Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stabt Fulda
47. Zahrg.
Dienstag, 26. Oktober 1920
Nr. 249
internationale Berträi
Die Kohlentteferungen Deutschlands.
zuständigen Stelle be-
befonders schwer fällt.
ichäpst.
leine Haar
'ehnmen, über der
Heilwig sieht deutlich im MandNcht braunen Hände und das dichte, dunkle hohen Stirn.
Meilen anrufen.
Es gehört also allerhand Selbstüberwindung dazu, menn sich die Danziger Delegation trotzdem entschlossen hat, dieses Abkommen zu unterschreiben. Umso unver- {djämter sind die Forderungen der Polen, die nach dem Grundsatz zu handeln scheinen. je mehr man fordert, desto mehr bekommt man. Sie wollen Danzig noch das letzte nehmen, was ihm gelassen ist. Sie fordern die völlige Kontrolle des Danziger Verkehrs und wollen von der Kontrollkommission nichts wissen. Alle Danziger Schiffe sollen unter polnischer Flagge fahren. Die Zölle sollen in polnischer Währung bezahlt werden usw. Die französische Hetzpresse setzt sich natürlich mit großem Stimmaufwand für Polens Forderungen ein. Aber fast die gleichen Gründe, die Frankreich für Polen ein- Ireleu lassen, veranlassen England zu einer geaenteiligen Stellungnahme. England hat kein Interesse daran, daß der so wichtige Danziger Hafen unter die völlige Kontrolle eines von Frankreich abhängigen Polens gerät und wird sich infolgedessen gegen seif Verstärkung des polnischen Einflusses in Danzig wehren.
hin liegt das ganze Zollwesen der Stadt in polnischer Hand, ebenso die Verwaltung der Bahnen, mit Ausnahme der Straßenbahnen. Der Hasen steht unter Kontrolle einer internationalen Kommission unter einem Präsidenten schweizerischer Nationalität. Danzig selbst bleibt also nur die innere Verwaltung und das Recht zur Führung einer eigenen Handelsflagge. Außerdem fcarf es den Lberkommisjar zur Entscheidung von Strei-
Tod des Bürgermeisters von Cork.
Der Bürgermeister von C o r k ist g e st o r b e n.
Dolle 73 Tage lang hat Mr. Mac Swiney, der Bürgermeister von Eork, im Gefängnis zu Brixton den Hungerstreik durchaeföhrt. Nun ist er im Kampfe gegen Lloyd George und die brutale Willkürherrschaft Englands über Irland unterlegen. Von den übrigen elf irischen Gefangenen, die ebenfalls zur Waffe des Hun- oerstreiks gegriffen hatten, ist bis jetzt erst einer ge- storben. Mac Swinay ist ihm nun als zweiter nachge- folgt. Das englische Kriegsgericht hatte ihn zu zwei Jahren G isLngnis verurivilt, well man ¥1 seinem Schreibtisch einen Geheimschlüssel des Ronal Irish Con- stabulary ausoelunden. Dem Akt der Gewalt^ dcn er in seiner Verurteilung erblickte, beschloß er mit der moral. Waffe ielbslauferlcgten Hungers zu begegnen. Zahl- reiche Gesuche um Freilafiung — nicht nur von irischer Selle — wurden an die Regierung von England gerichtet: Lloyd George blieb unversöhnlich. Man muß darauf rechnen, daß dos Ableben des Bürgermeisters ickwerwiegende Folgen nach sich ziehen wird. Zweifellos wird der Tod die G"-enfätze in Irland und die Feindschaft gegen England von neuem erheblich ver- schärfen gelenenheit bereits mit ausländischen Vertretern der christlichen Arbeiterschaft in mündlicher Ausspra Fühlung genommen.
titjugspteis; -JJionailid) 3,0U Mit. oQne <jujteUgetiu5t. Sntfu öc bei uns abgetjoli 3,15 Mit Anzeigenpreis; Die K > e' nzeile lloioneimaB) 60 plg, u. 10«.« Zuzchtag, die Stetlamezeiie (lephiene' 1.80 Mit, u. 10% Zmchlag. «ei Wiederhol. RabaN.
