Fuldaer Leitung
0*^ Druck der Fuldaer Aetieudrncker ei in Fulda
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Gamstag, 28. August 1920.
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Hus -em NachbargebieL.
0 Hanau. Die Stadtverordneten haben ce Grundsteuer von 300 auf 350 Proz., die Gewerbe* wier von 300 auf 400 Proz. erhöht. Hinsichtlich der
e, Feuerung der zur Reichseinkommensteuer steuerfrei ch Abenden Emkommensteile wurde beschlossen. Ein- ynnnen bis zu 10 000 Mk. von der Gemeindesteuer er «mz frei zu lassen, bei Einkommen über 10000 bis >t 000 Mk. mir den reichssteuerfreien Teil des Steuer* wichtigen selbst und zwar zur Hälfte mit 750 Mk. zur Gemeindesteuer heranzuziehen, bei Einkommen über 15000 Mk. alle reichssteuerfreien Teile, sowohl 1500 Mk für den Zensiten selbst, wie auch je 500 Mk. fjr seine Frau und jede westere unterhaltungsberech- tztt Person zur Gemeindesteuer heranzuziehen. — In- tolge der Urrwirtschaftlichkeit der st ä d t i s ch e n Schweinemästerei ist diese cm ein Konsortium Mauer Metzgermeister, das eine G. m. b. H. gebUdst »ch, zum Preise von 190 000 Mk. einschließlich Sn* gtntar verkauft worden Die monatlichen Z u - ichüsse der Stadt Hanau haben sich auf etwa rgOOO Mk. gestellt.
mc Arankfurl a. 2!L Nachdem der Krieg mit Stallen > vsgebrochen war, kamen die in der Predigerstroße ' gelegenen ausgedehnten Besitzungen der dort wohnenden S t a l i e n e r in Zwongsverwaltung und wechsel- n tm auf Befehl des Reiches ihre Besitzer. Nunmehr ist ' der Führer der Staliener Fortura zurückgekehrt und ’ gerfangt für fein Prioatbefttztum auf Gründ des Frie- densvertrags rund 3% Millionen. Die gesamte Der* t taffe Masse belief sich auf 350000 Mark. Die Herr- > Haften haben rechnen gelernt, während Deutschland it zahlen darf. — Die Subelfeier des städti - > scheu Gymnasiums, das nun 400 Sahre besteht, ’ wurde in der Paulskirche festlich begangen. Direktor ? Lr. Neubauer vom Lessing-Gymnasium schilderte j den Werdegang der Anstalt, während Staatssekretär i vr. B e ck e r die Wünsche des Ministeriums für Kunst 1 und Wissenschaft überbrachte. Oberbürgermeister Voigt e erklärte in seiner Festrede, daß das Gymnasium für die ' Kildung der Stadt, überhauch für die gesamte Sulfur 5 der Maingaues von entscheidender Bedeutung gewesen E sei. Tausende früherer und jetziger Schüler waren aus ’ Nah und Fern zu der Feier nach Frankfurt gekommen , Md die gewaltige Kirche, in der 1848 das Bundes* . Parlament tagte, war bis auf den letzten Platz gefüllt. < — An der Frankfurter Universität werden in der na* i turwisfenschaftlichen Fakultät fünf neue Ordina- ° tien errichtet.
Vermischter.
* Der Raubüberfall in Recklinghausen auf das Lohn* flhrwerk der Zeche „Emscher Lippe" hat eine rasche Auf* ‘ klärung gefunden. Die Raubmörder sind in den Personen der drei Brüder Henseler aus Gelsenkirchen von der Gel* senkirchener Kriminalpolizei festaestellt worden. Zwei von ihnen konnten, wie schon gemeldet, bereits verhaftet wer* ■ den. In ihrem Besitz wurden von dem Raube, der sich mit" eine Million und 600 000 Mark bezifferte, nur hundert* > lausend Mark vorgefunden. Der dritte der Brüder vermochte zu entkommen. Vermutlich führt er den Rest des Selbes mit sich. Der Flüchtige ist der Polizei aus den Tagen der Märzkämpfe gut bekannt. Er war der Chauf* seur des Oberstkommandierenden der Roten Armee, Kri* schak, und reiste nach dem Fehlschlage des Aufruhrs mit einer „beschlagnahmten" Summe von 80 000 M in einem „requirierten" Automobil durch ganz Deutschland. Schließ* lich in Mitteldeulschland verhaftet, wurde er nach Esten gebracht, wo es ihm aber gelang, sich aus dem Gefängnis 1 zu befreien.
