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Mittwoch, 2. Juni 1920.

und Männer-Verein.

11. Katholischer Kaufmännischer Verein mit Jung­männer. und Jugendabteilung.

O. Reihenfolge der deutschen Gesäuge.

1. Som Dom zum ersten Mtar: Nr. 91: „Auf, Zion, preise deinen König".

2. Vom ersten zum zweiten Altar: Nr. 92: „Deinem Helland, Deinem Lehrer".

8. Vom zweiten zum dritten Allar: Nr. 99: „Kommt und lobet ohne End'".

4. Vom dritten zum vierten Mar: Nr. 103: „O Gottes ew'ger Sohn".

5. Vom vierten Altar zum Dom: Nr. 85: „Großer

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Kleines Feuilleton.

— Geht ins Sonnenlicht! Es ist ganz allgemein Mannt, daß ein sonniger Tag unser Gemüt erheitert und daß andererseits frohe Stimmung bei nebligen, düsteren Tagen arge Einschränkung erfährt, tote ja auch keine Pflanze gedeiht, wenn ihr Sonnenlicht und »Wärme genommen werden. Worauf beruht eigentlich die so auffallende Einwirkung des Sonnenlichts? Dar- auf, daß eS die Hauttätigkeit anregt und mehr schäd. siche Produkte durch die Haut auSscheidet als es sonst zeschieht. Das führt zunächst zu einer Schonung der ohnehin so rastlos tätigen Nieren. ' Wer viel im Don- «enlicht sich aufhält oder arbeitet — auch das Gehen ist bekanntlich eine Arbeitsleistung — merkt das bald selbst daran, daß er schwitzt. Aber auch di« Prozesse des Stoffwechsels werden durch daz Sonnenlicht er. leichtert, weil sich die Blutgefäße erweitern. Wisien- schaftlich erwiesen ist die bakterientötend« Wirkung der Sonnenstrahlen; unbewußt hat dar schon Hippokratez erkannt, indem er darauf hinwies, daß an sonnigen Sagen die Zahl und Schwere gewißer Krankheiten ab. nimmt und daß durch Sonnenbäder die Körverkrast gesteigert wird, damit aber auch die Widerstandsfähig- keij gegen Krankheiten. Die neuere Wissenschaft der. ordnet Sonnenbäder auch Nervenleidenden, ja, st« spricht den Sonnenschein direkt als ein Mittel gegen

Altern anl Wer also gesund bleiben will, kann nichts Besseres tun, als die Strahlen der Sonne mög. lichst ausgiebig und oft auf sich einwirken zu lasten, so. b>eit er eben seine Konstitution zuläßt. Sf-

— Amerikanische Erfahrungen über Unterernährung. Welche Folgen die Unterernährung auf vorher ganz «efunbe und kräftige Menschen auszuüben vermag, da- b»n finden wir einen Beweis in einer umfangreichen Arbeit von Professor Benedict in Boston, mit der uns Dr. Kestner in der „Münch. Medizin. Wochenschrift" bekannt macht. Außer der ja auch bei uns bekannten Elbmagerung wurde an den Versuchspersonen, 13 S u. deuten eines christlichen College in Svringfie'd, nichts Krankhaftes gefunden, wohl aber eine deutliche Her­absetzung der Leistungsfähigkeit und der Bewegungen des Körper». Der Du - »ruck sank bei allen Teilnehmern sehr beträchtlich, und Namentlich auch die Pulszahl. Diese Zah en waren bei jeder Arbeit' und jeder Art von MuSkeltatrgkert niedriger, als bei den gleichen Menschen vor de" Er­suchen, Durch besondere psychologische Me.Hoden wurde aber vor allem festgestellt, daß ihre geistige Leistungsfähigkeit ganz besonder» sank.

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Sottesdienstordnung.

