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- Fuldaer Heilung

M 157.

e«mät«e, 10. JE 1920.

t Slbg. Rhiel über den

neuen SLaatshanshalLsplan.

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Sn der Preußischen Landesversammlung sprach bei der Etatsberatung am 6. Suli für das Zentrum unser Lbg. Rhiel. Er führte il a. aus:

Sei der ersten Lesung des vorjährigen Staatshaus- haltsplanns lautete über ihn das Urteil aller Redner dahin, daß er ein ernstes, trübes Bild biete, und mit Recht, da «r einen Fehlbetrag von 786 Millionn Mark und zugleich die Aussicht auf einen noch viel höheren Fehlbetrag ver­zeichnete. Wie recht man damit gehabt hat, haben die Ausführungen des Herrn Finanzministers von heute er­wiesen. Er schließt mit einem Fehlbetrag von 2 Milliarden Mark. In den Haushalt der Staots- fchuldenoenoaltung ist gegen das Vorjahr ein Mehrbetrag an Zinsen und Tilgung der Staatsschulden in Höhe von 358 Millionen eingesetzt. Welch ein Hintergrund des Mchrbetrages der Staatsschulden sich da abhebt, bedarf kei­ner weiteren Erörterung. Ich möchte aber doch hervor- heben, daß nach der dem Haushaltsplan für 1919 bei- gegebenen Uebersicht die Staatsschulden 14,7 Mil­liarden betrugen. Nach den Mitteilungen des Herrn Fi­nanzministers betragen sie jetzt 25 Milliarden, also 10 Milliarden mehr gegen das Vorjahr und 14y3 Milliar­den mehr gegen die Zeit vor dem Kriege, wo sie 10,5 Mil­liarden betrugen, die durch den Wert der Staatseisenbah­nen, deren Wert 12,5 Milliarden ausmachte, mehr als ge­deckt waren. Wenn uns jetzt für 1920 ein' Staatshaus- Haltsplan vorgelegt wird, bei dem Einnahmen und Aus­gaben sich mit je 6% Milliarden das Gleichgewicht hallen, so möchte man zu diesem Bilde sagen: Verweile doch, du bist so schön, aber es ist leider nur ein Augenbiicksbild und wird von einem ernsten trüben Dauerbild abgelöst.

Schon bei Einbringung der Besoldimgsreform machte Ich darauf aufmerksam, daß der Haushaltsplan für 1920 mit einem erheblich höheren Fehlbetrag abjchließen werde, weil die vom Finanzminister aufgemachte Deckung des Mehrbetrags nicht überall zutreffe und daß ein höherer Betrag von 400 Millionen ungedeckt bleibe. Heute hat der Herr Finanzminister den ungedeckten Betrag selbst schon aus über 600 Millionen angegeben. Er rechnete damals uns vor, daß aus der Ueberweisung aus der Einkommen- steuer sich etwa 200 bis 250 Millionen Mark gegen den Ansatz mehr ergeben werden. Heute ist er darauf nicht Mruckgekommen, seine damalige Begründung war auch eine Wchst merkwürdige und hielt nicht stand bei näherer Be- ftachwng. Für die Deckung verwendet er einen Betrag von 200 Millionen Mark, der aus der Umsatzsteuer zu erwarten sei. Im Haushaltsplan ist dieser Ueberroei- fungsbetrag noch nicht eingeschätzt, in der Erläuterung zu diesem offen gelassenen Posten wird dazu gesagt, daß der Ertrag der Umsatzsteuer auch noch nicht mutmaßlich ange­geben werden könne, gleichwohl beziffert ihn der Finanz- minister mutmaßlich auf 200 Millionen Mark. Er schwebt also vorerst vollständig in der Luft. Ob die Ueberweisun- gen aus den Einkommensteuern überhaupt noch eine Steigerung erfahren werden, ist sehr fraglich, da eine rückläufige Konjunktur im Handel und Gewerbe und ein Stocken der gesamten Wirtschaftsmaschinerie sich in bedroh­licher Weise bemerkbar macht. Unter diesen Umständen wird natürlich sich das Einkommen nicht erhöhen, sondern vermindern: dazu kommt noch, daß der preußische Stants- haushalt nicht getrennt von dem des Reiches und seiner finanziellen Lage sich betrachten läßt. Preußen ist infolge des Uebergangs der wichtigsten direkten und indirekten Steuern auf das Reich in seiner Finanzhoheit sozusagen mediatisiert, es ist Kostgänger des Reiches gewor­den. Und nur nach der Leistungsfähigkeit des Reiches läßt sich die Leistungsfähigkeit von Preußen beurteilen.

