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Samstag, 29. Mai ,920
Nr. ,23
Kurland
AthMMchmlW
Erscheint am Sonntag abend 8 Uhr im Skadtsaal znr
Versammlungsmüdigkett darf es an diesem Abend nicht geben.
Der Vormarsch der Bolschewisten!
Die Offensive der russischen Sowjet-Truppen gegen die polnische Front hat schon zu einem sehr bedenklichen Durchbruch dieser Front geführt. Sie ist die Antwort auf das übermütige Vorgehen der Polen gegen die Ukraine, das mit dem unter den obwaltenden Umständen leicht gewonnenen Besitz von Kiew endete. Dieses Land sieht sich daher wieder einmal unter den .Schutz" neuer „Befreier" gestellt. Die Russen beabsichtigen mit ihrer Verdrängung der Polen oms der Ukraine ihre ganze Westfront zu entlasten. Das ift ihnen für ihre Pläne im Südosten wichtig. Dort, im Kaukasus, sind ganz besondere Dinge am Werk. Es ist unverkennbar, daß zwischen den russischen Bolschewisten und türkischen nationalistischen Kreisen eine Ver- bindung besteht, deren gemeinsames Ziel darauf Humus- geht, ein Bollwerk gegen Persien zu schaffen. Sollte die polnische Offensive der Russen, was im Augenblick noch nicht zu ersehen ist, tatsächlich dauernden Erfolg haben, so wäre das poltische Ergebnis nicht nur für die Polen, sondern vor allem für England von nachteiligster Wirkung, denn Persien ift für England du Schatzkammer Indiens.
Die Vorgänge in Polen interessieren uns aus politischen Gründen naturgemäß ganz besonders. Sowjet- Rußland hatte bekanntlich den Polen einen Frieden angeboten, den die Polen aber vertrauend auf ihre durch den Sieg der Entente vermeintlich gewachfenen Kräfte, abgeiehnt haben. Run wird Polen alle Muhe haben, das Wenige, was es noch zu retten gibt, für sich zu erhalten. Durch den gegenwärtigen militärischen Erfolg der Bolschewisten sind die Polen auch polstisch sehr hart getroffen. Die von ihnen heiß erstrebte Vormachtstellung im Osten kann sich leicht als ein Luftschloß erweisen.
Bonifatius ruft —
Keiner bleibe zurück! — Kommet» ist Ehrensache!
So blieb er in der unbequemen Stellung. Tis Glieder waren ihm wie zerschlagen, es fröstelte ihn ist dem rasch kühler werdenden Gemach, halbbekleidet tote er war, aber der Schlaf war vergangen.
Vieles, woran er bei Tag nie Zeit hatte zu denken zog mm in der Totenstille dieser nächtlichen Stunden durch seinen Kopf.
Er war gar nicht so beruhigt, wie er sich vorhin Lou zuliebe gestellt hatte. Daß sie kokett war, verwöhnt vergnügungssüchtig, ohne jeden Sinn für Ordnung ode< ernste Tätigkeit, hatte er ja schon damals geahnt, alt er täglicher Gast in Romanskron gewesen. Er war ihr eifrigster Courmacher gewesen. Eben das Besonder» an ihr: Diese zarte, blumenhafte Schönheit, dieser entzückende Charme, diese kindliche Reinheit der Seele, die all ihre Fehler wie ein köstlicher Heiligenschein umrahmte und vergoldete, hatten ihn mächtig angezogen.
Allerdings, vielleicht mehr den Künstler in ihm, als den Mann. Sich endlich um sie zu bewerben, toäre ihm nie im Traum eingefallen — so wenig wie irgendeinem seiner Kameraden, die gleich ihm fast täglich in Romanskron zu Gaste waren.
Er dachte ja nicht ans Heiraten. Flott und sorg, los lebte er dahin, nicht gerade begeistert für seinen Beruf, aber doch ausgesöhnt bannt, seit er sich schrift. stellerisch betätigte und ein Talent in sich wachsen fühlte, das ihn immerhin später völlig unabhängig machen konnte.
