Fuldaer Heilung
Druck der Fuldaer Netienbrnckerei in Fulda.
Am Der Und Der Wie Und
Morgen früh, wenn sie das Fenster öffnete, mutzte jte di, Blumen finden. Nun eilte er den Kameraden nach. Sie gingen still durch das schlafversunkene Dors Erst aus dem Bühel begannen sie wieder 311 singen. Mllter- nacht war lange vorüber, di« Wiesen standen in glitzerndem Tau.
Der alte, schneeweiße Schullehrer von Prettenhosen saß bei der Lampe und las in allerlei Briesen und Blättern. Da waren gar noch ihre Hefte aus der Zeit, da sie vor ihm in der ersten Bank gesesien war und ihre Aufsätze geschrieben hatte. Dann waren da Briese, die sie von ihren Freundinnen erholten hatte. Dann allerlei Lieder und Gedichte, die sie sich in ihrer zierlichen Schrift abgeschriebcn halte.
Plötzlich klangen vor dem Fenster weiche Akkorde und darauf ein Lied, mehr gcslüstert als gesungen. Er stand vom Tisch aus und trat an das Fenster. Schon hob sich seine Hand, um den Vorhang emporzuziehen. Aber er ließ sie wieder sinken, stand stille und hörte dos Lied an, bis es endete:
„So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost belachen.
Weil uns're Augen sie nicht sth'n.“
Dann war es still, es kam nichts mehr. Nach einem Wsi'chen öffnete er dos Fenster, lugte durch die Aefte des Apfelbaumes und fah im Mondschein unten durch das Dorf die Studenten wandern. Bald daraus hörte er sie schon fern vom Bühel herüber singen.
Als er dar Fenster wieder schließen wollte, gewahrte er die Blumen aus dem Gesimse. Er nahm sie und stellte sie in ein Wasserglas, damit sie frisch blieben. Denn in der Frühe, vor Schulbeginn, wollte et sie aus den Friedhof tragen.
So traurig und so hold Ms eine stille Kammer, Wo Ihr des Tages Jammer, Berschlafen und vergessen sollt.
Lehrer- n. Er de 3o«
1 noch rudern
weiße Nebel wunderbar, ist die Wrlt so stille in der Dämm'rung Hülle
M 138.
Donnerstag, 17. Junt 1920.
„Der Mond ist aufaegangen, Die vold'nen Sternlein prangen - H'mmvl hell und klar.
Wald steht schwarz und schweigt aus den Wiesen steiget
Skesei MM mug Mer.
aber jeder muß nicht gleich viel zahlen, es sind in dem neuen Einkommensteuergesetz eine ganze Reihe von Fällen vorgesehen, bii deren Vorhandensein unter Umständen ein Wz meiilenm MW
einu Deshalb sollte sich jeder genau orientieren. Einen gut belehrenden Artllel bringt der soeben erschienen« Fuldaer Bonisaitus-Salender für 1921, deshalb sollte dieser reichtallige und billige Kalender (Ult. 1.20)
in Mi MW Mwden fein
vermischtes.
* ©rohfeuet vernichtete In Großthiemig bd Liebemverda 10 Wohnhäuser und 34 Scheunen mn allen Erntevorrälen, Maschinen und viel Vieh. Der Schaden beziffert sich aus mehrere Millionen. Ver- mutlich liegt Brantstistung vor. , _ , ,,
* Xiira) einen Wasjeiemoruch sind vier schachte und der Tagebau der Braunkohlengewerr ckaft „Concordia" bei Nachterstedt in Sachten et]offen.
le gewaltigen Schlainmassen haben die Zeche zum Tetl eingedruckt. Es i|t nicht abzutehen, wann dti G>ube, die 2500 Mann beschäftigt, wieder betrtebS. fähig fein wiid.
