Fuldaer Zeitung
Truck der Fuldaer Aetieudruckerei In Fulda.
\ Mitteilungen | Z\ - des Kohlenamtes.
Mitteilungen der städtischen ÜahrungZmiltelsteüe
BSrsenwochenbertcht
d« hrfflschen Bontotreine. «tllengefellfchafk. Zwelgnlederiasluog Fulda. ,
Nach dem sehr stillen Geschajlsgang in der vorigen Woche zeigte die Börse am Montag eine gut behauptete Haltung, was sich besonders in Kurssteigerungen der Schiffav.tswerte, cbemischen und Elektrizitätswerte bemerkbar machte. Diese feite Haltung konnte sich auch noch am Dienstag behaarten. Trotz anfänglicher Zuruck, haliung infolge der weiter an saue >nden Abschwächung der Devisen waren nicht unerhebliche rruisvesserungen zu verzeichnen. Am Mittwoch und in der zwciien Hälfte der Woche trat dagegen eine sehr schwache Ten. denz ein, die auf die we.tere stetige Steigerung un,erer Maik uno auf die geringe Rauflust zu>uck-,usuhren »st. Koloniakwerte schwach, so Pomona anfänglich 132jo, letzter Kurs zirka 120 «.
Der Markt in Heimischen Anleihen war sehr still, 5e/o Reichsanieihe 79.75.
Unpolitische Zeitläufe.
Don Fritz Nienkemper.
Berlin, 5. Mai 1920.
Es gibt Leute, die da glauben, sie hätten etwas groß- vkiges getan, wenn fle eine Weile nichts getan.
Wenn sie ein Arbeitsfest für die ganze Welt begehen wollen, so halten sie das N i ch k - Arbeiten für die ge- Eignete Festfeier.
Sie reden schwungvoll vom „Fortschritt und lassen inzwischen alle Näder still stehen.
Sie lasten die Arbeit hochleben, während sie demonstrativ die Arbeit einstellen.
In ihrem Programm steht, daß alle Werte aus Erben nur durch die Arbeit erzeugt werden. Tie Praxis «brr lautet: Willst du hochkommen in der Welt, so lerne streiken.
Die Revolution, sagt man, hat der Arbeiternaste bie Oberhand gegeben. Nun gut, dann müßte folge, richtig die Welt von einem neuen Arbeitseifer schon ergriffen worden sein. Statt besten greift das Streik, sieber um sich.
Die Arbeit sollte zu rechten Ehren kommen; doch gerade unter den Arbeitern gibt eS viele, die das Fau. lenzen für nobel und zeitgemäß halten.
Wer nicht arbeitet, soll auch nicht esten; aber wäh- tenb der Ruhetage wird noch mehr durch die Kehle ge. j°gt, wie an den Arbeitstagen.
Es scheint, daß nicht bloß der Thron • umgestürzt S M sondern auch die Vernunft.
Garkoksabgabe.
D'e Kokszettelabgabe findet Atonka«,, d-n 10. enb Clensta . den 11. Mai, für folgende Strafien tatt: Kailftr., M'belstr., Meiltergasse, Kanalstr, Mullei'str„ Borgiasstr, Butiermorkt, Doll, Kaise rplatz, Mar ktstr.,Klein» Marktstr., Ohm, Peiersior, Sack.
Arbeiten aus Pflichtgefühl ist der erste Grad. Arbeiten mit selbstbewußtem Stolz ist der zweite Grad Auf der dritten Stufe muß die Parole gelten: Arbeite mit Lust und Liebe. Auz natürlicher Freude an deiner Leistung!
Wann fühlst du dich am wohlsten? Nicht beim Gähnen an einem faulen Tage und auch nicht nach dem genostenen Vergnügen, das in der Regel einen sauren Nachgeschmack hinterläßt. Aber wenn die Feierstunde nach einem rechtverbrachten Arbeitstag kommt, dann sagst du dir: Heute habe ich nicht umsonst gelebt; heute habe ich etwas geschafft, was sich sehen lasten kann; heute bin ich trotz meiner bescheidenen Slellung ein würdiges und fruchtbarer Glied im Volkskörper gewesenI
Ein spöttisches Sprichwort sagt, die Schadenfreude sei die reinste Freude. Taz mag für Spartakisten pas. sen. Wir aber sagen: die Schaffensfreude ist die reinste Freude.
