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Berantinorilidi für den rebaliiontUen Teil: CC Schulte, " für bir Sinnigen: I. Bargen er,»fVulba. n Rotationsdruck u. Strlag btr Fuldaer zlctienbrutferei in Fulda. Ptrnfpreditr 9?r. 8. Trlrgr.-Sbrrffe: Fuldaer Zeitung
Dienstag, 11. Mai 1920.
Bezugspreis: Llonail'ch 2,00 Mk. ahne ZusteUgekübr. In Fu da bei unsobgtboli 2,10 ZRf. Anzeigenpreis : Sie St 11 in je Ile (Soloneimub) 50 Bfg„ u 10’ « Zu'chlag, die Reklome jeile (lepbreiie) ILO Bit., u. 10% Zuschlag. Bei Wiederhol Rabatt,
47. Zahrg.
Spas.
wthi Brussel, 10. Mai. Don zuständiger Seite wird mitgeieilt, das! ei so gut wie sicher ist, baß die Konferenz in Spaa bis Ende Juni hinau»- geschoben wird.
wtb Briisse!, 10. Mai. (Tel.) Der Minister für wirtscha tliche Angelegenheiten, der im Laufe deS Tages aus Paris zurückgekebrr ist, bestätigt, daß die Konferenz in Spaa wahrscheinlich der- schoben wird und daß des,alb auch der B ainn der inkernaiionalcn Fmanzsonferenz bi- Anfang Juli verlegt werden muß.
was soll Deulschland bezahlen?
Der Pariser, „Malin" meldet, daß Sonntag abend die französischen Finanzsachverständigen 'm London cneekommen sind, um von Montag ab mit den englischen Sachverständigen über die Frage von Spaa zu verhandeln. Der Führer der Delegation erklärte dem „Motin". Vertreter, er sei für die sofortige Festsetzung der ® e • somtsumme, die Deulschland zu bezahlen habe. Er würde sogar mit Befriedigung sehen, wenn man noch eine Klausel hinzufügen würde, durch die man den Deutschen sage, sie könnten eine Herabsetzung der Gesamt» summe verlangen, wenn sie rascher bezahlten, als festgesetzt sei. Die Deutschen könnten auch außer Gold W a» ren liefern, Kohlen, fertiges Material, wie z. B. Eisenbahnmalerial. Die Wiedergulmachungskommisston könne heute wie In 5 oder 10 Jahren die Entschädigungssumme festsetzen, denn ste könne doch nie anders als annähernd bestimmt werden. Es fei u n n ii tz, von Deutsch, land eine Summe zu verlangen, die es doch nicht b e» zahlen könne. Ssine Schulden müßten durch eine umgrenzte Ziffer fixiert werden. Man müsse also so genau wie möglich ansetzen, was Deutschland bezahlen könne und von ihm verlangen, daß die Summe festgesetzt werde, ebne den Stationen Schaden zuzufügen und ohne einen wirtschaftlichen Zusammenbruch herbeizuführen, indem man mehr verlange.
Die Vernunft beginnt auch bei den Franzosen all- tnählich zu dämmern. Es hat auch wirklich keinen Zweck über Forderungen zu diskutieren, die nicht erfüllbar sind.
Die Volksabstimmung im Osten.
Wie der »Schutzbund für die G enz- und AuS- fonbx utfrf; n meldet, findet die Volksabstimmung 'm Osten am 12. Juli statt. Im Nnhrgebie« sind ircgjüqige O'aani'anonen läng, um die Heimbe- lördei un.zder AbstirnmnngSbeiechtig en durchzufiih'en. Ls kommen für da- Nuhrgebiet etwa 100,000 lllühler in F aae.
