Einzelbild herunterladen
 

$ uns n bet gegen, ub in »itekto- köpsen gahrs. ymbol All, . W«. iOOOd e Re- !lame- : nch s sind »erden n fie i ver- >öretn schäft; ihren,

Ver­mische Eenl fpide,! effl'-chl tiiftenl lhard,! t bet I Denen i

H<ttl matz,» beite-1 r fle-1 «üheß 0010.1 bunzl ogrn-V t in I

2 ihr» -tolz.1 der I

?-:i>er. I den» tdley I lsterel tefenl e Ml Ml

Ott I :cdo< I lischt! ff«e I röter I Zeit. I 2 |

> m rüde in« «es. und ote eiflt,

3cr< und iter« die feit, eich ms, ern-

Md (er­töt

i': icht m- nk- or- iich

5« Ös­en.

M le,

In oii tu ict of, h- ir-

:it> !«.

ie cst )t| Ni

X

Fuldaer Zeitung

Truck der Fuldarr Zlrtieudruckerei in F«ld«-

ber Rat

sehr

i

gefüllten, in ihrem

vor war

dies nicht: die Entbehrungen des Krieges, die Sorge um den im Felde stehenden Mann wie konnte es anders sein? Und dann die ungenügende Nahrung, die die Mutter für das Kind hatte. Dann wurde sie selbst krank, wochenlang war sie an das Bett gefesielt: das Kind mußte in fremde Pflege gegeben werden. Während der langen Krankheit kam die Nachricht aus dem Felde, daß ihr Mann gefallen war. Dieser Schickfalsschlag

Hause selbst läßt sich um so leichter und besier je n.ct*' die Gäste in ihrer Weltanschauung und sM'chm Gefühl harmonieren.

Damit soll aber keineswegs den Urlaubern

schießend, die Hauptstraße, wobei alle größeren Schau­fenster oingeschlagen wurden. Schon während des Taoes hatten zahlreiche Einwohner in Erwartung von Repressalien die Stadt verlassen. Andere rafften noch während der Nacht einige Habseligkeiten zusam­men und flüchteten ins Freie.

Die Vorgänge in Mallow sind Gegenstand ein­gehender Betrachtungen in der englischen Prefle. Die Times" übt schärfste Kritik an dem Verhallen der Truppen und der dafür verantwortl'chen Regierung. In einem Leitartikel sagt sie, die Berichte über die Brandschatzungen der Truppen in Mallow müßten englische Leser mit einem Gefühl der Scham erfüllen. Der englische Name würde in der ganzen Welt durch solche Wildheiten befleckt, für die die Regierung nicht länger die Verantwortung ablehnen könne.

Die Politik der Repressalie» in Irland.

Die Entwicklung in Irland treibt mehr und mehr völliger Anarchie zu. Die Tageschronik ist angefüllt mit den unglaublichsten Nachrichten von Mord, Raub und Brandstiftung. Die Brandstiftungen rühren meistens von der englischen Polizei- und Militärmacht her, die damit Vergeltung üben will. Attentate auf Polizisten ober Militärpersonen werden meist prompt mit Brandstiftungen gründlichster Art erwidert. Diese reprisals" haben in der letzten Zeit einen derart erschreckenden Umfang und solche Formen angenom­men, daß sie auch in englischen Kreisen tiefgehende Beunruhigung und schärfste Kritik ausgelöst haben.

Ganz tolle Vorgänge haben sich in dem Städtchen Mallow in der Grafschaft Cork abgespielt. Dort hatten sich Sinnfeiner während der Abwesenheit des größten Teiles der Garnison der Truppenbaracken be­mächtigt, erhebliche Waffenvorräte an sich genommen und einen Sergeanten getötet, der Widerstand zu leisten versuchie. Gegen Mitternacht rückte eine starke Abteilung Soldaten heran, die als Repressalie ein systematisches Zerstörungswerk in der Stadt in­szenierte. Zunächst wurde die geräumige Stadthalle in Brand gesetzt und dem Erdboden gleich gemacht. Anschließend wurden noch acht Geschäftshäuser und eine große Fabrik angezündet. Die Soldaten durch­zogen, wahllos in die Geschäfte und Häuser hinein-

Mutzte es fein?