„Biz zum Major tu ich mit", sagte er öfter zu seinem besten Freund Schlitten. „Tann fetze ich mich irgendwo zur Ruhe und schreibe bloß noch große Werke, Nicht so wie jetzt, wo die Kunst nach Brot gehen mutz, damit ich meinem guten Alten die Zulage erspare! >
Aber es stand ihm wohl in den Sternen geschrieben, daß sie bald erst recht nach Brot gehen mußte I
Der alte Poniwalski in Romanskron schoß sich eins Kugel in den Kopf Wie Spreu im Winde zerflatter. ten die Freunde des gastfreien HauseS. Kem einzige, fragte: was wird nun aus der kleinen Lou, die nichts gelernt hat, womit sie ihren Unterhalt hätte verdienen können, und die so zart war diel zu zart für dis dfti:rn? Last her Rot..... ti
SWcn zuckte die Achseln. „Vielleicht sind Verwandt/ da?' Argend jemand wird sie schon zu sich nehmen."' /
v (Fortsetzung folgt)
gunqSamtes insbesondere seine etwaige beim Nichtzustandekommen einer Einigung den Schiedsspruch zu fällen. , ----------
Katholiken Mdas!
Männer, Frauen, Jünglinge u. Jungfrauen!
Um die Wiedergutmachung.
Jahresraten.
Llovd George und Millerand hatten sich m Hrfthe I »„hin aeetnigt, daß die Sachverständigen bis zur Kon- X von Spaa Vorschläge auf der Grundlage einer Ernten von Deutschland zu zahlenden Gesamt- Xe ausarbeiten sollten. Gegenüber der Ursprung- üben französischen Forderung auf Festsetzung der Ge- „m.stumme mit 120 Milliarden Mark m Gold, wo- Inn Frankreich 55 Prozent erhalten sollte, scheint nun- Xr ein Vorschlag der Sachverständigen formuliert zu Ln der dahin geht, daß Deutschland diese Gesarnt- hnnme'von 120 Milliarden in vierzig unver- bin blich en Jahresraten aufbringen fall und I di- Alliierten die von Deutfchland dafür auszugebenden Rons jeder für sich zu weiteren Finanzoperationen ■mit Hilfe der neutralen Staaten und Südamerikas Een sollen. Auf die von Deutschland zu zahlen- Den Jahresraten könnten die deutschen Kohlen- lief erungen und die deutschen Leistungen für den Wiederaufbau in Anrechnung gebracht werden. Die Hilfsaktion für Deutschland soll dann nicht durch Anleihen, sondern durch direkte Kredite Englands und Amerikas erfolgen. ,
Erst in Genua, bann in Spaa.
Der Konferenz von Spaa wird im Juni noch eine Konferenz in Genua vorangehen, wo die Alliierten sich zunächst über die Forderungen an Deutschland ewigen wollen. _ ,,, . .
Danach erscheint eine weitere Verschiebung der Spaa-Konferenz bis zum Juli immer wahrscheinlicher.
Alle brauchen Deutschland.
Italien, Serbien und Rumänien haben darum «sucht, daß die Zahlung ihrer Schulden an Eng- land von der Zahlung der Entschädig ungdurch Deutschland an sie abhängig gemacht wurde, pie er Frankreich und Belgien zugesagt wurde.
Deutscher Reich.