Der polnische Generalstreik.
lieber den gestern begonnenen polnischen Generalstreik wird von zuständiger Seite gemeldet, daß im oberschlesischen Zentralkohlenrevier die Zahl der Aus- ständigen 50 bis 60 Prozent, im Rybniker Revier 60 vis 75 Prozent beträgt. Di>r deutschen und deutsch- gesinnten Arbeiter erschienen vollzählig zur Arbeit. Dis jetzt ist die Ruhe nirgends gestört worden.
Rach öerott gieit x'ntic nuigcn ha< d r englische Vertreter in Oppeln telegraphisch bet Äoi fan y tie Rückgängigmachung der Cir>ikparole vuichgeetzt Eni öffentlich r Widerruf ist allerdings bisher noch nicht bekannt geworden.
Eine Verussverlretnng für Vie Landwirtschaft.
Im NeichSministerivm für Ernährung und Land- tvirtsckaft ist ter Entwurf zu einem Reich-geietz über die Einrichtung l a n b w i r l s ch a f t l i ch e r D c r u sS» bertretungen fertiggestellt worden und den ver. fchiedenen Landesregierungen zur Kenntnisnahme über, mittelt worden. Tie reichSg:setzlicl?e Regelung Hai sich schon teSl-alb al» dringend notwendig erwiesen, weil die deutsche Landwirtschaft beanspruchen darf, am SOkber« citfbau der deutschen BoltSwirtschaft mit einer neu,
Fordernde Liebe.
Roman von E>ich Ebenstein.
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»Aber gerade davon spricht er io gern! Er sagt,.
•t wolle mein Interesse daran wecken . . ."
»Bah, da» versuchte Papa anfangs auch bei mir. fiber ich habe cS ihm rasch abgewöhnt. Wir Frauen fc$en todi wirklich andere Interessen,und Aufgaben tm Sebcn! Wir repräsentieren das schöne, heitere Element lind müssen trachten, den Mann in diese, unsere Welt herüberzuziehen. Leider ist mir dies bei Papa nicht Vckichgen. Ihm steckte die trockene Gelehr'.cnnatur zu sehr im Mut und seine Welt blieb ewig da» Laborato- *'»m. Aber Tein Mann ist ja kein solch pedantischer Theoretiker I Darum mußt Tu doppelt trachten, ihn recht fest an Tick) zu fesseln, denn sein Beruf, der ihn in enge Berührung mit anderen Frauen führt, könnte Dir sonst, falls feine Liebe erkaltet, ein dreifach gefährlicher Feind werten! Wenn id; b otz denke, was z. B. ”*e Frau deS Gynäkologen ®d;arper durchmachen mutz e in jüngeren Jahren, wo die Abenteuer ihres Manne» in alle^ Leute Mund waren und sie vor Eifersucht leine Ruhige Stunde hatte I"
, Die gute Hofiätin plauderte wie so oft ganz ge» bankenlos. In Taniela» Seele aber entzündeten die bLorte eine Flamme.
Stein — i h r Mann war kein Theoretiker. Er übte seinen Berus praktisch aus. Er war Frauenarzt, kam ununterbrochen mit schönen F'aurn in Berührung, ohne baß sie selbst die Möglichkeit hatte, ihn dabei zu Ion. koll ie re n ...
Datz fix ter an noch nie gedacht halte!
Wenn ihr nun eine andere seine Liebe stahl? . , .
Da war ja gleich diese Fürstin Laban, die er ove» *lert hotte und zu der er immer täglich noch hin mutzte, obwohl sie längst nicht mehr im Sanatorium wei te! Sie sollte jung und bildschön fein. Egon sagte, sie spiele
ker Gesellschaft eine große Rolle und mache nun «u» Dankbarkeit überall Propaganda für ibn.
Aber vielleicht tat sie e» gar nicht an» Dankbarkeit, lonbcrn aus Liebe? , Daniela überlief e» heiß und kalt ®CI dem Gedanken.
