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Fuldaer Leitung
4^* Druck der Fuldaer Aetieudrnckerei in Fulds
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Mittwoch, 13. Oktover 1920.
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X Büchenberg. Nm letzten Sonntag hntte ftcfi der Süchenberuer Bauernverein im Mehler'schen Gasthaufe nu Döllbach zusammen refunden. Zur Ver. sammlung sprach Herr Thier-Fulda, Geschäftsführer des kurhessifchen Bauernvereins, über Zwecke und Ziele der Organisation des landwirtschaftlichen Berufsstandes. Seine Ausführungen beleuchteten die manniaiacken Aufgaben in soziat-wirtschaftlichen und kulturellen lsraeen, die durch den Bauernverein zu lösen feien, lieber die Arbeit Les General-sekretariats im halben Mond zu flulba nab er aufklärende Worte. Jedes Kerclnsmit lied kann sich dort in allen Sachen kostenlose Auskunft holen; Recht?-, Steuer-, Pachtangelegen, heilen werden behandelt, Düngemittel beschafft. Textil- waren bcfor it. Da die Organisation auch auf christ. Iicher Grundlage steht, sollte kein Bauer mehr abseits stehen von dieser durchaus notwendigen Or anisation, die hebend für den Bauernstand wirken und somit auch dem Vaterlande in seiner Not beistehen will. Heraus muß der Bauer aus seiner Lethargie! In der Organi- sation lernt er, wie er wirksamer dem ranzen und sich selbst dienen kann. Zur finanziellen Aufbesserung der jungen Organisation wurden zum Schluß freiwillige Beiträge gesammelt, die die ansehnliche Summe von 461 Mark ergaben.
, — timbuia. Um auch außerhalb der Wahlzeit ihre Wähler zur Aussprache über politische Tagesfragen anzuregen, hatte die Zentrumspartei am Sonntag, den 1g. Oktober in Hundsangen und Wallmerod im Kreise Westerburg zwei Versammlungen einberufen, die überaus zahlreich besucht waren. Im Anschluß an eine Ueversicht über die Verhandlungen in Spaa sprach Parteisekretär Müller. Marburg über die deutsche Aus. landspolitik. Unter Anfuhrung von Beispielen ging er dabei auf die Einfuhr von Rohstoffen, Futter- und Düngemitteln, ausländische Anleihen, Schiffahrts- und fiuhere Kolonialpolitik ein urtö forderte mehr ai8 bisher Kaufleute, VollSwirtschaftler und Ingenieure bei unserer
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«U päpstliche Enzyklika
„Spiritus paraelitus".
, j)tc hochbedeutsame Kundgebung zur 15. Iahrhnndert- igK des Todes des hl. Hieronymus, des großen Kirchen- ist datiert vom 15. September und nach ihren Mgangsworlen, „Spiritus paraelitus" benannt. Gestützt Lrf mele Zeugnisse aus den Schriften des hl. Hieronymus !"«,» gibt der Hl. Vater einen Ueberblid über das Leben keiligen und legt dann seine Lehre von der göttlichen x^mrität und der absoluten Wahrheit der Bibel bar. Aus Sen Schriften des „Doetor maximus", des hl. Hierony. -US gehl klar herckor, daß er mit der katholischen Kirche bestimmt daran festgehalten hat, daß die unter Eingebung kg y. Geistes geschriebenen heiligen Bücher Gott zum Urheber haben und als solche der Kirche selbst anvertraut rn smd. Papst Benedikt XV. bekräftigt aufs neue
Enzyklika „Providenttssimus Deus" vom Papst tog XIII. über das Bibelstudium und gibt deren amhen. ijiAe Auslegung. Mit lebhaftem Schmerze beklagt der egpft hi« Leichtfertigkeit und den Stolz derfenigen, die da das unfehlbar« Lehramt der Kirche betr. die absolute «L; it der Heiligen Schrift von jeglichem Irrtum zurück- weisen oder insgeheim bekämpfen.