Ein .Zeitbild von K. Deutsch.

Es ist Herbst. Dunkle Wolken jagen über das Land. Der Wind treibt den unaufhörlich herniederströmenden Regen klatschend und prasielnd gegen die Fensterschci. den. Beim flackernden Schein der Kerze hält die Mut- ter Wache am Bette chres kranken Kindes. Woche auf Woche erhoffte sie Besierung der Krankheit. Doch cs will sich nicht bessern. Beim letzten Besuche schüttelte der alte Sanitätsrat auch bedenklich den Stopf. Seit­dem ist die Hoffnung der Muller, ihren Liebling bald

rnied-r fröhlich mll den Kindern spielen zu sehen, genug geworden.

Bereits a's ichrväcbl'ches Kind war Ehristelchen 5 Jahren in die Well eingetreten. Ein Wunder

Sachsen-Weimar verschoben worden. Dem Doiksstamm nach gehören die Bewohner teils der fränkischen, teils der hessischen Rasse an. Wirtschaftliche Beziehungen nach Thüringen bestehen nur in geringem Umfange. Die überwiegende Mehrzahl der Bewohner bekennt sich zur katholischen Kirche. Die beiden Aemter werden deshalb, das ist jedem Einsichtigen klar, stets eme Art Fremdkörper im Staate Thüringen bil­den. Wenig ist auch in der Vergangercheit von Sach­sen-Weimar für sie getan worden, während Bayern und Preußen die benachbarten G.'biete unter Aufwen­dung beträchtlicher Mittel in jeher Weise fördert. Wie schwer hat es z. B. gehalten, bis man das Geisaer Amt durch eme Bahn Item Verkehr erschloß! Unter der Herrschaft der weimarischen Fürsten hat man die kath. Bewohner, wenn auch oft kleinlich beargwöhnt und be­vormundet, doch im großen und ganzen ihrem katholi­schen Glauben nach leben lassen, hat ihnen die kathol. Schulen und Pfarreien gelassen und aus Staatsmitteln erhallen. Unter der Demokratie wird das nach den Proben, die man bereits hat kosten können, wohl an­ders werden, zumal es der Bevölkerung infolge des neuen Wahlgesetzes unmöglich ist, einen Abgeordneten ihrer Richtung in das Thüringer Parlament zu schicken, um dort ihre Wünsche vorzubringen. Es kann ltes- halb nicht wundernehmen, wenn eine große Miß- ft i m m u n g Platz gegriffen hat.

Mögen die berufenen Führer des Volkes den rech­ten Entschluß finden. In ihrer Hand siegt in erster Linie die Zukunft des schönen Geisaer und Dermbacher Ländchens.

licht einen Artikel in derVoffischen Zeitung", der diese Frage sowohl vom gesundheitlichen als auch vom wirt­schaftlichen Standunkt beleuchtet. Es ist töricht, sagt er, wenn man sich einbilde, die Förderung der Gesundheit könne nur durch das Baden in der offenen See und durch dos Hemmsielen im sormendurchwärmten Sande erzielt werden- Er preist die Heilkraft der salzigen Luft und des rund um den Körper blasenden Windes. An der See fei es immer schön, und sie biete zu jeder Jahreszeit Er- holungsmöglichkellen.

In wirtschaftlicher Hinsicht liegt die Sache fu: Wenn die Stur« und Badeorte nur im Sommer besucht werden, so muß es dort sehr kostspielig sein. Die Gebäude werden nur drei oder vier Monate lang ausgenutzt <rrb müssen doch ine Miete und Unterhaltungskosten für vos o-»nze Jahr aufbringen. Während der kurzenSat*1" Herrs-V eine übermäßige Nachfrage nach Unterfur't »nfo Lel^s- milleln: infolgedessen steigen die Preise uufier--c> nttich hoch. Wenn sich die Gäste mehr auf das ganze Jahr En­teilten, so könnten die Preise viel billiger feix be'de Teile dabei bester fahren.

