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angewiesen, gegen den Abbruch von Ziegeleien ein« .»schreiten und gegebenenfalls die Ziegel«» zu beschlagnahmen.

Unzulässige Drucksachen. In der Bevölke- rirng herrscht vielfach die Ansicht, daß Durch, schlage mit der Schreibmaschine zur Ver­sendung gegen die ermäßigte Gebühr für Drucksachen zur Postbeförderung zugelasien seien. Diese Auf­fassung ist irrig. Nach der Postordnung sind als Drucksachen nur solche Abdrucke oder Abzüge zu- lässia, die durch Buchdruck, Kupferstich, Stahlstich, Holzschnitt, Lithographie, Hektographie oder ein ähn- pches mechanisches Verfahren bergestellt sind. Schreib» uiaschmendurchschläge sind keine Vervielfältigungen im Sinne dieser seit Jahren bestehenden Bestimmung. Dagegen werden Abdrucke, die durch besondere Ver­vielfältigungsmaschinen mit Schreibmaschinentypen hergestellt sind, als Drucksachen nicht beanstandet. Dabei ist indes Voraussetzung, daß die Abdrucke als mechanische Vervielfältigungen deutlich erkennbar sind. Ferner ist vielfach die Meinung verbreitet, daß Briessendungen, auf denen außer Namen, Stand, Wohnort und Wohnung des Absenders noch 5 Worte handschriftlich angegeben find, in jedem Fall als Drucksachen versendet werden können. Auch dies trifft nicht zu. Nur gedruckte Besuchskarten, Weihnachts- und Neujahrskarten, auf denen mit höchstens 5 Worten oder chüt den üblichen Anfangsbuchstaben gute Wünsche, Glückwünsche, Danksagungen, Beileidsbezeigungen oder andere Höf­lichkeitsformeln ausgedrückt sind, werden gegen die Druckjachengebühr befördert.

Hvldensia.Bund ehemaliger Fuldaer Gymnasiasten, veranstaltet am 28. und 29. August eine Zusammen- kunft in Fulda. Anfragen auswärtiger Fuldenser find an den Vorsitzenden des Festausschusses, Herrn Regierungs-Bauführer Willi Hohmann, Lindenstraße zu ruhten. , _____________

vermischtes.

* Ein furchtbares Grubenunglück ereignete sich auf 6er Zeche Kaiserstuhl 2 des Eisen- und Stahlwerks Hoefch bei Dortmund. Als am Sonntag morgen der Maschinenwärter den zweiten Korb der Nachtschicht zu Tage förderte, ging der Kvrb zu hoch unter die Seil­scheibe. Das Seil ritz und der Korb stürzte über 350 Meter in den Sumpf des Schachtes. Die Fangvorrichtung hatte versagt und die auf dem Korb befindlichen 30 Bergleute stürzten mit dem Korbin den Sumpf. Zwei Leute wurden bei dem Absturze herausgeschleudert und als zerschmet­terte Leichen aufgefunden. Die übrigen 28 Bergleute siegen mit dem zertrümmerten Korb in dem Schacht­sumpf und konnten trotz anstrengender Arbeit noch nicht herausgeholt werden. Es wird keiner von ihnen mehramLebensein. An den Anschlägen wur­den ferner noch 5 Bergleute verletzt, von denen vier ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Der verant­wortliche Maschinenwörter Meier, der bereits über 20 Sehre auf der Zeche Dienft tut, unternahm in feiner Wohnung einen Selbstmordversuch, indem er sich die Pulsader durchschnitt. Er wurde jedoch noch lebend ins Krankenhaus gebracht.

* Verhaftete Sotdalenmorder. Der am 18 März in Erfurt verschwundene und später in Gotha erschossen

aufgefundene Zeitfreiwillige Leutnant Wilhelm Schmidt war nach den Nachforschungen der Ersurter Sicherheitspolizei von bewaffneten Spartakisten noch Gotha verschleppt und dortstandrechtlich" er­schossen worden. Als Täter wurden jetzt ein 20- und ein 24jähriger Arbeiter aus Gotha festgenom­men. Der eine gibt zu, auch einen Reichswehrsoldaten erschossen zu hadm.

* Lynchjustiz gegen Wucherer in Anhalt. Eine Anzahl von Einwohnern des Dorfes Breitenstein brannten das Gehöft eines als Wucherer verschrienen Landwirts ab; den anderen Wucherern des OrteS drohten sie das gleiche Schicksal an.