Der Hl. Vater lobt den Eifer derjenigen, die zur Lösung Schwierigkeiten sich dem Studium der Codizes und der verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen sowie einer -eflinden Kritik widmen, beklagt aber die Haltung der- sein gen, die die Weisungen Leo XIII. und der Väter Eißer Acht lassen und Abwege betreten. Der Papst be- handelt di« aus der Physik und der Geschuhte geholten Einwendungen und zeigt, daß man die göttliche Eingebung der Hl. Schrift nicht auf irgend einen Teil derselben be» «enjen kann, noch eine doppelte Wahrheit: eine absolute Md eine relative anwenden kann. Der Papst empfiehlt dm Bischöfen eine sorgfältige Ueberwachunq und Sibel« auslegung in ihren Seminaren. Der Exegei und Kom- mentäfor hat nicht feine eigene Auffassung barzulegen, sondern den Sinn, so wie er von der Autorität verstanden mrd; durch nicht zuviele Redeblüten, sondern ernste Gelehr- jemfeit und Dust der Wahrheit!
Sn Hand kkes hl. Hieronymus zeigt der Hl. Baier, wie das echt« Dibelstudium beschaffen sein soll. Dringend er- wchnt er auch die Gläubigen zur täglichen Lesung der f)L Schrift; in jeder katholischen Familie sollten wenigstens die vier Evangelien und die Apostelgeschichte sich vor- finden. Den Priestern empfiehlt der Papst angelegentlichst den Besuch des römischen Bibelinstituts. Die getrennten christlichen Völker, besonders die Orientalen, erinnert der hl. Vater an die Rückkehr zur Kirche.
Aus der aufmerksamen Lesung der Hl. Schrift erhofft bet Hl. Vater segensreiche Früchte, Rückkehr zur Detäti- gmg des christlichen Lebens. Mit dem hl. Hieronnmus schließt der Papst: „Machet, daß Petri Stuhl jene Frei- hrit und Ebre genießt, die di« Würde und die Ausübung des Apostolischen Amtes dringend erfordern!"
75 Jahre kathol. Volksvilvungsarbeit.
Ausruf.
75 Jahre sind Heuer verflossen, seitdem der Borro- «ausvercin ins Leben trat als die älteste Organisation °er deutschen Katholiken.
Aus der zwingenden Notwendigkeit geboren, das katholische Volk zu schützen gegen die Einflüsse einer Sattfremden und glaubensseindlichen Literatur, unb es durch gute Dächer zu fördern und wahre Geistes-, Herzens- und Willensblldung dadurch zu verschaffen, hat in den 75 Jahren allen Widerständen zum Trotz Großes geschaffen.
SKs der Dorromäusverein von Männern wie Rei- Hensperger, Dieringer, Frhr. o. Thimus, Frhr. ». Los u. a. unter der kraftvollen Mitwirkung des' damaligen «oabiutors von Köln, des späteren Kardinals v. Geissel, ^gründet wurde, sah es mit der Literatur, die den «atholiken in die Hände kam, sehr schlecht aus. Rei- chensperger berichtet: „Wir kamen darin überein, daß *e Zustände auf dem Gebiet der Preffe für den Katho- £en sehr bedenklicher, ihren Glauben, ja überhaupt die Sme Gitte bedrohender Art seien. Die katholischen chriftsteller und Verleger bildeten eine saft verschwin- enbe M.norität im Vergleich zu den nicht katholischen o besonders bedenklich sah es aus mit dem Lesestoff, amit di« Leihbibliotheken das Publikum versahen. In J*® Durcheinander traten auf die Sinnlichkeit spekulie. ende Romane besonders hervor . . Daß es dringend tue, Wandel zu schaffen, lag auf der Hand."
Unb heute! Die R o t ist viel gr ö ß e r, riefen- p.“_ Srcg geworden. D'.e gottlose und gottfcindliche ^eraiur macht sich breit auf allen Gassen. Die Sil- ^°!>gkeit feiert Triumphe. Das ganze Volk scheint Zeucht gu sein von einer Literatur, die schrankenloser Putzsucht und ungebundenstem Sichausleben das Wort reoet.