Diese Betrachtung hat in neuerer Zell eine sehr aktuelle Bedeutung. Urlaubs- und Erholungsreisen sind nicht .nehr den sog. besienden Klasten vorbehalten, sondern fallen jetzt auch bett Angestellten und Arbeitern zu. Das ist gut und schön, setzt aber voraus, daß di« Werkgenoflsn für den Be­urlaubten m die Bresche springen. Die jeweilige Lücke im Geschäftsbetriebe muß durch kameradschaftliche Mehr­leistung gefüllt werden. Das wird um so schwieriger, je mehr die Urlaubsgesuche sich in einen kurzen Zellraum zu- faimnenbrängen. Bei gleichzeitigen Lücken an mehreren Stellen kann sogar die Anspannung der Ueberbleibenden so stark werden, daß der gesundheitliche Nutzen des Ur­laubs roieber verloren geht. Viel bester geht es, wenn ein Tell ber Arbeitsferien auf bie Winterzeit verlegt wirb. Das setzt ein Doppelles voraus: erstens bie Erkenntnis, baß man auch im Winter sich sehr gut erholen kann, und zweckens bie Vorsorge, daß 5te Urlaubsfahrer auch in der sogen, rauhen Jahreszeit einen angenehmen Aufenthalt zu erträglichen Preisen finden können.

Wer mit Frau und Kindern ein Eigenheim oder we­nigstens eine behagliche Mietswohming hat, wird freilich in feinen Arbecksferien keine übermäßige Reiselust ver­

spüren. Vor Langewelle bewahrt chn der Verkehr mit seinen Angehörigen, die Arbeit im Garten- oder in ber Hauswirtschaft, Besuche bei verwandten und befreundeten Familien usw. Die ledigen Personen aber lieben bie Luftveränderung", für sie wirken gerade andere Gegenden und andere Lebensverhällniste erfrischend. Für solche Ur. laubsfahrer sollte man geeignete Winterfrischen ein­richten an zugkräftigen Orten, namentlich an der See.

Volkstümliche Winterhospize sind zeitgemäß, auch für Erwachsene. Die katholischen Heime dürfen darin nicht zurückstehen. 3m Gegenteil: gerade bei dem Aufenthalt im Winter kommt es auf die gleichgesinnte Umgebung sehr an. Wenn die Bewegung im Freien durch die frühe Dunkelheit ober zeitweiliges Unwetter beschränkt wirb, so spielt ber gesellige Verkehr ber Gäste untereinander eine noch größere Rolle, wie im Sommer. Die Flucht ins Wirtebaus muß zum Schutze von Leib, Seele und (Selb* beutel r.öglichst vermieden werden. Die Unterhaltung im

gegeben werden, daß sie sich gerade auf bie Bade- ober Kurorte stürzen. Sehe ieber, wie ers treibe * unb wo er bleibe. Wenn z. B. ein Asphalttreter Gelegenheit hat, bei einer guten bäuerlichen Familie für feine Ur» laubszeit ein Unterkommen zu finden, fo kann er bei diesen Selbstversorgern eine gedeihliche Winterfrische finden. Der kühle Landwind wird ihm auch ganz gut tun, wenn er ordentlich bekleidet ist und den leiblichen Wärmeofen, den Magen, gehörig beschicken kann.

Wer gar nicht verreisen kann, der lasse sich das .Hei­matslüstchen flott um die Nase wehen, wenn es mich et­was scharf prickeü. Die Siicttuft im geheizten Zimmer hat freilich wenig Erfrischendes, aber draußen ist die Lull reiner und heilsamer^ wie hn Hochsommer bei dem wir- belnben Staub und oen munteren Bazillen. Die gründ­lichste Lustreinigung besorgt ber Schneefall. Die nieder» rieselnden Flocken wirken wie ein Luftfilter. Zugleich decken sie allen schmutzigen Staub säuberlich zu. Im Schnee wandeln ist sehr gesund, wenn man nur die Füße gehörig bekleidet hat. Auch das Eis ist eine schöne Gabe ber Natur, wenn man sie nut Verstaub benutzt, b. h. sich

Unpolitische Zeitläufe.

Von Fritz Nienkemper.

Berlin, 6. Oktober 1920.