In diesem Augenblick trat der Hofrat ein. Er kützte s Fran und Tochter flüchtig auf tie Stirn, sa te, daß er i vnnz steif und erfroren fei vom langen Sitzen drüben |
zeitlichen Jnteressenvertrattmn mitwirken zu können. Bei ter fh affen Zusammenfassung aller wirlschaitluben Kräfte durch da» R ich mutz auch sie eine b.'rufsstän- dische Vertretung bei ber Re ch» e ierrng haben.
Tie Aufgaben die'er Beruf-vertreMug gehen in erster Linie dahin, die Angelegenheiten der Landwirtschaft ihrez Bezirk» z»i vortreten. Zu d cfem Zwecke sollen Vertretungskörper für die Der- waltun<-,Sbezirke in den einzelnen Säitixrn, ferner landwirtsdMtliche Zentra Vertretungen ber Länder, so- wie schließlich) eine R e i landwirtschastS- kammer gebildet werden.
Die Vertretungskörper der Verwaltungsbezirke der einzelnen Länder sollen ai'S allgemeinen, gleichen, direkten Wahlen der landwirtschaftlichen Berufsange- börigen durch Verhältniswahl hervorgehen. Tie Wahlen sollen in drei Gruppen erfolgen, von denen eine Groß- und Mittelbesitz, eine weitere der Kleiub sitz und schließlich die letzte die Arbeitnehmer (Augestell'e ttnb Arbeiter) bilden. Zur Wahl berechtigt sind alle männlichen und weiblichen Personen lcmdwirtschas Leber Be- rufSsiände, sofern sie seit mindestens einem Jahre un- unterbiochet' in ihrem Wahlbezirk wohnen und das zwanzigste Lebensjahr erreicht haben. Wählbar lind alle viermidzwanzigjähriiien weil lberechtigwn Berufsangehörigen, die feit mindestens drei fahren "ununterbrochen dem landwirtschafttichen Berufsstande augehö- rcn. Nebenher können um die Landwirtschaft besonders verdiente Personen, sowie die verschiedenen Vereinigungen deS landwirtschaftlichen BerufSswnd S Sitz und Stimme erhaben. Tie Mitglieder der laudw rtschrft- fidjen Zentralverlretungen sollen von den nächstnicdri- gen ©ertretungSförpern gewählt werden. Von den landwirtschaftlichen Zentra've^tretimgen der Länder sol. len dann die Vertreter für die ReichSlandwirischaf?- kammcr bestimmt werden. Die ReichSlandwir scha'tS- kammer selbst soll den ReichSbehörden regelmäßig als Beirat in allen die Landwirtschaft betreffenden Fra- gen bienen.______________ _ ______________
Die Streikbewegung.
Der Streik im Berliner Dankgewerbe ist noch nicht beigelegt. Allerdings ist es auch noch nicht zu einem Ausstand gekommen. Die Bankbeamten haben ihr Ultimatum verlängert, weis am 12. Mai in Berlin eine Reichskonserenz ber Dankleitungen stattfinden wird, in der auch bie Disserenzstage mit den Angestellten zur Sprache kom- men soll. .
Infolge des Binnenfdjiff erftreifs ruht der Güterverkehr aus Elbe, Oder und ber Spree noch immer. In ber letzten Sitzung bes Reichsverkehrsministe- liums roar man sich darüber einig, daß die Arbeitswilligen ausreichend geschützt werden müßten. Tatsächlich ist auch die Technische Nothilse verschiedentlich in Tätigkeit getre- ton. In Berlin setzen die städtischen Arbeiter den Ans- ^bearbeiten Widerstand entgegen. Die Regierung hat alles unternommen, um den Schutz der Arbeitswilligen durchzusühren/ In Breslau jedoch hat der Dberpräsident sich diesen Maßnahmen verschlossen. Jetzt sind dort die Schleusen von Streikenden mit Gewehren und ßarfbgrana- ten besetzt worden.
