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je 200 Mk., 236 Krieger-Waisen unter 14

50 Mk.. 23 Schwer-Kriegsbckchädigte ie 300 minderjährige Kinder der Krieasbefchädraten

mitten unter die Leben- Alt und Lung täglich vorüber­nur Schmuck und Zierde des

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streit edler Seelen!

Das Denkmal gehört d e n, an eine Stelle, wo geht, denn es soll nicht

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der Hilfsbereitschaft, de« Danke«, der Zusammengehörig, leit.

Ob die handliche Betätigung in der Klasse oder in besonderer Werkstatt, von Lehrern allein ober unter Mit­wirkung von Fachleuten erfolgen soll, ist noch umftrii- ten. An der Kostenfrage wird manch schöner Gedanke scheitern. Der Arbeitsschulunterricht bedeutet eine ge­waltige Belastung für die Eltern, für das Reich, die Länder und Gemeinden. Man hat diese finanzrelle Schwierigkeit bei den Verhandlungen des Reichsschul- ausschusses mcht übersehen. Voraussetzung für den Ar. beitsschulunterr<cht ist. daß die Klassenziffer die Zahl 10 nicht übersteigt, umsomehr, als der ganze Unterrichts- betrieb für den Lehrer einen ganz erheblichen Mehr- kraftaufwand bedeutet, wie die Erfahrung zeigt.

Mt Recht darf man hoffen, daß der Arbeitsschul- unterricht, wenn er erst richtig erteilt werden tonn, also auch die finanzielle Seite geregelt ist, viel dazu beiträgt, unserem Volke wieder hochz ihelsen. Verkehrt aber wäre es, anzunehmen, als ob unsere gegenwärtige Schule nun nichts geleistet hätte oder hatte leisten tonnen. Diele der heute erhobenen Forderungen kennen wir als alte Bekannte in neuem Gewände und viel alter Wein wurde in neue Schlauche gegossen. Aber der ganze Gedanke, der dem Arbeitsschulmtterricht zugrunde liegt, ist gut, freilich mutz erst die Erfahrung erweisen, inwieweit die­ser Gedanke verwirklicht und zur bleibenden Einrichtung werden kann.

viel wohlgefälliger sein, wenn die Mädchen in kinder­reiche Familien gehen und sich dort — bei allerdings reichlicher Arbeit — den Himmel verdienen? Und bietet nicht auch die Sorge für fröhliche Kinder und das Bewußtsein treuer Pflichterfüllung Freude, ja Glück? Geistliche, Iugendpflegerinnen, ßeiterinnen oon Kongregationen und von Dienstmädchrnoereinen könn­ten durch aufklärendes Wort, durch Mahnung und Aufmunterung manches Dienstmädchen bewegen,, in kirckerreichen Familien Stellen anzunehmen. Dielleicht könnte man auch in den einzelnen Orten einen Zu­sammenschluß hilfsbereiter Seelen be­wirken. älterer Mädchen, die für dauernd keine Stelle mehr aratef)tnen, die aber bereit sind, einzuspringen, wenn eine Mutter in Not ist. Wäre das nicht eine Aufgabe fiir die Mitglieder des 3. Ordens, bie_ Hilfs­bereitschaft, Nächstenliebe aus religiösen Grundsätzen in ihrem Leben zu erfüllen sich bemühen? kfs.

— Japanische Stahlfedern. Der Krieg bat in Japan eine in diesem Lande fast ganz neue Industrie gescbaff.n; Die Herstellung von Stah'federn. Nock im Jahre 1911 führten die Japaner ihren gesamten Bedarf meist ans Amerika und Deutschland ein. Er betrug damals 65 Millionen Stück. Im Jahre 1912 entstand die erste Fabrik, die zwar in folae der un­geheuer ni drinien Arbeitslöhne billiger liefern, aber an Güte der Erzetanisse mit den eingeführten Federn nicht toettetfern konnte. Der Ausfall der deutschen Einfuhr bar hierin eine Wandlung vollbracht. Man bemühte sich mit bestem Erfolg, die Fabrika'ion zu oervostkommen, so daß schon im Jahre 1915 nicht nur der einige Bedarf vollständig gedeckt wurde, sondern auch eine Ansiuhr von über 9 Millionen Stück stanfand. 1516 errichte e die Ausfuhr bereits 186 Millionen S>ück, und seitdem stieg sie weiter von Jahr zu Jahr. Zweifellos werden die Japaner mit ihren Stahlfedern die eroberten Mäi ste behaupten. Sie sind tarnt zu einer aroßen Konkurrenz für dir

— Eine fi«{) braucht im Jahre so viel Futter wie 5 — 6 Ztegen. Diese Anzahl Ze en liefert int Jahre etwa 3009 Lster Milch, eine Kuh durchschnitt­lich nur 2000 Li ter. Die Nutzanwendung ergibt sich vo.i selbst. ka.

