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Fuldaer Heilung

Druck der Fuldaer Aetieudruckerei in Fulda

Gejetz,

Ite befiroft.

Das

mit voller, tiefer

Schöne,

In Gold und Purpur Irurfj'efe brennend ein lachen­der Okiobermoroen. Gs leuchteten die Buchenwälder in einer Farbenbracht, wie fit Frühling und Sommer nicht bunter zaubern tonnten. Wir verlorenes Sonnengott

«Wach auf, meins Herzen Za« allerliebste mein, Ich hör ein füg Ertöne Sion kleinen Waldvögelein.

blies draußen schon ein Elisabeth herüber.

Nun fehll mir nur «och

Stickstoff 1,12 Pro,. 0,78 Proz. 0,82 Proz. 0,95 Proz.

btt"den Haare um die Schläfen wehte.

Irgendwo in der Statt läutete eine Glocke, klang wie Weinen durch den Nachttmnd.

Elisabeth schmiegte sich an ihren Verlobten.

Kali

0,17 Proz.

0,15 Proz.

0,17 Proz.

0,12 Proz.

So schließe doch bas Fenster, Heilung. Es ist sa schaurig draußen. Und Dein Lied war auch nicht schön." Langsam sch' Heilwig das Fruster.

Ich sagte es Dir ja vorher, Elisabeth, daß meine Lieder nicht schön sind. Aber ich kann wohl nicht dafür. Der Norden ist schuld daran."

Da staub Fridolin Lämmerzahl auf, um sich einen Krug Warmbier aus der Küche zu holen.

Phosphorsäure

1,21 Proz.

1,47 Proz.

0,9(1 Proz.

1,08 Proz.

Wie traulich ist es hier, die Frau Wlufita."

Leit stand langsam auf.

Da stand Veit leise auf und öffnete den einen Fen­sterflügel.

Da wehte es dunkel und kühl herein, wie wenn sich ein Stüdlcin vom Schleier der Herbstnacht ins Gemach verloren hätte. Und die Flammen bückten sich scheu im Kamin.

Heilwig aber spann ruhig weiter und sang mit tiefer, bebender Stimme:

Arg ist's in der Welt!

Beilzeit, Schwertzeitl Es bersten bi» Schilde, Windzeit, Wolfzeit, eh' di- Welt versinkt -- Nicht einer der Menschen wird den andern schonen Mims Söhne hasten, es meldet das End« Der gellende Ruf des Esallarharnes:

Laut bläst Heimdall, in der Luft ift das Horn, Heervater spricht m't dem Haupte Mims.

Jgdrusil bebt, der Eschen höchste.

Es rauscht der alte Baum, der Riese wird frei, Sn Angst sind alle in der Unterwelt.

Eh' der Blutsfreund Surts seine Bahn betritt.

Wie stehts bei den Alfen?

Wie stehts bei den Elben?

Ganz Riesenheim rast,

3m Rat sind die Äsen;

Es stöhnen die Zwerge vor den steinernen Türen.

Der Waldberge Herrscher

Könnt ihr meilres verstehen?"

Und bann stand sie auf. Zum Fenster ging sie und lehnte sich weil hinaus. So daß der Hcrbstwinü ihr die

getötet oder entfernt worden ift, oder

b) binnen 3 Wochen nach Beseitigung der kranken ober leuchenverdächligen Itete ober amtsti rärzilicher Feststellung d. Abheilung d. Krankheit eine Reuetki ankg. nicht oorgetommen und

oi in beiden Fällen die Derinieltion vorfchrlstsmäßst ausgesühn und durch den beamteten Tierarzt abgenommen ist Fulda, den 22 und 26. Otlober 1920.

Der Laudral. Frhr. o. Doernberg.

12. Diese Anordnung tritt sofort in Kraft. El» wird aufgehoben, wenn

a) sämtliches filau nvieh des Seuchengehöfts gefallen.

Hanvel uns Wirtschaft.

MrkschaskepolMsche Mltei'ungeu der Handelskammer in Aulda.