Der Aufsichlsrat ber Berliner Straßenbahn hat wegen der Lohnerhöhungen den 70-Pfennig-Taris boschlos- s-n. Insolge des durch die fortgesetzte Tariferhöhung ein- getretenen Derkehrsri'ckganges werden 615 Straßenbahn- angestrllte zum 15. Mai entlasten. — In Eberswalde Hot die Stadtverordnetenversammlung bcschlosten, den Betrieb der Straßenbahn einzustellen, weil die den Arbeitern durch ein Schiedsgericht zugesprochenen Löhne und Gehälter bas Unternehmen unrentabel machen.
Die Düsseldorfer B ö «k e r g e h i k s e n und Brotkutscher sind in den Streik getreten, weil ihnen die Erhöhung des Wochenlohnes von 260 auf 325 Mark nicht zugebilligt wurde.
In Aachen sind die seit Monaten andauernden Ber» hanblungen in der Radckindustrie ergebnislos nertauhn. Die Arbeitgeber haben sämtliche Betriebe geschlosten. Die Arb-itnehmcr wollen nun erneut den Schlichtungsausfchuß anrrfen.
In Frankreich hat der Allg. Arbeiterverband den Streik auf die Bauarbeiter, Metallarbeiter und Irans« in dem kalten Laboratorium, und nahm behaglich auf» atmend feinen Platz am Eßtisch ein.
„Und wo ist mein Eichkätzchen?" Halmenschlag blickte sud)end im Zimmer herum.
„Wera ist nod) nidit taficini“, antwortete die Hofrätin, fid) erhebend und nach der Klingel schnür greifend. „Sie ridjtet ihrer neuen Freunden, den jungen Meister», heute die Wohnung ein. Schon seit dem Morgen ist sie in der Bergmannstraße."
„So so. Na. da wird sie fdwn müde sein. Wi« kann sie sich nur für fremde Leute so plagen!"
„Sir sagt, beide seien so unpraktisch, daß sie allein ewig damit nicht zustande kämen. Ich glaube, sie tut eS auch hauptsächlich der Generals wegen, damit die endlich das junge Paar vom Hal« bekommen. Ter (General soll schon ganz krank sein vor Aerger über seine Schwiegertoch er. Na ein närri'chr» Dingelchen ist sie ja auch, diese kleine Fran Lou!"
Das SDiäbdjcn brcdifc das Esten und man fetzte sich zu T 'ch. Gleich darauf klingelte es dra tßen.
Aber es war nicht, wie man erwartet hatte, Wera, for.brn J'rlde
Cie schien stark erregt, begrüßte aber die Ihren mit forcierter Lustigkeit.
„Ah, wie hübsch, dcß Daniela auch hier ist!" fag'e sie, den weißseidenen slopsschal von ihrem goldblonden Scheitel windend und Daniela mit ihren prachtvollen dunklen Arrgrn verständnisinnig anblinzelnd Sie war sorgsällig frisiert, gefellschaftsmätzig gekleidet und schöner denn je.
Wie ein Märchenbild erschien sie, als si; nun den schwarzen hcrmelinbesctztcn Sammetmaulei mit last ger Grazie von den Schultern gleiten ließ und in ihrem korallenroten Seidengazcklcid, de» eine larrge Schl ppt und echte Spitzm zierten, daüand. Diamanten von seltener Größe funkelte» in ihren Lhrcn, im Haar und cm Halse.
„Isa — Tu?" ries.die Hofräiin zwischen Erstaunen und Bewunderung sdMinkend. „Wo kommst Tu so spät noch ber? Und en grande Toilette?"
„Spät? Cz ist ja »och nicht einmal neun. M.ima! Cbcr wollt Jlir midj hinanslverfen?" scherzte sie, einem ned) dem anderen die Hand schüttelnd.
„Gott bewahre! Wir freuen uns ja alle! Tu warst so lange nicht hierl Eben vorhin sagte ich c5 zu Ta- niela — ich wundere mich nur, daß Tu um diese Stunde kommst, wo Du sonst immer in Gesellschaft bist!"