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genehmigt

Ersatzwahl für das Mieter- Slellverkreler-Mlkflkled des Mieteinigrngsamtes. Dausekrelär Wengenroth. Gewählt wurde auf Antrag der Frau Hunold im Einvernehmen mit dem Mieterverein Herr Bausekretär S i a u b a ch.

Bewilligung eines llmzugskoftenbetrages eines Bo- lfzeiwachkmeisterr. Für einen von Ludwigsburg nach Fulda berufenen Polizei Wachtmeister wurden 750 Mt. zu den Umzugskosten bewilligt.

AaHbewlLguug eines Stratzenkostenbelrages ffit die Strafte „Am fikeqerten“. Der Voranschlag des Stra­ßenbaues „Am Kleegarten" (Parallelfttaße zur Georg- stratzef ist um 163 000 Mk. überschritten worden. 3m ganzen belaufen sich die Kosten für die Simge auf 208 500 Mk. Der Stadtbaurat erklärte, daß die Bebauung der O st s e i t e der Straße ebenfalls gesichert sei, sobald das bisherige Domänen griänbe in den Besitz der Stadt übergegangen fei An Baulustigen fehle es nicht. Die Kosten wurden genehmigt.

kerskellung von vier Drel-ZImmerwohnungen im .stödlkschen Gebäude holzgarlen und Bewilligung der Kosten. Das Landesgestüt Dillenburg hat die bisher im Holzaarten benutzten Stallräume gekündigt, da die Hengste künftig in der Nähe der Stadt auf dem Q,a nde mstergebracht werden sollen. Die Stadt plant, in bett freigewordenen Räumen 4 Drei-Aimmerwohmmgen ein» zurichten. Die Kosten belaufen sich aus 100 000 Mk. Dieser Betrag wurde genehmigt. Die Baupläne gehen nochmals an die Daukommisstem. Don dem Gerücht, das Gestüt wolle jetzt wieder in der Stallung bleiben, ist an amtlicher Stelle nichts bekannt.

Veschasiung von Gasmessern und Bewilligung der kosten. Zur Beschaffung von Gasmessern wurde ein Kre­dit in Höhe bis zu 20 000 Mk. bewilligt.

Bewilligung von Beihilfen an die Schwerkriegs­beschädigten und die Hinterbliebenen aus dem Kriege 1914-18. Sn Verfolg eines früheren Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung soll an die Schwerkriegs­beschädigten und die Hinterbliebenen eine einmalige Un­terstützung bezahlt werden. Die Kosten belaufen sich auf zirka 57 000 Mk. Und zwar sollen nach dem Vorschlag des Magistrats im Einklang mit der Vorberatung der ftorforretomntrfp.on erhalten: 78 bedürftige Witwen je 300 Mk-, 32 weniger bedürftige Witwen je 100 Mk.,

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gänge, gemütlich« Lokalitäten, und aus der Höhe der Zeit ftefjettbe Geschäftsläden richten. Was ein solcher Ort da­her zur Verschönerung ferner selbst, auch m künst­lerischer Hinsicht beitragen kann, ist nie umsonst vertan, sondern stets auf guten Zins angelegt

Die Schwierigkeiten der verflostenen Jahre haben die Taten- und Unternehmungslust stark behindert, teils so­gar glatt unterbunden, nunmehr regt es sich doch allent- halben wieder, und aus dem Staub, der die Kriegszeit $utterlieft, recken sich wieder Verschönerungen und bau­liche Veränderungen manches« Art. Doch bevor man des eigenen Nutzens und Wohllebens gedenkt, güt es, sich erft mal derer sichtbar zu erinnern, die so manches Jahr des Feldzuges schreckliche Nöte erduldeten, die für ihrer Heimat Hof und Haus kämpften. Btt en und starben?

