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47. Zahrg
Montag, 19. Zu« 1920
Nr. 164
Der Hochw. Herr Bischof von Jutta gegen den Wucher
nächsten Monaten durchgeführt wird.
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Wenn die Ententepolitiker Deutschland eine Motze Menge Rutsche Regierung keinen geeigneten Schiffsraum zur Kohlen abzuliefern zwingen, so wird die deutsche Jndustnc Durchführung des amerikanischen Liebeswerkes besitzt, fie X '‘Job? e^HTsTigungflamme > wird der Vorsitzende des MaMime, Servier gebeten, aufbnnqen kann Wenn die Entente deutsche Kohlen kor- । den rum Transport der Milchkühe erforderlichen
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Die Kühe werden Verfügung gestellt, u Versorgung ume besonders für den ko?
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Die Londoner „Westminster Gazette" schreibt in einem Leitarükel: Die Deutschen haben, wie zu erwarten roar, die Forderungen der Alliierten auf Lieferung von zwei Millionen Tonnen Kohlen monatlich angenommen. Die Bedingung ist den Deutschen von den Alliierten a u f gezwungen worden, kann aber die tatsächliche wirtschaftliche Lage nicht ändern. Das Bebauer- lichste bei allen bisherigen Konferenzen war, datz die alliierten Staatsmänner ihr Augenmerk nur auf die ihnen aus dem Friedensvertrag zustehenden Rechte warfen, ohne dabei die wi r t s ch a f t l i ch e n To t s a ch e n zu beachten. Wenn die Ententepolitiker DeutschlaiÄ eine große Menge
Polnische Gewalttaten in Oberschlcsien.
Die „Ratiborer Zeitung' meldet: Am Sonntag sprengte in Wellendorf im Kreise Ratibor eine polnische mit Revolvern und Gummiknüppeln bewaffnete Bande eine Versammlung heimattreuer Oberschlesier. Auf die Sprengung der Versammlung war ein Betrag von 3000 Mark ausgesetzt. Später wurde ein Anschlag mit Handgranaten auf eine Schule verübt. Der italienische Kreiskontrolleur verhängte über den Ort den Belagerungszustand.
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Aus dem besetzten Gebiet.
„Geistesverwirrung". Das französische Polizeig-- richt in Trier verurteilte den verantwortlichen Redakteur der „Trier. Landeszeitung", Dr. Demant, zu 500 Mk. Geldstrafe, weil er eine Meldung aus Schweizer Blättern über französische Truppeneinziehungen übernommen hatte, durch die angeblich die G e i st e r verwirrt wurden. Wegen der gleichen Meldung war die Zeitung in der vergangenen Woche auf 3 Tage ver. boten worden.
Köln. Der Kommandant der örtlichen Besetzung^ truppen fordert die Ablieferung aller noch in Pnoan besitz befindlichen oder sonstwie vorhandenen Waffen im besetzten Gebiet bis 20. Juli. Im Verweigerung», falle wird mit Gefängnisstrafe gedroht.
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der!, so hat Deutschland noch lange nicht die Mittel, seine unterernährten, entkräfteten Bergarbeiter in einen besseren Ernährungszustand zu versetzen.
100 000 Milchkühe für Deutschland.
Wie wir schon berichteten, ist in Amerika ein neues großes Hilfswerk zur Linderung der deutschen Not durchgelührt worden. Die amerikanische gern» «putzige Gesellschaft „American Dcriry Gattie Company" in Chicago hat in Amerika, vorwiegend durch deuffch- amerikanffche Farmer, 100 000 Milchkühe aufgebracht und dem Zentralausschuß für Auslandshilfe des Rolen Kreuzes in Berlin zur Verfügung gestellt.
Jetzt hat der deutsche Geschäftsträger tn England, Senator Sthamer, wie aus London gemeldet wird, dem Vorsitzenden des Maritime Service eine 5lo e übersandt, in der er im Auftrage der deutschen Regst rung von dem amerikanischen Hilfswerk Mitteilung macht. Deutschland habe für den Transport der Milchkühe, der, um Viehverluste zu vermeiden, bis zum Winter beendet sein muß, zu sorgen. Da bx:
Selbstmord des Prinzen Joachim.