Nach den Bereinigten Staaten von Arne, rika können von setzt an P o st f r a ch t st ü ck e mit und ohne Wertangabe bis zum Gewicht von 20 Kilogr. und solche mit Nachnahme bis 3200 Mk. zur Beförderung über Bremen oder Hamburg durch Vermittlung von Spediteuren angenommen werden.

tropften die gelben Bi älter der Birken zwischen all bat flammende Blutrot. Zur Erde fiele« sie leise und laut, los auf den stillen Waidboden, nie müde Wanderer, die ihre Pflicht getan und nun am Ziele sind. Dazwischen ragten stolz und ernst die tnädjt.gen, dunkelgrünen Tan­nenriesen, in deren Wipfeln es rauschte von Hoffnung und Ewigkeit. Und über dem allen wie ein feiner, feiner bläulicher Hauch der herbe, feuchte Dust des Herb­stes, der alle Farben dämpfte, und sie so weich erscheinen liest und die Ferne verschleierte. t

Aus dem Hochwald trat ein Rudel Hirsche auf die Lichtung. Hoch oben durch die klare, blaue Luft zogen Wildenten in spitzem Dreieck gen Süden. i

Lus der breiten Heerstraße, die von Westen nach Osten führte, durchs Mecklenburger Land, erklang Huf» schlag.

Es war ein gewaltiger Zug von Nittern, Rossen und Wagen, der da gezogen tarn. Und bunt und mannig­faltig. wie der Herbst selber, der über Mecklenburg lag.

Boran auf wiehernden Pferden, die die frische IDtor- genluft witternd in ihre Rüstern sogen, Herzog Magnir« und seine Brüder Mbrrcht und Balthasar, der jung« Bischof. Diel Anverwandte und Freunde folgten ihnen, Fürsten, hohe Herren und Vasallen. Dazu mcurch Föhn, lein rauher Lanzknechte zum Schutz in den unsichern Zeitläuften. Denn sie führten viel Kostbarkeiten mit sich, Wagen voll Hochzeitsgewand und reichen Geschen­ken. Kaufleute und Fahrende hatten sich dem Zug« angeschlosien, die günstige Gelegenheit nützens

Herzog Magnus hatte die Rechte in die Seite ge» stemmt. Rur lästig hielt die Linke den Purpurzügel.

Sein kluges, energisches Angesicht zeigte, daß er nicht mehr der Jüngsten einer war, sondern schon im besten Mannesalter stand.

Sein Bruder Albrecht sah ernst aus und Halle einen scharfen Strich zwischen den Brauen. Das paßte wenig zu dem sonnigen Herbstbild ringsum.

3d) meinte nimmer recht zu hören, Magnus, daß Du trotz allem, was vorgesallen, noch zur Hochzeit reiten willst. Mir wäre die Lust vergangen."

Herzog Magnus hieb lacheird mit der Hand durch bU Lust.

Din ich ein altes Weib, das Gespenster Decken, Albrecht? , »-

«Fortsetzung folgt)] '

»3d) werde meine Fiedel holen", sagte er freundlich tod ging aus der Tür. Cs war selten, baß er einmal Unter den andern zu geigen anhud.

3m Hintergrund des Gemaches, wo die Schatten lagen, setzte er sich bann nieder und hielt sein 3nftru- tont sinnend ans Kinn. Und bann strich er den Bogen tob begann mit leiser, weicher Stimme zu singen:

Es ist ein Schnee gefallen. Und ist es doch nit Zeit, Man wirst mich mit den Ballen, Der Weg ist mir verschneit. Meta Haus hat keinen Giebel, Es ist m.r worden alt. Zerbrochen find die Riegel, Mein Stüblein ift mir kalt. Ach Lieb, laß Dichs erbarmen, Daß ich fo elend bin, Und schließ mid) in deine Arme! So fährt der Winter hin."

»Das ift ein wenig traurig, wie Du es Nebst, mein P*it", meinte der Magister und nahm ihm das Saiten- IPiel behutsam aus der Hand.

»Laß mir es ein Weilchen, mich verlangt nach einem anderen Lied, und ich glaube, Elisabeth auch."

Amtliche Anzeigen.

