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Mitglieder des Schulvorstandes und der Gsmetndcver- tretung, Herr Dechant mit den Schulkindern in die fest­lich geschmückte Schule. Die Schüler eröffneten den Festakt mit einem passenden Liede und trugen verschie­dene Gedichte vor. Der Herr Dechant, der Herr Bür­germeister und Nachbar des Schulhauses hielten An­spachen über die Bedeutung des Tages und über das Glück der Gemeinde, einen gläubigen Lehrer zu hoben. Ticfgerührt dankte Herr Lehrer Hutsch. Mit ..Gort, wir preisen deine Güte" wurde der Festakt geschloffen.

0 Dcd 2cd. Die in der Kinderheilanstalr Bad Orb von eiucp.ortierten Soldaten verübten Diebstähle von Wäschestücken kamen in einer Verhandlung vor der Strafkammer Hanau zur Erledigung. Angeklagt waren der Kutscher Auerkamp aus Wesel tmb der Agent Paul Baldamus aus Lljchersleden wegen schweren Diebstahls. Luerkomp erhielt 1 Jahr 6 Monme, Laldarmis 1 Jahr 1 Woche Cejängnis.

0 Hanau. Die Stadtverordneten haben am Donnerstag wiederum von 5 bis 8% Uhr nachm. bermen, ohne nur einen Punkt zu verabschieden. Zum zweiten Maie stand die Vorlage über die Regelung der Gehälter der städtischen Beamten und Lehrer zur Be­ratung. Die beiden linksstehenden Fraktionen (Mehr­heitssozialisten und Kommunisten) wollen vor allem nicht die hohen Gehälter der oberen Beamten bewilligen. Die Vorlage wurde an die Gehaltsregulierungskommis- sion und an den Finanzausschuß zurückverwiesen. Die Beamten und die Hilfsangestellten erhalten einen Vor­schuß von 300 Mk. auf das später zu bewilligende Gehalt.

Airs Oberhesserr und den Hess. Aemtern.

(=) Fritzlar. Am 1. Juli beging Herr Oberlehrer F i l t h a u 1 sein Silberjubiläum als Leiter der hiesigen Präparandenanstalt. Aus seinen Wunsch blieb die Feier aus eine kleine Schulveranstaltung beschränkt. Herr Filthaut hat sich als Lehrer-Erzieher durch seinen tief­gründigen Unterricht, sein gutes Lehrgeschick und durch den in der Präparandenanstalt gepflegten christlichen (steift reiche Verdienste um die Ausbildung der kathol. Voiksschullehrer im Bezirk Kassel erworben. Seine zahlreichen ehemaligen Schüler, es sind mehr als 800, werden in diesen Tagen gewiß gern in Dankbarkeit ihres einstigen Lehrers gedenken.

Die Ernishrungsschrvserrgkekten der Ltadt Fulda.

v. F u l d a, 3. Juli.

Eine Besprechung über die Teuerung und die Er- «ährungsschwicrigkeiten hatte gestern vormittag 9 Uhr die Vertreter des Kreisausschusses, des Kreistages, des Magistrats und des Stadtverordnctenkollegiums sowie der Kartelle der Artgcslcllwn und der Gewerkschaften im Etadtverordnetensitzungssaal versammelt. Auch der zur Zeit beurlaubte Oberbürgermeister Dr. Antoni war erschienen. Den Vorsitz führte Herr Landrat Freiherr v. 2 o e r n b e r g.