Draußen rfts sehr kalt; häßliches Weller!" So würbe mir dieser Tage schon beim Morgengruß zugerufen. Nun jg, der Nordwind war über Deutschland gekommen und haucht uns etwas rauh an. Mitten rnr Winter hätten wir dieses Wetter für recht milde erklärt; aber es kam flerabe nach recht schönen, warmen Herbsttagen, unb da «achte ber scharfe Wechsel uns empfindlich. Unser Körper und seine Umhüllung mästen sich erst der rauheren Witte» «mg an passen. Wem, das Anposfen vernünftig besorgt ist, sichten wir uns auch im Winter wohl.

Daher erklärt es sich, daß neuerdings der Winterspott und die Winterkure« mehr und mehr in Aufschwung kom- men. Der Wintersport bläht in den Bergen; bie Winter, kuren besonders an der See. Ersterer ist ein Luxus, aber $e winterlichen Heilstätten für Kranke unb Kinder sind ®ne heilsame Einrichtung unter ärztlicher ßeüung.

Don den Bergfexen, die gerade dann, wenn es mn üesährlichsten stt, auf die höchsten und steilste» Alpen her- uufklettern wollen, kann man freilich nichts Rühmliches fagen. Sie treiben ein waghalsiges Spiel und haben es ii<h selber zuzuschreiben, wenn sie abrutschen ober von enter Lawine erfaßt werden. Es gibt aber auch unge­fährlichen Spott in Schnee unb Eis. Schlittschuhlaufen, Skiläufen. Rodeln, Schlittenfahren, Eissegeln, Ballspiel «ll bem Eise usw., bas sind recht hübsche Hebungen für Leute, die Zeit haben zur Erfrischung unb Stählung des Sarpers m bei Winterzeit.

Der Spott ist für bie Gesunden, um sie vor Berweich- üchung zu bewahren. Die Winterkuren sind für die Kranken, namentlich für die Tuberkulösen und Skrofulösen, um sie allmählich wieder gesund zu machen. Wenn sich nun herausgestellt hat, daß die rauhe Winterlust dem ge­schwächten Körper gut tut, namenllich auch der Aufenthalt an der See, so liegt die Vermutung nahe, daß auch für gesunde Menschen eine Erholungsfahrt im Winter vorteil­haft sein möchte.

Profestor Dr. Lennhoff, der an der ärzllichen Studien­reise durch die Nordseeöäder ieilgoiommen hat, oeröffent-

Deutsches Reich.

h. Deutsche Volkspartei und Sozialisierung. Aus der Tagung der Reichslagsfraktion der deutschen Volkspartei in Weimar wurde auch zur Frage der Sozialisierung eine Entschließung angenommen, in welcher die Ablehnung der Vorschläge der Soziali­sierungskommission bezüglich der Sozialisierung des Kohlenbergbaues ausgesprochen wird. Diese Tatsache nimmt die ,Kreuz-Zeitung' zum Anlaß, um zu fragen, ob die Minister Heintze und Raumer, die an diesen Weimarer Beratungen teilnahmen, seinerzeit dem Kabinettsbeschluß zugestimmt haben, in welchem die iofortige Einbringung eines Entwurfs zur Soziali­sierung des Kohlenbergbaues gefordert wird. Der ,Vorwärts' stellt nun >st, daß dieser Beschluß des Reichskabinetts vom 22. 9. tatsächlich einstimmig gefaßt wurde und daß sämtliche drei Minister der deutschen Volk-Partei, Dr. Heintze, v. Raumer und Scholz diesem Beschlüsse zugestimmt hätten. Wie wir dazu hören, handelt es sich bei dem Weimarer Beschluß um einen Mehrheitsbeschluß gegenüber einer Minderheit, in welcher auch die Heiden volkspartei» ttcheu :V.'tntjler sich befanden.

Jt» 235.

Samstag, 9. Oktober 1920.

Die Katholiken und ihre Presse.

