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schienenen sowie die traUeitung verschoben.
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Lokaier.
In! da 13. Oktober l"20.
# Personen Nachrichten. Zum Gerichtsasseffor ernannt wurde bet Referendar Kari Köhler (aus Fulda) im Bezirke des Obcrlandesgerichts zu Kassel. — Oberland- messer Dr. Overbeck in Hersfeld ist in den Ruhestand versetzt worden.
= Der kolh. Eesellenverein becsing am Sonntag fern 6 5. G t i f t u n g s f e ft. Am Morgen des Festtages scharten sich die Mitglieder zahlreich um ihren Präses im trauten Severikirchlem zum Festgottesdienst mit Predigt und Generalkommumon. Zur abendlichen Festfeier konnte der Präses, Herr Studiemat Scheller, ein vollbesetztes Haus begrüßen: freudigen Willkommgruß entbot er vor allem dem H o ch w ü r- digsten Herrn Bischof, der bekanntlich selber lange Jahre als Präses und Diözesanpräses im Dienste der Kolpingsfache tätig gewesen ist. Freudig gedachte er auch des vor e'niger Zeit erfolgten engeren Infam- menschlusses mit dem Me'ster- und Männeroerein, von dem für die gedeihliche Weiterentwicklung des Ge- fellenvereins das Beste zu hoffen ist. Ein Prolog, mit Ausdruck und Wärme gesprochen von einem Mitglied, mehrere gut vorgetraaene'Chöre der Gesangsabteilung unter der tüchtigen Leitung des Herrn Ebert und musikalische Darbietungen der Familie Schöpf, die wie schon so oft In dankenswerter Hveise sich wieder zur Verfügung gestellt hatte, leiteten zum Hauptpunkt des Abends über, dem vieraktigen Drama „Der Löwe ber 3unft“, nach einem Motiv aus H. Confcience „Der Löwe von Flandern* bearbeitet von Paul Humbert. Das Stück ist, wie schon der Titel sagt, dem Zunftleben des Mittelalters entnommen. Es führt den Zuschauer in jene Zttt, als die Zünfte nicht nur die Obliegenheiten ihrer Gsnoflenfchosten besorgten, sondern in ihrer Gesamtheit auch Träger dos bürgerlichen Lebens und der städtischen Gewalt waren. Mit Eifersucht wachten sie über bfe bürgerliche Frei heft und im festen Zufammenschluß, getragen von selbstbewußtem Bürgersinn, wußten sie diese gegen Feinde von Innen uich Außen zu schützen. „Der Löwe ber Zunft ' zeiat
uns die Zünfte ber flandrischen Stadt Brügge im Stampfe gegen btt Ver-iewaltwung durch den französischen König. Das ganze Stück wurde flott gespielt, besonders die Träger ber Hauptrollen entlediaten sich ihrer Ausgabe mft großem Geschick. Die Anhänglichkeit an bie Zunft, ber selbstbewußte Bürgersinn, ber 3Jhtt unb die Entschlossenheit, die Unabhängigkeit gegenüber der Unterdrückung zu wahren, aber auch bie ruhig überlegenbe, die Kräfte abwägende Besonnenheit kam zum schönsten Ausdruck. Dds Stück wird am font» weichen Sonntag wiederholt, wir können den Besuch nur empfehlen.
)!( Die l uldaer „Niiabhänainen* für Moskau In der mehrhe'ts'ozialifti »en '.Volksstimme' finden mtr folgende Zusckri't aus Fulda: „Auch hier lat ücb bie unab änoine Partei mit Mehrbensb-fckluß dem Anschluß an Moskau zusewandt, und 'war an- scheinend durch die leb a:fe Aaikaiion eines f uni en, kaum 20 jährigen Novl nlbe>fonali"en, der die rnsti. fchen Berdältnifle hinter den Ei engütern der @t. faugenenfnn t studiert bnt.“
— Landsmannschaft Rhefvfard. Man schreibt uns: Am 11. Oktober wurde in einer von 21 H rren aus allen Derussständen besuchten V rfptrrr'uni ein Zusammenschluß bar Rhe nländ»r ins Leben gerufen. Der begründete Verein erstrebt unter Er»- ’’a':-fz ak't Zusammenfassung aller m Fulda lebenden Lünne und
Km dem Nachdaraevitt.