Dem Mammon, dem Luxus, dem seichten Vergnügen werden in allen möglichen Formen Denkmäler gesetzt. Man spielt, man tanzt, man stöhnt dem Alkohol, es flutet das Geld von Hand zu Hand und türmt sich zu papiemen Bergen. Der verlorene Krieg, der schreckliche Zusammenbruch des Vaterlandes, läßt heute, wo wir uns noch im Zustand der Depreffion befinden, die gigantischen Krtegshekdrn und ihre Taten leicht in den Schatten tre­ten. Doch sie gehören ans Licht und immer wieder ans Licht, und die Zeft ist gekommen um über alle Schranken innerpolitischer Zerwürfnifie hinweg, sich zu sammeln unter der Parole: Ein Denkmal den Ge­fallenen!

Eine Ehrenpflicht gilt es zu erfüllen, nicht nur gegen die Toten, sondern auch gegen die. welche mit den De- feierten Schulter an Schulter kämpften, die selbst noch gesund, ihre Kameraden in die Erde senkten, um viel­leicht bald danach von dem tragischen Schicksal ereilt zu werden, daß sie mit geblendeten Augen, zerschossenen ©fiebern oder gebrochener Gesundheft noch heute unter uns wandeln läßt, als die erschütternden Zeugen des grau^Lmsten aller Zeitabschnitte.

Wer an d-rn Herzen der Bevölkerung S"l-,lcktfirfs zu lguschen versteht, dem konnte der heimliche Wunsch nach einer Ehrung der Gefallenen' nicht verborgen bleiben, und es ist an der Zeit, den ehrenwerten Empfindung», lauten Ausdruck zu geben. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. und es dürste nicht schwer fein, einen geeigneten Platz für ein Denkmal ausfindig zu machen. Das Steinmaterial bietet unsere Gegend und manche Hilfskraft dürste sich dem guten Zweck selbstlos jur Der-

Arbeitsschttlunterricht.

Von Franz Heurich, Kassel.

Dor kurzem tagte der Reichrschulausschuß, der u. a.

Verhandlungen über den Arbeitsunterricht, oder Bie es richtiger heißen sollte, über den Arbeite. Schulunterricht brachte. Letzterer ist eine Forde, pjng gemäß Artikel 148 Abs. 3 der Reichsoersassung g9 soll versucht werden, zu zeigen, was das Wesen bcs Lrbeitsschulunterrichtes ist. Die Kürze des Raumes ge. galtet nur eine Skizzierung in groben Zügen.

Arbeitsschule ist heute das Kennwort für die Aesamtrichtung der Resormbestrebun. »en auf dem Gebiete des Dolksschulwesens. Rehen zem Dort Arbeftsschule wurden noch die Bezeichnun- gen Erz^hungsjchule, Tatschule, natürsiche Schule, Schule unmittelbaren Wissens angewandt. Das Wort Ar- beit wurde ganz verschieden aufgefaßt. Hieraus erge. ten sich allerlei Verwirrungen. 3m Gegensatz zur „Ar- bstsschule" bezeichnete man im tadelnden Sinne die t)eurige Schule als „Lernschule", well erstere mehr die aktive Form der Aneignung fördern will. Diele dach­ten nur an Handarbeit, wenn sie von der Arbeitsschule sprechen hörten, und glaubten hierin ihr Hauptmerkmal $u erblicken. Andere wieder hielten das Problem der Abeitsschule für gelöst, wenn erst ein selbständiger Werk- pattunterricht ober doch Werkunterricht in die Schulen eingeführt wurde. Wie der frühere Lehrer und jetzige Staatssekretär Schulz in seinem Buch „Die Schulreform her Sozialdemokraten" erkennen läßt, dachten die So- jtattemotraten bei dem Wort Arbeitsschule mehr an die soziale Bedeutung der Körperarbeit und bezeichneten die Arbeftsschule als die Schule der auf Gemeinschafts­arbeit beruhenden Zukunftsgesellschaft. Manche Refor­mer haften wieder die sittliche Sefte der Handarbeit im Luge, während für andere die Arbeit in erster Linie Produktion neuer Werte ist und die Pflegepätte größt­möglichster Ausdruckskultur auf sprachlichem, dramati­schem. zeichnerischem und plasftjchem Gebiete.