In einem Anfall von schwerer geistiger Störung, hervorgerufen durch den Druck allgemeiner und persönlicher Schwierigkeiten, hat Prinz Joachim von Preußen, der jüngste Ächn des vormaligen Kaiserpaares am Samstag in seiner Villa Liegnitz die Waffe gegen sich gerichtet. Die Verletzung war so schwer, daß der Prinz ihr in der folgenden Nacht erlegen ist.
Prinz Joachim, 1890 geboren, ist nie besonders hervorgetreten. Er stand vor dem Kriege bei den Kasseler Husaren. Im Kriege wurde er als einziger Sohn des Kaisers zweimal verwundet.
Schiffsraum zur Verfügung zu stellen. Da wegen der besonderen Eigenart des Transportes sich gewisse Einbauten auf den Schiffen erforderlich machen, wird
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Jirnerpolitische Folgen.
Es ist nicht ausgeschloffen, daß die Konferenz von Spaa noch innerpolitsche Folgen haben, wird, bei denen namentlich die Deutsche Volkspartei oder doch mindestens einzelne ihrer hervorragenden Mitglieder eine Rolle spielen werden. Die Voss. Ztg. vermutet sogar, datz der Bestand deS Kabinetts in seiner bisherigen Zusammensetzung gefährdet sei. Der Reichswirtschaftsminister Scholz habe in wichtigen Punkten zu dem übrioen Kabinett in Opposition gestanden. Auch von Rücktrittsabsichten des Reichsministers des Aeutzern Dr. Simons wird in kleinen Blättern gesprochen, doch ist diesem Gerücht gegenüber große Vorsicht am Platze. Eine Regierungskrise und der damit verbundene Zerfall der so notdürftig gekitteten Koalition könnte in diesem Augenblick unabsehbare Folgen haben. Aus diesem Grunde mutz es einstweilen nicht für wahrscheinlich gehalten werden, daß Politiker mit Verantwortungsgefühl derartige Schritte unternehmen.
Berliner Beratungen.
wtb Berlin, 18. Juli. (Amtlich.) Das Kabinett ist gestern nachmittag zu einer Sitzung zusammenge- treten, an der die aus Spaa zurückgekrhrten Minister teilnahmen. Für die nächsten Tage ist folgendes Programm vereinbart worden: Am Montag und Dienstag wird das Kabinett Berichte über die Beschlüsse von Spaa entgegennehmen. Am Dienstag abend ist eine Sitzung des Reichstagsausschuffrs für auswärtige Angelegenheiten in Aussicht genommen. Zu Mittwoch sollen die Ministerpräsidenten der Länder zu einer Sitzung eingeladen werden, und am Donnerstag findet eine Aussprache im Reichswirtschafts- r a t übet die wirtschafllichen Fragen statt, standsmitgliedern Syndikus Dr. Schomberg-Weimar und Prinz ihr in der folgenden Nacht erlegen ist.
Die Stimme der Vernunft.
Der Berliner Aahnenzwischenfall.
Der Vorfall vor der französischen Botschaft hat leider mit dem Borbeimorsch der Reichswehrkompagnie vor der französischen Fahne anscheinend noch nicht ihren endgültigen Abschluß gesunden. Es soll in den Kreisen der französischen Botschaft übel vermerkt worden sein, daß bei der Ehrenbezeugung der Reichswehrkompagnie der Präsentiergriff nicht geübt wurde. Es dürfte dort eben unbekannt sein, daß der Präsentiergriff in der deutschen Armee bereits im Jahre 1915 abgeschafft worden ist. Ein anderer Stein des Anstoßes für die Franzosen ist das Absingen des Liedes „Deutschland, Deutschland über alles" beim Abzug der Reichswehrtruppen. Die Franzosen sollen nämlich darin den Versuch erblicken, die ganze Sühneleislung zu einer Komödie zu machen. Don deutscher militärischer Seite wird darauf hingewiesen, daß den Soldaten nicht befohlen worden ist, das Lied zu singen, daß sie dabei vielmehr einem alten Brauch gefolgt find, nämlich nach ernsten Anlässen in dieser Weise zu verfahren. Die Kompagnie hat das Lied auch erst angestimmt, nachdem sie die AbsperrMgslinie vor der französischen Botschaft hinter sich hatte.