— Müs. Am letzten Sonntag fand im Saate der C.rlngschen Gastwirtschaft eine gut betucht» Der»
nachtäqlch a's freche Anpöbelnnr ter er- Drncftt'on znrückwtesen. D>e Schlußworte Abstimmung ü^er die Enstastimg ter Z ' und des Kassenführers wurden auf morgen
(*) Die jüdischen Refisifonsverefne gegen Dr. £3- I ntenffein. Nicht nur von den gläubigen Christen beider Bekenntnisse wird der neue Oberstadtschulrat in Berlin Dr. Löwenstein abgelehnt, mit nicht weniger Ent- I schiedenheit wenden sich auch die gläubigen Juden gegen ihn. In einer Versammlung der jüdischen Religions- I vereine der üdwestlichen Berliner Vororte 'ehnte I Schriftsteller Karl Beer (Friedenau), ber bas Referat I hielt, Dr. Löwenstein als Dissidenten und Nichisach- mann ab. Die jüdischen Eltern legten, so führte er aus, den größten Wert darauf, daß ihre Kinder eine I religiöse Erstehung erhielten unb könnten aus diesem Grunde nicht der Kandidatur eines Mannes zustimmen, der die Religion aus ber Schule entfernen wolle. Dr. Löwenstein hätte am besten getan, wenn er frei« I willig zurückgetreten wäre, denn durch seine Wahl zum I Oderstadtschulrat füge er feinen früheren Glaubens- genossen außerordentlichen Schaben zu. Folgende Re- solutton wurde anaenommen:
„Die jüdischen Religionsvereine von Friedenau, Steg- lih, Lichterfelde, Zehlendorf, Lankwitz, Süden de und Dahl-m protestieren gegen bie Wahl des Dr. Löwenstein MN Oberstabtschulrat von Beirlm aus religiösen Gründen. Mit unseren christlichen Mitbürgern stehen mir auf bem Standpunkte, daß bie Religion der S chule erhalten bleiben muß und wünschen, daß auch der jüdisch» RelMvnrunterricht zu seinem Rechte kommt."
* Der 5eilungsffreif in kommunistischer Deeuchlung. In einem längeren Ans atz nimmt die „Rote Fahne", das Zvntralorgcm der Komemmisten in Deutschland, zu dem Streik im Zeftmwsmwerbe Stellung. Das Blatt fordert die „Produktionskontrolle" im Zsümms^werbe unb erläutert dann, was es unter befer Probuktions- konttolle versteht, nämlich die Vernichtuirg der bürgerlichen Presse. Die „Rote Fahne" schrebt wörtlich:
„Fn dem besonderen Falle des bürgerlichen Zeittmgs- oewerb-s kann die Kontrolle der Produktion letzthin nur ein Ziel ins Auge fassen: bie bürgerliche Presse zu zerbrechen und ihre gewaltigen materiellen Ein- rch''«neen bet revolutionären Arbeiterschaft zur Dersüoung rn stellen, um daraus eine Waffe für bie Arbeiterschaft selbst zu sckmieh-m."
Nr.h Verachtung ber bürgerlichen Presse kommt n-ch'-rlich auch die nichfbolschewfft'sche foziÄistische Presse an die Re'he. Bereits setzt sind |a von dem kommu russisch gefirmten Flügel ber Unabhängigen eiter« ^febe Versuche gemacht worben, die „Freiheit m bie Hände der Anhänger Moskaus zu spielen. "
ierbiäb:’« Geschichte, durch Spra- '»'honrbrn m"- trfc-*- Brüdern ll lss^-rffse». soll gewaltsam einem
Kttsland.
** Schweden. Da? Ministerium Brantina fleht I vorder Demission, nachdem bie Berufe, eine liberal- ''otialdemokratiche Koalition zu bilden, gescheitelt finx
** Ein Attentat auf den serbischen Drinzreaenten in S»roj wo. AuS Belgrad wird gerne,bef, daß bei her R -ckkebr de? serbrichen Pr nzregenien in Sera» fewo eme Bombe unter feinen Zm, geworfen wurde. ! Zwei Waren rourb n ,er stört, jedoch blieb der Prinz- 1 erent und»' letzx Den Zeitungen ist *8 itntetfa t moTben, Nachrichten über bie Angelegenheit zu bringen.
** Die To^chewsslenherrschafl ft, Zenfral Asien. Drm „Temps" wird aus Tiflis gemeldet, daß in T u r- k e st a n mehr als eine Miksion Sorten unb Kirgisen Hungersaestorben sind. Die Bolschewisten hätten alles Getreide, bas, sie im Lande oorfanben, beschlagnahmt und weggeführt. Die Muselmanen wurden m, großer Zahl erschossen. De Macht siegt in den Händen der ausländi'chen Elemente, bie nach Gutdünken regieren. Sn A serbeidschau verfolgen bie Bolschew sten bHelbe Posittk. Se führen aus bem Lande Naphia, Reis, Getteide unb sogar Mobiliar ber Bevölkerung fort. Es herrscht allgemeine Hungersnot D'i" Macht l egt in den Händen der Kommnw'sten aus Moskau Die Aufstände bar einheimischen Bevölkerung werden blutig unterdrückt.
