Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stadt Fulda.
Dienstag, 23. November }920
Nr. 271
ihn
Die Bö!kerbundversainm!irng
die
Ausland.
mit feinen
die Braut
(Fortsetzung folgt)
und Leben der einen abhing.
fen. Würgen hätte er den Kerl mögen beiden bloßen Händen.
Im Farrnkraut sich verbergen, indes
Da lachte Otto Maltzan auf. Das klang wie lauter Spott und Zorn. Und ohne einen Gruß machte er Kehrt und stampfte wieder aus dem Dorbogen hinaus.
Der andere fah ihm verblüfft und kopfschüttelnd nach.
»Wie diese hohen Herren auch alleweil sind! Hätt' wenigsten- noch einige Ellen flandrisch Tuch bei mir bestellen können."
Am Nachmittag ritt Otto Maltzan mit seinen Knechten wieder aus den Toren der Stadt. Er ritt scharf, denn es war ein Sehnen in ihm, heim nach Wolde zu kommen. Er durfte nicht an den Lämmerzahl denken, sonst stieg ihm eine Blutwelle- des Zornes in die Schlä-
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bet uns abgeholt 3,15 Mk. Anzeigenpreis: DieKleinzeile I A7 Innrn Colonelmatz) 60 Pfg, u. 10°,<> Zuschlag, die Reklamezeile I
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Haus keine Abstimmung zu widmen, da sich für keine genügende Zahl von Unterzeichnern fand. Dienstag: Elektrizitätsstreik.
nun im Reichstage eingebracht von den Abgg. Baue« und Schwarzer (Oberbayern) und hat folgenden
Verantwortlich füt den itöaaioneUen Teil: Karl Schütte, n für die Anzeigen: I. Parzeiler-Fulda. - Rotationsdruä u. Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda, -ermprecher Nr. 9. Telegr.-Adre-se: Fuldaer Zeitu ng
Das Schwert von Thule.
Roman von Leontine von Winterfeld-Platen.
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„Seid Ihr ein Lämmerzahl? Dann bitte ich, mir Bescheid zu geben über einen gewissen Fridolin, wie und wann er gestorben ist?" Der andere fuhr einen Schritt zurück und klapperte mit den Zähnen.
»Bei allen Heiligen, Herr, treibt keine schlechten Scherze mit mir. Wie soll ich gestorben sein, wo ich ^och stifch und gesund vor Euch stehe?"
Maltzan maß ihn von unten bis oben mit scharfem, durchdringendem Blick.
Dann fuhr er sich über die Stirn, zwei-, dreimal, wachte er aus tiefem Schlafe auf.
„Ihr seid Fridolin Lämmerzahl? Man sagte mir, 2hr wäret damals bei Kummerow gefallen."
Der andere rieb sich die Hände und schmunzelte.
»Sagt man so? O nein, der Fridolin ist schlau. Hab mich gleich vom Roß sinken iaflen und tot gestellt, ttnb hernach sorglich im hohen Farrnkraut verborgen."
Der Ritter fuhr an seinen Hals, als sei ihm dort ktwas zu eng geworden. Er wollte fragen, ob der andere nie etwas von der Heilwig vernommen ober n«f) ihr geforscht. Aber er brachte ihren Namen nicht über bie Lippen, hier nicht. Aber im nächsten Augenblick hatte er sich schon roieber in feiner Gewalt
»Habt Ihr — dazumal bei dem Ueberfall — unter Eurer Sippe Verluste gehabt?"
Er fragte es kalt und sah an dem Lämmerzahl vorüber an die großen Warenballen. Der andere machte jetzt ein wehleidiges Gesicht und faltete die Hände über oem runden Bäuchlein.
»Es ist mir meine anverlobte Braut, so ich just zu tUemer Mutter bringen wollte, leider abhanden, gekom- men. Als ich mich im Farrnkraut barg, saß sie noch Unversehrt hoch zu Roß. Ihr muß nachher ein Unfall Angestoßen sein,, dieweil wir sie nimmer fanden, näm- der Thimoteus Speck aus Schwerin, feine Schwester und ch." .... .
