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Jo 25).

SaMstag, 30. Oktober 1920.

«hg. Trimborn über Ernäürungswesen unv Kulturfragen.

Die bedeutungsvollen Ausführungen des Zen- trumsführers Trimborn in der DonnersLac-fitzung des Ncichstaos, die sachlich und eingehend zu allen Fragen. £e jyje Seele des deutschen Volkes bewegen, Stellung --hmen, zu allen den Schwierigkeiten, die in Staat und Verwaltung Sorge oller derer ist, denen des beut« {-ficn Volkes Zukunft am Herzen liegt, waren reich an wertvollen Anregungen und ließen eine klare L-ur- tzu'ung unserer La"e erkennen. Mr tragen dem Aus- iua, den wir gestern veröffenllichten, ausführlicher dir Darlegungen über unser Ernährungswefen pach- Abg. Trimborn führte hierzu aus:

ist ron größter Bedeutung, daß unser Ernöh- «.ingswesen besser ausgestaltet wird. In» lynchen ist die Zwangswirtschaft in weitem Umfange auf« Behoben worden, insbesondere für Kartoffeln und Fleisch. «nan muhte daraus gefaßt sein, daß di« Preisgestaltung sür Fleisch und Kartoffeln sich nicht sofort in einer die Derbraucher befriedigenden Weise vollziehen würde. Ader ^mit durfte man immerhin rechnen, daß die Landwirte -w „roßen und ganzen sich der Pflicht bewußt fein würden, r,j; Aushebung der Zwangswirtschaft bezügl. der Preis« sorderuna in angemeßenen Grenzen zu bleiben, na« m-ntlich nachdem führsnde Landwirt« wiederholt Auf« rufe in diesem Sinne an ihre B'rufsgenoßen erlaßen hat­ten Aber weite Kreise der Landwirtschaft sind diesen Mahnungen nicht gefolgt. Redner bespricht die ungesunde Preisentwicklung, die namentlich infolge der Angstkäufe e!If dem Kartoffelmarkte eingesetzt hat und fährt dann fort: hier muß ein ernstes Wort geredet werden. Was da getrieben wird, ist vielfach nichts anderes als Le­bensmittelwucher. (2-bh. allseitiger Beifall und Zustimmung.) D'e betreffenden Landwirte und ■ Händler (eben damit die schwerst« Verantwortung auf 'ich. In Zeitläuften, in denen in den Städten und ht den In- bustriebezirken Tausende hungern, in denen wir von der Arbellerschaft erhöhte Leistungen verlangen müßen, be­schwören sie die Gefahr von Revolten herauf, welche die schl'mmsten Folgen zeitigen können. (Sehr richtig!) Leider muß gesagt werden, daß auch in Handel und 9n. b a ft r i e in weitem Umfange gewuchr r t wird. (Sehr rich in!) Sn ctl-n Schichten der Bevölkerung gibt es eine erschreckende Zahl von Verfonen, die nur darauf auseehen, di» heutige allgemeine Notlage «wszuvick-n, um schnöden Gewinn zu machen. Mr leben im Zeichen des pro!« tischen Materialismus, der Mammonismus feiert Orgien. Planmäßig und unnachsich'ig muffen hier unsre Behörden, namentlich unsere Gerichte zngrei» fen. Wir haben den Gindruck, daß die von den Ger'chten verhängten Strafen viel zu gering sind. (Beifall und Zustimmung.! Mehr Zuchthaus und selbstverständ­lich keine Amnestie für Wucher"« und Schieber. (Leb- hafter Beifall und Zustimmung.) Aber von Grund aus kann nur eine sittlich« Erneuerung des Dolks- geistes in allen Schichten helfen. (Beifall und Zustim- BUinn.)

Im Anschluß daran konnte Trimborn die berrlichs Kundgebung des Hl. Vaters über d'e Dölkerver- söhnung gebührend feiern und den Blick über die ma­teriellen Tace-fragm hinweg auf die kulturellen Aufgaben lenken, vor allem auf die Missionen und auf d-e Schulpolitik. Hierzu sagt er:

Wir müllen der S ck u l f r a g e gerade fetzt unsere ganz besondere Aulmerksamkeit widmen. Wir erwarten auf bis bestimmtste, daß das in d"r Verfassung vorgesehene Reich-gchula-fetz sich gls eine absolut lovg'e Lusfsihnmg des Weimarer Schnlkompromisses darstellt. (D"ifall im Zentrum.) Eine Sabotage dieses Schu'korn» prom'lles durch die zur Ausführung notwendige Gefttz- aebung werden mir unter keinen Umständen zu« lassen. (Erneuter l-bh. Befall.) Tas Kompromiß bil­det aber auch, wie ich mit aller Bestimmtheit erkläre die äußerste Grenz« besten, was wir andern Mei- mmn-n über die Einr'chtuna des Schulwesens einzuräumen gewillt und in d"r Lage sind. Tabn sind wir durchaus d-r Meinung, Vf) eine gesunde Weiterentwicklung unseres' Sckmlw-fevs «'ne L-bensnotwevdick-ft für unsere Volks­gemeinschaft ist. Mr sind -nfteßloßen. sie tatkräftig zu fördern, sind aber auch der Ansicht, daß dazu die Berfas« fungsbestimmunaen. wenn sie dem Sinne des Komvromif« f-s entlvrechend M'sveführt werden, in ausreichend»«: Maß« Raum und Gelegenheit geß-n. E»n wesentlich»« Grundeedanke des Kompromckes ist die F r -! h e I t für die verschiedenen Weltanschauungen, sich auf dem Cchuloebiete Geltung zu verschaffen. Es fall niemand vervewaltigt w"rdeu — ab"« auch nicht d'e Anhänge« der Konfestionsfch"le. (Lebh. Beifall und Zust. im Zentrum.) Ein zw-iter Grundaedanke d-s Kompram'lles. an dem wir unerbittlich festhalten. ist, daß bei der E--'cß'ung der Sckn- . len und bei ihre« Ausgestaltung de« Wille der E r • ziehun asberechtigten. ivsbefond-«- der Eltern, voll zur Geltung kommen. Wir sind deshalb auch Freunde der Elternräte, hi« nach unserer Ansicht am besten unter gleichberechtieter Z"z!°hmig ron Geistlichen und Lebrern einen wesentlichen Teil des Schulor-anisnnis bilden fallen. Wir w"rden nicht dulden, daß, wie in 'n manchen Zeitunesnochrichten zutaae tritt, der freie Wille der Erzi-Hnnasb»recht!aten. nam-ntsich auch der Minder-

Unpolitische Aeitläuse.

Don Fritz Nienkemper.

Berlin, 26. Oktober 1920.

Am Montag und Dienstag begehen wir zwei soziale Inge.

Das haben denn Allerheiligen und Werseelen mit dem Sozialismus zu tun?

Sch« viel, wenn man der Sache auf dsrz Grund geht. 2ch spreche nicht von der Sozialdemokratie, sondern von dem echten und wirklichen, von dem allgemeinen und voll­kommenen Sozialismus, von dem christsichen Sozialismus, der im Katechismus Gemeinschaft der Heiligen heißt.

Sozius ift der Genöße, der mit uns in Frieden und Freundschaft lebt und strebt und wirkt. Sozialismus ist die^ Schicksals, und Arbeitsgemeinschaft. Sie ist um so schöner und fruchtbarer, je weiter sich der Kreis der Ge- rwffenschast aussponnt und je inniger die Verbrüderung ist.

Do ist die weiteste Gemeinschaft zu finden? Rote Schwärmer sagen, durch die sozialistische Weltrevolution könnte man einen weltliche« Sozialismus schaffen, der die ganze Menschheit auf Erden umfaße. Erst sollen Millionen llch gegenseitig die Schädel einschlagen und dann sollen sie wie liebevolle Bruder zusammen Hausen! Wer sich aus "lese Zukunftsmusik verlaßen will, muß mehr Einbildungs­kraft haben, wie die größten Dichter, und auf -m lang-res ^eben rechnen, wie Methusalem und der Ewige Jude, «der wenn auch dieser irdische Sozialismus einmal sein Kartenhaus aufstellen sollte, er bliebe doch immer noch k^it zurück hinter der christlich-sozialen Gemeinschaft. De,in letztere umschließt nicht allein die jeweiligen Zeitgmof- nn in dieser Erdenwelt, sondern umfaßt auch JL? Adarns- N"der, die in den verfloßenen Jahrtausenden aus Erd.n Mlebt haben. Dieses soziale Riesenreich ist nicht von dieser *3elt äll»in, sondern erstreckt sich auch über das Jenseits, »°h:n die unzähligen Maßen unserer Vorfahren uns vor» ausgegangen sind. Das ist ein Weltsozialismus im vollsten S'.nne des Wortes, da er sich nicht beschränkt aus den 'Ngen Raum des kleinen Planeten Erde und n'cht auf d'« kurze Frist eines Mensch'nlebens. Er schlägt di« B'ucke öw.schen H'mm:l und Erde: er verknüpft die Berginacn- heit, die Gegenwart und die Zukunft: er überwindet «aum und Zeit; er schafft eine allumfassende and ewige ^meinschost — ohne Grenzen und ohne Ende.