Cie hat ihr Tuch von der Schulter gerrmmen und ringt es aus über dem Rand des Bootis. Ihre Monben Zopf» lind lchwer und fe-'rht. und sie sckf'-ttest sie hm und her, daß die blanken Wafsertropfen ringsum spritzen. Da sieht er auf.
„Shr müßt furchtlos und kühn fein. Fr-rn. daß Ihr Euch so allein hlnausgewagt habt bei b-m SHter."
S'e steht ihn grob an m’t ihren tiefen, b'auen Augen und sagt lchwer: „3d) micktte die See sehen."
Nun sieht Hellwig, daß er em schmales, langes Gesicht hat'und eine feine, gerade Nase, dazu ein vorspringendes Kinn und einen trotzigen, herrischen Zug um den Mund. Und ihr fällt ein. wie sie ihn vorhin am Strande gesehen, aus fern bloßes Schwert gelernt.
„Es war ein frisches Grob in den Dünen an Eurer Seite. Habt Ihr dort einen Freund begraben?"
Er fak jetzt tiefgcbuckt, daß sie nur fein dunkles Haar sah, und machte sich mit dem Helm zu schaffen.
^(Fortsetzung folgt.'1
«eranirooniidj tüi Oeu ..uuuioneUen Teil: Karl Schütte, u iüt Du anzeigen: I. Parzei ler-Fulda. “ Roiationsdrug u. «erlag der Fuldaer Äctiendruckerei in Fulda, -ernwiewer Nr. 9 Teiefli.-Sbreffe: Fuldaer Zeitung
Da springt er in das mild schwankende Doot, und sie hört, wie sein Schwert in der Scheide klirrt bei der jähen Bewegung.
Ohne daß sie ein Wort darüber wechseln, packt er mit zu beim Lösen des Segels, denn der W.nd weh' stark, und das barte Tau reißt ihre Hände fast blutig. Straff spannt sich das Segeltuch, als sich der Sturm von der See her mit aller Mach! dagegen wirft. Und wie von unsichtbaren Geistern gejagt, fliegt der Kahn die Warnow hinauf. S-e mästen scharf acht geben a tf jede Biegung des Firstes, jeden erneuten WiM stoß. Tief bohren sich ihre Augen vorwärts in das Dunkel, indes Regen und Wird die nasten Kleider gegen den Leib pressen. I- weiter sie forffrmmen von der afienen See, desto ruhiger werden Wind und Master. Und nun hört auch der Regen auf, und durch die hetzenden Wolkenfetzon sieht verschlafen eine ble'che Mondsichel. Sie können einen Augenblick Atem schöpfen und sich
Heber verschärfte Kohlemwt wird vor allem aus dem Industriegebiet berichtet, gleichzeitig kommen Mel- düngen über gesteigerte Kohlenliefrrungen an die En- tente. Es war die Vermutung ausgesprochen worden, diese Vermehrung der Kohlcnliefcrung hinge mit dem englischen Bergarbeiterstreik zusammen. Wie hierzu —..... ' *■—:i —• tun.
in Soe^i.
Zu einer überaus glänzenden Kundgebung qestiU'ete sich die am Sonntag in Soest aus Anlaß der 50. W'e- derk hr jenes Tages, an welchem das für die Z-n- trrmepartei 'o b-deutun"svoll gewordene »Coster Programm" aufgestellt wurde, einberufene Zer.tri msoer»
Das Schwert von Tvnle.
Roman von Leontine von Winterfeld-Platen.
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„Ihr habt mir damals gesagt. Frau Muhme daß Elisabeth ihren Liebsten freien kann, wann ich Fridonn Lämmerzahl eheliche. Sagt Ihr dasselbe noch heute?
Die Ratsherrin hatte sie erstaunt anaesehen.
„Freilich, Kind. Das sage ich noch heute. _ Denn bann kommt unser Eidam nimmer mit leeren Händen.
Blaß und stolz hatte Hellwig vor ihr gestanden.
„Schwört mir das, Frau Muhme"
Es war fast etwas Herrisches, Hartes in ihrem Ton.
Und die Ratsherrin hatte es ihr geschworen.
„Dann geh» eilends hinauf in Elisabeths Kammer. Frau Muhme, und kündet es Eurem Kind. Aber n'm> wer, bei Gott, weshalb und warum das alles so kam setzt. Rur das Eine, daß sie ihn freien darf "
Da hatte die Muhme sie blinzelnd und fast scheu an- gesehen.