Dem heiligen Georg sei es gedankt, daß wir Euch doch noch treffen, Herr. Euer Bruder Verend schickt Euch Botschaft, daß Ihr Euch mit ihm vereinen sollt umgehend. Er hätte wichtige Befehle für Euch. Er steht mit seinen Mannen schon bei Dargun. Die Mecklenburger sollen im Anzug sein unter Führung des Herzog Magnus selbst. Da gilt es nimmer Zeit zu verlieren."
In des Ritters stahlhartem Antlitz zuckte keine Muskel. Mit einem kurzen Ruck wandte er sein Roß.
Und rief den erstaunten Knechten mit hallender Stimme zu: .
„Auf nach Dargun?" >
Dann setzte er sich an die Spitze des Zuges und trabte schweigend den verwehten Schneeweg zurück.
Wie ein dunkelroter Ball versank die Sonne hinter den pommerschen Waldern. Ganz leise klirrte sein Schwert beim Traben in der Scheide. Es war dasselbe, das die alten Wörllein trug:
„Dieweil es gilt die feel und auch das.gut, So gilt es auch bas leben und bas blut, Gott gebe uns ein Heldenmuts)!"
'Wie schleichen die Tage so unerträglich langsam, wenn wir warten müflcn. Wenn vom Anfang bis zum Untergang der Sonne die Sehnsucht und das Warten mit uns wandern und uns stören in jeder Arbeit und in allem Tagewerk. Das macht die Seele am Ende so müde und matt, daß sie aufweinen möchte und doch nicht weiß, warum.
Woraus wartete Heilwig denn eigentlich? O, woraus nur? Sie fragte es sich selbst hundertmal am Tage und durchwachte die Nächte, um eine Antwort zu finden.
Wartete sie aus Otto Maltzans Heimkehr, damit er ihr die Botschaft brächte, ob Fridolin Lämmerzahl noch am Leben?
Ach, darüber brauchte er ihr keine Botschaft zu bringen.
Ties, tief in ihrer Seele wußte sie, baß Fridolin noch lebte. Unb Jjajj in Rostock eine war, die sich die Augen ausweinte nach ihrem Wiederkommen, weil davon Glück
Deutscher Reichstag. .
Die Millionen-Schiebungen.
Eine „Sensation" sollte es gestern wohl im Reichs- ! jage geben! Wenigstens schien die äußere „Anlage" dieser Reichstagssitzung dazu angetan. 3er Andrang auf den Tribünen war viel stärker als an den Bortagen, und auch I tfe Sicherungsmaßnahmen um den Reichstag herum schienen ein größeres Ausmaß angenommen zu haben, als bas I bisher der Fall wa-r. Die militärischen Patrouillen waren I verstärkt, nicht nur im Hause unb um bas Gebäude herum, I sondern auch im weiteren Umkreise!
Im Saale selber sah es zunächst recht alltäglich aus. Zur Debatte steht bie mit so viel Reklame in bie Wett I gesetzte Interpellation der Mehrheitssozialisten über Kapitalverschiebungen fürstlicher unb adeliger Per- I ,jönlid)teiten. Am Ministertisch hat nur der Reichsfinanz- Mmister Wirch Platz genommen. Hinter ihm sitzen freilich em Dutzend Kommissare seines Amtes. Die Zuhörerschaft aus den leitenden Aemtern ist zunächst fast größer als bie seitens der Abgeordneten. Selbst bei den Sozialdemo- , taten befindet sich lange Scheibemann allein auf weiter Wur. Erft als der Interpellant Müller, der vorletzte Reichskanzler, schon längere Zeit das Wort hat, füllen sich bie Bänke etwas mehr.
