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Jls. 193.

Samstag, 21. August 1920.

--- Fuldaer Zeitung

Druck der Fuldaer Aetieadrnckerei 1« Fuld»

Prinz Max üder Teutschlanvs Not.

Prinz Max von Baden, der nach Hertlmgs Abgang, als «chts mehr zu retten war, zum Reichskanzler ernannt HS noch wenigen Wochen von der Revolution weggefegt morden war, hat das Bedürfnis gefühlt, sich zu einem «rrtreter derNeuen Bad. Landeszeitung"' über unsere jJttKtc und äußere Lags zu äußern.

Er billigt die Unterzeichnung des Abkommens von zmo, do der sichere, aber spätere Einmarsch der Franzosen Ruhrgebiet der sofortigen Besetzung vorzuzichen ist, gflb bezeichnet als besonders beklagenswert nicht nur den Msischen, sondern den seelischen Zusammenbruch unseres Alkes. Bei Aufrechterhaltung des westlichen Drucks ist ,,ch der Auffassung des Prinzen ein nachhaltiger Wider- Sand Deutschlands gegen die moralische Invasion des Bol­schewismus nicht zu erwarten.

' Gibt es für Deutschland nun einen Weg ins Freie? E, gibt nur eine schmale Hoffnung, jeder andere Weg führt Dcher zum Verderben: die unbedingte Aufrechterhaltung der R e o t r a l' i ä t nach Osten und Westen und ein letzter verzweifelter Versuch, die Revision des Versailler Frie- hvnz herbeizuführen. Unter Neutralität gegen Osten ver- «vht Prinz Max nicht nur den Schutz der Grenzen, sondern auch der Seele des Volkes, denn der Dol- schewismus ist dos furchtbarste System, das jemals erson- gtn worden ist. Aber das System funktioniert noch, weil h« vom Zarismus übernommene Spitzel- und Polizei- apparal noch wirksam ist, und weil die Gewalthaber sich eine militärische Gewalt geschaffen haben, dank der Der- lockung, sich dem heimischen Elend durch Eintritt in die bevorzugte Armee zu entziehen. Deutschland muß mit seinem furchtlosen Bekenntnis zur Demokrat die Regie­rung von morgen in Rußland begrüßen.

"Den Regierungen des Westens aber muß eingehämmert gerben, daß Deutschland kein geordnetes Kjaatswesen bleiben kann, daß die soziale und wirt* schoftliche, Auflösung unvermeidlich sind, es sei denn, der Versailler Frieden wird revidiert. Prinz Na; denkt dabei nicht an bloße wirtschaftliche Erleichterun- gen/ überhaupt nicht an eine allmähliche Revision, an die uns wohlgesinnte Engländer zu glauben bitten. Europa trennt heute. Man kann das Löschen nicht vertagen. Es handelt sich um nicht mehr und nicht weniger, als um die Wiederher st ellung der Dertrogsgrundlage der vierzehn Punkte, die in Versailles gebrochen worden ist. All die künstlichen Gebilde des Versailler Vertrages sind heute schon von dem Zusammenbruch bedroht oder sind schon zusammengebrvchen. Das Schicksal Polens ist rin schreckendes Beispiel. Der polnische Staat kann nur wie­der aufaerichtet werden, wenn er entsprechend den Wilson, scheu Worten nur eine unbestritten polnische Bevölkerung umfaßt. So sollte der Osten zum Ausgangspunkt für die staatsmännische Neuordnung werden. Gewiß die Hoff­nung ist sehr schmal. Sie beruht eigentlich allein aus der Tatsache, daß heute die Revision des Friedsnsvertroges nicht nur von der europäischen Not gefordert wird, son­dern auch vom Selbsterhaltungstrieb des englischen Reiches. Denn auch in England versagt die moralische Autorität: in Aegypten, Indien und vor ollem in Irland. England greift zu nervösen und toben Gewaltmaßnahmen, die sich zwangs­läufig ft ei gern müssen und immer größere Erbitterung pnd immer maßlosere Ansprüche zeitigen; nichts mehr von bet historischen Haltung der Festigkeit und des Vertrauens.

Werden entsprechend der großen Tradition des engli­schen Liberalismus, dieser Kraftquelle des englischen Im­periums, die ungeüörten Warner hinzufpringen und den Dogen noch rechtzeitig herumrsißen? Für diesen Libera- sismus, so schloß Prinz Max seine Ausführungen, gibt es keinen Patriotismus, der das Recht fremder Völker mit Füßen treten darf. Seine erste nationale Tat wäre R e- sifion des Versailler Friedens.