! portarbeiter ausgedehnt. Zur letzten Kategorie gehören bie Angestellten ber Untergrundbahnen, der Straßenbahnen, bet Spedition und der Binnenschiffahrt. Trotzdem soll noch Pariser Meldungen der Eisenbahneistreik seinem Ende entgegengehen.
Die Lage im Ruhrgebiek.
Rach den neuesten Nachrichten aus dem Ruhrrevier herrscht dort eine allgemeine Ruhe. Ungünstig laufen dagegen die Nachrichten noch immer aus Remscheid, wo immer noch Reste toter Banden Gewaltakte gegen die rechtmäßigen Ortsdehörden versuchen.
Die Not der Zeitungen.
Auf der außerordentlichen Hauptversammlung des Vereins dcutscher Zeitungsveilezcr, Die in Leipzig fta.t« fand, wurde zur Beurteilung der Sage mitgeteilt, datz bereits große und mittlere Truckercibctriebe stillgelegt werden mußten und auch große Zeitungen E i n. schränkungen bis zur Halste ihres Personals vornehmen mußten. Zu der neuerdings der Preste zuge. dachten ungeheuren Hinausschraubunge» der Papier, preise sprachen sich alle Redner in der Versammiung in dem Sinne aiiS, das; hier nur ein Cnttv.dcr — oder iibnig iZribc. Entweder dürfe der PapirrpreiS tue Grenze des im äußersten Falle noch möglichen n d)t überschreiten oder die Zeitungen müssen ihr Ersche neu e.instellcn. Scharf wurde die fiskalische H o l z w i r t - schajtSpolitik und ihre Einwirkung auf den Pa. pwrpreiS gekennzeichnet. Es ist nicht möglich getixsen, durch irgendwelche Erhöhungen der Bezugs- und An. zeigenpr^.se mehr als einen Bruchteil der früheren Preiserhöhungen für Papier und Materialien aufzu- bringen, und es beleuchtet die La.?e. tveiin die Verleger heute für Rrnd)t und Zufuhr dez PapierS allein schon daS SRehrfadK der ganzen früheren Kosten des Druckpapiers bezahlen müssen! ES nnirbc eine E n t s ch l i e. ßung angenommen, in ber gefordert wird, daß die über ein gii'üstcS Maß hinanSgek>en!»'n PreiSsord-i- rnngen im öffentlidwn und allaemeinen Jnlereste der Rcigelung zwischen Reid, und P.ipiererzeugern vorn,, behah'en sind. Wenn, so heißt es in der Resolution, die Regieruna und. die Parteien im Wnblkampfe noch auf die Preste rcd)ncn, bann müssen sofort e n e r. gische Schritte getan werden, um daz weitere Erscheinen der Zeitungen zu gewährleisten."
Deutsches Reich.
♦* Berlin, 10. Mai. Der Hansabund verlangte In seiner Hauptversammlung als „Gegengewicht gegen die einseitigen politischen Forderungen der Arbeilerschast" die Bildung einer Einheitssront im Unternehmertum.
Die wohl des Beichsprafidenlen. Das Gcsch über die Wahl des Reichrpräsidenfen ist nunmehr bekannt gemacht worden. Danach ist rr«l)lbered)lipt, wer das Wahlrecht zum Rcichelag haß Die Wahl ist unmittelbar und geheim. Jeder Wähler hat eine Stimme. Gewählt ist, wer mehr a 1 s d i e Sj S l f t e aller gültigen Stimmen erhält. Ergibt sich keine solche Mehrheit, so findet ein zweiter Wahlgang statt, b:i dem gewählt ist, wer die meisten gültigen Stimmen erhalten hat. Bei Stimmengl-ichheit entscheidet das Los, das der Reichswahlleiter zieht.
