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47. Zahrg

Mittwoch, 12. Mai 1920

Nr. HO

Feftsetzung der Preis- bis zum Beginn Ernte unter entsprechender Berücksichtigung

und seine deutsche Bevölkerung nicht gewillt

dem Terror einer polnischen Minderheit

zu

Bewegliche Höchstpreise.

Am

für der

schleiien ist. sich fügen.

Bejuaeprei«: 'JWonatiidi 2,00 IRr. ohne 3uftellgebühi. In Fu du bei unsabflfboll 2,10 IRL Anzeioenpre »: Die K I»in jriI» ((ToionrimaB) 50 Big, u 10*. Zu chlag, die Reklame,eile (lertbrtiifl 1.50 Mk.. u. 10»'- Autckl'ai. Bei Wt derdo' Raba'l.

„Ach, aus dieses Tales Gründen, Die der kalte Nebel drückt, Könnt' ich doch den Ausblick finden, O, wie fühlt ich mich beglückt."

Dieser Seufzer des Dichters kann erfüllt werden. Das Himmelfahrtsfest eröffnet uns nicht allein den tröststchen Ausblick, sondern zeigt uns auch den Weg zum Ausstieae aus dem Jammertal;.

Empor die Bücke, empor die Herzen! Die Ja­kobsleiter, die das bessere Jenseits mit dem schlimmen Diesseits verbindet, besteht noch.

veulschenauswelsungen au» Lupen.

Die belgischen Behörden in Eupen verfügten um­fangreiche Ausweisungen. Alle Einwohner des Krei­ses Eupen, die nach Kriegsausbruch dorthin gezogen find, wurden aufgesordert, sich bei den belgischen De- Hörden anzumelden, wo die Mehrzahl Ausweisungs­befehle erhielt. Insgesamt sollen 2600 Personen da­von betroffen werden, die innerhalb einer Woche Eup-n rerlasien muffen. Die deutsche Regierung unternahm Schritte bei der belgischen Regierung unter Hinweis daraus, daß Belgien durch den Friedensvertrag zu die­sen Ausweisungen nicht berechtigt sei.

der L----- ------ - „ . .

der bis dahin entstandenen Produttionskosten erjob

D'e schwarze Schmach.

5m bayerischen Landtag wurde am Dienstag ein Antrag der Frauen des Landtags einstimmig

Höchstpreise für dn öffentlich bewirtschafteten landwirtschaftlichen Erzeugnisie kurz vor der Ernte festgesetzt wurden, sind dieses Jahr bereits durch 'Ber* ordnung vom 13. März vorläufige Preise (Min - des! preise) für Getreide und Kartoffeln aus der Ernte des Jahres 1920 bekannt gegeben worden.

Die so srühzeitige Beröffentlichung der Preise er» folgte, um den Landwirten eine gewisse Beruhigung l)iiifid)'l:d) der Preisocstcl'una zu < ebr”. Di fe gegen das Vorjahr wesentlich erhöhten Preise beruhen aus Berechnungen, die zu Anfang dieses Jahres angestellt worden waren, um den Stand der derzeitigen Pro- duktiouskosr-n zu er" i- el ■ - n .■ r • uii .i?n ns r- ordnung wird ausdrücklich betont, daß die e n d g ü l -

Ter mitzlungene polnische Generalstreik.

Der von Korfanty verkündete ckLstündige General­streik in Lberschlesien, der vor allem die den Polen un­bequeme Sicherheilswehr beseitigen sollte, war ein Schlag ins Wasser. Am Montag vormittag schien es allerdings, als ob die Grubenarbeiter fast alle sich diesem Generalstreik angeschlossen Höllen. Das lag aber nur daran, daß die Polen es verstanden hallen, d'e Förderungsmaschinistenstcllen alle durch ihre An­hänger zu besetzen. Diese [teilten am Monlog ihre Arbeit ein und dadurch wurden auch die deutschen ar­beitswilligen Arbeiter behindert, einzusahren. Dies war aber auch der einzig« äußerliche Erfolg: sobald die Fördermaschinen durch deutsche Arbeiter besetzt waren, fonnleif die Arbeitswilligen wieder in die Gruben sah-

Mil Ausnahme der polnischen Grubenarbeiter, die sich aber auch nur zum Teil an dem Streik beteiligten — denn in dem ganzen polnischen Hindenburgbezirk streik- len nur etwa 30 Proz. — nahm sonst niemand an der Ardeileeii stellung teil. Die H ü t t e n w e r k e sowie alle anbcre.t Grub« «betriebe arbeiteten voll. Ebenso war Eisenbahn, Post, Telegraph ungestört im Betrieb und das Straßenbild der Städte Lberschlcsiens war das ge- wohnt« Der Verlauf des Streiks war so kläglich, daß die Polen daraus gelernl haben werden, daß Ober-

gen soll.

