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Amtlicher Anzeiger für den Kreis und die Stabt Fulda.

47. Zahrg,

Zreitag, 14. November <920

Nr. 268

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Volksabstimmung zurückzusteben braucht selbst der Termin in die kältesten Wintertage fällt.

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Bezugspreis: OtonaNtch 3,00 Mr. ohne Zustellgebühr. In Fu.da bei unsabgehoii3,15 2HL Anzeigenpreis: DieKieinzeite Colonelmatz) 60 pjg„ u. 10°io Zuschlag, die Reklamezeile (Texibieirei 1.80 ZUt, u. IO*»« Zuschlag. Bei Wiederhol.Rabatt.

ist, so sollte der Vater oder die Mutter es sich nicht ver­drießen lassen, persönlich den ganzen Geschäftsverkehr, zu überwachen. Läßt man den fremden Mann mit den Kindern oder dem jungen Gesinde allein, so ist man nicht sicher, ob er nicht die Schmutz- und Giftstoffe abfetzt, bie' er ous der Stadt mitgebracht hat. Trau, schau, wem?

Ferner möchte ich den Eltern noch zurufent Erweckt in, euren Kindern das Reinlichkeitsgesühl, so sehr, es euch nur möglich ist. Der instinktive Abscheu vor jeder Beschmutzung des Körpers wirkt sehr heilsam auch bei künftigen Versuchungen.

Endlich möchte ich Hinweisen auf die weise Mahnung der Bischöfe: „Macht den Kindern das traute Heim lieb und teuer, damit es euch um so leichter gelinge, sie von gefährlichen Lokalen fernzuhalten." In der Tat, die, Aufgabe ist nicht leicht, aber fehl lohnend, auch die Heran­wachsende Jugend möglichst lange an die eltnstckie Wohn­stube zu fesseln, — nicht dmch Kommando, sondern durch den Reiz der dort herrschenden Gemütlichkeit. —

Die Sittlichkeitsfrage hat zahlreiche Seiten. Sie kann nur gelöst werden durch Zusammenwirken aller beteiligten Kräfte. Jeder muh tun, was er kann, sonst ist das mo­derne Sodom und Gomorrha nicht zu retten.

Wiedergntmachungsausschuffes und vor einer Unter« kommission haben die deutschen Vertreter Gelegen­heit gehabt, die Stellungnahme der deutschen Regie­rung ausführlich darzulegen. Die Verhandlungen sind, wie ein offizieller Bericht meidet, noch nicht zum Abschluß gebracht.

Danzig unter polnischer

Militärvormundschaft.

Die Freiheit Danzigs entpuppt sich immer mehr als polnische Sklaverei. Am Mittwoch abend hat der, angeblich int Geiste der Versöhnung wirkende Rat des Völkerbundes seine Enischetdung in der Danziger Frage gefällt, nachdem noch einmal Pade- rewsky und Dr. Sahm ihren Standpunkt ausein- andergesetzt hatten und die „Rechtslage geprüft" worden war. Man hat sich entschlossen, Polen das Mandat zur militärischen „Verteidigung" Danzigs zu übertragen. Mit anderen Worten, das urdeutsche Danzig, das rechtlos ift durch die Uebertragung der diplomatischen Vertretung an Polen, ist jetzt auch wehrlos dem ihm feindlichen Polen ausge- liesert worden.

Der Völkerbund nennt das Völkerversöhnung.

Verschiebung von IRilifärguf nach Polen.

Seit einiger Zeit wird beobachtet, daß in wachsendem Maße Transporte von Militärbekleidungsstücken, zwischen dem Reiche und Ostpreußen gehen, und zwar in beiden Richtungen. Anzüge, Mäntel, Schuhzeug, Wäsche werden in beiden Richtungen in ganzen Waggonladungen ver­schickt. Das Merkwürdige dabei ist nur, daß keiner dieser Transporte jemals seinen Empfänger in Ostpreußen oder im Reiche erreicht. Vielmehr werden die Sendimgen, deren Begleitpapiere oft sehr mangelhaft ausgefüllt sind, regelmäßig im polnischen Korridor angehalten, beschlag­nahmt und den polnischen Intendanturen zugeführt, die sie roeiter verwerten, und zwar angesichts des in Polen immer stärker fühlbM werdenden Mangels an den nötig­sten Befleitnmgsftütfen mit großem Nutzen. Es ist ein­wandfrei festgestellt, daß die Adressaten dieser Sendimgen in Ostpreußen und im Reiche weiter nichts sind als die Strohmänner der Absender, die auf diese Weise das Gut nach Polen verschieben. Je nachdem wie sich die post- tische Lage darstellt, erheben diese Sttohmönner in Berlin beim Auswärtigen Amt einen Scheinprotest, den sie dann aber nicht weiter verfolgen, oder sie ziehen es vor, sich in Schweigen zu hüllen, und so zu tun, als ob sie „den Ver- tust" verschmerzten. Auf diesem Wege wird sehr wert­volles und in Deutschland bringenb gebrauchtes Material den Polen m die Hände gespielt.

