<f Gemüsemarkt. Zu dem heutigen Markt yaten die Gochsheimer mit zwei Waggons ®e» mflfe erschienen. Das heimische Gemüse fehlte fast gänzlich. Der Andrang war ebenso groß wie die Kauflust, so daß die Ware flotten Absatz fand. Die Gochsheimer begannen mit dem Verkauf erst, nachdem die Kommission ihnen die ihren Reise- und Transportspesen angepaßten Preise bewilligt hatte. Unter oudereu wurden gezahlt für 100 Einmachgurken 17 Mark, für 3 Salatgurken 1 Mark, Bohnen 1.60 Mark, Blumenkohl 1 bis 3 Mark, Zwiebeln 50 bis 80 Pfg., Wirsing 50 bis 80 Pfg.
C* Konjert der zeuerwehrkapellt. Wegen verschiedener Hindernisse muhte das schon wiederholt angekündigte Konzert der Feuerwehrkapelle verlegt werden. ES findet nun bestimmt Freitag, den 16. Juli,abends S Uhr auf der Echlotzgarten-Terraffe statt.
s= Druckfehler-Berichtigung In dem Verzeichnis der gelegenrlich der Reifeprüfung am Lehrerseminar vom Mündlichen befreiten Kandidaten (SamStags-Nr. der ,Fuld. Ztg/) ist zu lesen: Bruno Wehner (nicht Weimer) aus Buttlar (Rhön).
vermischtes.
** Das Privalvcrmögen der Hohenzollern wurde ^eser Tage anläßlich von Besprechungen über die Ber- mögenrausemandersetzung zwischen Staat und Könige- haue in der Kommission des Landtages auf 250 bis 300 Millionen Mark angegeben. Wenn man es nach dem heutigen Stande der Mark berechnen wollte, so kämen nur 50 Millionen heraus, und das wäre für ein Kaiserhaus nicht viel. Aber wenn man auch den ölten Markkurs rechnet, so ist der Betrag gegenüber dem Besitz anderer fürstlicher Familien nicht übertrieben. Das Prwatoermögen der russischen Romanows, namentlich m wertvollem Bodenbesitz, betrug etwa das Fünffache, die Habsburger hatten mindestens das doppelte, auch König Leopold von Belgien, der königliche Kaufmann, halte erheblich mehr. Königin Viktoria von England, die Muster König Eduards, hinterließ, Kht gerechnet, eine Milliarde. Zahlreiche alte eng« Adelsfamilien haben Besitz in Höhe von hundert Millionen wrd darüber, von dm GM- und Silberköni- gen ganz zu schweigen. Für die nordamerikanischen Dielmillionare sind 300 Millionen Mark überhaupt nichts Besonderes.
• Dorzellangeld. Seit langem versucht man, dem Nleingeldmangel durch die Ausgabe von Ersatzmünzen abzuhelfen. Die Meißener Porzellanmanufaktur hat nun dir ersten Porzellanmünzen fertiggestellt. Für das Reich sind Münzen von 5 Mark bis 10 Pfennig be- stimmt, die von dem Meißner Maler Paul Börner entworfen wurden; sie zeigen auf der Sichtseite einen qwSratischen Rahmen mit der Aufschrift «Deutsches Reich" und der Wertziffer. Die Rückseiten der Münzen sind, je nach dem Wert, verschieden ausgeführt: das Fünfmorkstück zeigt ein Esternpaar, segnend die Hände über einem Kind erhoben; das Dreimarkstück ein betendes Kind, das Markstück einen Eichenstumpf mit fri- schrn Trieben, das Fünfzigpfennigstück einen Adler- köpf, da, Zwanzigpfenmgstück eine Fackel, das Zehn- Pfennigstück eine stilisierte Doppelgarbe. Auch eine besondere Münze für die Stadt Meißen wurde her- gestellt. Das erste Porzellangeld — 300 000 Zwcmzig- piennigstücke — wird an die Hochbahngesellschaft in Hamburg geliefert; auch aus vielen deutschen Städten sind bereits Bestellungen auf die Prägung von Stadt- Notgeld eingegangen.
* Neuartige Stratzenbenennungen. Den neuen Straßen auf dem SiedlunaSgelände der Gemeinde Adlers Hof bei Berlin sind folgende Namen gegeben worden: Volkswohlstraße, GemeinschaftSstraße, Klein
gartenweg, Eigenheimgaffe, Siedlungsweg und Ernte« dämm.