Trotz dieser schlechten finanziellen Lage hat die preu­ßische Staatsregierung den Mut gehabt, uns in den letzten Tagen eine Reihe von Gesetzesvorlagenzu- gehen zu lasten, die einen Aufwand von 433 Millionen Mark erfordern. Diese Gesetzesvorlagen betreffen aller­dings den Bau und Ausbau von Was ferst raßen und von Kraftanlagen, also alles Unternehmungen, die den Verkehr und das Wirtschaftsleben fördern, und der drohenden Arbeitslosigkeit steuern. Man wird sich daher nicht prinzipiell ablehnend verhalten können. Den gleichen Mut hat die Regierung dadurch beroiefen, daß ne bei fast ollen Verwaltungen erhöhte Aus­gaben für den Haushaltsplan bewilligt hat. Sie sind meistens bedingt durch die sächlichen Ausgaben, durch die Unterhaltung und den Bau von Dienstwohnungen.

Die Betriebsverwaltungen zeigen bis auf die Forstver- waltungen kein erfreuliches Bild, teilweise sind Minder­erträge festzustellen, teilweise Zuschüsse notwendig geworden, und zwar in ganz erheblichem Betrage bei der Äergverwaltung 49 Millionen Mark. Auch die Selbstbe- wirtschasrung der Domänen zeigt nicht, daß sie mit Ge­winn geschieht. Die For st Verwaltung dagegen setzt einen Ueberschuß von 600 Millionen ein. Das Doppelte gegen dos Vorjahr. Wenn auch in der Preissteigerung ein Stillstand und ein Abflauen zu bemerken ist, so ist doch anzunehmen, daß der eingesetzte Betrag sich erheblich steigern wird, nicht um einige Millionen, sondern um mehrere hundert Millionen. In den Haushaltsplan der Forstverwaltung ist die Errichtung von Forsteinrichtungs-

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Die ueue Zentrirmsfraktion.

Die neue Zentrumsfraktion im Reichstage unter­scheidet sich von der alten in der Nationalversamm­lung zahteinmäßig nicht. Ohne die bayerische Dolks- partei und ohne die Welsen zählte das Zentrum in der Nationalversammlung 68 Mitglieder, genau soviel hat es auch im Reichstag.

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Innerhalb der Fraktion besteht die größte Derschie- bung darin, daß an Stelle von 27 Arbeiterver­tretern nunmehr nur noch 12, statt 6 Landwirte Eber, (mit 2 Bayern) jetzt 12 solche (ohne die Bayern) gewählt sind. Damit ist das diirch die Umwälzung vnd die durch sie bedingte Wahl erheblich gestörte Eleich- gewicht zwischen den beiden großen produktiven Stän­den wieder hergestellt. Wenn freilich Arbeiter und Landwirte im Sinne des Zentrumsgrundsatzes der aus­gleichenden Gerechtigkeit stets das Geme inwohl im Auge halten und hoben, so sind solche Veränderungen von viel geringerer Bedeutung als es nach außen scheint. In der Tat ist auch im Parlament am wir­kungsvollsten die Vertretung der berechtigten In- trrcficri eines Stands durch Angehörige eines anderen, denn daraus 'chcn ergibt sich die unbefangene Prüfung der einzelnen Forderungen, während die Vertretung der eigenen Sache diesen Mndruck oft nicht hinterläßt

Die gelernten Schreiner sind unter den Abgeord­neten am zahlreichsten, nämlich vier. Zunächst Steger- «ald (geborener Bayer), entsandt von Westfalen-Nord. Dann der feine Redner Joos (geb. Elsässer, Wahl­kreis Köln-Aachen). Leider ist er zurzeit erkrankt. Dann Andre (Württemberg) und Ensing (Vaden). Schlosser war Abg. Tremmel (Bayern), der uns treu