Christlicher Metallarbeiterverband.

Am 15. August begann im Saalbau zu Esten unter Anwesenheit zahlreicher Vertreter aus ganz Deutsch, land die neunte Generalversammlung des Christlichen Metallarbeiterverbandes, welcher mit seinen rund 220 000 Mitgliedern der größte Verband innerhalb der christlichen Gewerkschaftsbewegung ist. Der Verbands- Vorsitzende, Reichstaqsabg. Franz Wieder, eröffnete die Generalversammlung, zu der als Gäste u. a. erschie­nen waren: Reichspostminister Giesberts und Unter­staatssekretär Becker vom Reichsarbeitsministerium, fer­ner von ausländischen Metallarbeitetorganisationen Ver­tretet aus Holland, Oesterreich und der Schweiz. In einer eindrucksvollen Begrüßungsrede kennzeichnete Der. bandsvorsitzender Wieber die großen Aufgaben der chrisllichen Gewerkschaftsbewegung, die auf ideellem und materiellem Gebiete liegen. Eine wahre Erneuerung der Gesinnung sei nur im christlichen Geiste möglich. Gegen den Gedanken des Egoismus und des Mammo- nismus müßten wieder die sittlichen Kräfte geweckt und her Gemeinsinn in den Vordergrund gestellt werden. Erst dann sei eine wahre Erneuerung und ein wahrer Aufbau der deutschen Wirtschaft möglich. Nicht im ®e. danken des Klassenkampfes und der Ständezerfleischung, sondern nur im Geiste der Gemeinschaftsarbeit könne der Aufbau erfolgen. Nach dem vorliegenden Geschäfts­bericht fit der Verband von 150 Mitgliedern im Jahre 1899 auf 220 000 Mitglieder gestiegen. Während des Krieges wurden 34 000 Mitglieder eingezogen und 3000 starben den Heldentod. Der unglückliche Ausgang des Krieges habe den politischen, wirtschaftlichen, nationa­len Niedergang eingeleitet und die Revolution habe ihn vollendet. Die christliche Arbeiterschaft hat die Reoolu-

Jahrtaasgedanken.

Sechs Jahre find vergangen, da kämpften unsere Hei- aibigiftonen, die 21. und 25. Division, gegen einen ge- »eiligen Feind, der sich in den undurchdringlichen Wäldern von Neufchäteau, von Ochamps und auf den sonnen- Mhenden Höhen von Dertrix bereit hielt. In lohendem Ginster, in Waldesdickicht, in reifendem Korn bluteten und starben unsere Tapferen, aber sie siegten . . .

Damals warfen sie einen übermächtigen Feind, weil sie dwerlich stark waren, weil ein alles überragendes Pflicht­gefühl jene Kämpfer befeelte, weil eine über jeder Partei stehende leuchtende Vaterlandsliebe in den Seelen jener tapferen brannte . ..

Und zwei Jahre sind heute vergangen, da stemmten stch wiederum die Helden, die 1914 jauchzend siegten, in Stimmiger Entschlossenheit gegen die zermürbenden, erdros­selnden Angriffe einer ungeheuerlichen Gegnerschar. Wie­der waren es Hessen und Nassauer,'die litten und starben. Stur noch ein kleines Häuflein damals, unsere 21. und 25 Division, welche den erbitternden Stürmen der Briten »verstanden: jene an der Römerstraße, diese zwischen stllbert und der Somme . . .

Don Hunger und Sorge gedrückt, kämpften jene Braven »ii grimmiger Zähigkeit. Noch trieb der aste Geist des Pflichtgefühls zum Aushalten trotz Not und Tod; Weib Kind, der häusliche Herd, über allem das Vaterland stvnden auf dem Spiel ...

Noch einmal griffen die mageren Hände fester um das Gewehr, ans Maschinengewehr, feuerten aus glühheißen beschützen und hielten . . . hielten den rasenden Ansturm, stehen ihn in todesmutiger Abwehr zerschellen . . .

Blutiger Widerschein dämmert herauf bei der ©rinne- ^Hg an jene Tage, da wir noch stark waren.