Wer außerhalb des Gemeindebezirks seines Wohn, orts ohne Begründung einer gewerblichen Niederlassung und ohne vorgänaige Best.llung in eigener Person

1. Waren seilbieten.

2. Warenbestellungen aussuchen ober Waren bei an­deren Personen als bei Kaufleuten oder an an­deren Orten als in offenen Verkaufsstellen zum Wiederverkauf ankaufen,

3 newerbliche Leistungen anbieten,

4. Musikaufführungen. Schaustellungen theatralischer Dorstellungen ober sonstige .Lustbarkeiten, ohne baß ein höheres Snterefle der Kunst ober der Wissenschaft dabei obroolfet, barbieten will, bedarf eine? Wandergewerbescheines.

Die Personen, die ein derartiges Gewerbe Im lltn- heriiehen im Jahre 1921 betreiben wollen, haben nm die Erteilung eines Dandrrgewerbefcheines unter Vor­lage des gegebenenfalls für dieses Jahr erteilten Schei­nes bei bet Orfsootheibefiörbe ihres Wohnortes (in Fulda bei der städtischen Polst eiverwaltung, 2. Sch'- hos) spätestens zum 1. November b- 3. nachzufuchen.

Der Waubergewerbeschein berechtigt zum Handeln nur mit den ausdrücklich in ihm bezeichneten Gegen» stönlen. Es ist deshalb jede im Laufe des Sabres be» abfichtigte Veränderung des Gewerbebetriebes Und zwar: a) der Uebergang zu einem anderen Gewerbe, b) die Ausdehnung des Gewerbebetriebes auf anbete, im Gewerbeschein noch nicht bezeichnete Gegen­stände Waren ober Leistungen,

e) bas Mitführen auch nur eines Begleiters, Fuhr- tne-tf usw., soweit bus im Wanbergewerbescheln noch nicht angegeben ist,

d) bie Vermehrung bet Zahl bet Begleiter, Fuhr­werke usw.

dem Landratsamt hier schriftlich anzumelden.

Vordrucke zu den von den Ortspolizeibehörden nach den Mustern A bis D der Auslührunar-Anwelsung zur Reichsgewerbeordnung vom 1. Mai 1904 (GonberbtHaie zum Amtsblatts zu erteilenden Bescheinigungen sind im Landratsamt, Zimmer Nr. 15 zu haben. Bei den An­tragstellern, bie noch nicht im Besitze eines Wan^er- gewerbescheines sind, ist Muster A. bei solchen, bie schon im Besitze des Schtines sind. Muster C zu verwenden. Diese Vordrucke müssen torgföltig ousgcsnllt fein. Für Antragsteller, die bisher Wandergewerbescheine enha'lm haben, müßen mindestens nach Ablauf von 5 3ahren

Das Schwert von Thule.

Koman von Leontine von Winterfeld-Platen.

15] ----------

Der junge Magister rieb sich fröstelnd bie Hände

3d) hör bie Hahnen krähen, 3d) spür' ben Tag dabei. Die kühlen Windleln wehen. Die Sternelein leuchten frei. Singt uns Frau Nachtigalle, Singt uns ein süße Melodei; Sie melb't den Tag mit Schalle."

Keiner hatte unterbeffen acht auf Heilwig. Sie hatte unablösiig gesponnen, das Haupt tief gebeugt. Lichten, flackernden Schein warfen bie fiamtnflammen über ihr blondes Haar und ihr blaues Kleid. Aber ihr Gesicht war blaß. Es riß etwas an ihrer Seele bei ben Klän­gen bet Geige. Sie wußte selbst nicht, was. Eie wagte auch nicht, aufzusehen, aus Furcht, ben mafferblauen, verliebten Bugen Fridolin Lämmerzahls zu begegnen. Sie wußte, daß er ihr gegenüberfafj, das runde, rosige Kinn auf bie fette Hand gestützt, bas rötliche Haar von den Kaminslammen grellrot beleuchtet. O, nein, nein, sie durfte nimmer ausfehen jetzt. Well sie sonst vielleicht etwas verraten hätte, was niemand merken durfte, nie» manb. Am wenigsten aber Elisabeth. Denn bie war ja fo selig, so selig! Die wußte nichts von Heilwigs Kampf und Entschluß. 1-e wähnte nur, es sei damals alles eine böse Laune ihrer Mutter gewesen, die nun endlich zu besserer Einsicht gekommen.