Herten, unterdrückt wird, durch eine illoyale rück­sichtlose Auslegung des in Art. 148 enthaltenen Begriffs des geordneten Schulbetriebs". Ein Schulgesetz, das in W hier angelegten Beziehungen nicht dem Sinne des Weimarer Kompromißes entspricht, dränet uns urerbitt- sich in die Opposition. (Lebh. Beifall im Zentrum.)

2er 5« deutsche Bankrertaa,

der zu Anfang irr Woche in D r! n tagte, ist in man­cher Beziehung für die Allgemeinheit von wesentlichem Interesse. Ist doch der Bankierftrnd ein Stand, der gerade in der heutigen Wirtschafts- und Fincrnznot des Landes e'nc befondwe Wichtigkeit erlangt hat.

Mft der allgemeinen wirtschaftlichen Lage befaßte sich die Versammlung besonder' in den beiden erster' Tagen. Ueber die leitenden Gedanken, die dabei zu tage freien, fteb n wir bere'ts gesprochen. Den Nieder­schlag der Referate und der Aussprache bildete eine Entschließung, die man überhaupt das Leitmotiv der ganzen Tagung nennen kaum In ihr heißt es:

„'S. r Banffertai tit der Ucberz-u una, daß die unerfüH.'oren wirtschaftlichen und finanziellen Be­stimmungen des /rriedensvcrtia es zum ftnan« ztellen Zusammenbruch des Deutschen Reiches lübten müßen. Erft nab Revidierunn dieses Per- trags kann der innere Aufbau der deutschen Finanz n erfol"reick, durchaesührt werden Der Bantierta, kält die KonsoliSierun-r der ösfeni ichen Sbuid ohne bot» hetige durch reifende R.vision des Versatller Fric enS- bertra ie$ für nnmö.ilid). Das Reich kann in seiner jetzt en Lage weder lobe d rette oder hohe tndtrekte Steuern erheben. Die direkte Befteucrun, darf nicht bis zu dem Grade itbcripnnnt torben, daß der Spa:. sinn ertötet, di« Eteu.'tmoial zerstört und die Pro« duktionS ähr ckeit gelä mt wird. Die l ierdurch gebotene Grenze ist von der jetzr en Stcuei gesetz ebun.r bielf.rt) bereits überschritten. Unter diesen Gesichtspunkten be- p«. wen die anneblidjen P.äne der Regierung bdreffenD einer neuen BermögenSznwachSfteuer und so- sorti e Erhebun i eines deträchtl chen Teiles des Reichs- notep et6 erheblichen vo ksuirtichafilichen Bedenken Eine Zwangsanleihe kann als neben dem Reichs- notopier tretende lelbftönöige Vermö enSabgade nicht m ,vra’e kommen.

Dir Entschließung fordert endlich Wied^rrinsühmng des Bankgeheimnisses und Aufhebung des fogenarmten Depot,zwanges.

Ueber die Gesinnung derdeutfchenWährung und die nötigen Borbedingungen dazu sprach der Ham- burger Bankier M. W a r b u r g, der bekanntlich feiltet« ze't Finanzfachmrständiger in Dersailles und Span war. Er legte dar, daß der Stand der Wahrung die Folge­erscheinung der privaten und staatlichen Wirtschaftsfüh­rung eines Landes, des Zcchlungsverhältnisfes zu den anderen Ländern sowie des staatlichen Kredits ist, allo ron der gesamten innen- und außenpal tischen Lage ab­hängt. Die Gesundung der Währung könne daher nur durch Heilung des Wirtschaftslebens, nickt durch rod)» rungstechnischä Maßnahmen erfolgen. Die Gesundung sei nicht in der Wiederherstellung der alten Goldpari­täten zu erblcken, da die Währung des positisch und volkswirtschaftlich geschwächten Deutschlands auf unab­sehbare Zeit hinaus nicht die des starken Deutschlands cor dem Kriege fein könne. Unerträglich fei cb.r dos Schwanken der Währung 'N dem Wechselkurs. Infolge- deffen müsse man unter der G sundung die Festigung verstehen. Unbedingt ab-ulehnen seien weitere Bermo- gen-steuern. Der steuerliche Mehrbedarf des Reiches müße durch indirekte Steuern und Steigerung der Ein­nahmen aus den werbenden Anlagen des Reiches ge. deckt werden.