„So willst Du denn meinen Reffen zum Gatten nehmen?"
Und Hellwig hatte an ihr vorübergesehen und tonlos gesagt. „Das will ich"
Dann war sie hinter der Ratsherrin h-r die Treppe hinausgestiegen. U-ch wahrend diese hineinging in die Kammer zu ihrer Tochter, war Heilwig stehen geblies-en hinter der Tür und hatte durch den Spalt gesehen. Well sie Elisabeths Antlitz sehen mußte bei den Worten der 5D?uf,me.
Wie ein Wachsbild, so hatte Elisabeth im Bett gelegen. Als die Muhme eintrat, war sie erschrocken zusammengesahren. Tann hatte sie sich ausgerich et in jäher, plötz'icher Erwartuna. Denn sie mußte an Hell- wias Worte denken diese Nacht.
Und die Ratsherrin hatte feierlich die Hände gefaltet über dem Leib und hatte salbungsvoll gesagt:
„Mein Kind, wir sind nun übereingetrmmen, daß wir Dir Deinen heißen Wunsch erfüllen und Du >en Magister Lämmerzahl ehelichen darfst. Und wir hoffen, daß Du nun bald wieder frisch und gesund wirst."
Elisabeth hatte nichts gesagt. Aber ein Ausdruck war über ihr Antlitz gegangen, den Heilwig nicht vergeßen wird, und ob sie noch so alt würde.
Danzig unv Polen.
Infolge derWeiaerungPolenS, daS von der Boischaftelkonferenz ansgearbeiteie Statut der Freien Stabt Danzia zu unterzeichnen, hatte die Konferenz eine neue Komm isst onßberalung ungeordnet, die am Sarnstaa begann und oniag forlges tzt wurde. Dem „Echo de Paris" zufolie hat jedoch der englische 2 o! chafter ausdrücklich erkört, daß seine Regierung an den (Sinn lögen der Bedingung>n der von der Bolichasteikonfeienz ausaearbeiteien Statuten festhält un> nur Aenherunoen in der Form der Einzel eiten zulassen könne. Das „Zouinai des Tsbais" ermuntert die polnuche Regierung offen zum Widerstand gegen die Botichafierkonferen; und legt ihr sogar die Be etzung Königsbergs nahe.
Vas die Polen fordern.
Das Abkommen, dessen Inkrafttreten aber jetzt vorläufig durch den Widerstand der Polen verhindert wor-
liegt nicht der geringste Anlaß vor. Im Gegenteil, die Reichsfinanzlage wird mit jedem T a g e e r n st e r u n d k r i t i s ch e r. Es hilft nichts, vor der furdjtfcaren Wirklichkeit sich zu verstecken. Es ist vielmehr Pflicht aller derjenigen, denen das Wohl von Land und Volk am Herzen liegt, gerade diesen Fragen die größte Aufmerksamkeit zuzmvenden.
Dercknsachung auch der Relchsvermogensverwal- luna. Wie in den anderen Reichsstellen soll nach einem Erlaß des Reichsfchatzministers auch in den Landes- s'manzämtern eine Vereinfachung und Derbtlltgung der Verwaltung erstrebt werden. Nach dem Grundsatz, nur produktive Arbeit kann bezahlt werden soll na- menttich gegen das erschreckend anschwellcnt« Schreibunwesen vorgegangen und im allgemei- nen durch Verringerung der Hilfskräfte eine Ersparnis erzieft werden.
ruhen auf den nassen Bänken. So sitzen sie sich einander schweigend gegenüber, b's der Fremde sich bückt und mit seinem Helm das Wasser aus dem Kahn schöpft.
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Und Hellwig weiß, daß nun ihr Schicksal besiegelt ist. Sie hat es selbst so gewollt. Nun brauch! auch Beit nicht mehr aus dem Daterhause zu gehen. Denn nun geht ja sie.
Die Ratsherrin ist so freundlich zu ihr wie noch nie.
Den ganzen Tag redet fie von Hochzeit. Ja, eine Doppelhochzeit plant sie sogar. Und zwar sehr taib. Denn worauf soll man noch warten? Geduldig ha: Hell- wig allem zugehört. Bis sie nicht mehr kennte. Bis sie sich nach Tisch fortgcschttchen hat in dem Sturm und Regen — fort — nur fort
Die See muß sie sehen, und den Wind fühlen um ihre brennende Stirn.