Diese» Verfahren, die landwirlschaftltch« Produk- Hon dadurch zu fördern, daß dem Landwirt die Si­cherheit gegxben wird, in den Preisen der Erzeugnilf» ilie von ihm ausgewendeten Kosten zurückerslaltet zu erhalten, fand auch die Billigung der zu den Berhand- lungen über die Preisfestsetzung hinzugezogenen Ber- braucherfreisr. Diese sahen ein, daß im Interesse der Berbraucherschast die inländische Produktion aus einer möglichst hohen Stand gebracht werden muß, selbst wenn die» nur unter Erhöhung der Preise für d.e ! avdwirtfchaftlichen Erzeugnisse möglich ist, da die Kosten für einaesiihrte Nahrungsmittel sich auch bei er- höhten inländischen Preisen um ein Mehrfaches höher teilen als diese.

Entsprechend der Dorfchrift der Verordnung vom 13. März müssen bis zum Beginn der Ernte die Stei­gerungen der Produktionskosten verfolgt werden. Die» soll mit Hilfe von sog. Indexziffern geschehen. Zur Beratung des Ministeriums ist vor einigen Tagen eine besondere Indexkommission aus hervorragenden landwirischasllichen Sachverständigen und Vertretern der Verbraucherschaft gebildet worden. Die Ergebnisse der Berechnungen werden der Oessentlichkeit unter­breitet werden.

angenommen, durch den die Slaatsregierung ersucht wird, bei her Retchsregierung daraus hinzuwirken, daß versucht werde, von der Entente die Zurückziehung ber farbigen Besatzungstruppen zu erlangen, weil die ton ihnen verübten Sitllichkeilsverbrechen gegen deulfche Mädchen und Frauen zu einer bleibenden Schmach ür die ganze weihe Raffe werden. Ministerprösidenl Dr. o. Kahr erklärte dadei, daß auch die bayerische Regie- rung tief die brennende Schmach fühle, die mit der An­wesenheit farbiger Truppen auf deutschem Baden der ge- amten weißen Raste angetan wirb. Die bayerische Re- Üerung erachte es als ihre heilige Pflicht, nichts unver- ucht zu lasten, was dem entgegenwirken könne, und habe deshalb auch den heule in Berlin als Vertreter de» Mi- nifterpräsibenten anwefenben Iuftizminister ersucht, bei der Reichsregierung zu verlangen, daß sie nicht nur nachdrück­lich Protest gegen die Anwesenheit schwarzer Truppen in den besetzten Gebieten erhebe, sondern daß sie auch bei den bevorstehenden Verhandlungen mit den Vertretern der Entente alles tue, um dem unwürdigen, tief verletzen­den und die größten Gefahren in sich bergenden gegenwär­tigen Zustand ein Ende zu bereiten.

Das Landtagsplenum nahm hierauf das W a h l g e f e tz für die bayerischen Landtagswahlen in erster und zweiter Lesung cnbgiltig an. Das Haus beschloß sodann einstim­mig, die Regierung zu ermächtigen, die Neuwahlen $ um Landtag für den 6. Juni anzuordnen.

Deutsches Reich.

•* Berlin, 11. Mai. Die Richtlinien über die Cnf- schädigungen für die zu beschlagnahmenden Wertpa­piere sind jetzt dem Reicheral angegangen. _ Gegen den aus dem Munsterlager flüchtigen Kapitän Ehr­hardt, den Führer der 2. Morinebrigade, ist ein H a s t» befehl wegen Hochverrats erlassen worden. Ehr­hardt befindet sich nicht mehr auf deutschem Boden. — Die Frankfurter französische Desatzungsdehörde hat das für das Opernhaus erlassene Spielverbot auf Vorstel­lungen des Oderl üigerm-nfters hin aufgehoben.