®te Reise zur Abstimmung.

Der Deutsche Schutzbund teilt mit: Die Souder- z ü g e, die die stimmberechtigten Oberschlesier aus dem Reich itt,jtos Abstimmungsgebiet bringen, werden ge­heizt sein. Um eine gute Beheizung unter allen Umständen ficherzustellen, werden die Sonderzüge mit Heizwagen versehen. Die Züge fahren mit einer Ge­schwindigkeit von 60 Kilometer die Stunde, also an­nähernd mit D-Zug-Geschwindigkeit. Für alte, kranke und kriegsbeschädigte Stimmberechtigte stehen Wagen 2. Kl. zur Verfügung. Alle Vorbereitungen für die Reife und die Unterbringung der Stimmberechtigten sind getroffen, daß niemand von der Teilnahme an der

Unpolitische Zeitkäufe.

Von Fritz Nienkemper.

Berlin, 17. November 1920.

firiegsnifl Mobilmachung!

Aber diese Trommel schlägt nicht zum blutigen Streite gegen ein anderes Volk; es soll nicht zerstört, sondern gerettet und aufgebaut werden. Es ist wie ein Aufgebot der Feuerwehr. Der Alarmruf geht aus von den 23 deutschen Bischöfen. Cs gilt dm Kamps gegen die öffentliche U n siit li ch k eit, die unser Volk ärger Hebrohr wie Brand und Ueberschwemmung.

Freiwillige vor!

Den militärischen Vergleich stellm die Bischöfe selbst

Wie die Dinge jetzt liegen, so sagen sie, ist es geboten, unsere Vereine m geschlosime fjeeresreifjen in den Kampf zu führen, um das so schwer bedrohte Se­ien sgut der Nation, um das zeitliche und ewige Wohl unserer Familie, unserer Kinder, unseres Volkes, um die 4<mze Zukunft unseres Vaterlandes.

' Das ist ein wirklicher Kulturkampf; denn es handelt sich um die Abwehr der allerschümmsten Unkultm. Der Baum der menschlichen Zioilisatton kann in seinen Zwei­gen manches aushalten an Unwetter und Unrat; aber ®ewn feine Wurzeln angefressen werden, so ist es mit ihm aus. und di« entsetzlich wuchernde Liederlichkeit ist Durzelkraß. ~ *

Alle Vereine werden aufgeboten: die Männervereine, der Frauenbund, die Jünglings- und Iungfrauenbunde, bie Müttervereine. Sie werden dem Rufe der ftochwür- bigiten Generäle getreulich folgen. Aber bei der Mobil­machung müssen die Reihen aufgefüllt werden. Aufaefüllt »uf Kriegsstärke! Wer noch nicht dar« ist in den aus­gebotenen Vereinen, der muß setzt hinein. Und wer schon darin ist, der farm sich zunächst mal verdi ml machen als ®erber. Die Schläfrigen wecken, die Dummen oul- llären, die Faulen aus den Trab bringen, — das ist zeit­gemäß und verdienstlich.

Was die aufgefüllten Deveine zur Rettung der öfter!« üchen Sittlichkeit hm können und sollen, wird *n den Cchunge« jn beraten sein. Ihrem Kriegs plan wollen wir

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Abg. Selbmann (Soz.) macht die Landwirtschaft für die Kartoffelnot verantwortlich. Die Landwirte hätten große Mengen Kartoffeln lieber verfaulen lassen, statt den Lie- erungsverpflichtungen nachzukommen. Eie_ Wiederemfuh-, rung der Zwangswirtschaft für Kartoffeln könne allein bte», fern gefährlichen Zustand ein Ende machen.