D'e weil-ren Referate und die Debatte beschäftigten sich mit mehr bank- und finanztechnischen Fragen. So manches wichtige Problem wurde in der eifrigen Aus- spräche ron sochvei ständiger Seite angeschnitten, manche wertvolle Anregung wurde gegeben, aber auch manches absprechende Urteil über geplante sinan-politische Maß­nahmen wmdr gefällt. Man war sich darin einig, daß nicht schöne Worte, prunkrolls Programme uns rette« können, sondern einzig und alleinzielbewußte Arbeit. Allerdings Ist alles vergebens, wenn nicht endlich auch unsere Feinde zur Besinnung kommen und Deutschland für feinen Wiederaufbau nicht zuletzt zu ihrem eigenen Dortcil den nötigen Spie.'- raum «eben Dies drückt auch der Vorsitzende des deut­schen Donkiertages, Geheimrat Rießer-Berlin, aus, in­dem er sagte: Der Bankbertag sei sich darüber einig, daß es ein Umversolmittzl zur Regelung der deutschen Balutaverhältniffe nicht gebe. Er fei aber ebenso über­zeugt, daß bei arößter öffentlicher und privater Spar­samkeit ein Ausstieg doch noch möglich sie.

Während ich dieses schreibe, liegt ein bleierner R.-bel auf den welken Blättern und den kahlen Fluren, aber bi« aussteigende Sonne zwingt allmählich den drückenden Dunst nieder und erquickt die fröstelnde Erde mit ihren mütter­lichen Strahlen. Das ist wie cm Gruß aus einer beeren Welt. Wie ein solcher Sonnenschein in frühen Tagen wirkt der erlösende und beseeligende Glaube. Er gibt Vie Antwort auf den Seufzer des Dichters:

„Ach, aus dieses Tales Gründen, Die der kalte Nebel drückt, Könnt' ich doch den Ausgang finden, O, wie fühü' ich mich beglückt."

Der Ausgang ist da: der Aufstieg ist möglich. Die Seele erhebt sich mit den Flügeln des Glaubens und der Hoffnung, um einen Besuch zu machen in jener besseren Welf, wo aller Jammer der Erde abgeschüttelt ist.

Einen geistigen Besuch im gelobten Lande! D-lobt allen denen, die guten Willens sind und nach besten Kräf­ten ihre Pflicht tun, bis der Tod Feierabend gebieiet. Das Land im Jenseits, das von Milch und chonig fließt, näm­lich von der Milch des Frizens und dem 5)onig der himm. sifchen Glückseligkeit.

Dort finden wir alles, was wir auf Erden bitterlich vermißen.

„Herr, gib ihnen die ewig« Ruhe." So beten wir an den Gräbern, und bei der Heimkehr fühlen wir: Hier auf Erden gibt es keine Ruhe. Wer sich eingebUdet vat, daß wir nach dem Waffenstillstand zur Ruhe kommen nsi'.dm, hat sich arg verrechnet: Zwist, Kampf und Not rings nm« her; Leiden, Lasten und Sorgen ohne Ende. Dori drüben aber gibt es keine Teuerung, keinen Bro'manoel. feine Ge­fahr für Gesundheit und Leben, auch f"ine Gewißensansst mchr. Sogar die Seelen, die noch im Fegsener "ch läutern müßen, beben das beruhigende Bewußtsein, dos; chr Heil gesichert ist.

' Die Sehnsucht nach Ruhe Wird kaum jemals fo stark- gewesen fein, wie bei der gequälten Mer.fchh'It non ;mte. Die falschen Propheten vermehren noch die Unruhe und Unzufriedenheit, indem sie den Leuten einen jimmel uf Erden versprechen, während tatsächlich die Hölle -uf erben sich immer weiter ausbrcilet. Nein, das ird'sche Paradies ist seit dem ersten Sündenfall verscherzt Es kehrt nicht wieder in dieser Well, sondern erst im Jrn.fsits.

Die Generalver auimlrrnq

des Deutschen Caritaöverbandes wird vom 10. bis 12. November in Paderborn fta’tjinben. Mit Rücksicht auf di« großen Derkehrs« schwieriokeiten werden die meisten Beratungen in flet« ncrent Streife ftcttfinfcen. Das deut'chr G^rifas-aria« ment, der Zentralausschutz des Earrtas« v e r b a nd c s, welch-r über 160 Vertreter sämtlicher großen kalholi'chen Wohlfahrtsarzani'ationen umfa-zt, wird sich in breifänigen Sitzungen mit den wichtigsten Ta^esfra-en der kotbol'fchen Eoritasardeit belaßen.