Donnerstag, 3. Juni. Fronleichnamsfest Dom. i/,g 6 u i/,7 M, 7 Pfarramt m. Segen, 8 BtsÄofl. Hochamt ü. FronleichnamSprozession -/.12 M. ohne Pr, V,2 Sakraments.A. (1. -lronl ), 4 Brschofl. Vekper 7 Ä. i. v. ®tu|L — Stadtpfarrtirchr. 5V. Stom 5*/« M 67* M. u Kom. d. Bruderschaft v. Hochw. Gut, 7 Amt f. d. Schulkinder, 8 M., Hochamt u. «patmeste fallen wegen der FronleichnamSviozesston au9,2 '®^y£,er'c^a^ B. bockw Gut, 7V. FronleimnamS.A Von Mittai an beginnt die ueuntägigeAndachtzum hciligit. Sakrament.— Pfarrkirche zum hl. Seift *'.7 ’>/.8 Segens,

amt m. Kom SÄ— Severtkirche. b,7 M — »rauen- berg. Wegen d Prozession r d. Stadt sind d. M. v. 5-6, *'.7 Levitenamt m. ÄuS,, ferner sind noch M. um 8, 9 u. 10, nackm. 2 feierliche Vesper m. sakram Segen, abends *'.s Herz-?!csu.A. m. Pr. (In der Fronleichnamsoktav ist während der KonventSmeste um 6V* AuSs. d. Allerheilipsten. nachher sakram. Segen.) St. Josephsheim. Morgens V.Z Uhr hl. l’tefle.

Freitag, 4. Juni. (Herz-Jesu-Frettag.) To«. 71M. m Segen, abenosV.8Herz-Jesu-Ä., Samstag abends »A8 Fronleichnams-A. — Frauenberg. Äuss. d. Allerbeiligsten v. morgens 5 bi? adendS S z Anbetung d. göttl. Herzens Jesu. 9 Levitenamt. Nachmittags 4 Schlutz-A. m. Umgang. Die Andacht am Abend fallt auS.

Ordnung

der ßronleichnamsprozesfion zu Mda

Donnerstag, den 5. Juni 1920.

A. Reihenfolge der Prozession.

12. Lehrer-Seminar.

13. Oberrealschule.

14. Gymnasium; in dessen Mitte

15. Musikkapelle (zur Begleitung derlatetmschen

16. Weißgekleidete Mädchen.

17. Barmherzige Schwestern.

18. Barmherzige Brüder.

19. Konvent der PP. Franziskaner.

20. Das Priester-Semmar und der übrige KleruS.

21. Der Hochw. Herr Bischof mit dem Sanr- tissimnm.

22. Die städtischen Körperschaften

23. Die Marianische Männersoda!,tät mit Fahne und daran anschließend 3. Musikkapelle.

24. Die übrigen Bürger.

25. MarianischeJungfrauen-Kongregattonen mitchren Marienvereinen.

26. Dienstmädchen-Kongregation.

27. Arbeiterinnen-Kongregation.

28. Christi. Müttervereine, kathol. Frauenbund, Eltsa- beth-, Paramenten-Vereine.

29. Die übrigen Frauen und Jungfrauen

B. Bemerkungen.

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Fahrplan für Bahnhof Fulda ab 1. Juni 1920.

(Ausschneiden und aufheben).

^1V—Werktags, § »-Sonntags, v—Schnellzug.)

Abfahrt von Fulda:

Richtung nach Bebra: 440 W, 624 W, 657 S, 828 1015 D, 323, Z38 D, 505 W, 657 W, 1233 D, 1249 D.

Richtung nach Frankfurt: 410 v, 447, 431 D, 640 w, 856 w, 242, 414 D, 500 w, 604 D, 637 s, 716.

Richtung nach Gersfeld: 71V s, 720 w, 1200 8, 505 W.

Richtung nach Tann: 720, 1210 s, 512. W.

Richtung nach Gießen: 434, 858 w, 123 W, 441, 740 W.