Am 29. September tagte in Regensburg die 16. Generalversammlung der Kath. Preßvereins für Bayern. Es war eine Ueberfchau über riesenhaftes Wachstum und über gewaltige Fortschritte auf allen Weitsgebieten, deren sich die bayerischen Katholiken von Herzen freuen können. Der Gründer des Preß- vereins, Prälat Dr. Triller (Eichstätt), der wegen Krankheit der Generalversammlung fernbleiben mußte, hatte ein Schreiben an die Versammelten gerichtet, dem wir folgende beherzigenswerten Worte entnehmen:

Es gehört zu ben Aufgaben des Preßvereins, volles Verständnis für bie ausschlaggebende Bedeutung der P r e s s e zu wecke» und die Katholiken von ihrer Pflicht gegenüber der kathol. Presse zu überzeugen. Es besteht hier wirklich eine Pflicht, denn die katholische Presse hat die Grundsätze des Chri­stentums und der katholischen Kirche, in denen der Ka­tholik das Heil für ben einzelnen und für die mensch­liche Gesellschaft erblickt, im öffentlichen Leben zu oertreten. Redakteure unb Verleger haben dafür gerade heutzutaae schwere Opfer zu bringen, indem sie z. B. gutbezahlte Inserate zurückweifen, die andere Blätter tagtäglich veröffentlichen. Die Katholiken sollen deshalb zu ihrer Prefle stehen; denn wenn sie keine Presse mehr habe», find fie im öffentli­chen Leben machtlos. Darum in jedes Haus ein katholisches Blatt! Darum die Familien­anzeigen, besonders bie Todesanzeigen, in bie katholische Presse, barum das Abonnement der katholischen Zeitung trotz des erhöhte» Preises nicht aufgeben in der Ueberzeugung, daß es sich hierbei um bas wert­vollste Opfer für bie katholifche Sache handettl

Ausland.

% Tschechen eifern den Polen nach in der Unter­drückung des Deutschtums, ja, überbieten sie sogar. In Böhmen und Mähren sind ohne weiteres 6 Milli­onen Deutsche der tschechischen Wirtschaft unterworfen rooiben, alle Proteste nach Paris an die maßgebenden Ententemächte, die froh sind, wenn die Deutschen so viel wie möglich verschwinden, haben nichts geholfen. Jetzt soll nun den Deutschen auch Sprache, Bildung und Wesensart genommen werden. Die Einsprüche sind auch in diesen Fällen nutzlos gewesen, aber so schnell fügen sich unsere Landsleute doch nicht, und ein einmütiger Wicderstand hat begonnen: Wir Reichsdeutschen können den Deutschen in Böhmen und Mähren viel helfen, denn Tichechen und Slo­waken bleiben im Handel und Veikehr unbedingt auf das benachbarte Deutsche Reich angewiesen Paris liegt weit ab.

besten stehen. Man Hal schon das Wort vomLeich­nam Gorha" geprägt. Höfers Lostrennungsbeitrebun- gen haben den Vorsitzenden des Staatsrats für Thürin­gen, Staaisminister P a u ß e n, auf den Plan gerufen. Er trat in einem Artikel der Weimarischen Landesztg. Deutichlavd" den Ausführmrgen Höfers scharf ent­gegen. Freilich ohne großen Erfolg, wie eine dieser Tage stattgefundene Versammlung von Kaufleuten und G werbetreibenden in Meinigen zeigt. Her wurde die Parole ausgegeben:Wir muffen sehen, wie wir un­seren Beitritt zum Staate Thüringen wieder rückgängig machen " Es wurde dann eine Entschließung ange­nommen, in der eine Volksabstimmung gefordert wird, die bisher noch nicht stattgefunden hat. Auch in der Beamtenschaft Meiningens wird hier und da ganz of­fen mll dem Gedanken der Loslösung Meiningens von Thüringen gespielt.