** Die Hnn-ersnot in Tstina. Man meldet der „Times" au? Peking, au? den Hunger?notaebleien kommen Nachrichten über die Notlage. Wenn "ich, binn-'n kurzer Zeit Hilfe komme, we den Taufende von Menjchen umfommen.
vermjjchtes.
• Verhaftung des Elberfelder NcchtSanwalts Lam». Der ultraradikale Rechtsanwalt Lamp au« Elber-! felb tlt wegen Tynamiivergehens verhaftet worden.! Er soll mit der Sptengung eines Briefkastens am: Gefängnis in Verbindung stehen. •
™ * ^ür eine Million Stempelmarkcn gestohlen. Auf dem Hauptzollaml Charlottenburg sind von Einbrechern etempeimaifen und Stempelbogen im Ge- samlwert von einer Million Mark gestohlen mordens
lammlung des landwirtschaftlichen Ortsoereins statt, in der der Dorsitzende Herr Dien unter lebhaftem Beifall der Versammlung zum ersten Male den Generalsekretär Dr. Graß begrüßen konnte. Don den vielen Fragen, über die Herr Dr. Graß in zweistündiger Rede referierte, seien nur hervorgehoben: Ländliche Dolkshochschulkurse, Saatgut, Milch- und Kar- tosselsrage, Aufhebung der Zwangswirtschaft für Fleisch, genossenschaftlicher Betrieb für alle landwirtschaftliche Produkte usw. In längeren Ausführungen verbreitete er sich über Zweck, Lehrgegenstände und Lehrer der geplanten Volkshochschule «unb empfahl dringend den Lingen Landwirten, Die Kurse zu besuchen zu ihrer eigenen Fortbildung unb zum Segen der deutschen Landwirtschaft. Mit Freude unb Genugtuung begrüßte er den am 1. August gegründeten Obstbauverein unb empfahl wann unter Hinweis auf den materiellen Nutzen des Obstbaues tmb dessen Bedeutung für die Volkswirtschaft den Beitritt zu dem Verein. Der an- regende und aufklärende Vortrag wird wohl dazu bei- tragen, sich der Organisation gnzn'chließen unb unter den Landwirten noch mehr als bisher das P'lichtbe- wiEt'ein wecken, für bie Ernährung ber Bevölkerung zu sorgen.
— Eersseld. Wie das „(Scrsf. Kreis blatt" hört, ist ber Bedarf der Dersoraunpsberechtiaten des Kreises Gerefeld an Kartoffeln zum Presse von 20 M von den heimischen Landwirten voll gedeckt worden. Besondere Anerkennung wird denjenigen Land- wirten ausgesprochen, die aus freien Stücken Kartoffeln für 15 M abgaben.
— Romme-z. Geradezu verheerend sind die Wirkungen des Krie-teS auf dem Bonmarkte. Nicht nrn'anft bört man darum die ernstesten Klagen übet Wohnungsnot in Stadt und Land. Hart greift eS dem Men dien jedesmal an? Herz, wenn er in die dumpfen Räume fteiaen muf, in den n trotz Nässe unb «ölte grosse Familien z ''ammenaepfercht wohnen müssen, oßne Sicht und Luft, »nm Schaden von Seth unb Seele. Lassen sich dara 8 nicht io manche trübe Eifche unn en un trer Ta^e genü'sam erklären? 3ft das neben @rn5bntn'i?not ntibt der beste Boden für Unutfrieb'nheit ? Umso mehr muss nrtui sich freuen über d n regen Eifer, mit bem hier an ber ErstebungneuerWohnstätte-n nearbeilet wird, dem El.nd und der Wohnungsnot zu steuern. Aber mehr al$ das lieat in bem Streben nach einem Gtgenbeim. Eigner Heid ist Goldes Wert, gibt Liebe zur Scholle, zur Heimat, zum Baterland, zur Ruhe und O dnuttg. Saturn oll n alle 53'hö ben unb C'gane, auch wi>tfchaf licke Verbände, solche Bestre« bitnoen un erlstützeu. Dank ber großmütigen Unter- stützung der Kaligewerkschast „Heb wig8 bnrg" ist liier eine Bautäugkeit entstanden, die an bie Vorkriegszeit lebhaft erinnert. Sind fckon im Jahre 1920 6 Neubauten völlig fertiageftellt, 2 weitere bütften vor Winter noch unter Dach kommen, und laben 3 andere öftere Hä wer sich einen 2 teil Stock aufgesetzt, fo scheint im nächsten Jahre bie Bautätigkeit sich noch günstiger zu gehalten. Auf einem vom Bauern Ritzel sreiaegebenen Baugelände an der Straße nach HauSwurz sind bereits 11 Bauplätze bei lauft, bie im nä chsten Jahre bebaut werden ‘ollen. Rechnet man dazu noch einige Anbauten älterer Hau er, fo wirb unser Dotf in diesen zwei Jahren sich um mindestens 20 bis 25 Neu- bezw. Umbauten vermehren zur Verschönerung des Do ses, noch mehr aber tut köiperlichen und seelischen Ge- lunbuna ferner Bemo ner.