Ankunft in Fulda.

Richtung von Bebra: 402 v, 423 0, 8« W, 232, 556 D, 708.

Richtung von Frankfurt: 621 W von Flieden, 8w, 1007 d, 3ot, 31s D, 538, 649 W, 841 D, 1022, 1225 D, 1240 D.

Richtung von Gersfeld: 635 W, 1115 Z, 148 w, 641 s.

Richtung von Tann: 637 W, 11», 252 w, 651 S.

Richtung von Gießen 637 von Alsfeld, 822 W von Lauterbach, 1129, 333 W, 918 W von Lauterbach, lOio.

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1. Volksschulen. —

2. Lyttum und Oberlyzeum.

3. Kongregation der Ennl'kchen Fräuletn.

4. Katholischer JünglmgSverein der Tompfarreu

5, Katholischer Jugendverein der Stadlpiarrei.

8. M u s i k k a p e l l e des stadtpf. Fünglings-VerernS.

7. Katholischer Gesellen-Verein.

8. St. JosephS-Verein.

ließ sich also nicht vermeiden, wenn nicht die Ratwn we­sentlich heruntergesetzt werden sollte oder aber die rlus- mahlungsziffern erhöht würden.

Glücklicherweise steigt in den letzten Sogen muete Daluta wesentlich, sodaß die Aussicht besteht, künftighin nn Ausland billiger eintaufen zu können. La die Regierung nunmehr auch Wucherern und Schiebern wesentlich schärfer zu Leibe geht und durch Kohles und Kalilieferungen an die Landwirtschaft sonne durch Er­höhung der eiicheimischen Preise versucht, d,e emheimi. sche Produktion zu steigern und uns damit unabhängig vom Ausland zu machen, besteht die Aussicht, hafs es mit der Preisschraube für Brot em Ende hat. Dis sich jedoch diese günstigen Momente voll ans- wirken werden, kann noch einige Zeit vergehen.

Ku§ Airche und Sdnuk.

• Gelsenkirchen, 28. Mai. Dor einigen Tomen haben die Oblatenpatres hier eine neue Nie- derlassuna gegründet. Do^ Klösterchen wurde vieler Taoe in Geoenwark des PiarrkleruS feierlich ringe, weiht. Das HauS wird ,. Z. von sechs Patres und drei Laienbrüdern bewohnt.

Aus dem Nachdargebiet.

0 Gelnhausen. Dor einigen Wochen ist eS an einem Sonntage zwischen Rinderbügen und Waldens­berg in Ober' essen an der preußisch-hessischen Landes- grenze zwilchen 2) enburgi chen Forstbeomten und Bewohnern aus Waldensberg, bieder W i ld d ieb er e r oblagen, zu einem regelrechten, mehrstündigen Feuer- gefecht gekommen. Hierbei hat der Landwlrtssohn Guillaumon aus Waldensberg einen Bauchschuß er- halten, an dem er im Krankenhause zu Gelnhausen gestoiben ist. In Büdingen bat sich nun gegen den das Vorgehen gegen die Wilderer leitenden Forst- beamten eine starke Erregung bemerkbar gemacht, sodaß, um einer etwaigen Dolksjustiz gegen diesen Beamten voizubeuaen, eine Abteilung Gießener Reichswehrtruppen mit Maschinengewehren in Büdingen eingetroffen ist.

mc. Frankfurt 0. M. Am Montag verließen Die zur Erholung im Februar dieses Jahres nach Frank- fnrt und d>e näheie Umgebung gebrachten Wiener Kruder mi'tels Sonderzug die Stadt. Sie haben sich alle prächtig gemacht, nachdem das erste Heim­weh überwunden war. Es sind Gewichtszunahmen von 10-22 Pfund festzustellen. Von den Psiege- eliern wuiden sie zum Zuge gebracht reich beschenkt mit allerlei Nützlichem für sich sowohl, tote ihre An­gehörigen. Als dann der Zug aus der Halle rollte, gab es auf beiden Seiten Tränen und gleichzeitig frohe Rufe „Auf Wiedersehen". — In der evan- gelt sch-lut heri s chen Stadtsynode wurde festgestellt, daß in keinem Jahre die Kirchenaus- trittsb ewegnng so stark gewesen sei wie 1919.