Die eine strickt einen Strumpf, die andere fördert einen Wagen voll Kohlen, der dritte schmiede oder feilt ein Werkstück, und ich fabriziere diesen Artikel. Zum Schluste der Arbeit sind wir alle einig in dem Gefühl: Wir haben das unserige getan, wir hoffen, daß unsere Arbeit Nutzen bringt, und deshalb sind wir zufrieden und froh. .,
Wohl dem, der noch arbeiten kann. Wer t9 nicnt tut. ist dumm. Tenn mag die schassende Arbeit auch manchmal sauer fallen. — sie allein kann nur das Erdenleben erträglich und sogar geittoeilig suß machen.
M 107.
Samstag, 8. Mat 1920.
Daz Wohl der Gesamtheit?
Sonderbar: Angeblich sind die Sozialisten oben auf gekommen. Sozial aber heißt genossenschaftlich; eS müßte also jetzt ein jeder aus daL allgemeine Wohl
Cinflefandt.
Holzoerkeilung In Lehnerz. Der Gemeinde Lehnerz wurde von der Oberförsterei Fulda ein Quantum Holz überwiesen. Der Gemeindevorstand und einige Leute von der Gemeindevertretung nahmen am 2. Mm die Verteilung vor. Die Landwirte bekamen 8—10 Meter vom besten Holz, dagegen bekamen die geringeren Leute nur 2 Meter Holz, Kriegerwitwen und mehrere andere nur 1 Meter Holz, einige Leute gar keins. Ebenso wurde es Im Februar bei der Holzverteilung gemacht. D,e Aus- sichtrbehörde ist in dieser Sache in Kenntms gesetzt war- den. *•
| « ich. wie kurzsichtig sind die Leute, d-e gern alle E «He wie den ersten Mai in Müßiggang feiern moch. K Cie haben den wahren Wert, und die hohe Wurde P kr Arbeit noch nicht erkannt. Sie haben noch nicht ^pissen, wie grauenhaft es m der Welt aussegen körbe, wenn die Woche sieben Ruhetage hätte und bei ®eflneuaufgang schon Feiertag ansinge l
L-az wird aus dem Acker, tvenn ihn der Landmann »-'AM bearbeitet? Unkraut und Giftpfauzen wuchern r e#f ihm. So würde die ganze Menschheit verwildern | verkommen in Roheit und Lastern, wenn nicht die Arbeit unz .in Zucht hielte.
r Die Arbeit ist eine Last, wenn sie sich bis zum schweiße oder gar bis zur Ausreibung der Kräfte stet- 6ett. Tann wird sie nach christlicher Auffassung eine Etrase für die sündige Menschheit. Aber sie ist eine Inäbige Strafe des Himmels, da sie zugleich erziehe, bessernd, veredelnd wirkt.
Sie ist ein unentbehrliches Heilmitel für Leib und Eeefc.
Gotterbienitordnung.
Katholischer Gottesdienst.