Heute ist unsere Wehr zerbrochen. Sie würde uns »sch nichts helfen, wenn sie nicht in dem Geiste gehandhabt »*tb, der uns in den Kämpfen vier lange Kriegsjahre peelte, der Geist von 1914. Ihn müssen wir wieder er» »9gen, doch nicht mehr zu blutiger Arbeit und Zerstörung, »"dern zu aufbauender Arbeit und friedvoller verstän- stgung. Jene Einheit muß uns wieder beglücken, die ^gesetzten und Untergebenen verbapd, Einigkeit in dem ®t86en, herrlichen Gefühl, dqß wir trotz unserer großen

tion nicht gewollt und auch nicht mitgemacht. Nachdem die Revolution aber ausgebrochen, hat auch die christ­liche Metallarbesterschaft an vielen Orten tätig mit ein- gegriffen, um Schl nuneres zu verhüten und ordnungs- mäßige Zustände zu schaffen. Die da und dort aufge­tretenen Bestrebungen auf Errichtung einer eigenen Partei der christlichen Arbeiterbewegung lehne die christliche Metallarbeikerschaft schon aus prinzioiellen Er­wägungen entschieden ab . Nach wie vor müsse daran festgehalten werden, den entsprechenden Einfluß in allen bürgerlichen Parteien zu erreichen. Sodann beleuchtete Referent die wirtschaftlichen Derhältnisse, die er als niederdrückend bezeichnete. Versailles und Spaa er­drosselten das deutsche Wirtschaftsleben, dazu kämen die vielen wilden Streiks, die ebenfalls, die deutsche Wirt- schäft unterminierten. Die Möglichkeit zu einer Besse­rung läge nur darin, daß zunächst ein energischer Ab­bau der Preise aller Produkte erfolge, dem dann fpa­ter auch der Abbau der Löhne und Gehäller folgen müsse. Bezüglich des Achtstundentages betonte Redner, daß bereits auf der 3. Generalversammlung des christlichen Metallarbeiterverbandes im Jahre 1904 die Forderungen auf Verkürzung der Arbeitszeit, Ein- führung des Achtstundentages und Abschluß von Tarif­verträgen erhoben worden feien. Diese Forderungen seien erfüllt worden. Die Arbeiter in der Metallindustrie, insbesondere der Schwereisenindustrie, sowie der ande­ren schwer arbeitenden Berufe hätten ein dringendes Anrecht auf den Achtstundentag. In der gegenwärtig geltenden schematischen Arbeitszeit, die keine Rücksicht nähme auf die Art, die Schwere und die Gesundheits- fchädlichkcit, müsse eine Ungerechtigkeit erblickt werden. Dies würde namentlich für die Feuer- und Schwerst­arbeiter eine weitere Verkürzung der Arbeitszeit gerecht­fertigt erscheinen lassen. Die Auftechterhaltung des Acht- stundentages habe zur Dorausfetzunq, daß innerhalb dieser Arbeitszeit volles Pflichtbewußtsein an den Tag gelegt und alle Kräfte angesnannt werden müßten, um unserer barniebertiegenben Volkswirtschaft wirklich zu helfen.

Am zweiten Derbandlungstage kamen zunächst die Delegierten von Danzig, Schlesien und dem Saargebiet zu Worte, die in beredter Weise die Not ihrer Länder schilderten und den Treueid ablegten, daß die Deutschen dort stets unentwegt deutsche Männer bleiben würden- Die Generalversammlung nahm dieses Bekenntnis zum Deutschtum mit großem Beifall auf . Darauf sprach Ge- werkschaftssekretär Dr. Brauer lKölni über christliche Arbeiterbewegung und wirtschafllichen Wiederaufbau. Er führte u a. aus, daß bte Kräfte für bas Gedeihen der neuen Zeit in der Erkenntnis der alten Zeit lägen. Die Gegnerschaft gegen den KavitaliSwus sei nicht nur krankhaft, sondern gefährlich. Die Sozialisierung dürfe nickt einfach über wirtschaftliche Möglichkeiten hinweg, gehen. Der berufliche SolidariSmuS werbe den beruf. Heben E oismus besiegen und die Gewerkschaft habe in dieser Richtung eine große Aufgabe.