®era^e heute wäre mehr als je eine Literatur e^ten. die dem armen deutschen Volke die ewigen füllt 8-igte, die es mit Mut und Gottoertrauen er- *’ ?amit es' seiner großen Vergangenheit eingedenk, uneder aufraffe zu den Tugenden, die allezeit an £ gepriesen wurden und es so stark und groß in der ^eck machten.
- ^5 alle, denen das Wohl des Volkes und besonders ^ Lugend am Herzen liegt, ergeht darum heute der us, zusammenzustehen zum Kampfe gegen das "gläubige und sittenlose Schrifttum
It t r ?°9e’ gegen die'Sch und- und Schmutz- ,lut» die besonders untere Jugend beinah*
Auslandsvertretung. Herr Landek-ökonomierat Schmitt. Molsberg berichtete hierauf über die sozialpolitische Tätigkeit der Zentrumsfraktion im Kommunallandtaa. Beiden Vorträgen schloß sich eine lebhafte Aussprache an.
vermischter.
* Der Schmuggel an der holländischen Grenze steht noch in voller Blüte. Gegen den Bandenschmuggel smd die Beamten schlechterdings ohnmächtig, sie können sich höchstens gegen vereinzelte Schmuggler wenden. Wo diese in Trupps a-u'treten. zum äußersten ent- schlossen sind, wäre ein Eingreifen der Erünröcke gleichbedeutend mit nutzloser Selbstaufopferung. Die holländische Grenze ist zu weit gestreckt, um überall sorglich obgedichlet zu wrrden. Werden aber die Postenketten weit verzettelt, dann ist der Grenzschutz nicht vorhanden. Die Schmuggler machen ihre Fahrten nicht einzeln, sondern schließen sich zu ganzen Banden an der Grenze zusammen, die jeden Durchbmch wagen können. Nad- fahrertrupps non Hunderten von Köpfen tauchen auf. Der Fußgänger sind es noch viel mehr. Während den Grenzrerkehr früher ein Dutzend Achsen vermittelten, haben jetzt Züge 25 Personenwagen und noch mehr. Die kleinen Grenzstationen sind nicht fetten der Schauplatz wüster Auftritte. Sie Eisenbahner te'len das Los der Grenzwächter; sie werden terrorisiert. Den bereit- stehenden Zug stürmt die Menge, ohne im Besitz von Fahrkarten zu fein. In einem Fall, als die diensttuenden Beamten die Abfertigung des Zuges verwe'gerten und der Lokomotivführer dasselbe tat, wurde der Ma- schmist durch Drohungen gegen Leib und Leben gezwungen, abzufahren. Allgemein ist bekannt, daß die Kaffeeröstereien in Holland Tag und Nacht für Lieferungen nach der deutschen Grenze arbeiten. Täglich werden zwischen Venlo und Kirchrat mindestens 50 000 Pfund Kaffee durch Schmugoelhandel in das Rheinland unverzollt eing:führt. Wenn man da liest, daß eben wieder amtlicherseits für die Einfuhr von Kaffee dis Tür etwas weiter aufgemacht worden fei, so kann dies hier nur rin milletdiaes Lächeln wachrufen. D'e Schmuggler reißen das sorgsam vr.rriegelte Grenztor sperrangelweit auf und pfeifen auf die Verordnungen von oben.
Literarisches.
Die vanklagung nach der heiligen Kommunion. Von Gustav Villefranche S. 3. Deutsche Uebersetz- ung von Generosus Teisl O. F. M. Freiburn i Br. 1919. Herdersche Verlagdhandlung. Geb. 7.60 Mk. (dazu die im Buchhandel üblichen Zuschläge).
Handel und Verkehr.
= Der Margarine-Aufschlag beeinflußt, wie vielfach konstatiert wird, auch den Preis für Schmalz, Marmelade usw.. fteOe-'meife auch den von Kunsthonig. Es ist die alte Geschichte. Wird auf einen Preisknopf bei einem wichttgen Nahrungsmittel gedrückt, fo geht es wie bei der Elektrizität gleich durch die ganze Leitung.
