Fuldaer Leitung
Druck der Fuldaer Arlieudrnckerri in Fulda.
meldete
10 bis
Die
Die Fleischkaiten der nächsten Woche werden voraussichtlich mit frischem Fleisch bedient.
Reich dieselbe Erscheinung beobachten, die schon für unseren engeren Bezirk festoestellt wurde, daß der Wahleifer In unserem Laaer nicht nachgelassen hat.
Das Zentrum hat wieder Stand gehalten. Trotz aller schlimmen Provhezeiungen steht der Zentrumsturm fest auf dem Fels mitten in den brandenden Fluten des politischen Lebens. Krieg und Revolution hat das Zentrum überdauert, jetzt hat es auch die Folgen der Koalitionspolitik und die Wühlarbeit der christlichen Volksnarteiler im Bunde mit den Bestrebungen des bayerischen Dr. Heim, des Landbundes und anderer Interessenvertreter, Erzberaergegner und „Steuerfürchtler" überstanden. Die „christliche Volkspartei" hat ihm zwar im Rheinland, hauptsächlich in den Bezirken Trier und Köln ,etwa 70 000 Stimmen gekostet, allein der Angriff der ArifttWn Dolkspartei- ler muß als vollständig gescheitert betrachtet werden. In keinem Wahlkreis haben sie es vermocht, ein Mandat zu erringen. (Rur infoloe der Listenverbindung soll sie nach neueren Feststellungen e i n Mandat
erlangt haben.) ist wieder um ein Ruhmesblatt reicher, das Zentrum hat wieder gezeigt, daß es Wähler hinter sich hat, die nicht von heute auf morgen ihre politische Gesinnung ändern, sondern die wissen, was ihre Partei will, die auch in schwerer Zeit das Vertrauen zu ihrer Partei und ihren Führern bewahren.
Ein ganz anderes Bild sehen wir bei sämtlichen an- deren Parteien. Fangen wir bei der demokratisch e n P a r t e i an. Sie hat eine vernichtende Niederlage im Wahlkampf erlitten. Mehr als die Hälfte ihrer Döhler sind zur dcutschenVolkspartei über- gelaufen, von 75 Mandaten geht sie auf 45 zurück. Allzusehr wird sich auch der nicht darüber wundern, der von aktuellen politischen Ursachen ganz absieht. 1919 war die demokratische Partei das Sammelbecken der bürgerlich republikanisch gesinnten Wählerschaft gewesen. Alles was nicht zum Zentrum oder zur Sozialdemokratie sich bekannte, aber auf den Boden der gegebenen Verhältnisse sich stellte, hatte damals demokratisch gewählt. Einen großen Zuwachs hatte die Partei aus bat Reihen der ehemaligen Nationalliberalen erhallen, der ist ihr fetzt wieder verloren geaanoen.
Der Gewinner aus dem demokratischen Bankerott
Daß die neue radikale Partei, die kommunistische Partei des früheren sog. Spartakusbundes, diesmal sich an den Parlameniswahlen beteiligte, war gut so. Man kann doch nun einmal sehen, welche „Massen" jene bolschewistischen Stürmer und Dränger hinter sich haben, die immer daoin reden, daß das deutsche Volk nur darauf warte, mit dem Bolschewismus nach russischem Rezept „beglückt" zu werden. Selbst in einer solch radikalen Hochburg wie Berlin haben die Kommunisten, trotz ungeheurer wahl- _______________ propagandastischen Anstrengungen, nur etwas über H Geschichte " der Zentrumspartei I 15 000 Stimmen aufbringen können. Sie werden im ~ 1 neuen Reichstag mit nur zwei Mandaten keine nur
irgendwie beachtliche Rolle zu spielen vermögen, dafür aber, daran zweifeln wir nicht, durch Lungenkraft das ersetzen, was ihnen sonst fehlt.