Und hier draußen im brüllenden W Uersturm kommt eine große Ruhe über sie. Fast eine Starrheit.
Es hast wohl alles so kommen muffen. Nun will sie auch hart und stark sein, wie die vom Nordland es sind. Nun will sie ihre beiden kühlen Hände um ihr Herz legen, daß niemand mehr hineinsehen darf. Nun will sie mit zillammengedtfsenen L ppen den Weg g l) n. den sie sich selber gev'ählf. Und lächeln will sie, damit Elisabeth nichts merkt. Damit wenigstens eine glücklich ist — restlos glücklich
Jetzt steht sie stt'll am Strande und steht noch ein- mal hinaus auf die wette, graue See. Auf die wei'en Möoen, die fo selig und frei durch den Sturm Meßen. O, wer fo frei und selig sein könnte wie die Sturm- vögel da oben! Sie preßte die Hände an bi- hämmernden Schlägen. Nur nicht denken mehr — o Gott! Nur nicht denken!
Und dann roe-bet sie sich langsam zurück. Denn es wirb dunkel und sie muß beim.
H-im? Es irrt wie ein wehes, verlorenes Lachen um ihre Lippen.
Ihre Heimat ist ja hier draußen beim Meer und Herbststurm. Als sie eben im Doot sitzt und die Ruder nehmen will, taucht aus dem- Dunkel der Fremde auf mit dem zerbeulten Helm» Sein Angesicht ist finster.
„Laßt mich mitfahren, Frau, in Eurem Kahn. Es ist noch weit bis Rostock."
Hellwig kennt keine Furcht und sagt ruhig:
i „So steigt ein, ich muß fort jetzt."
Englisch-französische Spannung.
Lloyd George wird sich, wenn die Lage in England es gestattet, zur Völkerbund tagung nach Genf begeben und hatte, die Erwartung aus- gefprochen, dort mit dem französischen, Mssi^ierprafi» deuten zusammenzutreffen. Rach jetzt in Berlin em- gegangenen Nachrichten hat jedoch der franzosifche Mi- msterrat beschlossen, tuen* möglich diese Zusammenkunft zu vermeiden, bis verschiedene zwi- schen Frankreich und England schwebende Streitfragen geklärt seien. Ln Berlin glaubt man zu wissen, daß die eigentliche Ursache dieser Ablehnung die V e r st i m- mung Frankreichs über die Niederlage in der Genfer Frage ist.
Neue Stcuerpläne! ,
Don unserem parlamentarischen Vertreter.
Die Erschließung neuer Finanzquellen ist trotz der j bisher geschaffenen und in die persönlichen wie di« ge- samtwirtsc^iftlichen Verhältnisse tief einschneidenden Steuern nötig geworden, nachdem infolge des weiteren Ankens des Geldwertes und der.damit in Verbindung stehenden erhöhten Aufwendungen für Gehälter, Löhne imd fachliche Notwendigkeiten aßermals viele Milliarden im Staatshaushalt ungedeckt bleiben. Mit einfachen Mitteln, mit Steuerbeträgen, die ein, paar Dutzend, selbst ein paar Hundert Millionen Einbringen, ist nichts getan. Es müssen schon recht großzügige Projekte sein, wenn sie für die Reichsfinanzen irgendwie ins Gewicht fallen sollen.
Zunächst plant man bekanntlich eine vorzeitige Einziehung des Reichsnotopfers. Die Zahlung des Reichsnoiopfers war ursprünglich auf einen dreißigjährigen Zeitraum festgelegt. Bei der Inzwischen eingetretenen Geldentwertung würde aber die für das Reichsnotopfer zu zahlende Summe nicht mehr das Gewicht für die Reichsfinanzen haben,, wie das noch vor einem Jahre der Fall gewesen wäre. Daß ße in Zukunft besser würden, kann man kaum anneh- men. Es ist daher erklärlich, daß das Reich ein Interesse daran hat, vor einer weiteren Geldentwertung zum mindesten einen Teil dieses Reichsnotopfers sich jetzt schon zur Abbürdung der Schulden zu sichern. Man rechnet mit einem Drittel bis zur Hälfte, das bis zum Ende nächsten Jahres abgetragen sein soll. Der Pest kann dann nach der ursprünglichen Zahlmethode, cho zur Ableistung in dreißig Jahresraten, stehen bleiben.