• Berlin, 28. Mai. Vom 1. Mai ab werben 30 Proz. Teuerungszuschläge an die versor- | gungsberechtigten Militäryersonen der Unterklassen und I 40 'Proz. an ihre Hinterbliebenen gezahlt. — Eine Konferenz der Wohnungsaussichtsbehörden des ganzen I Reiches wird in den nächsten Tagen zwecks Beratung der Frage der einheitlichen Gestaltung des Wohnungs- wesens im Reiche in Naumburg zusammentreten. — Die Ergebnisse der erften beiden Wochen der Portoverteuerung weisen einen etwa 20- bis 30pro- I genügen Rückgang der Einnahmen der Reichspost auf. — Der gesamte Frachtverkehr nach dem Reich und den polnischen Korridor hat mit Ausnahme von Umzugsgut gesperrt werden müssen, da die Polen keine Züge durch den polnischen Korridor hindurchlassen. — Zu den Gerüchten über einen Verkauf der „Münch. N. Nachr." erklärt der Verlag, daß lediglich unter den Grbintereffenten Verhandlungen ftattfinben, Patent auf seine Huldigungen zu haben. Sie ärgert ich schrecklich über meinen Flirt mit ihm, der mir gerade darum einen Hauptspaß macht! Nun soll eS ein I Wettrennen werden zwischen uns — oh, warum seufzt I Du?" unterbrach sie sich. „Ist _eS Dir nicht recht? Gönnst Du mir den kleinen Spaß nicht?"
gönne Dir alles, mein Herz! Nur — ich wünschte. Du wärest . . ."
„Was, Rolly?" ;
„Nichts . . - •
„Doch, Du wolltest etwas sagen! Warum sprichst Du es nicht aus?" —
1 „Nun denn, Lou: Ich wollte, Du nähmest ein klein wenig Rücksicht auf das Urteil der Welt. Einer so jungen hübschen Frau wie Du, die noch dazu ohne Begleitung ihres Mannes in Gesellschaft geht, legt man vielleicht manches schlimmer aus —"
„Aber Du willst doch nicht? Du sagst ja. Du müßtest arbeiten."
„Gewiß. Eben darum, weil ich Dich nicht begleiten kann, solltest Du alles meiden, was Dich in den Ruf einer koketten Frau bringen und meine Ehre auch nur dem Schein nach tangieren könnte!"
„Aber, liebster Rolly, das fällt ja niemand ein! Du wirft schon genau solch ein Pedant tote Wera."
„Wera ist sehr klug, mein Herz, und ein Charakter, vor dem man den höchsten Respekt haben muß!"
„Bloß manchmal langweilig in ihrer tugendhaften Pedanterie — na, ich bin schon still! Ich weiß: sie ist unser guter Engel in allen Dingen, dem wir sehr dankbar sein müßen. Wer von dem, was ich „leben" nenne, versteht sie gar nicht?, $n übrigen kannst Du mir glauben, Rolly, daß Deine Besorgnisse ganz unbegründet sind! Ich gebe mich immer und überall wie ich bin, plappere alles heraus, was mir durch den Kovf fährt, und jeder versteht meine Worte genau so, wie ich sie meine: nämlich harmlos. Auch wissen die Leute ganz genau, daß ich eine Gräfin Poniwalski bin, die sich nie etwas vergeben würde! Bist Du nun beruhigt?"
„Ja, Kleines. Aber sprich nicht so viel. Weißt Du, daß eS eben 2 Uhr geschlagen hat?"
„Schon? Nun, ich bin auch müde nun . . .* Zusammenschauernd nestelte sie sich enger in seinen Arm und schloß die Augen. Sanft wollte er sie auf die Kissen zurückgleiten lassen, da murmelte sie bittend: „Ach, laß mich doch — hier ruhe ich io flut!' M
„Ach ja — man braucht so schrecklich viel Geld! Und das ist leider Männersache: eS zu beschaffen! Du — ich möchte kein Mann sein! Wir Frauen haben eS doch viel besser im Leben!"
„Nicht alle, kleine Lou . . ."
„Na, doch nur die häßlichen nicht. Aber von diesen rede ich doch gar nicht, Hählich sein, muß furchtbar stin. Uebrigens, das wollte ich Dir noch sagen, Rolly: Davon ist eS nicht, daß ich müde binl Vom Amüsieren. DaS ist im Gegenteil eine Medizin, die mich immer wieder belebt! Es ist sicher nur die Lust — diese Luft voll Rauch und Staub — ach, wenn Du wüßtest, wie die mich bedrückt! Magst Du mir nicht die Kissen et- was höher richten?"
Roland, der sich bereits auSzukleidew begonnen hatte, trat an ihr Bett und brachte sie in halbsitzende Stellung. Die Augen fielen ihm schon fast zu, obwohl er sehr besorgt Wer Lou war. Sie hatte entschieden hohes Fieber.