Klempner Hans Becker (Westfalen-Süd), aus dem Krankenkassenwrsen bekannt. Dom Kohlenbergbau wwml der bekannte Abg. Imbusch,, Mitglied des "vor- Misigen Reichswirtschaftsrates. Steinmetz ist ein neuer Mann Hörner (Hessen-Nassau). Der Geschäftsfüh­rer der oberschlesischen kathol. Volkrpartei Ehrhardt stammt vom Eichsfeld, war Maurer und hat sich beim «etriebsrätegesttz sehr bewährt. Buschmann, ein We- ®er, kommt aus der Grafschaft Glatz, von Düsfeldorf- Dst Giesberls, auch Lohnarbeiter, Frau Teufch von «oln-Aachen ist.Gewerkschaftssekretärin. Der Senior ^sserer Arbeiter ist der Vorsitzende des christlichen Me- rallarbeiterverbandes Abg. Wieder aus Duisburg, siebürig aus Hünhatz. Dr. Fleischer, einst Gene­ralsekretär der katho'. Arbeitervereine, Sitz D-rlin, or- B°n’fiert jetzt die Abstimmung in der 'Nordostmark Wahlkreis Frankfurt a.' £).),

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Art. 2.

I anftalten eingestellt. Für die technische Behandlung des Forstbetriebs ist die Errichtung zu begrüßen. Die Regie­rung hat trotz der schlechten Finanzlage erhöhte Mittel in den Haushalt des Ministeriums für Kunst, Wissenschaft und Volksbildung eingestellt. Ein erfreulicher Beweis da- für, daß sie die Kulturgüter nicht vernach­lässigen will. Sehr zu begrüßen ist, daß für die För­derung des Unioersitätswesens einige Million Mark mehr angefordert sind. Ich weife auf eine sehr bewegliche Klage hin, die neulich bei einer Feier der Akademie für Kunst und Wissenschaft von einem namhaften Gelehrten erhoben worden ist, darüber, daß infolge der finanziellen Notlage vieler Gelehrten diese nicht mehr wie früher zur Förderung der Wissenschaft beitragen können. Er hat insbesondere darauf hingewiesen, daß eine große Anzahl von Gelehrten ihre Werke infolge der hohen Druckkosten nicht mehr ver­öffentlichen können und ihre Werke als Manuskripte in Bibliotheken einfügen müssen.

Ich habe mich streng an meine Aufgabe gehalten, nur die finanzielle Seite zu erörtern. Die Finanzlage ist eine sehr trübe; es ist zu wünschen, daß das preu­ßische Volk sich ermannt und als oberstes Gebot der Stunde Sparsamkeit, Arbeitsamkeit und Arbe11s» freudigkeit, Ruhe und Ordnung erkennt. (Beifall.)

Mitteilungen

-er städtischen Nahrnngsmittelstelle.

10. Juli 1920.

Der Abgabepreis für das in dieser Woche ausgegebene Schmalz beträgt Mk. 10,— das Pfund.

Von der Landwirtschaft kommen aus dem Rhein­land die Abg. Blum, Baumann, Staatssekretär Busch, Neyses und Weingutsbesitzer Veltin, aus Schlesien Ianeba und Strzoda, aus Baden Damm, aus Württem­berg Feilmayer, von Westfalen Herold, Bornefeld-Elt- mann und SHulz-Gahnen, von der Weser Pennemann, aus Kurhessen Herbert, Zirkenbachs Kreis Fulda, vom Bodensee Diez.

Leider fehlt völlig der Landadel. Er gehört auch zum Volk und wir sind Volkspartei. Im übrigen hat die Fraktion zwei Adlige in ihren Reihen, den hessischen Iustizminister von Brcntcmo di Tremezzo und den frü­heren Landrat des jetzt umstrittenen Monschau, von GuZrard, jetzt Geheimer Regiemngsrat in Koblenz. Leider fehlt auch ein Arzt in der Fraktion. Auch ein Mann aus der Diplamotenlaufbahn wäre erwünscht ge­wesen.