1 : * Der Zerstörungsakk in Fürstenwalde. Der durch
1 die Zerstörungswut der Arbeiter bei der Firma SufiuS Pmtsch in Fürstenwalde angerichtete Schaden stellt sich ‘ nachträglich als geringer heraus, als er ursprünglich be* ; zeichnet worden war. Vernichtet wurden 28 Bombenabwurfapparate, während die Flugzeuge unbeschädigt geblieben sind. Die Bombenabwurfapparate sind seinerzeit für die Reichsmarineverwaltung gebaut worden, ober nicht mehr abgeliefert. Die Cntentekommisiion hatte veranlaßt, daß diese Apparate an verschiedene Ententeländer gesandt werden sollten und das führte bei dem radikalen Teile der Arbeiterschaft zu der Annahme, die Abwurfapparate sollten zu Gunsten der Dolen Verwendung finden. Ein Teil der Arbeiterschaft, ebenso wie die Direktion des Betriebes gaben die nötigen Aufklärungen, aber die Warnungen verhallten ungehört und in einer Betriebsversammlung ■ wurde die Zerstörung der Apparate beschlossen und spö- i tet auch ousgeführt.
* Große Valutaschiebungen. Die Wiener Polizei > derhaftete wegen großer Valutaschiebungen einige ftühere Mitglieder der italienischen Waffenstillstandskommission, die Valutaschiebungen durch Vermittlung von Kurieren betrieben, wobei sich die Mitglieder der Waffenstillstandskommission gefälschter Dokumente und falscher Stempel bedienten. Man fand bei einer Haussuchung bei den Schiebern 6 Millionen i Lire und mehrereMillionen in österreichischer Währung.
Handel und Wirtschaft.
. — Am Getreide-Weltmarkt ist, wie die Preisberichts- relle des Deutschen Landwirtschaftsrats in ihrem letzten Wochenbericht mitteilt, die Gesamtheit der Entente-Er* gchniste noch immer wenig durchsichtig und daher auch die Geschäftslage schwer zu beurteilen. Sn den Der* einigten Staaten sind die Druscherträge des Winterweizens über Erwarten hoch geschätzt. Die Nachrichten über Schäden des Fruhjahrsweizens durch schwarzen Rost hören nicht auf und sind auch von zu* verlässiger Seite bestätigt. Es wird aber in Handels- keifen bezweifelt, ob sie wirklich fo groß sind, wie an den amerikanischen Terminmärkten verbreitet wird. An beträchtlichen Ausfuhrüberschüssen in Nord* oinerika zweifelt man drüben nicht, jedoch wird die jüngste scharfe Erhöhung der amerikanischen Effenbahn- stochten als eine kräftige Stütze für die dortigen Preise ongefehen. Der Hauptfaktor für die internationalen Karktverhälfnisse liegt aber natürlich in dem Umfange der europäischen Nachfrage und in dieser Beziehung jcheint man, den amerikanischen Fachblättern zufolge, nicht allzu optimistisch zu fein. Denn im allgemeinen rechnet man mit durchschnittlich günstigen Ernteergebnissen der europäischen Bedarfsgebiete und ist darauf gefaßt. daß bei hohen amerikanischen Forderungen Europa sich nach Möglichkeit mit feinen eigenen Ernten behilft und die Hauptanschaffungen hinausschiebt bis Man auch über die Erträge Argentiniens und Australiens klar sieht.