Abg. Döbrlch (D.' Dp.) betont, es seien mehr Kartoffeln am Markte als früher und die Preise auch für die Liese-, rungsoerträge niedriger geworden. Die durch Lieferung-!» oerträge gebundenen Gemeinden haben vielfach ihre Kar­toffeln nicht abgenommen, weil sie glaubten, daß sie bil­liger würden. Dann kamen andere Leute, die glaubten, daß sie teurer würden, und nahmen diese Kartoffeln ab. Durch das unverantwortliche Eingreifen von Arbeitern m die Transporte fft der Wirrwarr noch vergrößert roerben. Für das alles soll man aber nicht die Landwirtschaft ver­antwortlich machen! Die Landwirte sollen ihre Pflicht gegen die Allgemeinheit tun, aber man soll auch gerecht gegen die Landwirtschaft sein.

Abg. Slum (Ztr.): Angesichts der Not der Bevolke- rung sollte die Parieipoli tik schweigen, galten wir noch die öffentliche Bewirtschaftung der Kartoffeln, so wären die Mißstände noch größer. Auch.unter te» Zwangswirtschaft ist es nicht möglich gewesen, die Bevölke­rung nach Wunsch zu versorgen. Jetzt aber haben rott mit einem desorganisierten f)anbei zu rechnen. 3m Mi­nisterium sollte ein Kartofselrat aus Verbrauchern und Er­zeugern gebildet werden, der die erforderlichen Maßnah­men vorzubereiten hätte. Notwendig ist die vorübergehende Einführung von Staffeltarifen, um di: riesigen Kosten füi Kartoffeltransporte vom Osten nach dem Westen zu ver­billigen. Die Hauptschuld an der schlechten Lieferung liegt im Waaenmangel. Aus Ostpreußen ist deshalb bei weitem noch nicht der größte Test der Kartoffeln abtransportiert Die Organisation der Landwirte sei von Nächstenliebe ge­tragen. Si« habe die Kartosfelpreife freiwillig herabgesetzt und lehne jede Verbindung mit den Schiebern ab. Ande-, rericits aber erwartet sie von der Reichsregierung Unter# stützung für ihre berechtigten Wünsche.

'Abg. Hertz (Rechts-Unabh.) wendet, sich scharf gegen die Ernährungspolttik, besonders die freie Wirtschaft.

Abg. Dietrich-Baden (Dem.): Es ist auf beiden Seiten, von den Städten und von der Landwirtschaft, ge» sündigt worden. Man sollte sein Augenmerk daraus rich­ten, wie man es im nächsten Jahre machen, will. Zur Zwangswirtschaft zurückzukehren ist unmöglich. Lieber sollte der Staat jeden Pfennig zur Hebung der Produktion! verwenden! m „

Abg. Schiele (D.-Nail.): Durch die freie Wirtschaft werden jetzt 8 Millionen Tonnen Kartoffeln mehr produ­ziert als früher. Wir werden im Ganzen 100 Millionen in den Verkehr bringen gegenüber 42 Millionen Tonne» im Vorjahr.

Reichsernähnwgsminlffsr Hermes: Wenn uns die land­wirtschaftlichen Kreise nicht im Stiche lassen, besteht alle Hoffnung, über die jetzige Not hinwegzukommen. Die Klagen über mangelnde Organisation beim Kartoffeltrans­port treffen nicht zu. Mit Braunschweig und hoffen sind Verhandlungen wegen Aufhebung der Sperrmaßnahmen eingelestet. Zur Bekämpfung des Wuchers imb der Grenzv erfch leb ungen sind besondere gesetzliche Bestimmun­gen in Vorbereitung, die ein rücksichtsloses Eingreifen zum Ziele haben. Die Düngemittelproduktion muß mit allem Nachdruck gefördert werden.

Freitag: Interpellationen wegen des Elektrizitätsstreiks und wegen der Kapstalsverfchiebungen nach dem Aus­lande; Antrag auf Fortbestand der Vortogebühren für Zettungen; Gesetz über Staatsgerichtshof.

Deutsches Reich.