5n der ersten öffentlichen Earitasverfrmmlung cm Mittwoch wird de« Hemptvertreter des De"tschen Eari« tosverbandes in Berlin, Earitasdirektor B. Kreutz, über das Sterna svrech-n: ..Eoritasverl-and und Ean» to-bewegung". Die künftige Stellung der freien L eoes- täti'fe't im neuen Staat" wird vberki'id'endirektor T« Kor tz Köln behandeln Z"m Sch'uße der Verfarrm- fimg spricht der Verbandsvorsitzende, Prä'at Dr. Wertbmann-Freiburq über „Das Weltavoftolat der Caritas" und über „Die internationalen Earftasaufga- fcen". _

3n der zweiten öffentlichen Derfammlnng cm Don« nerstag fpr-'cht Direkte« Klieb«r von der fBerban"1»« ze-irale in Freiburg über dos Wirken d-s Ean as-er- l-andes fcti Kriegsende. Earitasdirektor Kreutz w rd fedonn die Aufgaben und Leistungen der Berl'ner Houptve-'retung d's Deutschen Eari^asoerbandes fchil- bern. Das fauptrefcrct bet der Gelckäftseübrer der denffch-n M"een,zver-ine, G-nera^ekretär E o e n e n- Kn«n, übernrmmen. Er wirb in dem wickü-en Tftewa: , Wie b-lfen wir den neu-n Armen?" die überaus drinn. ichen Fronen beantworten '•ad) der fliffrlciftuni für die durch rie starke Geldentwertung in Not gerannen Klein- Rentner und Altnenfionär«, für die alleinstebenden älteren Frauen, kinderreichen Familien und o'l die wei­ten Kreise der sog. ver'chämt-n Armen aus den bis'er mobtbabenben VevAke-ungs'chick^en. Auch die ste's wachsende Rot ber studierenden Jugend und zahlre-cher akakemifcher Berufe wirb hierbei gebührenb gewürdigt werden.

Kn? dem iM^roebfet

)( Aus dem Voaelsberfl. In Ulrichstein wurden nachts aus ber Molkerei 130 Pfund Butter ron E'n» dreckern gestohlen. — Ein Darmstadter Fcrienkind. der 12 Jahre rite PH. Dork, Sahn eines Postschaffners, der eimee Wochen zur Erholung in Siechenhaufen (Kreis Schotten) untercebracht war, ist von dort feit 12. Oktober spurlos verschwunden.

[] .oöiilt (<lr. GcInbäujenZ Zu einer anre-enden Sitzung h-tte ber kath Arbeiterverein von Hockst am Sonntar 24 Oktober seine Mit liede« einneladen, die Herr Kapian Kräuter willkommen hi.-tz. In fesseln, bet Weise sprach dann Parteisekretär Müller«M>r» burg über „Rußlands wirtsckaittiche und kulturelle Laie", wobei er manche Aiisktärunn über fflunlan" 8 Bodenreicktum, Handclspolis-k im Süden und Westen, Verkcbtkla e, Beamtenre ierunz, die troitlosen Lchul- verdältniße, sowie über Staatskir-cke und rufnsch»-rie- chiscke Liturgie zu > eben wußte yn einer Be preckun z über die W'nterarbeit im Darein kam noch bcfcmbetS der drin ende Wuns d nach einer Deleciertev-Versamm» tun i ber Mb. Arbeitervereine des Main-Kinzig> aue8 zum Ausdruck.

sd. Gro'z-Auheim Durck die Selbstschuß- vor r ick tuna, die ein Sa tlermei^er nach meb« ieicn Vie! diebs'ählen on seiner Stollinr haue an- brincen laßen, wurde rr selbst beim Betreten des Stare® lebenslefäl'rlich n e « I e t.