43 Sitze, im Reichstag wird sie 65 Mann stark sein. Neben dem Ausdruck der allgemeinen Unzufriedenheit und dem Proiest gegen den Zeitgeist von heute kann man in dieser Acußcrung des Dolkswillens, nicht zuletzt aber auch einen Protest gegen den Geist von Versailles erkennen, wie er sich in den französischen Schikanen und vor allem in der Besetzung von Franksurt am Main äußerte. Diele Kreise des Volkes erwarten von einer anders gerichteten Drehung unser« außenpolitischen Steuers nationale Vorteile. Wir möchten mit ihnen wünschen, daß ihre Erwartungen nicht enttäuscht werden. ,
Bemerkenswert ist die Bewegung im sozialistischen Lager. Die M e h r h e i t s s o z i a l i st e n teilen das Schicksal der Demokraten und haben eine ganz unge- heure Masse ihrer Wähler in dos Lager der U n abhängigen abmarschieren sehen müsien. Wer im Lager der Sozialisten u. über die Stimmung der breiten Maste Bescheid wußte, wird sich darüber nicht wun- dem, sondern die^e Entwicklung als etwas Selbstverständliches betrachten. Die Mehrheitssozialdemokratie hat eben die Erwartungen, die sie bei der sozialdemokratischen Arbeiterschaft in maßloser Agitationshetze m früheren Jahrzehnten genährt hatte, nicht erfüllen können. Schon auf dem Parteitag in Weimar 1919 mußte Genosse Stubbe zugestehen: „Wir haben viele Hoffnun- gen nicht erfüllt, denn wir haben zuviel versprochen." Diese Enttäuschung hat die unabhängige Sozialdemokratie in demagogischer Weise für ihre Zwecke benutz», als Verrat am Sozialismus ausgelegt; und d:e sozialistische Arbeiterschaft hat nicht die Urteilsfähigkeit und Reife besessen, um ihren alten Führern zu ver- trauen udn b;e Hetze der unabhängigen Führer abzulehnen. Gerade in den Hochburgen der Sozialdemo, fralie, Berlin, Sachsen usw. ist das Abströmen aus dem mehrheitesozialisttschen in das unabhängige Lager ganz gewaltig. Nur in Köln, Hamburg und eim- gen anderen Städten hat sich die Mehrheitssozialdemokratie behaupten können. Jedenfalls haben die Verluste der Dlehrheitesozialisten alle Befürchtungen über- troffen. Sie gehen von 163 auf 110 Mandcr e zurück, während die Unabhängiaen von 22 auf 60 hinaufschnellen. In ihrer Gesamtheit, Mehrheitssozialisten und Unabhängigen, weift die Sozialdemokratie einen kleinen Zuwachs auf.. Die beiden Parteien hatten 1919 zusammen 185 Mandate errungen; heute stehen sie auf 190. Die Verschiebungen auf der Lin- ken haben sich also nur innerhalb der Sozialdemokratie vollzogen. Die starke prozentuale Zunahme der Unabhängigen bedeutet im Gesamtbild nicht einen Ruck nach links, sondern nur eine Radikalisierung innerhalb der Gesamlsozialdemokratie. Insgesamt find die so- zialdemokra ischen Stimmen trotz der größeren Mandatsziffer sogar zurückgegangen und zwar von 13,8 Millionen (ohne die ausscheidenden Gebiete 12,6 Millionen) auf 10,3 Millionen.
ist, wie gesagt, die deutsche D o l k s p a r t e i, sie steigt von 21 auf 65 Mandate. Auch die deutsch- nationale Volkspartel hat Gewinne zu ver- zeickmen, wenn auch nicht in dem Maße wie die deutsche Polkspartei. Sie hatte in der Nationalversammlung
Konrad v. Bolanden t.