wo. Vom Üntermain. Tie Heuernte ist im vollem Gange. Ter Ertrag ist sowohl quantitativ wie qualitativ gut und entspricht durchaus den Er­wartungen. Tie Ernte hat drei bis vier Wochen früher wie in normalen Jahren begonnen. Korn, Weizen und Roggen stehen in schönster Blüte. Gerste hat abgeblüht und ausgezeichnet angesetzt. I , „ach bem Pater noster des Bischöflichen Hoch- Die Oelsaaten stehen selten schon. I Eies stellen sich auf dreimalige« Anschlag mit der

„ _ " I Osavna und auf die gleichzeitige Anffordernug der

Atts Oberhessen unv de« Hess. Aemter«. I Ordner die einzelnen Gruppen in der unter A. be-

△ Kirchhain. Am 30. Mai waren es 25 Jahre, daß Reihte auf und ^!d!nsttme

He« Geheimer IustizraiK li n gen bi el zu Marbmg unb ausgenommen, werden erfucht, nicht zwei m der Raiffeisensache tätig ist. Hauptsächlich war er m OTb sondern vier und vier zu gehe», damit den Kreisen Kirchhain und Marburg in der Genoffen- I bte Länge der Prozession vermindert und, namentlich schaftsberuegung ein eifriger Förderer. Für die Kom- I auch im Interesse des Gesanges, ein besserer Zusammen­hausgenossenschaft Kirchham war er von der Gründung hang erzielt werde.

an tätig. Der Vorstand und Aufsichtsrat ehrten ihren 2. DaS Zeichen zum Millstehen an den 4 Mtärm

kunstvoll hergcstellten Urkunde. I dringend, dieses Zeichen sofort zu beachten, damit

’ , , | Lücken in der Prozession vermieden werden.

DPHtniehteS I 3. Bei Rückkehr zum Dom ziehen nur die Grupp«,

von Nr. 15 an (Lehrerseminar usw.) in den Dom. Di-

* Tür eine Million Mark Quecksilber gestohlen. Die I Fahnenträger der Bereine mit ihren Begleitern mögen Deutschen Solwaywerke in Bernburg sind um Queck- I am Schlüsse der Prozession vor dem Lehrerseminar in silber im Gesamtwerte von mehr als einer Million Mk. den Dom m,t einziehen und rechts und Imks vor durch Arbeiter bestohlen worden. Der Betrieb der d« Kommumonbank ung^nehm°n. Die^ubrigen Werke wurde durch die Drcbstähle aufs schweste gefohr. lmb roarten "bort ben letzten Segen mit dem Aller- det, da infolge des mangelnden Quecksilberdruckes wie- I h,Zigsten ab. Die Erteilung des Segens wird durch ern derholt Explosionen stattfanden. Zeichen der Angelusglocke des Domes gegeben. Dann

——— "■ ■■■■—!■> | erst löst sich die Versammlung auf.

Die Versuchspersonen selbst erklärten, daß sie gesund seien und sich kräftig fühlten. Nur hätten sie bei der sportlichen Betätigung nicht den „Pep" wie sonst. Was für uns Deutsche von Interesse ist, ist die Tatsache, daß jetzt zum ersten Male auch von unparteiischer, uns ge­wiß nicht freundlicher Seit« festgestellt wird, welchen Einfluß Hungerblockaden und Unterernährung auf den Menschen haben kann. Wir brauchen uns über unsere Arbeitsunlust, über die Unruhen und Umsturzversuche wirklich nicht zu wundern, die sicherlich zum Teil a!, Folgen der Unterernährung des Gehirns gu bewerten sind, wenn schon eine Unterernährung von nur vier Monaten, tote in Amerika, die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit gesunder kräftiger Männer merklich herabsetzt. K.