fd. Zravksurk a. Ist. Durch di« Erschießung des be- niKigten Einbrechers Starke aus Erfurt, bei einem An­griff auf Kriminalbeamte, sind Ermittelungen nötig ge­worden. d?» gleichzeitig zur vollständigen Aufklärung ber fDtiltionenbiebftäble auf dem Frank­furter Hauptgüterbahnhof führten.. Starke halte verfchiedene Braut«, barunter auch eine Luft« Ger­hard. Dort hob man di« gesamt« Fälscher- und Diebes­bande ans, und dort fand man auch hinter einem Stamin bi« gesölfcht-n Frachtl'riefstcmvel. Man hat bis jetzt für etwa 1V$ Millionen Mark Waren m" der zur Stell« ge. schafft, doch fehlrn noch gestohlen- Güter für «inen wüt höheren Betrag. Auch sämtliche Hehler sind ermittelt und verhaftet: ein Teil von ihnen, ber geständig ist, wurde gegen hohe Kaution wieder aus der Hast entlaßen. An dem Kauf der gestohlenen flaute ist ein« hiesige G r o ß« firma im Betrag ron einer halb'» Million beteiligt. Starke halte seine verschiedenen Bräute mit kostbaren Ge­schenken cm Pelzen und Sibmucksachen geradezu überschüt­tet. — In dem Dorort Rödelheim glaubt man sich bald im Karneval. bald m einem Tollhaus zu be­finden. D-nn die Frankfmier Filmaesellschafien wählen in letzter Zeit mit Vorsiebe die Anlagen, Straßen und auch den Dahnbof für Filmoufnabmen, die im Fr-im spielen. Vorläufig ist man in Rödelheim tarüber noch vergnügt. — Der .Bilderdiebstahl vom Sckloß Philippsrub g-lanpt im Lauf« des No­vember vor der Hanauer Strafkammer zur Derbandlung. ffnter der Anllag« der Hebl-rei bat sich ein angefcheiwr Kunsibändl-r. sowie mehrere Briva'v-rfonen aus den b-ftrn Frankfiirler Kreisen, außer den D!eb-n zu verantworten.

Stets Kreuz und Not, Stets Nacht und Tod

H i c n t e b e n.

In jener Welt

Im Himmelszell

Gibt's ^rieben*

•

Dir trauern an den Gräbern, die all die Opfer des Krieges verschlungen haben, sowohl um die gefallenen Helden wie um diejenigen, die in Mangel und Sorge vorzeitig hinsiechen mußten. Die Trauet ist erklärlich aus Mllgefühl und Trennungsschmerz. Doch heute wvll'n wir auch tröstliche Gedanken in die Trauerkränze winden.

Je schlimmer es auf ber Erde aussieht, desto weniger haben die Heimgegangenen durch die Abkürzung 'hres Gebers verloren. Mancher wird lagen: Wäre ich nur auch schon erlöst aus diesem Jammertal durch einen seligen Tod! Ein solcher Seufzer dars sich sreilrch nicht zur Ver­neinung des Erdenlebens verdichten. Wir alle find rem obersten Herrn auf Posten gestellt und müßen den Dosten cmssüllen bis Ablösung kommandiert wird. Der Abruf erfolet bei dem einen früher, bei dem andern später, ober bei jedem zu dem gebührenden Zeitpunkt. Dis dahin gilt es auszuharren und durchzuhalien, mag es auch noch *o schwer sollen. Je größer die Dranajal auf Erden, desto kürzer wind das Fegfeuer fein.

Den Gram übet die vorläufige Trennung von den sieben Verstorbenen wollen wir linbern ^tzrch die Er­kenntnis, daß es nur ein verschwindend kleines Stückchen Zeit ist, n«5 unser Begräbnis von dem ihrigen trennt. Heber ein Weilchen g-hen mir desselben Weges und fressen die Sieben weder in der gemeinsamen rtetrn Hei­mat. In ber Zwischenzeit bleibt uns bie seelische Der- binkung durch den christlichen Sozlofismur. der Himm-l und Erde umspannt. Und diese Gemeinschaft ift nicht bloß ein schöner Gedanke, sondern auch eine wirksame Kraft. Wir flrb-n die H-fft-en mn ihre Fütbiiie mt; sie gcmä'-rtn uns diese brüderlich' G'b'Isb'-ls-, und mit ihnen rerri' >«m mit uns in Fürbitte für die Seelen im Rck-'.gimgiorte.

T«r chrisisiche Sez'allmnus schafft vorläufig -ine Ge« meinschast des B-'-rs und der Hoffens: er wird -ach für uns zur rollen Glücksgemeinschaft werden, wenn wir x'lieulich aur'j.irren bis zum Ende der irdischen Prüfung.

---- Hadamar. Ter Brauerribeßtzer Peter F r äh- . lick; wurde von einem Pferbe derartig getreten daß er in. k.uz-r Zeit eine Seiche war.

„Kel’gion ifk prfvalsache".