** Berlin, 18. Nov. Der Reichskanzler ttnbt Reichsminister Simons sind von ihrer Rheinreise nach Berlin zurückgekehrt. — In Berlin haben neue Verhandlungen mit den am Mittellandkanal beteiligten Ländern Preußen, Sachsen, Anhalt, Thü­ringen, Braunschweig Oldenburg und Bremen statt-! gesunden und eine weitgehende Ueberein stimm nng^ hinsichtlich der Linienführung gezeitigt. — Der' Reichsrat hat den Gesetzentwurf über die fBe^üge; der Pensionäre und Hinterbliebenen, der dem Reiche über eine Milliarde Mark Mehrausgaben, Verursacht, gegen die bayerischen Stimmen ange-, nommen. — Die Rheinlandkommission hat auf Ein-' spruch des deutschen Retchskommtssars ihre Ver-' sügung, die der Presie zumutete, amtliche Entente-

Bildern besitzen! Angefaulte Mitschüler bringen häufig die bedenklichsten Dinge in Umlauf. Schund und Schmutz wandern von der einen jungen Hand in die andere. Im Hause fft eine wachsame Zensur, eine strenge Sitten­polizei nötig.

Das gfft auch für Me Zeitungen. Ich sprach neu- sich mtt einem sonst recht braven Parteigenoflen und hörte zu meinem Erstaunen, er halte die Zeitungen der anderen Richtungen nicht mehr für bedenklich, da sie jetzt über katholische Lehren und Gebräuche nicht mehr so lästerten wie in friiheren Zetten. Ich wies ihn auf das versteckte Gift hin, das doch vielfach noch im redaktionellen Teil enthalten und für junge Leser glaubensoefährlich wirken könne. Sehr erstaunt war er, als ich ihn auf den Anzeigenteil verwies und ihn fragte: hast du denn auch beobachtet, was für Schriften und Bildwerke da emp- kohlen werden, zu welchen zweifelhaften Dergnüaungen da eingeladen wird, welche frivolen Figuren 'm die Re- Name eingefügt sind und wie das alles auf de'ne Jungen und. Mädchen wirken kann, die nach dir die Zeitung durch- stöbern?

Was die Eltern der grünen Iug-nd zu lesen geben, muß vorher gründlich geprüft und vollständig einwandfrei befunden fern. Ist das bei jeder Zeitunaonummer recht- Vitia dirrchzufübrm? Nein. Daraus folgt, daß auf euren FmnilieMffch nur ein Blatt gehört, dos gewiffen- hast im Geiste eures Glaubens geleitet nsird und von vomh-vein die Gewähr bietet, daß nichts Sittengefähr- l'ck>"s aufnerommen wird, auch nicht im Anzeigenteil. '®er rin solches Blatt noch nicht bfftellt hat. der hole es fchlnmiest zum 1. Dezember nach, denn der Winter ist die beste Lesezeit, und die Tagrs.z-tt'.mg ist immer noch d->r bMigste Liek«rant an geistiger Nahrung und gemüt­licher Unterhaltung.)

Est» s><-r-,-der-s Augenmerk fft auf die Hausierer

Die Völkerbundsversammlirng.

Bei den Kommissionswahlen wurden 6 Präsiden­ten der einzelnen Komnässionen gewählt, die zuglech Vizepräsidenten der Vollversammlung sind. Sn der augenblicklich wichtigsten Kommission, die über die Zulassungsanttäge zu bestimmen hat, tst die Schweiz durch den Vundespräsidenten Motta vertreten, und die Kommission wollte ihn zu ihrem Vorsitzenden wäh­len. Motta lehnte jedoch die Wahl ab, well er als Regierungschef der Schweiz nicht gut das Amt eines Vizepräsidenten in der Persammlung übernehmen könne. Sn der gestrigen Vollversammlung stellte darauf der Staliener Tittoni den Antrag, den Bundes­präsidenten Motta zum Ehrenpräsidenten der gegen­wärtigen Versammlung des Völkerbundes zu ernennen. Die Versammlung stimmte unter lebhaften Beifalls­kundgebungen zu. — Sn der Diskussion über den Ge- neralbrricht des Rates des Völkerbundes ergriff zuerst der Norweger Dr. Fritjof Nansen dasWortt ®r dankte zunächst Lo-o Robert CecA für feine ausge­zeichnete Rede vom Tage vorher und schloß sich un­bedingt der Ausfassung an, d«ß der Völkerbund in Zukunst, wenn er überhaupt existieren wolle, eine leb­hafte Tätigkeit entfallen Müsse. Nansen erstattete so­dann in englischer Sprache einen ausführlichen Bericht über die H eim b es ö rde r un g der Kriegs­gefangenen nach dem Kriege. Er schilderte sehr eingehend die Schwierigkeiten und die Erfolge der Heim- befördemng aus Rußland Er unterließ es nicht, da­bei den deutschen Behörden ganz besonders den Dank auszusprechen für ihre Mitarbeit und sagte wörtlich: „Sch würde meine Pflicht verletzen, wenn ich die Gelegenheit nicht benützen wurde, die Hoch­achtung auszudrücken für die ehrliche Mitarbeit, die mir von den deutschen Behörden zuteil wurde, imd für den Eifer, mit dem sie diese bedeutende Aufgabe der Menschlichkeit gelöst haben. Es ist auch nur ge­recht, zu erwähnen, daß die russischen Sowjetbehörden alles getan haben, was sie konnten, um die Verpflich­tungen zu erfüllen, die sie übernommen hatten."