• eine Räuberbande in Mecklenburg abgesatzl. Die Unsicherheit aus dem slachen Land« in Mecklenburg nimmt immer beängstigendere Formen an. Veranlaßt durch die Drohungen von linksradikaler Seite aus haben bereits zahlreiche Gutsbesitzer das Land verlassen, weil sie völlig schutzlos etwaigen Gewalttaten preis» gegeben sind. Das machen sich natürlich berufsmäßige Räuberbanden zunutze. Kein Tag vergeht, vh i? 3 da nicht hier und da Gutshäuser ausgeplundert wer» den Dieser Tage suchte eine Räuberbande von sechs Mann die Villa des Großherzogs in Heiligendamm heim. Die Landgendarmerie von Doberan mar aber rechtzeitig zur Stelle, so daß die Bande, vier Berliner, ein Dresdener und ein Arbeiter aus Wismar, beim Derlaffen des Ortes gestellt und scstgenommm werden konntewj^E ^lnj-che Gemeinheit. Einem deut-chen Handwerker in Neupolen War ein Kind oestoiben. Als das K'nü auf beuijchem G biet beerbtpt werden iollie, mußte der Sarp im polnildten Gaftlof dem pviniichen Gendarm zur Revision übergeben weiden. I £je Leiche tvuide aus dem Sarg geloben un> der Sarg durchstochen, um eiwaige zollpflichtige Waren I vorzufinden. (!) Der Baier tonnte nun fein Kind wieder em folgen uno der Leichenzug durfte weiter« fahien. m
* Heuschreckenp'age in SP n eu. Nachrichten aus der altcastiii chen Piovinz Logronv und verschiedenen benal barten Orten besagen, daß ein großer Teil der Ernte durch Heusüieck n veinichtet ist. Die Be« völ erung ha, den Kampf gegen d e Heuschrecken« plaee auf enommen, die Wetter um sich greift. Die P ov'.nz Logro w ist vom Ebro dur.efloffen, reich an I Wein, Gariensrüchten und Cel.
raffiniertester Weife .Original"-Flaschenpackungen der bekannten Firma E. Merck-Darmstadt her, versähet! die Flaschen mit täuschend nachgeahmten Etiketten, Siegelniarken und Plomben. Der Inhalt bestand aus Borax und ähnlichen Substanzen, denen eine leise Spur Kokain zuaesetzt war. Der Hauptfälscher ist der 63- jährige Schneider Alexander Weßolonska. Buher sind in die Affäre 25—30 Personen verwickelt und groß- tenteils verhaftet worden. Die Fälscher und Hehler hoben dann das falsche Kokain - echles ist im freien Handel überhaupt nicht zu haben — durch Schieber m bedeutenden Mengen zum Preise bis 311 18 000 Mk. das Kilo absetzen lasten, während das echte schon zu 10 000 Mk. zu haben ist. Es ist festgestellt worden, daß sich von den Fälschungen erhebliche Mengen un Handel befinden. .
4. Bomben, Bezirk Kastel. Am begonnenen Freitag fanden sich tue Frauen unterer Diasporaaememde in derPsarnvohnung zwecks tzründunz einer örtSpruppe des tatbol. Frauenbundes zusammen. Nachdem Herr Pastor Kircher mit herzlichen Be iriitzumSworten öie SBeriammlumi eröffnet hatte, sprach die Nednerm, Frau Rechtsanwalt Peters.Gteßcn über Wesen, Not. toenbiofeit und Wirksamkeit des kath. Frauenbundes. Vorwärts zur Lösunz neuer zeit einaßer Aufgaben; aber on h euer .sicher Eintritt für die alten Ideale, den alten lauben und bte alte Sittlichkeit", das sei die Lotun, der kath. ,rau. Geistl. Beirat wurde Herr Pastor Kircher, 1. Vorsitzende Frau Amtse.errcktsral Pitel, 2. Vorsitzende Frau Bankvorsttind Hermann, I Schatzmeisterin Frl. Emma Breidin 1 und Schriftführerin Frl. Lehrerin M. Breidin t. In Frau M. Bretdlng, I ^rau Serpa d, Frau Stumpf und grau Holthouse» I wurden vier Beisitzenoe s«wählt.
tes selbst, diese Schwierigkeit zu überwinden, nicht nur durch den Beistand seiner Gnade, sondern nauch durch jein bewunderungswürdiges Beispiel, da er vom Kreuzeyerad beim Vater Fürbitte einlegte für diejenigen, welche ihn ’ ungerechter und unbilliger Weis« gepeinigt haben, mu jenen bekannnten Worten: „Vater, verzeih' ihnen, denn sie wisten nicht, was sie tun.“ Auch wir sollen kerne we- legenheit vorübergehen lasten, von ganzem Herzen auen unseren Feinden zu verzeihen. Das müssen dl« Ehrisieii tun, soweit sie überhaupt diesen Namen verdienen, gege• über allen, von denen sie während des Krieges Unrecht erfahren haben. „ o.