Im weiteren Verlauf der Tagung wurde die Rot. Wendigkeit der po litiscken Neutralität der christ. licken "'jy>etterbetoeaung besprochen. Eine Entschließung fordert, daß an dem parteipolitischen neutralen Charafter der christlichen Gewerkschaftsbewegung nach wie vor unerschütterlich festgehalten werden müsse. Die parteipolitische Neutralität der Bewegung sichere die Möglichkeit, die Anhänger aller parteipolitischen Rich- tungen zu gewerksckaftllcker Arbeit zusammenzufassen. Eine andere Entschließung erklärt, daß man von weite- ren Lohnforderungen nur dann Abstand nehmen könne, wenn ein durchgreifender und fühlbarer Abbau der Preise für alle Lebensbedarfsgegenstände borge» nommen werde. Die Genossenschaftsbewegung soll alS Selbsthilfebewegung zur Stärkung der Kaufkraft ge. fördert werden. Des weitern wurde gegen den Klafsenkampf eine Entschließung angenommen und an seiner Stelle die Arbeitsgemeinschaft empfohlen, welche den Weg zur Erstarkung der deutschen Wirtschaft bilden könne. Eine weitere Entschließung sieht in den Selb st bewirt sck af tu ngSkörpern diejenigen Ein. richtungen, die entsprechend ihrer Zusammensetzung be. sonders geeignet seien, nach diesem Gesichtspunkt bte heimatliche Volkswirtschaft zu fördern. Sie fordert deshalb den lückenlosen Ausbau paritätisch zusammen, gefetzter SelbstbetvirtschafttlngSkörper, die christliche Metallarbeiterschaft erilärt sich zur verantwortungsvollen Mitarbeit bereit. Zum Achtstundentag wurde eine Entschließung im Sinne der Ausführungen des Abg. Wieder angenommen, die die gegenwärtige schematische Arbeitszeit als Ungerechtigkeit bezeichnet, namentlich für die Feuer- und Schwerstarbeiter sei eine weitere Verkürzung gerechtfertigt. Angesichts der barnieberlie« genden Wirtschaft und des drohenden Ruins könne der Achtstundentag nickt besser geschützt werden, als durch pflichtbewußte Ausfüllung der regelmäßigen' Arbeitszeit.

Vermischtes.

* Blitzschlag in eine marschierende Truppe. Bei einem Uebungsmarfch wurde bei Meinerzhogen (Wests.) eine Truppe Reichswehr von einem Gewitter überrascht. Der Blitz schlug in die marschierende Truppe, von der nach einer bisher amtlich nicht bestä­tigten Meldung 16 Mann getötet worden sein sollen.

* Einbruch in die Vhysikallsch-lechnlsche Reichsanstall. Noch ist der schwere Giftdiebstahl in Berlin nicht auf-

Not Deutsche sind. Unser« Arbeit muß beweisen, daß wir es erzwingen wollen, wieder aufzusteigen, in stetigem Schritt, in friedsicher Entwicklung zu neuer Größe.

Sm Osten hämmert der Krieg vor unseren Toren, im Westen baffen sich dunkle Wolken, hören wir hie Mahnung, die uns aus ihnen klingt? R. WM.

Zweite deutsche Quickborniagung.

Tagung soll fein! Auf zum 2. deutschen Quickborn- tag aus unserer Sonnenburg Rothenfels am Mais! So schallte es durch alle deutschen Gaue. Und die Quickborn- jugenb nahm den Ruf auf und zog noch der Burg, um gemeinsam an Quickborns weiterem Ausbau zu arbeiten. Kerner sollte von unserer Bürg ziehen, dem in ihren Mauern nicht das Herz warm geworden, der nicht gefühlt, was es heißt, Quickborner zu fein! Wir wollen Quickborn wetter ausbauen. Aber nicht auf den Ausbau nach außen hin wollen wir unser Hauptaugenmerk richten, nein, nach innen wollen wir stark und fest werden, damit kein Sturm komme er, von wo er wolle uns schaden kann.

Nach unserer Burg sind wir gezogen von Ost und West, Süd und Nord, Bayern, Franken, Sachsen, Schlesier, Rhein- lönder, Elsässer, Deutsch-Oesterreicher, alle waren vertreten. 1200 Quickborner waren mir. Auch Holländer waren zu uns gekommen. Doch was sagen Zahlen! Der Geist machts, der die Leute befeeU! Aber was für ein Geist durchzieht unsere Ouickbornjugend? Ein neuer, reiner, frischer Geist ist er, der sich bäumt gegen die Fesseln öden Philistertums, dem unser heutiges Stutzertum ein Ekel ist, der mit Abscheu sich von all dem Gemeinen und Un­schönen in unferm Gesellschaftsleben wendet und dem Ma- terialismus, der die Menschen unserer Tage knechtet, Fehde onsagt. Reiner Natürlichkeitssinn erfüllt uns. Er zeigt. uns die Bahnen, die wir gehen müssen, und bewahrt uns vor Phantasterei. Er lehrt uns unfern Glauben schätzen und i n Ehristus unfern Führer sehen.Quickborns Gralsburg" wurde auf der Tagung unsere Burg genannt. Sie ist uns ein nie versagender Quell, an dem wir neuen Lebensmut und Lebenskraft schöpfen.