* r ußens Bevölkerung. R >m dem vori. EraebniS der Zählung vom 8. Olt. 1919 betrug die Bevölkerung Pie»' ens in icnent j tzigen Um sang 36,782,721. 1914 betrug sie 37,956,404. Tie abflclrctrnen Gebiete und das Saargebret sind nicht niiine’1äblt. Tie Bevö kcntng Hal hwr-nach um 1,173,003 Per onen abgenommen, waS sich in der Haripi ache aus den Kr teg'-verlui.rn erklär', denen teilte ent precheude Geburtenzunahme gegenübersteht. V*n Heilen- 92 a 11 a rt betrug die Bevö!ke> una 1919 2,257/213 gegen 1914: 2.329.216 B -rt'ist: 77 033.
* Der Gnlrourf über die Desmtrnräle, mit dem sich ber Reichstag zu befchüsugen haben wird, ist jetzt fertig« gestellt. Danach hat ein Beamtenrat bei jeder Behörbe zu bestehen, die mindestens zwanzig Beamte dcschäfiigt. Bei kleineren Betrieben ist unter den Beamten ein Ber«
Die junge Frau ließ sich in einen Stuhl fallen, „Georg harte keine Lust", sagte sie birg. „Tu siehst ja — ich bin angelegen, Mama! Wir sollten zu Tes. fenS. Aber im letzten Augenblick setzte er seinen Kopf auf und erklärte, nicht mit zu wollen. Da fuhr ich zu Euch."
Alle fdjtoiegcn. Sie ahnten; Da hatte es wieder einmal etwas gegeben zwisd-cir Ticz rind Jso.de. Der Hosrat rückte unruhig aus seinem Stuhl.
Die Hofrätin ließ noch ein Gedeck auslegen für ihre Tochter. Schweigsam bei-an» man zu csten.
Biz der Hosrat plötzlich seine Serviette weglegte, sich räusperte und fopffdiüttclub fragte: „Und wo ist Tein Mann nun. Jfolde? Allcir ba&ei-n1 *
Diesmal vergaß Jsolbe ganz, baß Papa sonst „nicht allcS zu wißen brauchte". Ungestüm brach fit los;
„Natürlich, Papa! Ich soll ihn wohl noch unter« halte» zur Be ohmmg, daß er mir den Abcird verdarb? Es ist nur gcrechr. daß er sich nun langweilt zur S rase! Id) glaube, c8 ist nicht mal ein Abendbrot vorbereitet, ba ich be« Ticnsrlcutcn für heute Urlaub gab." Sw wchte beöhast in sich hinein. .Auswärt» offen kann er nicht, da cs in Affroni für Tcsieris wäre — so wird er sich höchsten» durch den Portier kaltes Aberrbbrot hclcn lassen inüjscn! Aber das geschieht ihm ganz redjtl”
.Darum weigerte er sich, Tich zu Teficu» zu be« gleiten?'
„Ck)t*. ans Laune — aus Bosheit — aus CEifet« fuchr — was weiß ich?"
„Tu gibst also Anlaß zur Eifersucht?" fragt» der fiofrat, währcud sich die Falten auf seiner Stirn vcr. feften.
„Ich?" Isolde sah ihn mit der unschuldigsten M enc der W.lt an. »Fällt mir gar nicht ein! Aber ich w ll doch mein Leben ein bißchen genießen — wozu ist man denn jun'? ES macht mir natürlich Spaß, wenn man mir den Hof macht. Allen hüb'dwn Frauen macht da» doch Spaß, Papa! Wäre Georg vernünftig, würde er sich mit mir freuen und an einem hautlosen Flirt n cht da; mindeste finden. Aber er ist ein Pedant, e’it alter Brummbär, ein Mensch, der cirig in der Angst lebt, Iveil er 20 Jahre ä ter ist als ich, könnte ich ihm un« beu werden. Ich lmbe ihn doch ganz gern und bin gewiß keine sck)lechie lyrau ..."