— Der eiligekauschle Zucker. In der letzten Sitzung des Reichswirlschafisrates ist die interessante Mitteilung gemacht worden, daß der aus Böhmen von uns bezogene Zucker richt bezahlt, sondern gegen 2000 Eisenbahnwaggons eingetauscht worden ist. Das deutsche Reich steht also auf demselben Standpunkt, wie mancher notleidende Hausvater, der kein Geld hat und zur Ermöglichung von notwendigen Einkäufen Gegenstände veräußert, die er augenblicklich nicht gebraucht. Alles das mag wohl für einige Zett angehen, aber für immer ganz gewiß nicht. Auch in der Reichsregierung hat man sich stark geniert, sonst würde man längst mit dieser Tatsache herausgerückt sein. Die deutsche Lebensmittelwirlschaft ixrrf jedenfalls kein Trödelhandel werden.
Amtliche Anzeigen.
Mit Ermächti iun-r des Herrn Ministers für Landwirtschaft und Volkswohlfahrt werden die Gebühren für die Hauptprüfuni und Nachprüiungen der Ilcisch- bef+auer und Trichinenschauer unter Aufhebung der bisherigen Sätze wie folgt festgesetzt: .
Die Gebühr beträgt
a)ftir jede vor der Prüfungskommission
in Kassel adgele te Hauptprüfung 18 Mark b) für jede vor den Prüfungskommissionen
Diesen Kampf führt der Borromäusverein feit 75 Jahren. Millionen guter Bücher find durch ihn den katholischen Familien zu eigenem Besitz zugeflossen, tausende von Dolksbibfiotheken wurden von ihm getragen und gefördert. Wenn der katholische Verlagsbuchha Qel sich im Verlaufe der letzten Jahrzehnte zu seiner heu- tigen achtunggebietenden Höhe entwickeln konnte, bann ist das nicht zuletzt dem Borromäusverein zu danken, der treue Pionierdienste für das gute Buch geleistet har.
Ihm anzugehören, ihn zu fördern und zu unterstützen soll darum Ehrenpflicht jedes guten Katholiken sein. 321 000 Mitglieder zählt der Verein in diesem Jahre. Wie viele Pfarreien gibt es aber noch heute, die keinen Borromäusverein und keine kathollsche Dolksbibliothek haben; wie viele Familien, die noch nicht seine Wohltaten genießen?
Wer mtt irdischen Gütern gesegnet ist, oder wer ein gutes Werk tun will, der vergesse nicht den Bor-omäusoerein. Er ist, obwohl er für die deutschen Katholiken so unendlich viel Gutes getan hat, mit größeren Schenkungen kaum bedacht worden. Wie viele reiche Katholiken mögen Tausende gegeben haben für alle möglichen guten Zwecke, aber noch nie ein en Pfennig für d i e Verbreitung guter B sich er. Möge man an unseren Gegnern lernen, die gerade für Verbreitung von Büchern und Schriften ihres Geistes Millionen gespendet haben!
Die Rot ist groß, das Bedürfnis nach guten Volksbüchereien ist so dringend wie noch nie. Sie sind berufen, neben Kirche und Schule für die Durchdringung des privaten und öffentlichen Lebens mit christlichen Gedanken zu wirken und so an dem Aufbau des Volkslebens entscheidend mitzuwirken. Wer sie fördert uns unterstützt, tut ein mindestens ebenso guets Werk, wie der, der für fromme und religiöse Werke seine Gabe opfert. In Betracht kommen vor allem Darzuwendungen und letztwillige Verfügungen (Testamente).
Mögen sich im Jahre, da der Borromäusverein auf eine dreioiertelhundertjährige, harte, abe^ auch erfolgreiche Arbeit im Dienste des katholischen Volkes zurück- schauen kann, viele finden, die ihm die Mittel zur Verfügung stellen, um auch weiterhin und mit noch größerem Erfolge seine gerade heute so unbedingt notwendige Arbeit zu leisten.
Bonn, den 29. September 1920.
Vorstand und M kgliederver sammlung des . Vereins vom hl. Karl Borremans.