„Ist Dir nun besser. Kleines?"
„Ja Aber, bitte, lege den Arm um mich und laß mich meinen Kopf an Deine Brust lehnen. So — das tut gut! Weißt Du,so ruhe ich immer am liebsten! Du hast ja so starke, treue Arme und solch behaglich breite Brust! — Und Du bist so gut! Der beste Mensch auf der Welt, das sage ich allen Leuten . . *
I „Ja, Lou. Aber willst Du nun mcht versuchen, zu schlafen?"
„Noch nicht. ES plaudert sich so behaglich mit Dir jetzt":' Ich muß Dir auch noch erzählen. Denke Dir, der Maler Dallariva war auch im Theater. Und er ist ernstlich verliebt in mich. Er hat es mir heute sogar gestanden!" . .
Roland Meister runzelte ein wenrg die Stirn. Er war ja solche Geständnisse gewöhnt. Treuherzig wie ein Kind erzählte sie ihm alle-, und er Wußte, sie dachte sich nichts dabei. Sie liebte nur ihn. Aber anderen gefallen zu wollen, wat ihr Lebensbedürfnis. Trotz-
I dem ... , .
„Nun — und was hast Du ihm geantwortet dar. auf?" fragte er beklommen.
I „Nichts natürlich! Ich lachte chn ftwchtbar au8
„Du solltest aber nun in Zukunft doch zurückhalten, der mit ihm sein!"
„I wo! Nun fängt ja der Spaß erst an! WeraS Schwester, Isolde, nämlich bildete sich bisher ety, ein
polnische Offensive hätte schon in ihren Ansängen nicht durchgeführt werden können, wenn die Entente- vor allem England und Frankreich, nicht Kriegsmaterial, Führer und viel Geld geliefert hatte. Denn das ausgehungerte und verseuchte großprahlerische Polen würde ohne Ententehilfe überhaupt nicht in der Lage gewesen fein, ein geordnetes, gut ausgerüstetes Heer aufzustellen. w_______
Ein internationaler Kongreß der christlichen Gewerkschaften
findet vom 9.—12. Juni im Haag statt. Dem Kongreß ist bereits eine Konferenz von Vertretern der deutschen, französischen, belgischen und holländischen christlichen Gewerkschaften vorausgegangen. Nunmehr sollen die internationalen Beziehungen zu einander wieder hergestellt werden.
Aerzle und Krankenkassen.
Das in dem Streit zwischen den Organisationen der Aerzte und Krankenkassen vom ReichsarbeitSminis«- rium angeregte Einigungsamt ist nunmehr gebildet^ Es besticht aus dem früheren Unterstaatssekretar Wsrkl. Geh Rat Dr Caspar als Vorsitzenden, den Ministe. rialräten Dr Hamel vom Reichsmimstermm des Innern und Dr Sitzler vom ReichsarbeitSmimsternlm als amtlichen Beisitzern sowie je fünf weiteren Bei- sitzern der Arzt- und Kassenverbände. Dm Verhandlungen beginnen am 31. Mai. Vorweg soll em Kreis von Fragen bestimmt werdeir, auf den sich die Verhandlungen erstrecken sollen, sowie die Befugnisse des Eini»
** Der Friede von Saint Germain, der zwischen der Entente und Oesterreich abgeschlossen ist, 'st setzt in Paris ratifiziert worden, aber es ist voraus zu- sehen, daß dieser Vertrag ebenso wenig w»! der von Versailles, unveränderte Geltung behalten kann. Bei uns handelte es sich um wirtschaftliche und finanzielle Unmöglichkeiten, bei Oestereich, kommt einfach die ganze Existenz Betracht. So kann der 6-Millionenstaat, zu dem das deutsche Oester- reich herabgesunken ist, kaum vegetieren, sein em- zig es Zukunftsheil beruht auf einer Vereinigung mit Deutschland. Davon will aber die Entente ab- fohlt nichts wissen. Wir können nur sagen. Was kommen muß, kommt einmal doch!