Aber, jo fahrt der Heil. Vater fort, die christlich« Siet* beschränkt sich nicht daraus, die Feinde nicht zu hasten um sie zu lieben wie Brüder, sondern sie verlangt auch, oag wir ihnen Gutes tun, wobei wir den Spuren unteres göttlichen Erlösers folgen, „der seinen Weg dahm ging, Wohltaten erweisend, heilend alle jenen, die vom Bosen bedrückt waren“. Niemals gab es eine Seit, m ber ou Grenzen der Liebe hätten weiter ausgedehnt werden mu,. fen, als in diesen Tagen allgemeiner Bedrängnis und de, Leidens. Niemals noch brauchte bte Menschheit diese all- gemeine Wohltätigkeit, die entspringt aus der ausnchstgm Nächstenliebe und die voll von Opfersinn, glühendem Eifer ist. Denn wenn wir unseren Blick dahin achten, wo der wütende Krieg gehaust hat, so treten uns überall imer- meßliche verwüstete und verschüttete Gegenden A Augen, eine Menge Volkes, die durch den Mangel an Brot, Klei düng, Obdach in das äußerste Elend gestürzt ist, Witwen
I und unglückselige Waisen warten aus irgendwclche Hüse. Schließlich eine unermeßliche Schar von geschwachten Ge schöpsen, besonders von Säuglingen und Kindern, die an ihren armseligen und kranken Körperchen die schrecklichen Spuren des Krieges zur Schau tragen.
Einem jeden, der dieses Elendsbtld, welches di« mensch- liche Gesellschaft jetzt bietet, sich vor Augen halt, komm unwillkürlich der Gedanke an den evangelischen Wände» mann in den Sinn, der sich von Jerusalem nach Jericho begibt, unter die Räuber fällt, von ihnen ausgeplundert,
I mit Wunden bedeckt und halb tot aus dem Weg« ließen gelassen wird. Wie jenem sich der Samaritan voll barm- Herziger Liebe näherte, um Del und Wem m seine Wun.
I den zu gießen und sie verband, ihn dann zur Herberg« I führte, sich seiner annahm, so muß. auch letzt Jesus Chn- ftus, dessen Ebenbild im Gleichnis der Samaritan ist, bi« Wunden, die dem Menschengeschlecht geschlagen worden sind, heilen und seine hilfreiche Hand leihen. Darm ist aber auch zugleich die Wirksamkeit und die Aufgabe be- zeichnet, welche die Kirche als der Erbe und Behüter des Geistes 5e,u Christi für sich m Anspruch mmmtt
Daher bitten wir Euch, ehrwürdige Bruder, und wir beschwören Euch um der Liebe Jesu Christi willen, verwendet Euch mit aller Kraft bei Euren Gläubigen dafür, den Haß abzulegen, Unrecht zu verzeihen aber auch um mit desto größerem Nachdruck alle jene Werke christlicher Mildtätigkeit zu fordern, welche den Not- leidenden zur Hilfe, den Niedergeschlagenen ,um Tröste, den Schwachen zum Schutze gereichen, und daß all« geeignet« und reiche Hilfe bringen mögen für bteiemgen, bie durch den Krieg einen schweren Verlust erlitten haben.