Freitag abend ist es vor der französischen Botschaft wiederum zu Auftritten gekommen. Es sammelte sich wieder eine Menschenmenge an, bie vaterländische Lieder sang. Ein junger Mann, der eine Rede halten wollte, wurde von Beamten der Sicherheitspolizei verhaftet. Schließlich ging die Menge aus gütliches Zureden der Beamten hin auseinander.
Zu Ende.
Die Verhandlungen in Spaa sind zu Ende. Die Delegierten sind wieder in Berlin, London und Paris eingetroffen.
Für Deutschland brachten die Tage von Spaa neue Enttäuschungen, neue Demütigungen. Und doch ist es gut, daß Spaa nicht gescheitert ist. Wir haben immerhin einige Erfolge erreicht. Es ist zuzugeben, die Rosen an dem Strauch von Spaa sind nicht gerade zahlreich und üppig, aber es gibt doch welche zwischen den vielen und scharfen. Dornen.
In der (Entmaffnungs frage haben wir eine Verlängerung des Termins erreicht, der nach den bisherigen Abmachungen schon am 10. Juli abgelaufen roar 2n der Kohlenfrage konnten die Gegner nach dem Versailler Vertrag monatlich 3% Millionen Tonnen beanspruchen. Angesichts der Unmöglichkeit einer solchen Lieferung wollen sie sich vorläufig mit 2 Millionen Tonnen bescheiden. Das ist eine beträchtliche Errungenschaft für uns, wenn auch diese Leistung wohl noch die Grenze des Erfüllbaren überschreitet.
.Die Preisfrage ist nicht ganz nach unseren Vorschlägen ausgefallen. Wir müssen da freilich in Betracht ziehen, daß der Friedensvertrag uns keine Gewähr für die von uns verlangte Bezahlung nach dem hohen Weltmarktpreis gab. Die französische Regierung hatte versucht, Deutschland mit dem niedrigen Inlandspreise abzuspeisen. Es heißt, daß es erst den englischen und italienischen Ministern gelang, die Erkenntnis durchzusetzen, daß man den Unterschied zwischen Inlands- und Weltmarktpreis benutzen müsse, um die bessere Ernährung der deutschen Bergleute her« beizuführen und überhaupt dem deutschen Volke den nötigen Kredit für Lebensmittel und Rohstoffe zu ermöglichen. So kam der Vorschlag zustande, erstens für jede Tonne Kohle eine Prämievon 5 Goldmark über den deutschen Inlandspreis zu zahlen, die zum Erwerb von Nahrungsmitteln für die Bergarbeiter verwendet werden sollen, und zweitens den weiteren Unterschied zwischen Inland- und Weltmarktpreis als Vorschuß an Deutschland zu gewähren. Auf diesem Umwege wird eine Anleihezu unseren Gunsten in Gang gebracht, deren Ertrag in den nächsten sechs Monaten bereits auf 500 Millionen Goldfranken geschätzt wird.
In der Frage des Einmarsches ins R u h r- . e b t e t ist wenigstens die unmittelbar drohende Ge- ahr abgewendst. Minister Simons soll nach der Kon- crenz gesagt haben: Wir haben das Ruhrgebiet vor 1er fremden Invasion gerettet. Sn der Presse wird dem vidersprochen und behauptet: gerade in Spaa sei die irößte Gefahr für das Ruhrgebiet ausgestiegen, da dort ist die Franzosen die Zustimmung von England md Italien zu ihrem Vormarsch bei der ersten „Ver- ragsverlctzung" gefunden hätten.
Tatsächlich ist die Bedrohung des Ruhrgebietes licht aufgehoben, aber doch aufgeschoben worden. Den bedrohlichen Revolver haben die Gegner nicht aps ser Hand gelegt, sogar demonstrativ frisch geladen; ent« ichert ist er freilich noch nicht.