** Wilsons Delo gegen bie Ariebensrefolutwn. Präsident Wilson hat, wie erwartet wurde, die republikanische Friedensresolution mit seinem Einspruch belegt. Sofort nachdem diese Botschaft bekannt wurde, hat der Senatsausschuß für auswärtige Angelegenhei- ten bas Ersuchen Wilsons, Amerika möge die Manba- tur über Armenien übernehmen, mit elf gegen mer
I Stimmen abgelehnt. — Wilson hält starr an dem Versailler Vertrag fest, btn außer ihm lebet Amerikaner ablehnt. Der Kongreß muß jetzt über die Friedens- resolution noch einmal abstimmen, wirb sie bann m zwei Drittel Mehrheit angenommen, ist das Beto ew lebigt unb der Friedenszustand mit Deutschland ist hergestellt. Aber vorläufig scheint maus „drüben Da mit noch nicht eilig zu haben. .... m 1
** Tschecho-Tlowakei. Das neue tschechische Parlament hat Masaryk zum Präsidenten der Repu- blik wiedergewählt. Die deutschen Abgeordneten hatten leere Stimmzettel abgegeben. .
** Qtt Irland sind seit Ostern 400 Polizei- ftationen verbrannt und 150 Einkommensteuer- Aemter überfallen worden. ,
*♦ Der neue Präsident von Mexiko. General Adolfo de la Huerta ist vom Kongreß zum vorläufigen Präsidenten ernannt worden. Der neue Präsident hat nicht als Politiker, sondern als — Opernsänger seine Laufbahn begonnen. Politiich hatte et sich Carranza angeschlossen, dessen vertrautester Mitarbeiter er zuletzt war. Erst in den letzten Monaten wandte er sich als Gouverneur der mexikanischen Provinz Honora gegen feinen ehemaligen Chef, den er in seinem Kampfe gegen die amertta- nischen Petroleumköiiige, die die Revolution stnaw zierten, im Stiche ließ.
die möglicherweise zu einer teilweisen Veränderung M Besitz der Geschäftsanteile führen werde.
' Sicherhettsmaßnahmen am DohUag. Der Reichs- wehrminister gab Anordnung, daß die R ei ch w e h r am Tage der Reichstagswahlen zur Verfügung der Zivilbehörden steht, um b,e Sicherheit des Wahi altes zu verbürgen. Eine gleiche Anordnung ,sttuj Preußen vom Minister des Innern an die polizeilichen Sicherheitswehren ergangen.
c Kongreß lach, kaufmännischer Vereine Deutsch' lands. Der diesjährige 40. Kongreß der kath.-kaus- männischen Bereinigungen Deutschlands wird am 6. und 7 August in Bochum (Westfalen) ftattfinben. Für die Zukunstsentwicklung des Verbandes wird er von grundlegender Bedeutung fern. Soll sich doch die Ta gung einerseits zu einer großen Kundgebung für ben christlichen Solibarisnms in unserem Wirtschaftsleben aeftalten, andererseits eine Aufrüttelung ^ur tattrastig- sten Pionierarbeit für die wirtschaftliche Ertüchtigung und Interessierung des katholischen kaufmännischen Mittelstandes bedeuten. Auch die Anteilnahme an die Caritasbewegung wird einen bretteren Raum m den Kongreßberatungen einnehmen. Schließlich wirb es sich i darum handeln, den Verband auf eine unbedingt sicherfinanzielle Grundlage zu stellen.
Bezugspreis: Monatlich 2,00Mk. ohne Zustellgebühr. In Fulda ,
bei uns abgeholt 2,10 Mk. Anzeigenpreis : Die K lein j 47« (Colonelmaß) 50 Pfg„ u. 10ft, Zuschlag, die ReklamezeNe (Textbreite) 1.50 Mk., u. 10°/. Zuschlag. Bei Wiederhol. Rabatt-
Verhaftung von Kommunisten.
