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Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stabt Fulda

Zahrg.

Mittwoch, 27. Oktober 1920

Nr. 250

Die „Deutsche Augendkraft"

davon aufflammre, der

W e er

letzten Abend vor ihrer Abreise noch Drmm'n.

«Fortsetzung folgt.)

zurück war.

Gesichts auch ein W derschein sie fast glücklich aussehen liest.

So baut sich die D. 3. K. voll und ganz ein in die Bestrebungen der kalh. Jugendpflege. Marienburg, die

fen. Würzburg September 1920 sein Gauen Deutschlands und die Freunde der

Das MiMardendefizit der Post.

Auf einer Tagung des Reichsbundes deutscher Tech­nik in Leipzig sprach der Ministerialdirektor Dr. Bre­dow über die ernste Lage des Post- und Telcgraphen- betriebes, die durch dos Defizit von 2 Milliarden im Rechnungsjahr 1920 gegenüber einem Uebcrschuß non mehr als 50 Millionen Mark vor dem Kriege gekenn­zeichnet wird. Bon den Betriebskosten, die er zum Beweise der ungeheuren Steigerung machte, heben wir die folgenden hervor:

Die Verwaltung ist bestrebt gewesen, d!« Betriebskosten möglichst niedrig zu halten, aber die sich ständig st e i - geraden Kosten für Baustoffe, Maschinen und die Erhöhung der Gehälter haben einen wirtschaftlichen Be­trieb unmöglich gemacht. Co sind z. B. die Preise für Eisendraht um mehr als 3000. für Kupferdraht um 1200, für unterirdische Kabel um 2000, für Kabel für Innen- eimichtungen urtt 3—4000 und für Fernsprechapparate um 2—3000 Prozent gestiegen. Die neu einzurichtenden An- schlüsie, Fernsprech- und Telegraphenämter. namentlich auch die dringend erforderliche Instandsetzung und Erneuerung aller Betriebsmittel, insbesondere des 9 Millionen Kilo­meter Droh länge umfasienden Leitungsnetzes verursachen ungeheure Kosten. Die Anlagekosten eines Fernsprechan- schlusies einschließlich der anteiligen Verwaltungskosten be­trugen 1914 in einem Betze von der Ausdehnung Berlins etwa 800 Mark. Sie sind setzt auf etwa 11000 Mark gestiegen. In Berlin allein fitzt die Verwaltung bei d"n Vausch^ebührenanschlüsien 100 Millionen Mark zu. Die Verwaltung steht deshalb vor der Entscheidung, entweder

ihn ein stehen wollte und blindlinoS und erfolglos rn die Kanonen der im Piräus ankernden englischen und französischen Kriegsschiffe gelaufen wäre. Auch Kronprinz Georg mutzte fliehen; den jungen P in» zen Aiexonder glaubte man aber zu einem gefügigen Knecht machen zu können und 10 wurde er König von Entente-Gnaden. Was wiid nun in Griechen­land? Bon einer Rückkehr König Konstantins und Kronprinz Georgs, die Volk, Heer und Parlament wünschen, will der allmächtige Venizelos und die hinter ihm stehende Entente nichts wissen. Doch hat König Konstantin niemals auf seinen Turon ver­zichtet. Man nennt als Thronfolger den jüngeren Bruder deS Könia«, den ISjäbriqen Prinzen Paul, daneben Prinz Nikolaus von Rumäuien, auch einen englischen Pr> zen, den Herzog von Connaucht. D. h., wenn nicht Venizelos schon den Zeiipunkt für ge­kommen hält, sich zum Präsidenten der Republik Hellas zu machen.

Bezugspreis r Monatlich 3,00 Btr. ohne Zustellgebühr. In Zu.do bei uns abgeholi 3,1» Alt. Anzeigenpreis: Die ft i e in je i le (lo'oneimaB) 60 p|g„ u. 10<h» Zuschlag, die Sietlame zette lTepn<eiie> 1.80 u. 10% Zuschlag. Bet Wiederhol.Rabatt.