So ernst auch die Gefahr für das Ruhrgebiet sein nag, man darf doch auch die fortdauernde Drohung nicht ;um entscheidenden Wertmesser für die Ergebnisse von spaa machen. Die Zustimmung der Engländer und Italiener zu dieser Drohung hatten die Franzosen schon vor den Beratungen sich gesichert. Die Entente hatte sich offenbar dahin geeinigt, daß ein solches Druckmittel gut zu verwerten sei, sowohl um die deutschen Vertreter zur Nachgiebigkeit zu nötigen, als auch um einen Mauernden Zwang zur genauesten Erfüllung der deutschen Verbindlichkeiten auszuüben. Daher wurde die Strafklausel in geradezu demonstrativer Weise in jedes „Protokoll" eingefügt. Ob nun wirklich die Entente einig und tollkühn bleiben wird, wenn nach Ab- lauf des nächsten halben Jahres noch ein paar Bajonette 8,u viel vorhanden oder ein paar Tonnen zu wenig geliefert sind, müssen rwi abwarten. Unsere Vertreter konnten nicht mehr erreichen, als daß gegenwärtig, wo die Entente anscheinend einig ist, jeder Vorwand für den verhängnisvollen Vormarsch vermieden wird.
Das ist erreicht worden, und zwar nicht bloß durch geschmeidige Klugheit in den sachlichen Dingen, sondern auch durch f e ft e Haltung in den Punkten, wo die Ehre und das Recht in Frage kommen. Jedenfalls ist es nicht richtig, was einige eifrige Kritiker zu beweisen suchen, daß die Verhandlungen in Spaa eigentlich nur eine Fortsetzung des Diktat- und Erpressungsverfahrens von Versailles gewesen ist. Allerdings ist die Fortsetzung dieses Verfahrens versucht worden, aber die Revolvertaktik konnte doch nicht in der alten Manier Und mit dem alten Erfolge durchgeführt werden. Man wußte unsere Vertreter nicht bloß hören, sondern auch ihre Darlegungen prüfen und zum Teil berücksichtigen. Das uns zugestanden wurde, haben wir freilich teuer Erkaufen müssen durch die Uebernahme von Verpslich- lungen, die grauenhaft sind und uns zu erdrücken drohen. Aber es scheint doch wenigstens die Möglichkeit, durch höchste Kraftanstrengung bis zum Aeußersten uns aus der Not heraus- Wringen. Der verderbliche „Frieden" von Versailles ist noch nicht beseitigt, aber doch bereits an zwei Punk- ien angebohrt worden. Aller Anfang ist schwer; die Fortsetzung wird voraussichtlich nicht ganz so schwierig (ein.
Daher braucht es uns nicht zu bekümmern, wenn die W i e d e r g u t m a ch u n g s f r a g e, die eigentlich den Kern von Spaa bilden sollte, auf e;ne neue Konferenz verschoben worden ist. Das ist besser, als toenn man nach dem ermüdenden Vorspiel diese weit Und tief greifende Angelegenheit übers Knie gebrochen Hütte. Jede Ueberhastung bringt die Gefahr eines Dik- tats mit Säbelgerassel. In unserem Interesse liegt eine wöglichst ausgiebige, ruhige und gründliche Beeratung. 5e mehr Konferenzen, desto mehr Aussichr auf die Fortsetzung der Revision des Versailler Vertrags, die tatsächlich in Spaa, wenn auch nur mit Mühe und Ul bescheidenem Umfange, angebahnt worden ist.
Spaa war nur ein Schritt. Andere werden folgen.
ist ein langer Weg, aber irgendwann muß endlich doch einmal bas Licht aufleuchten, die Erkenntnis von der Notwendigkeit, vereint Europa aufzubauen. Und deshalb wollen wir die -Hoffnung nicht fahren kaffen.
Kurland.
• Bela khun entflohen. Der ehemalige bolsche- wistische Diktator Ungarns, Bela Khun, der in Oester- reich interniert war, ist von einem Transport, der über Tschechien und Deutschland nach Rußland gehen sollte, entflohen. Bela Khun war von Oesterreich freigelassen worden, weil das bolschewistische Rußland das zur Vorbedingung für die Heimsendung der österreichischen Kriegsgefangenen aus Rußland gemacht halte.