Sonntag,9.Mai. (Bistsonntag.) Tom. (Diözesan- monatskollekte.s -/,<>, 6, mvi u. 7 M., V,7 M. u. Kom. f. d. Jungfr -Sod. i. d. Marien!, u. f. d. christenlehrpfl. Iungsr. i. Dome, 8 Pfarramt m. Pr., 7110 Kathedrat- amt m. Pr., 11 Chr., */.12 M. m Pr., 2V« Vers. d. Jungfr.-Sod. m. Ausnahme, 4 Bittprozession auf den Frauenberg, 7 Mai>A. i. d. Marien!. (Akontag abends ii,8 Mai-A. i. Dome, sonst r. d. Marienkapelle.) — Stadtpsarrkirüe. (Dtözesanmonatskollekte.) 5*/» Kom., 5»/4 M. u. Kom. d. Dtenstmädchen-Kongregation, 63/« M. u. Kom. d. ^ungfr.-SoD. u. d. übrigen christenlehrpfl. Iungfr., 8 M. u. Pr. (1. Schulgd.t, 9'/, Pfarramt u. Pr„ n M. u. Pr. (2. Scbulgd.i, 97« Chr. f. d. Jungt, i. d. Severikircke, l‘A Bittprozesston nach dem Frauen, berg, 7*/i Mai-A. — Pfarrkirche zum heiligen Geiste. */«7 Kommunion, 7 Frühmesse, 8 Predigt mit Amt, >/,5 Chr., 5 A. Täglich 5 Mai-Andacht. — Srverikirche. Sonntags */,7, werktags 6“4 M. — Herz-Jeju-Herm. 6 Frühm., 8 Amt m. Pr., 2 A. (Mittw. abends 8 A.) — Frauenberg. M. v. 5 (m. Mai-A.) ins 7, 8 J3ruöet. schastSm. m. Pr., 9 Hochamt m. Pr., nachm. 2 A. f. d. Bittwallfahrt d. «tadtpsarrei, l/i5 A. f. d. Bttiwallsahrt der Tompfarrei. (Montag, Dienstag u. Mittwoch 67« Bittprozession; 7.7 Bittamt. Am Mittwoch nachm. Vio feiert. Vesper m. sakram. Segen.)
Evangelischer Gottesdienst.
Sonntag,' 9. Mai. Vormittags 8 und 97» Pfarrer Weber, 11 Kindergottesdienst.
Verseilung 7lr. 16.
Normt: sichtlich kann ausgegeben werden: 200 ®r. Haserslocken lose zu 1,40 J*. das Pfund, 150 Gramm Reismehl (schöne Ware) zu 7,50 M das Pfund und vielleicht noch eine kleine Kopfmenge Nudeln over Suppen. Näheres hierüber wird nächsten Samstag
Anmeldungen aus Derteilungskarte 16 an die Nah- runasmitlelstelle; 2lnmeldefchckß: Dienstag den 11. Mai.
Es ist Süßstoffs für Haushalte vorrätig. Süßstoff- karten find auf Antrag gegen Vorlage des Lebensmit- lelau-weises für 3 Monate irsi voraus bet der Karten- ausgabeftelle erhältlich. Die Ware kann von den Suß- stoffverkaufsftellen dann sofort bezogen werden. Laden- preis 50 Pfg. für eine H-Packung (entspricht einer Zuckerrnenae von 550 Gramm.)
Es wird dringend empfohlen, mll dem Zucker haushälkerisch umzugehen, denselben /ür S'nkochzmecke zurückzustellen und nach Möglichkeit Süßstoff zum Süßen von Speisen und Getränken zu verwenden. Er ist damit zu rechnen, daß in der zweiten Jahreshälfte eine noch größere Zuckerknoppheil einlrill.
An die Lebensmille'geschäfle.
Es ist vorhanden:Sauerkraul in Fässern von etwa 2 Ztr. Inhalt, Ladenpreis 40 Pfg. das Pfund, Marmelade in Kübeln von 1 Ztr. Inhalt, Ladenpreis 3,70 M das Pfund.
Bestellungen an die Nahrungsmittelstelle.
Wir wollen ja alle recht lange leben auf Erden. Wer lebt länger, der Faulpelz oder der regelrecht arbeitende Mensch? Vom »süßen Nichtstun" mag vielleicht etn italienischer L-rzzaram schwärmen; aber auch er unterbricht sein Sonnenbad, wenn eS gilt, einige Saldi für ie notwendigen Maccaroni zu verdienen. Für unS wäre die andauernde Siesta nicht erträglich. Wenn wir keine Arbeit haben, so können wir nicht anbmternb den Murmeltieren nachahmen, sondern verlangen Zeit, vertreib und Gelegenheit zur Verwendung der über- schüsiigcn Kräfte Fehlt ez la an vernünftiger Tätig, leit, so geraten' wir in leichtfertige „Vergnügungen oder gar in Unmäßigkeit und Unsittlichkeit. Müßiggang ist wirklich aller Laster Anfang, und jede Aus. schreitUng, zu der unS die Langeweile bereitet, zehrt an der Lebenskraft des Körpers und an dem Frieden des Gewisiens. So wird bte Faulheit leicht zu einem viel größeren liebel, als die gefürchtete Anstrengung bei der Atbeit.