* Verurteilung einet Spartakistenführers. Die Essener Strafkammer verurteilte gestern den Oberlehrer Dr. Siemsen, einen der namhaftesten Führer der radikalen Bewegung im Ruhrrevier, der als spartakistischer Zensor der Essener TageSprefle während der jüngsten Revolution sich der Amtsanmaßung und de» Landfriedensbruchs schuldig gemacht hat, zu sechs Monaten Gefängnis und beschloß seine sofortige Verhaftung. Zu Beginn der Verhandlung stellte sich heraus, daß die Prozeßakten in den letzten 24 Stunden dem Gericht gestohlen worden waren.
* Eiseubahneraktion für die Preissenkung. Die Eisenbahner im Jndust iegebiet haben vor einiger Zeit gedroht, jede Ausfuhr von Gemüse zu unterbinden, wenn die Landwirte nicht in ihren Preisen zurückgehen. Da nach Ansicht der Eisenbahner die Landwirte bis jetzt kein nennenswertes Entgegenkommen gezeigt haben, hat die Aktion der Eiseubahuer am Dienstag begonnen.
* Zwei Beamte der ReichsderkehrSministeriumS Abteilung Schifffahrt, verschoben in Schandau eine Anzahl Kahnladungen Schiffskohle mit großem Hebet» gewicht.
• Amerikanische rkadkverordneteubeschlüsse. Die Stadtverordnetenversammlung von Newy ork hat, der »B. Z. am Mittag" zufolge, vor einigen Tagen mit der größten Feierlichkett folg. Resolution „zur Schonung der Parkanlagen" auf Antrag eine» ihrer Mitglieder zum Beschluß erhoben: „In Ansehung der Tatsache, daß in den letztoergangenen Wochen in zwei Fällen städtische Beamte die Drohung ausgesprochen haben, andere städ- ttsche Beamte au» den Fenstern Hinauszuwersen, in Ansehung ferner der Tatsache, daß der Park vor dem Rathau» mit großen Kosten für die Steuerzahler angelegt wurde, und deshalb nicht mit Leichen verunziert werden sollte, sst beschlossen worden: daß der Ober- bürgermeister angewiesen wird, die nöttgen Vorkehrungen zu treffen, um eine solche Benutzung der Parkanla- gen zu verhindern."
Handel und Wirtschaft.
---- frankfurter fieber-, Häute- und Fellbörse. Die erste Versammlung dieser neuen Börse fand am Dienstag unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung statt. Infolge der höheren Preisnotterung der vorangegange- neu Häuteauktion war die Haltung der Verkäufer in« bezug auf Häute und Felle reserviert. Bei schwachem Angebot wurden verschiedene Geschäfte getätigt.
--- Häutepreise. Beim Häuteverkauf in Heilbronn und in anderen württembergischen Orten zogen die Preise an. Es wurden erzielt für Ochsenhäute bi» 36 Pfund 12,35 (bei vorausgegangenem Verkauf 10,10 Mark), von 80 Pfd. und mehr 11,95 Mk., (9,05-9,20); für Rinder häute bis 39 Pfd. 13,10 (10,35), von 40—59 Pfd. Mk. 13,10 (Mk. 10,10—10,35), von 60—79 Pfd Mk. 12,50 (10,45—10,55); für Kalbfelle bis 10 Pfd. Mk. 15, (Mk. 14,05—14,20) über 10 Pfd. Mk. 14,50 (Mk. 14,05). (Auf der Mitteldeutschen Zentralhäute. Auktion hatten die Kalbfelle eine Preisminderung von 5 Proz. erfahren.)