Don 8.-11 August fand die Tagung statt. Die statt- siche Burg war zu Nein, um allen Unterkunft bieten zu können. Tausend Dank drum den Bewohnern von Dorf

geklärt und schon wieder hoben sich Einbrecher gewaltsam Zugang in ein öffentliches Institut verschafft. Die Physi- kalifch-technifche Reichsanstalt in Charlottenburg ist nächt- sicherweile von Geldschrankeinbrechern heimgesucht worden. Di« Diebe stahlen 3000 Mk. bares Geld und für über 100000 Mk. Gold und Platin.

Literarisches.

Mein lieber Junge. Briefe von Alfons Sin5. Verlag der Fuldaer Aetiendruckerei, Fulda. Preis 5 Mk.

Ja, mein lieber Junge, gerade D u bist es, an den sich daS Buch wendet, und D u bist es, von dem eS handelt. Jeder Junoe hat heutzutage innerlich zu kämpfen, auch Du! Dabei brauchst Du aber Führung. Die will dieses Buch Dir geben. Alles, was eine Jüno- lingSseele, auch die Deine, bewert, wird hier durchge» sprocken. Die Zweifel und Entmutiounaen, da? Ringen und Kämpfen um die Wahrheit, all W erlebst Du ge­radezu mit dem Helden des Buches, hier findest Du Dich selbst wieder mit Deinen Irrungen und SBtrrunaen, mit Deinem Sanaen und Bangen, mit all den Sorgen und Bekümmernissen Deiner Seele, aber auch mit der tiefinnerlichen Beruhigung, gewonnen nach heißem Streit, der köstlichen Erfrischung im kristall­klaren Bade der Wahrheft, mft dem befreienden Auf­jauchzen nach wieder gewonnenem Seelenfrieden. Gar manche Briefe werden Dich anmuten, als seien sie eiaens nur für Dich geschrieben, als habe der Ver. f aff er gerade Dir tief in die ©ee'e geschaut. Wenn immer Du im Zweifel bist, lag dies Buch Dir Führer sein. Es hilft Dir durch ein unbeugsames »Ich will" zu einer gefestigten Weltanschauung Dich durchzuringen. Auch die Freunde der Ju:end und alle, die mit ihr zu tun haben, können das Büchlein brauchen. Sie werden eS mit der größten Befriedigung lesen und bestätigen, daß der Verfasser die Juciend mit ihrem seelischen Er­leben kennt, wie wenig anders. 2. S.

GsItesdienjtordnLNg.

Katholischer Gottesdienst.

S o n n t a g, 22. Aucust. Dorn. V;6, 6, Va7 u. 7 M., i. d. 6 M. Korn. d. christl. Mütterverein?, 8 Pfarramt u. P- VilO Kathedralamt u. Pr, 11 Ehr. f. d Jung!., i/,12 M. u. Pr, Va2 Mickaels-Brudersckaft, 2 Ehr. f. d. Junafr., 4 Pr. u. A., 7 A. MontaoSAS Roscnkranz-A. Stabtpfarrkirche. Ewige? Gebet. Vollkommener Ablaß. 57. Anss. u. Som.. 57« u. 67« M., 8 Amt fl. Schulgd.), 97, Pfarramt. 11 M. (2. Schulg,.). 1112 Beist, f. d. Jünil., 12-1 Betst. f. d. 'Männer ,A. v. d. Todesangst d. Herrni, 12 Berit, f, d. Schulknaben (1. Fron! -A.s, 23 Betst. f. d. Schulmädchen (2. Front - A.7 3-4 Beist, f. d. Jungfr. (3. Fronl.-A.i, 45 Betst. f. d. Mütter (4 Frvnl.-A.), 56 allgemeine Beistunde 15. Fronl.-And.), 6 Schlutz-Ändacht, Te Deum, Umgang, Segen. Pfarrkirche zum heiligen Geiste. */«7 Korn., 7 Friihm., 8 Pr, Amt m. Kom., V.5 Ehr.. 5 21. Severikirche. Sonntags M«TI, werktags 6 M. Michaelskirche. 2 Brudersch. v. d. 7 Schmerzen Mariens. Herz-Jesu-Heim. 6 Frühm.,8 Anft m. Pr., 2 A. (Mittw. abends 8 A.) Frauenberg. Fest der sieben Freuden Mariä, Titularfesi der Klosterkirche. (Ä blaß tag für alle Gläubigen.) M. von 57, 8 Bruderschaftsm. m. Pr., 9 Pr. u. Setritenamt m. sakrarn. Segen, nachm. 2 Pr. u. A. Die Einkleidung u. Prosetzabnahme des 3. Ordens findet erst am 19. September statt.