*
Za, sagt der Freiheitsschwärmer, ich will ja auch arbeiten, aber ich basse den Zwang zum Frondienst um dar tägliche Brot; ich möchte eS so gut haben wie bet Kapitalist, der nur nach seinem Belieben arbeitet nach eigener Wahl!
£>b diese Staut eSändermig für dich ober für mich gut und seaenSreich wäre, ist zunächst sehr zweifelhaft. ES ist ja schon gelegentlich ein armer Teufel durch ein Lotteriegewinn oder eine wunderbare Erbschaft plötzlich zu einem reichen Mann geworden, und er hat da sonderbare Dinge erlebt. Er ging in seinem „Glück" zugrunde, weil eS ihm an Verstand und Selbfibcherr. schuna fehlte. Der „Kavitalist" hat seine besonderen Sorgen, Lasten und Gefahren, für die er ausgerüstet sein muß. Viele von ihnen arbeiten schärfer als ihre Angestellten und reichen mit dem Achtstundenlag nicht aus Ter Besitz drückt auf Leib und Seele.
Sehe jeder wie er 'S treibe. Es wird nicht möglich fein, auch im sozialistischen Staate nicht, daß alle Menschen gleich werden an Fähigkeiten und an Besitz. Es muß verschiedene Stände und Berufe geben, und das Heil liegt darin, daß jeder aus dem Posten, auf den er gestellt ist, seine Pflicht und Schuldigkeit tut. Das ist für ihn selber gut, wenn eS ihm auch manchmal sauer fällt und ebenso für die ganze menschliche Gesellschaft. Tie ist wie ein Uhrwerk die Uhr gebt nur, wenn jedes Rädchen an seinem Platze sich treulich dreht.
Papste aufrecht erhalten konnte. Das nun die päpst- | siche Nuntiatur in Berlin anlangt, so durste sie jefjon bald ihre Regelung finden. Der „8dea nationale zufolge wird voraussichtlich zum Nuntius m Berlin der bisherige Nuntius in München, Mons. Paccelli, ernannt werden. n
Verabschiedung der
° Reichsbeamte«-Besoldungsreform.
Bon Oberpostschaffner Koch, M. d. N.
In 2. und 3. Lesung ist am 28. April ein Reform- I werk verabschiedet, das zwar nicht alle Wünsihe der I Beamtenschaft restlos erfüllt, aber so manche Gesichts- punkte einer neuzeitlichen Beamtenbesoldung berück- I sichtigt, darüber hinaus auch so wesentliche materielle I Borteile bringt, daß bei objektiver Würdigung der Ge- I samtverhaltnisse die Mehrzahl der Beamten mit D-scie- tigun-g erfüllt sein kann. I
Es muß vorab gesagt fein, daß sowohl in ber beson- I deren llnterkommission, wie im Haushaltsausschuß frei I von parteipolitischen und wahlagitatorischcn Rücksichten I jeder Beteiligte reinsachlich di« schwierige Materie zu I bandeln sich bemühte. So auch die Mitglieder der Zen. trumsfraktion, die in der Gesamtfraßion, Rucker». I bedang dafür fanden, daß wesentliche Mehraufwendun» I gen gegenüber der Regierungsvorlage durchgebracht I werden mußten. . „ -
Einmütig war im Unterausschuß bte Auffassung, I baß vor allen Dingen in den unteren Gehalts- I gruppen bie Einkommen unzulänglich seien Dre l Erhöhung des gleichen prozentualen Teueruntzsguschla. 1 ges von 50 Proz. auf 60 Proz. konnte den berechng- ien Wünschen der Beamten der unteren GchaltSgrup. I pen nicht 'gerecht werden. Infolgedessen wurde die Er- Höhung der Grundgehälter und der Kinderzusch'age bie Verhandlungsbasis. Dem Anträge des Verfassers die. ser Zeilen, das Grundgehalt der Besoldungsgruppen 1—7 zu erhöhen, dabei in den 4 untersten Gehaltsgruppen daz Anfangsgehalt um 800 Mk., das Endgehalt um 1200 Mk. in den weiteren Gehaltsgrup- pen aber nur mäßige Erhöhungen der Grundgehälter eintreten zu lasten, wurde einmütig un Unterausschuß, sowie im Haushirltsansschutz beigetreten, wobei eine Ergänzung des Antrages, von anderer Seite emge. bracht, auch noch den Gehaltsgruppen von 8—18 ganz mäßige Erhöhungen zuteil werden liest. Der K, n. derzuschlag ist festgesetzt auf 40 Mk. tm Monat für Kinder bis zu 6 Jahren. 50 Mk. für solche bis zu 14 Jahren, 60 Mk für solche bis zum 21. Jahre, je. doch mit der Einschränkung, daß Kinder übet 14 Fahre hinaus nur bann berücksichtigt werben, wenn sie ein eigenes steuerpflichtiges Einkommen nicht haben. Auch diese Regelung bedeutet gegenüber der Regrerungsvot. lege eine wesentliche Verbesserung, sehr zu begrüßen im Jntereste der kinderreichen Familien.