,,ö)ver gedankenlos, selbsrsüchtig und leichtsinnig! 1 Aa, da» bist Tu gewiß, Isolde, io leid tX mir tut Dir
trauensnumn zu wählen. Die Wahl geschieht auf zwei Jahre in geheimer Verhältniswahl. Wahlberechtigt find alle zwo: big Jahre und darüber alten Beamten, Be- amtenanroarter und aus Probe befchäftigte Beamte. Wählbar sind alle 24 Jahre allen Wahlberechtigten, die fechs Monate bei den Behörden beschäftigt sind und einer ge» merklichen Berussvereinigung angehören. Der Beamten« rat hat Mitbestimmungsrecht bei Ausstellung der Dienstvorschriften und Dienftrerteilungspläne. bei Festsetzung der Grundsätze über Einstellung und Entlastung von Anwärtern, in Pensionierungs-, Urlaubs-, Vertretungs-, Haftpflicht. und Vergütungsfragen, bei Schaffung sozialer Einrichtungen, bei Besörderunassragen, bei Versetzungen und bai Verhängung von Ordnungsstrafen Bei Be» amtenprüfungen wirkt ein Mitglied eines Beamtenrate» stimmberechtigt mit.
* Die Rechnung stimmt nicht. Auch das erste Quartal des neuen Etatsjabres des Reiches durfte wieder mit einem erheblichen Fehlbetrag abschlieszen. Soweit bis jetzt überhaupt die April-Ergebniffe der Reicks- einnahmen rorliegen, weifen diese gegenüber dem Doranschlag einen prozentualen Mindereingang von 25 bis SO Prozent auf.
Kurland.
** Oesterreich. Tn Westunaarn auch nach b^n unaaii ehe» FriedenSverlragsvorichrkfken endgültig Öeitetteid) zngeipiochen winde, wird die Nebernahme der BermaInnig von W.st. ngä'ii durch Ce’ieiteid) in lehr naher Zeit ei folgen. Zu Ungarn forbeit bie öffentliche 'Dicuunin, bin Vertrag nidit zu unieizeichnen, w nn das koch i niet dem Diuck der Eniente gejchehen müsse, jedenfalls ihn nie an« znerken'en.
* Die nationale Autonomie für Südtirol. Der italienische Ministerrat hat der nationalen Selbstrcr- waltung Südtirols zugcstimmt. Die deutsche Sprache soll in dem abgetretenen Gebiet mit Ausnahme des Trentino der italienischen Sprache gleichgestellt werden.
* * xie baimaieu t uupp.u zo,p n am
Samstag zu den Düppeter Schanzen uni legten aus den Gräbern der Kriegern von 1864 Kränze nieder. Das Tüppeler Tcnfmal rou öc vou fen Tönen mit Steiniu.ufen bontbaib eit unD erheblich beschädig'. Tiefe HandluiigSivetje eireit um jo mehr Befremden, als die däni chcu Gi abstatten und Tenfmä er von d u Deutschen über ein halbes Zahrhuudirt hindurch gehegt und gepfl.'gt ivotoen sind.
* * Irland. Etwa 100 bewassnete Sinnfeiner haben die Besatzung der P o t i z e t st a t i o » in Cloyne iibeiroäiügt und dos Gebäude ui d e Lukl geiprengt. Tret Rachbaihäu er gingen tu Flam« men auf.
* Kämpfe zwischen Arabern und Z'ranzsfen. 4000 Araber mit Maschinengewehren und Feldgeschützen Griffen die Franzosen in der Gegend von Banajos an, 177 Kilometer nordwestlich von Beirut. Es soll auf beiden Seiten zahlreiche Verwundete gegeben haben. Auch einzelne englische Posten an der Grenze von Palästina wurden angegriffen. Die Kämpfe dauern an.