* Unerhörte Uebergriffe österreichischer Arbesterr^e. Auf dem Bahnhof Simmering wurden aus Anlaß des Berkehrsboykotts gegen Ungarn durch den Arbeiterrat drei aus Ungarn nach Deutschland bestimmte Obstzuge mit 114 Eisenbahnwagen Obst beschlagnahmt und entladen. Das Obst wurde auf dem Wiener Markt sofort zum Verkauf gedacht und rief einen '‘arten Preissturz hervor. — Dazu muß man denn doch fragen: Wer regiert eigentlich in Oesterreich. Es scheint da einige Verwirrung über Eigentumsbegriffe zu herrschen, so daß Durchfuhrgut nicht mehr sicher ist. Deutschland, das mit Fug und Recht Anspruch auf die von ihm bestellten und bezahlten Obstsendungen hat, muß sich diese widerrechtlichen Eingriffe mit Entschiedenheit verbitten. Der Wiener deutsche Gesandte wurde beauftragt, Einspruch zu erheben. Im übrigen ze'gt der starke Preissturz, den der Verkauf des Obstes her- vorrief, die Unsinnigkeit des österreichischen Boykotts g«en Ungarn für Wien. .
* Dom „weißen Terror" in Ungarn. Die sozialistische Presie aller Zungen gibt sich große Mühe, ihren Glau- big-n einen „w-ißet Terror" in Ungarn weißzumachen. Wie die Verhältnisse in Wirklichkeit lagen, beleuchtet ein Artikel im „Osservatore Romano", dem wir folgende« entnehmen:
„Mr der Sctn.nimismus gestürzt war, war es mancher, orts direkt unmöglich, die Bevölkerung von Racheakten zu< rückzuhalt.n, denen die b-mchtigstm Kommunisten zurr Ops.r gesellen sind. Die chauptradelsführer entkamen uni fr-iien liebevolle Aufnahme bei ihren österreichischen Ge- sinnungsgenaff-n. Die neue ungarisch: Regierung sorgt- nun für d-e Wiedererrichtung der gesetzlichen Gerichtshof' und für ein orde' Uiches Gerichtsverfahren. Die ungarisch Regierung teer so sehr von der Rechtlichkeit ihrer Hand lungsweste überzeugt, daß sie die Vertreter der fr en* bei Mächte einlud, sich von dem normalen gesetzlichen Z-stani in I ngarn zu überzeugen. Die diplomatischen Vertrete verschiebrner Nationen mußten bestätigen, daß m Ungarn kein weißer Terror herrsche. Die Vertreter der enM'scher Arbeiterschaft tarnen zum selben Urteil, nur wünschten sie
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Deutsches Reich.
** Berlin, 18. Juli. Die Zahl der Erwerbs- losen im Reich ist weiter gewachsen. Sie betrug am 1. Juli 312,191 gegen 296,183 am 15. Juni und 270,675 am 1. Juni. — Die deutsch-polnische Grenzberichtigungskommission hat Alt- und New Tirsch tiegel Deutschland zugesprochen.
c. Der Reichstag, der nach den bisherigen Ab- fichten erst am 28. Juli wieder zusammentreten sollte, wird nach dem Abschluß der Konferenz von Spaa wahrscheinlich schon etwas früher wieder einberufen werden. Dementsprechend wird auch der Hauptausschuß, der zwei Tage vor dem Plenum seine Verhandlungen aufnehmen sollte, sich möglicherweise schon in dieser Woche versammeln. Beschlüsse darüber sind indessen bis zur Stunde noch nicht gefaßt. _____________
senkung auf dem Wege gerechter Vereinbarung herbeizu- sühren. Ich freue mich, daß man dem Ziel bedeutend näher gekommen ist. Meine oberhirtliche dringende Mahnung und Bitte geht dahin, daß dieses Beispiel überall bei meinen Diözesanen hinsichtlich der Lebensmittel wie aller Bedarfsartikel rückhaltlose Nachahmung finde. Am meisten drückt im Augenblick die ßebensmittelnot. Die Ernte steht noch aus, und schon sind unsere Vorräte erschöpft. Wie Euch von zuständiger Seite mitgeteilt worden ist, kann die versorgungsberechtigte Bevölkerung nur noch durch Auslandslieferungen versorgt werden. Diese Lieferungen reichen aber nicht aus. Man ist deshalb auf Streckungsmittel angewiesen, die unser wichtigstes Nahrungsmittel, das Brot, nicht bloß in Güte und Geschmack herabsetzen, sondern dasselbe für Kranke und Schwächliche auch vielfach ungenießbar machen.