lieber die Mehlversorgung als ersten Punkt der Tagesordnung berichtete eingehend der Leiter der Kreiskornstelle, Herr Lehrer Ritz (Petersberg). Er legte dar, daß die Streckungsmittel Schuld an dem ge- genwärtigen schlechten Brot seien. Bon den 76 000 Doppelzentnern Getreide, die voriges Jahr im Kreise geschätzt lvordcn seien, wären 30127 Doppelzentner zur Ernährung der versorgungsberechtigtcn Bevölkerung ersaht worden. Der Rest sei Saatgut und das Ge­treide der Selbstversorger. In tmgefähr 14 Tagen werde das Brot besser, da bedeutende Mengeti Roggen- und Weizenmehl der Stadt aus den Bestünden znpeführt worden seien. Selbst mir einer Herab­setzung des B r o t p r e i s e s sei zu rechnen, wenn dte neue Ernte in etwa. 4 Wochen komme und die von der Regierung festgesetzten Frühdruschprämien, die das Mehl nur verteuern, in Wegfall kämen. Herr Stadt­rat Mihm forderte eine städtische Mehlmischmaschine, um gleichmäßiges Brot für alle zu bekommen. Der Oberbürgermeister: Die Verteuerung des Brotes kommt zum großen Teile daher, weil wir pro Doppelzentner 120 Mark ans Reich abführen müssen. Betreffs der Mehlmischmaschine schlug Herr Oberbür­germeister vor, eine Kommission zu bilden, die die Mischmaschine in Frankfurt a. M. begutachten solle. Herr R i tz teilte sodann mit, daß auf den letzten Auf­ruf des Herrn Landrats an die Selbstversorger, das übrige Getreide abzugeben, bereits 120 Zentner zum Umtausch gegen Sireäungsmittel an der Kreiskornstelle angemeldet worden seien. Herr W i l l i g s e ck e r be­antragt, da d'? Brotfrage zur Befriedigung gelöst Id, Schluß der Debatte. Dem Anträge wird stattgegeben.

Zum zweiten Punkt der Tagesordnung über die augeirblicklichen Fleischpreise sprach Herr Stadw. Frank: Sie seien wohl von 10,80 Mark aus 9,75 Mark herabgesetzt, trotzdem aber für weite Kreise der Bevölkerung u n e r s ch w i n g l i ch. Stadv. S u n k e l: Die Heraufsetzung der Preise ist durch die Regierung erfolgt. Außer den hohen Viehpreisen trägt der Zwi­schenhandel Schuld an der Verteuerung. " Der Kalb­fleischpreis ist über Gebühr von der Regierung erhöht worden und selbst den Landwirten zu hoch erschienen. Die Preise für Schlachtvieh wüsten herabgesetzt und die Menge um 100 Er. erhöht werden. Landw. B rei­te n b a ch bestreitet die Richtigkeit einer Äscherung des Herrn Sunkcl, daß die Ausbeutung des Schlacht­viehs nur 40 Prozent betrage, meistens sei sie auf 50 und mehr Prozent zu berechnen. Herr B i s p i n ck hält den Verkaufspreis von 9,75 Mark für zu hoch, da der Landwirt nach Regierungsbeschluß nur 3,80 Mk. nchmen dürfe. Der Oberbürgermeister er- klärte, daß einem Antrag der Stadt auf Erhöhung der Rction von maßgebender Seite nicht stattgegeben worden fd und verlangt Aufhebung der Zwangswirt­schaft, weil sie nur verteuernd wirke. Herr Stahl betonte, daß der Preisabbau zuerst bei den Pro- duzenten der Lebensmitel beginnen mäste. Herr Bürgermeister Jonas ist für den Preisabbau aller Artikel, nicht nur der landtvirtschaftlichen Produkte. Herr Mihm will sich anf keine weiteren theoretischen Besprechungen mehr einlasten. Herr S t e i n b e ck hält es als ubnedingt erforderlich, daß die Versamm­lung zu einer Einigung kommen müsse. Herr Stadtrat S u n k e l: Wir find bereit, den Verdienst herunterzu­fetzen, wenn die Landwirtschaft ihrerseits auch den Preis henmterfetzt. Der L a n d r a t macht Mitteilung, er habe soeben telephonisch erfahren, daß auf die nach Kastel gerichtete Resolution des Magistrats hin der Herr Oberpräsident nach Berlin gereist sei, um die ge­forderte Verbilligunc! der Lebensmsttel zu erreichen. Die Versammlung beschließt ein T e l e g r a m m folgenden Inhalts nach Berlin an den Oberprafidenten zu schicken: Die heute hier versammelten Vertreter der Stadt und des Krcttts Fulda fordern einen sofortigen Abbau der Preise für Lebensmittel und Bedarfsartikel und insbesondere diejenigen, die die Landwirtschaft zu ihrer Produktion bedarf. Gegen eine Wiedereinführung der grühdruschpramie wird energisch Protest eingelegt. Roch tangerer Debatte, und da die Zeit oorgefchritten ist, wird folgende Kommission zur Beratschlagung der Fletschpreise gebildet: Schüler, Reinhard, Ionas, Kohl, Sunkcl, Frz. Kramer, Krönung und 5 t e i n b e ck sowie zwei Beamte des Landratsamtes. Um 1 Uhr trat eine Mittagspatise bis 4 Uhr ein.