We der Nährstand ist auch der Lehrstand gut in der Fraktion vertreten. Wir haben da vier Univer­sitätslehrer, den sozialen Profesior Dr. Hitze, die Theo­logen Dr. Lauscher von Bonn, Dr. Kaas, Kirchenrecht­ler aus Trier, Dr. Schreiber, Kirchenhistoriker m Mün­ster (Wests.). Alle drei sind literarisch bekannt, Dr. Kaas ist cm den Verhandlungen zwischen Staat und Kirche beteiligt, Dr. Lauscher in der Preußischen Lan­desversammlung in der Schulfrage im Winter hervor- getretcn.

Wir haben jetzt, wenn wir die Bayern abziehen, etwas mehr G e i st l i ch e als die alte Fraktion. Zu nennen bleiben: Dr. Maxen, Stadtpfarrer von Hanno­ver, Propst Poppe aus Heiligenstadt, ein alter Par­lamentarier, endlich der Vorsitzende der kath. Volks­partei in Oberschlesien, Stadtpfarrer Mitzka (Ratibor), der mannhaft für das Verbleiben seiner Heimat beim Reiche emtriti. So haben wir im ganzen mit Dr. Brauns acht Geistliche als Zentrumsabgeordnete.

Dem Lehrer stände gehören an: Oberlehrer Hoffmann (Ludwigshafen), der auch nicht mit den Banern aui.düg, verdient uri d>e Sache des Lindt- horstbundes in der Pfalz, Rheinländer, der bei den Verfassungslämpsen um die Schule Gröber und Maus- chach trefflich unterstützte, Mittelschullehrer Schwarz von Frankfurt, Vorstandsmitglied des Vollsvereins, endlich Szezeponik, Kreisschulinspektor in Nikolai (O.-S.), ein um die katholische Lehrersache hochverdien­ter Mann.

Richter waren oder sind: Erzellenz Spahn, der frühere preußische Iustizminister, Burlage, der Leiter der kath. Schulorganisation Geheimrat Marx, Ober« latldesgerichtsral in Düsseldorf, endlich der würllember- i

Sottesdieustordnung.

Katholischer Gottesdienst.

Sonnt an, 11. Juli. Dom. Diözesanmonats kollekte. V-6, 6, Vi7, 7 Uhr l>l. Messe. 7-7 Uhr in der Marienkapelle, hl. Messe u. Kommunion der Junafrauen- Sodalität. Im Dom Kommunion der Cbristentehr- pstichtigen Jungfrauen. 8 Uhr Pfarramt mit P. ediot. S’/s Uhr Katheoralamt mit Predigt. Vs 12 Uhr Messe und Predigt. 7-2 Uhr Herz Mariae And. 7 Uhr in der Marienkapelle Herz Mariae Bruderschaft mit Predigt und Segen. Stadtpsarrkirche. 57« Uhr Kommunion 5*/« hl. Messe und Kommunion der Dienstmädchen» fongregation. 63/« Uhr hl. Messe und Kommunion der Jungsranensodalität und der übrigen christenlehr» pflichtigen Jungfrauen. 8 Uhr hl. Messe und Predigt (1. Schulgottesdienst). OVt Uhr Pfarramt u. Predigt. 11 Uhr bl. Messe und Predigt (2. Schulgottesdienst). 9’/« Uhr Christenlehre für die Jünglinge in der Severi- kirche. 2V, Uhr Bruderschaft von der Todesangst des Herrn. 37« Uhr Andacht für die Jungfrauensodalität. 4V« Andacht für die Dienftmädchenkongregatwn in der Severikirche. — Pfarrkirche zum heiligenGeiste. 7«7 Uhr hl. Kommunion 7 Uhr Frühmesse, 8 Uhr Predigt, Amt mit Kommunion. 9V« Festamt des Männer- und Meister- Vereins. 5 Uhr Andacht. — Severikirche. . Sonntags */,7 Uhr werktags 603 M. — Herz-Jesu-Heim. 6 Uhr Frühm., 8 Amt m. Pr., 2 A. (Mittw. abends 8 A.) — Frauenberg. Wegen des Festes der hl. Veronika Juliani, Jungfrau vom 2. Orden, Ablaßtag für die Terziaren. Hl. Messen von 6—7 Uhr. 8 Uhr Bruderschaftsmesse mit Predigt, 9 Uhr Hochamt mit Predigt. — Nachm. 2 Uhr Predigt, Andacht und Umgang für die Fünf- Wunden-Bruderschaft.