I Wir wünschen vor allem, daß ihr Eure Priester auffor, rt, als Diener des Friedens in dem Sinne tätig zu jem, welcher der wesenhafte Inhalt des christlichen Lebens überhaupt ist, d. h. in der Nächstenliebe auch gegenüber den Feinden, allen alles zu sein, ein leuchtendes Beispiel zu bieten und überall den Krieg gegen den Haß und die Feindschaft zu erklären in der frohen Zuversicht, damit dem geliebten Herzen Jesu den größten Gefallen zu erweisen, sowie auch demiemgen, der, wenn auch unverdient, Jesu Stelle hier aus Erden vertritt. In dieser Hinsicht sollen auch die katholischen Journalisten und Schriftsteller ganz innig ermahnt werden, daß sie als Auserwäblte Gottes sich von göttlicher Gute und Erbarmen leiten lasten, und in ihren Schriften diesen Geist zum Ausdruck bringen mögen, indem sie sich enthalten, n.cht bloß von falschen und törichten Anklagen, sondern überhaupt von jeglicher Leidenschaftlichkeit und Scharfe ber fieber Anders zu handeln würde mcht nur gegen tat christlich» Gesetz verstoßen, sondern auch die Wunden, bi« noch nicht verheilt sind, wieder offnen, um "A, als die' Men chen. die durch frische Wunden verbittert sind, auch den geringsten Schimpf und Beleidigung schwer em-
I Alles das, was wir hier über die Pflicht der einzelnen vorgebracht haben, bi« Nächstenliebe zu üben, wollen wir auch ausgedehnt wisten auf jene Volke r, bte ben großen Kampf gekämpft haben, auf baß nach Möglichkeit leb Ursache der Zwietracht schwinde und sie unter, Wahrung b°r Gesttze ber Gerechtigkeit unter sich wieder m freundschaftliche Verbindung treten mögen. In dem Augenblicke, wo der Krieg erlosch, muß nicht bloß aus Gründen ber
I Liebe, sondern auch aus dem Zwang ber Verhältnisse heraus eine allgemein« Derbrüberung der Dol-
I ter sich vorbereiten. _
Der hl. Stuhl wurde auch wahrend des Krieges niemals müde, wie wir schon sagten, ein (olcfeee1 Segelten von Unrecht und brüderliche Aussöhnung ber Volker, ent- sprechend dem heiligsten Gesetze Jesu Christi und den De- dürfnisten ber menschlichen Gesellschaft selbst immer wie- der zu predigen. Und jetzt nach den Friedensverhand-
„Kein Weg. In zwei Stunden sind mir drüben.“ "(Ein schöner Spaziergang.“ .
„Dann schlafen wir wenigstens gut Ein kleiner Marsch noch dem Wein, das ist gesund.“ ,
Sie berieten nicht lange. Sie waren lung, b«r (Bebante war abenteuerlich, die Nacht zum Schlafengehen wirklich zu schön.
Gleich daraus sannen sie schon auf der Anhohe hinter dem Tors. Als sie in den Wald eintraten, schlug bte Kirchturmuhr gerabe bas erste Viertel nach elf.
Sie fangen ben ganzen Weg. durch den Wald, durch die Wiesen, am Prettenbach entlang, durch reife Kornfelder, wieder durch Wald, durch ein Jungholz, wieder durch Wiesen, an einsamen, verschlafenen Ge- Höften vorbei, in denen Hunde anschlugen.
Sie waren jung, die Nacht war schön.
„Wißt Ihr was?“ sagte der blonde Johannes. Wir sinnen nur ein einziges Lied vor dem Schuihaus, und recht" leise. Wir wecken sie nicht auf. _ Vielleicht hört sie es nur wie im Traum, vielleicht hört sie uns gar nicht. Das ist einerlei.“
Jetzt cring der Weg noch über einen Hellen. Mummen Bühel, jetzt bog er wieder zum Bach nieder, jetzt führte er über ein Brücklein. Und bann waren schon die Obstgärten ron Prettenhosen da, bann auch schon die ersten Häuser.
Das Schulhaus stand a’vfeits, mitte-n Sn enter Diese. Man sah von fern« nur bas Dach, benn rings um das Haus rauschten früchteschwere Obstbäume. Aber als sie ganz nahe davor standen, sahen sie, daß in einem Stü'blein roch Licht war. Sie kannt-m bas Fenster. Es war ihr Fenster. Don Metern Fenster aus hatte sie ihnen damals, im letzten Sommer, nach- --»winkt Der blonde Johannes erbebte und hätte das ~:-cen am liebsten bleiben losten und wäre am lieb- - nachdem er diesen Lichtschimmer gesehen hatte, -eleder umgekehrt und heimgewandert.