Ich wende mich deshalb mit den verantwortlichen Zivilbehörden an Eueren christlichen Sinn, liebe Landwirte der Diözese Fulda: Heist, soweit Ihr könnt! Gebt von Eueren Mehl- und Getreidebesiänden, soweit es Euch nur möglich ist, freiwillig ab! Ich weiß, daß Euer Bischof nicht umsonst seine Stimme erhebt. Christliche Gesinnung und christliche Liebe ist ja bei Euch kein leeres Wort. Zeig', daß Gottes Liebe Euch wirklich erfüllt und daß Ihr Euch eins wißet mit Eueren Brüdern, die in schwerer Not ihren Hilferuf an Euere erbarmende Liebe richten.
In der allgemeinen Not geht mir die Not unserer K i n- der noch besonders zu Herzen. Ich hatte die Genugtuung, aus einer Spende des hl. Vaters eine größere Summe durch die Hände der Herren Psarrer für die Bedürfnisse der Kinder zur Verfügung zu stellen. Durch die warmherzige Fürsorge des Vaters der Christenheit bin ich abermals in die Lage versetzt, eine weitere Summe verteilen zu können. Indes, was nützt das Geld, wenn es nicht möglich ist, Stosse zu erwerben, wenn keine Lebensmittel zur Verfügung stehen! Mit dem Heilande möchte ich da ausrufen: „Mich erbarmt des Volkes. . . . Und wenn ich sie ungespeist nach Hause gehen lasse, werden sie unterwegs verschmach- t e n." (Mark. 8, 2 f.) Unsere Kinder sterben zu tausenden, wenn keine Hilfe kommt. An Euch ergeht daher meine herzliche Bitte: erbarmt Euch der Kinder! Verkaufet keine Milch und Butter mehr zu Schieberpreisen! Sammelt in Eueren Gemeinden die Milch und liefert sie an die Stellen ab, von denen Ihr wißt, daß sie für ordnungsgemäße Weiterbeförderung in die Städte Sorge tragen. —
Geliebte Diözesanen! Es sind dringende Mahnungen, die Gott der Herr durch die augenblickliche allgemeine Not uns allen gibt. Wie leuchtet auch der Hl. Vatcr in dieser liebearmen und selbstsüchtigen Zeit durch sein Beispiel erbarmender, mildtätiger Liebe uns allen voran! Ueberhören wir nicht die mahnende Stimme Gottes, folgen wir dem einladenden Beispiel unseres obersten Hirten! Pflegen wir diesen Geist der Nächsten- liebe, üben wir ihn nicht blos jetzt vor der Ernte, wo die Not aufs höchste gestiegen ist, sondern bewahren, nähren und vermehren wir ihn für die ganze Folgezeit. Denn triefe aufrichtige, uneigennützige, opferbereite Liebe ist und bleibt das sichere Kennzeichen der wahren Jünger Jesu, der gesagt hat: „Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander liebet! Daran w er - den alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Siebe habet zu einander."
Fulda, den 9. Juli 1920.
t Joseph Damian, Bischof von Fulda.
Arn Sonntag den 18. Juli ist von allen Kanzeln der Diözese Fulda folgendes Hirtenwort verlesen worden:
Geliebte Diözesanen!
Die Not der Zeit ist aufs höchste gestiegen. Die große Masse des Volkes hat Mangel an den notwendigsten Lebensrnitteln und Bedarssartikeln. Die Verelendung des Volkes nimmt Grade an, daß kein gerecht Denkender, geschweige denn ein von barmherziger, christlicher Nächstenliebe effüllter Mensch teilnahmslos an ihr vorüber- gehen kann.