„Das Schlagwort Arbeitsschule" kennzeichnet den Unterschied der heutigen Schule gegenüber am besten, gibt aber keineswegs eine umfassende Bezeichnung für die Gesamttätigkeit der Schule. Es besagt, daß die ver­schiedensten Formen der menschlichen SÜrbeit und das Darstellen den breitesten Raum einnehmen und auch der Erwerb von Kenntnis weniger durch Mitteilung, sondern attro, durch eigenes Sehen, Beobachten und Ex. perimentieren erfolgt' (Die Arbeitsschule, Leipz. L.B. 6. 29). Fast alle Pädagogen haben Selbständigkeit der Schüler gefordert. Die heutige Zeit aber hat diese For­derung in den Mittelpunkt der Schulreform gestellt. In der Arbeitsschule soll größere geistige Aktivl. tat produktives geistiges Arbeiten an die Stelle eines mehr passiven Aufnehmens treten. Das Kind soll aus der Wahrnehmung seine meisten Er­kenntnisse schöpfen. Die Dinge müssen ihm deshalb in die Schulstude gebracht werden, ober es muß zu ihnen hinausgehen. Der Unterricht muß also zum Tell drau­ßen in Feld und Wald, im Garten und auf der Wiese betrieben werden. Dort findet der Schüler alles im na­türlichen Zusammenhang, mitten im Leben. Die Heimat wirb durchwandert, die Stätten der menschlichen Arbeit werben besucht desgleichen die Werke, die sie geschaffen (Brücken, Neubau, Fabrik, Elekttische, Bahnhof, Hasen), lieberall, wo es geht, soll mit dem Wahrnehmen das Dar st eilen sich verknüpfen. Es führt zu vollständigerem und sich selbst torrigierenberen Wahr­nehmung. Die Darstellungsformen sind mannigfaltig: Malen, Zeichnen, Ausschneiden, Fallen, Stäbchenlegen, Formen in Ton, Plastilina, Sand; auch Modelle wer­den gebaut Das Lernen soll einerseits Vorstellungen, Urteile, Begriffe, Gefühle, Willensakte auslösen, an­dererseits sollen Beobachtungsgabe, UrteUskrast Eharak- ter, Gefühlsdispositionen und Fertigkeitken erziell wer­den. Wissen und Können sollen in harmonischem Ein­klang stehen. An die Beobachtungsaufgaben schließen sich an die Forderungen des Erzählens, der freien Nie. derjchrift des Geschauten und Erlebten, des Gedächtnis- zeichnens, des Formens, des Ausschneidens, des Bauens, der mimischen Darstellung. Alles das wird zur selbst- tätigen Verarbeitung des Unterrichtsstoffes gebraucht Die Selbfttätigfcit weckt die Energie, diese hat wie­der den tatenfrohen Willen zum Gefolge. Das Wol­len wftd zum Handeln umgesetzt, auch die Hebung des sittlichen Verhaltens wird geboten. Durch die Arbeit werden die Kinder an Ordnungsliebe, Sau­berkeit, Sorgfall, Ausdauer, Geduld und Fleiß erzogen. Sie lernen sich ein- und unterordnen, Rücksicht auseinan­der nehmen, nachgiebig und verträglich sein. Die Art der Arbeitsschule bedingt es, baß oft ein Kind auf das andere angewiesen ist Da entwickeln sich die Gefühle

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Dienstag, IG. November 1920.

je 50 Mk. Stv. Hering protestierte, daß nicht ihm, als dem derzeitigen Antragsteller, sondern dem Stv. Bar­nickel das Referat übertragen worden sei. Stv. Bar­ni ck e l. Stv. Stahl, Stv. Hering, Stv. Ebert, Stv. 9t ö b er befürworteten die Bewilligung unter Hin­weis auf die vaterländische Dflicht. Stv. H a n t u m m wies darauf hin, daß eigentlich der Staat die Unter­stützung zahlen muffe. Die Stadt könne nicht in diesem Maßstäbe weiter bewilligen. Der Oberbürger­meister erklärte, daß durch die kommenden ©teuer« vorlagen die Deckung der Mfttel vorgesehen fei. Eine Abgabe vom Kaffeehausbesuch, wie sie angeblich in Berlin stattfinde, sei nicht ausfindig zu machen gewesen. Die Unterstützung, die notwendig sei, solle sofort zur Aus- zahlung gelangen. Die Magistratsvorlage wurde angenommen.

Lrbbauoerträge. Zum Abschluß von 9 Erbbanvrrirä- gen, bei denen es sich um Gelände an der Maberzeller-,