Sie steiften sich unter bas Fenster in den Baum- schollen. Und jetzt klangen ein paar weiche Akkorde ber Gitarre und dann fangen sie leise, mit ganz verhaltenen Stimmen:
Nj,pst Benedikt XV zurVölkcrversShnung. I
Ter vollständige Text der neuen Friedens« inztzklika Papst Beneoikis XV. tft nun m den »alienifchen Blättern erschienen. War schon daS tiebeniörbernöe Verhalten des PapsteS während des Irieaes geeignet, ihm die Sympal neu toettefter, I md) nichikatsioiiicher Kreise zu sichern, io wird da» I vorliegende Rundichre-ben vollends dazu führen, dem L Kaier Benedit, XV. den Ehreniitet eines wahren I »rievenspapstes beizulegen. Tie Enzyklika stellt I einen energuchen Schritt auf dem von Benedikt XV. I betretenen Wege dar, dem Papsttum durch unermüdliche Tätigkeit für die Berföhnung der zzölker und die Herbeiführung eines wirklichen err-ebenezunandes, von dem die Welt nach Dem Ber» kiflet Sueben entfernter ist als je, an momliidjet JKadH zu gewinnen, was es an politischer verloien bat. So häufig auch schon die (stimme des jetzigen Papstes in dieser Richtung erklungen ist, so übertrifft sie doch in der neuen Enzyklika an Eindringlichkeit alle vorhergegangenen Kundgebungen.
Ter Friede kany unter die Völker nur zurückkehren, wenn sie Die Beleidigungen des vergangenen Krieges vergessen und zur Ausübung der Liebesläiigkeit unter I einander übergeben. Das ist dec Kern des ersten Testes der Enzyklika, der so 0 ine es auszusprechen «me Verurteilung des vom Geiste der Rache und I des Hasses diktierten Gewaitfrtedens von Versailles
*^m zweiten Teil kündigt der Pavst eine Milde- I tung der lüt den Be uch von kaiho ifchen Staats' I oberhänptern in Rom bestehenden Hindernisse c.n- I Bekanntlich konnten bisher katholische Fürsten nicht I nach Rom zum Be uch des Königs von Italien kommen, da der Vai kan die Wegnahme des weltlichen Besitztums des Papstes im Jahre 1870 durch die Ziatienec nicht als rechimätzig anerkannte. Tat äch- sich haben die katholischen StaaisobeiHäupter niemals Romrei en gemacht, abgeiehen von den früheren Präsidenten der siatizög chen Repuotik, Die sich aber nicht als Katholiken fühlten. Der neue, aller Welt durch die En ytt ka feierlich v.-ikündete Schrnt Benedtkis XV. bedeutet darum eine Annäher.ng an den Aus- söhnungsgedaiiken zwischen Vatikan und Qutrinal. So stellt die Enzyllika eine echte und wirkliche jiie* denszrogiat Dai.
In Der Enzyklika führt dec Hl. Vater aus:
Der Friede, bas große Geschenk Gottes, hat endlich «gefangen, über den Pöttern zu leuchten. Aber wenn auch säst überall der Krieg jo ziemlich jein Ende erreicht hat und yriebensDerträge unterzeichnet wurden, so bleiben dennoch die Keime der alten Zwietracht bestehen. Und Ihr, Meine ehrwürdigen Brüder, werdet es recht wohl verstehen, wie kein Friede Bestand und kein Bündnis Kraft haben kann, wenn es auch in tagelangen und mühseligen Konferenzen ausgedachl und feierlich bekräftigt sein mag, wenn nicht zugleich der Haß « i n s ch l ä s t und die Feindschaften vermittels einer auf gegenseitiger Siebe begründeten Wiederversöhnung zur Ruhe kommen.
Schon seit Besteigen des hl. Stuhles haben Wir nie- tnals unterlassen, Uns von Kriegsbeginn an mit aller Macht dafür einzufetzen, daß alle Volker der Welt |o bald als möglich wieder herzliche Beziehungen untereinander ausnehmen sollten. Dafür haben Wir niemals ausgehört, zu beten und Unsere Ermahnungen zu wiederholen und Weg« der Verständigung vorzuschtagen.