Die erste Ursache dieser trostlosen Zustände ist zu suchen in unseren, durch den unglücklichen Krieg herbei- gesührten beklagenswerten Außenverhältnissen. Die nächste, vielleicht noch schwerwiegendere Ursache liegt hn Inneren unseres Volkes, nämlich in dem hab- und geldgierigen, wucherischen, herzlosen und selbstsüchtigen Geist, von dem fast alle Schichten und Klassen des Volkes erfaßt find. Dieser Geist äußert sich in gewissenloser ge- schöstlicher Ausnutzung der Not durch unerhörte Preisan- setzung, durch Zurückhaltung von Lebensmitteln und Bedarfsartikeln zum Zwecke weiterer Preissteigerung, durch die fortgesetzte Sucht, auf Kosten der Gesamtheit sich Vorteile zu verschaffen. Der Geist, der hier fein schau- riges Unwesen treibt, ist nicht der Geist Jesu Christi und seiner hl. Religion, er ist nicht einmal der Geist der natürlichen, auf Gott gegründeten Auffaffung vom Zweck der Erdengüter und von den Wichten der Menschen zu einander: es ist vielmehr der Geist des von Christus und vom Christentum, von Gott und Religion abgewandten Mammonismus und Egoismus. Wer so denkt und handelt, beweist, daß er sein Tun und Lasten nicht beirren lassen will durch die Lehren der christlichen Religion md durch die Vorschriften des göttlichen Sittengesetzes. Jesus Christus hat die werktätige Nächstenliebe, bas hilfsbereite Mitgefühl mit fremder Not zu einem Hauptgesetz für jeden Christen gemacht und er hat mit feierlichstem Ernste erklärt, daß er im Weltgerichte gerade über die Herzlosen und Selbstsüchtigen ein erbarmungsloses Urteil für alle Ewigkeit fällen werde. Nach der Lehre desselben gött« lichen Gesetzgebers, aber auch nach den klaren Weisungen des natürlichen Sittengesetzes ist der Mensch nicht unumschränkter Eigentümer der Erdengüter, sondern deren Verwalter, der sie nicht bloß für sich, sondern auch zum Wohl des Mitmenschen nutzbar machen soll und für die Verwaltung der Erdengüter im Geiste warmherziger Nächstenliebe Rechenschaft vor Gott ablegen mutz. — Wie haben sich doch fast alle Schichten des Volkes von diesen Grund- sähen des Christentums und der Religion so weit entfernt, selbst solche, die den Namen Christen tragen und als Christen gelten wollen!
Wenn christliche und religiöse Beweggründe auf sie keinen Eindruck mehr machen, sollte doch wenigstens die menschliche Not ihrer Volksgenossen und die Rücksicht auf ihren eigenen Nutzen sie endlich zur Einsicht führen und zur Mehr von ihrem unchristlichen und gottlosen Der- halten bringen. Wenn gewaltsame Erschütterungen, die den Notleidenden wie den Besitzenden in gleicher Weise zum Verhängnis würden, ferngehalten werden sollen, muß ein Abbau der Preise auf allen Gebieten herbeigesührt werden, auch wenn dabei selbst größere materielle Opfer gebracht werden müssen.
Mit großer Genugtuung habe ich die Verhandlungen verfolgt, die an verschiedenen Orten die gemeindlichen Körperschaften und Kreisvettreter mit den verschiedenen Berufsständen des Volkes geführt haben, um eine Preis-
:ie drängende Not der Milch- . ährter deutscher Kinder
Berantwonlich für den rebattionellen Teil: Carl Schutte, n für die Anzeigen: I. Parzeller-Fulba. n Rotationsdruck u. Verlag der Fuldaer Actiendruckerei In Fulda. Fernsprecher Nr. 9. Telegr.-Abresse: Fuldaer Zeitung
um baldigsten Beschei -ebeten.
it dem nötigen Kraftfutter zur
den Winter zu mildern. Da England sich neuerdinge -n Hilfswerk für die hungernden deutschen Kinder schlossen hat-, ist anzunehmen, daß der notwendige Schiffsraum rasch zur Verfügung gestellt und das großartige Liebeswerk in den
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