Zu Speyer starb vor wenigen Tagen der einst in allen Ländem deutscher Zunge und durch Uebersetz- ungen mancher feiner Werke auch in fremden Ländern bekannte Konrad von Dolanden. Dieser Name war indesten nur sein Schriftsteller-Name, fein rechter Name war Joseph Eduard Bischofs. Er hat ein ungewöhnlich hohes Alter erreicht und stand im 92. Lebens- und 68. Priesterjahre. Seinen Schriftstellernamen Konrad von Bolanden wählte er, weil er bei Beginn seiner schriftstellerischen Tätigkeit Pfarrverwalter zu Kirchheimbolanden in der bayerischen Pfalz war. Nachher war et Pfarrer zu Börrstedt und Derghausen in derselben Provinz und im Bistum Speyer. Im Oktober 1869 zog er sich noch Speyer zurück, um sich ganz der schriftstellerischen Tätigkeit zu widmen. Schöpferischen Gedankenreichtum "und gewandte Form, ernstes und aufrichtiges Bestreben, der Wahrheit und der riet angefeindeten Kirche zu dienen, zeigen all feine zahlreichen Romane und Novellen. Manche von ihnen, die gerade glücklich den Zeitströmungen entgeaenarbeiteten, erlebten viele Auflagen. Sein verdienstliches Vestreben war, der vielfach unchristlichen Belletristik eine christliche, belehrende Unterhaltungsliteratur entgegenzustellen, aus der Weltgeschichte besonders die vom Parteigeist einseitig dargestellten Charaktere ohne Voreingenommenheit zu schildern und über Geschichtslügen aufzuklären. Diesem Bestreben dienen namentlich seine geschichtlichen Novellen und Romane. Bis ins neunte Jahrzehnt seines Lebens ruhte feine fruchtbare Feder nicht und zeigte in ihren Erzeugnissen immer noch eine bei so hohem Alter erfreuliche Geistesfrische. Was er besonders im Kultur- und Schulkamv! durch volkstümliche Aufklärung, Befestigung im Glauben und in Treue gegen die Kirche und zur Bekämpfung der Feinde der Kirche, der christlichen Schule und des christlichen Staates durch feine Schriften geleistet hat, darf ihm nickst vergessen werden.
M 134.
Samstag, 12. Juni 1920,
Märkte.
— Fulda, 12. Juni. Der hentiae Schweinemarkt wies einen Auftrieb von 301 Ferkeln unb 22 Läufern auf. Für Ferkel stellte sich der Preis auf 150 225 und 300 Ma, k, für Läufer auf 400, 500 und 600 Mark. Im Marktverlauf ginaen die Händler mit b»n Preisen noch etwas zurück. Bei ziemlich lebhaftem Handel blieb nur ein geringer Ucberftanb.
Aus Geisa urrv Umgetmni.
ka'tennordheim. Die nächsten Tage beginnt die Firma Georg Städiler hier mit dem Bau der Ueberlandzentrale Rhön. Nach Angabe der Firma haben sich bis jetzt 57 Dörfer angeschlossen. Mit dem Beitritt von weiteren 40 Ortschaften wird gerechnet.
!! Geisa. Die Zentrumstreue im Gei- s a e r L a nd hat sich bei der Reichstagswahl als m u- st e r g i l t i g erwiesen. Nach der amtlichen Veröffentlichung des Wahlergebnisses im 4. Berwaltunasbezirk erhielt das Zentrum (Liste Poppe) 3925 Stimmen gegen 4060 im Januar 1919.
Nach der Wahl.
Wenn auch das genaue Ergebnis der ReichstagS- wahl "och nicht vorliegt, so hat sich doch in den letzten Tagen das Gesamibild des neuen Reichstags foroeit geklärt, daß die Zahl der Abgeordneten fest- steht und die Verteilung der Mandate sich im «ohen Überblicke läfet.
Das Gesamtbild, da? uns entgegentritt, entspricht aanz der flüchtigen Zeichnuna, die wir bereits am Dienstag entwarfen. D-e allgemeinen Züge des Kildes haben sich nicht verändert: Die eigentliche Mitte, das Zentrum bleibt stehen, im "übrigen zeigt sich aus beiden Seiten ein gewaltiger Abmarsch rta i außen, die extremen Parteien auf der Rechten wje auf der Linken gewinnen, die gemäßigten verlieren. Die bisherige Koalition ist zahlenmäßig zurückgegangen. Das wurde erwartet und kann öicht überraschen. Keine Partei und mag sie die fähigsten Köpfe besitzen und den besten Willen haben, Ordnung zu schaffen, kann in unseren Elendszeilen paradisische Zustände herbeizaubern. Bei allem, was sie tut, ist sie der Kritik ausgesetzt. Den anderen ^arteten aber, die mtt den Händen in den Taschen hei Seite stellen unh nur kritisieren, denen kann man nicht nachsagen, sie hätten et vas falsch gemacht, Veit st" ja überhaupt nichts getan haben.