Gegen 4'1 Uhr Halle sich die oKmmijsion auf folgende Fleischpreisc, die auf Antrag des Herrn Oberbürger­meisters sofort in Kraft treten, geeinigt: Rindfleisch das Pfund 6,20 Mark, Kalbfleisch das Pfund 4,50 Mk. und Hammelfleisch das Pfund 5 Mk. Die Hauptbedingung, die die Landwirtschaft an diese neuen Preise knöpft, ist, daß auch ein sofortiger P r e i s- abbatt aller Artikel erfolge. Die Versammel- lcn begrüßen das soziale Empfinden der Landwirt­schaft und werden diese im Kampfe um Verbilligung der Bedarfsartikel weitgehendst unterstützen. Einer Anfrage des Sto. Wohlgemuth, ob nach den neuen Preisen nun auch genug Vieh" in die Stadt käme, ant- rvortet Herr S u n k e l, daß bis in den Herbst hinein genug Schlachtvieh zur Verfügung stände. Das Geld, das für bereits verkauftes Fleisch zu viel bezahlt sei, soll den Verbrauchern zurückgezahlt werden. Einem weiteren Antrag des Herrn Sunkcl, di'e Preise für lstostbeas und Lenden ohne Knochen auf 10 Mk., für Rotwurst auf 4 M. das Pfd. und Lcberwurst 5 M., Knochen auf 50 Pfg. zu stellen, tritt Herr Mihm entgegen, der 3 Mk. für Rotwurst und 3,50 Mk. für Lcberwurst doch genug hast. Schließlich wird einem Einigungsau- trage des He rin Stadtv. Frank zugeftimmt. In Zukunft kostet demnach das Pftmd R o t w u r ft 3,50 Mark und das Pfund Leberwurst 4,50 Mark.

Zur Kartoffelfrage gibt Herr Kreissekretär Scholz "zunächst einige statistische Angaben, wieviel Kartoffeln die Stadt Fulda benötigt, und daß bereits 10000 Zentner Frühkartoffeln für die Stadt und 1000 Zentner für das Land bestellt feien. Herr Sto. Reith findet den Preis, der rund 31,50 Mark pro Zentner ausmacht, viel zu hoch für die Bevölkerung (Zustim­mung). Die anwesenden Landwirte geben selbst zu, daß die Preise zu hoch von der Regierung bemessen seien. In demselben Gimte äußert sich auch Herr Bispink, erklärt ober, daß die zu bestimmenden neuen Preise ohne vorherige Rücksprache mit dem land­wirtschaftlichen Krcisverein, der Dienstag hier in Fulda eine Versammlung adhalie, nicht festgesetzt werden könnten. Herr F r a n k ist für ritte sofortige Preisrege­lung der Frühkartoffeln und eine spätere Preissest- sctzung der Herbstkartvffeln. Der Landrat nflichtet Herrch Jonas bei, der Entgegenkommen seitens der Landwirte den Verbrauchern gegenüber verspricht. Ein Atttrag zur Bildung einer Kommission wird nach länge­rer Aussprache angenommen. Sie soll aus je 2 Ver­tretern der freien und der christlichen Gewerkschaften und des Eisenbahnerverbandes sowie aus 6 Vertretern der L-mku.rtschaft best'rh-n. Die Kommission wird im Laufe der nächsten Woche zusammenlrelen, um zunächst die Preise für Frühkartoffeln festzulegen.

Herr Ritz verbreitete sich sodann über die Milch­frage und spricht sich gegen die neuen Milchpreise aus. 1 Mark pro Liter ab Stoll sei genug. Gleich­zeitig müsse auch ein Abbau der F u h r l ö h n e erfolgen. Herr Stadtrat Mihm in seiner Eigenschaft als Aussichtsrat der Molkerei erklärt, die Milchliefermig gehe dauernd zurück. Es fei sehr schwierig, die abzulie- fernde Milch ganz zu erfaßen. Die Landwirtfchafi habe inbezug auf Milchlieferung vollkommen versagt. Herr Vogel erklärt, daß die Futteroerhältnifse sehr schlecht seien. Herr Schüler schiebt den Milchhamstern die Schuld an der schlechten Miichablieftrung zu. Herr Rühl: Wir sind gezwungen auf die Dörfer zu gehen und Milch für unsere Kranken zu holen, weil die Molke­rei zu wenig hat. Herr Bispink stellt die Aussagen des Herrn Mihm, die dieser in den öffentlichen Ver­sammlungen gegen ihn gemacht habe, als falsch fest. Die Milch, die er produziere, reiche nicht zu seinem eigenen Bedarf. Herr Döring spricht für die Kom­munalisierung der Molkerei. Nach den Worten des Herrn Ebert tragen besonders die Frauen der Landwirte in ihrer Profitgier einen großeit Teil der Schuld. Folgende Resolution des Herrn Mihm wird angenommen, die in Form von Plakaten überall in den Dörfern veröffentlicht werden soll:

Die am 2. Juli 1920 versammelten Vertreter der Kreisbehörden und städtischen Körperschaften, sowie dir Vertreter der Landwirtschaft, der Gemerkjchasten und des Bramtenbundes sind der Ansicht, doch mit Rücksicht auf den vorhand-nen Viehbestand die Mil-bablieserung aus mindestens 9000 Liter möglich ist. In letzter Stunde dringender Not appellieren die Versammelten an das Pfl chl- und Ehrgrsüh! der Landwirte und ihrer Frauen. Eie bitten dringend, mit aller Energie dahin zu wirken, daß die Milch resilos an die Molkereien abgeliefer und jedem Hamsterer und Schleichhändler rücksichtslos die Tür gewiesen wird. Nach einwandfreier Statistik sind 2'/t Millionen deutscher Kinder dem Untergang geweiht. Ungefähr 6 MUkionen deutscher Kinder sind alS ernstlich gefährdet zu betrachten. Helft, ehr eS zu spät ist!

Die Körperschaften richten an die Bevölkerung die dringende Mahnung jede Hamsterei zu unterlaßen. Prof. Thielemann: Dir geistlichen Behörden tvcr- drn alles tun, was sie vermögen, um der Not zu steuern und besonders die Frauen in den Landgemein­den zu veranlassen, ihre Pflicht und Schuldigkeit zu tun. Herr Laux fordert schärfere Strafen gegen Wucherer und Schieler. Der Landrat: Die Ab- lieferung der Milch muß sich so vergrößern, daß eine Ermäßigung der Milchpreise eintritt. Da noch meh­rere Punkte erledigt werden müssen, ist .Herr Sunkel für eine Einberufung der Versammlung ans die nächsten Tage. Herr W i l l i g s e ck e r stimmt zu und wünscht, daß die Bereinigung der Fuldaer Handelsgeschäfte zu der nächsten Sitzung, die am Montag morgen 9 Ikhr im roten Saale des Stadtsaales stastfindet, hinzugezogen wird. Herr Stv. E. Schmitt ist dafür, daß auch Vertreter des Handwerks dazu emgeladen werden fal­ten. Der L a n b r a t: Außer den bereits Genannten werden cn den Beratungen am Montag die Borstände her Innungen, die Gemüsehändler, die Fuhrwerks besitzet Bereinigung, die Schmiede- und Schrei nervereinigung teilnehmen. Der Lohnausfall der Beteiligten wird ge­deckt werden. Zum Schluffe bonih der Herr Landrat allen Erfchicnencn für d>e ersprießliche Arbeit, die be­reit» geleistet worden ,ct und erhojst von den künftigen Sitzungen weitere Erfolge zum Preisabbau und zur Steuerung der Rot.

Schluß 8!4 Uhr.

Lokales.

Fulda. 3. Juli 1920.

# Personcimachrichten. Gand. arch. Willy Hoh­mann, Cohn des Reallehrers Amand Hohmann von hier, bestand an der Technischen Hochschule zu Darmstadt die Tiplom-Hauptprüsung mitgut". Der Kanzleibeamie Schneider ist zum Kanzlisten, die Kanzlctbeamten W e i ß m ü I l e r und B u r s ch e l II sind zu Kanzleidiätaren ernannt worden.

z Für die Äirchenbautcn. Am^ Sonntag, den 4. Juli wird in ollen Kirchen der Stadt Fitlda die Vierteljahrskollekte für bic geplanten Ktrchen» bauten (St. Sturmius« und St. Josephsktrche) abge­halten. Auch an dieser Stelle seien die Gläubigen daran erinnert, damit niemand vergißt, beim Kirch- gang eine Gabe für den guten Zweck zu spenden!