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— Linderrei^r Familien und Dienskbolennok. ,Zch möchte eine Stelle bei einer ebv einen Dame haben." — „Ich gehe nur zu Familien ohne Kinder." — Wie oft hören mir Hausfrauen solche Einwände, wenn mir uns um ein Mädchen bemühen. Und erst recht wir Frauen, denen ®oft viele Kinder geschenkt hat, die mrfere Freude, aber auch unsere Sor^e sind, die wir gut katholisch erziehen möchten. Da ist es oft tmenb« lich sckw-r, Hilfe zu bekommen. Eine fromme Mutter, die 11 Kinder ihr einen nennt, schreibt uns darüber: „Was muß so eine Mutter, die oft noch schwach durch viele Nachtwachen und tätliche Plagen ist, nickt olles über sich ergehen lafien. Die brutal wird oft ihr Zu­stand ans genutzt. Oft hat sie niemanden, der ihr mal eine Erleichterung verschafft. Immer muß sie Rücksicht nehmen und froh sein, wenn sie nur Hilfe im Haushalt hat. Wie bitter ist es für sie, dann zu sehen, wie Frauen, d«e sick ihre Arbeit reckt nut allein macken könnten, oder folcke mit vielem Geld b:e besten Mäd­chen leicht bekommen." Die Schreiberin mnckt dann Dorlckläne, wie zu helfen wäre. Arn rne'sten per« svrickt sie sich von der refiosösen Seemffuffuntt der Dienstmädch"n. Gerade die frommen Mädcken findet man im geistlichen Hause ober bei alleinstehenden Herrschaften, well sie, da ihren religiösen Hebungen leichter nachgehen können. Aber sollte es nicht Gott

Salischltrser Betrachtungen.

Gehörte während der Sommermonate unser Interesse fm besonderen dem Leben und Treib«, Salzschlirfs als Heilbad, so ist die jetzige Itchveszeii dazu angetan, unsere Aufmerksamkeit mehr dem Orte selbst zuzuwen­den. Bad und Ort Salzschlirf stehen in wechselseitiger Beziehung. Verdankt der Ort den Einrichtungen des Sa» des feine eigentliche Bedeutung, fernen Aufschwung in geschäftlicher rote wirtschaftlicher Hinsicht, so hat wiederum das Bad seinen unsertennbaren Nutzen durch den Fleiß die Schaffensfreude der Ortsbewohner/ wie von der Sto geblichen Schönheit, mit der Mutter Natur dieses Neckchen Erde mrsgestattet hat.

(Eingebettet von wÄdurnraufchten Höhen, durchzogen von igelnden Dfellen und mnwchi von enter wunderbar ^ftifcherchen, die Lebensgeister weckenden Lust, das sind wahrlich schon der verlockenden Eigenschaften genug, um 003 der Fevne all jtene herbeizulocken, die das Ser* langen treibt, aus den MietskafLrnen der Städte und ^rn Stroßendlmst hinauszupilgern, m rin freieres, ge­sünderes Dasein. Es ist eine feststehende Tatsache, daß dem Orte von der Natur gespendeten Derhältmsse vielen erst den Entschluß zu einer Reise in unsere ««uen ouslösen.

Letzten Endes ist es mttürfich ine Bonifatius» •te e 11 e selbst, die dem Bode wie dem Ort den Stempel eufdrückt. Die Quelle als der Ursprung der Entwick- Salzschlirfs ist jedoch kein Werk menschlichen Er- nvdimgsgefftes, sondern sie ist das heilige Geschenk einer ®®fen Schöpfung für die gesamt« leidende Menschheit. 7®^* alle, die des Wassers bedürfen, seiner Segnungen hastig wecken. Der Besitz« einer Heilquelle ist somit "f* getreue Sachwalter eines Vermächtnisses der müh« *®igen Sattheit an die Kranken und Schwachen; wahr- ein ebenso edles mt verantwortungsvolles Amt! e* Domfafiusbrunnen fit gewissermaßen der Sammel- ^»kt. d?r Kontakt, an dem die Interessen von Bad und "ri, dr« Interessen des Prioatbesitzes mft denen d« All- Mn^inheft sich versöhnlich berühren.

,XvS gibt in Deutschland ein« große Anzahl Badeorte, gibt nicht ollzuoiele, die den berechtigten Sn« Muchen der Besucher zu genügen vermögen. Die höchste C emi)eriftequen3 weisen darum auch nur jene auf, die bequem geordneten' Dodeverhältnissen ihr Augen- ' eet* E"si saubere, staubfreie Straßen, anmutige Spazier-

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Ortes wecken, ein Sammelprmkt lokaler Feierlichkeiten, sondern eine tägliche Mahnung, ein Ruff in die Seele oller fein: sehet her und leset die Rameir in Stein, sie künden euch von besiegelter Treue und Liebe zum teuren Vaterland.

Die heutige Generation bedarf dieses Weckrufes nötiger dem, je, und darum lasset die stumme, aber erschütternde Sprache der Steine von einer verkehrsreichen Stelle er­schallen, wo sie vom Bürger rote vom Kurgast, vom Wem- derburschen rote vom Schulkind rornn Gläubigen und vom Zweifler zugleich vernommen wick.