Nonnenkirche. Montag, den 12. Juli. (Fest der ewigen Anbetung). 6 Udr Aussetzung des Allerheiliasten und hl. Messe. 7,7, 7, >8 und Ü Uhr hl Messe. 9 Uhr Levitenamt. 10 Uhr hl. Messe. 11—12 Uhr erste und zweite Fronleichnamsandacht. 12—1 Uhr stille Anbetung. 1—2 Uhr dritte und vierte Fronleichnamsandacht. 2—3 Uhr fünfte Fronleichnamsandacht. 3—4 Uhr feierliche Vesper. 4-5 Uhr stille Anbetung. 5—6 Uhr Krone Christi. 6—7 Uhr Schlußandacht mit Te Deum. — Wenn die Betstunden mit den angegebenen Fronleichnams­andachten nicht auSgefüllt werden, so wird während der übrigen Zeit der Rosenkranz gebetet, abwechselnd mit entsprechenden Gesängen.

Evangelischer Gottesdienst.

Sonntag, 11. Juli. Vormittags 8 Uhr Sup. Ruhl. 9‘/, Uhr Sup. Ruhl. (Heil. Abendmahl, Kollekte).

Amtswoche: Sup. Ruhl.

Vermischter.

** Standesamtszissern für das zweite Quartal 1910 und 1920. Nach den langen Kriegsjahren sind jetzt in verschiedenen Städten Vergleiche zwischen den Standesamtsaufzeichnungen für oas Fiühlinas- quartal 1910 und 1920 angestellt worden. Die Ge­burten sind jetzt wieder so zahlreich, wie vor zehn Jahren, trotz des starken Abganges an Männern int Kriege. Die Eheschließungen sind etwas gestiegen, leider sind auch die Sterbefälle häufiger. Das ist freilich M dem langen Den den nicht zu verwundern.

* Studentische Landhilfe. Wieder wie im Vor­jahre ist eine Anzahl von Studenten willens, während der Sommerferien auf dem Lande Erntehilfe zu leisten. Die Grundbesitzer, die bereit und in der Lage sind, arbeitslustige Studenten aufzunehmen, werden gebe­ten, ihre Adressen der Vermittlungsstelle des Studen­tenausschusses an der Universität Berlin zu übersenden, die Zahl ihres Bedarfs, Arbeitsbedingungen, Unter« kunftsart, und besondere Wünsche sind anzugeben. Auch die Studentenausschüsse der anderen Universitäten geben Auskunft.

* Polnischs Slraßenbahnfahrpreife. Wenn es trö­stet, Unglücksgenossen zu haben, so können sich die deut­schen Straßenbahnverwaltungen damit beruhigen, daß es denjenigen in der Republik Polen noch viel schlechter geht.. Dort verkehren die Wagen nur in den größten Städten, in Warschau, Posen, Bromberg, Lodz. .Der Fahrpreis beträgt nach deutschem Gelds 2—5 Mk.

Dieses Gesetz tritt am 1. August 1920 in Kraft. Die bis zum 1. August 1920 aus Grund der § 45 bis 52 des Einkommensteuergesetzes einbehaltenen , Beträge werden auf dis nach diesem Gesetz emzubehaltenden Beträge an- gerechnet.

Art. 3.

Der Reichsminister der Finanzen erläßt die näheren Bestimmungen zur Ausführung dieses Gesetzes.

a) im Falle der Berechnung Tagen für 5 «AL täglich, b) im Falle der Berechnung Wochen für 30 oft wöchentlich,

c) im Falle der Berechnung des Arbeitslohnes nach Monaten für 125 «At zu unterbleiben.

Der abzugsfreie Betrag erhöht sich für jede zum Haus­halt des Arbeitnehmers zählende Person im Sinne des 8 20 Absatz 2 in dem Falle des Absatzes 1 a. um 1,50, in dem Falle des Absatzes 1 b. um 10 «AL, im Falle des Absatzes 1 c. um 40 «At.