* Abschlagszahlungen auf d'e Lehrergrhö'ler. Au» dem Kultusministerium wird milgeteilt, daß an sämt- lidje Negierungen die Anordnung ergangen ist, mit größter Beschleunigung den Bolksschullehrern und Volkrschullehrcrinnen auf die Gehaltserhöhungen grö­ßere Abschlagszahlungen nach bestimmten Sätzen ohne zeitraubende Berechnungen zu leisten.

* Abg. Granowski über den Maifeier-Beschluß. Der Zenlrumsabg. Granowski, der in feiner Rede vor der Preußischen Landesversammlung den Genos­sen in der Frage der Maifeier erfrischend und derb die Wahrheit gejegt halte, machte in einer Zentrums- Versammlung in Soest bemerkenswerte Ausführun­gen über den bekannten Beschluß des Reichskabinetts zur Maifeier. Er sagte u. a :

Dir wollen nicht, bnß tc5 Parlament durch Kahr. netlSbefchlnß anSgesckaltet tvirb. wie e? Vor ein g'n Tagen in der Frage der Maifeier geschehen ist. Wenn daJ geschehen soll. Ni int sind Par l am tute üb et. h <7 u p t überflüssig. Dann können tvir. zrirück. kehren zrnn System der sogenannten PotkS' eanf r igten, und können den 14 böckst vollkommenen Wesen, d e in Deutschland Minister heißen, das Negieren allein über, lassen. Wir erstreben in der ZeittrnmSparwi e ne P e l k» r o g t e r u n g int wahren Sinne, eine Regie« rung. in der wir gleichberechtigt sind.

Dem „Bravo", das der Werkn r l’tncWimt ver­zeichnet, wird man landauf und landab zustimmen.

* Soz'aldemokral sche Toleranz. Tie aus Sozial­demokraten bestehende Mehrheit der Gemeindevertre­tung in Weißenfee bei Berlin hat es fertig ge- brockt, im Voranschlag für 1020-2l die 400 J( für Erteilung des katholischen Religionsun­terrichts der höheren Lehrarftelten, die zusammen von etwa 50 katholischen Zindern h b*t werden, zu streichen. Der evangelische Neli"ion-untcrricht wird nach wie vor von Mitgliedern der Lehrkörper der Schulen erteilt.

Die Liste Ver Kriegsverbrecher.

Die Entente hat gemäß ihrer Note vom 16. Febr. die erste Namenliste derjenigen überreicht, denen wegen der angeblichen Kriegsverbrechen der Prozeß gemacht werden soll. Die Liste wird sofort dem Oberreichsanwalt übergeben werden. Sie unterschei- bet sich nicht wesentlich von den früheren Listen. Was man an diesen bemänaelte, gilt auch für die neue Liste: Sie enthält im juristischen Sinne keinerlei Dewnsmale- rial, gleicht im Schema den ersten Listen und unter- scheidet sich von ihnen nur dadurch etwa, daß sie die aneeblichen Straftaten etwas ausführlicher schildert. Die Liste umfaßt 45 Namen. Die Aufgeführten sind in der Mehrzahl Offiziere verschiedener Grade, darun­ter eine Reihe von England geforderter U-Bool-Kom- mandanten. U. a. befindet sich der Kommandeur de» Laaer» Kaffel, General K r u s f a, der bereit» aus der ersten Auslieserungsliste stand, wiederum unter den „Kriegsverbrechern". Auch der Gouverneur von Staffel v. Schack, ferner der Führer der 2. deutschen Armee o. Bülow, der Kommandant des Lagers von Langen­salza, General Scholz und endlich auch Prinz Ern st von Sachsen stehen auf der neu.m ’U<n;n- liste.

Von der Entente war bekanntlich in Aussicht ge­stellt worden, daß für das von der deutschen Regie­rung angeordnete Verfahren vor dem Reichsgericht eine Auswahl von 46 besonders schwer Beschuldigten getroffen würde, die zunächst zur Aburteilung kom­men sollten. Menn diese Probesälle, so hieß es, in befriedigender Weise erledigt würden, so könne die Ge- samtliste, die etwa 800 Namen umfaßte, sehr gekürzt werden. Es ist anzunehmen, daß es sich bei der vor­liegenden Liste um die Liste dieser Probesälle handelt.