Die Wahlbeteiligung war im allgemeinen Mt so schwach, wie man zuerst annahm. Bei der Wahl zur Nationalversammlung erschienen 30,4 Millionen an der Wahlurne, rechnet man die Gebiete, die diesmal nicht wählen konnten, mit etwa 354 Mill, ab, dann hätten 26,9 Mill von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen müffen. Tatsächlich waren es nur 25,7 Millionen, das ist kein erheblicher Rückgang. Wenn im Vorjahre 83 Prozent aller Wahlberechtigten wähllen, so werden es diesmal doch immerhin an die 80 Prozent gewesen sein, ein Beweis, daß das Interesse an den politischen Vorgängen im Volke keineswegs in dem Maße zurückgegangen ist, wie man es erwartet hatte. Was insbesondere die Zentrurnspartet anbe- langt, so kann man nicht sagen, daß in ihren Reihen mehr als in anderen Parteien Wahiflauheit geherrscht hat. Vereinzelt wohl, aber allgemein nicht. In der Prozentzahl der Abstimmenden steht das Zentrum für 1019 wie für 1921 mit rund 20 Proz. da. Genau ßü‘ sich der Vergleich wegen der ausscheidenden Gebiete nickt ziehen. Jedenfalls kann man im
Gottesdienstordnung.
Katholischer Gottesdienst.
Sonntag, 13 Juni. Dom. -D özesanmonatS kollekte.) 6, 'hl n. 7 M, */»7 Kom d. chrrstcn. le'upfl Jun'ir. t. Dome, 8 Pfarramt m. Pr., */,10 Kathedralamt m. Pr, 11 Ehr., */il2 M. m Pr., */«2 A. z. Mutter Gottes, 4 Pr. u. A., 7 Serz-Mana. Bruderschaft m. Segen i. d. Marienkapelle. (Montag nachm. S Rosenkranz-A.) - etnbtpfarrtir iie. (Diö-esa - mor:atSko!Iekte.) 5'/, Kom, 5’/. M. u. Kom d. Dienst- mädchen Kongregation, 6'/« M. u Kom. d. Jun ffrauen- Soüalität, 8 M. u. Pr. (1. Schuld), 9'/i Pfarramt u. Pr„ 11 M. u. Pr. '2. Schulgd.', 9'/, Chr. f. d. Jüngl. i. d. Severikirche, 2 feierliche Benediktion der Statue deS hl. Antonius, Pr. u. A, 3V. A f. d Jungfr.-Pod., 4V. A. f. d. Dienstmädchenkongregation. Pfarrkirche zum heiligen Weifte. ,/«7 Kom., 7 irrühm., 8 Pr, Amt m. Kom., '/,5 Chr., 5 A. — Severikirche. Sonntags */,7, werktags 6°‘ M — Herz-Jeiu-Heim. 6 Frühm., 8 Amt m. Pr., 2 A. tMiltw. abends 8 A. — Frauenberg. Fest d. hl. Antonius von Pama, Bek. vom 1. Orden (Ablatztag süralle Gläubigen!. M. 0.5-7, 8 M. m. Anwnms-A u. Pr., 9 Fcstpr. u. Levitenamt m. Auss., nachm 2 Pr., A. u. Umg. f. d. Fünf-Wunden- Bruderschaft. Nach dem Hochamt und der Nachinittaes-A. Verehrung d. Reliquie d. Heiligen, abends */i8 Herz- Jesu-Andacht mit Predigt.
Evangelischer Gottesdienst.
Sonntag, 13. Juni. Vormittags 8 u. 9*4 Sup. Ruhl, 11 Kindernottesdienst.
Wellungen her MMen WruWAlkleMk.
12 Juni 1920.
In der nächsten Woche entfallen auf jede Fettkarte 100 (Br. Auslandsschmalz zu M 21,— das Pfd. Die Krankenkarten werden mit hiesiger Butter zu M 13,40 bezw. M 10,60 das Pfd. bedient. Ausgabe an die Verbraucher: Freitag und Samstag. Schmalzausgube an die Geschäfte: Donnerstag vormittag 9 bis 11 Uhr im Schlachthof. Butterausgabe: Donnerstag nachmittag in der Molkerei. Die Geschäfte werden dringend ersucht, das Schmalz pünktlich, wie vorgeschrieben, abholen zu taffen. Donnerstag nachmittag oder noch später kann für die Folge Schmalz nicht mehr ausgegeben werden.