Ob und inwieweit die Vorschriften der Absätze 1 und 2 im einzelnen Falle anzuwenden sind, ist von den Arbeit­gebern festzustellen. Aus Antrag des Arbeitnehmers ist den Betrieben, in denen ein Betriebsrat besteht, der Be- triebsausschuß ober der Betriebsobmann gutachtlich zu hören. Auf Anruf eines Beteiligten entscheidet das Fi- nanzamt endgültig. Ist die Entscheidung des Finanz­amtes nicht binnen einer Woche nach dem Zahlungstage angerufen, so ist der Abzug in vollem Umfange des § & oorzunehmen.

§ 45 b.

Arbeitnehmer, die nicht unter § 45 a fallen, können bei dem Finanzamt die Ausstellung einer Bescheinigung über den Hundertsatz des Arbeitslohnes verlangen, der von jedem Arbeitgeber bei der Lohnzahlung in Abzug zu bringen ist. Das Finanzamt hat den Hundertsatz nach dem mutmaß­lichen Mehrbeträge des Einkommens zu ermitteln. Wird eine solche Bescheinigung nicht vorgelegt, so hat der Ar­beitgeber 10 vorn Hundert des Arbeitslohnes in Abzug zu bringen.

§ 45 c.

Ueberfteigt der Arbeitslohn auf das Jahr aufgerechnet und unter Berücksichtigung des § 45 a den Betrag von 15 000 M, so gilt für den einzubehalienden Betrag nach­stehende Tabelle:

Der gemilderte Steuerabzug.

Das Gesetz zur ergänzenden Regelung des Steuer­abzuges vom Arbeitslohn hat folgenden Wortlaut:

Art. 1.

Zur ergänzenden Regelung des Steuerabzuges vom Arbeitslöhne werden hinter § 45 des Einkommensteuer­gesetzes vom 29. März 1920 (Reichsgesetzblatt S. 359) fol­gende Vorschriften eingefügt:

§ 45 a.

Bei den ständig beschäftigten Arbeünehmeni, deren Er- roerbslütigteit durch das Dienstverhältnis vollständig oder hauptsächlich in Anspruch genommen wird, hat der Abzug gemäß tz 45

gische Iustizminister Bolz. Zu den Anwälten zäh­len Fehrenbach, Trimborn, von Brentano, Geheimrat Bitta, zurzeit Oberpräsident von Oberschlesien, der Vizepräsident des Reichstags Minister a. D. Bell von Essen und Dr. Herschel. Alle waren schon in der alten Fraktion.

Die I n d u st r i e wird vertreten durch die neuen Männer Generaldirektor ten Hampel (Zement-, Klöck­ner (Eisen), die Kaufmannschaft durch den lang- | jährigen Abg. Racken, dessen Name in der rheinischen Selbstoerwoliung einen guten Klang bat. Neu ist Lange-Hegermann von Bottrop, der die Verbindung mit dem Handwerk darstellt. Dieses entsandte neben dem bewährten langjährigen Vorsitzenden der Zen- trumsfraklion der Stadtverordnetenversammlung in Beuthen (O.-S.) Tischlermeister Zawaazki, neu Ift- mann, Präsident der Handwerkskammer in Baden. Sehr bedauert wurde auf dem Reichsausschusfe die Nichtwahl von Herrn Thomas Esser, Vertreter des Genossen­schaftswesens ist Abg. Schlack, Verbandsdireklor des Reichsverbandes deutscher Konsumvereine von Buffet- dorf-Ost.

Von Beamten haben wir die Herren Allekoite, Oberpcstsckrelär von Mülheim und Oberpostschaffuer Koch aus Münster (Wests.), Dr. Höfle, ein neuer Mann, ist Geschäftsführer des Eesamtverbandes deusscher Staatsbeamter. Der ftühere Bibliothekar, Schrift­führer des Reichstags, Abgeordneter für Berlin. Dr. Maximilian Pfeiffer, dagegen ist feit langen Jahren bekannt.