_ mc Frankfurt a. IN. Der zum Landeshauptmann gewählte Stadtrat Dr. Woell wird sofort nach seiner Bestätigung durch die Regierung aus der Stadtverwaltung ausjcheiden. Sein Platz wird aller Voraussicht nach durch em Mitglied der Zentrumspar- t e i kesetzt werden, da Stadtrat Woell einerf.its dieser Partei nahe stand, anderseits das Zentrum infolge seiner Stärke im Stadtparlament Anspruch auf diesen Posten erheben kann.
Fremdvolke überliefert werden. Einer yamlsie glktch, ber bie Mutter entrissen, stehen wir trauernd da; „an verwaister Ställe schalten wirb die Fremde — liebeltet.' Tiefster Schmerz beugt uns. Denn mir haben alles verloren, das Höchste, das Teuerste — unser V a > t e r l a n b. Was soll aus uns werben, wessen sollen wir uns trösten, wer hilft, wer rettet uns? De ptofunbis . . .
Aber noch sind uns nicht all« Hossmmgssterne erloschen. Die Weltgeschichte ist durch die Fratze eines Frie- densoertrages, dessen Opfer auch wir Südtiroler sind, tausendmal mit Füßen getreten worben. Ist es möglich, daß ein solcher Hohn auf Recht und Gerechtigkeit unb sei es euch nur für die kurze Spanne Zeit eines Menschenalters, einer wirklichen, einer höheren Gerechtigkeit S and halten könnte? Wir so wenig wie die oerMenbeten Urheber dieser schmachrollen Verträge glauben es.
Wie beute in dieser Schicksalsstunbe, der furchtbarsten, bie Tirol je erlebt, werden wir auch in Zukunft nie auf« hören, unsere Stimme zu erheben, unser Selbstbestimmungsrecht, um das wir betrogen wurden, 3 u verlangen, das U nrecht, das un« geschah, zu brandmarken und zu verdammen. Unser Entschluß, unser Wille. Ti roser und Deutsche zu bleiben, ist eisern, unerschütterlich, un- zerstörbar jote unsere Berge.
Tie Ausstände in Sachsen.
Die Svllegurm der Lickt-, Kraft» und S5 ffertrerlc durch streckende C’ meinbeutbciter in den säctfischen Kroßstä ten wird noch dadurch verschärft, dntz out, die tirbrtter der beiden »'rotzen Ueberlandzentenlen Hirschfelde und Lauchhammer tn den Streik ein taten. Zchireich« Industriewerke, die von dort Lickt und Straft be icben, sind außer Betrieb reietzt Tau- sende von Arbeiter müssen feiern. Die Gemeindever- tonltun en wollen nickt nach eben. Sie betonen, datz die Streckenden 5,50 Mk. die Stunde besser als Privot- arbener bezahlt würden. Eine ab.'rmalt e Löhner- hö u. g wrde ftieite den all ememen Interessen namentlich in einer Zeit, wo bereits Nbbiu rrtivenbt t fe>.
Äuch tn Plauen und Zwick nt streiten ore städtischen Arbeiter. Die dhe rntzer Aeizte protestieren ge en die Entziehung von Li t uns Wasser. Sw müssen jede Veran'wortung für die ihnen anvertrauten Mentcken- lebcn abie n n und werden jede durch den Streik ber. ursachte G. sunddeckssckädi un > anzet,.en und die Schuldigen zur Be antrooriung ziehen.
Der Beginn ber Tagung.
W H a l l'e, 12. Oktober.