Salzschlirf, du hast in kommender Zeit eine köstliche Ausgabe zu lösen, doch die Ehrung deiner toten Helden wick dir selbst zur Ehre gereichen! L. Lehmann.

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der Hoffnung auf ein tSieäeraufteben dieser Orgarn- fation Ausdruck. Oberbürgermeister Dr. Antoni er­klärte, daß die Hauptschroierigkeiten in der Wohnungs­sache durch die Behörden entständen, die einen starken Bedarf an größeren Wohnungen hätten. Mit den Aus­führungen • des Herrn Schmitt erklärte er sich im all­gemeinen einverstanden und sicherte die Aufstellung der verlangten Uebersicht, sororft es möglich _ ist, zu. oto. Wohlgemuth billigte den anderwärts gemachten Vorschlag, ganz junge Heiratslustige aus der Liste der Wohuungsuchmden auszuschließen- Stv. Bor nick e 1 verlangte Vorgehen gegen solche Leute, die große Wohn- räume zu Geschäftszweckes im Anspruch nehmen. Er fragte nach der Verwendung des Garnisonlazaretts, ut dem zurzeit nur ein Beamter wohne. Dsr Ober­bürgermeister: Das Lazarett ist in den Besitz des Landkrankenhauses über gegangen, das dort ein Seuchen- hcrus errichten will, Auf der anderen Seite ist die Un° terbringung des Finanzamtes in dem Gebäude vorge­sehen. Die Entschridung liegt jetzt in Berlin. Stadtrat Laux: Die größten Ansprüche auf Wohnungen macht dte Eisenbahn, ohne bisher etwas wesentliches zu den Kosten beigetragen zu haben. Jetzt hat die Eisenbahn wieder ein Projekt, bei dem die Stadt den Löwenanteil her Kosten tragen soll. Unter den Wohnungsuchenden find keine, die sich selbst ein Haus bauen können. Ge­gen den Hauskauf durch Auswärttge gehen wir mit allen Mitteln vor. Unter den Heiratslustigen sind, wie eine Prüfung ergeben hat, nur ganz vereinzelt Männer, die jünger sind als 25 Jahre. Im übrigen fcheint eine Erschwerung der Heiraten für Leute im Alter von über 25 Jahren aus einer Reihe von Gründen nicht ange­bracht. Die beantragten Kosten für die Wohnungen in der ffiertbarmerietaferne wurden bewilligt.

Bcrofflfgang der kosten für Reparatur eines Heiz­kessels Im Gaswerk. Dte Kosten in Höhe von 4000 Mk. wurden auf Antrag des Berichterstatters Stv. Krönung

das Bedauern, das Stv. Kapp über die lein erteil erfolgte Auslösung der gerne innützigen Langesell- der letzten Sitzung geäußert hatte und gab ig auf ein iSiebeTaufteben dieser Orgarn-

Stadtverordneteir-Versammrnrrg.

(L) Fulda, 16. November 1920.

An der gestrigen Sitzung nahmen 25 Mitglieder teil. Den Vorsitz führte der Stadtverordnetenvorficher S i m - mer. Vom Magistrat waren anwesend Oberbürgermeister Dr. Antoni, Stadtbaurat E b e r l e i n. Stadtrat Laux. Don den Demokraten waren diesmal die Herren Rühl, Hautrrmm und Dacharach, von der Kriegsbsschädig- tenfraftron die Herren Hering, Ebert und Stickelbrucks, von den Sozialisten Herr Krönung erschienen. Der Zu­hörerraum war nur schwach besucht.