Die Sl-htmnnfl des Nuhrgebieies.

Die deutsche Negierung hat am Dienstag der En­tente mitteilen lassen, daß die überzähligen Truppen aus dem neutralen Gebiet nunmehr z u - rückgezogsn seien Ein Kontrollofsizier der En­tente hat sich in das neutrale Gebiet begeben, um sich von der Tatsache zu überzeugen. In dem fraglichen Gebiete liegen noch 19 Bataillone, 9 Estadrons und 2 Batterien, also sogar noch eine Eskadron und eine Batterie weniger, als uns nach dem Friedensver- treg gestattet ist. Die Voraussetzungen für die Räu­mung des Maingaues sind also erfüllt.

Die Wolke am Himmelsahrtstage.

Eine Wolke nahm den Auffahrenden auf vor ihren gugen. So berichtet die heilige Schrift von den nach- blickenden Jüngern.

Die Wotke ist keine Trennungsmauer. Sie ist nur ttae leichte durchdringliche Hülle, welche dem mensch- sichen Auge das Sehen erschwert.

Die Wolke ist keineswegs untergegangen, wenn sich eine Wolke zwischen sie und uns schiebt. Wir Knnui wieder in den Hellen, warmen Sonnenschein gelangen, wenn wir uns über die verhüllende Wolke erheben. Der lebendige Glaube ist das Flugzeug, das uns über ben Dunst der irdischen Atmosphäre hinausträgt in hie reinen Regionen, wo die Licht- und Wärmestrahle» her ewigen Sonne ungebrochen sich ergießen.

Die Himmelfahrt beendet den sinnfälligen Wandel des Gotlmenfchen auf der Erde: aber sie be­deutet keine Trennung des Erlösers von den Ertasten. Wo» dem leiblichen Auge nicht mehr sichtbar wild, besteht doch in voller Wahrheit und Kraft für das Luge des Geistes und für die Sehnsucht des Herzens.

„Was stehet ihr da und schauet den Himmel an?" Der Aufblick bleibt nicht umsonst, wenn es nur gelingt, hen Wolkenschlcier zu durchdringen. Dann sühlt auch her bedrückte Erdenmensch sich wieder verbunden mit hem besjercu Jenseits, wo der Ausgefahrene die Woh­nungen im herriichen Hause des Vaters für die Er­lösten bereit hält.

Was sink» das für Wolken, die uns den tröstlichen Ausblick zum Himmel verschließen wollen?

Zunächst die Wolke des Z w e i f e l s, das Nebcl- gespinr.st der glaubens fcinblid’eii „Forschung", die sich in rätselhaften Einzelheiten der Natur» und Gcistes- geschichie verbeißt, um der Erkenntnis der ganzen g»o- ßen Gesamlwahrheit auszuweichcu. Man verhängt die Fenster vor dem Sonnenlicht und arbeitet mühselig bei kärglichem Kunstlicht im Laboratorium, als ob der Mensch die Himmelcsoime auslöschen könne. Die trü* gerische „Wijfenschosl" hat im Lause der Jahrhunderte zahllose Nebel erzeugt: aber der eine Irrtum nach dem anderen ist überwunden worden, und auch nach zwei­tausend Jahren fleht die christliche Weltanschauung un- erschüttert da. Wer die verzwickten Wege der „Aus- klarung" oersolgt, kommt zur Erkenntnis, daß mit der menschlichen Hirnschale das unendliche Meer der Wahr­heit sich nicht aueschöpsen läßt und die göttliche Offen« tarung allein aus den Nebeln zur Klarheit, von den Irrlichtern in den Sonnenschein sichren kann.

Die zweite Wolke bilden die menschlichen Lei­denschaften, die niederen Triebe, die uns den Auf­schwung zu den christlichen Idealen erschweren. Man scheut den G.auben, weil er strenge Ps.ichten auserlegt. Aber gerade in diesem Zwang zum Guten bewährt sich die Wahrheit und Herrlichkeit der Religion. Wer 1U3 Scheu vor den Pfiichien sich abwenüet, verzichtet darauf, ein edler Mensch zu werden, der würdig wird, in eine fceiiere Well einzugehen.