Sendungen wolle man richten an die Zentralstelle des Vereins vom hl. Karl Borromäus in Bonn a. Rh., Wittelsbacherring 9. Postscheckkonto Köln Nr. 15 205.
in Eschwege, Fulda, Hanau, HerSseld und Schmalkalden abgelegte Haupt-
Prüfung 24 Mark
c) für die Nachprüfungen 10 Mark
Diese Sätze gelten auch für Wiederholungen nicht bestandener Prüfungen. (A. II 7661.)
Kassel, am 13. September 1920.
Der Reglerungs-prcfibenf: I. A. Slutter.
Wird veröffentlicht.
Fulda, den 3. Oktober 1920. D
Der Landrot: I. V: Köhler.'
Vergütungen für Lriegsieiflnngsu.
Die Vernülunc sanerkenntniffe aus den Monaten Januar 1917 bis Äpril 1920 über Forderungen für Naturalguartier, Stallung, N turalve pffegung und Fura e sind vorzulegen, um sie einzulöfen von den Gemeinden des Kreises Fulda bei der Kreiskaffe in Fulda.
Kassel, am 22. September 1920.
Der Re iernnos-PrSsident: I. V. HauSleutner.
Wird veröffentlicht.
Fulda, den 30 September 1920.
Der Landrat: 3. D: Köhler.
Gebührenordnung
für die Schlachtvieh- und Fleischbeschau und Trichluenfchau.
Unter Aufhebung der Gebührenordnung vom 12 Januar 1919 (Amtsblatt S. 21 u. 22) bestimme ich auf Enmd des § 14 Abs. 2 des Gesetzes, betreffend die Ausführung des Schlachtvieh- und Fleifchbeschaugesetzes vom 28. Juni 1902 und mit Ermächtigung der Herren^ Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten und für Bolks- wohlfahrt widerruflich bis auf weiteres folgendes:
I. Ordentliche Beschau.
Den Fleischbeschauern (ohne Rücksicht darauf, ob sie approbierte Tierärzte oder Säten sind) und den Trichinenschauern stehen für die innerhalb der Zuständigkeit ,ber Laienbefchauer vorgenommene Schlachtvieh- und Fleischbeschau zusammen und für die Trichinenschau folgende Ge
bühren zu:
a) für ein Rind' (ausschließlich Kälber) . . 4,— Jl,
b) für ein Schwein (e'mschl. Trichinenschau) . 2,50 JL,
c) für ein Schwein (ausschl. Trichinenschau) 1,50 <A,
d) für ein sonstiges Stück Kleinvieh (Kälber,
Schafe, Ziegen usw.) .......1,50 M,
e) für ein Schwein (Trichinenschau allein):
a) einen ganzen Tierkörper.....1,50 «Al,
b) eine Speckseite od. ein sonstiges Fleifchstück 1,— «AL.
Die Gebühr für die ausschließlich den Tierärzten vorbehaltene Schlachtvieh- und Fleifchbeschau bei Einhufern beträgt 6 «Al, dazu Fahrtkosten wie bei der Ergänzungs- beschau -<II).
Die Sätze^u a bis d und bei Einhufern sind in voller Höhe auch dann zu zahlen, wenn ein« Schlachtviehbeschau ohne nachfolgende Fleischbeschau oder wenn lediglich eine Fleischbeschau staiifindet.
Liegt der Befchauort 2 Kllom. oder mehr von. dem Wohnort des Beschauers entfernt, so erhöhen sich die Gebühren zu a bis e um 50 vom Hundert, wenn es sich nur um di« Untersuchung eines Tieres handelt.
Di« Gebühren sind für ein Tier in voller Höhe zu entrichten. wenn - der Beschauer sich auf Anmchdung zur Schlachtstätte begeben hat, eine Untersuchung aber nicht vornehmen kann, weil der Tierbesitzer die beabsichtigte Schlachtung aufgegeben oder verschoben hat.
Werden auf gleichem Weae 'n dem gleichen Gebest mehrer« Tiere untersucht, so ist in den Fällen zu a bis e nur für ein Tier die volle Gebühr, und für die übrigen nur die Hälfte der Gebühren zu berechnen. Gehören in solchem Falle di« Tiere verschiedenen Besitzern, so ist, wenn die Tiere unter die gleiche Gebührenklaffe fallen, die hiernach emtretenbe Kürzung gleichmäßig auf alle Tiere zu verteilen, und wenn es sich um Tiere verschiedener Gebühren klasse handelt, die volle Gebühr für das unter die höchste Gebührenklass« fallende Tier zu berechnen.