* Allerlei Streik». Sn Stralsund streiken Be­amte und Arbeiter der Ueberlandzentrale, sämtliche vor- pcmmerschen Badeorte und die Küstenstädte sind ohne Licht und Kraft. Die Halle- Hattstedter Äsenbahn wurde durch den Streik sämtlicher Beamten, die ftne Gleichstellung mit den Staatsbeamten verlangen, still- gelegt. Gegen den Steuerabzug regt sich immer grö­ßerer Widerstand, so wird auch von den Snbuftriearbei- tern des bayerischen Landes gemeldet, daß sie sich nichts mehr vom Lohn abziehen lasten wollen und die bisheri­gen Lohnaktzüge zurückgezahlt haben wollen. Mehrere größere Betriebs haben wegen dieser Differenzen be­reits geschlossen. Sn den bekannten Farbenfabriken in Leverkusen hatten die Arbeiter bte Uebernahme des Steuerabzugs durch Drohung erzwungen. Der Arbeitgeberverband verpflichtete die Direktion, dis er­preßten Abmachungen zu widerrufen. Als daraufhin die Arbeiter ihre Forderungen mit (Bemalt durchzusetzen versuchten und besondere unzuständige Arbeiterkommis­sionen unerfüllbare Lohnanträge stellten, auch infolge terroristischer Wühlereien m einzelnen Teilen des Wer­kes eine planmäßige Arbeitsverweigerung einsetzte, wurde die ganze Fabrik mit Ausnahme der lebens­wichtigen Betriebe gesckfloflen, well ein geregelter Be­trieb unmöglich war.

* Schmußgethandel mit russischen fironiuroefen. Sn englischen Häfen 'st eine ganze Reihe rustiicher Kron» jnroeien eingeschmuggelt worden. Die Bolschewisten machen trotz größter Wachsamkeit der englischen Behör- den immer wieder den Versuch, Juwelen abzusetzen, die größtenteils der russischen Aristokratie gestohlen sind. Zu diesem Zweck bereisen Agenten der Bolschewisten die ganze Welt, und halten sich vorzugsweise in Amster­dam, Konstantinopel, Wladiwostok und den Vereinigten Staaten auf.

* Deutsch-dänischer Flugverkehr. Die festliche Eröffnung des regelmäßigen Flugverkehrs zwischen Dänemark und Deutschland fand am Samstag auf der Marine-Fluastation Kopenhaoen statt.

Lin deuksch-polnischer Zwi'chenfall. Aus 'Reiben- bürg wird gemeldet, daß in Soldau ein deutscher Zug von den Dolen fest gehalten wurde. Loko- motiv- und Z'gführerpersonal wurden gewaltsam fortgeführt und mußten die Lokomotive ohne Auf- sicht stehen lasten. Das Personal wurde von den Polen vollkommen entkleidet. Die deutschen Beamten weigern sich, den Zugverkehr zwischen der oftpreußischen Grenze und Soldau aufrecht zu erhalten, wenn nicht eine ange- messene Behandlung der deutschen Bahnbeamten durch die Polen sichergestellt ist.

Handel und Wirtschaft.

= Die Fabriken landwirtschaftlicher Maschinen sagen einen Preisabbau von 25 Prozent zu.

Letzte Nachrichren.

W Berlin. 10. Aug. Wie verschiedene Blätter be­stätigen, habm die Rusten gestern die Bahnlinie Warschau-Mawa überschritten. Die polnischen Trup­pen, die zwischen Strolscka und südlich Ostrowi noch operieren, sind von Warschau sogut wie abgeschnit­ten. Die Rusten stehen nördlich von Warschau noch un­gefähr einen Tagesmarsch entfernt

wtb Dortmund, 9. Aug. Sn Dortmund sind feit Mitte Sufi 600 Ruhrerkrankungen amtlich gemeldet werden, von denen 96 tödlich verliefen. Sn der Woche vom 1. bis zum 7. August sind 279 neue Er­krankungen amtlich gemeldet worden.

wtb London. 9. Aug. LloydGeorge berief für 6 Uhr abends einen Minstterrctt nach der Dowmgstreet ein, um seinen Kollegen die Lage zu schildern.

MeilMii ta KMimler.

Brikettverteiiung.

Am Mittwoch den 11. August für folgende Straßen: Am Landkrankenhaus, Rangftr., Schildeckstr., Fischfeld, Gartenstr., Feldstr., Frankfurterstr., Wallweg.

Amtliche Anzeigen.

ES ist in den letzten Tagen wiederholt beobachtet worden, dass Landwirte auf Drängen städtischer Einwohner Brotgetreide abgegeben haben. Ich mache darauf aufmerksam, dass beide Teile fich straf- bar machen.

Ich werde im Jntereffe der Brotversorgung deS Kreises rücksichtslos gegen dieses Treiben etnschreiten.

Fulda, den 9. August 1920.

Dee Landral. 3. 23.: Köhler.

Für die Landgemeinden des Kreises werden die Mehl- und Brotpreise, wie folgt, festgesetzt:

Roggenmedl Weizenmehl Kranken- mebl «SrotzSandelsdrels le d». 209-. 226,50 M. 253,-SR.

Abnabepreis an die

Bäcker . . 211,- . 227.50 . 255,-.