Der Parteitag ber U. S. P. wurde am Dienstag In Anwesenheit van mehr als 500 Teilnehmern, darunter »uch ausländischen Partei"enossen, von dem Parteivor- ptzenden C r i s p i e n eröffnet. Dieser erklärte in [einer Rede u. a., um eine wirksame Aktion zu ermiig- sichen, fei volle Klarheit über Charakter, Grundsätze, Absichten unb Ziele ber U. S. P. erforderlich. Diese Klarheit fei nur möglich durch glatte Annahme oder Ablehnung der Moskauer Aufnahmebedin- gungen unb gegebenenfalls ehrliche Bez-ichnung ber Partei als Stommu iftifdje Partei Deussch'.ands, Sek- . tion der 3 kommunistischen Internationale.
Zu Vorsitzenden wurden D i 11 m a n n unb Braß yewähll. Der Vorsitzende stellte fest, daß ber Dar, sitzende der Kommunisten Levi und die Kommunisten Rühle und Spencer anwesend seien. Sie wurden a..s- gewiesen. x
Frau Zietz referierte bann über bie Tätigkeit ber Zentralleitung. Die Partei zäh't da och fast 900 000 Mitglieder, darunter 150 000 weibliche. Die Solidarität mit den russischen Genossen ist von der Paneileitung stets an erste Stelle gestellt worben. In
Letzte Nachrichten, j
W Berlin, 13. Okt. Laut „Vorwärts" haben di» Bemühungen des Reichsarbeitsmmisteriums, die streikenden Parteien im Berliner Zeitungsgewerbe Ff nrae,n Derhctidlunaen .zusammenzuführen, den §r- folg gehabt, daß heute Einigungsoerhandlungen im Reichsarbettsmimstermm stattfinden.
W Berlin, 13. Okt. Der „D. Allg. Ztg." zu'olg« fit die angekündigte Novelle zum Beamtenbesoldungsgesetz dem Reichstag zufloqangen. Sic fichk die Heraufsetzung einer Anzahl Beamtenarupoen in einm>^ m^srje Besoldungsgruppe vor.
W Darschau, 13. Okt. Die polnischen Eisen- vahner sind aus wirtschaftlichen Gründen in e! en A u s.st a n d getreten. Der gesamte Bahnverkehr Wor-Z lchaus ruht. Der Eisenbahnminister ist von feinem Posten zurückgetreten.
Märkte.
mc. Frankfurt a. 2T?„ 12. Oktober. Der hsuttge ttr-D v »r t s p f e rd e m a r f t war der am stärksten beschick e, i cen wir se in Frankfurt zu verzeichnen hatten Mit i etnem Auftrieb von rund 2200 Tieren bot er eine un»| oepeuere Auswahl. Meist waren es fchwere Tiere, bie bet anziehendem Preise gehandelt wurden. Erst'lass'ge Pferde kosteten bis zu 30 000 Mark. Mittlere Ware war für 15 000 bis 25 000 Mark käuflich. Selbst a'.te Tiere kamen auf 10 000 Mark. Das Angebot cn| Schlochtpferden war lehr gering. Einzelne Händler 5 waren aus Norddeuttchland mit größeren Transporten Z aekemmen, die sämtlich verkauft wurden. Es blieb nur I rin ganz geringer Ueberftanb.
käme Er stehe dafür ein, daß das geschehen werde. Ov nun Sinowjcw, da ihm die günstige Gelegenheit jetzt ge. beten wird, diese Absicht aus'ührt? Und ob er in derselben Weise mit denen derfährt, die in den Reihen ber Unabhängigen schm und als ferne Gegner erschei- neu? Und erst die Mehrheitssozialistenl Sinowjew ist von einem glühenden Hasse gegen sie erfüllt unb würde bie Führer ber alten beusschen Sozialdemokratie cm liebsten ebenso hinmorden lassen, wie er zahlreich- Anti. bolschewisten, russische snz-alistische Arbeiter in Beters« burc hat hinmorden lassen.
Sinowjew hat z-iletzt deutschen Boden im März 1917 betreten, als er zusammen mit Lenin in einem anaeb- sich plombierten Wagen von der Schweiz durch deutsches Gebiet nach Rußland gebracht wurde, mit voller Zustimmung der zuständigen Stellen der Reichsregierung wie vor a'em auch der Obersten Heeres'eitung. Man hatte kurzsschiii damit gerechnet, daß Lenin, Trotzki, Sinowjew und all bie anderen die russische Revolution entfachten, um zum Friedensschluß mit Deutschland zu kommen. Der Frie- densschluß v-n Brest-Limwsk kam ja nun allerdin-s. jedoch sind wir auch darüber zu Grunde gegangen und wenn nicht alles täuscht, sind mir nun jetzt drauf und dran, die Rache im ebenen Lande ans'osten zu dürfen. Als damals, Mörz 1917, Lenin unb Sinowjew über deutsches Geriet kamen, hatte Scheidemann die Absicht, die russischen „Genossen" zu „begrüßen". Da ließ Sinowjew Sch-idemann saaen, er solle das nicht ris- kie-en, denn mO gemeinen Verrätern wollten sie nichts zu tun haben! Wenn er käme würde er einen Tritt de- kommen u-fr davon gejagt werden wie ein Hund!