Müller holt ziemlich weit aus. Man wird schon un- gchuDig. Schließlich berührt er aber den Kern der Sache: die Vorgänge bei dem in diesen Tagen mehrfach erwähnten Bankhause Grusser, Philippsohn u. Co., welches die Filiale einer holländischen Schieberfirma war. Von bat Beteiligten hätte man angenommen gehabt, daß sie zu gegenrevolutionären Besprechungen zusammenkämen. Ihr Portemonnaie stand ihnen aber höher als das Vaterland. Diese Aeußerung ruft große Unruhe rechts hervor. Müller stellt bann eine ganze Reche von Fragen | an den Neichsfmanzminister und die Reichsregierung, die sich aus die Verschiebung, welche Müller auf eine Summe von 250 Millionen Mark und noch höher beziffert, wie auch auf den Personenkrels der schiebenden Persönlichkeiten bezogen. Er nannte eine ganze Liste von Namen, u. a. von den Hohem,ollem die ehemalige Kronprinzessin von Preußen, den Prinzen Eitel, und den Prinzen August WAhelm. Das feien lauter Träger des alten SyfiMts. We Rechte erhebt schärfsten Einspruch gegen diese Ausführungen und fragt Müller erregt, woher er ferne Informationen habe. Müller ertmbert unter lautem Lachen der Linken: „Wie man Informationen erhält, darüber könne ja Dr. Hestferich Auskunft geben!" Müller nennt die Schieber eine Räuberbande am deutschen Sott, bie unschädlich gemacht werden müffe, und er fragt, was zur Sicherung gegen die dem deutschen VottsvermögLn zu- gefügten Schäden getan werde. Als Müller abgeht, spenden ihm seine Genossen demonstrativ Beifall. Die Ausführungen Müllers haben bei den übrigen Parteien des Hauses sichtlich einen peinlichen Eindruck gemacht.
Sofort erhebt sich der Finanzminister Dr. Mrkh. Er stellt fest, daß an den Mitteilungen Müllers „etwas wahres" fei, und daß es sich um Millionenwerte handelt, deren Zahl er zwar nicht angibt, die sich aber, wie Dr. Wirth sagt, „auf weit mehr wie hundert Millionen belaufen." 3m übrigen will sich Wirth zu den Einzelheiten nicht äußern, um nicht in ein schwebendes Verfahren einzugreifen, da die Staatsanwaltschaft sich mit diesen Dingen befasse. Er bemerkt ausdrücklich, daß gegen alle Konten des betreffenden Bankhauses unver- züglich die entsprechenden Sicherungsmaßnahmen ergriffen worden sind, auch gegen die aus dem Haufe Hohenzollern beteiligten Persönlichkeiten. Auf die Mitteilung, daß ein „bekannter General" an diesen Schiebungen beteiligt sei, erklärt der Minister, unter stürmischen Hört-, Hört-Rufen der Rechten, daß das nicht der Fall sei. Er fügt aber gleich hinzu, daß er auf das Wort „bekannter" General den Nachdruck legen müsse, worauf die Linke mit stürmischen Hört-, Hört-Rufen quittiert. Der Finanzminister erklärt, daß er ohne Rücksicht auf die Partei und die Person, bas Amt zu führen versprochen habe und er werde demgemäß auch verfahren. Die Mitteilungen Wirths, die in großer Zurückhaltung gemacht worden sind, hinterließen doch manchen peinlichen Eindruck.
Der deutschnationale Abg. Düringer eröffnet die Debatte. Er stellt an die Spitze seiner Erklärungen die Bemerkung, auch seine Partei wünsche, daß die Untersuchung mit möglichster Schnelligkeit, mit größtem Nachdruck und mit vollster Objektivität geführt wird. Jetzt hätten die Juristen das Wort und da sollten sich die Politiker zurückhalten. Die Sozialdemokraten unter
Es ist eine bekannte Tatsache, daß viele Milliarden an Papiergeld durch das Unwesen der Notenhamsterei der deutschen Volkswirtschaft entzogen werden, was rm Hinblick auf die sich daraus ergebenden bekannten schad- lichen Folgen für die Gesamtheit des Volkes und ms» besondere auch die ungenügenden Steuereingange nicht scharf genug, verurteilt werden kann. Wir fragen hiermit die Reichsregierung, ob sie bereit ist, dieser bedrohten Gefahr baldigst durch geeignete Maßnahmen wirksam zu begegnen?