Inzwischen wenden Wir unsere väterliche Sorge auf, überall bas unermeßliche Leid und Unglück jeder Art, welches die unmenschliche Tragödie begleitete, zu bannen. Die Liebe treibt Uns, welche alle Söhne ber Kirche ober, besser gejagt, alle Menschen aus Erden zu ermahnen, bi« Erbseindfchast abzutun und gegenseitiger Liebe und Em- tracht Raum zu geben.
Er wolle nicht davon sprechen, führt bet Heil. Vater bann weiter aus, daß das Weiterbestehen ber Feindschaft zwischen ben Volkern der Zivilisation und dem Fortschritt auf allen Gebieten des menschlichen Lebens hinderlich sei, ihm komme es darauf an, daß das christliche Leben selbst Darunter schwer leibe, das ja wesentlich begründet fei auf dem Evangelium des Friedens. Jesus Christus habe fein Gebot der brüderlichen Liebe em neues, und fein Gebot genannt, er wünschte, daß es gewissermaßen das Erkennungszeichen ber Christen fern joDte' Feierlich habe Gott auch das Verzeihen von Unbilden anbesohlen. Jesus Christus habe uns beten gelehrt in der Weise, daß wir selber um Verzeihung bitten unter ber Voraussetzung, daß wir auch anderen verzeihen: „Unb vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigem.“ Wenn auch manchmal die Beobachlunq dieses Gesetzes uns lästig unb schwierig vorkommt, so hilft uns der Erlöser des Menschmgeschlech-
Das letzte Lied.
Don Hans Stift egg er.
Mit vielem Singen und Trinken uni -pudern war es spät geworden. So nachgiebig unb nett der Wirt sonst war, so willig er Zechen wochenlang ^angcfreibet stehin liefe — so unerbittlich hielt er die ^penstm^ ein. Mit Glockenschlag zehn mufe^e ber letzte Gast aus dem Hause sein, und eine Viertelstunde {pater brannte kein Licht mehr im Gasthause „Sur blauen Weintraube“. Der Weintraubenwirt.unb leine tfrau waren nicht mehr jung genug, ein p«°r unermüdlichen, heimwegscheuen Trinkern ihren guten Dormitternachts- schlaf zum Opfer zu bringen.
Jetzt trat der Weintraubenwirt m die Laube zu ben singenden Studenten und ließ ben mächtigen Schlüsselbund klirren. Tas mar e.n 3?i$en !X!5 wohlbekannte, gefürchtete Zeichen Es bedurfte keiner Worte. Man kannte den Hausbrauch. Nun wurde geschwind der Wein ausgetrunken, dann wu-de gelungen:
.Ade zur guten Nacht, Jetzt wird der Schluß gemach! bann wurde gezahlt und gleich darauf, richtig gerade wie die Uhr vom nahen Kirchturm zehn fch.ug, standen die Studenten auf der Straße und sahen den grünen Torflügel des Weintraubenwirtshauses m- Schloß
Cs wehte ein warmer Wind. Die Nacht war mondhell und sternenüberfunkclt. Alle Fenster starrten schwarz auf die Gaste, das llanze Dorf sch f 1 -
Ein Weilchen standen die Studenten unschl stig da. Einer klimperte leise auf seiner Gitarre Sie hatten alle miteinander keine Lust, schon nach naus« zu «ehen in solch einer schönen Nacht. Aber so sehr si^ sich auch geaen den Gedanken wehrten, sie wuslendoch alle, daß schließlich nichts anderes übrig bleiben n>er6e.