Beim Zusammentritt in Weimar zählte die Frak­tion sechs Damen. Heute sind es leider nur noch drei. Frau Zeltler schied mit den Bayern aus. Frau Weber und Frau Schmitz sind leider nicht wiederge­wählt worden. Die Frauen, die im Wahlkampf ihre Pflicht besser getan haben als die Männer, verlangen mit Recht eine stärkere Vertretung. Sie werden sie nach den Beschlüssen des letzten Reichsausschusses auch beim nächsten Male erhalten. Zum Vorstand xsshert von ihnen Frl. HÄwig Dransfeld, die bekannte ^Vor­sitzende des kath. Frauenbundes. Die sorgende Müt­terlichkeit stellt Frau verw. Amtsgerichtsrat Neuhaus dar auf dem Gebiete der Jugendfürsorge, des Vor- mundschaftswesens, besonders mich der Berufsoormunü- schoft. Sie ist Vorsitzende des kath. Fürsorgeveretns für Mädchen, Frauen und Kinder mit seinen 140 Orts­gruppen. Gewerkschaftssekretärin Teusch ist der Ty­pus der modernen Soziaibeamtin. Sie leitet das Ar- beiterinnenfefretariat beim Generalsekretariat der christ­lichen Gewerkschaften in Köln,

Druck der Fuldaer Aetieudruckerei itt Fulda

In der nächsten Woche entfallen auf jede Fettkarte 30 Gr. Butter zu Mk. 13,40 bczw. Mk. 10,60 und 75 Gr. Schmalz zu Mk. 10,— das Pfund. Die Krankenkarten werden mit hiesiger Butter bedient. Abgabe an die Ver­braucher: Freitag und Samstag. Schmalzausgabe: Don­nerstag von 9 bis 11 Uhr im Schlachlhof. (Die Stunden sind pünklllch einzuhalten.) Butterausgabe: Donnerstag Nachmittag in der Molkerei.

Die Fleischkarten der nächsten Woche werden mit frf schem Fleisch beliefert.

Der angemeldeie tzulizncker, sowie die Waren aus der Verteilung Nr. 18 können Mitte nächster Woche in den Ge­schäften abgeholt werden. Preis für Zucker: Mk. 2,— txy Pfund.

Sonberoerfeilung für stillende und werdende Müller: Ausaegeben werden 250 Gr. geräuchertes Schweinefleisch zu Mk. 9,— das Pfd. Die Karten sind Dienstag Vor­mittag von 8 bis 12 Uhr, (den 13. Juli) gegen Nachweis der Bezugsberechtigung in der Karlenausgabestelle in Empfang zu nehmen. Die Ware muß am gleichen Vor­mittag hei Metzgermeister Franz Schultheis, Hinterburg, abgeholl werden. Es wird dringend gebeten, die Ab­holung der Karten, wie der Ware am Dienstag Dormitkap oorzunehmen.

Für die minderbemittelte Bevölkerung steht wieder Spiritus zur Verfügung, der in hiesigen Geschäften vor­rätig ist, aber nur gegen Spiritusmarken abgegeben wer­den darf. Die Marken sind gegen Vorlage des Lebens­mittelausweises auf der Kartenausgabestelle erhältlich. Di« Geschäfte, die Spiritus erhalten haben, werden gebeten- dies durch Aushang bekannt zu machnn.

Amtliche Auzeigeu

Die Nahrungsmittelstelle hat braune Steinzeugköpfs (Einmachtöpfe) von 50 und 40 Ltr. Inhalt zum Preise von Mk. 30,— bezw. Mk. 25,— das Stück abzugeben. Re­flektanten werden gebeten, sich in der Kartenkontrollstelle zu melden.

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Brlketlverleiluug.

Am Manlag, den 12. tzuli, für folgende Straßen: Abts- tor, Hopfengarten, Kronhofstraße, ßengsfelbergaffe, Rosen­garten, Tränke, Wiesenmühle, Angel, Breiterweg, Eiche- feto, Haimbacherstraße, Hinterburg, Horajerweg.

Gaskoksabgabe.

Am Montag, den 12. und Dienstag, den 13. 3ufi, wer­den die Kotszettel für folgende Straßen ausgegeben: Vonifatiusplatz, Friedrichsmarkt, Friedrichstraße, Nonnen- gaffe, Pfandhausstraße, Rittergasse, Rosengasse, Genen- berg, Schloßstraße, Luckenberg, Gemüsemarkt, Judenberg, ^engnss-. , , _______ ~

Richtpreise

für Ziegeleien und Lchlackfleinsabriken In dec Praoinz £)effen-Jlaffau. Gütig vom 1. Mai 1920 bis auf weiteres,

I.