Wie waren sie doch alle so eifrig und emsig im chosseldachhause mit chochzeiisoorbereitungen b:fd) "t: gt. D°r allem Frau Katrine und Elisabeth. Es waren Elisabeths Wa'gen wieder rcsig und frisch geworden, Und in ihren Augen lag ein seliges Leu en. Der Siatsh'Tr r eb sich die flänöe und pries im stillen feine Energische Frau, daß sie nun doch chren W llen durch- llesetzt hatte. Nur Veit war still und ernst. Er fing Heilwig aus dem Wege, so viel er konnte. S e war Sleichmäßig ruhig und freundlich mit ihm, als wenn nichts vorgefallen wäre.'

faßen sie zusammen um den hohen, eisernen Leuchter Im Wohngemach. Aber nur die vier jungen Menschen­kinder. fieinrid) chassclbach hast'» noch im Rathaus zu tun und Frau Katrine in der K chr.

Um den Hausgiebel ging der f erbftroinb.

Da knarrte leise die Tür. Und Elisabeth flog mit einem Iubelruf ihrem Verlobten in die Arme. Der war ganz anders als fein Brutnr. Auch äußerlich. Sein langes, schmmes Gesicht war fe n und klug u d hatte einen si inenden Ausdruck. Er legte w ich den Arm > m Elisabeths Schulter und leitete sie zu ihrem Sitz zurück. Er war gekommen, den Bruder zu begrüßen. Müßig ließ Elisabeth die Hände im Scho c rühm und sah nur auf den (Beliebten. Ihr Antlitz war eitel Sonnenschein. Im Frühwmter wollten sie heiraten, eben o wie Heil- wig und Fridolin Es sollte eine Doppelhochzeit geben im fiasfilbochhause, sobald Heilwig aus Demm.n wieder

Geburtstag und -Jahr. A -s allen waren die Vcrirsler des Sportes Jugend nach der schönen Franken- Reichssatzungen zu beraten. Alle

Arledensfragen.

Doch ein Diklal?

Die englisch-französischen Verhandlungen über die Art der Genfer Konferenz sind immer noch nicht zum Abschluß gekommen. Mit ungemeiner Zähigkeit be­harren die Franzosen auf ihrer Weigerung, die Deut- schen als Gleichberechtigte an den Verhandlungstisch zu lasten, weil sie wissen, daß sie dann ihren Verbün- dcten den Buckel nicht so vollügvn können, rote sie es zur Auspressung Deutschlands für nötig erachten. Und es ist zweifelhaft, ob Lloyd George ihnen einen so zähen Widerstand entgegensetzt, wie er notwendig ist. Rach der neuesten Darstellung soll zunächst ein Sach­verständigenkongreß stattfinden, aus dem auch deutsche Delegierte gehört werden, auf Grund des Berichtes von diesem Kongreß soll dann die Wedergutmachungskom- Mission ihre Beschlüsse fasten. Welcher Art diese sem würden, darüber kann kein Zweifel herrschen. Es ist selbstverständlich, daß Deutschland hier nicht mitmacht, sondern sich an die ihm in Spaa gemachten Versprechen häll.

Unabhängige und Kommunisten.

Ter Moskauer Flügel der Unabhängigen scheint seinen Ehrgeiz, weiterhin als die allein echte unab­hängige sozialdemokratische Partei aufzutreten, nun doch aufgegeben zu haben. Linksunab­hängige und Kommunisten haben sich gefunden: Sie veröffentlichen in der,Roten Fahne' einen ge­mein amen Auiruf ,An die revolutionären Arbeiter Deutschlands", in dem unter kräftigem Schimpfen sowohl auf die „Scheidemänner" wie „Hilferdinge" und sanften Mahnungen an die kommunistischen Arbeiter aufgefordert wird, die „einige Partei der deutichen Kommunisten" zu schaffen. Bemerkens­wert ist an diesem Erguß lediglich das erneute Be­kenntnis zur Gewalt.

Vorkämpfer des Proletariats.

Es war bekannt, daß die beiden Bolschewikenführer Sinoojew und Losowski für ihren achttägigen Aufenthalt in Halle eine Hotelrechnung von 21748 Mark, für ihren viertägigen Aufenthalt in Berlin eine solche von 11 632 Mark b zahlt haben

• Sinowjew brauchte nicht zu frieren. Die Meldung, daß Sinowjew — der übrigens vornehm Cederbaum und nicht so gewöhnlich Apfelbaum heißt — und Lo­sowsky wegen Uebeifüllung des Schiffes die Heimreise auf dem Deck hätten antrcfcn müssen, ist unrichtig. Es hat Platz geschasst werden können. Da können wir also beruhigt sein.