Eine dritte Wolke kann sich bilden aus der Not der Zeit, aus der Ermattung und D e r z w e i s - lung, die durch die körperlichen Entbehrungen, die bitteren Enttäuschungen, die erdrückenden Sorgen her­vorgehen. 5a, die Lasten und Leiden sind schwer; doch verzagen und verzweifeln darf am wenigsten der Christenmensch. Er gehört doch nicht zu denen, die vergebens noch Trost und Hoffnung aur schauen. Er weiß, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum besten gereichen, auch wenn sie vorläufig wie liebel wirken. Er weiß, daß ein Ausgleich stattsinden wird, der alles nach Recht und Liebe befriedigend regelt. Er weiß, daß sein Erlöser lebt und auch nach seiner klufsahrl wirksam bleibt in der Gemeinschaft, die er Zum Heil der ringenden Mei.schheit auf Erden br» Htünbei hat.

Wer klar denkt und guten Willens ist, der vermag tie verhüllende Wolke zu durchdringen und sich aus dem Nebel und Staub zu erheben bis in die reine und lichten Höhen, wohin der Herr uns vorausvefahrcn ist.

tige

27. April 1920 hat der Reichsminister Ernährung und Landwirtschaft in seiner Rede in Nalionalversummlung besonders herrorgehoben, daß die Förderung der landwirischaftlichen Erzeugung eine Aenderunx in der Preispolitik erforder­lich mache. Während noch im vorigen Jahre die

!tieruniroonlid) ifir den rebnuionrlirn Teil: E Schütte, ” *ör die Anzeigen: I. P arze11er-Fuida r. Rotationsdruck u. Vertag der Fuldaer Acilendiuckerei In Fulda. Fernfprecker Nr. 9. Telear-AdreNe: Fuldaer Z-Irung

Fordernde Liebe.

Dlojian von Ei ich Ebenster».

-

Sollte er ihr fegen, baß c» im Grunde n ch!» treftloicreg gab, als dieses Ncbeneinaiiberleben ebne innere Einheit? Daß er heimlich immer schwer dar- unter gelitten hatte? Daß c) in Bezug auf Eheglück •oofil keine „Veraltete* ober «moderne* L beitSainfas. fung gab. weil der Mann immer rind zu allen Zeilen dasselbe erhoffe, wenn er heirate: ein cenui l djc3 C^eim. eine vcisiändmsrwlle Gefährt in und eine gärt- kche Fran, die jidi opferbereit und liebend an ihn an. schmiege, bis sie sein zweites Ich werde?

Md) — wozu? Sic würde ihn ja doch nicht verstehen!

wenig wie b;e beiden Töchter. die sie in ihrem Geist Erzogen batte. . .

_ Er stand auf. Ein bittcrironHchez Lächeln um den Mund

-Verzeih. Elaiissa. e? lag mir nichts ferner, al? Tir Vorwürfe macken ?u wellen, die ja fodi tu nich S n'l‘6r führen können Meine Worte gatten Is.lve, in beren Hemd eS noch liegt, ihr Glück zu jettrümmem eber — zu verscherzen k llnb wie imm-r Deine eigenen «nnd-fen and) sein mögen, das, hoffe ich, wirst Tu deiner Ted-ier nun klar macken, befe sie ihrem Mann gegenüber im Unrecht ist, wenn iie ihn durch fielet, tcrie xur E'lersuchr reizt. Gute 3lad;t. Ich habe noch iu ntbci:cn *

Er ver.ieß rasch daz 3immer,

6.

Dränst n im Flur kam ihm Dera entgegen, die so- ften heimgekommen war.

Toi ihrem Anblick iralltr die ganze Vilterkeii. die sich wähi-nd der lebten halben Stunde in ihm auge- iammeif Halle wiebe, auf.