Rochusoktav zu Kämmerzell.

Sonntag, 22. August. 9'/, Amt u. Predigt i. d. Pfarrk. In der Rochusk. nachm. V»4 Ansprache u. A. vor ausgesetztem hochwürdigsten Gut; Auflegung einer Reliquie d. hl. Rochus, Opfer f. eine neue RockuSg,locke. Das Allerheiligste ist in der Kapelle bis V18 abends.

Evangelischer Gottesdienst.

«Sonntag, 22. August. Vorm. 8 und 9Vi Pfarrer Hofmann, 11 Kindergottesdienst.

MeilUAW der MMea WUUWNikkeiMe.

21 August 1920.

In der nächsten Woche entfallen auf jede Fettkarte 60 Gramm Schmalz zu 10, °4l das Pfund (Restvertei- lung), sowie 30 Gramm hiesige Butter. Der Ladenpreis für Butter erfährt voraussichtlich eine Aenderung uni wird noch bekanntgemacht. Abgabe an die Verbraucher: Freitag und Samstag. Schmalzausgabe an die Geschäfte: Don­nerstag vormittag 9 bis 12 Uhr im Schlachthof (pünktlich «len!). Butferansgabe: Donnerstag nachmittag in alteret.

Verkeilung Nr. 21.

Äusgegeben wird auf den Kopf 1 Dose gezuckerte fon- deufierte Vollmilch zum ermäßigten Preise von 7, «M. (unter Einkaufspreis).

Anmeldungen auf Derteilungskorte 21 an die Nah­rungsmittelstelle. Anmeldeschluß: Dienstag den 24. August.

Mit der Verteilung des angemetbeten Auslandszuckers ist voraussichtlich innerhalb der nächsten 14 Tage zu rechnen. Statt eines halben Pfundes kann infolge einer nachträglichen Mehrzuweisung dreiviertel Pfund aus den Kopf ausgegeben werden. Näheres über die Ausgabe wird noch bekannt- gemacht.

und Stadt Rothenfels, die uns gastfreundlich ihre Scheu­nen weit öffneten. Der Samstag abend vereinigte uns zum erstenmal auf der Burg zum fiöhsichen Singsang. Am Sonntag baten mir beim Festgottesdienst im Freien Gott um Segen für unsere Tagung und für unsere Bewe­gung! Darauf Festzug! Unter Gesang und Lautenklang zogen mir den Burgberg hinab, durchs Städtchen, wieder herauf, durchs Dorf, in den Burghof. Unterwegs hatte es geregnet, Blumenregen natürlich! Nun begann das Sieben". Dis 2 Uhr mittags! Wir standen im Hofe, den unbarmherzigen Strahlen der Sonne ausgesetzt. Aber wir in unserer Begeisterung mertten davon kaum etwas. Am Nachmsttag nun da haben wir uns zusammen ge­freut. Wir haben im Durggraben gesungen, Theater und Reigentänze aufgeführt. Unsere Gastgeber von Rothenfels waren natürlich auch eingeladen. Dann aber haben wir auch unser Nachtgebet verrichtet, im Freien! Das war schön! Am Montag morgen gedachten wir bei der heil. Messe unserer Toten. Dann begannen die Beratungen. Das war nun unsere eigenlliche Tagung, Montag, Diens­tag und Mittwoch morgen. Da sprachen unsere Führer zu uns. Richt dietoten". Nein die, die aus unfern Reihen hervorgegangen waren! Und sie sprachen zu unser« Herzen. Was sie uns geben konnten, das gaben sie uns. Und sie konnten uns sehr viel geben. Wir danken ihnen dafür. Sie hoben uns um vieles reicher gemacht. Reicher an Erfahrung, Lebensmut, Freude und an wahrer, echter Liebe zu Gott und den Menschen. Wovon wir Menschen am meisten erfüllt sind, davon können wir oft am wenigsten sprechen. Ich glaube, auch vielen von uns geht es so. Dos, was uns unsere Führer gesagt hoben, wühlt in uns, beschäftigt uns immer wieder. Aber wir können es oft nicht wiedergeben. Rur hin und wieder gewinnen die Gedanken klare Form und ringen sich los» «erben zu Worten. Jugend Hot ihre eigene Sprache und bte versteht das Alter leider oft nicht.