= England und die chemische Industrie. Sn England hotte man sich im Kriege große Hoffnung darauf ge- Macht, die deutsche Farbstoffindustrie aus dem Felde jSlogen zu können. Man scheute vor Patenttaub und Spionage in deutschen Fabriken nicht zurück. Allmäh* üch sieht man aber schon ein, daß die Sache so einfach °°ch nicht ist. Schon rufen die im Kriege gegründeten Mglischen Farbstoffabriken nach Staatshilfe, sie klagen, baß die englische Farbstoffindustrie ungeschützt dem ausländischen Wettbewerbe ausgesetzt sei. Um der Re- Sierung ihre Forderung mundgerechter zu machen, wei- 'en sie darauf hin, daß die Farbstoffindustrie im fünf* ÜQen Kriege eine besondere Rolle spielen werde. Die Giftgase, die sie erzeugen, werden als neue brauchbare Waffe in Anwendung kommen. Trotz Völkerbund scheint Man also weniger als je an den Frieden zu glauben.
wirtschaftspolitische Mitteilungen der Handelskammer in Fulda.
Ausfuhrfreiheit aus Polen. Bei der Geschäftsstelle der Handelskammer liegt eine polnische Ausfuhrliste zur Einsichtnahme für Interessenten offen.
Abschlagszahlung auf vom Reich übernommene ausländische fe st verzinsliche Wertpapiere. Eine Liste über die Beträge sowie die Arten der Wertpapiere, auf welche diese gezahlt werden, liegt bei der Geschäftsstelle der Handelskammer auf.
Stundung der Ausfuhrabgaben in be* sonderen Fällen. Mit Rücksicht darauf, daß bie Ausfuhrabgabe in ihrem vollen Betrage erhoben wird, auch wenn von den in der Ausfuhrbewilligung bezeichneten Waren zunächst nur ein Teil ausgeführt wird, ist angeregt worden, in solchen Fällen nur die entsprechenden Teilbeträge der Ausfuhrabgabe einzuziehen. Dieser Anregung kann leider nicht stattgegeben werden, da ihre Verwirklichung für die schon jetzt überlasteten Zollstellen eine so erhebliche Mehrarbeit bedeuten werde, daß dadurch die korrekte Erledigung der Amtsgeschäfte in Frage gestellt werden würde. Dagegen sind die mit dem bisherigen Verfahren verbundenen Härten durch die jüngst eingeführte Möglichkeit der Stundung der Aus- fuhrabgabe durch die Zollstellen im wesentlichen beho* ben worden.
Einsuhrbewillrgungen für Postpakete nach der Tschechoslowakei. Für die Einfuhr von Postpaketen nach der Tschechoslowakei ist eine Ein- -ubrbewilligung, die von der Kommission für den auswärtigen Handel in rrag erteilt wird, notwendig, auch wenn sie bas Gewicht von 5 Kgr. nicht übersteigen. Am zweckmäßigsten ist es, die Einfuhrbewilligung in das Paket zu legen und aus dem Paket und auf der Begleitadresse einen entsprechenden Vermerk zu machen. Die Einfuhrbewilligung kann auch durch einen besonderen Einfuhrfchein oder durch eine gerichtlich oder notariell beglaubiate Abschrift der Einfubrbewilligung ersetzt werden. Die Postämter haben Pakete nach der Tschechoslowakei, die nicht mit bet erforberlichen Einfuhrbewilligung versehen sind, bei ber Ausgabe zuruck- zuweisen. „ , ,, „,
Neuausstellung von Z ulas s u n g s b e- scheinigungen für Kraftfahrzeuge auf Grund der Verordnung vom 21. Februar 1919 Die Anträge auf Erteilung der Unbedenklich- keitserklärungen sind an die Ertassungsabteilungen des Reichsschatzministeriums für die Kreise Fulda und Gersfeld nach Frankfurt a. M„ für den Kreis Hünfeld nach Weimar zu richten. Die Gebühr für jede Ausstellung beträgt 20 Mk. und ist bei Antragstellung emzufchicken.