Der finanzielle Erfolg wäre der, daß das Reich eine nicht unbeträchtlich^ Anzahl von Milliarden es wären etwa 20 bis 25 Milliarden — in absehbarer Zeit aus dem Reichsnotopfer erhielte, die dann zur Abbürdung der schwebenden Schulden benutzt werden könnten. "Eine besondere Last würde im allgemeinen — abgesehen vorn Mittelstand, den kleinen Rentnern usw. — für das Wirtschaftsleben aus der jetzigen Ableistuna des Reichsnotopfers nicht erwachsen, denn die Zuflüsse der letzten Monate an Banknoten sind über alle Maßen hock gewesen. Irn übrigen darf man aber eine derartige Finammaßmrhme in ihrer Wirkung nicht überschätzen. Es würde sich letzten Endes doch, angesichts unserer Riesenschuldensumme von mehreren hunderß Milliarden Mark nur um einen reckst a e • rlngfjügigen Teil dieser Summe handeln. Dieser Telkbetrag, der also tut Ableistung in Fraas käme, würde jjaber ‘ bei der Entwicklung unserer Schulden- lasten zweifellos durch inzwischen neu ouWtatfene Schulden bei rvütem wieder ein geholt sein. Als einen unmittelbaren Erfolg der sofortigen Einziehung eines Teiles des Reicksnotop'ers tonnte, man höchstens die Möglichkeit bezeichnen, für ri”? -riffeng die Notenvreffe etwas weniger rasch laufen zu lasten, also für eine gewisse Zeit mit der Ausgabe neuer Zahlungsmittel -urückzubalten.
Dem Finanaelend ist mit kleinen Mitteln — und da»u gehört bei unserer heufi'-en Zeitsgae selbst die Abbürdung von 20 bis 25 Milliarden Mark — nicht beizukommen. Wir werden nach ganz anderen und reiflicher fließenden Stauerguellen Au-schau holten wüsten. Ob das nun in ^orm einer Zmanasanl-ihe oder e'ner durch Reich-b«sitz sickm- -ast-siten großen Reichsanleihe geschieht, ist schließlich nur noch eine Forn-frone. Auch an einen Zu miss n<z-»nnber den seit Abnabe der Reick>--.nvtopfer-S*en»rertl-rung neu lmaewacksenen Vermögen wird die Reichs- stnan-vermalttrna nirW nnri'bern-ch-m fnrm<m.
Es wäre sehr gefährlich, wenn nun jetzt, nachdem dem Reick>sfinan-minist°r nen-isie Vollmachten gen-ben worden sind, einer gewissen Vertrauensseligkeit in der Beurteilung unserer Finanzlaa« gehuldiot würde. Da-u
amtlich erklärt wird, hat sie aber damit mchts zu Die Vermehrung würde von der zuständigen Stell reite im Laufe dieses Monats, lange vor Ausbruch das englischen Streiks angeordnet, um gewlste Rückstände aus den vorhergehenden Monaten aufzuholen, sowie um angesichts der in dieser Jahreszeit erfahrungsgemäß rintretcnden Trnnsporischwierigkeiten am 1. November das Lieferungs-Soll von sechs Millionen Tonnen sicherzustellen. Ein etwaiger U e b e r s ch u ß dient zur Ent- lcrstung in den kommenden Wintermonaten, in denen uns eine Abgabe der vorgeschriebenen Menge
den ist, sah bekanittlich schon eine erhebfiche Einschränkung der Rechte Danzigs vor, so daß die Bezeichnung „Freie Stadt" alc blutiger Hohn wirkt. Eines der allerwichtigsten Haheitsrechtr Danzigs, das der Vertretung uui) des freien diptomatifcy n Verkehrs nach außen hin, wird vollständig den Polen übertragen. Danzig hat hier nur ganz geringe Mittel, fein Recht und feine Interessen durchzusetzen, das stärkste von ihnen ist das immerhin noch sehr fraglich« Einfpruchsrecht des vom Völkerbund einzufetzeadett Oberkommiffars, gegen “ ’ige, die Danzig berühren. Weiter- Zollwefen der Stadt in polnifcher
fammlung. Als Ehrengäste hatten sich u. a. eingefunden der Vorsitzende der Westfälischen Zentrumspartei, Herold und Oberpräsident Dr. Wuermelmg.