Daß eine da war, die sie losgekauft, well sie das Leid nicht mehr mit ansehen konnte, bas ahnte Elisabeth nicht, durfte sie nicht ahnen. Denn dann wäre es mit ihrem Glück vorbei gewesen. Sie hatte sich zuerst über Hellwigs Sinnesänderung gewundert, bann aber in ihrem eigenen Glück nicht weiter darüber nach gedacht. Hatte es vielleicht für Saune bei Heilwig gehalten, ober mädchenhafte Scheu zuerst.

Das Lied des Mag sters war verklungen. Er wollte die Fiedel an Heilwig weltergeben.

Mögt 3hr es nicht auch einmal versuchen, Heilwig?" Sie schüttelte ben blonden Kopf, ohne aufzusehen.

Euer Instrument kann ich nimmer spielen. Auch sind meine Lieder aus dem Norden weh und wild."

Aber Elisabeth bettelte.

vDann finge uns so eines, Heilwig, ohne Fiedel. Du hast es mir schon lange versprochen."

Sa fuhr sich Heilwig über bie Stirn und sah nach dem Fenster, wo der Wind in kurzen Stößen ging.

Eins vom Ahnen weiß ich. Aber dazu brauche ich Luft. Und sie atmete schwer.

jn 25».

Donnerstag, 28. Oktober 1920-

Die hör' ich so lieblich fingen, »

3ch mein', ich sehe des Tages Schein ', - Dom Himmel hex bringen. **

Vorsicht beim TNngerankauf.

jjer Generalsekretär des kurh. B.-D. schreibt uns:

Die hohen Düngerpreise haben ein starkes Angebot -.inderwertiger Düngemittel zur Folge, sodaß heute be- (niröeie Vorsicht beim Düngerankauf geboten ist. Für die Leine Zeit gilt noch mehr wie früher der Rot, keinen Dünfier iU kaufen, ohne daß bestimmt« Garantieleistungen «fotöert und die Richtigkeit der Garantie durch die Rach, «iiiersuchung der Versuchsstation Harleshausen festgestellt Morden ift. Man wende dagegen nicht ein, daß die Unter» {ydiungsfoften sehr hoch seien, sondern beachte, daß, wäh.

hier der zweifache Preis erhoben wirb, der Preis L9 Stickstoffs um rund das lOfache, derjenige der Phos­porsäure um das 20sache in Thomasmehl und um das Kjodye in Superphosphat, derjenige des Kalis um etwa Kg ßfache und des Kolkes um rund das lOfache gestiegen m Dabei weist die Beschaffenheit der vorkommenden Dün- <er darauf hin, daß eine Nachprüfung der Angebote für «Be diejenigen unerläßlich sind, die den gekauften Dünger über den wirklichen Wert bezahlen und die durch bie Anwendung vollwertigen Düngers die Ernährung dec Manzen und damit den Ertrag sicher stellen wollen.

* Don den untersuchten minderwertigen Düngern seien jier folgende als Beispiele angeführt:

* Als Thomasmehl bezeichnete Proben enthielten 0,73 Proz., 1,50 Proz., 3,89 Proz., 4,02 Proz., 4,62 Proz. zitronensäurelösliche Phosphorsäure.

8 Sogenannter Peruguano enthielt 0,61 Proz. Stick» »off und 0.69 Proz Phosphorsäure, hatte also einen so «ringen Nährstoffgehalt, daß dadurch die Abfnhrkosten nicht bezahlt wurden. Gleiches gilt von einem Guano mit 0,76 Droz. Stickstoff und 1,22 Proz. Kali. Andere Proben pan ähnlicher Zusammensetzung und Beschaffenheit waren kurzweg als Dünger oder Kunstdünger bezeichnet. Besondere Aufmerksamkeit muß heule wieder dem fo. genannten Fäkalguano geschenkt werden, der in einem großen Teile unseres Kammerbezirkes vertrieben wird. Dieser Fäkalguano soll zirka 3 Proz. Stickstoff, 3 Proz. Wosphorsäure, 5 Proz. Kall ob-r fialt, 25 Proz. Mag­nesia enthalten und 30 M für 1 Ztr. = 50 fillogr. kosten. jln|ere Untersuchungen haben ergeben:

Er lehnte sich wieder zurück an den Kamin, und seine ~u9en luchten feine Braut, als ec Stimme onhub.

MehseuchenpolizeUiche Anordnung.