— Porzellangeschirr. Der Aufsichtsrat de» Porzellan- geschirrverbandes hat sich mit der Frage der Preisgestaltung besaßt und glaubt, daß bei den Gestehungskosten für Geschirrporzellan an den Abbau der Der- kaufspreise in absehbarer Zeit nicht gedacht werden könne. ___
Letzte Nachrichten.
wtb Stuttgart, 15. Juli. (Tel.) Bei der gestrigen Abstimmung im Landtag wurde der Regierung das Settrauen mit den Stimmen der Sozialde- mokrafie, der Demokraten, des Zentrums und der
Dem,chen Dolkspartei ausgesprochen gegen Me Stimmen der Unabhängigen. Bürgerpartei und Bauernbund enthielten sich der Abstimmung. Das Mißtrauensvotum der Unabhängigen wurde mit 74 gegen 12 Stimmen abgelehnt.
wtb Men, 15. Juli. (Tel.) Di« Prooinzpreffe äußert die dringende Hoffnung, daß sich die deutschen Vertreter in Spaa durch scharfe Worte der Entente nicht einschüchtern lassen werden. Die Unter- zeühmmg der Entwaffmingssordemng werde nur barm eine nachdrückliche Rechtfertigung finden, wenn die Haltung der deutschen Delegation in wirtschaftlichen Fragen unerschüstert bleibe. Die Wiener Presse Ist nach wie vor gefaßt auf den Abbruch der Konferenz; sie bringt die Meldungen über Spaa ganz ohne Kommentar.
rott» Men. 14. Susi. (Tel.) Der ukrainische Pressedienst meldet aus Kamenech-Podolsk: Sell vier Tagen stehen die ukrainischen Truppen, die das Gebiet Proskurew-Mohilew gegen die bolschewistische Invasion verteidigen, in schweren Kämpfen gegen die russische Uebermacht. Mfi dem Eintreffen der 11. bolschewistischen Armee hat hier der bolschewistische Hauptangriff eingesetzt, der über Tarnopol gegen Lemberg gerichtet ist. Inzwischen ist es größeren Verbänden der ukrainischen Truppen gelungen, im Süden der Kampffront gegen die russischen Kolonnen in das Innere des Landes vorzudringen.
wtb Brüssel, 15. Juli. (Tel.) HovaS. Die Blätter melden, daß die WiedergutmachungSkommission nach Prüfung der deutschen Beschwerden wegen der ungeheueren Kosten der militärischen Besetzung der deutschen Gebiete, die von Deutschland in Ausfiihrung der Bestimmungen des Friedensvertrages zu zahlende Summe auf 7 Franken pro Kopf und Tag festgesetzt habe.
wtb Spaa. 15. Juki. (Tel.) Der Berichterstatter der „Slgen e Havas" glaubt Mitteilen zu können, daß Professor Bonn im Namen der deuffchen Delegation Lloyd George an Mittwoch abend benachrichtigte, daß sie die Bedingungen der Alliierten bezüglich der Kohlen- lieferungen von z w e i M t l l i o n e n T o. monatl. a n- nehme. Diese Annahme sei aber vonBrdrngun- gen begleitet, die sie zweifelhaft erscheinen lassen. Millercmd begab sich sofort zur Kenntnisnahme zu Lloyd George, mit dem er konferierte
Amtliche Anzeigen.
In der Woche vom 11. bi» 17. Just 1920 gelangen an die Fleischverso^gungsberechtigten des Kreises zur Ausgabe:
100 g Frischfleisch und 200 g ausländische
Schweineflelschprodukie.
Der Verkaufspreis für das Schweinefleisch beträgt 11,80 Mk. je Psd.
Die Ausgabe erfolgt durch die Metzger gegen Abgabe der auf die laufende Woche lautenden Fieischkattenabschnitte.
Fulda, den 14. Juli 1920.
Der fianbraf: Frhr. ». Doernberg.
Die in der Dersammlung der städttschen und Kreis- kärperschasten sowie der Gewerkschaften pp. am 2. Juli d. I. eingesetzte Kommission zur Prüfung bet ftotfoffel- ptelsfrage Ist gestern zufammengetreten und hat die Preise für SpStkarkoffeln wie folgt festgesetzt:
bei einer guten «Ernte 13 Mk. Je Zke.
bei einer mittleren (Ernte 15 Mk. Je Ztr.
bei einer schlechten (Ernte 17 Mk. je Ztr.
Als gute Ernte gitt »in Ertrag von über 50 Ztr. je Morgen
, mittl.Ernte „ „ , , 40 - 50 , „
„ schlechteErnte. „ „ „ unter 40 „ „ „
Die Anfuhrkosten werden noch besonder« geregelt werden.
Die Presse gelten vom 15. September d». Zs. ab. Alle andern Presse für Kartoffeln werden hiermit außer Straft gesetzt. Ueberschreitungen derselben werden auf Grund der Verordnung g^gen Preistteibereien vom 8. Mai 1918 (R. G. Bl. 1918) mit den dort vorgesehenen Strafen geahndet, Fulda, den 13. Juli 1920.