1. Mauersteine (Reichsformat mit Druckfestigkeit

bis 250 kg) Pro s für 1000 Stück

a) für den narbt Teil des Reg.-Bez. Kassel M 260,00

b) für den füöl. Teil des Reg.-Bez. Kassel

und Nassau .........M 340,00

2. Klinker bis zu 350 Kg. Druckfestigkeit . . M 375,00

3. Schlackensteine .........M 300,00

4. Biberschwänze 45 Stück auf den qm . . «At 500,00 » gesintert......«At 600,00

5. Pfannen mit Stanzpresse hergestellt 15—16 Stück auf ben qm........JA, 700,00

II.

Bei Abbruchsteinen gilt % der Höhe der Richtpreise für frisch gebrannte Steine als angemessen.

Für ungebrannte Steine wirb ein Richtpreis, welcher % der Höhe des Wertes für frisch gebrannte ausmachtz bestimmt.

III.

Die Preise gelten für I. Wahl, je 1000 Stück verpackt, aufgeladen, frei Eisenbahnwagen — Ziegelei ober frei Fuhrwerk — Ziegelei.

Verpackung für Dachziegel kann befonbers in Rechnung gestellt werben.

. Gewerbsmäßige Baustoffhänbler bürfen folgenden Hänblemutzen auf die Richtpreise aufschlagen:

a) für Mauerziegel 5 Prozent:

b) für Klinker und Dachziegel 10 Prozent

Die Ziegelverkaufsvereinigungen dürfen auf die Richt­preise folgende Ausschläge machen:

a) für Mauersteine 4 Prozent;

b) für Klinker und Dachziegel 8 Prozent.

Im Kleinverkauf dürfen auf die Richtpreise sämtlicher Erzeugnisse 3 Prozent aufgeschlagen werden.

liebermäfcige Preisforderungen können auf Grund bei Verordnung gegen bie Preistreiberei vom 8. Mai 1918 (R.-G.-Bl. Seite 395) strafrechtlich verfolgt werden.

Um geeignete Veröffentlichung wirb ersucht.

Der Rcgierungspräsibenk als Vezlrkswohnungskommissac

Wirb veröffentlicht.

Fulba, ben 30. Juni 1920. (5

Der Llllldral: Frhr. v. Doernberg.

Mehseochenpolizeiliche Anordnung.

Zum Schutze gegen bie Maul- und Klauenseuche wird auf Grund der §§ 18 u. ff. des Diehseuchengesetzes von« 26. Juni 1909 (R.-G.-Bl. 6. 519) mit Ermächtigung be« Herrn Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Förster, folgendes bestimmt:

1. Sperrgebiet

§ 1. Nachdem der Ausbruch der Maul- und Klauen» seuche unter dem Rindviehbestonde des Landwirts Joseph Erb in Neuenberg amtstierärzilich sestgestellt woi den ist, wird aus der Gemeinde Neuenberg ein Sperrbezirk gebildet.

Im übrigen wird auf die früheren Bekantmachungen, vergi. Nr. 154, 155 und 156 der „Fuldaer Zeitung" hingewiesen.

Fulda, ben 6. Juli 1920.

Der Canbraf: Frhr. v. Doernberg.

, Msgebrochen:

Die Maul- und Klauenseuche in Oberzell (Kreis Schlüchtern).

Fulda, den 1. Juli 1920.

Der Landral: Frhr. v. Doernberg.

Btfiarott Oet tost!

Heilung

In Zusammenarbeit mit bekanntem Facharzt der Pflanzenheilkunde gibt Pfarrer Lchrnidk wertvolle Ratschläge über Verwendung seiner bewährten 'Jla urmiitel neuen: Asthma, Gichl und Hbeama, Bleichsucht, hautun- reinigfeiten, verdarb. Blut, Blasen­leiden (Beitnässentz Dassersuchk, Zucker,Aelt!eibigkeit,HSmorrhoiden

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Schreiben Sie tPostkarte genügt) an: 8llH Umsonst- Pfarrer Schmidts, Naturmittel, Nürnberg 2, Brieffach 3S4b.