" Leningrad. Wie aus Stockheim berichtet wird, soll Petersburg anläßlich des bevorstehenden 50jöh- rigen Geburtstages Lenins ein Leningrad urrbenannt werden. — Da wird Moskau wohl demnächst in „Trotzkau" umgetaust werden.
** Japans .uncg gegen Rußland. Nach einer Charbiner Meldung wir» bend tet; In den letzten Innen haben bie Zapiner insgeheim neun Wa. eu> labungen Gewehre und rdit Wagenladim en 'Dluni» non nach Ciorbin in Richnuig nach Sibirien be« föiöert. Sen April sind täglich nn Durchschnitt drei« z.'.m Wa en!a''iingen nut triluän dun Vorräten aus oet Stato i Matidlhurta eiuaeii offen. Ferner idu 6 gemeldet, daß bie fünit*, die rre zchnle nn) die öi r» zehnte japatutche Livitioa in Z viik.eioung nab Sibirien abieiati en finx Tie inp.iier schnnen dort
dossagen zu rnüsten! ES hä:c Deine P'icht, auf Seines Manne» Wunsche Rücksicht zu nehmenl J,ch schäme mid), daß Tu Tir eine so einfache 'Sache erst von m i r sagen lassen müßt! Ter Mann, der in j der Hinsicht sorgt für seine Fran, hat dafür deckt zum ndess da» Recht, unbedingte Rücksichtnahme von ihr zu for. bcrnl" i
Isoldes Augen öffneten sich weit vor Erftaimcn. Ni«! bisher hatte ihr Vater sich in die Eheatigelogcnleitcn seiner Töckttcr gemischt, allerdings wohl auch, weil e« keinen rcdjtcn Einblick in dieselben gehabt. Niemand hatte ihm je ven ernstlichen Ttsserenzen erzählt. Traf er einmal Daniela oder Isolde verstimmt, so sagte di« Hofrätin immer mit sorglosem Lächeln: „E ne Bagatelle, wie sie linier Verliebten täglich Vorkommen kennt Nicht ber. Rede wert."
„Du bist komisch, Papa", sagte Isolde nun pikiert. „Ich weide mir doch nicht all's gefalle» lasten? öoor-j behauptet ja, mich zu lieben! Warum beweist er es nicht?" '
„Ach sol" Der Hokrat larbte plötzlich grimmig auf. „Er liebt Dich ja! TaS ist fre i dj ein Scheck aus unbe. grenzte, nie endende fiaptta icn, die ihr Frauen un» bei jeder Gelegenheit unter die Nase haltet! Wir lieben Euch — cr.'o haben wir im» zu ducken, müssen Euren Willen tun und dürfni beileibe keinen eigenen haben als höchstens innerhalb unseres Berufes. „Tu liebst mich dockt! Wie kannst Tu da anderer Mei. nung fein? Wie nicht alles gut heißen und bewundern, was ich tue? —" ja, ja, da? Lied kenne ich! Nun ist mir freilich auch vieles erklärlich —", sein durch« dringender Blick glitt von der Tochter zur Mutter.
Tiwkelrot im Gesicht fuhr die Hofrätin auf.
„Wilhelm! Ich verbitte mir, daß Tu mich in den Augen meiner Töchter henintersehtk Leider bin ich c» ja gewohnt, daß Tu in Deinem — paliarchalischcn —■ um nicht zu sagen kindl'ch-naiven — Ansich en von der Ehe kein Verständnis besitzt für die R chte der Fran, wie eine moderne Lebensausfastiing, tue uns gottlob zusteht! Aber ich denke. Du hast keine Ursache, Tich zu beklagen. Man läßt Tich ungestört Deinen Net. gnngen icben und beanspruche wahrlich nichts andere» als das gleiche Recht für mich!" j
Ter Blick ihres Mannes ruhte unverwandt auf ihr.
(Fortsetzung folgt.)