Zum Schutze gegen die Maul - und Klauenseuche wird auf Grund der §§ 18 uff. des Viehseuchengeietzes vom 26. 3uni 1909 lR. G. Bl. S. 519) nvt Ermächtigung des Herrn Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forste» olgendes bestimmt:

1. Allgemeines.

§ 1. Nachdem der Ausbruch der Maul- und Klauen­seuche unter dem Rmboiehbestande der Wi we K. Kremet in Steinhaus und des Karl Trabert in Wolferts omts> tierärztlich feftgefteDt worden ift, wird- für die Gcmeindt Steinhaus und Wolferts folgenbes aogeordnet:

Die Abhaltung von Slauenoiehmärtten und bet Handel mit filauenvieh und Geflügel, der ohne vorgängige Bestellung entweder außerhalb d. Gemeindebezirks bergeroerbl. Niederlassung des Händlers ober ohneBegtündung einer solchen statt findet, ist verboten. Als Handel im Sinne dieser Vorschrift gilt auch das Ausstichen von Bestellungen durch Händler ohne Mitführen von Tieren und das Auf­käufen von Tieren durch Händler.

2. Sperrgebiet

JL Vorschriften für bie Seuchengehöske.

§ 2. lieber alle Ställe, in denen Klauenoieh steht, wird bie Sperre verhängt.

§ 3. Die gesperrten Ställe dürfen, abgeleben von Not­fällen, nur vorn Besitzer der Tiere ober der Ställe, besten Sertreter, den mit der Beaufsichtigung, Wartung und Pflege betrauten Personen und Tierärzten betreten werden

Personen, bie in abgefperrten Ställen verkehrt haben, dürfen erst nach vorschriftsmäßiger Desinfektion bas Gehöft verlassen.

§ 4. Das Geflügel fausgenommen Tauben) ift so zu ver­wahren, daß es das Gedöst nicht verlassen kann.

§ 5. Zur Wartung des Klaueno ehs bürten Personen nicht verwendet werben, bie mit fremdem Klauenoieh tn Berührung kommen.

B. Vorschriften für nicht verseuchte Gehöfte b. Sperrbezirks

§ 6. Sämtliches filauenvieh unterliegt der Absonderung im Stalle. Rindvieh, Schute, Ziegen und Schweine b.jfen zu keinem Zweck auch nicht zum Decken aus ben Ställen herausgebracht werden.

Alle Hunde im Dorf sind feflzuleven. Der Festlegung ift das Führen an der Seine und bei Ziehhunden die feste Anfchnung gleich zu erachten. Die Verwendung von Hirtenhunden zur Begleitung der Herde und von Jagd­hunden bei der 3agb ohne Seine kann gestattet werden.

§ 7. Schlächtern, Hiebtaftrierern sowie Händlern und anbrten Personen, die rewerbsmäfoln in Ställen verkehren, ferner Per onen, die ein Gewerbe im llmherziehen aus­üben, i t das Betreten aller Ställe und sonstigen Stand­orte von filauenolet) im Sperrbe-irie, desgleichen bet Eintritt in die Seuchengehöfte verboten.

3n besonders dringlichen-Fällen lann bie Ortspolizei­behörde Ausnahmen julafien.

§ 8. Dünger und Jauche von Klauenvieh, ferner Gerät­schaften und Gegenstände aller Art, die mit solchem Vieh In Berührung gekommen sind, bürten aus dem Sperrbezirke nur mit oitspolizetlicher Erlaubnis unter den polizeilich anzuordnenden Vorsichtsmaßregeln ausgeführt werden.,

§ 9. Die Einfuhr von filauenvieh in ben Sperrbezirk ernte das Durchtreiben von solchem Vieh durch denBetirk ist verboten. Dem Durdtireib.n von filauenvieh ist bas Durchfahren mit Wlederläuergespannen gleichzusttllen.

Die Eintuhr von Klauenvieh tut sofortigen Abfchlachtung kann vcm Landrat gestattet werden.

Die. Einfuhr von filauenvieh zu Nutz» und Zucht­zwecken Ist nur im Falle eines besonderen mirtjdjotilirtten Bedütfnisfes mit Genehmigung des Regierungs-Präsidenten, die beim Sanbratsamt zu beantragen ist, zulässig.