Nun ist der Wahlkampf vorbei. Die Kämpfer ruhen von ihren Mühen aus. lieber den Ausfall der Wahl freuen sich die einen, weil ihre Partei sich trotz schwerstem Kampfe bewährt, oder sogar neue Vorteile errungen hat; die anderen machen lange Gesichter, weil ihre Partei mit schweren Wunden und Verlusten die Wahlschlacht verlassen mußte. Die einen jubeln, die anderen schimpfen; vielleicht trinkt man auch nach eins aus Freude ober Ingrimm. Damit ist für viele, die noch immer nicht gelernt haben, politisch ’u ber^n, bie Sache erledigt. Und doch haben jetzt erst die eigentlichen Schwierigkeiten begonnen. Jetzt stehen wir vor ber großen Frage: wie wird auf Grund des Wahlausfalles eine neue trarfäfjige Regierungsmehrheit (Koalition) gebildet? Ist es überhaupt möelich, sie auf Grund der neuen Parteiverhältnisse zu schaffen? Hier hört das Jubeln auf! Hier beginnt gleich der Ernst, das Kopfzerbrechen! Der ae- genmärtige Wirrwarr ist die beste nachträgliche Re ch t- f er t i g u n g für die Koalition in der Nationalversammlung. Sie war eben wirklich das einzige M i ft e l zur Versöhnung, zum friedsi^en Ausgle'ch und (zur Ueberleitung der Revolution in die gesetzmäßige Reform.
abgeholt werden.
Betrifft Kartoffeln: Alle etwa noch oneingelöftea Kartosfeibezugscheine, sowie alle noch unbedienteo Kartofselkarten werden In der nächsten Woche vollständig beliefert. Ebenso sollen die Im Januar und Februar bel der Anrechnung von Kohlrüben ausgesallenen Kartoffeln nachgeliefert werden. Sämtliche Bezugsberechtigte werden daher hiermit aufgesorder! 'ich unter Vorlage des Lebensmittelausweises, der ?.ar,osselbezugscheine und Kartoffelkarten am Montag oder Dienstag (nicht später) am Kartosselschalter zwecks Aus- ober Nachlieferung der Kartoffeln zu melden. Bezahlung am Schalter. Die Abholung im Kartoffelkeller oder in der Reithalle muß spätestens am Donnerstag erfolgt sein; vorn Freitag ab wird über die etwa nicht abgeholten Kartoffeln anderweitig verfügt.
3n der städtischen Verkaufsstelle erhälftlch: Getrocknete Zwiebeln (schöne Ware) d. Pfd. zu M 3,—. Eiersparpulver (sehr empfehlenswert und ergiebig) das
Paket M 1,25.
Waren aus der Verleitung 17, sowie der ange- Iunlzucker (geben wird iy3 Pfd. zu M 2,— das Pfund) können Mitte nächster Woche in den Geschäften
Der auf die Bekanntmachung vom vorigen Samsiae angemeldete Auslands-Speck (Sonderausgabe) kann am nächsten Mittwoch in den Metzgereien abgeholt werden Speckausgabe an die Metzgereien: Dienstag vormittag 11 Uhr im Schlachthof.
Die Jrauen im Reichstag.