-- höchst a. M. Die sozialistische Mehr- l, e i t der hi->sigen Sladtverordueteiiverfammlung hat bei der Beratung des städtischen Hourhalteplanrs die M i t - tetfürdenReliqionunierrichtinden Shu­len g e st r chen. Don bürgerlicher Scte wurde kein Zweifel darüber gelaßen, d<ß man mit aller Straft darauf hinarbeiten werde, die Einstellung der Mittel für den Rel gioneunterricht aus dem Dege der Zroai'gs- etatisierung durch dir Regierung vorzunehmen. — Der- Kampf pegen den Religionsunterricht ist sozialdemokratische Parteifache. Das Schlagwort „Re­gion ift Pe'vatsache", dagegen ist ein gemeinpeföhrsicher Irreführung-'vcrsuck fv''Ädemökratifcher Ag'tatorrr^ wenn sie onr christlich gesinnten Zuhörern sprechen.

Atts Oberhessen uns ven Hess« Aerrrtern.

— Fritzlar. Der Iuggfrauenversin „St. Lioba" hielt am Dienriag einen Farnisienabend ab. NaHdem sich dieser junge Verein hier im letzten Winter so glücklich mit dem ölten Legendenspiel „Genovefa" in ber Ceffent« lichkeft eingefühtt. hatte er diesmal unter der erprobte« kunstverständigen Leitung ron Frl. Lehrerin e. D. Sch u l te ein aus g-schichllich-r Grundlage beruhendes Spiel aus dem Leben ber hl. Lioba gewählt und gründlich vorberei- tet, „Frauensegen" von Pater P. Hirmp-rt. Eine Reihe schöner Szenen zeigt den s-oensreichen Einfluß der heili­gen Lioba, dieser erfolgreichsten^ Helferin des hl. Boni­fatius, auf bie Frauen und Mädchen in den llrroälbern Deutschlands. Möge St Liobas Segen auch unfern heu­tigen Frauen und Mädchen zuteil werden: Edle Frouen- mürbe durch Frömmigkeit, R-inheit. Milde, Häuslichkeit Das ruhige, innige Spiel d-r Darstellerinnen entfaltete den weihevollen Charakter des Stückes und brachte auch Weihe« ftimmtnig in die Herzen der sehr zahlreichen Zuschauer. Die einoeftreulcn Kinderl'wdei und Wsihegcsänce. die Herr Lehrer Stange wieder in dankenswerter Weife leitete, brachten recht hübsche lyrikch« Klävae in bie Darstellung. Eingeleitct. auch in den Zwischenakten gewahrt und nach dem Bühnenstück zum Ausklana gebracht wurde der Abend mit Hnem mehr religiösen Geist durch erlesen« Lieder von Fran Amtsgerichtsrat Ruhl (am Klavier: Herr Ruhl). Möge der Liobaverein noch recht oft so wirkungs­voll Mitarbeiten an der Veredelung der Volksbildung und Dolksunterhaltung.

Dermiffhtes.

* Die Büchercikagung im vorromäushaus in Bonn a. Rh., b* *e neunte in der Reihe der Dürfe für Leiter und Mitarbeiter von Volksbüchereien, vom 18. bis 20. Oktober, wies einem außerordentlichen Besuch aus. In bie, Sin« Wesenheitslisten trugen sich nicht roenircr als 170 Teilneh­mer und Teilnehmerinnen ein. Das Dorromöushaus war drei Tage lang der Sommelvunkf ron Biblio'hekaren und Bibliothekarinnen aus fast allen T'ilen Deutschlands. Dis acht Vorträge behamdell-n das Dolksbückereiwcsen. da» Buch in der Volksbücherei urb zwei Svezialnebiete (Dolks- hochfchvkwefen beaw. Kunftpfl'ce und Volksbücherei). Der außerordentliche D'fuck der Tagung, ber Eifer der Teil­nehmer, die b's zmn letzten Tone onshielien lind die an« e-k-nm-vd'n llrteft« üb'*- des Gebotene, das durch Prak­tische Hebungen in beu Büchereien u~b durch BesichtZun­gen verlieft mürbe, laßen erhoffen, daß ron di-fer Tagimg eine neue Befri'chtunq d-r koiholffchen Bildungsarbeit durch dar Buch und die Bücherei erfolgt ist.

Sandel und Wkrlschast.

Mrlschastspolißsche Msflefunnen der Handelskammer In Hulda.