Dera war sein Liebling. Ihre ruhige. sickere Art. ™rc ehiliel on Btanaiigon taten ihm wohl. Schon, al» fse ned) ein Kind, ioar, harre ihm au? ihrem Wesen ktwos Vertrautes öngewcht. Und ifjie Zär.lid;keit war f° warm und eckt . . , x

A s fix seht den Arm um seinen Nacken scklang rind khn küßte, ergriff ihn plötzlich e>nc heiße Angst. War.

um kümmerte er sich nickt doch mehr um die Erziehung seiner Kinder — auch wenn er Sirert gab dechalb!

Halten sie auch d i e schon vergütet m t ihren ober- slächltdien. konventionellen, modernen Ideen?

„Gehst Du denn schon schlaf.n, Papa?* fragte Dera erstaunt.

„Nein. Aber . . .* cr stockte.

„Nun, Papa? Warum sprichst Du nicht weiter?"

„Weil ich mich ärgert! Isolde ist drin. Da rtbtn sie allerhand Unsinn über die Ehe . . . ich mag dos nicht hören. Da wollte ich arbeiten. Aber ich merke schon — mit der Arbeit wird auch nicht mehr viel los (ein. Zu dumm, daß sie einem daheim immer die Laune verderben müsien!" grollte er heraus.

Wera begriff sofort. Ein mitleidiges Lech In huschte über ihr Gesicht. Armer Papa! Er flüchtet wieder ein­mal cor Mamas Herrschaft . . .

„So! Und warum täfel Du Dir dos gelallen. Papa?* faxte sie zwischen Ernst und Scherz schwankend. „Warum söhrst Du nicht mal mit Woian mit Deines „Speerts Spitzt* 6rtin‘r*

Der Hoftat ftulzte.

„Ach Kind! . . . Hast Du otrgtffcn, baß sich auch Wo:an zuletzt Frigga beugt!?*

cie sahen einander an und lachten plötzüch beide Dann flüsterte Wera, während ubermats in leises Lächeln aber ihr Gefickt husck'w: «Weißt Du was? W.-nn Tu obiichin nickt arbeiten k^mnst, dann nimm m ck m t zu Sir hinüber, Po! Mura soll mir mein Abendbrot dorthin bringen. bin so todmüde und habe gar feine Sui. Isolde» Torheiten anzi börcn. De szt Tu —* sie flüsterte neck leiser — «ich ärgere m ch bebet nämlich auck untrer!*

Gottlob, die batten sie ihm noch nicht verdorben! Die tocr noch sein fiinb!*

Halmensch ag atmete lief auf. Seine Augen strahl' ten vtöblich wieder

.Mädel, das wär ein guter Einfall! W-r zünden uns drüben in meinem Arbei »zimmer den «aifcmtn an, sehen uns belurglich zusammen ynb P andern mal ein paar Stunden so reckt gemü l d)t A er mach raid). sonst kommt womöglich Mama ober Hwlde heran» — Daniela ist übrigen» aue^ da — iu6> iie n*'fernen 2idi in Beschlag.*

Dera halte bereit» die fiiicfecntiir geöffnet und dem Mädchen ihre Befehle erteilt. Nun hing sie sich an des Vaters Arm und ganz leise mit r-erschnntz'em Lachen, wie Sdjulfinbrr, die schwänzen wollen, schli. chen sie den fiorribor hinab biz an die lehre Tür, die zu des Hosrats Slibcitvgimnicr führte.

Eigentlich tvar c» nur ein kleine» Kabinett mit einem großen Tisch, der voll Glasplatten, Epiouvet.en und Slvparaten am Fenster stand, ein paar ntäcki gen Bückterkisten und allerlei G.rümpel. Vor dem Gas- kaniin stunden Zwei behagliche K ubfauteuil» und ein Tischchen, au dein Weia nun ihre Abendmahlzeit e n. nahm. Alle? in allem: „Kein repiäsentabler lllanni*. wie b>,> Hoflätiii sagte, die fast nie dahin kam, weil sie die .lltwrdiuiiig* bor: und den „niedizttiischen Gr- rudj“ nicht vertragen konnte.

Dera aber war schon al» flirb dort heimisch ge- treten in b Ha ie jid’ sie f tntt ihrer Puppe ober ihrem Bilderbuch eingefunden, wenn der Hoirat dort arbei­tete, neas übrigen» nur fetten, —/mr.ü an bolvn Feiertagen gcjdjaf), wenn das Anstitut drüben gesch.os» sen war.