=%* Tomchor. Zur morgigen Frier des ewigen Gebetes im Tom singt bete Tomchor in Verbindung mit dem Alumnenchot beim Kalpedralamt Teile aus der Herr Jesu-Mesie von Engel und nach dem Offertorium ein 0 saluUris hostia von Haller, bei

der btschöflichcn Schlnßandachk nachm. 6 Uhr etn Her; Iesn-Lied von Kantor Scherer-Fulda und ein Tantum ergo von Kreitmaie r.

höchstmirleverordnung. Zu dem Einspruch des Haus- und Erundbesitzeroereins gegen die Höchstmieten- vcrordnung schreibt uns der M i e t e r v e r e i n, daß nach seiner Ansicht die HSstmieteverordnung vorläufig Rechtskraft habe. Dem Grund- und Hausbesitzerverein stehe kein Einspruchsrecht gegen den Beschluß der Ge- mciudevorstände oder Ausschüffe von Wohnungsver­bänden zu, sondern nur der Kommunalaufsichtsbchörde (§ 4. 1). Der Mieterverein hält den Beschluß des Magistrats vorläufig für gültig, besonders da er ihm durch Zuschrift des Magistrats vom 24. Juni 1920 mitgetcilt worden ist, und fordert alle Mieter aus, sich danach zu richten.

= Landwirtschaftliche SttgeirsisHsnrvollrüge Ruf Veranlassung Les Kreisvereins Fulda und GerS. seid findet in der Zerb-vom 2.IS. Juli eine Vor- tragsreisc in den beiden Kreisen statt. Redner ist Herr Dr. Fritz Groß. Leiter der Organisationsabtcilung des rheinischen Bauernvereins Köln. Er wird sprechen heute in Zirkenbach, Sonntag in Großenlüder und Salz­schlirf, '-Montag in Hainzell und Hoscnfeld, Dienstag in Fulda, Mittwoch in Flieden und Hauswurz, DonnerS. tag in Mittelkalbach und Neuhof, Freitag in Büchen­berg, SawStag in Eichenzell, Sonntag in Gersfeld. Das weitere Programm wird noch bekannt gegeben. (Siehe Anzeige).

(::) Die Mütterberatungsstelle Fulda-Stadt hat, tote wir dem Bericht des Katholischen Frauenbundes, Zweigstelle Fulda, entnehmen, auch in dem ver­flossenen 2. Jahre ihrer Tätigkeit sich gut be­währt. Nicht nur ist die Besuchsziffer wesentlich gestiegen, toat doch die Gesamtzahl der Mütter 150 und die Teilnehmerzahl in den einzelnen Beratungs­stunden durchschnittlich 4050, an manchen Tagen über 60. Vor allem ist die erfreuliche Tatsache feit- zustellen, daß der^ Gedanke des Mutterschutzes inner- h - erstarkt ist. So gelang es in fast hoff-

Annahmesielle:

Deutschen Schuht!

Fuldaer Zeitung.

nungslosen Fallenden Willen zum Stillen zu wecken und durch Unterstützung die Stillmöglichkeit zu för­dern, was als ber' Kernpunkt aller Säuglingsfür- sorge anzitsehen ist. Daneben wurde den nicht still- sähtgen Frauen und deren Kindern besondere Sorg­falt getotbmet. Die U?bertoinbuttg mannigfacher Stillhindernisie und die Anleitung der Mütter zu vernünftiger Pflege und Ernährung der Kinder er­forderte viel Kleinarbeit, die in ausgezeichneter Weise von der städtischen Säuglingsfürsorgerin unter- stützt wurde. Wesentlich zu staMn kamen der Mütter­beratungsstelle die reichen Unterstützungsmittel, die teils ans Zmvendungen stammten, so eine größere Anzahl englischer Sauger, Nahrungs- und Stärkungsmittel der hiesigen 'Nahrungsmi^Istelle und Lebensmittel mt8 der Verteilung amerikcmischer Liebesgaben. Sammlungen privater und wohltätiger Vereine ermöglichten die Abgabe von SäuglingS- toäsche. Weiterhin waren geldliche Unterstützungen möglich durch die von allen Gönnern gestifteten Säuglingspatenschaften, ihre Zahl war 110. Wenn sich nun der Katholische Frauenbund toiederum an die hiesige Bevölkerung wendet, so ist zu wünschen, daß auch diesmal nicht nur alle früheren Stifter sich beteiligen, sondern anch mancher neue sein Jn- terefse am Säuglingsschutz zeigen möge. (Siehe Anzeige.)