§ 10. Die Ausfuhr von Idtlorfjtreifem Vieh zur sofortigen Abschlachtung kann ausnahmswette und nur in trinrenben Fällen erfolgen, wenn die Schlachtung innerhalb des fireifes erfolgen soll.

§ 11. Zuwiderhandlungen gegen die vorstehenden Be­stimmungen werden nach den §§ 74 ff. des obengenannten

feiner heiligen Kirche. Drei Andachten, in der Kapelle, vor der Grotte und vor den Kapellen der sieden Schmer- »en Mariens, schloffen sich der Zrebigt an und das Herz- 3efu-2lbenblieb vor der Herz-3efu-biapelle bildete den Schluß.

(fi» Frankfurt a. 2R. Während fast in allen Hand­werken großer Arbeitsmange! herrscht, ist der 16 e d a r f anKonditorergehülfen so gestiegen, daß das städtische Arbeitsamt nicht in der Lage ist, gegenwärtig amh nur einen Konditoreiwarengehilfen als arbeits­los den Geschäften nachrvosien zu können.

mc Aranksurl a. 2H. DieSchönheit" der Post - r e k l a m e wird der Mainstadt nach allen Regeln der Kunst rorgeführt. 3m Hatuptpostgebäude malen Weiß­binder «r.sig die gräulichsten Bilder an die Wände und Türen, während dir Autos mehr einem lebeirden Far- l^enkasten, denn einem ernsten Postwagen ähnlich scheit. Wenn das so weiter geht, kann man auf diesem Gebiet noch etwas erleben, zumal auch die Eisenbahn und die Stadtverwaltung chr Heil in der Reklame sehen. 3m Frankfurter Hauptbahnhof verkehren tag» sich nach dem neuen Winterfahrplan dreihundert- vier Zu g e, rund ein Dutzend mehr wie im Sommer.

fd Dad Homburg. Eine trübe Aue sicht auf de Z u- kunftunseresDadeortes eröffnet eine Anzeige m einem Frankfurter Blatt, worin die Versteigerung des Inventars des Kurhausrestaurants Bad Homburg angekündigt und eingrladün wird, Angebote auf die ge- famtcr. großen Errichtungen bereits jetzt cn den Direk­tor Jordan in Bad Homburg zu machen.

mc Wellburg (Lahn). 3m Nistertal wurde der Eisenbergbau wieder ausgenommen. Bisher wurden mehrere Stollen getrieben und man rechnet mit einer reichen Ausbeute.

tob lehnte sich an den Kamin, wo bie Magd ein helles {Jener geschürt hatte, benn es düter Wind. Er lächelte zu

Hanbelsverkehr mit ber ehemals beut- schen ersten Zone in Schleswig. Um irr­tümlichen Auffassungen zu begegnen, weist die Handels- tammer In Kiel darauf hin, daß nach einer Mitteilung des Retchskommlffars für Aus- und Einfuhrbewilligunz der Beauftragte des Reichskommissars in Flensburg Lis auf weiteres ermächtigt ift, im Rahmen der altgewohn­ten Handelsbeziehungen zwischen der zweiten und ersten Zone Aus- und Einfuhrbewilligungen innerhalb feiner Zuständigkeit zu erteilen. Hierbei soll bie Beschränkung auf die zweite Zone nicht unter allen Umständen bin» benb fein. Es sieht vielmehr nichts im Wege, daß auch an Firmen, bie außerhalb ber zweiten Zone ansässig sind, Bewilligungen erteilt werden, soweit sie sich im Rahmen altgewohnter Handelsbeziehungen mit der ersten Zone halten. , ,, .

Güterverkehr nach dem oberschlesischen Abstimmungsgebiet. Die Eisenbahndirektion Kottowitz weist darauf bin, daß durch die Besetzung Oberschlesiens keine Aenderurg in der Abfertigunas- weife von Gütern nach dem oberfchlesifchen Abstim­mungsgebiet eingetreten ist. Der Verkehr ist völlig frei, es sind weder Aus- noch Einfuhrbewilligungen noch internationale Frachtbriefe erforderlich. 2>otzbrrn wird die Annahme von Gütern km unbesetzten Deutsch­land nach Oberschlesien verweigert mit ber Begründung, daß dieses als Ausland zu bcttachten fei. Es ist sogar nornefotrmen, daß eine Sendung nach Kandrzin wie für das Aus'and zo'tamtsich nbgefertigt worden ift Nur das sogen. Hultschiner Ländchen mit ben Sla. tionen 'Beneschau. Bolatitz, Dt Krawarn. Groß-Hoschütz, Hullfchin, fiosmütz, fiudjelna unb Oppau sowie bie Stationen Butschkau, Laski, Moorschütz. Reichtal und Strenze sind aus dem deutschen Reichsgebiet ausze. schi-den.