II. Ergänzungsbeschau.
Die Tierärzte erhalten für jeden Fall der Crgänzungs- beschan ohne Rücksicht auf bi« Tiergattung eine Gebühr von 6 «Al. Bei Untersuchungen außerhalb des Wohnortes (wenn die Entfernung des Wohnortes vom Beschauorte mchr als 2 Kilom. beträgt) stehen den Tierärzten neben den Gebühren an Fahrtkosten diejenigen Sätze zu, die nach den jeweiligen Bestimmungen über die Reisekosten der Staatsbeamten den Beamten der 5. Rangklasse zustehen. Die Tierärzte dürfen bei auswärtigen Untersuchungen nach ihrer Wahl Gebühren oder ein Tagegeld von 10 M berechnen. Werden Gebühren berechnet, so dürfen für den gleichen Tag Taaegelder richt gefordert werden. Umgekehrt schließt der Bezug von Tagegeldern
Salzschlirscr Herbftstkmmung.
Offiziell hat unser Bad wie alljährlich auch diesmal mit dem 1. Oktober seine Pforten geschlossen. Die lühle und nasse Witterung des September war an sich schon zur Erholung wie zur Dadekm wenig geeignet, was nicht ohne Einfluß auf den (5 e[ amt betrieb geblieben ist. Mancher brach wohl frühzeitiger wie zunächst beabsichtigt, seinen Aufenthalt hier ab, denn frieren ist einmal der Gesundheit richt gerade förderlich, andererseits tarnt man es zu Haufe für weniger Geld besorgen!
Wenn wir uns jetzt ergehen in der warmen Oktober- fomre und unsere Freude haben an dem lachenden Abschied den chr« noch fo intensiven Strahlen für dies Jahr von uns nchmen, fo möchten wir ihr doch den Dorwurf richt ersparen, daß sie im Interesse unserer Kurbedürftigen, wie des Bades überhaupt, mindestens einen Monat zu spät gekmnmen ffi.
Salzschlirf ist fetten schöner, als an solchen Herbsttagen, wie wir sie jetzt erleben, und der Wanderer, der unseren Ort zur Mittagsstunde aussucht, würde darüber Erstaunen bekunden, daß die Bäder, die Ouellen, und di« Gasthäuser, schon ihren Winterschlaf begonnen haben, anstatt mit ihren Wohltaten noch der leidenden Menschheit zu dienen. Doch seine Annahme wäre ein Trugschluß, well er die Morgen- nobel nicht gesehen, noch die Abendkälte gespürt!
Im Interesse des Geschäftslebens läge natürlich eine längere Kurzeit. Bäder mit noch gemäßigterem Klima als Salzschlirf haben schon den Versuch einer SBintcriur unternommen, doch mehr ober weniger erfolglos. Anders liegt natürlich die Sache, wenn man, wie z. D. in Wiesbaden, di« Bäder direkt im Hotel erhalten kann, oder aber wenn die Lage des Ortes ausreichende Gelegenheiten für Wintersport bietet. Beides ist in dem notwendigen Umfang zunächst in Salzschlirf nicht vorhanden. Damit ist aber nicht gesagt, daß es nicht möglich sein sollte, irgend- wie für den Salzschlirf er Winter Interesse zu erwecken. Vier Monat« Betrieb, sieben Monat« Schlummer und ein Monat nichts Halbes und nichts Ganzes! Sollt« Mutier Natur durch ihre klimattschen Gesetz« obiges Schema für immer festgeleat haben?