Fridolin Lämwerzahl hatte Botschaft geschickt, daß er in den letzten Sep embertagen nach Rostock käme, wo er geschäftlich zu tun habe und bann gleichzeitig fein» Braut begrüßen würde. Dann hatte in dem Brief noch gestanden, daß es feiner alten Mutter gar nicht gut ginge und sie wohl zum Sterben kommen würde. Run habe sie noch einen Wunsch, vor Ihrem Tode die zu- künftige Ehefrau ihres ülelteften zu sehen und kennen zu lernen. Und ob Hellwig sich wohl entschlie en könnte, noch vor dcr Hochzeit nach Demmin zu kommen.

Darüber ward viel hin und her gesprochen im faf- sclbachdause und das Für und Wider erwogen Dean das Steifen mar nicht so einfach in jener unruhigen, unsicheren Z it Doch wollte man der asten, sterbenden Frau auch nicht gerne ihren letzten Wunsch versagen. Und schließlich wo>- ja die Entfernung von Rostock nach Demmin nicht groß. /

Da tarn der Ratsherr eines Tages sehr befriedigt nach House. Sie saßen alle in der großen Wohnstube beim traulichen Kimspan, als er eintrat.

Er warf die Kappe auf den Tisch und rieb sich die Hände.

„Run haben wir die allerbeste Reisegelegenheit für Heilwig gefunden. Höre, Kind, mit fürstlichem Geleite wirst Du ziehen *

Da risten sie alle erstaunt die Augen auf, und Frau Katrine blieb so^ar das Spinnrad stehen vor Reug'er.

„Run falls mich doch wundern, He nrich, was Du w'eder ausgetieftelt hast!" lind sie fab ihn erwartungs­voll an. Er setzte sich behaglich in feinen tiefen Lehn- stuh! und schlug die Beine übereinander.

„Also, Ihr Sieben! In den ersten OMobertaqen zieht Herzog Magnus mit Va allen, Sippen und Gefolge gen Pommern, wo am 6. Oktober seine Hochzeit ftattfinten

Deutsches Reich.

»* Berlin, 27. Okt. Zum portugiesischen ®e- sandten in Berlin ist Dr. Lambenini Pinto er­nannt woiden. — Gerüchtweise verlautet, daß die fran östliche Regierung beabsichtigt, ihren Münchener Gesandten, Darb, wieder zurückzurufen.^ — Der Retchsrat hat die Erhöhung d:r Zuständigkeits- grenzen der Geweibegerichte und Kaufmann aericht« von 15,000 Mark auf 25,000 Mark beschlossen. — Der I. G. B. sInternatwnale Gewerkschasisbund) hat beicklosten, eine Studienlommi sion nach dem durch eventuelle Besetzung gefährdeten Ruhrgebiet zu entsenden.

(t) Der Reschsausschuß der denlschen Zer.irutns parwi wird, wie wir erfahren, vom 31. Oktober bir 2. November in Berlin im Reichstagsg» bäude zusam­mentreten. Trotz des hohen Feiertages am 1. Novem­ber muß auch dieser Tag mit in die Tagung einbezogen werden, um di« reichhaltige und wichtige Tagesordnung während der kurzen Pause des Reichstages zu erledigen. Bei der Wichtigkeit der zur Verhandlung stehenden Fra­gen darf damit gerechnet werden, daß die Mitgliedek des Reichsausfchustes vollzählig in Berlin erscheinen werden.

* Dor der Aussprache im Reichstag. Heute nach­mittag beginnt im Reichstag die große Etatsdebatte, die mit einer Rede des Reichskanzlers Fehrenbach eröffnet wird. Die Rede wird sich in erster Linie auf die innerpolitischen Probleme beschränken und sich na­mentlich mit der Autonomiefrage für O b e r s ch l e - s i e n und mit der S o z i a l i s i e r u n g s f r a g e be- sasten. Die Außenpolitik wird dann in einer Rede des Ministers Simons ergänzt werden. Daneben wird Finanzminister Wirth sich über die Finanz- und Steuerfragen verbreiten. Die eigentliche Aussprache selber wird dann am Donnerstag beginnen. Dom Zen- Imm spricht Aba. T r i m b o r n.