Kinderaugen und Kinderohren. Gottlob, wenn sie gesunde Augen und gesund« Ohren haben, unsere Kinder I Was sagt nicht alles ein glückliches, treuher. ziges Kinderauge, wie sehr vermag der Blick der Un­schuld uns Große in- ernste Leben zurückzuführen, wenn wir sorgenvoll oder leidvoll nicht wisien, woher wir Trost und Hilfe nehmen sollen, wie sehr vergrößert anderseits ein Blick auS unseres Kindes Auge das Glück unseres Lebens! Und das Kinderohr! Was plap. pert nicht alle? ein Mäulchen, das durch das Ohr dies und jenes aufgeschnappt hat und nun in naiver Weise wiedcrgibt oder sich deutet nach seinem Empfinden. Wie sehr ist es nun die Pflicht der Ellern, Kinder, äugen und Kinderohren vor allem Häßlichen zu bewah. ren, damit die reinen Quellen so unsagbarer Freuden nickst getrübt werden! Man sollte in dieser Beziehung außerordentlich streng mit sich selbst sein und in Gegen, wart von Kindern nie und nimmer Meinungsverschie. denheiten austragen oder gar in Zorn und Streit ge. raten, niemals auch in ihrer Anwesenheit abfällig über dritte Personen, Verwandte, Dienstboten usw. urteilen, auch nichl häusliche oder berufliche Geschäfte besprechen.

I Tie Sinder mit ihrer noch kle-nen Umwelt und ihrem regsamen Geist, mit ihrer Phantasie, ihrem Nach, ahmunzstrieb und ihrer großen Aufmerksamkeit für ihnen noch unbekannte, ungewohnte Eindrücke sind eben sehr empfänglich für solche. Sie halten noch fest an der Liebe zur Wahrheit, und so entsteht das bekannte enfant terrible, SdneckenSkind, Ist man mit seinen Kindern zusammen, so gönne man ihnen seine Zeit und seine Liebe, lasie alles andere beiseite und lenke sich selber ab von allem Argen, daS das Herz bedrückt. Tann werden unserer Kinder Augen und Ohren auch nichts Böser vernehmen und allezeit glückselig inS Ta.

| sein schauen — uns s-Ler zum Segen! eto.

Schöne Aussichten! I

Der Dolschewistenführer Senin gesteht in feiner »ehe über „Die nächsten Aufgaben der Sowjetmacht" z«, Bankerott des bolschewistischen Sy­stems, insonders des wirtschaftlichen Rä t e s y st e ms, Eimwunden ein. Zur Bekämpfung und Abschaffung der Mißstände fordert er:

1. Erhöhte Bezahlung qualifizier- »er Arbeitskräfte. Diese erhallen denn auch ,»it Monaten gewaltige Ausbezahlungen — bis zu »5 000 Rubel, also über 54 000 Mark. Don einem ßleiifien Einkommen aller Kops- und Handarbeiter ist somit keine Rede mehr.

2. An zweiter Stelle verlangt Lenin st r e n g st e ] Lrbeitsdisziplin, unbedingte Unterorb« « u n ß ber Arbeiter unter bie Betriebsleitung während ter Arbeitszeit. Der Leiter soll eine „Diktatur bes Einzelnen" ausüben. Man sieht hieraus, daß es mit tem Mitbestimmungsrecht ber Betriebsräte vorbei ist.

3. ErhöhungderArbeitsleistung lautet die dritte Forderung Lenins. Er verlangt die Ab­stufung der Löhne nach ber gesamten Arbeits­leistung, sogar sachliche Prüfung bes Taylorsystems.