Tllegramrnverkehr mit Spanien. Tele. «ramme nach Spanien die auf dem Drah'weg beordert werden 'ollen, werden künftig ausschließlich über Frank­reich geleitet. Die Wortgebühr ermäßigt sich auf 80 Pfa. Die gleiche Gebühr gilt für Funk- telegramme nach Spanien, ohne Ermäßigung für Funk» Pre^^'e-rrmme.

Vorschriftsmäßige Steuerzeichen im Hande! mi tabat ft euerpfl*<6tigen E r» Zeugnissen. Nachdem bie durch die nicht rechtzeitige Herstellung der Steuerzeich-n anfangs vorhandenen Schwierigkeiten nunmehr beseitigt sind, wird darauf hin­gewiesen. daß vom 1. Dezember 1920 ab alle Tabak- erz-ugniffe in Derkaufsstätten, die nicht mit ben erfor­derlichen Steuerzeichen versehen sind, besch'aanahmt werden und die B-sitzer solcher Waren außerdem ftrenge Strafen zu gewärtigen haben Die Steuerstellen sind angewiesen, bie fehlenden Steuerzeichen zu verabfolgen.

neue Bescheinigungen nach Muster A bezw. B oorgeleg werden.

Auch in ben''en, in denen ber vorjährige Dan« dergewerbeschein nicht Dem Bezirksausschuß in Kassel, fonbern von einer anberen Behörde ausgestellt ist, sind Bescheinigungen nach ben Mustern A bezw. B beizur fügen.

Fulba, ben 5. Oktober 1920.

Der Canbrat L D.: Köhler.

vermischter.

♦♦ Die Damenmoden. Ein Feldzug gegen die Aus­wüchse der Damenmode, der sich in den überkurzen Kleibern uni) in dem Dekolletieren äußert, ist sehr energisch in Eng­land und noch schärfer in Amerika eingeleitet worben. Es ist dort vorgekommen, daß sogar Bräute zur Eheschließung resp. zur Trauung in ausfallend kurzen Festaewäitt- - oder stark ausgeschnittenen erschienen, unb nachdem <« liche Erklärungen gegen das Unpassende dieser Mobe an dem feierlichsten Tage im Leben eines Weibes nichts ge­nützt hotten, entschlossen sich Geistliche und Standesbeamte kurz dahin, Brautpaare, bie in solcher Weise Anstoß erreg­ten, von der Trauung bezw. Eheschließung zurückzuweisen. Das hat bann wenigstens an diesen Stellen geholfen. Bei uns in Deulfchland ist es ja wohl nicht fo arg geworden, immerhin könnte sich Verschiedenes belfern, da die fremden Zeitungen mit offensichtlichem Hohn über die(Entfiel» bungsmobe" in Deutschland berichten, wo man über Mangel an Lebensrnitteln klage und solchen Leichtsinn zur Schau trage.

Einüberkonfessionelles" Hans wurde in Berlin- Niederschöneweide gegründet. Es soll Anhängern aller religiösen Bekenntnisse, auch Freidenkern unb Gottesleug­nern zur Sammlung undAndacht" Andacht bei Gottes, leugnernl dienen. Worum es sich aber im letzten Grunde handelt, zeigt die Einweihungsfeier, bei welcher saft ausschließlich radikale und überradikale Vertreter, bar- unter auch einrevolutionärer kommunistischer Syndikalist", zu Morte tarnen. Fürwahr: Der .Ueberkonsesf ionalilät" sind hier wirklich keine Schranken gesetzt!