Kürzlich ist der nach dem Zusammenbruch der Kommunistenherrschast im Ruhrgebiet mit feinem Stabe flüchtig gewordene „Gewalthaber Dortmunds , Ad f Meinberg, in Nürnberg verhaftet und mS Zentralge- iänanis nach Weil überführt worden. Sem Adzutant, der Zwanzigjährige Student Weitkamp von Hamm ist schon früher in die Hände der Polizei gefallen Nun r-n goiirer Stemmer aus Bauer bei mitten.
der den Sturm auf Dortmund vom ersten Hauptmiar- tier in Hörde aus leitete, von der Polizei verhaftet worden se?n Die aus Hörde flüchtigen Häupter der Spartakisten sind fast alle noch auf freiem Fuße, sie halten sich in der Remscheider Gegend auf, wo sie sich zunächst st^ ^rden die Arbeiter Weber und Münch kestaenommen, die bei dem Bankraub in Sanger- hausen eine große Rolle gespielt hatten. ^Man fand bei ihnen große Summen Gelder und falsche Papiere.
Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Carl Schütte^, :: für die Anzeigen: I. Parzeller-Fulda. ~
Rotationsdruck u. Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Rr. 9. Telegr.-Adresse: Fuldaer Zeitung
fordernde Liebe.
Roman von Erich Ebenstein.
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„Ich weiß gar nicht, was da? ist?" sagte fte, sich unruhig herumwerfend. „So dumpf und ängstlich ist I Mir — alz läge ein Stein auf meiner Brust. Und das I Atmen ist mir so schwer! Es mutz die Wiener Luft fern. In Romanskron war ich immer munter wie ein Fisch im Wasser. Hier — immer müde!"
Ihre Augen leuchteten dabei noch größer und strch- fcnber als sonst. Wer Mund und Wangen glühten in heißer Röte.
„Weil Du Dich überanstrengst", sagte Roland, sich besorgt über sie beugend. „Du gönnst Dir ja »einen Tag Ruhe. Die ganze Woche hindurch warst Du jeden Abend aus und viermal bist Du erst gegen Morgen nach Haus gekommen , . ."
Lou legte ihm rasch ihr Händchen auf die Lippen.
„Ach bitte, bitte, Rolly, keine Predigten! , Wer« «r?ieht ja ohnehin schon den ganzen Tag an imr herum ... und es ist doch so schön, sich zu amüsieren! Ach, wenn Du Dir vorstellen könntest, toaS das für «ine Wonne ist sich schön anzuziehen und dann unter Menschen zu gehen, die einen alle bewundern und verwöhnen! Und sie sind so gut zu mir! Alle bewundern mich! . . «ch, Rolly, das Leben ist wirklich zu schön!"
Ganz verzückt starrte sie vor sich hin- Die heiße Lebensgier, die aus jedem Zuge ihres Gesichtchens sprach, ^ttte fast etwas Unheimliches.
Der Mann an ihrer Seite, der todmüde und er- schöpft war von der anhaltenden Geistesarbeit, die er Tag für Tag bewältigen mußte, um die Kosten de? ton Frau Lou wahrlich nicht sparsam geführten Haus- Halts aufzubringen, atmete tief auf.
„Nun gottlob, wenn Du Dich nur glücklich fühlst, kleines!"
, „Ja — so sehr, Rolly! Wer Du armes Tierchen hast gar nichts vom Leben! Immer schreiben müssen, wnner arbeiten __ ist eS Dir denn nicht langwellig.
Er lachte. '
.. „Das hülfe wohl nichts. Es muß nun doch einmal kiin! Uebrigens langweilt man sich nicht. °*'tn rvm Arbeit hat." ,
Die polnische Regierung hat nach Pariser Diatter melbung, um eine völlige Niederlage gegen die Boi schetvisten zu vermeiden, ine französische Reg 9 um Entsendung von Hilfstruppen gebeten Die polnischen Truppen sollen vor allem auch unge- b2Ure Menaen von Kriegsmaterial, darunter Tante, Lrm h-b-n. D°. ift d°i bruch der als uneinnehmbar gehaltenen Front uno SWSB sä« ।