Die deutschen Auslandsf order ungen. Am 16. August lief die Anmeldefrist für deutsche Ans- lanbsforberungen beim Reichsausgleichsamt ab, nut Ausnahme ber bis zum 15. September 1020 anzumel* benben Dersicherungsforderungen. Zur Wahrung ber Reichsinteressen wirb nunmehr geprüft, welche Gläubiger die vorgeschriebene Anmeldung pflichtwidrig unter« Heften. Gegen diese wird ein Strafverfahren auf Grund des S 64 des Reichsausgleichsgesetzes sowie ein Versah- ren zur Enteignung ihrer Forderungen nach § 18 des Enteignungsgesetzes eingeleitet. Straflosigkeit kann nur bann eintreten, wenn die Anmeldung nachgebolt wird, bevor die Unterlaffung zur Kenntnis des Reichsaus- gleichsamtes gelangt. Für säumige Gläubiger ist daher die sofortige Anmeldung geboten.
Gottes systorbnung.
Katholischer Gottesdienst.
Sonnt» o,29. Auoust. Dom. Vt6, 6, V.7 u.7 M 8 Pfarramt m. P.'., 91/» Kathedralamt m Pr«, 11 Ehr. f. b. Jüngl., 11'/» M. u. Pr, ’/»2 Armenseelen-A, 2 Ehr, f b Iofr,4Pr.u.Ll..7A. MontagS '/,8 Rosenkranz-«. — Stadtpfarrkirche. 5V» Korn.. 5s/< M , ^ M. u. Kom. b. MütterbereinS, 8 M. u. Pr. (1. Schulgb.), 9V» Pfarramt u. Pr.. 11 M. u. Pr. (2. Schulgd.), l1/» f. 6. Iungfr., 2V» Druberschaft vom hl. Erzengel Michael, 3V« A. f. b. Mütterverein. - Pfarrkirche zum heiligen Geiste. */<7 Kom., 7 Frühm., 8 Pr., Amt m. Som., i/,5 Ehr., 6 A. — SodalüSt. V-10. - Severikirche. Sonntags '/»", werltagS 605 M. — Herz-Jesu-Heim. 6 Frühm., 8 Amt m. Pr., 2 A. (Mittw. abends 8 A.) — Michaelskirche.2Jesur-Maria.Joseph-BruberschaftS-Ä.— Frauenberg. 6, 6, 6Vi, 7 u. 8 M., 9 Amt, nachm. *- Kreuzweg-A. m. Pr. (auf dem Kalvarienberge).
Ottilien-Oktav in Riesig.
Sonntag, 29. August. Morgens 7 AuSt. der hl. Kom. u. Gelegenheit z. hl. Beichte, 9 Hochamt u. Pr., nachm. 2 And. u. Auflegung der Reliquien. — Sn ben Wochentagen um 7 Gottesdienst. — Alle.Gläubigen, denen die Reliquie der hl. Ottilia aufgelegt wird, können einen Ablaß von 500 Tagen gewinnen, wenn ste mit reumütigem Herzen beten: Heilige Ottilia bitte für uns! — Am Sonntag selbst ist vollkommener Ablaß.
Evangelischer Golt-Sdienst.
Sonntag, 29. August. Sonn. 8 und 9V» Pfarrer Weber, 11 Kindergottesdienst. — Bieberstein. Bonn. 9 Pfarrer Reich.
Mtltllimgen Oer WtWn »townlMW.
In der nächsten Woche fällt die Bedienung der Fettkarten aus. Es wird bieserhalb auf die Bekanntmachung vom 19. August verwiesen. Die Krankenfettkarten werden mit hiesiger Butter bedient.