Antrag Zirkenbach: Staffelung des Schulgeldes der Oberreülichrrle nach dem Eftrkommen der Eltern, ötn. Zirkenbach beantragte, an den Schulausschuß der Ober» realschule die Anregung zu geben, bas Schulgeld an der OberveEchule nach dem Einkommen der Eltern zu staf­feln. Bekanntlich ist von der Regierung das Schulgeld für die staatlichen Schulen auf 500 Mk. allgemein erhöht wocken und für die städtische Oberrealschule besteht dte Noiwendigkeft, nun auch eine höhere Summe aus dem Schulgeld aufzubringen, falls bä Staatszuschuß erhalten bleiben soll. Stv. Vollmer wies darauf hin, daß vor der Einführung einer Staffelung eine einwandfreie Einkommensveranlagung voriiegen müsse, was zurzeit noch nicht der Fall sei. Ferner zeigte er, daß die Einkommensverhälttriffe ber Eltern der Oberrealschüler ziemlich gleicharftg sind, lieber 25 000 Mk. Einkommen dürften nur die Eltern von etwa 30 Schülern haben, die Cttevn von 300 Schülern hätten weniger. Bei der Festsetzping eines Schulgeldes für die höheren Einkommen, das dann 500 Mk. überschreiten müsse, sei daran zu denken, baß in Fulda als Konkurrenzanftalt das Gym­nasium bestehe, dessen traditioneller Vorrang durch die Schulgeldregelung nicht wieder aufleben dürfe. Der Oberbürgermeister bestätigte die Bedenken des Vorredners. Es finden ober dauernd Erhebungen statt, ob der Gedanke der Schulgeldstaffelung nach dem Ein­kommen sich nickst doch verwirklichen lasse. Zurzest fehlen vor allem die zuverlässigen Unterlagen für die Ermitte­lung des Einkommens. Auch anderwärts sind dte Staf­felungspläne zurückgestellt worden bis nach der neuen Einkommens Veranlagung. Vorläufig liegt die Notwen­digkeit vor, das Schulgeld an ber Oberrealschule für bas letzte Quartal des Schuljahres den staatlichen Sätzen an- zupaffen. Der Antrag Zirkenbach wurde dem Magist­rat überwiesen.

Einrichtung zweier Zwei-Zimmerwahnnnge« im städff- scheu Gebäude viehmarklplah Nr. 9 und Bewilligung der Mittel. Dte Wohnungen befinden sich in der alten Gendarmeriekafferne. Dte Kosten belaufen sich auf 5970 Mark. Stv. Ed. Schmitt (Ztr.) betonte angesichts dieser und einer weiteren in ber Tagesordnung enthal­tenen Forderung für Wohnungsbauten, daß alles ge. schehen müsse, um dte Wohnungsnot zu bekämpfen. Es muffe aber angesichts ber großen finanziellen Belasttmg ber Stadt durch diese Aufwendungen die Frage geprüft und statistisch auseinander gelegt wecken, ob und wie wett industrielle Werke, Banken usw. an dem derzeitigen Wohnungsmangel durch die Vermehrung chres Personals beteiligt feien. Seit dem Kriege hätten ein­zelne dieser Firmen ihr Personal verdoppelt, verdrei­facht. Gs muffe daraus gedrungen werden, baft von dieser Sette in ber Bekämpfung ber Wohnungsnot Hilfe ge­leistet wecke. Eine hiesige Dank habe für die Herrich­tung ihrer Geschäftsräume mindestens eine Mil- li o n aufaeroenbet Da muffe man erwarten, daß auch für die Wohnunasbauten größere Kapftalren zur Ver­fügung gestellt würden. Bisher sei nur von zwei Finnen in dieser Sache etwas geschehen. Der Redner unterstrich

ber Leipzig«, und der Dittichstraß« barebelt, wurde di» Zustimmung erteilt. Der Erdzms beträgt 2 Droz, des gemeinen Wertes, ber in jedem einzelnen Falle feste gestellt wird und sich m den S Fällen zwischen 5 bis 7 Mk. bewegt.

lieber die höhe des Mehlpreise-, ber m bei letzten Bekanntmachung des NlchrunysmlltelamtLS fui AsusHM* tungsmehl festgesetzt war, führte Stv. Reith Klage. Der Oberbürgermeister: Wir konnten das Aus- lanbsmehl, beffen Preis wegen der Gestehungskosten nichi niedriger gesetzt wecken konnte, nicht ablehnen. Man muß fehrn, was man bekommen tarnt, da kein lieber» Luft an Nahrungsmitteln besteht. Der Stabtoer* ordnetenvorsteher: Tatsächlich können rech "lynche Leute den betreffenben Mehlpreis mcht leisten. Aber wir konnten das Mehl auch nicht abweisen. Stv. Frank schlug vor, das ftagliche Dtehl, wenn es wegen des hohen Preises doch nicht gekauft werden könne, für die allge­mein« Brotoersorgung zurückzuhalten und dadurch dar Brot zu verbessern. In diesem ©inne soll auch verfahren weckon. Sio. Dor nicke! wandte sich dagegen,^ daß von dem Auslandszucker den Äonbitoreien größer« Mengen zugeteist würden zur Herstellung von Stonbit.rr» waren, während bic Einwohnerschaft gern noch ein Pfänd- chen kaufen würde. Stv. Rühl teilte, als Mitglied ber Nahrungsmittelkommission mit, daß eine Belieferung der Korckftorsien vsit sog. gewerblichem Zucker vor­geschrieben und nicht zu umgehen sei.