(*) Die bayerischen Einwohnerwehren. Der baye- rische Ministerpräsident wird sich nach Berlin begeben, um dort rm! der Reichsregienmg über die Zukunft der
Führung Müllers rufen dem Redner fortgesetzt zu: „Erzberger l Wie haben Sie sich im Falle Erzberger verhalten!" Dühringer bemängelt es, daß die Interpellation von dem Reichssinanzminister, der ein ausgeprägter Parteimann sei, beantwortet wurde und nicht von dem Reichsiustizminister. Dieser aber ist ebenfalls Parteimann da er ja als Vertrauensmann der Deut- scheu Volkspartei in der Regierung sitzt.
meint, daß diejenige Regierung eigentlich zu den Vorgängen sich zu äußern hätte, der die Interpellanten an- gehörten. Das hätten die Unabhängigen mit ihrem Antrag richtig gefühlt. Die Sozialdemokraten wehren sich auf das äußerste gegen diese Bemerkungen. Duh- ringer bezeichnet im übrigen die Vorwürfe gegen die Hohenzollern als erstunken und erlogen.
10. Kongreß der christlichen Gewerkschaften in Esten.
(M) Essen, 21. November 1920.
Wett über den Rahmen einer Verbandstaaung im gewöhnlichen Sinne, zu einer großen politischer Kundgebung, gestaltete sich die heutige Sitzung. Es sind noch eine Reihe Gäste hinzugekommen, darunter der Regierungspräsident von Düsseldorf, Dr. Grützner, Reichs- poftminifter Giesberts und als Vertreter der Zenttal- arbeitsgerneinschaft Dr. Hoff . Aus den Reden ist vor- allem hervorzuheben die Betonung des Gedankens, daß konfessionelle Gegensätze von jetzt an aufzuhören hätten. Dieser Gedanke kommt auch äußerlich durch die Anwesenheit des Vorsitzenden der evangelischen Arbeitervereine, des Pfarrers Weber, Godesberg, zum Ausdruck. Er wurde noch besonders betont durch eine Ansprache des Reichsarbeitsministers Brauns, der die Besetzung der Vorstandsposten in den christlichen Gewerkschaften durch einen Katholiken unb einen Protestanten als Muster hin.s stellte für ein gedeihliches Zusammenarbeiten im Inter- esie des neuen Aufbaus unseres wirtschaftlichen und staatlichen Lebens. Weiter untersttich diesen (Bebauten, Pfarrer Jäger als Letter der evangelisch-sozialen Schule in M.-Gladbach.
Dann sprach Staatsminister 8 leger «alb über „Die christlich-nationale Arbeiterschaft und die Lebensfragen des deutschen Volkes." In zweieinhalbstündigen Ausführungen unter, suchte er die gegenwärtige Geistesverfassung in der Welt und umschrieb die seelischen Grundlagen und Dor- aussetzungen, mit denen wir an den Wiederaufbau her- antreten müßten. Er ging dabei all die Probleme der äußeren Politik und die innerpolitischen Fragen durch, um daran anschließend die Mittel und Wege zu einer Gesundung zu prüfen. Eine Riesenarbeit muffe' in den nächsten Jahrzehnten, wo für träge Menschen kein Platz mehr sei, geleistet werden. Stegerwald kündigt die Niederlegung seines Amtes als Minister an, um seine Kraft den Aufgaben zu widmen, die der Kongreß der christlichen Gewerkschaften beschließen werde. Er fügte hinzu, daß er diese Bemerkung ausdrücklich mache, damit man nachher nicht sagen könne, er habe heute als Minister gesprochen. Er fand sehr starken Beifall bei der Versammlung, die dadurch zeigte, daß sie sich mit dem Redner eins fühlte in seinem Bekennt- nis zu positiver Mitarbeit am Wiederaufbau unsers ganzen Staats- und Wirtschaftslebens, am Wiederaufbau des Geistes.
Stegorwald findet den Kern der Zeitkrankheit darin, daß die innere, die seelische Entwicklung der Menschen hinter der sprunghaften äußerlichen techirischen und wirischcfit- lichem EntwiÄung zurückgeblieben fei. Diese Entwicklung habe den Menschen zum Sklaven ferner Werke gemacht, habe die ganze Welt mechanisiert und materialisiert. Dieser Zustand der Menschheit fei es auch gewesen, der die Katastrophe des Weltkrieges herbeigeführt habe. Die Rettung könne nicht von organisatorischen Maßnahmen kommen. Der Redner kennzeichnet mtt Schärfe die Schäden der gegenwärtigen Ueberorganisation und erklärt eine
schutzlos zu Pferde saß, von Feinden unb Knechtsvolk bebrefjt! O Gott im Himmel, war so etwas überhäuf, auszubenken? Unb diesen Mann wollte Heilwig heiraten? War sie denn ganz von Sinnen?