Dieser Mann ist nun heute Gast im deutschen Lande. Zt m ersten Male seit dem März 1917 w rd er deutscken Boden betreten. Welch ein Triumph muß es für Sinowjew unb seinen Begleiter Bucharin, der um nicht viel bessm -st. sein, nun ihre Aastafton frei und unbehindert in Deutschland selbst entfalten zu können. Diese Männer werden schon dafür fönen, daß ihre „Pbeen" auf fruch baren Boden fallen. Sollen wir nun wirklich schon so weit fein, daß wir uns die Nattern, die wir im eigenen Lande 1 dock schon gerade genug haben, nun auch noch von außen her holen?
Russische Gäste.
Unsere üH|ie,ung hat den Volsckewistmß'ihrem Sinowjew und Bucharin die Einre-se nach Deutschland grftattet; sie werden auf dem unabhßna'oen Parteitag in Halle den Anschluß d'eser Partei ai M s- kau, — damit ihre endgült ge Radikalisierung — betreiben und den gewaltsamen Umsturz in Deut'ch'a tb fördern. Es gehört schon einige Ueberw'nduni dang, dieser seltsamen Maßnahme des Außenministers Dr 6 . wons gegenüber R he zu bewahren. Die be-.ben Bolschew stenführer werden ^erlitt) olles daron'e-en. i m den Arbeitern das russische „bolschewistisch» Paradies" wckend zu sckildern und damit all jene Cindrü'e zu re-, w schon, welche Dittwann und Crilpien von i'-rem Aufenthalte in diesem „Paradies"' schaudernd mifteilten.
Welche Perfönlickkeiten wir in den cenannten bolschewistischen Machfdabern mm als Gaste unter vng haben, geht aus folgenden Mitteilungen hervor: S i- n o w j e w ist der Vorsitzende des Exekutivkomitees der kommnnifttfchen 3’.terna ionate; er gilt als der grau- famfte unb skrupelloseste Vertreter der bot- schewistischen terroristischen M thoden. Sinowjew hatte feiner Zeit, um den Unmut der hungernden und frierenden russischen Massen abzulenken, förrnl'ch Jagden auf die „Bourgeois" veranstaltet und diese biefem Zwecke alle bürgerlich aussehenden oder gekleideten Personen ohne Altersunterschied auf der Straße zusammentreiben lassen, um sie an bestimmte von Soldaten bewachte Arbeitsplätze zu schaffen. Sinowjew ist ein ne- schworener Feind Scheidemanns und seiner An- 'Hänger, nicht zu'etzt aber auch all derjenigen, die wie Dittmann und Erispien in den Reihen derUnabbängi- gen vor der Diktatur der Bolschewisten warnen. Schon Anfang September 1918 hat Sinowjew in einer Rede in Moskau offen ausgesprochen, daß er dafür sorgen würde, daß Scheidemann an die Laterne
Devtsches Heia?.
** Der In, 12. Okt. Der Mimsteriald'rcktar Ulrich Rauscher ist zum G sandten bei der foziaiist fchen Republik Georgien ernannt worden. — Die Botschafter- fünf tem beschloß, dem deutschen Ansuchen auf Verlängerung dr cm 10. Oktober ablaufenden Frist für hie Entlassung der Miliz in Ostpreußen mcht stattzugeben. — August Stein, der lmgjährige Berliner Vertreter der „Frankfmter Zeitung", ist gestorben. Er war erst ror ein ren Moneten wegen seines zunehmenden Herzleidens zuriickcetreten. — Dem Geheimrat Rathenau ist die E-nreife-Erlaubnis zur Konferenz zur Linderung da: europäischen Hungersnot in London nunmehr erteilt worden.
MWllWll Des 8o!)leoointes.
'Brrkettverfeilung.
T>e-r.tn{sa._be:i 14 Oktober, für folgende Sttaßen- Wuh»!i,i!nabe, fiöni"ftr. Hinter den Löhern, Vordere und i fvn.fre rch-r- csnaffe. Ist "---«luatze. Am Pröbel' z
-Vi-ti LLHerstraß«.