Schade roär's! — Doch für heut« müssen wir damit rechnen mit es ist, und so stellt sich unser Bad denn dar, als ein im herbstlichen Gold erstrahlender Park, mit einsam verlassenen Wegen, wasserlosen Brunnen, verdeckten Ouel- i len, den spärlichen Resten der einst so blumenreichen Anlage und einer Reihe von Logierhäusern, die mit ihren blinden Augen, über spiegelnde Wellen in die dahin- siechende Natur starren, in die Gärten und Baumgruppen, di« in den verflossenen Monaten soviel Müden - Ruhe, und Schatten, und soviel Hosfmmgssuchenden Trost aeipendet
für den gleichen Tag die Berechnung von Gebühren aus. Tagegelder dürfen für einen Tag nut einmal gefordert werden.
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Hmfichtstch der Kosten der Untersuchung der in ein öffentliches Schlachthaus gelangenden Schlachttiere und der Kosten der durch Beschlüsse der Schlachthausgemeinden angeordneten Untersuchung des nicht im öffentlichen Schlachthaus ausgsschlachteten irischen Fleisches, sowie hinsichtlich der für diese Untersuchungen zu erhebenden Gebühren verbleibt es bei den besonderen gesetzlichen Bestimmungen.
Der vorstehend« neue Gebührentarif tritt mit bay 15. November 1919 in Kraft. (21. II. 8594).
Kassel, am 8. November 1919.
Der Reglerungspräfidenl. I. D: Lewald.
Nachtrag
zu der Gebührenordnung für die Schlachtvieh« usw. Descha» vom 8. November 1919.
Die Gebühren in Abschnitt I und II der Gebührenordnung vom 8. November 1919 werden mit Wirkung vom 20. Juni d. Js. ab um 100 Proz. erhöht. Die Erhöhung tritt aber nur ein, wenn bi« Beschau an Tieren mst einem Schlachtgewicht von mindestens 50 Stilogi. ausgeführt wiri>. Für die Beschau von Schlachttieren mit einem Schlachtgewicht von weniger als 50 Kilogr. und in den Fällen des Absatzes 5 Abschnitt I der Ordnung verbleibt es bei den bisherigen Sätzen.
Das m Abschnitt II wahlweise zu fordernde Tagegeld wird gleichfalls auf 20 «Al erhöht. (A. II. 5634).
Kassel, am 10. Juri 1920.
Der Regiermigs-Präsidenl. I. D.: L e w a l d.
Borstehende Gebühren-Ordnungsn bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntnis.
Fulda, den 1. Oktober 1920.
Der Landrat. S. 23.: Köhler.
Nachtrags-Bekanntmachunq.
Nachdem der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche unter dem Rlndriehbestande des Leo Weber und Schöpke zu G'älerzell amtstierirztlich festastellt worden ist, finden dle Bestimmungen msiner viehfeuchenpo izeilichen Anordnung vom 17. September 1920 «Flttd. Ztg. Nr. 223) entsprechende Anwendung.
Fulda, den 8. Oltober 1920.
Der Landrak. I. D.: Köhler.
Zn den Gemeinden Eiterfeld und Oberufhausen (Kreis Hünleldl Ist die Olaul* und Klauenseuche amlstieräizttch feftgefteflt worden.
Fulda, den 9. Oktober 1920.
Der Londrak. I. D: Köhler.
In der Stadt Soden und den Gemeinden Ecknrdrokh und Sarrod sowie im Gutsbezirk krundriick, Str. Schlüchtern, ist die Maul- und Klauenseuche feflgefteBt worden.
Fulda, den 8. Ottober 1920.
Dec Landrak. I V.: Köhler.
Nachtr»gS-Bekanntmachunff.
Nachdem der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche unter dem Rindviehbestande
1. des Friedrich Schenk, 2. des Joseph Klsih I, 3. des Ioieph Klüh II, 4. der Witwe Baier. 5. des Joseph Schuster, 6. des Heinrich Faust unb 7. der W'nwe de Beisae, iämtlich in Eichenau, amtstielärztlich sestgestellt worden ist, finden die Bestimmungen meiner vieh'euchenpolizeilichen Anordnung vom 28. August 1920 (Fuld. Ztg. Nr. 203) entsprechende Anwendung.
Fulda, den 8. Oktober 1920.
Der Landrak. I. D : Köhler.
Nachkrags-Vekannkmachnng.