Im Ortszuschlag ist eine bessere Durchstosse. I lung vorgenommen, von 500 zu 500 Mk., statt der Staffelungen von 1000 Mk. nach der Regierungsvor. läge Zum Grundgehalt, OvtSzuschlag, auch zu den I Kniderznlagen treten 50 Proz. TeuerungSzu. I schlag. Die Regierung hatte angesichts unserer ge- radezu trostlosen Finanzlage mantorleiJBcbenlen ge. gen die vom Unter« und HauptauSschuß bcschlostenen Erhöhungen Sie hat diese zurückgestellt und er. kannte rückhaltlos die ungeheuren Preissteigerungen der letzten Monate on. Die Einkomrne»werhältn,ste her Beamten diesen veränderten BerhSltnisten anzu. passen konnte sie die Notwendigkeit und Berechtigung nicht versagen. Dem Herrn NeichSsinanzminister ge. I büfjrt Anerkennung für feine objektive Beurteilung der Gefamtverhältniste. Auch zugunsten der nicht plan, mäßigen Beamten find die Diäten wesentlich gunfttger festgesetzt worden als in der Regierungsvorlage Dabct ist eine Beschränkung deS Diätariat, auf 5 Fahre fest, gelegt, auch die Bestimmung getroffen, daß Dienstzeiten gegen Lohn ober Schreibgebühren auf bas Diatariat 1 angerechnet werden mästen, .
Ein Rechtsanspruch auf DienfialterSzulagen, die Verkürzung der Aufrückungsfristen für die Erreichung des Höchstgehalts, der Anspruch auf TrenstalterSzuIa- gen von 2 zu 2 Jahren sind Verbesterungen von ganz besonderer Bedeutung. Hand in Hand damit ist eine Personalreform in die Wege geleitet, die bet der Reickispostverwaltung praktisch schon mit der neuen Besoldungsordnung in Kraft tritt, ebenfalls bei an.
S. 2Hal 1920.
In der nächsten Woche entfallen auf ted- Fettkarte 100 Gramm Auslandsschmalz zu 21.— M Wund. Die Krankenkarten werden n>tt hiesiger Butter bedient. Abgabe an die Verbraucher: Samstag. Schmalzausgabe an die Geschäfte: Freitag Dornutlag g bis 12 Uhr im Echlachthof. Duilecauszabe: Freitag Nachmittag in der Molkerei.
Wegen Schlachtviehmangel kann in der nächsten Woche kein frifches Fleisch verteilt, werden. Auf die Fleischkarten werden daher aus städtischen Bestanden 100 Gramm Auslandsspeck zu 22.— M das Pfund ausgegeheru ^^nkrnkarlen werden mit frischem Fleisch
Speckausgabe an die Metzger: Mittwoch van 9 Uhr ab im Schlochthos.