Der Preis für Butter — auch für die in dieser Woche ausgegebene — beträgt noch 13,40 Mk. bezw. 10,60 Mk. bas Pfund, firantenbufierausgabe an die Geschäfte: Donnerstag, nachmittag in der Molkerei.
Die kcnbenflerke Mich aus der Verteilung 21 kann in den Geschäften abgeholl werden.
Zuckerverleilung für September:
Die Septemberzuckerkarten sind in ben Geschäften sofort zur Voranmelbung zu übergeben. Anmeldeschlutz: Mittwoch, ben 1. September, Abgabeschluß für die Ge- schäfte bei der Lartenkontrolle: Donnerstag, den 2. September. Aus eine Karte entfallen 550 Gramm.
In der nächsten Woche werben die Aruh?arko,,el- abschnitte Nr. 26, 27, 28, 29 und 30 in nachstehender Reihenfolge auf gerufen:
Montag die Namen T bis Z, Mittwoch die Namen O bis S, Donnerstag die Namen K bis 51, Freitag die Namen E bis I, Samstag die Namen A bis D.
Abfertigungsstellen und Abfertigungszeit wie bisher. Außerdem ist die Abfertigungsstelle Schlotzstratze 1 (frühere städtische Verkaufsstelle) am Dienstag von 8 bis 12 und 2 bis 5 Uhr zur Einlösung aller Karten Set. Die abgeftempelten Abschnitte können von ben ern sofort beliefert werden (6 Pfund auf den Abschnitt). Der Preis für die Stufe III stellt sich jetzt auf 32 Mark. .
Ausgabe neuer Lebensmittelkarten am Dienstag, den 31. August: 1.) in Giesels Brauerei, 2.) im Bürgerverein (Eingang Rhabanusftt.), 3.) in der Kartenaus. gabestelle, 4.) im Gesellenhaus, 5.) im Frankfurter Hof, Löherstraße, 6.) in der Domschule. Ausgabezett H9
Ausgegeben werden Brot- und Fleischkarten für die 36., 37., 38. und 39. Woche, sowie die Magermilchkarten für September. Es wird gebeten, die Karten pünktlich abzuholen: Nachzüglicher haben mtt Unzuträglichkeiten zu rechnen.
Da bas ganze Personal für die Ausgabe nölig ist, bleibt die kartenkonkrokle am Dienstag geschloffen.
Am Miltwoch und Donnerstag, den 1. und 2. September, werden die Zusaßkarken und Dollmilchkarten für kranke und Müller, am Freitag und Samstag, den 3. und 4. September, die Doll milch karten für Lin
der für ben Alonat September gegen Nachweis der Be- zugsberechtigung nach folgender Einteilung in der Kartenausgabestelle ausgegeben:
Mittwoch und Freitag Vorm. an die Namen A bis G, Mittwoch und Freitag Nachm. an die Namen H bis M, Donnerstag u. Samstag Vorm. an die Namen N bis 6t, Donnerstag u. Samstag Nachm. an die Namen T bis Z.
Die Karten sind pünktlich in Empfang zu nehmen und zur Bedienung einzureichen. Nachzügler können ihre Karten erst 8 Tage später erhalten. Sämtliche Milchkarten sind den Verkaufsstellen sofort nach Erhalt zu übergeben.
Detforengegangene Lebensmittelausweise:
Die Ausweise Nr. 760 Maria Staudt, Löherstr. 7, Nr. 2309 Glitz, Leipzigerstr. 122, Nr. 4955 Mina Gold- schmidt. Friebrichstr. 5, Nr. 4763 Georg Schleicher, Bierzehnheiligen 25, Nr. 1006 Ida Schäfer, Waides 6, Nr. 5364 Wilhelm Völler, Schleifersgaffe 9 sind als verloren gemeldet; dieselben werden hiermit für ungültig erklärt. Lebensmittelkarten werden hierauf nicht mehr ausgegeben.