Er gab seinem Roß die Sporen und jagte über den Schnee, daß die Ballen von den Hufen flogen.
Nein, nein, dahinter steckt noch etwas anderes. Ein Geheimnis lag dahinter, dem er auf die Spur kommen mußte. Hatte Heilwig nicht selbst neulich gesagt: „Um einer anderen willen!"
O, daß er Flügel hätte, um schneller in Wolde zu sein! Heute noch mußte ihm Heilwig alles sagen, die ganze Wahrheit! Damit er wußte, wo des Gespinstes Knoten war, den er zerhauen wollte mit seinem Schwert.
In den Bügeln hob er sich und seine Augen brannten. Es schimmerte der Schnee in der Abendsonne, wie von tausend Sternen überglitzert., „Heilwig!" jauchzte seine Seele, unb immer nur „Hellwig!" x Er war noch nicht wett mit seinen Knechten von Demmin, als ihnen in großer Hast ein Trupp Reiter entgegenkam. Die schwenkten schon von weitem ihre Fähnlein in ben Maltzanschen Farben unb zügelten ihre Gäule, als sie nahe heran waren >■
Der Führer ritt auf Otto zu.
** Die Futterkrippe. In Deutsch-Oesterreich hat die sozialdemokratische Partei die Forderung aufge- ■ ■ „ o ... ... . . stellt, daß die von der bisherigen Regierung ange-
Am Samstag fand m Kallrne (Krers Lublmrtz) eme i sozialdemokratischen Beamten vom neuen von der Ortsgruppe der Heimattreuen veranstaltete I .ix. ptttfnffen werden dürfen. Sie machen
3 ’*Ö hin« Ih-N P°»I Ä’HÄ herumtrieben, ein Schutz in den Saal gegeben, durch I abhängig. (Es handelt sich um die den ein Mädchen verletzt wurde. Später wurde eine I einigen tausend sozialdemokratischen Parteisunino- Handgranate in den Saal geschleudert, deren I nären.)
Splitter 15 Personen teilweise schwer verletzten. 1 ** My,nacht in Dublin. Die Freiheitskämpfe
------------- » -----------— i des irischen Volkes nehmen immer größeren Umfang TUti+frho« ttoifn l cm. In der Nacht zum Sonntag wurde in der wischen
vkUIsUfkS ilvlUJe I Hauptstadt Dublin von den Simrfeinern em Bitt t-
** Berlin, 22. Nov. Im Mittellandkanal-Aus- bad unter den englifchen Offizieren und Soldo- schuh teilte Minister Oeser mit, daß die Mittel- ten angerichtet. Die meisten Soldaten wurden gelt nie nunmehr als unbedingt sichergestellt ange- mordet, während sie in ihren Zimmern nn Bett lagen
I Die Sinnfeiner haften die Adressen ihrer Opfer ausftn- Der Wahlrechtsansschuß I big gemacht und trann die Ausführung systematisch ‘rJ"r' ' vorbereitet. Nach Bekanntwerden dieses Meuchelmordes entspannen sich heftige Straßenkämpfe in Dublin Nach den neuesten Berichten sind von den Sinnfeinerr 14 Personen getötet und 6 verwundet worden. Von den Mördern, deren Zahl 12—24 betrug, sind drei gefangen genommen worden. Bei den Sttaßenkäm- pfen gab es 10 Tote und 60 bis 70 Verwundete. St» Statt befindet sich in großer Aufregung, man befurch tet eine furchtbare, blutige Rache der Engländer.
** Die Generalsftcuen sind verrmkworllich! Aus Sofia wird gemeldet: Die bulgarische Regierung hak beschlossen, die Gattinnen einer Anzahl bulgarische« Heerführer in Untersuchung zu ziehen, und unter An. klage zu stellen, da sie durch den Einfluß, den sie auf ihre Männer ausgeLbt hätten, für den katastrophalen Ausgang des Krieges mit ine Verantwortung trügen.