Die Abholung des aus die cingereichtm Zuckerkarten entfallenden Zuckers kann von Mitte nächster Woche ab (nicht früher) erfolgen. Gegeben werden 2Psundaus den Stopf. (l/> Psund laufend und V» Pfund Nach- sieferung vom April). Neuer Ladenpreis 2.— M das. PsunS.
beten ReichSberwaltungen, im besonderen beim Reich?» verkehrSministerium im Wege der Entwicklung sich be. findet. Die im Eisenbahnbetrieb tätigen Beamten ber Gehaltsgruppen 1—5, soweit sie in gefahrvollen, ber. autwortlichen Betrieben stehen, auch einet starken kor. perlichen Abnutzung auSgcsetzt sind, erhalten eine pensionsfähige Betriebszula^e von 400 Mk. jährlich. Rieht aber glaubten die Mitglieder deS Unterausfchustcs so- wie des HaushaltSausschusteS dem Verlangen der Groß- organisationen des Personals der Verkehrsbetriebe (Post und Eisenbahn) betreten zu können, wonach grundsätzlich alle Beamten ohne Unterschied vom Eisen, bahn- und Postschaffner hinauf zum Eisenbahn, und Postsekretär und weiter vom Postdirektor und Rcgie- rungsrat hinauf automatisch nun jeweils eine Stufe innerhalb der 13 Besoldungsgruppen höher rangieren, weil sie eben Verkehrsbeamte sind, Auch bte ReichSregierung konnte diese Forderung in ihrem Ge- samtauSmatz als berechtigt nicht anerkennen. ,
Ez ist natürlich nachzuprüfen, ob im Einzelnen ieoe Beamtengruppe richtig einrangiert ist. Der kommende Reichstag wird bald dazu übergehen, bie, Natwnalvcr.
I sammlung war nicht in der Lage, gemäß den vielen hundert Petitionen Umgruppierungen m andere Besoldungsgruppen vorzunehmen, wäre doch tn der Kurze ber Seit unter Umständen die Gesamtvorlage unerle- bigt geblieben. TaS lag nicht im Jntereste der Beamten. Sie werben bei ruhiger Würdigung der Geiarm- verhältuiste anerkennen müsten, daß die ^erireter bc Zentrums im Ausschuß imb bte Gesamtfraktion daS Menschenmögliche zur Bcsterung der Lage der Beamten
I getan) haben. ________
mehr Rücksicht nehmen, wie früher. In Wirklichkeit wuchert aber ber Egoismus an Stelle beS ebrltajen Sozialismus. • Alles ist auf den Sondervorteil Verses, sen; Klasten, Kliquen, Gruppen, Banden, E.nze^pcr. 'fönen, — sie wetteifern in ber Jagb nach Prosit unb Macht ohne Rücksicht auf die Mitbürger und das Ge. meinwohl. Tas geht soweit, baß gewisse Leute sogar offenbaren Lanbcsverrat betreiben und mit dre sier Stimme erklären, sie wollten das allgemeine Elend her. bciführen, um von dem Zusammenbruch für sich zu profitieren. . .
Diese Siäubernahrren feiern auch mit am 1. Mai. Während die harmlosen Genosten von Weitverbeste, turog schwärmen, spekulieren sie auf die Welwerschlech. terung. Jede Arbeitsstärung begrüßen sie als Vorbe. reitung zu dem Weltbrand, an dem sie ihre höllische Suppe zu kochen gedenken.
Was kann die menschliche Gesellschaft retten? Nur ber echt, richtige soziale Sinn, wie ihn das Christentum lehrt, und bie darauf beruhende Pflicht- unb ArbeilS. treue. Im Volkswohl ist das eigene Wohl zu finden.
Die Reichsbotschaft beim Vatikan.
Das Verhältnis des Deutschen Reiches zum Heili- I Stuhle ist ein recht erfreuliches. Die deutsche Re- ung ist bestrebt gewesen, mit dem heiligen Stuhle gutes Einvernehmen herzustellen. Der Heilige Da- hatte so viel Sympathie für Deutschland gezeigt, I । hatte an so reges und warmes Jntereste an dem »er darniederliegenden deutschen Volke genommen, > nimmt es auch noch, daß dies Empsinden warmer I «lieber Fürsorge unbedingt auch in Deutschland ein „ finden mußte. Es kommt noch hinzu) daß die
Liierung gegenüber dem Heiligen Stuhle auf das Lmpfinden der zahlreichen Kathvsiken im äußersten «rsten und äußersten Osten, also in trn Teilen des I «eickes, die durch den Abnagungsprozeß der Feinde ^meisten bedroht sind, weitgehende Rücksicht nehmen ^Das Einvernehmen zwischen Rom und Berlin kam -nn Ausdruck in der Entsendung des Herrn von B e r- l nach Rom, eines tüchtigen Diplomaten, der auch
Lgi Heiligen Stuhle willkommen war. Die offiz'clle -mennung zögerte sich lange hin, weil in dem Etat L Meiches der Posten eines Reichsbotschafters nicht «reesehen war und diese Frage erst durch Nachforde- „!nqen im Notetat im Wege parlamentarischer Gesetz- «bung geklärt werden mußte.