* Gefährliche Rasierpinsel. Es ist festgestellt morde», daß in England Tausende von Dürsten au- Scpan ein- geführt worden sind, die von Milzbrandbazillen wim­meln. Erst vergangene Woche gelangte ein Todesfall zur Kenntnis des Londoner Publikums, der durch die Benutzung einer foldjen Bürste herbe'geführt worden war. Ein allerer Harr hatte sich für seine Serienreife n der Uxbr-dge-Road, London W., einen neuen Ra- sierpinsel gekauft. Der Herr benutzte das Stück. Tags bat auf entwickelte sich ein Geschwür am Nacken; er King ins Krankenhaus; man stellte Milzbrand fest, und 21 Stunden später war er eine Leiche. Bei der Todes- schau würbe festgestellt, daß taufende dieser Bürsten über das ganze Land verteill feien. Das Gesundheils- Ministerium hat sofort die E'nfuhr aller japanischer Pinsel verboten, kann aber die schon in alle vier Him­melsrichtungen verkauften Pi-nsel nicht zurückrufen.

Mir dem riachvaraevres.

F. Steinhaus. Der Sonntag in ber SBenbefinus« ittao gestaltete sich dadurch ganz beonbcrs feierlich daß «er Neupriefter. Herr Adolf Möller in der Pfarr­kirche zu Steinhaus feine Primiz unb am Nachmittag in der Wendelinuskavelle die sakramentale Andacht hielt. Herr 3eftitenpater Richter aus Frankfurt am Main hielt bie Primizpredigt unb bie Ansprache vor ben Andachten an der Wendelinnskapelle. Der mitte Son­nenschein des schönen Herbsttages hatte einige Taufend Wallfahrer zu Fuß und zu Wagen zu ber Gnadenstätte geführt, bie im weiten Kranz bie Kapelle umstanden, er­griffen und erschüttert von dem Bilde, das ber wort- Evöllige Kanzelrebner in großen Zügen von unserer igsten Vergangenheit, ber gegenwärtigen Lage im terlanbe unb unserer bunklen Zukunft entrollte Er geigte, baß bie katholische Kirche bie einzige Macht ift, bie hier noch helfen kann; benn nur sie ist noch im. stände, ben inneren Menschen zu erneuern und so bas Dolk wieder ber Gesundung entgegenzuführen. Bei fei­nem aus einen treuen deutschen Herzen voll echter fjeimats. und Vaterlandsliebe quellen den Worten rann toch manchem harten Mann eine Träne in ben Bart, unb den Treuschwur am Schluß ber Predigt erneuerten nlle aus ganzem Herzen Christus, ihrem Heiland und

Der Garanliegehasi ist also in keinem Falle auch nur Miähernd erreicht. Der Wert deckt den Preis selbst bann nicht .wenn der Garantiegehalt erreicht wäre. Bei dem testgestellten Gehalt beträgt er kaum ein Zehntel des Brei­es, wird also durch die Fracht unb Abfuhrkosten reichlich aufgeroogen.

Es erübrigt sich, noch weitere Beweise dafür zu bringen, bat große Vorsicht beim Ankauf von Düngemitteln geboten und die Nachuntersuchung derselben unbedingt nötig ist. Ferner aber muß der Landwirt beim Ankauf darauf achten, daß der Verkäufer die gesetzlichen Vorschriften genau be­achtet. Hiernach muß der Vertrieb aller dieser Dünaemittel vom Reichsministerium für Ernährung und Lmrdwirtschast besonders genehmigt sein und erfolgt mit der Genehmigung zugleich eine Festsetzung des Preises. Wenn der Landwirt vom Derkäuf"r stets den Nachweis dafür fordert, daß diese Irttfe-e gesetzliche Vorschrift erfüllt ist. und da. wo es nicht der Fall ist, Anzeige erstattet, kann er auch zur Gesundung des Düngermittelmarktes v"d zur Bekämpfung des Bet- trie^'s m'rmrrn-rtiner Düngemittel befragen.

3n Verhandlun^n zwischen dem Generalsekretär unb iem Vertreter der Firma Wiesemann erklärte letzterer, daß die Landwirte nur ben gesetzmäßigen Preis für ben ana- lysrnmäßig festgesetzten Gehalt tu zahlen brauchen. Den­jenigen Landwirten, die gewillt sind, den sogenannten Dünger unter diesen Bedingungen anzunehmen, diene dies »ur Orientierung. Auf die eingeleitete Untersuchung hat liefe Abmachung keinen Einfluß. Dr. Fritz Graß.