... Auf der Völkerbundtagung in Genf hat setzt
Dühringer I Mehrarbeit der Kommissionen begonnen, während in m"'" den Vollversammlungen lange Reden zum Fenster hmausgehal en werden. Am Montag kam es zu einer langen und lebhaften aber nicht besonders ertragreichen Debatte über Armenien. Es wurde eine Kommission von sechs Mitgliedern ernannt mit dem Auftrag, noch im Laufe der gegenwärtigen Tagung des
Der Zenttumsabgeordnete Burlage nimmt den Dor- I Völkerbundes Maßregeln vorzuschlagen tte geeignet ............„ ----„ ...
gang zum Anlaß, um eindringlich sich gegen systema- wären, bett Feindseligkeiten zwischen Armenien und bayerischen Einwohnerwehren und über fragen tt)rer tische Untergrabung der Steuermoral zu wenden, wie I den Kemalisten em Ende zu machen. I Entwaffnung sich ins Benehmen zu setzen. Man darf
er sie in der Agitation sieht, die darauf ausgeht, das I ---------------- » 1 wom atmet)men, daß es über den Weg der weiteren
Steuerzahlen dem Staatsbürger ^überhaupt zuverekeln. I j Verhandlungen mH den alliierten Mächten zu einer Ver-
Cr erklätt unter dem lebhaften Verfall des ub^wregen. I OdersihlcfieN. I .-föny(?unq kommen wird. Ob sich daraus schließlich
fttn ^L wir^im Äiege gebr^ch"°Ktt-7, gSj S' Vorbereitungen zur Abstimmung. ZugestÄidniss» an den bayerischen StarÄpunkt ergeben
würdig wäre wie jetzt verschie^nttich über bas Reichs. | Eine Verordnung der Interalliierten Kommission I werden, muß natürlich abgeroar.et werden. _ notopfer hergefallen würde. Zur Sache, die zur Rede I bestimmt für die Bewohner Oberschlesiens beider •* El,atz»Lothriugen. Wie aus Saargemund gesteht, enthält er sich jeden Urteils. Die Zentrumspartei Geschlechter, die das 16. Lebensjahr erreicht haben, I meldet wird, sind im Monat Oktober aus Elsaß-
oerurteitte die Ungerechtigkeit gleichermaßen, ob str sich I ^te Einführung einer Legitimationskarte. Diejeni- 1 Lothringen wieder 61 Deutsche aus gewiesen
finden beim Abel, bei Bürgerlichen unb bei irgend wel- I Personen über 16 Jahre, die seit dem 31. Juli I morden. Freiwillig ausgewandert sind 324 Per«
chen Berufsständen. Erft eine Erneuerung der Steuer. igig ytänbtq im Abstimmungsgebiele ihren I fonen sodaß wieder 385 Deutsche die ReichslandL rBSS1 * ** aeaen bie neue Steuergesetzgebung des Reichs erneu I mit einet besonderen Kommission ihre Ausstellung großen Teil" der Schuld beschließt. Jede Person, der dies- Karte verweigert
Die bann folgenbe Rebe des Abgeordneten der Deut- I wird, hat das Abstimmungsgebiet innerhalb 14 schen Volkspartei Dr. Kahl bringt bie Debatte in eine I Tagen zu verlassen, hochpolitische Sphäre. Kahl würbe ebenfalls, wenn sich I Neue polnische Verbrechen,
bie entsprechenben Feststellungen ergeben, die Vorgänge » - - --.....