Während die Nationalversammlung 41 Frauen als Mitglieder zählte, gehören, soweit sich letzt über- sehen läßt, dem Reichstag nur, 30, Frauen an und zwar verteilen sich diese auf die einzelnen Partie, wie folgt: Zentrum bisher 5, jetzt 2 (Dransfew, Neu- Haus, Teufch). Die nicht wiedergewahlten beiden Abgeordneten Frl. Sckimitz (Aachen) und Frb Weber (Köln) standen auch diesmal an aussichtsreicher Stelle auf den Kandidatenlisten der Wahlkreise Koblenz- Trier und Düffeldors-Ost. Sn betben Wahlkreisen wurde ber vorhergehende Kandidat noch gewählt. Die Mehrheitssozialisten hatten bisher 22 Frauen in ihrer Fraktion, sie haben nunmehr nur 11, von denen ö wiedergewählt sind. Auf bie Unabhängigen entfallen 4 (bisher 3, baron 2 wiedergewähit), auf die Demokraten 4 (bisher 6, bacon 4 wiedergewähit), Deutsche Volkspartei 3 (bisher 1, wiedergewähit). Deutsch- nationale Votkspartei 3 (bisher 3, davon 1 wiedergewählt). Die Kommunisten, die mit zwei Abgeordneten in den Reichstag einziehen, entsenden eine grau, die bekannte Klara Zetkin.
Sahschlirfer Beobachtungen.
Im Frühjahr als ber VonifattuSbrunnen noch im schlummer lag, 'beschäftigte so manchen, der an dem Dahl und Gedeihen des Bades interessiert ist, in erster Linie die Frage: tvie wird sich wohl in d-efem Som- rner der Besuch gestalten? Die wirtschaftliche Lage Unseres fe schwer geknechteten Vaterlandes begründete zu sehr die Annahme, daß bie Ziffer der Dade- Säste nicht die des Vorjahres erreichen würde, und eS eab nicht wenige, die recht hoffnungssos dem Som- entgegensahen. Andere wieder glaubten sehr klug urteilen, wenn sie eine glänzende Kurzeit voraus- sagten, indem sie sich auf die Annahme stützten, daß °°S Geld, das dem Einen zu einer Badereise nicht ®*5r zur Verfügung stände, dafür aber in die Taschen »es Anderen geflossen sei. Dem Beobachter der Heu. tigen Verhältnisse liegt es mm ob. festzustellen, in. Wieweit der Pessimist oder der Optimist mit seinen Prophezeiungen das Richtige getroffen hat.
Erfreulicherweise läßt sich schon heute sagen, datz ll= Zaghaften, die mit einem fchwachen Fremdenbesuch rechneten, äuherlich nicht Recht behalten haben, denn wir schon' in unserem Mai-Bericht bemerkten, war die Nachfrage nach Unterkunft befriedigend, und be- rchtenswerterweise gerade für die größeren und somit »^«ersten Gasthäuser deS OrteS. In- der Folgezeit £ der Besuch noch reger geworden und dadurch ein^ Ausgleich eingetreten.
Die Hauptknrzeit liegt noch vor un-, doch möchten daraufhin keine Prognosen aitkstellen — fcenn da? Prophezeien ist meist eine undankbare wie auch müs, Tätigkeit. Eines läßt sich jedoch n:(6t_ leirnen: ^strsrhen von einigdn mit äußerlichen Glücksgütern bssegneten übt doch die Allgemeinheit im Geldver.
eine starke Zurückhaltung, was im besonderen •’djt ohne Einfluß auf den kleineren Geschäftsverkehr »cibt. Welcher Geschäftsmann oder Gewerbetreibende gerade mit Lebensmitteln, die doch in zunehmend pötzerem Umfange auch im freien Verkehr wieder zu
haben sind, handelt, in dessen Zügen vermochten wir leider feine besondere Befriedigung zu lesen.
Kurz vor den Dahlen brach mancher Gast seinen Aufenthalt ab, um seiner vaterländischen Pflicht in seinem Heimatorte genügen zu können; wieder andere hatten sich rechtzeitig eine Bescheinigung besorgt, damit sie auch hier wählen konnten und so wickelte sich denn der Wahlakt unter starker Beteiligung der Kurgäste ab, und wie nicht anders zu erwarten war, ruhig und sachlich.