Wenn man die Sachlage ruhig und ohne Vorein- genommenhett betrachtet, so findet man die Meininger Bestrebungen ganz natürlich. Man sieht wieder ein­mal das alte Sprichwort betätigt: Blut ist dicker als Wasser. Die Meininger haben zum überwiegenden Teil mit den Thüringern ethnographisch und geogra­phisch wenig zu tun; sie sind g r ö ß t e n ie i l s F r a n- k e n. Nur ein Band hat sie hauptsächlich mit Thürin­gen verknüpft: die gemeinsame evangelische Konfession. Dieses Band will aber nicht mehr recht hatten, seitdem man gesehen Hal, wie gut das evangelische Koburg bei seinem Anschluß an Bayern gefahren ist, und wie übel man mit der evangelischen Kirche imroten" Thürin­gen umspringt. Ein starkes Stück in dieser Hinsicht bildet die Behandlung der Geistlichkeit bet der Besoldungsreform in Thüringen. Man hat sie einfach"anders als in Preußen und Bayern davon ausgeschlossen mit der Begründung, die Aufbesse­rung der Gehälter sei Sache der Kirche, die die nötigen Mittel durch Steuern aufbringen könne. Schließlich Hot sich aber die provisorische Volksvertretung, der Volksrat, entschlossen, den verschiedenen Landeskirchen und gegebenenfalls auch der katholischen Kirche be­stimmte, aber bei weiten nicht ausreichende Summen zur Aufbesserung der Pfarrgehälter zur Verfügung zu stellen. Aber man höre und staune! Diese Summen sollen später bei der AuseinaMersetzung mit den Kir­chen auf die ihnen zu gewährenden Abfindungs- fummeu aufgerechnet werden. Das heißt mit anderen Worten, die Kirchen sollen einstweilen von ihren Kapitalien leben, denn Kirchensteuern können vor der Ver'.vlagung der Reichsein?Lm:nensteuer nicht er­hoben werden. Diese Veranlagung sowie die Ausein­andersetzung zwischen Staat und Kirchen werden noch längere Zeit in Anspruch nehmen. Es werden noch mehr Vorschüße gegeben werden müssen, so daß die Abfindungsbeträge, die man schließüch eines Tages fest- fetzen wird, schon im Voraus ganz oder teilweise auf­gezehrt sein werden. Die Mrchen werden dann fast ganz auf die Erträgnisse der Kirchensteuern ange­wiesen sem. Sozialdemokratischerseits hofft man dann wohl auf einen Maffenaustritt aus den Kirchen. Die Weimarifche Landesfynode und der gerade jetzt tagende Hüringer Landeskirchentag stehen auf dem einwandfreien Standpunkt, daß der Staat den Geistlichen eine ausreichende Besoldung gewähren müsse, sokange die Trennung nicht tatsächlich durchge­führt ist. Beide Körperschaften haben Protest gegen die Rechtsverletzung und Vergewaltigung erhoben, sich aber in ihrer Notlage trotzdem zur Annahme der Vor­schußsummen entschließen muffen. Man wird sich im Landtage voraussichtlich noch sehr eingehend über die Sache unterhalten. Jedenfalls wird sie aber die Stim­mung in der Bevölkerung Meiningens, soweit sie noch kirchentreu ist, weiterhin zu ungunften von Thüringen verschlechtern.

Ohne Zweifel ffitb die Soslöfunflsbe ft re- bun gen Meiningens sehrernst zu nehmen. Wenn die provisorische Regierung nach außen hin so etwas wie eine Vogelftraußpolitik treibt und tut, als handele es sich nur um eine Aeußerung einzelner unzufriedener Elemente, so will sie damü wohl nur verhindern, daß die Bewegung auf andere Gebietsteile, insbesondere aufdasEisenacherOberland südlich der Werra übergreift. Ein Blick auf die Starte zeigt, wie isoliert dieses Gebiet wäre, wenn Meiningen nicht bei Thürin­gen bleibt. Und in der Tat kann man im Oberlande schon überall Steuerungen hören, die eine große Vor- fiebe für Thüringen nicht verraten. Besonders in den katholische^ Ortschaften des Geisaer und Derm­bacher Amts fängt man an, der Thüringer Frage große Aufmerksamkeit zu widmen. Man hat dazu auch allen Grund. Die Ortschaften waren ehemals durch lange Jahrhunderte f u I d a i s ch und sind auf dem Wiener Kongreß im Jahre 1815, um mit Wilson zu reden, wie ein Stein auf dem Schachbrett an

Politisches aus Thüringen.

Ende Oktober oder anfangs November wikd vor- wrssichllich der Landtag für Thüringen zu einer neuen Tagung zusammentreten.