Gewöhnlich benähte Ha!'Ni.n'cklag ten Raum nur, um abends noch ein S ündchen dort zu sthett. Die neue­sten Fachb'ä ter zu studieren und eine Z g irre zu :au- dten, was ihm d.r Bilder und Ga dinen wegen in den anderen Räumen nicht gestattet war.

Heute mm war ber Hotrat mit seinen G.banken immer noch bei ‘Jiolbc drüben.

Er hatte sich eine Zigarre angesteck', rmtchre me- diauisck und sah stumm vor sich fein, während Wera hastig atz

„Tu sagtest Vorhin, Tu ärgerst Tick auch über Isolde.* begann er bann p ötzltch, „iie hat also öf:ci foldx Dtskerenzen mit ihrem Mann?*

„7,i. Papa, Sie ist sdircck'ich tct.’tt und da? beun- ruhigi Georg, ber sie sehr lieb Hai. Vielleicht neigt er auch mehr al? andere Männer zur Eü.rsuchi — kurzum, es gibt alle Angenb.icke Sirc t zwischen ihnen deshalb *

„2 fer begreiflich Ein Mann mutz f'ck 5vck auf seine Frau Verlagen formen! Tas iit da? mindeste, ira? er in der Ehe verfangen kann. Und da da: sie nock d'e Stirn, sich über Tttcz zu beklagen und die Lrohige -u iyieknr

.Tat sie die» heule? Tn» wundert mich. Sonst ist gerade Isolde immer diejenige, Oie rasch nach Ver­söhnung strebt. Daniela ist vicl hefiger . . .“

„Da? — da gibt es and; Tt'fereitzon?* snhr der Hofrat auf. „Cunlt denn Tanwla thron Mann auch durch Koketterie? Taz luäic schändlich! Tn» müßte ich micki ja meiner Töchter wahrst-fltg idiämrtt!"

„Tani.-la gnä t Egon in anderer Weis-, P.'pa. S'ef verlangt, daß er all feine Zeit und Gedanken ihr nUc.it widmen soll, und wirst ihm Stcblofigfeit vor, wenn cr cl nicht tut.“

„Ltjx albern! Sie find deck nun Wen ein Inhr verheiratet — da kann cr doch nicht ewig dcu verl eb ten Deladon fpie'cn!*

„Ta? sagte ich Taniela auch. Aber sie blecht da* bei, sie müsse das Erne für ibn fein im Leben!*

.Bah — das Erste für jeden Man» mutz fein Be­rus sein!*

.G,rnz meine Meinung. Tn? Schümms,e siehst Du, ist, daß Tun'-In cniwedor weint oder trotzt und dadu ch den armen Egen nicht zur Rübe lornmen lätzl. Ich gcriibe nickt, daß cr, die Flitterwochen abgerechnet, schon viele frohe Stunden gehabt hatte in feiner Ebel Ein Vundor wüte o? nidit, wenn er eines Ta es die Geduld uetlorc und Daniela nitf ich weniger lieb el*

„Na, tn? sind ja sckone Sachen, die man da zu hören bekomm!! llnb davon hatte ich keine Ahnuwg bie-her!“ Der Hosrat lu.tr au'gcstandc» und l'cferit* ärgerlich im Gemach auf und nieder.

Wera fuhr soll: „Tas Wunbertidiite ist. dazz so­wohl Tana toie Isolde ihren Mann ti-,hen. Ick irage m-d; oft im 2t W.n, nie c? möglich i'i, einen Mann, den man liebt, so mittw fttg zu aeä en? Oder liegt c» vielleicht doch nur an den Männern selbst? Warum lassen sie e? fick cejallen' Warum sind sie nickt w rf. iidl — Männer?! Ick wurde einen Mann ve.ackt n, ber sich von seiner Frau öceinfti.ner ober gar mafä- fieren lätzi I Aber sie >i"b oben alle schw-ach heu.zu- tage — selbst bie bciicn untei 1611111!*

Cie mit ganz in Eifer geraten. Halmenschlag sah sie verdutzt an.

.Guck einmal, war T-t Züchlcn für revolutionäre Bniiditcn hast! Also die Männer sind jchuld, Werra di» grauen sich übernehmen?*

(5onk6ur.g folgt.