4. Zuguterletzt wirb bie Förderung des Wettbe­werbs gefordert, bie Einführung des Prämien- fystems und öffentliches Lob für bie besten Be­triebe. . .. . ..

Wie mag es bet diesen Forderungen, bie ben bts- terigen Idealen ber Radikalen geradezu ins Gesicht schlagen, unfern Unabhängigen zu Mute sein? Wo lallten sie versuchen, diese Forderungen Lenins abzu- feugnen? Das geht schlechterdings nicht, denn Lenin tat feine Rede in erweiterter Form erscheinen lasten. Sie ist für 8,50 Mk. im Verlage „Die Aktion" in Berlin-Wilmersdorf zu haben.

Deutsche Arbeiter! Aus ber Rebe Lenins «ht klar hervor, baß die Bolschewisten der russischen Arbeiterschaft bei llebernahme ber Herrschaft etwas Der« sprachen haben, was sie nicht halten können, was sich als unburchföhrbar erwiesen hat. Deutsche Ar- beiter! Laßt Euch nicht vormachen, in Deutschland fei es leichter, ein soziales Schlaraffenland zu errichten, wenn bas nicht einmal in Rußland gelungen ist, das von Natur aus ein reiches Land ist unb roo bie Bol­schewisten doch niemand gehindert hat, die Einrichtun­gen einzuführen, die sie für gut und segensreich hiel­ten. Steckt ben irregeführten Arbeitskollegen ein Licht auf. Werbt für bie großen sozialen Ideen des Ehri- stentums! Wählt alle Zentrum!

Brotpreis und Getreidepreis.

Die Frage will nicht verstummen, weshalb Anfang Mai ber Brotpreis wesentlich erhöht würbe. Der Brot­preis richtet sich bekanntlich hauptsächlich nach bem Ge­treide- bezw. Mehlpreis. Der Preis für Getreide ist des­halb wesentlich gestiegen, weil wir tm Jnlande nicht genügend Getreide hoben, um der Bevölkerung bis zur neuen Ernte das Durchhalten zu ermöglichen. Wir muffen erhebliche Bestände aus dem Auslande beziehen. Durch den schlechten Stand unserer Valuta und die ho­hen Transportkosten dieses Auslcmdsgetreides kommt uns dieses Auslandsgetreide außerordenllich teuer. Der Mehrpreis wurde bisher vom Reich getragen, weshalb trotz des teuren Auslandsaetreides das Mehl zum In­landspreise abgegeben werden konnte. Da aber die Zu- schüste ins Ungeahnte steigen, hat die Regierimg unter Zustimmung des Reichsrates unb bes zuständigen Aus­schusses der Nationalversammlung seinerzeit beschlossen, einen Teil der Mehrkosten auf die Konsumenten abzu- wälzm. Bon den Mshraufwendungen von etwa drei Milliarden Mark werden durch die Preiserhöhung etwa 1¥* Milliarden Mark von den ^Konsumenten, der Rest aber vom Reich getragen. Es wäre nicht richtig ge­wesen, die ganze Erhöhung allein den Bewohnern der Städte aufzuerlegen, deshalb mußte eine Umrechnung erfolgen und auch die selbstwirtschaftendcn Kommunal- nerbänbe einen Teil ber Erhöhung auf sich nehmen. Ein weiterer Grund in der Erhöhung ist in der Steigung ber sachlichen Unkosten begründet, weil bie Ausgaben für Transport, Mahllvhn, Arbeitslöhne, Verteilung unb Verarbeitung (Kohlen, Licht, Kraft ufro.) in der letzten Zett ganz erheblich gestiegen sind. Außerdem ist für bie abgelieferte Tonne auch eine Prämie von 300 Mark «achgezahll worden. Dies hat ebenfalls zur Preiser­höhung mit beigetragen. Vor allem aber der hohe Preis des Auslandsmehles. Die Drotpreiserhöhung