Nach seinem unglücklichen Debüt im Juli d. 5s. fiefjt man seinen weiteren Verhandlungen mit sehr oer- ichiedenartigen Gefühlen entgegen. Die einen hoffen, «g werde ihm gelingen, das gleich beim ersten Auslauf testgerannte neue Staatsschiff flott zu machen für eine glückliche und aussichtsreiche Fahrt. Die anderen be­fürchten, daß der inzwischen angehäufte Zündstoff ex­plodieren und das Staatsschiff zu einem elenden Wrack machen werde. Wie es kommen wird, vermag heute yod) niemand mit Sicherheit vorherzusagen. Von ollen jßeüen türmen sich gleich Gewitterwolken Schwierigkei­ten auf, von denen im nachfolgenden nur einige der hauptsächlichsten erörtert werden sollen.

Die erste und vornehmste Aufgabe des Landtages wird fein, dem Lande nach dem halbjährigen Intereg- flinn des provisorischen Staatsrats eine verfassungs­mäßige Regierung zu geben. Wird auch in der neuen Tagung die Losung lauten:Hie Rechtsfraktion, hie Linksfraktion", dann wird man alle Hoffnung auf eine Verständigung über die Regierungsbildung fahren fassen müssen. Es wird dann nur als letzter Ausweg hie Auflösung des Landtages und eine Neuwahl übrig bleiben. Die Linksfraktion hüllt sich diplomatisch in Schweigen. Von der Rechtsfraktion hört man aber manches, was auf eine LockerungdesBlock- oerh ältniffes schließen läßt. Allmähüch scheint sich auf der Rechten die Erkenntnis durchzurin­gen, daß der vollzogene Zusammenschluß verkehrt war. Wenigstem- bei der deutschen Vo 1 kspartei sind Anzeichen eines Umschwunges zutage getreten. Ihr am 19. September m Erfurt abgehaltener Vertretertag hat der Auffassung Ausdruck gegeben, daß die Abge­ordneten der deutschen Volkspartei eine Auslösung der vereinigten Rechtsfraktion dann bewirken werden, wenn hierdurch die Schwierigkeit der Regierungsbil­dung vermindert werde. Auch ist ein volksparteilicher Abgeordneter, den man in Verdacht hatte, ein Haupt­befürworter des Rechtsblockes zu fein, aus dem Land­tage ausgeschieden. Es ist das der Oberförster Jakobi, der den Thüringer Staub von seinen Füßen geschüttelt und eine Stellung in Hagen (Wests.) angenommen hat. Besonders die Volksparteiler in Sena, einer Stadt, in der die Intelligenz jeder Schattierung, also auch der politischen, in großer Menge ongehäuft sein soll, schei­nen ein böses Haar in dem Rechtsblock gesunden zu haben, wie eine Auslassung eines ihrer Führer, des Oberstaatsanwalts Sommer, vermuten laßt. Es zeigt sich also hier eine Stelle, an der Bresche in dem Rechts­block geschlagen werden kann. Gelingt das, so dürften auch die Tage des Linksblocks, der sich ja nur zur Ab­wehr der Reaktion von rechts gebildet hat, gezählt sein. Dann wäre die Bahn frei zur Bildung einer Regierung, die Aussicht auf Bestand hätte. Die demokrati­sche Partei, der nach Lage der Verhältnisse die Vermittlerrolle zufällt, hat hier eine schöne Gelegenheit, ihre politische Geschicklichkeit zu betätigen. Leicht wirb es iljr nicht gemocht werben, zumal inzwischen weitere Verwicklungen eingetreten sind, die bas Land Thürin­gen in seinem Bestände bedrohen.