Abgabepreis an die

BerwranngS-

beret Noten . . 219.- . 236,- . 263.-.

Der 3»/« Pfd.-Laib Mischbrot

(bestehend au3 V« Roggen- n.'> »ets-nmebl kostet . . 3,75 Mk.

Der 4 Pfd.-Laib........4- BH.

Dre Preise treten mit Belieferung der neuen, für die Zeit vom 16. August bis 15. September 1920 aus- gegebenen Brotkarten, in Kraft. Es sind Höchstpreise; ihre Ueberschrntung wird auf Grund der ReichSgetreide- ordnung vom 21. 5. 1950 bestraft.

Fulda, den 7. AugU't 1920.

Der Landral. 3. B.: Köhler.

Auf Veranlastnng befl Herrn Regierungspräsidenten sind nach Anhörung der PrerSprüfungSstclle folgende AngemeffenheitSpreise als Druschlöhne für Dresch- maschinenbesttzer festgestellt worden:

ES sind au zahlen je Dreschsrunde 26, Mk.

Bei Maschinen, welche mit Lpreubläser, Stroh, presse und Sackheber arbeiten, erhöht sich der Preis auf 30, Mk. je Dreschstunde.

Gegen diejenigen Dreschmaschinenbesitzer, die sich an diese Preise nicht halten, wird wegen Preistreiberei aus @runi> der Verordnung vom vom 8. Mai 1918 (Reichs-Gesetzbl. Seite 395) unverzüglich eingeschritten.

Fulda, den 7. Aug. 1920.

Der Landral. 3. 23.: Köhler.

Uieyfevchenpolizeiliche Anordnung.

Zum Schutze gegen die Maul- und Slouensea-st« wird auf Grund der §§ 18 uff. des Viehseuchengesetzes vom 26. Sunt 1909 (R.-G.-BU S. 519) mit Ermächtigung des Herrn Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forste» folgendes bestimmt:

§ 1- Nach dem der Ausbruch der Maul- und Klauen seuche unter dem Rindoiehbestande des Landwirts Sam berget zu Fulda, Tränke 29 amtstierärztlich feschestes worden ist, wird aus der StraßeTränte" ein Sperrbeziri gebildet.

§ 2. Für den vorbezeichneten Sperrbezirk findet meine oiehseuchenpolizeiliche Anordnung vom 19. Juli 1920 (abge­druckt in Rr. 170 der Fuldaer Zeitung) entsprechende Anwendung.

§ 3. Zuwiderhandlungen gegen die vorstehenden Be­stimmungen werden nach den §§ 74 ff. des obengenannten Gesetzes bestraft.

§ 4. Diese Anordnung tritt sofort in Kraft. Sie wirt aufgehoben, sobald die Seuche abgeheilt und die vorschrifts­mäßige Desinfektion statchefunden hat und abgenommen ist.

Fulda, den 6. August 1920.

Der Landral: 3. 53.: Köhler.

m- nnö GenME vorn 11 AllM 1920.

Erbsen .................0,500,70

Karotten ohne Kraut ........... 0,40

Wirsing ................0,400,60

Weißkraut (das Pfd.) ..........0,20

Rotkraut................0,400,60

Mangold................0,25

Blumenkohl...............1,003,00

Salat (kleine Köpfe) . . . ........0,10 <

Salat (mittlere Köpfe) .......... 0,15

Salat (extra große Köpfe) ......... 0,20

Kohlrabi (Stück).............0,150,25

Role Rüben (Pfund)...........0,40

Salatgurken (5 kleine ober 4 große).....1.00

Pfeffergurken, 100 Stück..........6, )

Essigurken, 100 Stück........... 8,

Salzgurken, 100 Stück...........10,

Schlangengurken (1 Pfd.)..... 0,80

Schlottenzwiebeln ....... 0,40

Dauerzwiebeln.............. 0,70

Saubohnen ....... . 0,50

Wachsbohnen..............1,00 f

Schwertbohnen..............0,80

Buschbohnen ............. 0,60

Tomaten........ 2,00

Pflaumen...............0,80

Gierpflaumen..............1,25 e,

Pfirsiche.................3,80

8jp ikofen ............. 3,50

Mirabellen...............1,90

Reineklauden...............1,70

Bühler Frühzwetschen...........1,40

Fallobst.................0,25

Kochbirnen ...............0,60

Tale birnen...............1,00

Taielbirnen (besonders gute Qualität) .... 1,30

Kochäpfel............ 0,40

Taietapiel ... 0,60

Tafeiäpsel (besonders gute Qualität)..... 0,80 -

Pilze..................1,50

Sie Verkäufer haben an jeder Ware die Preise sich'bar anzubringen. Personen, die die festgesetzten Preis» über­bieten, werden unnachsichtlich wegen Preistreiberei zur An­zeige gebracht.

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