Die Festrede hatte der Vizepräsident der Pr. Landes- Versammlung Geh.-Rat Dr. P o r s ch übernommen. In ast zweistündiger glänzender Rede gab er ein Bild des Werdeganges der Zentrumspartei von einer solchen An- chaulichkeit und Lebendigkeit, wie eben nur er es .als alter Veteran der Partei und dienstältester Abzeordne.er des Parlaments, der stets mit in vorderster Reihe ge- Landen hat, geben konnte. Ableitend auf die Gegen- wart wandte sich Redner mit großer Schärfe gegen alle ene unberufenen und größtenteils bösartigen K r t • tfer der Partei, die ihren Führern den Vorwurf machen, das Zentrum have die ntien Wege Mallinckrodts und Windthorsts verlaßen. Wie kann man denn, o fragt Redner mit starker innerer Erregung, fetzt, wo wir vor einem entsetzlichen Trümmerhaufen stehen, noch auf ganz genau denselben Wegen meiterroanbeln? Da- mals gab es ein festgefügtes Reich mit einer feftbe. gründeten Obrigkeit. Jetzt steht im nolttttchen Macht- kämpfe Partei 'gegen Partei, und der Parlamentärs, mus ist zum Prinzip erhoben und damit unvermeidlich aerorrben. Deshalb ist beute auch eine ganz andere Politik erforderlich. Das kann man nur begreifen, wenn man selbst in der Politik tätig war „nd nach tätig ist Aiis meiner Ke-nM s der B’nge kann ich nur |ag-n, es sind absolut andere Wege, die man eMcklaaen muß, wenn man die gleichen Z e^e erreichen will. Sie sind sehr viel schwerer zu erreichen. Tie vielen Klagen über die Frakttonspolttik haben nicht M d-r Tätigkeit der Fraktion ihre Urlache, Icmde-n in den Schwierigkeiten der gangen Zeltverhättnisse. Man mutz sich klar vor Augen halten, wenn man namentlich ote iätinfeit d-r Reickstoasfraktion in der Nationalversammlung bei Gestaltung der Verfassung in Betr-cht z-eht, welche Macht sie in Wirkklich'eit belaß. Man macht ihr den Vorwurf, dah sie nicht a e nu g erreicht habe, ohne aber zu bedenken, dab unter , den 423 Abge-rdneten nur 91 zu uns zählten. Für W-imar war die Schwieriakeit, hab eine Regierung neu neMhet werden mußte. Ohne die ^attal^emakraten wa- keine positive volitilche Arbeit möglich. W'r standen einer geschlossenen Linksm-Hrheit non 260 Summen entgegen, gegen die mit starrem Festhalten an unserem Programm nicht anzuk-rnrn-n war. Im fetziaen Re,»s- tag ist es nicht wesentlich belbr -em—hen, ohale ch em starker Ruck nach rechts ertnfgt ’ft Unt’r den 460 Abgeordneten befinden sich 168, af’o mehr als em Drittel, die sich als Disiidenten ober lretteliaiöa bezeichnen. Ta. gegen stehen nur 105 katholische Abgeord- orte, also noch nicht ein Viertel, und leibst die'e ne- Hören nicht alle dem Zentrum am Run 'agt matt, das Z-utriiw ist nickt dem G-iste Maiinckrodts und Windthmsts treu geblieben. Ma"inckrodt hat Gatt dem Z ntrum nur kurze Zeit geiallen Der ei-en?