./' Tie Erhöhung der Sclbftvsrpflcgungstüges- sätze für znrückgekehrte Kriegsgefangene, deren Ent- lassungsurlaub (56 Tage) ganz oder zum Teil im laufenden. Jahre liegt, ist "durch kriegsministerielle Verfügung vom 10. April d. I. jetzt angeordnet. Danach werden diese Sätze mit rückwirkender Kraft vom 1. Januar d. I. ab von 2.70 Mark auf 4.00 Mark, bezw. 5 und 6 Mark erhöht. Die Nachzah­lung ier Geldabfindung für die Selbstverpflegung findet nur auf besonderen Antrag statt.

* Ansichtskarten als 10 Psg.-Druütache. Nach den postalischen Bestimmungen ist cs zuläffig, diese Starten handschriftlich mit Datum, Stand, Namen und Wohnung des Absenders zu versehen. Ebenso können mehrere Absender in dieser Weise angegeben sein. Mit anderen handschriftlichen Zusätzen ver­sehene Ansichtskarten kosten jedoch 30 Psg. Porto. Auf die Adreßseite ist oben das Wort Drucksache zu setzen. Geschriebene Worte wie Gruß nsw. sind nicht erlaubt.

)( Gartknbanvcrein. Betreffs der Bekämpfung des in diesem Jahrr sehr stark auftrctenben ameri­kanischen Stachelbeermrhltaues, bei welchem burcb einen schwarzbraunen Ueberzng ein großer Teil ber Beeren unbrauchbar werben, ist der Verein von der Lehranstalt in Geijcnheim auf ein Flugblatt der biologischen Reichsan'talt verwiesen worden, welches auch für iuteressierteNichtmltgliederbei dem Geschäfts­führer des Vereins, Lehrer Andre, Fricdrichstr. 2011, zu haben ist.

ff Tie Maul- und Klauenseuche ruckt immer näher an Fulda heran. Wie.wir erfahren, ist sie feit kurzem auch in Koblhaus ausgebrochen. Wegen der Ansteckungsgefahr mnßte der heutige Schweine­markt ausfallen.

rh Strafkammer. Der 19jährige vorbestrafte Berg­mann Ang. Meißner, gebürtig von Gladbeck (Wests.), kam im März d. I. von Westfalen in die Rhön, um angeblich bei Bauern Arbeit zu suchen. Bei dieser Gelegenheit stahl er einem Einwohner in Wölf 6 Kisten Zigarren, 300 Zigaretten und ca. 200 J( bares Geld; außerdem einem Einwohner in Reckrodt 4 Flaschen Wein. Wegen dieser schweren Diebstähle erkannte die Strafkammer auf 9 Manat- Gefängnis. Der früher in D. wohnhafte 17jährige Arbeiter und Landwirt K. W., ein geistig zurückgebliebener Mensch, der jetzt in einer Fürsorge-Erziehungsanstalt bei Münster unter­gebracht ist, wird wegen Diebstahls eines Gesang­buches, einer Damenuhr, 450 «M. bares Geld, Eier, Zucker, Seife und Kerzen zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Der vielfach vorbfflrafte Hilfsarbeiter Karl Heinrich Ernst Rofcnstock von Ruhla, der auch schon 2 Jahre 2 Monate Zuchthaus abgefefsen, hatte sich wegen verschiedener schwerer Vergehen zu ver­antworten. Als Inspektor trat er in Radlofs bei Tann ans und schloß einen Kaufvertrag über ein Anwesen ab, das er für 75 000 Ji kaufen wollte, logierte dort bei dem bett. Verkäufer m-erere Tage, um den Ein- gang des KMfgeldes abzuwarten und verschwand, nachdem er 500 M. für Anschaffungen erhalten. Im Eerichtsgefängnis zu Hilders führte er einen vollende­ten Ausbruch aus, im Fuldaer Gefängnis blieb es bei einem Ausbruchsversuch. In beiden Gefängnissen ließ er sich unter falschen Namen in die Gefängnisbücher Einträgen. Urteil 9 Monate und 2 Wochen Gefängnis. Demnächst hat er sich auch noch vor dem Gcrickt in Weimar zu verantworten. Wegen versuchten schwe­

ren Diebstahls zur Nachtzeit ht einer Wirtschaft z» Horas wird der mit einem Verweise vorbestrafte 18- jährige Formerteyrling Paul Martin Schaller, -gebür. tia von Plauen, zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt.