Nachdem nun mich das Theater seine Pforten geöffnet hat, teilt es sich mit dem Kino in die Unterhaltung der Badegäste doch es ist gut, daß dies nicht die einzigen Ablenkungen sind, mit denen hier gedient wird, denn weit mehr wie in den KriegSjabren sind nun auch andere Hotels und Restaurants, die nicht innerhalb der Kuranlagen liegen, bctu übergegangen, eigene Unterhaltungen dem Publikum zu bie. ten, was im höchsten Grade ersreul-ch ist, weil dadurch einer Ciinseitigkeit entgegenctetoirh wird. Hier und dort dringt ruS verschlossenen Räumen oder durch die abendliche Kühle der Restaurantgärten liebliche wie mich edle Musik. Tücht-ge Solokräfte wirken anziehend und lenken einen Strom der Besucher fort von dem am Tage oft zu hörenden Klängen der übrigen; gut geleiteten Kurkapelle, hinüber ?u den anmutig lie- genden (Kaffees, Restaurationen und Hotels.
So spielt sich denn vor unseren Augen ein bunt-s Treiben ab, das einem öfters vergessen lassen möchte, daß doch die Mehrheit aller, die wir hier ftficn, am Tage die Sprechzimmer der Aerzte füllen I Sie alle, die Leidenden sie bedürfen des Brunnen, der Bäder, die Einen wissen betvcglich zu klagen, bie Anderen stumm zu tragen, aber datz sie auch lachen können und sich erfreuen an den Spenden der heiteren Mule, das hören wir und wollen dessen froh fein, denn krank fein und trübselig dazu, damit mögen sich die belasten, die der edelsten HerzenSregung — der Hoffnung — entbehren.
Konrad Lehmann.
Amtliche Anzeigen.
Händler unb Sanbmirte, die Seftlachloietz freiwillig an öen Die inonoelsoecbanb liefern wollen, haben dies bis tvätestens Sams ag jeder Woche dem Berirauens- mann A. M. Nutzbaum stier (Vikolausitratze 14) an- zuze gen. Zur Abnahme von Dieh, bas später angemelbet w'ib, ist der Biehhandeisverband nicht verpflichtet.
Fulda, den 11 Juni 1920.
Der LandrU: Frhr. von Doernberg.
Tie Landwirte und Futtermittelhändler, sowie alle, welche Hafer in ihrem Besitz haben, werden schon jetzt auf den § 78 a der Neichsgetreideordnung vom 21. Mai 1920 aufmerksam gemacht. Derselbe lautet:
Wer mit dem Beginne des 16. August 19 2 0 Hafer früherer Ernten allein ober mit anberen N a h r u n g s - ober Futtermitteln gemischt in Gewahrsam hat i st verpflichtet, ihn dem Kommunalver- bande des Lagerungsortes b i S zu m 2 0. August 1 9 2 0, getrennt nach Eigentümern anzuzeigen. Hafer, der zu dieser Zett unterwegs ist, ist von dem Empfäng>er unvvrzltgilich nach dem Empfange dem Kommunalvcrband« anzuzeigen § 76 Abs. 2 unb § 77 a bis c finden entfpre. chende Anivendung. ___
Mit dem Beginne des 16. August 1920 ’ ft bet Hafer früherer Ernten für den Kom, munalverband beschlagnahmt, in dessen Bezirk er sich befindet. Hafer, der zu dieser Zeit unterwegs ist. ist für den Kommunalverband beich.ag- nahmt in dessen Bezirk er nach beendeter Beförderung abaeliefert wird. Für den hiernach beschlagnahmten Hafer gelten bie Vorschriften dieser Verordnung Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft be- stimmt in welchem Umfange der Hafer trotz der Beschlagnahme verfüttert, verarbeitet ober sonst vertuen, bet werden darf Soweit der Hafer hiernach nW ber. füttert verarbeitet ober sonst.verwendet werden darf, haben die Kommunalverbande die beschlagnahmten und die in ihrem Eigentume stehenden Vorra.e mtt Ausnahme der ihnen behördlich zur Verteilung über- wiesenen Vorräte der ReichSgetreibestelle nach deren Gstchästsbedinoungen abzuliefern.
Ter Reichsminister für Ernährung und Landwirt- (ckaft kann Uebergangsbestimmungen treffen.
Zuwiderhandlungen gegen die Dest>nimungen d'eses Paraaraphen werden nach 60 unb 81 ber aetreibeorbnunn vom 21. 5. 1920 mit Gefängnis biS zu einem Fahre und mit Geldstrafe bis zu 50 000 Mk. ober mit einer dieser Strafen betfraft.