— Aus dem denlschnalionalen Parteitage In Hannover wird auch in bett weiteren Verhandlungen die schärfste Tonart angeschlagen. Aus allen Roden, die am Erosf- nungstaae gehalten wunden, vom Parteivorsitzenden Herat, dem Ebefrödakteur Bäcker (Berlin), den Abgg. Gräfe und Graf Westarp, klang der Aufruf zum Kampf bis aufs äußerste ringsumher, es wurde das Zusammengehen mit der Sozialdemokratie verurteilt, die baldige Wiederherftel. hing des Königtums der Hohmzollern ang^kLndigt. bi« Erhaltung des preußischen Staates in seinem bisherigen

stabt geeilt, um die kath Dereinsvorstände hatten ihre Abgeordneten ge- faadt. Ein Meisterwerk wurde dort in harter Arbeb geschaffen, das die Zustimmung aller Vertreter fapd.

.Var war es allen und wu-de ausgesprochen, daß kein Fußball- ober Turnerbund geschaffen werden sollte ab« feits der kath. Dereinsbewegung ober gar a’s ihr Sprengmittel. Für „Sportsexentum" ist in der D. I. K. kein Boden. Wir wollen keine Weltrekorde aufstellen, auch keine Berufssportmenschen grohziehen. Uns ist der Sport ein neuer Weg der Iugendbildung und -Et,ieh- ung, der untergeordnet dem anderen, wichtigeren ift oer religiösen Durchbildung und Festigung. Darum heißt es im § 1 des Reichsstatuts: „Der Zweck der D. 3. K. ist die Pflege geordneter L ibesübungen in den kath. männlichen Vereinen als Mittel zur Kräftigung des Körpers und Stählung des Charakters im Rahmen des katholischen Erziehungsprogramms".

Man schreibt uns: lieber die Notwendigkeit der Sportabtcilungen auch in katholischen Vereinen sollte heute kein Zweifel mehr bestehen, lind doch gibt es noch so viele Befehdungen unserer Sache. Ich glaube, daß es daher kommt, daß viele nicht roiffen, was „Deutsche Sugenbtroft" (D. 3. ft.) ist und will. Unter diesem Na- men hat sich der Reichsverband für Leibesübungen in kath. Jugend- und Sungmänneroereinen zusammenge. schloffen. Am Fuß«, der rebenumstandenen Marien» bürg und des Himmelanstrebenden Käppele wurde die D. 3. ft. gegründ-t. An leitender Stelle war man sich längst bewußt, daß der Zusammenschluß der vielen Ein. zelabteilungen für Wandern, Spiel und Sport in de» kath. Vereinen eine dringende Notwendigkeit sei. Schoit längst ging darum die Derbandsleitung der ft. 3. V. D. mit d.m Plane um. einen Reicksoerband dafür zu schaf« - - wurde fein Geburtsort, der 16.

soll. Da ist es ein Leichtes, sich dem Zuge anzufchl'esten und sicher zu reisen in dieser bösen Zell. M in Freund, der Ratsherr Timotheus Speck aus Schwerin hat mit feiner Schwester, die nach Stargard will, auch darum gebeten, sich dem Zuge anfchl-eßen zu dürfen, ebenso wie etliche Kaufherren aus Wismar mit ihrer Ware. Die ehrenwerte Schwester des Timotheus Speck will Dich nun, Heilwig, in ihren ganz besonderen Schutz neh. men. So können wir Dich ohne Sorge ziehen taffen. 3n den nächsten Tagen kommt Fridolin Lämmerzahl, um Dich abzuholen. So bist Du dann dopvelt und drei­fach behütet. Und wir brauchen der alten Frau in Demmin ihre letzte Bitte nicht zu verweigern."