Töchter des Rheins Pflege rheinischer Geselligkeit wss> Gemütlichkeit und Förderung und Wahrung an,-e. stammter Anhänglichkest an die leider heute so hart dr, drängte schöne engere Heimat. Der junge Verein darf wohl warmer Anteilnahme und Unterstützung seiner Bestrebungen in der Fuldaer Bevölkerung sicher sein. Alh deutschfühlenden Rheinländer sind herzlich willkommen' DestrittserNärungen nehmen entgegen: Der erste unh zweite Dorsitzende des Vereins, Telegraphmdirekta- M a l y und Eeneralfekretär Dr. Fritz Graß, sowie L Schriftführer, Geschäftsführer des Kurhessischen Bauers Vereins, Thier.
Degen Verdachts des Raubmordes wurde re. strrn ein 21 jähriger Arbester von hier ftstgenommen dem Gerichtsgefängnis zuaeführt. Der Verhaftete fog Ende August in Gebeudorf (Bayern) den Bauer beftian Langwiefer ermordet und beraubt haben.
2 Die Leiche eines in HochwaL haufen bei Herbste! an Arfeifikr-ergiflung gestorbenen 19jährigen Mädchen, wurde gestern auf dem Bahnhof von der Oberstaat» anwaltschoft in Hanau beschlagnahmt.
r4 Bor dein « äffen ericht itano gestern u. ein f-über er Scklackti o^arbeiter. Ter Man,
er 14 Jahre im Scklachk ok tätig war, hatte sj in den Jahren 1919 und 1920 fortgesetzt fieinett Mengen Fe t von Großv ebpanten anaeetgnet und dieses zur Fütieiuna feiner zahlreichen Hühnersch^ verwandt. In der Aneignung dieser Keinen getfe mengen iah das Gencht Dtebstahl und verurteilt, ihn zu einer Woche Gefängnis. Tein Beklagten tourbt auch zur Last gelegt, den Sch lach th o fd irektor Dr. Lemgen durch verschiedene schwere Borwüch beleidigt zu haben. Die Zeugenvernehmungk, ergaben, daß dem Tirekior irgendwelche Verse lunneg nicht nachzu weisen waren. Im Urteil wurde ausdrücklich gesagt, daß an Direktor Dr. fiemgett durchaus nich! s l äugen geblieben fei, was zu einem strafrechtlichen oder disziplinarischen Verfahren Az. laß geben könnte. Der Beleidiger wurd« jedoch fieigelp-ochen, weil das Gericht die persöulichk« Verhältnisse des Angek^agien berücküchiicite. — Ei Monteur aus Pfungstadt hatte eine hiesige Fir durch un exogene Worte in einem Briefe beleidig^ Für diese Beleidigung muß der Pfungstädter 50 Marl Geldstrafe bezihten. — Wegen Schleichhandels ha die Ehefrau M. L. hier einen Strafbefehl über 25h Mark erhallen, weil sie ertappt war bei Fortschaffum von 26 Pfund Fleisch und 2 Pfund Butter nach' Frankfurt a. M. G»gen diesen Strafbefehl erhob Widerspiuch. Tas Gericht erkannte auf 100 Mail Geldstrafe. — Wegen nicht rechtzeitiger Beschaffung des vorschriftsmäßigen Passes hatte der Herr Sa dowick aus^Polen einen Strafbefehl von 100 Mail erhalten. Ten eingelegten Einfpruch zog er vor Ei' tritt in die Verhandlung zurück und will die Strafe bezahlen.
— Prof Tchlarb aus Petersburg wird am Freitai den 15. Oktober, abends 8 Uhr im Stadtfaal im Au trage der Li a zum Schutze der deutschen Kultur über seine Erlebnisse im bolschewistischen Rußland lvrechen. Herr Pros. Schlarb ist Russe und war old Professor der Mathematlk an der Universität in Peteri. bürg tätig; er erlebte daselbst das erste Jahr der 'M schewistenoerrschaft, die er anfangs freundlich begrüßte. Erst allmählich, a,s er den Unterschieo zwischen Theorie und Praxis ernjah, wandte er sich von den Bolsche, wisten ao und es gelang ihm, zu Beginn des Jahrek 1919 nach Dcutichland zu kommen. /Prof. Schlarb ijt einer der bedeutensten Sachkenner des BolschewlS- mus bekannt. An den Vortrag jchlretzr sich eine freie Aussprache an. Männer und Frauen jeder Pariei, leben etanbeS und jeder Geistesrrchtung sind herzlichst eingeladen. Näheres ist aus dem Anzeigenteil ersichtlich.