Ein neuer Völkerbund?

Die Zeitung ,North America' veröffettkkfcht einen Aufsatz, in dem erklärt wird, Präsident Harding werde die Ministerpräsidenten von England, Frank­reich, Italien, Japan und Deutschland sowie Root berufen, um einen neuen Völker­bund zu errichten, der sich auf der Grundlage des von Root angeregten Welt'chiedsgerichiNhofes auf« bauen solle. Demselben Blatte zufolge soll Präsident Harding nicht die Absicht haben, nach Europa zu kommen.

Die deutsch-amerikanischen Kabel.

Die Western Union-Kabel-Gesellschaft wird den ganzen Kabelverkehr zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten übernehmen. Wie die Gesell­schaft mitteilt, besteht der Plan, eine direkte Kabel­verbindung nach Deutschland zu legen, die unab­hängig von der englischen Kontrolle sein würde. Die früheren deutschen Kabel, die bisher im englischen Besitz waren, sind jetzt durch Verhandlungen zwischen der britischen und der amerikanischen Regierung an die letztere übergegangen.

Die Verhandlungen über die Viehfordcrungen, die an Deutschland gestellt worden sind, haben am Montag in Paris begonnen. In mehrtägigen Ver­handlungen vor der Sachverständigenkommiision des

Nach vierzehntägiger Pause trat der Reichstag Donnerstag wieder zusammen. Wie üblich, pflegen solche

Es ribt brave Lfanste.-er, die m nützlicher Weise rband-l erpctrmn, nam-ntsich auf d-m platten Aber '.m^r d-effn v,r"—--n i-~„nrn viele *f'”*nten du ffnff!''chkeff. fünfer der

ade in unserer Arbeit für die Partei ermuntern und soll die in uns und auch in unseren Organisationen noch schlummerndem Kräfte wecken, um sie in eben sol­cher Weise für den Erfolg der ZeMrumsparlei, damit für das Wohl unserer Anhänger und das Wohl unseres armen, Ser Mitarbeit eines jeden harrenden Vater­landes nutzbar zu machen.

nicht vorgreisem, sondern an dieser Stelle nur einige Worte sagen über das, was die Einzelnen schon aus eigene Hand tun können, insbesondere die Väter unö Mütter in der eigenen Familie und im privaten Verkehr.

Dor dem Kriege trat das Laster noch längst nicht so stech hervor wie heutzutage; doch auch schon damals waren wir zum Kampf gegen die öffentliche Unsittlichkeit genötigt. Der Schtei um den Schaufenster-Paragraphen fft noch in Erinnerung. Leider nicht in angenehmer Erinnerung. Denn dieselben Leute, die vor zwei Jahren die Revolu­tion machten, hoben damals im Gefolge des Goeihebundes soviel Obstruktion gemacht, daß nichts rechtes herauskam gegen die Schaustellungen, die bei der schutzbedürftigen Sagend bas Schamgefühl und die Tugend gefährdeten. Jetzt werden den Augen der Unschuldigen noch viel mehr vchamlosigketteu auf gedrängt, im den Schaufenstern, an den Anschlagsäulen, auf Reklamezetteln, in vielem Geschäf­ten, und jetzt ist auf polizeiliche Abhilfe ober gar auf ge­setzgeberisches Einschreiten gegen solche Giftverbrettung noch »emper zu rechnen. Daher sagen die Bischöfe mit Recht: wir brauchen eine ehrenamtliche Sittenpolizei, die katho­lischen Bereme sollen die Vorhut dabei bilden; hoffentlich schließen sich die Mitbürger anderer Bekennttffffe den Be­strebungen an, da doch alle Demünftieen imb anständig dankenden Leute begreifen müssen daß es sich hier um em gemeinsames Inte reffe und eine gemeinsame Ehren- pflicht handelt. *