Plötzlich jagte einer, der Johannes Schonbichl
tungen vertritt er laut jene Grundsätze und ruft^ie noch I lauter in die Welt hinaus, wie er es vor kurzem^eian bat in dem Briefe an den deutschen Cp l p I
einem anderen Briese, der gerichtet war an ben Erzbischof D°nÄ Vater legt bann bar: Er l« b«eit bie für ben Besuch von tatbolifchS'aa^haup lern in «Rom geltenden hmbernden Bestimmung n z mildern, da durch solche internationalen ®^ °ttätt er, des Friedens gefordert werde. Feterttch ° s H e i l i -
damit wolle er nichts von ben 5R e (fe t e n„ - rn zu
gen Stuhles und bsn von fernen Vorgängern zu ihrem Schutze erlastenen Dorschristen aufgebe - i h «neuern mir, lagt der Heil Dat«, bei dieser ©clegenqeir die Verwahrungen, welche Unsere $organger ö . I holten Malen eingelegt baden. Und Wir verla g holt und mit noch größerem Nachdruckdaß, wo , tzt^ver yricbe unter bin Dötkern zum 2lb|d)li«6 6 g I auch für das Haupt der Kirche diese unnormal Lage be- seitiqt werde, die schwere Nachteile mit bnnflt' (hon aus Rücksicht au die Ruhe ber Dolker.
'^°Dann empfiehlt der' Heil. Vater den Volkern, sich^zu einer einzigen Temeinschnlt zu einer 93 o ! 11 f I
u oerUnbVn, um ihre eigene Una,bhanMk-" stcher u stellen und um die Ordnung ber burgersick^n Gesetze Z schützen, die Notwendigkeit dazu ergebe M) übon aus ös a“uStaaten die Zukunft die mörderischen Kriege verändert ne i. , und ledem Volke würden feilte gerechten Grenzen, Unab bängirteir und UnversehrtheU des eigenen Gebietes sicher 0e,‘l“ernineinmal dieser Dö.'erbun» aus. dem christlichen G-l-tz beruhen werde, werde sicher dir Kirche ihr« tra, g Mitwiikung dazu nicht ocriager, da u« als der noll-om- menste Tnpus ein« Unioersal-Gesellschaft anzusehen sei und tufolae ihrer ganzen Wesenh.-tt und Bestimmung einen rourberbaren Stern in sich trage, Men,ch».n untttem- ander zu verbrüdern, nicht mir mit Räckstch. au ihr ewiges Heil, sondern auch mit Rücksicht auf ihr rnaienelles Woh ergehen. Sie führe bie Menschheit durch diese 'rdffchen Güter hindurch, in bet Weise, daß sie die ewigen Guter nicht verlieren. Die Geschichte lehre, daß leit ber Zeit, wo die Kirche mit ihrem Geiste bie alten »»d neuen Dol- fer Europas durchdrang, auf einmal bie verschiedenen un tief gewurzelten Feindjeligkeiten, welche sie trennten, auf- hörten; mit ber Zeit verbanden sie sich zu einer einzigen, cleithaearteten Dölkerfarnilie und legten ben Grund zu einem christlichenEurop a, welches unter ber Leitung unb dem Schutz ber Kirche nicht nur jebem einzelnen Volke seine Eigenart beließ, sondern sich zu emer ge» schlostenen Einheit ausgestaltete, die bte Grundlage der Wohlfahrt und der Größe wurde.
Das Rundschreiben schließt: Mit Liebe wenden wir uns an alle unsere Sohne unb beschworen sie >m Namen unseres Herrn Jesu Christi, sie mochten doch verpesten auf bie gegenseitige Eifersucht und das gegen,e'ttge Un recht, um sich wieder in christlicher Liebe die Hand zu reichen, in deren Augen es keine Fremden gibt. Außer dem ermahnen mir inständig alle Völker, sie mcchten doch unter dem Einfluß ber christlichen Liebe sich dazu verstehen. untereinander einen wahren Frieden auhuncfjten und sich in einem einzigen großen Bunde zulammensmden, welcher unter dem Danner der Gerechtigkeit von Dauer fein möge. Endlich wenden wir uns an all« Menichen unb alle Volker ber Erde und beschworen sie, baß sie mit Geist und Herz der katholischen Kirche anhangen mögen und durch bie Kirche, Ch.istus, dem Erlöser bes Menschen-
ZI" Der blonde Johannes hatte auf dem Weg heimlich einen Blumenstrauß gepflückt. Den warf er geschwind und unbemerkt gegen das Fenster empor. 2lui bem Gesimslein, zwischen den Pelargonien, die dort blühten, blieben bie Waldblumen liegen. Er war zufrieden, sie das Fenster öffnete, mußte sie
Fahrplan für Bahnhof Fulda ab 1. Juni 1920.
(illus chneldcu und aufheben).