Er strich sich schmunzelnd den langen, schwarzen Bert und fab sich wohlgefällig ringsum im Kreise der Sei­nen. Frau Katrine war Feuer und Flamme für die'en Plan, und auch Elisabeth sand ihn gut. Nur Veit sagte kein Wort. Heilwig nickte still vor sich hin, ohne von ihrem Spinnrad au'zufehen.

„Es wird wohl so recht (ein, wie 3hr meint, Oheim." Mehr sagte sie nicht.

•

Fridolin Lämmerzahl war gekommen. Es war am

Telegraphie und Fernsprecherei in ihrem heutigen Zustand« weiterhin auf Kosten aller Steuerzahler mit Riesenverlusten zu erhalten oder sie wirtschaftlich aus eigene Füße zu stellen. Das Allgemeiniirteresse zwingt dazu, den letzteren Weg zu gehen. Hierzu soll ein in Borbereitung befindlicher neuer Fernsprechtaris dienen, der auf wirtschaft­lichen und sozialen Grundsätzen auf gebaut ist. In Aus­sicht genommen fit die Erhebung einer Anschlußgebühr und außerdem einer Gesprächsgebühr, die in mehreren Stufen noch der Zahl der vermittelten Gespräche gestaffelt wird. Die Fernsprechzwangsanlethe von Giesberts ist eine Tat, die man anerkennen sollte, denn ohne sie würde das Fern, sprechwesen unweigerlich zusammenbrechen. Der einfom- mende Betrag reicht vielleicht gerade, um den Betrieb not­dürftig wieder in Ordnung zu bringen. Die Verwaltung ist genötigt, bei der zukünftigen Gebührenregelung bis an die äußerste Belastungsgrenze des Verkehrs zu gehen. Das Herauskommen aus der Defizitwirtschaft, angemessene Ge­bührensätze vorausgesetzt, wird deshalb in absehbarer Zeit möglich fein, wenn die innerpolitischen Verhältnisse Itabil bleiben und die Beamten und Arbeiter die Verwaltung unter Anspannung aller Kräfte bei ihrem Bestreben unter­stützen.

Man darf zu den Postbeamten im allgemeinen das Vertrauen haben, daß sie alle ihre körperlichen und geistigen Kräfte hergeben, um die in dem letzten Satze des Ministers ausgesprochem Erwartung zu erfüllen. Deutschland verdankt es mit in erster Linie seinen Be» amten, roenn wir in der Revolutionszeit nicht in da» Ehaos versunken sind. Sie werden auch weiterhin in treuer Pflichterfüllung auf dem Posten sein, wofür dann wiederum der Staat ihnen nicht versagen daH weflen sie bedürfen.

Beruntroonltd) uir öeu .cuuuioneUen Teil: Karl Schütte, n für DU tin,geigen: I. Parzetter-Fulda. ~ Rotationsdruck n. Vertag Der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda, ^ernitnemer Nr. 9 Teiegr.-Adreise: Fuldaer Zeitung

Der Diesek-VandaNsmus.

Die Pariser „Humanite* * führt die Aeußerung eines Ingenieurs R i p ert an, der aus Deutschland zurückkomme, und der sich über die Frage der Dieselmotoren ausgespro- chen habe. Die Beseitigung der Dieselmotoren werde für Deutschland den materiellen Zusammenbruch bedeuten. Es handele sich hier um eine große deutsche Erfindung. Nicht nur Deutschland, sondern die gesamte Welt konnte von dieser Erffobung die vollkommene Um­gestaltung des Eisenbahnbetriebs erwarten. Um die deut­sche Konkurrenz zu schädigen, genüge den Gegnern Deutsch­lands nicht, die Einfuhr aus Deutschland zu verbieten, man gehe hin und mache ihre Maschinen kaputt.

Das SOcksal Danzigs

ist immer noch nicht entschieden. Die Polen halten ihre Weigerung, den französisch-englischen Vertragsent­wurf zu unterschreiben, aufrecht. Der Botschafterrat versuchte nun, die Danziger und die polnische Delegation zu gemeinsamen Verhandlungen zu bringen. Die Dan­ziger erklären aber, nicht mehr verhandeln zu wollen. Der Botschafterrat habe die polnischen Wünsche oekannt und sei nach reiflicher Prüfung zu seinem Entwurf ge­kommen. Sein Entschluß sei also endgültig, weitere Verbandlunoen überflüssig. Die Danziger sind ent­schlossen, kein Zuaeständnis weiter zu machen, auch roenn sie um des lieben Friedens willen sich noch ein­mal an den Verhandlungstisch setzen. Auch England will bekanntlich von Aenderungen nichts roiffen. Es ist daher möglich, daß man den Polen zum ersten Mal nicht nachgibt, da England kein Interesie an einer zu polenfreundlichen Lösung Hot, die den englischen Ein­fluß auf den wichtigen Hafen verringern könnte.