Was können nun die einzelnen Eltern tun? Cs fft unmöglich, die Kinder mtt verbundenem Aueen über die Straße zu Ich'cken. Aber wohl kann man dafür sorgen, daß die Kinder nicht solche Geschäfte be- f i» ck r n. in denen anstößig« Bilder. Dsich-r ober sonstige fff nn^ährffche Dwne ausgestellt oder frilg-hatte« wer- Den. Ich me'ne. es müßte ein voller Boykott ver­hängt werden über alle G'schäfte, die sich irgendwie m den Dienst non sittengefährlichen Darstellungen oder Dor- trlrvrgen stell-n.

x ~-rwr müllen die Estern in verdopvel!»- imb ver- drristch'er Sorgfalt aiff der Wacht fein doll nickst 'chrnntzive Sachen ttm fiaus pefihleppt werben. Rilltet auf den Um­gang der Srnber: achtet airi bie Lektüre der Kinder seht immer mal wieder nach, was sie an Schriften und

ersten Sitzungen nach längerer Pause nicht sehr lang zu werden, so wurde auch der wichtiaste Punkt der Tages­ordnung, eine sozialdemokratische Interpellation über die Sozialisierungsfrage, obwohl sich Reichswirt- schaftsminister Dr. Scholz zur sofortigen Beantwortung bereit erklärt, auf eine der nächsten Sitzungen verschoben. Man fuhr dann in der Besprechung der deuffchnationalen Kartoffel-Interpellation fort, die bereits in der letzten Sitzung begründet und vom Reichsemährungsministsr beantwortet ist.

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— November- Sternschnuppen. Für die astrono- miiche Wissenschaft sind dir Sternschnuppen heutzutage kein Rätsel mehr. Noch vor fünfzig Satiren glaubte man, in ihnen meteorologische Erscheinungen unserer Erdatmosphäre etbltfen zu müssen, obwohl sckion ältere Physiker, namentlich Cladny, einen kosmischen Ursprung annahmen Setzt wissen wir, daß die Stern­schnuppen Auflösungsprodukte von Kameen sind, die sich in ungezählten Milliarden im Weltcnraum befin­den und in Kegelschnitten um die Sonn- bewegen. Shre Schnelligkeit beträgt 20 bis 80 Kilometer m irr Se­kunde, sobald sie bk Eidatmosphäre erreichen. Sn , einer Höhe von 100 bie 190 Kilometern entzünden si« sich urrb verbrennen oollstandm. wenn sie klein sind, oder fallen als Meteore zur Erde herab. Derglei-Hey Meteore, fororit man sie geh'.nbcn hat, wi-aen 1 bis 10 Kiloarmnm. oft aber auch noch mefjt Der geühtz»

lz Der Mißerfolg der Sozialdemokraten in Sachfen.

Der Ausfall der fächsischen Landtagswahlen, über | deren grundsätzliche Bedeutung wir schon gesprochen [ haben, hat in der sozialdemokratifchen Partei katzen­jämmerliche Gesühle geneckt Das ist zu begreifen. Die Wehrheitssozialdemokratu hatte damit gerechnet, daß die Spaltung der Unabhängigen dazu fuhren würde, daß nunmehr die sozialistische Arbeiterschaft sich unter dem Barmer der Sozialdemokratie einheitlich wieder zusamn xnfinde. Diese Hoffnung ist vollkommen zu­sammengebrochen. Die Sozialdemokratie hat sowohl einen stimmenmäßigen als auch gesamtmäßigen Rück­gang erfahren. Bei der Reichstagswahl vom 6. Surti vereinigte der Gesamtfozialismus 1 299 000 Stimmen auf sich. Diesmal hat er einen Verlust von 270000 Stimmen zu buchen und ist auf 1029 000 Stimmen ■ zurückgegangen. Die MehrheitssozialdemokrMe selbst hat aus all der Zersplitterung zahlenmäßig keinen Vor­teil gezogen, sondern hat auch ihrerseits einen Rück­gang an Stimmen zu buchen und wird, verglichen mit der Volkskammer des Söhres 1919, nur 27 Mandate gegenüber den damaligen 42 ihr eigen nennen.