Amerika-Spende. Auf öte Verteilung der Amerika- Spende im Hanse Sckmkstraße Nr. 1 sei auch an dieser Stell- htngewwscn. Näheres ist aus der heutigen An. zeige zu ersehen, ________

vermischtes.

* Schwerer Kaffen raub in Düsseldorf. Mittwoch nachmittag wurde der Kassenvorsteher der Düffel, borfer Eisenbahnstationskasfe von zwei maskierten, bewaffneten Männern überfallen unb zu Boden gei schlagen. Die Verbrecher raubten über eine halb, Million Mark und ergriffen die Flucht.

* Danzigs neues Bild. Der Berliner Vertreter der römischen ZeitungMeffaggero" schildert einen Besuch in Danzig und sagt: Danzig mache weniger den Eindruck einer Freistabt, als den einer eng. lischen Kolonie. Es scheine, als ob die Englän, der den deutschen Militarismus übernommen babett- denn die englischen Soldaten marschierten mit preußi. schein Paradeschritt einher. Sehr erstaunt ist ber Korrespondent über die in Danzig befindlichen vielen polnischen Offiziere mit ihren Operettenuniformen. Was haben sie in Danzig zu suchen?" so fragt er. Niemand weiß es.

Handel «nd Wirtschaft.

$= Die Lage auf dem Weltmarkt für Weizen ist noch nicht vollständig geklärt. Gewiß ift. daß die russischen Dauern noch große Vorräte von Weizen alter Ernte znrückgr halten haben in der Hoffnung, hohe Preise herauSzufchlagen. Ftakien hat schlechte Ermeausfich. ten, auch in Frankreich sind sie nicht besonders. In Amerika sind sie aber gut bi» recht Ritt. Es ist also voraiiszufeven. daß die dortig« Spekulation thr Ge­schäft zu machen stichen wird. ________

Börsenwochenbcricht

des hessischen BanToereia», Aktiengesellschaft, Zwelgaiederlaffung Aulda.

Die gespannte Situation tnfolae der tm ganzer Teile de§ Reichs sich entwickelnden Kundgebungen geger die Teuerung und der damit verbundenen Untuher ließ die Börse in sehr zurückhaltender Stimmung erofi nen Die DienZtagbörse war infolge der günstigen Aufnahme, die dte Kanzlerrede gefunden hat, etwas belebter Die zweite Hälfte ber Woche wurde am Donnerstag durch eine sehr luftlose Börse eröffnet, da infolge der von dem Reichsfinanzminister gemachten An- gaben über unsere Staatsschulden eine große Kaafun- lust bei dem Publikum eintrat. Der Schluß der Woche war wieder verhältnismähig fest.

Die Kurse auf den einzelnen Jnduftrremarlten waren im Laufe der Woche mit einzelnen Ausnahmen abaeschwächt. Petroleumwerte hatten sehr starke Kurs- besierunaen zu verzeichnen.

Ausländische Devisen anfangs der Woche sehr fest gegen Ende abgeschwächt, Holland anfangs zirka 1310, aegen Ende zirka 1335, New-Dor! 37 geger 37.80, Schweiz 674 gegen 680.

5 Proz. Kriegsanleihe zrrka 79'/, Proz.

Auszug aus dem StaudesamLs-NeglftLr

des Äandesamtes Fulda.

Sterbefälle in der Zeit vom 25. Juni bis 2. Juli 1920.

24. 6 1920 Frau Sanitätsrat Dr. Berta Stern, 64 7 M 23 T. 25. Knecht Alexander Hartmann

aus Burghaun, ÖO I. 7 M. 7 T. 27. Magnus Hornung aus KeuIoS, 1 I. 10 W. 11 T. 28. Maurer Lorenz Schäfer aus Hosenfrld, 21 I. 9 M. 1 T. 28. Gärtner-- Witwe Emma Schmann aus Künzell, 40 I. 6 M. 16 Ji. 28. Arbeiterin Regina Schmitt, 17 I. 2 M. 11 T, 29. Wfftwe Emilie Scheel, 61 I. 1 M. 8 D. 29. Ottmar Adolf Reickardt, 12 T. 80. Dienstmädchen Maria Kehl, 63 I. 9 M. 24 T. 30. Arbeiter Joscpq Schützer aus Giesel, 21 I. 7 M. 24 T. 1. 7. 1920 Schüler Adalbert Oskar Aloysius Kumpel aus Wirtheim, 7 I. 9 M. 15 ~. 1. Ernestine Schultheis, 24 3".