Deutscher Bankiertag.

In Berlin ist der Allgemeine Deutsche Bankier- |Og im Gonge. Die Verhandlungen dieser Fachman- net müssen m,osern mit einer gewissen Vorsicht betroch- fet werden, da die Herren natürlicherweise die Uederiie- ferungen, die Erfahrungen und die Interessen ihres eige- neu Berufsstandes ausgiebig zur Geltung bringen. Aber andererseits macht ihre Sachkenntnis im Finanzwesen Ausführungen wertvoll, und aus den ersten Rcfe- raten gewinnt man auch den Eindruck, daß dos redliche Streben herrscht, mitzuralvn und mitzutaten an dem Gejamtwohl, das von der Ueberroindung der Finanznot obhängt.

Bisher tritt als leitender Gedanke hervor, daß erst rine durchgreifende Revision des Versailler Vertrages erfolgen müffle, ehe Deutschland seine öffentliche Schuld konsolidieren und überhaupt über den ftionziellen Zusammenbruch Hinwegkommen könne. Diese bittere Wahrheit läßt sich leider nicht widerlegen: aber man muß dabei sich bewußt bleiben, daß die denkbar beste deutsche Regierung die geforderte Revision nicht er­reichen kann, so lange nicht bei den siegreichen Gegnern die Gerechtigkeit und die Vernunft zum Durchbruch kom- wen. Die Abänderung dec unerträglichen Bestimmun­gen des schrecklichen Vertrages läßt sich nur Schritt für Schritt mit viel Geduld und Klugheft erreichen.

Das nächste Ziel, das wir auf der bevorstehenden technischen Vorkonferenz und der versprochenen Mini- perkonferenz airftreben müssen, ist die Feststellung der Entschädigungssumme, damft wir wenigstens wissen, aus welche Belastung hin wir unseren künftigen Haushalt einzurichten suchen müssen. Der Notschrei der sachverständigen Bankiers wird hoffemlich dazu bei­tragen, daß die Vertreter Deutschlands die Gegner über die Grenzen der deutschen Leistungsfähigkeit aufklären können. 3m Zusammenhang damit ist dcr Umstand zu beachten, den der erste Referent Dr. S o l m s s e n auf Srund seiner Erfahrungen im besetzten Gebiet hervor- oob: die drakonische Bestimmung von Versailles, daß Deutschland alle Kosten derBesatzungin unbegrenz­ter Höhe zu tragen hat, führt zu einer Aussaugung, die auf die deutsche Leistungsfähigkeit ruinierend wirkt, che wir überhaupt an die eigentliche Entschädigung her- mkommen Milliarden werden da fortgesetzt ver- schlungen ohne rechten Grund und Zweck. Es muß versucht werden, der Entente begreiflich zu machen, daß er schließlich in ihrem eigenen Interesse liegt, wenn sie die Zahl dcr Bcsatzungstruppen und die üppigen An­sprüche derselben herabschraubt, um diese Ersparnisse für sich selbst wiederum einzuheimsen in den promp­ten und reichlicher Abzahlungen auf die Entschädigungs­summe. Auch dieser Punkt gehört in das Kapitel vom Huhn, das man nicht schlachten darf, wenn es noch Eier legen soll.