| Diese Zerstörung des mehrheitssozialisttschen Traums wird vielleicht nicht ohne Rückwirkung auf die Lage im Reiche sein. Wenn Herr Scheidemcmn gerade in den letzten Wochen nach der Spaltung der Unabhängigen wiederholt davon gesprochen hatte, daß im nächsten Frühjahr neue Reichstagswahlen ftattfin- den müßten, so geschah dies aus der Hoffnung heraus, bei diesen Reichstagswahlen die Sozialdemokratie wie­der zur führendm Partei im Reichstag zu machen und die Unabhängigen und Kommunisten trisderzureiten. Nach dem Ausfall der sächsischen LaMagswahlen wird Herr Schsidemann sich zu überlegen haben, ob die Rechnung noch stimmt. Es ist kein Zweifel, daß die Anziehungskraft der Mehrheitssoziakdemokratie viel geringer gewesen ist als ihre Führer glaubten; daß die Abwanderung der Milläufer sich weiter fortgesetzt,hat, und daß eine große Anzahl Sozialisten zu den Wohl- müden gehören, weil sie sich unter den vier sozialistischen Parteien tticht mehr zurechffinden. Sie haben die

| „Segnungen" des Sozialismus sta t, und wenden der Sozialdemokratie den Rücken, die nur große Worte macht, aber nichts zu leisten vermag.

Die Aussichten, daß bei den nächsten Reichstags­wahlen die Bildung einer roten Mehrheit verhindert : wird, steigen damit. Wenn das im Sttdustriestaot - Sachsen gelungen ist. so wird es gewiß auch bei den allgemeinen Wahlen im ganzen Reich gelingen — vor- ^.«msgesetzt, daß die O r d n u n g s p a r t ei en ihre Pflicht tun. Die Wohter"müfsvn frisch und mun­ter erhalten werden. Von den verdrofienen Wählern fallen schließlich manche den extremen Richtungen zur Beute. Gerade diejenigen Parteien, die zur Rettung des Vaterlandes sich zur verantwortlichen Mtarbeit in der schweren Zeit entschlossen haben, müssen ihre Or­ganisationen mit besonderer Sorgfalt von langer Hand in rastloser Lehr- und Werbetätigkeft ausgestalten.

Nur das verbürgt den Erfolg. Das Zen drum tit Sachsen, das bei diesen Landtagswahlen zum ersten Mole einen Kandidaten, den bisherigen Chefredakteur der „Sachs. Volksztg.", Heßlern, durchbrachte, hat eine zähe Werbearbeit in Presie und Versammlun­gen geleistet und das Wahlergebnis ist der wohlver­diente Preis der aufgewandten Mühen. Wer hätte noch vor kurzem es für möglich gehalten, daß in Sach­sen. dem roten Sachsen, einmal das Zentrum in solcher ehrenvollen Weise sich durchsetzen würde. Unsere Freunde in Sachsen haben an den Erfolg geglaubt, weil sie an ihre Kraft und damit an sich selbst und die werbende W'rkung der unvergänglichen Sdeale der Partei glaubten.

Dieses Selb st vertrauen, das sich auf der festen und unerschütterlichen Grundlage des Rechtes imb der ausgleichenden Gerechtigkeit aufbaut, soll uns

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die Tinmnd und ?onar für das körperliche Leben bocki- pcfäbrlidi sind Wenn ein Hausierer ins Haus gelaßen

tieraniroonltd) tur den .cOauionellen Teil: Karl Schütte, u fiu üli Anzeigen: I. Parzener-Futüa. ~ Rotatlonsüma u. Verlag Der Fuldaei Actiendruckerei in Fulda eriupiedier Nr. 9 lelegr.-Adresje: Fu löaer Ze>>u ng