Letzte Nachrichten.

wtb. Brüssel, 3. Juli. (Tel.) Nach Schluß her gi­ngen Nachmittagssitzung der Konferenz wurde 'os> oende amtliche Mittellung ausgegeben: Die Ministerprä­sidenten sind unter sich zusammerigelreten. Die Bespre­chungen ziehen sich in die Länge. Die von 3 bis 6 llyr nachmittags währenden Erörterungen drehten sich in del Hauptsache um die Verteilung der deulschen Em- schdäigungssumme unter die Alliierten. Am Schluß oer Besprechungen erklärte der italienische Vertreter Erat C o r d a auf eine Anfrage: Wir suchen den Boden z» einer Derständignng, und es wird nicht unmöglich sein. H a v a s meint dazu: Es ist aber daraus zu schlteßeo, daß man zu einer Einigung noch nicht gekommen m, obwohl di- Vordesprechungen auf dem besten Wege dazu

zu fein scheinen. .

wtb Berlin, 2. Juli. Dos Anhalten des begeren Valutastandes gestattet den berechtigten Wünschen,der Bebölkermry nach Erleichterung <ruf dem ® biet Zwangswirtschaft, insbesondere u«6? eiiveitzholtiaen Nahrungsmitteln und schmackhaftem Zu­brot sticchmmo zu tragen unb da? Verbot der E tn- f it 6 r von Käse ans dem Ausland bis auf werter« oufzrihebon. Sollte wider Erwarten die Valuta V" erheblich verschlechtern, so wird im Juter-ste unserer Zaliluriasbilanz eine Zurücknahme der Einfuh«enehrnl- auna vorbhalten. Im Anschluß an die Anibebnng d« Einfuhrverbotes soll mich bte Bewirtschaftung von Käse im Inland frei gegeben werden in der Erivartmrg, daß infolge Befferrurg der Bauin- die Einfuhr ausländischen Kätts preismindernb «M gegenwärtig -um Teil imctbprten ^lechbatidelspre.- für einheimischen Käse einwirkt. MS Pn.«ranb.« bleibt das Verbot der Serftellung von Fettkäse beftetien um die Venorguna der Bebölkernna mit Mllch vne Butter nicht zu beeinträchtigen. Auch die Brunnmun, gen über die Regelung des Verkehrs mit Kme, Lluari usw sollen fallen, und zwar sobald al? rnöalrch.

Amtliche Anzeigen.

In der gemeinsamen Sitzung der städtischen Körper fchasten, der Kreisvettretmig (Kreisausschuß und Kretslaui, der Vertreter der freien und der christlichen Gewernammn ufro. ift nach eingehender Verhandlung einstimmig dc* schloffen worden:

Die Preise für Fleisch werden wie folgt festgcictz^ Rind fleisch mit Knochen.......6.20 M- je T'

Koscheres Rindfleisch.........6.90 , -

Roastbeef nnd Lende (ohne Knochen) . . 10. Rinderknachen .......... 6.50 r -

Blutwurst............. 3.50 * «

Leberwurst.............4.50 »

Kalbfleisch (mit Knochen).......4.50 -

Hammelfleisch...........5. . » » I

Die Schlachtviehpreise sind folgendermaßen stf.

340 Mk.

300 Mk.

180

250

200

gesetzt worden:

1. ausgemästete oder vollfleischige Rinder höchsten Sch'ochtwettes, Fetträger.

2. nusgemäftete oder voll fleischige Rinder (Klösse A)............

3. fleischige Rinder (Klasse B).....

4. gering genährte Rinder elnschl. gering genährte Fresier (Klaffe C).....

5. Kälber............,. -

6. Schafe..............

Mk.

Mk.

Mk.

Die Preise gelten vom 2. Juli d. I. ad. Von bieici Tage ab werden die trüberen Preise außer Kraft

D

260 Mk. J- S 8

Fulda, den 3.Iuii 1920.

Der Vorsitzende des Ärelsmisschasi^'

Freiherr von Doernberg-