Nachdem der Ausbrucki der Maul- und Klauenseuche unter dem Rindbiehdestynde
U:be5 Georg Klitsch, 2. der Witwe Rausch, 3. deS Josef Wpnnelt, 4. deS Joses Heller, 5. des Ferdinand Reith, 6?De8 Adolf Frevel, 7. deS Konrad Brähler, 8. deS Ddinrich Odenwald, 9. des Ferdinand Frank, 10. deS Heinrich Otterbein, 11. des Friedrich Schmitt, 12 deS Cornelius Schmitt, 13. des Christian Brang, 14. deS Peter Kremer, 15. des An ton Feldmann, 16 des Ferdinarzd (Ärosch, 17. deS Bernhard Dietrick,, sämtlich in Großenlüder, amtstierärztlich festgestellt worden ist, finden die Bestimmungen meinerviehseuchenpolizeilichenl'lnordnung vom 27 September 19.0(Fulo. Ztg. Nr. 230) entsprechende Anwendrzpg.
Fulda, den 7. Oktober 1920.
Der Landrak. I. D.: Köhler.
haben. Ein Herbststurm, ein Frost kann genügen, um das heute noch so farbenfrohe träumerische Bild zu zerreißen, und in Melancholie zu wandeln.
Dann aber ist der Winter da, noch nicht mit den reizenden weißen Geklitzer mit den Krystallen an Tannen und Dach, sondern mit der Kälte, die kein Frost ist, und mit der Feuchtigkeit, die schlimmer wie Regen, und mit dem Straßennschlamm, der unerträglicher wie Staub. — Noch sieht man allerhand Leben, und nachdem uns die Kränkttchen unb Schwachen verlassen haben, treten die knochigen, markigen Gestalten der mit der Scholle ringenden Bauern mehr hervor. Auf den Feldern werden die. letzten Früchte abgetragen, der Sämann senkt tn die Furchen das künftige Brot und auf den Wiesen sättigt das Vieh sich am letzten Grün.
Noch fft's Herbst, möge er noch eine Zeittang fo milde bleiben, denn von diesen Tagen müssen wir zehren einen Winter lang, einen — einsamen Winter! K. Lohmann.
— Das Schilstohr als Dirlschaflspjlanze. Man tritt jetzt dafür ein, daß das Schilfrohr aus den Seen entfernt werde, einerseits im Interesse der Fischzucht und anderseits zur Verwertung der Wurzelstöck« des Schilfrohrs. Hermann Bousset schreibt m den Mitteilungen ter Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft: Anatzsen von Professor Sammler ergeben, daß die Grundachsen der Wurzelstöck« 52 Proz. Extraktivstoffe enthalten, darunter über 30 Proz. Zucker. Es gelang, den Alkohol den.Wurzel- fteden zu entziehen. Di« Ausbeute betrug auf 100 Kilogramm lufirockenen Rohstoffes etwa 11 Liter lOOprcj. Alkohols. Ein schweres Bier, dem Porter ähnlich, wird gebraut Besondere Teile der Wurzeln ergeben ein Röst- Produkt, das mit heißem Aufguß zu einem kakaoähnlichen Getränk, ßranca genannt, benutzt wird. Es steht an Nährwert dem Kakao keineswegs nach. In allernächster Zukunft aber liegt bas Problem der Erfassung des Zuckergehaltes: in Bälde wird deutscher Rohzucker unseren Markt stärken und so manches Verlangen stillen. Volkswirtschaft- lich am meisten entwickelt ist aber zurzeit ein anderes Produkt der Rohrwurzef, das Fragmit, ein Krastfuttermsttel für Groß- und Kleinvieh, dessen Nährwert und hohe Verdaulichkeit für di« Viehauszucht äußerst wichtig ist. Es kann in geschrotetem Zustande ohne jede Beimengung ver- füttert werden und steht säst aus derselben Stufe gleicher Menge Hafer, Heu unb Häcksel. Man muß sich oergegen- roärtigcn, daß ein solches Futtermittel nicht nur der Vieh- aufzucht zugute kommt, sondern daß in demselben Augenblick, wo man sich für die Fragmiisiitterung entschließt, die bisherig« Viehnahrung für die menschliche Ernährung frei wird kos.
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