.teritaas, <=3onntay8, O—Schnellzug.)
Absa';rt von Fulda:
Nick'tnnq nach Bebra: 4s" W, 624 W. 6 >7 S, 828 1015 D, 323 D, 338, 5"o W, 657 W« 1233 D, 124V D.
Richtung nach Frankfurt: 3"0, nur Man- taqs 4io D, 4" 4"1 D, 640 W, ö^ö W, 2^ 414 D, 500 \V, 60i 0.63/ S, 71*;.
Richtnnsi nach Gersfeld: 710 S, 72° W4 1225, 505 \v.
Rickitung nach Tann: 720, 1210, 512. W.
Richtnni, nach Gietzen: 434, 858, 123 W, 441, 740 W.
Ankunft in Fulda.
Richtunc, von Bebra: 250, an den Tagen nach Sonn- und Feiertagen, 402, 423 u, 6-8 von Hünfeld, 8>8 W, 232, 4 0 D, 55ö D, 708,
Richtung von Frankfurt: 62t W von Flieden, 8i9, 1007 D, 307, 315 D, 518, 649 W, 841, 1022, 1225 D, 1240 O.
Richtung von Gersfeld: 635 W, ll15 8, 148 w, 641'
Richtung von Tann: 637 W, ll12, 252 W, 651.
Richtung von Gießen 637 W von Alsfeld, 822 W von Lauterbach, 1129, 333 W, 927 W von Lauterbach, lüio.
gestlechlcs.__T
(Ein inlernallonalet kalholikenkongreh im Herbst.
Di« ftaliemfchen katholischen Blätter verösfenllichen Leiiauffätze hervorragender Abgeordneter der Volks- parlei, welche im Anschluß an die letzten. Kundgebun- gen Papst Benedikts XV. die Wiederherstellung der Einheitsfront zwischen den Kathrl.ken der ganzen Wett anbahnen und für den Herbst einen großen Kon- greß der Vertreter aller katholischen Volks- Parteien der verschiedenen Nationen vorberetten wollen Nach den Sohren des Kriegshasses muffe man im Namen der christlichen Gerechtigkeit gemeinsam mit den verbündeten Katholiken in allen Staaten den kulturellen Wiederausbau in Angriff nehmen. Es soll ein Zentralamt der internationalen Propaganda für tne Zusammenarbeit aller christlichen Dolksparte.en geschafsen werden. Dasselbe würde in drei Sektionen sich zu besassen haben mit Kultur und Presse, Gewerk- schaftsfragen und Politik.
Hus dem Nachbaraebiet.
h Frankfurt 0. HL Die Kriminalpolizei deckte nach modlet tanger harter Arbeit ein ganzes Ra Nennest von Kola insäl schein und Verkäufern des ge- fälschten Arzneimittels auf. Die Fälscher stellten .n
Seht Ihr ben Monb dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen Unb ist boch rund unb schon. So sind wohl manche Sachen, Die wir getrost belachen. ä v Weil uns'r« Augen sie nicht seh'n.
Drinnen in ber Stube war hinter ben herabgelassenen Vorhängen gleich nach ben ersten Tonen ein Schatten rege geworben, gegen bas Fenster gegeistert uno hort stille gestanden. Ader ber Vorhang ging nicht in bi« Höhe, bas Fenster öffnete sich nicht.
Sie fangen kein zweites Lieb. So war es vereinbart worben. Sie gingen ganz leist über bte Wiese
war es: . . .
„Erinnert Ihr Euch noch, wie wir im notigen Vahr einmal in Prettenhosen brühen waren unb im Schulearten gerastet und gelungen haben unb »t« uns _ ber alte Schullehrer mit dem guten Most aufgeroar tet hat?"
„Sa. unb wie Du Dich 'm bas |chv«< töchterttm verfchout hast!" lachten bie anbr war noch lange damit geneckt worden, der Hannes. -
„Lch müßt' Euch ein»n guten Rat. wenn nicht schlafen gehen wollt", sagte er letzt- „ wir nach Prettenhosen hinüber unb singen w,r vor dem Schulhof em Ständchen.“
„E- isi ein wenig weit", gab einer ZU bedenken.