Wte bekannt, hat der frühere Freistaat Sachfen- Meiningen den Zusammenschluß mtt den übrigen Thüringer Staaten nur zögernd vollzogen. Man hat ihm «st allerhand besondere Zusicherungen, die in einer Anlage zum Gemeinschaftsvertrag vom 4. San. 1920 enthalten sind, geben müssen. Manche Vorkomm­nisse der letzten Zest haben nun in Meiningen den unter ber Decke schlummernden Widerwillen gegen ben Ein­heitsstaat Thüringen roteber aufleben lassen. Der Füh­rer des Bauernbundes, der Abg. Höfer, ist bemüht, dl-fen Widerwillen auf alle mögliche Weise zu stärken. Er reist im Meininger Gebiet landauf landab und agi­tiert in öffentlichen Versammlungen ziemlich unver­blümt für eine Lostrennung Meiningens von Thüringen. Er malt in den schwärzesten Farben das Unglück aus, daß die Meininger durch ihre Zuscnnmen- toppelung mit Thüringen, besonders in finanzieller Hin­sicht, treffen wird. Er lobt die jetzige finanzielle Lage Meiningens über den grünen Klee unb stellt die Ver» Mögensverhältnisse ben übrigen Thüringischen Staaten als überaus traurig dar. Für Sachsen-Meiningen be» stehe deshalb die Gefahr, baß es in bie allgemeine Thüringische Schuldenwirtschaft mit hineingerissen werbe. Wenn auch diese Ausfüührungen einseitig unb übertrieben sinb, so hat Höfer boch auch nicht ganz un­recht. Einige frühere Staaten scheinen wirklich auf recht schwachen Füßen zu stehen. So laufen über die Gelb- ober richtiger Schulbemoirtschaft besLolks- staats" Reuß recht bebenkliche Gerüchte von Munb zu Mund. Auch mit Sachsen-Gotha bürste es nicht zum

Hus dem Uachdargediet.

Bab Salzschlirf. Dieser Tage gelang es end­lich, bes Sonderlings habhaft zu werden, der seit dem Sommer in hiesiger Gegend fein Unwesen trieb. Trotz Unbill der Witterung Unternahm jener Sonderling im Adamskostüm, gewöhnlich zur Dämmerstunde, seine Spaziergänge. Ebenso plötzlich wie er in Erscheinung trat, war er auch wieder verschwunden. Sein Aus» treten hat viel Schrecken und Entsetzen hervorgerufen, sodaß seine jetzige Festnahme allgemeine Beruhigung auslöst. Der Mann soll aus der Schützer Gegend stammen und dürste wohl auf seinen Geisteszustand zu untersuchen sein.

A Gedern (Vogelsberg). Hier fand ein wohlge­lungener Iugenbwandertag statt, der vom Ob» mann für Iugendwandern im Vogelsberger Hähen-Klub, Prof. Dender-Frankfurt, in die Wege geleitet worden war. Es wurden die Erfahrungen ausgetauscht, die in den bereits bestehenden Iugendgruppe» der Zweigvereine Fulda, Frankfurt, Laubach, Offenbach a. M. gemacht worden sind. Die übrigen Sektionen wurden zur Grün- düng von Iugendabteilungen angeregt und ermuntert. Bei den Besprechungen wurden besonders dis Einrich­tungen und Leistungen von Fulda als mustergültig anerkannt.

ine. Offenbach. Die gesamte Bahnlinie nach Hanau und Frankfurt innerhalb der Stadt wird hochgelegt und unterführt. Tas lieber» fahren ber Geleise durch Fuhrweike und das Passieren der Fußgänger hat sich als überaus lästig erwiesen, ganz abgesehen davon, daß auch große

auf dem Eise nur so lange bewegt (nicht sitzt), wie es die Wärmeverhältmfle des Körpers gestatten, ohne Erstarrung der Glieder und ohne Frösteln.

Zum Schluffe noch einen wichtigen Rat für die langen Abende im Hause. Daß bie Campen in Ordnung sein müssen, ist selbstverständliche Voraussetzung. Dann braucht bie Familie auch geeigneten Lesestoff. Spart lieber an Bier unb Tabak, aber treibt nicht falsche Sparsamkeit, mbem ihr das bißchen Geld scheut, was die Zeitung kostet ober das gute Buch, ober ber Beitrag zum Bor - romäusverein. Weir» ihr dahsim interessante unb lehrreiche Lektüre habt, wen» am Familientisch oorgelesen und das Gelesen« besprochen wird, barm ist diese Ge­mütlichkeit so schön und so segensreich, daß bie Auslagen . sich mit Wucherzinse» rentieren.

Auch der Winter ist ehre gute Gabe Gottes, wenn der Mensch ihn nur zu benutze» weiß.