X Stenographie. Am. Sonntag, den 10. Oktober, patten sich die (Babelsberger Stenographenvereine Als- elb, Lauterbach, Schlitz und Fulda zu einer Bezirksversammlung in Schlitz eingefunden. Nach Erledigung aimger geschäftlicher Angelegenheiten erstattete Herr Belllnger-Lauterbach Bericht über den Bundestag in Leipzig und forderte zu eifriger Mitarbeit an der Wei- terentwicklung des Gabelsbergerfchen Systems auf U. a. wurde der Beschluß gefaßt, den nächsten B-- i.irkstag, verbunden mit dem 30. Stiftungsfest der Fuldaer Vereins, und einem Wettschreiben in Fuld« aozulMten. Nach Schluß der Versammlung wurden noch einige Stunden dem gemütlichen Teil gewidmet." Es sei an dieser Stelle nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß Freitag, den" 15. d. M., abends 8 Uhr tn der Stadtschule Zimmer 11 ein Anfangskursus surf ^amen und Herrn zu mäßigem Honorar beginnt Ebenso wird in, den nächsten Tagen im Rahmen des Vereins em Fvrtbildungskursus beginnen. Anmeldun- gen zu beiden Kursen werden heute abend 8 Uhr im evangkltzchen Gcmestndehaus entgegengenommen
mehreren Fä'ten kam es logar zu gemeinsamen Aktionen. „Die Unabhängige Partei", so fchleß Fra,i Z etz, „hat sich a's Partei des reeofutionären Proletariats .errotefen. Sie wird es bfeibrn.'
Es folgte ein Bericht Bocks über bte Tätigkeit der Kontrollkommifsion, der fast völlig ii^ der allgemeinen Unruhe unteraing. Um fo lebhafter war die Ausl pro che, die nachmittags begann. Es regnete Angriffe gegen die Parteileitung. Die Opposi ion de- ha. delle fo ziemlich jede Maßnahme, die von der Barteileitung in der Berichtszeit getroffen worden war, a's schweren Fehler. Dabei wurde bie Aussprache zw schon Den beiden Gruppen fo geführt, als trenn die Trennung schon vollzogen fei. Auch gesellschaftlich scheinen sich die beiden Gruppen zu schneiden. Die Delegierten der gemäßigten Richtung haben an dem von den Hallenser Genossen gegebenen Beorw'urmsabend am Montag nicht teilaenorrmen, sondern in dieser Zeit eine e:gene Sitzung abgehalten, roo^flr sich die Anhänger d^r Moskauer Bebingunoen dadurch revanchierten, baß sie Erispien z Be"rüßu''gsansprache zur Eröffnuni des Parteitags nachtchgllch a's trecke Anpöbelung der er-
r Wettervorausjaae.
®onnet?tag- Wocki., bis heiter,'trocken, verbreitete.. Frühnebel, etwas wärmer, südöstliche bis südliche Winde.
-------.... nmill Wl| M
Abschied von Südtirol.
Am 9. Oktober. fanden im Trentino, dem He« flenischen Teile des früheren Kronlandes Tirol, die Annerionsfe'erlichkeiten statt. Ins gant Tirol wurde dieser Tag als Trauertag begangen. Die jkunügebun- sien waren durchweg auf den Ton gestimmt: Das Land kann man zerreißen, das Volk aber bleibt einig. Di« Tiroler Landesoersammlung gab m einer feierlichen Sitzung das Gelöbnis, niemals etwas zu unternehmen, was der Erfüllung der gemeinsamen Hoffnung auf das Wiedererstchen eines’ einigen und freien Tirol abträglich sein könnte. Par dem Stadt- tbeater sammelten fij; viele tausend« Menschen an. Als dem Treuschwur, nicht locker zu lassen, möge kom- men, was da wolle, das Andreas-Hofer-Lied mit der Cchluü'eile foWe: „Ade, mein Land Tirol!", blieb kein Auoe trocken. Die Schulm blieben geschlossen. An die Spüler wurden Ansprach-m gehalten, weich« die Bedeutuna der Trauerfeier würdigten.
5n den südtiroler Blättern erschien ein« Kundgebung des deutsch»» Ver^an^es um Südtirol, in der es heisst: West über menschl'ches Erfassen gcht das schwere un« erbitilid)» Schicksal unserer peltebten Heimat. Unser Ti- roterlcnb. berühmt durch Saee unb G-sch'chte, verklärt durch dm Schimmer ber Schönhsst, bewundert, geliebt soweit bie deulkch? Ztmgr TRnat. tell nick m-hr sein. Sübtirol