Wir haben uns auf unserer Burg gefreut, haben ge­jubelt, haben uns ausgefoft, aber wir haben auch ernste Stur,den erlebt. Welche waren wohl die schönsten und besten? Rothenseis ist uns Quickbornern eine zweite Hei­mat geworden. Immer wieder zieht es uns nach ihr hin. Die Burg und unser Quickborn sind uns teuer, ja sie sind uns unentbehrlich geworden. O. K.

Die in den Händen der Verbraucher befindlichen Fleifch- karlen sind, obwohl die Reichsfleischkarie an sich vom 23. August ab fortfällt, für die Fleischoersorgung dennoch in der bisherigen Weise bei den Metzgern einzureichen. Noch Ablauf der beiden Abschnitte Nr. 34 und 35 wird einstweilen eine örtliche Fleischkarte benutzt, die bei der nächsten Kartenausgabe mit ousgegeben_ roirb. während di« grünen Sonderkarten Nr. 13 bis 24 für die kommenden Fettausgaben gemäß Bekanntmachung vom 19. August ver, wandt werden sollen; diese Sonderkarten sind also sorx» faltig aufzubewahren.

Betrifft Frühkartoffeln.

In der nächsten Woche werden die Frühkartoffelabschnitte Nr. 35. 36, 37 in nachstehender Reihenfolge aufgerufen:

Montag die Namen U bis Z, Dienstag die Nomen S bis T, Mittwoch die Namen N bis R, Donnerstag die Nomen I bis M, Freitag die Namen E bis H, Samstag die Namen A bis D, Abferttgnngsstellen: 1) Schloßstrahe 1 (frühere städt. Verkaufsstelle^, 2) Gesellenho'is. Florengasse. 3) Giesels Brauerei, Leipzigerstraße. AbserNgungszeit: 8 bis 12 und 2 bis 5 Uhr. Die abgestempelten Abschnitte können sofort von den Händlern mit Kartoffeln bedient werden. Auf einen Abschnitt entfallen 6 Pfund.

Es wird gebeten, die vorgesehene Reihenfolge einzichal- ten, damit kein unnötiger Aufenthalt entsteht. Die Ange­stellten sind angewiesen, bei starkem Andrang Verbraucher, die nicht an der Reihe sind, zurückzuweisen.

Der Preis für die Stufe III stellt sich jetzt auf 37, M und wird voraussichtlich in den nächsten Tagen eine wei­tere Ermäßigung erfahren. Nach Bedienung der Abschnitte 35, 36 und 37 werden die früheren Abschnitte 26 bis 30 der Reihe noch aufgerufen; bieje sind also sorgfältig auf- zubewahren.

Amtliche Anzeigen.

Mehseuchenpoliteiliche Anordnung.

Zum Schutze gegen die Maul - und Klauenseuche wird auf Grund der §§ 18 uff. des Viehseuchengeietzes vom 26. Juni 1909 (R. G. Bl. S. 519) m t Ermächtigung des Herrn Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forsten olgendes bestimmt:

1. Allgemeines.

§ 1. Nachdem der Ausbruch bet Maul - und Klauen­seuche unter dem Rindviehbestande des Gastwirts August Vogel in Margretenhaun und des Domänenoächters Sunt- hehn in Obergötzenhof anttstierärzilich festgestellt worden ist, wird zu 1 für die Gemeinde Margretenhaun und zu 2 für das Vorwerk Obergötzenhof (nebst Diehwoiden) und die zur Station Götzenhof gehörigen Häuser folgendes un­geordnet:

Die Abhattung von Klauenviebmärkten und der Handel mit Klauenvieh und Geflügel, der ohne vorgängige Bestellung entweder außerhalb d. Eemeindebezirks bergemerbl Niederlassung des Händlers oder ohneBegründung einer solchen statt findet. Als Handel im Sinne dieser Vor­schrift gilt auch das Autsuchen von Bestellungen durch Händler ohne Mitführen von Tieren und das Aufkäufen von Tieren durch Händler.

2. Sperrgebiet

A. Vorschriften für die SenchengehSfke.

8 2. lieber alle Ställe, in denen Klauenoieh steht, wird die Sperre verhängt.

§ 3. Die gesperrten Ställe dürfen, abgesehen von Not­fällen, nur vom Besitzer der Tiere oder der Ställe, dessen Vertreter, den mit der Leaufsichtigurn, Wartung und Pflege betrauten Personen und Tierärzten betreten werden 1 Personen, die in abgelperrien Ställen verkehrt haben, dürfen erst nach vorschriftsmäßiger Desinfektion das Gehöft verlassen. ,

§ 4. Dass Geflügel (ausgenommen Tauben) ist so zu ver­wahren, daß es das Gehöft nicht verlassen kann.