« sich- Tnpu- war WindtHarst. Ick bin v-m Jahre 18«! ab bis zu feinem Tode in dellen n’'mTtie!barer Nähe eiernden. Mit mit meiste auß-rd-nn unser jehiger Oberpresident Dr. Wuerrneling in Wiackbarsts Nähe. Er wird bestä'iaen können, m’-* w'r bdchiu-vst morgen st-d, weil wir ihm, dem „Reicksleinb", treu bl:e'-en. Und jetzt wagt man, uns Untren? gegen Wm^thorst und feinen Geist vorzumerfen! Windtharst ist n:e der Meinung gewesen, daß man lediglich in Onvolitio i oer- harren fgff. sondern im I-ttrelle d-r nem-inlomen Sacke des Doterlanbes überall dabei '-in mäste, um Schlimmer-s zu verhüten. Ich nto’-hr 'a-en ,u können, a-'ch unser WmdEnrst rofi-be in Anhettachl d?r aegenroärt!o-n vosttischen Der'-ältniste für eine Koa» listen mit der Snjt'-fbemofrat’e, mie wir fie im Reiche f-'ften imd in Preusen neck haben, eing-treten fein — ans rea'en und taktischen Ern-äa'innen fetbftrebenb, rote solche auch für uns nur r-nhaebenb waren und stud. mUn 'ans man weiter, das Z—trum ist a-'ch fnnst 'einen G--n>-'ätz»n nicht treu nehsteben. ^eck im Srmm-r 1918 hat es feterstck die Treue z-m Reich und He mat. land 'oroi» d'e Wa^nng des bunbresta-^icken E'-a-ak. t°rs nrof'nmtert. Nickt ttn'erc Richtlinien hab en fick geä"bert. fo-ber-- auch hi-r w-e^er die Rerhältnifle. T;e Sz-nter find gerbro-hen, ; und her ga--v bin-b-sstagistche Ehnratt-r ist da'"-rch hee>n's"^t. Wir f-ahm uns ans den Baden der Versa's"na g-st-lst u"b dünnen n-ck' dulden, haß man u-s st-'s in die'er «egi-huna an-rcift. A s Zen- trurnsceiite k-nnien mir nickt anders hagde'r, wie Windtharst. Zum Scklutz behanb-'t Redner nach en. aehenh die «nrmür'e. die der Z-ntrumsstaktivn na. ntenttick von deuticknatignaser S-ste ro-n-n des sv"en. Schuskamvrnmifses gemacht werden, und rich- t-t? in die'em Zusgmmenhange an jene ^nklS-er die Kranen, was fie benn im nre"Eiird)-it Abgeordneten, häufe, als sie hort nock unbeschränkt herrschen, für nie fonfeff:one”e Schule erreicht haben. Neben der fonfef. sionellen Schule wurde auch die Simultan'chule a's zu Reckt brftehenb aner’annt! In jüngster Z-st ist in ver- Webenen Art'kein die Meinung a-i"etaucht, datz man mit dem Barlamentarism-'s b’e M-inung unmöglich <*^morben fei. cs könne bie 93 o (11 i ? bet TO? i 11 c n'ckt mehr aufrecht erhalten. Tas ist eine vol'arnmen fastche Meimm«. Tie Notro-nbinkeit einer Koalition fr-t grrab- die Not wendigkeit einer fo'cken Po.i. ff dar. Jedenfalls hat die'e Zett de, Pgrlemen'a-is. 1 w,is di? ncfroe-Wae Kon'equenz. daß 'n mäckstae vor-
Leien wie bas Z-ntrum in der Lane sind, ihr ganzes ckewickt für die Gestattung des Pfgats'eb'*", in di« Wag'ck-'e zu roerfen. Man m^ne sich vor Augen hal- t-n daß durck die neue Derfollung neben der necken i Fre-hest der Kirche mich b’e vust? Freiheit des "na au-
bens gesckasten rogrb»n ist U"h gegenüber dem Un- ela"bm ist es heiltae Vflicht für ieben glä-ckinen > M-n'cken sich einer " rgtzen. christlichen Bar
tet, wie das Zentrum eine ist, anzu-
| ch' ießen. , „
Die Rade wunde mit brauf-md-m B-'fall muaenommen. Rach einer femtnen Ansprache b-s Obernräsidenten Dr. TOürmelina freit Aba. Herold das Sckfickwort, der h>e Mehnime ousfnnack. den Geist der Einigkeit und des Opf-nni'te, für alle Zukunft zu erhalten. Z-ntrums. erundfatz ist. fo führie er a»«. stets oen-efen. »ch den — Die Revob'tian bat
All« Revalutio- Die
Erfordemisien der i unerm-Ricke «ei nen rich'-ten fick. Throne sind ip fern sie n:ckt.^> aelmwen, bcuffch der
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