Der fianbraf: Frhr. o. Doernberg.
Anordnung
betreffend Durchführung des Reichsgesehes über die Beschäftigung Schwerbeschädigter vom S. April 1920
(2i.-6.-BL S 458).
Auf Grund vorstehenden Gesetzes und der zur Ausführung der §§ 5 und 10 erlassenen Verordnung vom 21. April 1920 (R -G.-Bl S. 594) werden sämtliche zur Beschäftigung von Schwerbeschädigten verpflichteten privaten Strbeitgeber aufgefordert, auf den dazu bestimmten Vordrucken der zuständigen amtlichen Fürsorgestellen für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene anzuzeigen, wieviel Arbeitnehmer ohne Unterschied des Geschlechte» und wieviel Schwerbeschädigte von ihnen beschäftigt werden.
Soroeit Kriegsbeschädigte, Unfallverletzte oder andere Schwererwerbsbeschrünkte nach den §§ 7, 16 und 17 obigen Gesetze« den Schwerbeschädigten gleichgestellt werden sollen, ist die» bei den Fürsorgestellen zu beantragen. Die Entscheidung behält sich die Hauptfürsorgestelle vor.
Stöe Kündigungen von Schwerbeschädigten sind der zuständigen Fürsorgestelle anzuzeigen. Die Kündigungsfrist läuft erst von dem Tage, an dem die Anzeige an diese abgesandt wird.
Soweit nach § 18, Absatz 1 des Gesetzes die Kündigung erst nach Zustimmung der Hauptfürsorgestelle wirssam sst, kann sie von der zuständigen Fürsorgestelle gegeben werden.
Kündigungen nach § 18 Absatz 2 des Gesetzes dürfen nur nach Benehmen mit der zuständigen Fürsorgestelle erfolgen.
Gegen Arbeitgeber, die vorsätzlich zum Zwecke der Entziehung der Verpflichtungen aus diesem Gesetze die Anzeigen nach obiger Anordnung unterlassen, wird nach § 14 be» Gesetzes vorgegangen werden.
Kassel, den 12. Mai 1920.
Hauptfürforgestelle ber Ariegsbeschädigten und ftriegs- Hinterbliebenen-Aürsorge im Regierung»-Bezirk Lasset. Der Vorsitzende. Gez.: v. Gehren, Landeshauptmann,
Wird veröffentlicht.
Fulda, chen 10. Juli 1920.
Amtliche Fürsorgestelle für Sriegrbeschädigte und Kriegshinterbliebene.
Der fiandral: Frhr. v. Doernberg.
Biehseuchenpolizeillche Anordnung.
Zum Schutze gegen die Mauk- und Slanensenche wird auf Grund ber §§ 18 u. ff. des Viehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909 (R -G.-Bl. 6. 519) mit Ermächtigung de» Herrn Ministers für Landwirtschast, Domänen und Forstey folgende» bestimmt:
1. Sperrgebiet.
§ 1. Nachdem der Ausbruch der Maul» und Klauenseuche unter dem Rindviehbestanbe
1. des Fridolin Wehner in Fulda, Leipzigerftraße 43.
2. des Amtsrats Klostermann und des Johann Kuppmamy beide in Johannesberg.
3. der Witwe Karona Balzer und des Johann Müller, beide in Istergiesel «
amtstierärztlich festgestellt worden sst, wird zu 1. aus dem Teil von Fulda, jenseits des Bahnübergangs an der Leip» «igerftrafje und zu 2. aus ber Gemeinde Johannesberg, zu 3. au» der Gemeinde Istergiesel je ein Sperrbezirk gebildet.
Im übrigen wird auf die früheren Bekanntmachungen, vergt. Nr. 154, 155 und 156 der „Fuldaer Zeitung", hingewiesen.
Fulda, den 9. Juli 1920.
Dsr Landraft Frhr. von Doernberg.
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zu Gunsten der Volks-Spende für die vertriebenen Ausländsdeutschen (Rückwandererhilfe).
Ziehung am 24., 25., 26., 27., 28., 30., 31. August 1920
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Hamburg 36, Abt. 40.
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Df. jur. Pincson & Co, Hamburg 36, Abt 40
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