Dte Mlchfrage schnitt bann Stv. Rühl an. Er wies darauf hm, daß ine Milchlieferung namentlich soft den Kirchweihtagen sehr gering geworden fei, was nicht allein auf die Maul- und Klauenseuche zuruckgsfuhri wecken könne. Er bat alle in Betracht kommenden Stel­len .auf beffere Lieferung im Interesse bei Kinder ein» zu winken. Stv. Krönung: Dom Landratsamt wick alles getan, was nur möglich ist. Manche Landwirte sind nicht zu bewegen, ihre Pflicht zu tun. Redner führte bedauerliche Fälle von Pffichtverletznng vor, in denen auch die Bestrafrmg der säumigen Bauern herbeigeführt wor- den ist. z. D. in Rückers b. Flieden und in Steinau (Kr. Fulda). Mr haben Gemeinden, die sehr gut kiefern, wir haben aber auch Gemeinden, die ihre Pflicht nickst ton. Wir haben Dauern, die von drei Kühen 68 Liter Milch liefern, aber es gibt auch grafft Fälle von Milchhinterziehung. Stv. Sunkel bestätigte die An­gaben des Borrckners: freilich fei der Einfluß der Klauenseuche nicht zu übersehen. Merkwürdig sei, baß die 5Aauenieuche m diesem Jahre gar nicht zurückgehen wolle. Die Geldstrafen aeoen die säumigen Bauern nutzen nichts. (Zurufe: Gefängnis, Zuchthaus!) Der Oberbürgermeister: Schlechter wie jetzt kann die Mllchfirfevvna niM werden. Wir bekommen zurzeit nur noch 2000 Liier Milch in die Stadt. (Zuruf: Die armen Kinder!) Die schlimmste Ursache ist ber Wucher. Es geht zu viel Butter im Schleichhandel nach Frank- ftrrt u. s. ro. Er befürwortete eine scharfe E n t» schließung gegen die schlechte Milchfiefenmg. Dte Kreisverwaltung tue ihre Pflicht und müsse gestärkt wer­den. Der Milchmangel macht sich in der Unterernährung der Schulkinder deutlich bemerkbar. Stv. Bros. Dr. Thielemann: Das Material des Herrn Krönung.be- weist, daß in dex Milchlieferung schwer gesünbigt wird. Es Legt eine umfnngrridje Verschiebung ber Milch in Form ber Butter vor. Es wick nur besser, wenn die vernünftigen Leute in den Gemeinden Im In- tereffe der Landwirtschaft selbst dahin wirken, daß das Land seine Verpflichtungen erfüllt. Stv. Rühl: Viel­fach kommt es für den Stand der Milchlieferung auf die Person des Bürgermeisters an. Schließlich wurden die Herren Prof. Dr. Thielemann (Ztr.). Krönung (Soz.) und Rühl (Dem.) mft der Abfassung einer

Entschließung beauftragt, Me bann einstimmig angenommen wurde und folgendermaßen tautet:

Die Stabtoerocknetenverfammkmg nimmt mit dem allergrößten Bedauern Kenntnis von Mitteilungen, welche über die Milchbelieferung der Stadt von Per­sonen gemacht werden, dte mit ber amtlichen Revision betraut sind. Es geht daraus zweifellos hervor, daß ein großer Tell unserer Landwirtschaft ihren Pflichten inbezug auf Milchlieferung in letzter Zeft sehr f ch 1 e tfr.t entsprochen hat.

Dte Dorsammkung verurteilt dieses Derhalten vor allem deshalb aufs f ch ä r f st e, well Kinder und Kranke am härtesten davon getroffen werden. Sie ersucht alle behördlichen Instanzen, aber auch die Vorstände der landw-irtschafllichen Berufs- und genos- senschaftsichen Vereinigungen in den einzelnen Ge- \ meinben, diesem gewissenlosen Handeln mft allen mög

lüften Mitteln entgegen zu wirken.

Wo der Appell an Pflicht und Gewissen nicht meta genügt, sollten über die Pflichtvergessenen b i e schärf­sten Strafen verhängt und ihre Romen in der Presse veröffentlicht werden.

In geheimer Sitzung wurde bas DesoDungs- dienstalter und das pensionsfähige Dienstalter des Stabt, baurats festgesetzt.

Schluß ber Sitzung: 7 Uhr.

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