Fulda, den 9. Juni 1920.
Der CanbraJ. Frhr. v. Doernberg.
Anorvnung
bkireffend Vefettigunz von Tlerkadaver».
Aul Grund ber Bunbesratsverordnungen vom 29. -luui 1916 «Reichs^eletzbi. <5. 631) unb 17. A.'gu t 1917 ^Reicksoeietzbl S. 715' sowie ber Ausiührun^soorichrstten vom 1 Mai 1912 zu § 4 bes Gesetzes, betreffend d,e De- seitiqung von Terladaoern erlasse Ich mit <^vmachtigunq des^ Herrn Ministers für Landwirtschaft, Domänen unb n'S'Ä «<• o« eine Tierkörveive'wertunasanstalt ober Abdeckerei ange schlossenen Gemeinden der Kreise Frangenberg Fulda, Gers-eld. Gelnhau en, Hanau eiabt und Land, He.-seid, ftünfelb Kiichbain und Marbur:, soweit sie mcht unter das Privileg des Abdeckers Gary fallen, Melsungen, Rotenburg, Schlüchtern unb Wotshagen.
” 2. Das Abb.ävten unb Zerlegen aller Tterlorper, über beren Anfall nach den für die obengenannten Kreise er- lassem n Anordnungen, betreffend die Beseitigung von Der- körvern den Derwertunqsanitalten Anzeige zu erstatten ist, barfTur in bn Hauptanlagen der Tierlörperverwertungs- anfta’ten ober Abdeckereien stattfwden, es fei denn, daß es sich um Schwchttiere handelt, deren Untaualichkeit zum Genüsse für Menschen sich erst bei der Fleischbeschau ergeben hat oder datz in einzelnen Seuchenfällen aus vetertnar- poli-.eilichen Gründen ausnahmsweise eine Zerlegung an Ort und Stelle von dem beamteten Tierarzt für erfotber td) erachtet wird. Die Tierkörper sind mit allen ihren Testen einschb ber Haut, Haare, Borsten, Horner und Klauen ab* zuliefern. Jede andere Berwertang ober Beseitigung ber Tiertörper und Tierkörperteile ist verboten.
3 Bef Verladung der abzuholenden Tierkorper unb liertörperteile haben bie Tierbesitzer für angemessene, un- entaelilidie Hilfeie stung zu sorgen.
4. Die Tierkörper sind bis zur Abholung durch dir mit Au-weiskarten nerfe enen Anaestellten der Anstalt so aufzubewahren, datz sie nicht be'chädjgt werden, und datz Vrey jeder Art nicht mit ihnen in Berührung kommt.
5 Werden Tieriörper gefallener ober nicht au Schlaqt- -wecken getöteter Tiere entgegen dec erlassenen Bestimmungen o 'ne Haut abgeliefert, so verfallen die Tr<rvesitzer den unter Ziffer 8 dieser A' vidnung festgesetzten Strafen.
Außerdem können die A 'deckrreibesitzer für das Abholen unb Vorarbeiten so cher Tierköiper die vertragsrnatzig fest- ges tz en Ent chädigungen von den Tierbesitzern sordern.
6. Die Abdeckereien (Tierkörpeioerwertungs - Anstalten) sind verpflichtet, den Tierbesitzern für die abgelieferten Kadaver die vettragsmätzig festgesetzten Entschädigungen z zahlen^m b|eiben ble tür bie oben genannten Streife erlassenen Anordnungen, betreffend die Besettlgung von Tieriörpern in Wirksamkeit. .. , r,
8 Zuw-derhandlungen gegen diese und die bisherigen Anoibnungen unterliegen der Strafbestimmung 8 der Bunbesra s oerot dnung vom 29. Iunr 1916 . Getangnis bis zu 6 Monaten ober Geldstrafe bis zu 15 000 ÜRarr.
9. Die Anordnung tritt mit dem Tage ber Veröffentlichung in Straft. (A 11 1^1 a).
Kassel, den 5. Mai 1920.
D^r Regierungspräsident.
I.B.: Lewald.
Wird veröfsentlickt.
Fulda, den 31. Mal 1920.
per Canbtal: 3. 23.: Köhler.