Weil wir mtt den Siegern um die notwendige Milderung der unerträglichen Friedensbedingungen mühselig riireen müssen, ist die Mahnung sehr zeitgemäß, die der erste Referent an seine Betrachtungen anknüpfte. Er führte aus:

„Wir, die wir jenseits des Rheinstromes wohnen und von den Leiden der Besetzung bedrückt sind, sehen Deutschland mehr von außen, als die Bewohner der unbesetzten Provinzen, und so erkennen wir vielleicht schärfer als diese die furchtbare Gefahr, die nuferem Volkstum droht, wenn wir nicht endlich aushören, uns leibst zu zerfleischen, — nicht endlich den uns erdrücken­den Gegnern als geschlossener Block ent- flegentreten, den trotz aller unserer gegenwärtigen Machtlosigkeit zum Feinde oder zum Freunde zu haben von Bedeutung ist. Unser Schicksal liegt in unserer Üanb."

Wenn der Bankiertag in diesem Sinne sich betätigen wird, um die Einigung zu positiver Arbeft zu för­dern, so wollen wir ihm mehr Lob zollen als gewissen Parteitagen, auf denen man sich in schroffer Kritik, heftigen Angriffen und einseitigen Agitationen gefällt, ohne in der brennenden Not der Gegenwart dem rin« gentren Vaterlande werktätig beizuspringcn.

--feg——" i mim

Das Schwert von Thnle.

Roman von Leontine von Wiaterfeld-Platen. 14] ---------

„Wohl einen Freund, Frau. Er war stech und kitt . , sehr. Da gab ich ihm den Gnadenstoß mit meinem Schwert und begrub ihn, wo es am schönsten ift.“

Nun tarn es sie doch fast wie ein Grausen an, als er Das sagte. Und sie wußte nichts zur Antwort. Da hob er den Kopf.

„Seid 3hr erschrocken, Frau? Eure Wangen sind • |a ganz weiß geworden, wie der Schaum der See. Es war der Freund mein treues Roß, das wund geworden im letzten Kampf. Ich konnte es nimmer länger leiten sihen. Nun hat er Ruhe “

Da atmete sie tief auf, wie befreit. Und lächelte ihrer Furcht.

Sie waren jetzt nahe der Stadt, und der Wind hatte sich fast ganz gelegt.

21m Garten der Haffeibach zog sie brs Segel ein u leitete den Kahn am Ufer fest. Er hals ihr habet.

„Und nun habt Dank, F^au, daß 3hr mich nütze- kommen. Ich muß nun weiter “

Und im Dunkel der Herbstnacht sah sie feine Gestalt verschwinden.

Da schüttelte sie ein wenig verwundert den ftnsf und wanderte langsam durch alle die Gaffen und Gäßlein, 'tin Hasselbachhause cm Marktplatz zu.

Zum Tod des Königs von Griechenland.

Der 27 jährige zweite Sohn Alexander des von keinem Throne vertriebenen Könms Konstantin ist al io nun dockt den Folaen jenes AffenbisteS erlegen, nachdem et ft vor zwei Tagen von fran östlicher Seite die angebliche Lebensrettuna durch franwsische Aerzte» hin ft in die Welt hinausposaunt nw'den war. Tie Operation des Profesiors Btdal ist danach „erfolareich" verlaufen, der königliche Patient aber ist gestorben. Der Tatbestand der Ve'gifiung ist nicht recht aufre- fort, es wird sogar behauptet, daß der Affe mit atftigen Bazillen geimpfi worden, /und daß die Tötung des <?önia§ beabsichtigt gewesen sei. Dos ist eine bewetslo e Behauptung, ze>gt aber, was man in Griechenland dem ränkesüchtigen VenizeloS zutra t. Vennelos hatte derzeit seinen Kön g Konstantin vom Throne gejqat, weil er sich ehrlich mühte, fern Volk vom blutigen Kriege fernzuhal'en, toetl er anb ver» ieits aber auch aus seiner und eines Volkes Nei­gung für Deutschland keinen Hehl macktie und to der Entente und dem von ihr gefauiten Vewzelos ein Dorn tm Sinne toir. Um Blutvergießen zu ver. metben, flo' her Köu o de mltch, weil fein Po k für

Wer konnte überhaupt in ihrer Seele lesen? Sie war vielleicht noch stiller geworden als sonst schon, und es lag oft etwas Starres, Abwesendes in ihrem A t« Utz. Nur zu Efisabeth war sie weich und zärtlich, und es konnte geschehen, wenn sie das Leuchten in Elisabeihs Augen syh, daß dann in der kühlen Starrheit ihres

St