An die Mlchverkauf sstellen:
Die Milchkarten für den Monat September find in ber üblichen Weife spätestens am Montag nachmittag, ben 6. September, in ber Kartenkontrollstelle emzu- liefern. ________________________________
Amtliche Anzeigen
Dekarmlmachuna.
Auf Grund "der Ausführungs-Bestimmungen zum Umsatzsteuergefetz werben die zur Entrichtung ber Luxussteuer nud erhöhten Umsatzsteuer verpflichteten Personen, die eine selbständige gewerbliche ober berufliche Tätigkeit ausüben, bie Gesellschaften und sonstigen Per- fonenöereinigunaen im Kreise Fulda mit Ausnahme ber Stadt Fulda '(Steuerbezirk) aufgeforbert, bie vorgeschriebenen Erklärungen über den Gesamtbetrag ber steuerpflichtigen Entgelte im ersten Halsjahr 1920 bis spätestens 1. September 1920 dem unterzeichneten Um- satzsteueramt schriftlich einzureichen oder die erforderlichen Angaben an Amtsstelle mündlich zu machen.
Der Termin darf nicht Übergriffen werden.
Die Absicht der Gewinnerzielung ist nicht Voraussetzung für das Dorliegen eines Gewerbebetriebes im Sinne des Umsatzsteuergefetzes. Auch Angehörige freier Berufe, z. B. Künstler, sind steuerpflichtig.
Die Steuer wird auch erhoben, wenn und soweit bte steuerpflichtigen Personen usw. Gegenstände aus dem eigenen Betriebe zum Selbstgebrauch ober Verbrauch entnehmen. Als Entgelt gilt bann der Betrag ber am Orte und zur Zeit ber Entnahme von Wiederverkäufern ober, in ben Fällen ber §§ 21, 23 Abi. 1 Nr. 1, von Personen, bie bie Gegenstände nicht zur gewerblichen Weiterveräußerung erwerben, gezahlt zu werben, pflegt.
Verpflichtet zur Abgabe ber Erklärung finb:
1. biejenigen Gewerbetreibenden, die Lieferungen ber im § 21 des Gesetzes bezeichneten Luxusgegenstände im Kleinhandel ausführen und zwar auch dann, wenn ihnen bie Steuerentrichtung gemäß § 33 Abs. 2 Satz 3 des Gesetzes für einen kürzeren ober längeren Zeitraum gestattet ist, sowie auch die Oeroerbetreibenben, bte Ge- genftänbe der in § 23 unter Nr. 5 des Gesetzes genannten Art in bas Ausland verbringen.
2. Diejenigen Oeroerbetreibenben, die Luxusgegenstände ber.im § 15 bes Gesetzes bezeichneten Art her- stellen und veräußern und zwar auch dann, wenn ihnen bie Steuerentrichtung gemäß § 33 Abs. 2 letzter Satz des Gesetzes auf Grund bes Jahresumsatzes gestattet ist.
3. Diejenigen Steuerpflichtigen, die eingerichtete Schlaf- und Wohnräume in Gasthöfen, Pensionen ober Privathäufern nachhaltig zu vorübergehenbem Aufenthalt abgeben (Gasthofbesitzer, Wohnungsvermieter).
4. Diejenigen Steuerpflichtigen, bie die Ausbewah- rung von Gelb, Wertpapieren, Wertsachen ober Pelzwerk unb Bekleidungsstücken aus ober unter Derwen- düng von Pelzwerk gewerbsmäßig betreiben. Ausge- nommen finb Banken, Sparkassen und Krebitgenossen- schaffen, da sich für diese Betriebe ber Steuerabschnitt auf ein volles Kalenderjahr erstreckt. K