§ 5. Zur Wartung des Klaueno ehs dürfen Personen, nicht verwendet werden, die mit fremdem Klauenoieh in Berührung kommen.

B. Vorschriften für nicht verseuchte Gehöfte d. Sperrbezirks.

§ 6. Sämtliches Klauen vieh unterliegt der Absonderung im Stalle. Rindvieh, Schafe, Ziegen und Schwebte dürfen zu keinem Zweck auch nicht zum Decken aus den Ställen herausgebracht werden.

Alle Hunde im Dorf sind festzuleoen. Der Festlegung ist das Führen an der Leine und bei Ziehhunden die feste Anfchmung.gleich zu erachten. Die Verwendung von Hirtenhunden zur Begleitung der Herde und von Jagd­hunden bei der Jagd ohne Leine kann gestattet werden

§ 7. Schlächtern, viehkaftrierern sowie Händlern und anderen Personen, die cewerbsmäßig in Ställen verkehren, ferner Personen, die ein Gewerbe im Amherziehen aus« üben, ist das Betreten aller Ställe und sonstigen Stand­orte von klauenoieh im Sperrbetirte, desgleichen der Eintritt in die Seuchengehöfte verboten.

In besonders dringlichen Fällen kann die Ortspolizei­behörde Ausnahmen zulasten.

§ 8. Dünger und Jauche von Klauenvieh, ferner Gerät­schaften und Gegenstände aller Art, die mit solchem Vieh in Berührung gekommen sind, dürfen aus dem Sperrbezirke nur mit ortspolizeillcher Erlaubnis unter den polizeilich anzuordnenden Vorsichtsmaßregeln ausgeführt werden.

§ 9. Die Einfuhr van Klauenoieh in den Sperrbezirk sowie dos Durchtreiben von solchem Vieh durch den Besirk ist verboten. Dem Durchtreibcn von Klauenvieh ist das Durchfahren mit Wiederkäuergespannen gleichzustellen.

Die Einfuhr von Klauenoieh zur sofortigen Abschlachtung kann vom Landrat gestattet werden.

Die Einfuhr von Klauenoieh zu Nutz- und Zucht­zwecken ist nur im Falle eines besonderen wirtschaftlicken Bedürfnisses mit Genehmigung des Regierungs-Präsidenten, die beim Landrchsamt zu beantragen ist, zulässig.

8 10. Die Ausfuhr von schlachtreifem Vieh zur sofortigen Abschlachtung kann ausnahmsweile und nur in dringenden Fällen mit Genehmigung des Regierungspräsidenten er­folgen, die wie in § 9 Absatz 3 zu beantragen ist.

§ 11. Zuwiderhandlungen gegen die vorstehenden Be­stimmungen werden nach den §§ 74 ff. des obengenannte» Gesetzes bestraft.

§ 12. Diese Anordnung tritt sofort in Kraft. Sie wird auioehoben, sobald die Seuche abgeheilt und die vor- schristsmäßigeDesinfektion Ratigefunben hat u.abgenommen ist

Fuida, den 16. Auoust 1920

Der Londrak: 5. 53.: Köhler.

Die Maul- und Klauenseuche ist in 7 Gehöften ba Gemeinde Hilders, Kreis Gersfeld, ausgebrodjen. Die er­forderlichen Schutzmaßnahmen sind angeordnet.

Fulda, den 16. August 1920.

Der Laichrat. Frhr. v. Doernberg.

Erloschen: Die Räude unter der Schafherde in Rothe­mann.

Fulda, den 17. August 1920.

Der Landrat. Frhr. v. Doernberg.

Mit Zustimmung des Reichsarbeitsministers und des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft ordne ich auf Grund des 8 1 der Anordnung vom 23. Juli 1919, betreffend den Zuzug von ortsfremden Personen und von Flüchtlingen RGBl. S. 1353 an, daß Zigeunern der Aufenthalt in Heilbädern, Kurorten und Erholungs­stätten verboten ist.

Zuwiderhandlungen werden gemäß § 5 genannter Ver­ordnung mit Geldstrafe bis zu 1500 Mk. oder mit Ha« bestraft.

Berlin W. 66, den 27. Juli 1920.

Der Minister für Volksivohlfahrt.

3. D.: gez. (Unterschrift).

Wird veröffentlicht.

FuDa, den 14. August 1920.

Der Landrat. Frhr. v. Doernberg.