Das Goldzoklaufgeld b-trSat vom 10. 9to> eember 1"S0 ob bis auf weiteres 903 (neunhundert) vom Hundert

Telegcammverkeßr mit 6mr>rno. Te'e« eremme rech Fir’rt sind f-rfart zur R-mrd'-mg über h!e Schnei« und It-3-n w'ed'r z"'e'-^"n. S e urr1««- F-nen b-v'elb-n Dedi-nun-en roi» Te*--remme nach Gri-chevlch. Dorteebsid« b's auf roeife-es 1 SO Mk.

Die Fachgruppe Holzbau« und Hokzver- «belungsinduftrie im Refchs"erbend b-r Deut­schen Industrie, b-r 50 meße mirtfchafft*che V'-^ä-de anaebören. hi-ft in ber Zeit vorn 14. bis 15. O'to'"tr «'ne Tagung in W-s^nde- e*>. Stuf btercr fchloßen sich ?0 Verbände ber Möbe(-I-d»Ni-ie g"s allen "reifen De"ftch!gnbs innerhalb ber Fgchnrnpn» zwecks Wahr­nehmung ihrer geme-"*gmen wftffchcftlichen Intereßen zu ber Untergruppe ..TO"M,5nbufirte" zu^emmen. Ein« ffm«"ig wurde auf ber Tagung fn'nenbe Gn'W’e^ung gefaßt: Di« Erhaltung und Durchführung der Betriebe ber flo'zd-P« unb fl-lzver-delungs-Induütrie und damit dte Arp-ff,-g em bie evgem-'nen w'rffch^ff'ichen Er« forb-rniß« ist mir benfbar und möglich, wenn 1. bie Ho'zß-u. t d flrlweredetimgs-Ifft-- fn g"sre'chen« be« Weife mit Holz verfor-t wird, und 2. bie Dre's- eestaltung für bns Rohho'z soweit als mög'ich rach t:n-

durch daS besetzte Main^.

„Der Bewohner vo« Mainz bars sich ird)t verber­gen, baß er für ewige Ziten eine> Kriegsposten bewohnt; alte unb neue Ruinen erinnern ihn daran", sagt Grethe. (Kunsffchätze am Rhein, Main unb Neckar.) Man merkt es. UcberaH hängt bie Trikolor«, saft keine Srraß« gibt es, in der das blau-weitz-rote Tuch nicht weht Und ist einmal eine Straße frei von ihr, so schieben sich sicher die blaugrauen oder gelben Sol­daten vorbei auf den schmalen Bürgersteigen, sehen aus den vergitterten Fenstern alter Gebäude, stehen in Grup­pen an belebten Straßenecken unb Pläken.

An Leben fehlt es setzt hier nicht. Seit der Besetz­ung stellt man das Bestreben fest, Mainz zu einem Mit- k'puntt des besetzten Gebietes «uszugestalten. Sm Som­mer 1919 war hier das Dorado des Schiebers unb sonstiger dunkle« Gestalten; seit Verstopfung des ^Loches im Westen" ist es aber bester geworden, ob­wohl man sehr viel französisch auch aus Z mlistenmunb auf der Straffe hört. Gin Modegeschlift auf ber Großen Bleiche, einer ber Hauptgeschäftsstraßen, verkündet bem betroffen Staunenden: „Hier teiro auch deutsch ge- forochrn". Natürlich ist es ein französischer Gaben. Französisch« Stoffe, französische Seife, französisch- Scho­kolade, alles, was Frankreich produziert, liegt hier zum Dcrkaus aus. Die deutsche Industrie hat es schwer, sich ba mit ihren Erzeugnissen zu behaupten, der ordentlich« Moiuzer unterstützt fie aber nach Kräften, hält wie sein Wiesbadener Geibcnsgcnoffe wacker sein Deutschtum hoch.

Groß« Stapelhauser find am Rhein entstanden; das eiserne Gitter, das nach bem Flusse abfchloß, ist ver- schwuiiben, ebenso eine Reihe von Fortanlagen, die teilweise überhaupt keinen Wert wehr hatten, so ba» Pupp-nv erk-hen e"f der TtaiiVpihe, besten freundlich« rok Sandsteinfgßabe nun auch der Abrüstung zum Dp'er gefallen ist.

Ohne Zweifel weht je'*t ein nach Geschäften buf- iender Wmd durch die ölten bunfkn Gasten und Gäß­chen. UebcraB sieht man bepackt« Rollwagen stehen, voll »on R ften unb Fist-rn, di» oft d'e engen S ra en sperren: ba schauen bie blinden, versch'-fenen Fenster- chen crfckrocken drcm, so ein Lärm unb Geben waren st« ucht gewöhnt Danken, in'änbische unb ausländische, haben sich niedergelassen, sind aus der Erde geschoßen