8. Diejenigen Steuerpflichtigen, bte Pferbe, Esel oder andere Reittiere gewerbsmäßig zum Reifen ausle,hen.
Ferner sind auch schon jetzt zur Abgabe der Erkla- runa verpflichtet Gewerbetreibende, bie Anzeigen tm Sinne bes § 25, Abs. 1 Nr. 1 des Umsatzsteuergesetzes vom 24. Dezember 1919 übernehmen, mit Ausnahme ber Zeitungen und Zeitschriften, für welche ber Steuer- abschnitt auf ein volles Kalenderiahr erstreckt tft Es kommen also schon jetzt in Bestacht: Anzeigen in son- fügen Druckschriften, (Handzetteln, Büchern, Kalendern, Adreßbüchern, Programmen usw.) Gefchaftsempfehlun* gen, Kataloge, Prospekte, Anschläge (Plakate), Reklame- films, Aufschriften auf Verpackungen und Etiketten, auf Sierunterfäften, Aschenbechern - usw., Zugabeartikel, wenn sie durch Aufschrift ober Ausstattung auf das Un- fern ebnen und feine Leistungen Hinweisen, Ueberlassung von Flächen und Räumen zu Reklamezwecken, Ankun- bigungen, bei benen durch Beleuchtung mit Schemwer- fern, Umherstagen von Tafeln, Umherfabren von Re- Namewaqen, Ausrufen usw. die Aufmerksamkeit ange- zogen wird. Die Unternehmer, die Anzeigen in Ze,tun- gen unb Zeitschriften aufnehmen, brauchen setzt keine Steuererklärung abzugeben, für sie gilt das Kalender- fahr als Steuerabfchnift (§ 138, Abs. 2 a der Ausfuh» rungsbestimmungen zum Umsatzsteuergesetz.
Die Einreichung ber Erklärung kann durch, erforber» sichen Falls zu wieberholende, Orbnungssstafen. dis zu je 500 Mk. erzwungen werden. Umwandlung in Haft ist zulässig. Wer meint, zur Erfüllung ber Aufforderung nicht verpflichtet zu fein, hat dies bem Umsatz- fteueramt rechtzeitig unter Darlegung der Grunde mit« zuteilen. . ... . ....
Das Umsatzsteuergesetz bedroht benjentgen, ber über ben Befrag ber Entgelte wissentlich unrichtige Angaben macht und vorsätzlich die Umsatzsteuer hinterzieht ober einen ihm nicht gebührenben Steuervorteil erschleicht, mit einer Geldstrafe bis zum 20fachen Befrage ber ge- fährdefen und hinterzogenen Steuer ober mit Gesang- nis. Der Versuch ist strafbar.
Zur Einreichung der schriftlichen Erklärung sind Vordrucke zu verwenden. Bis zu 2 Stück können oon jebem Steuerpflichtigen bei dem unterzeichneten Umsatzsteuer* amt kostenlos entnommen werben.
Steuerpflichtige sind zur Anmelbung ber Entgelte verpflichtet, auch wenn ihnen Dorbrucke zu einer Er- klürung nicht zugegangen sinb .
Bei Nichteinreichung einer Erklärung, bie durch eine Ordnungsstrafe geahndet werden kann, ist das Finanzamt befugt, die Veranlagung auf Grund schätzungswei- fer Ermittlung vorzunehmen.
Fulda, den 25. August 1920.
Der Landrat: Frhr. v. Doernberg.
Unter dem Rindviehbestand ber Witwe Reith in Silges, Kreis Hünfeld, ist Maul- und Klauenseuche festgestellt worben.
Fulda, ben 21. August 1920. (151
Der Landrak: Frhr. v. Doernberg.
Sn ber Gemeinde Schachen, Kreis Gersfeld, ist in einem Gehöfte die Maul- und Klauenseuche ausgebro* chen.
Fulda, den 21. August 1920.
Der Laadrat: Frhr. v. Doernberg.
Ausgebrochen: Die Maul- und Klauenseuche in Nüst und Großenbach im Kreise Hünfeld, sowie in Eichenrod, Herbstein, Hopfmannsfeld, Bernsbausen, Uetzhausen unb Ilbeshausen, Kreisami Lauterbach i. Hessen.
Fulda, ben 22. August 1920.
Der Landral: Frhr. ». Doernberg.
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