. Seit ungefähr acht Tagen streiken die Landarbeiter in ben mei­sten Krisen des Regierungsbezirks Stralsunb. Ta die Verhandlungen der Stralsunder Regierung zu keinem Er­gebnis führen wollten, hat der Landorbeiterverband für ben ganzen Regierungsbezirk den verfchärften Generalstreik verkündet Es werden daher auch keine Notstands- arbeiten mehr verrichtet, was roiederum einen ver­stärkten Einfotz der Technischen Nothilfe erfordert. Zu Un­ruhen ist es bisher noch nicht gekommen. Den Grund zum Streik gibt die Tatsache ab, baß viele hn Mai ge­kündigten Arbeiter jetzt im November ziehen sollen. Nach dem Tarifvertrag konnten die Arbeitgeber unter gewissen Voraussetzungen am 10. Mai Arbeitnehmer zum Nooem- ber-Ziehtermin kündigen. Eine Beifügung des Oberprösi- denten unterlegte aber jede Kündigung, während bas Amts- geeicht Greifswald bie Oberpräsidialverfügung für unwirk­sam erklärte. Die Arbeitgeber stützten sich nun auf die Entscheidung des Gerichts, bie Arbeitnehmer auf die Ver­fügung des Oberpräsidenten.

* StoNeltaus eines deuifchen Handelsschiffes. Auf der Vulfanwerft in Stettin lief om Samsiag das erste auf dieser Werft für die neue Dampfer- Kon'paanie nach dem Kriege fertigneftellle Handels­schiff vom Siapel. DoS Schiff erhielt den N'wen „Held" und ist für D'tfeefabrien bestimmt. Cs ist 775 Brutto-Register-Tonnen ortr, 59,4 Meter lano, 8,9 Meier breit und besitzt eine (Keiehwindi-keft von 9 Knoten. In der Haupt ache ist das Schiff als Irachtdawpier gebaut, hat j- doeh auch 40 Pasta zier- fobinen. TieS ist übrigens ichon dos vierte Schiff, das die Reed rei seit dem Kriege bat bauen lasten. Handelt eS sich hier auch nm Schiffe, unter 1000 Tonnen, so ist doch auch diese Mi-H-Ife zur Neube- lebum unterer Schiffahrt st endig zu be-rnßen.

* Do« amerikanisch«! Exemplar des Ariedensverlra- ges verschwunden. In Washington hat man, wie die „B. Z." mittest, eine ebenso geheimnisvolle wie sen­sationelle Entdeckung gemach: Die offizielle Abschrift des Versailler Friedeusvcrtrages ist verschwunden und man glaubt, daß sie einem Andxnkenjäger in die Hönde gefallen ist. Staatssekretär Colby hat zugoben wüsten, daß et nicht weiß, wo sie sich befind«'. Der Vorfall hat in republikanischen Kreisen große Schaden- freude herooraerusen und viele Führer der „Grand Old Parly" sollon geäußert haben, daß man. sich über den Verlust den Kopf ncht zu zerbrechen brauchte, da die neue Regierung sowieso die Arbeit Wilsons unge- fchehrn machen werde.