verurteilen, wehrt sich aber bagegen, baß sie parteipolitisch ausgenutzt. mürben. Als er von ben Kulturwerten spricht, bie bas Hohenzollernhaus geschaffen habe, kommt es zu ungemein stürmischen Zusammenstößen zwischen der Rechten und Linken. Noch stärker wirb ber Lärm, als Kahl ben Sozialdemokraten vorwirst, baß ihre Interpellation jebes Verstänbnis für bie na. tionale Würbe mangeln lasse. Die Sozialbemokraten unb namentlich bie Unabhängigen rufen Kahl unb ber Rechten zu: „Schieber in Schutz nehmen, ist also national! Schieberpattei!' Als Kahl geenbet hat, antwortet ihm bie Rechte mit brausendem Beifall, dem bie Linke burch Zischen zu parieren sucht. Der Reichsfinanzminister Wirth roenbet sich gegen die Berwenbung bes ethisch-nationalen Momentes in btefem Zusammenhänge, er meint, es sei traurig, bah solche hochstehenben Per- fönlichketten sich berartiger Winket-Bankem für ihre
sehen werden kann.
• Das Landlagswahlgeseh. Der Wahlrechts,
Geschäfte bedienen. I der Preußischen Landesoersammlung beschloß neuer-
Ein Rechts-Unabhängiger, sine ganz unbetonte Shim- ding-, »e Stimmenzahl für je em Mandat von 45 000 mer, tritt dann auf den Plan. Niemand hött auf ihn. ! «U.f 40000 herabzusetze
Sem falsches Pathos jagt fast alle aus dem Saal. Dann I ss Um die gegenwärtige Reichsregierung zu bespricht für bie Demokraten der Abg. Dietrich, der u. a. 1 kämpfen sind einer gewisien Presse alle Mittel recht, darauf hinweift, daß di« unmittelbare Folge der gelungenen I Dieser Tage veröffentlichte die ganz rabiate, rechks-ra- Steuechintsrzichung nur die str, daß die ehrttchsn Steuer- I $ja{e „Deutsche Zeitung" mit allen Anzeichen der Ä Nervosität Mitteilungen von einer in Deutschland cm-
X frf geblich bestehenden Bolschewisten.Armee und
ein wehren ©ferne des Wortes. ' von einer HEuttg mid von Maßnahmen der zuftandi-
Die Debatte verlor sich dann mehr und mehr in Partei- | gen Rsichs-Mimsterten, die geradezu einer Urtier- politische Kleinkrieg. Der linksunabhängige Abg. tzoellein stützung emer solchen Armee gleichkommen wurden, nagelte es natürlich fest, daß es Arhoitervertteter gewesen I Bei diesem Anlaß wurde von der „Deu schen Zeitung' seien, bie mit allen Mitteln dahingewirkt Hütten, daß bie I tme von anderen Organen der Rech sparteien sofort tröe Millionen ber Hohenzollern im Sicherheit gebrodti weiden I fdjärffte Fehde gegen die Reichsregrerung eingeleitet, formier. Nämlich „unter ber glorreichen Regierungszett I un& |n ciTOr gOrm, die selbst die bisherigen Leistungen XT SÄ?» fa? dieser Presse noch weit überttessen. Run hat sich her- gedruckt haben , seren diese KaMrlsschredungen un j » y «« , 1A'
aswesem, die Herren SchÄdemann, Miller unb Dauer. I ausgestellt, daß an dwsen MrttÄstmgen kein wahres Diese Saboteure der proleiorischm Revolution seien bie Bort fei. Die Angriffe sind aber erhoben, die Verwahren Schuldigen an ben heutigen Zuständen. Er, ber I dächtigungen bleiben hängen und der Zweck der Ue- Redner, beantragt, die Einsetzung eines Untersuchuncxms- I bimg ist erreicht! So „hoch" steht heute das politische schufles zur Feststellung, ob den Derfchiebuugem ein straf» I Verantwortingsgesühl im Kurse!
bares Verschulden ber früheren Rechenmg zugrunde lag. I Die Notenhamsterei hat einen überaus 6e» „Die folgenden Reben von Schndemann (Soz.), I henklichen Umfang angenommen und es läßt sich I nicht mehr länger vermeiden, einschneidende Maß- Zusammenstöß^ zwischen rechts unb links. Dem kam- I regeln dagegen zu ergreifen. Eine Anfrage, die sich munistischen Mißbilligungsanttag, für den nicht einmal mtt dieser für dre gesamte Volkswirtschaft immer bie Rechtsunabhängigen zu haben waren, brauchte bas I brennender werdenden Angelegenheit beichaftigt, ist