flerr von Bergen hat nunmehr, wie schan gemel- hf wurde, dem Heiligen Vater das B e g l a u b i » ««nasschreiben überreicht. Bei dieser Gelcgen- L| tarn der deutsche Vertreter auf die Neuordnung ’er inneren Lage in Deutschland zu sprechen und er ßhrte dazu aus:
Die Lage in Deutschlanb habe bei ber deutschen Re- «taung den Wunsch auskommen lasten, nunmehr burch L, Reichsbolschast beim Heiligen Stuhl vertreten zu I Mg. Durch diese Reichsbotschaft soll, entsprechend dem Wunsche des preußischen Staatsministeriums, die bis- ierine preußische Gesandtschaft beim Vatikan aufgehen, »ab dem Beglaubigungsschreiben des Reichspräsidenten Gert sei, so führte er weiter aus, der Leitgedanke dabei, hrn Beziehungen zwischen dem Reich und dem päpstlichen c|UMe das Gepräge ausrichtigster Freundschaft zu geben ° wb durch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit Segens« reiibes «sprießen zu lassen. Weiter gedenke das Schrei- kn der Fürsorge des Papstes für die Kriegsgefangenen, btt Hilfe für die darbenden europäischen Kinder und ber Friedensbemühungen des Heiligen Stuhles während des Krieges. In feiner Ansprache betonte Herr von Bergen M besonders, daß bie deutsche Regierung, die nichts als fieredjtigteit für die fchwer geprüften deutschen Völker be« onspruche, und auch zu geben bereit sei, die Bestrebungen j)f5 Papstes, die Welt zu einer gemeinschaftlichen arbeit zusammenzusühren, um dem Prinzip des Rechtes Gel» jung zu verfchaffen, loyal unterstützen werde.
In feiner Antwortrede ging der Heil. Vater auf btn letzten Satz besonders ein und drückte auch noch seine Freude über die Ernennung des ihm schon länger bekannten Herrn von Bergen aus. Dieses Wohlwollen fand noch weiteren Ausdruck in der dem offiziellen Empfang nachfolgenden längeren Prioat- oodienz.
Mit diesem offiziellen Empfang ist einem weit- ^torischen Vorgang der Stempel aufgedrückt worden. Die Errichtung einer päpstlichen Nuntiatur in Berlin wird nun wohl bald folgen. Ihr Fehlen hat sich im Weltkriege bei der völligen Absperrung Deutsch- londs und bei den Bemühungen des Heil. Vaters um einen gerechten Frieden stark fühlbar gemacht. Auch heute noch, wo es gilt, die Wunden des Krieges zu teilen, die Völker wieder zu versöhnen und „die Welt zu einer gemeinschaftlichen Arbeit zusammen zu führen, um dem Prinzip des Rechtes Geltung zu verschaffen , können erhöhte freundschaftliche diplomatische Beziehungen zum Vatikan für die Dölkerversöhnung und den dauernden Weltfrieden nur schönste Früchte tragen, um [o eher, wenn durch die Errichtung der Reichsbotschaft beim Vatikan und durch die päpstliche Runtia- tat in Berlin eine engere gegenseitige Fühlungnahme erzielt ist. Berlin ist nun einmal der Mittelpunkt des Deutschen Reiches und der Sitz der deutschen Regierung und es war ein Zustand, der sich auf die Dauer nicht aufrecht erhalten ließ, daß der deutsche Minister bes Auswärtigen nur über den preußischen Gesandten beim Heil. Stuhl oder den päpstlichen Nuntius in München die diplomatischen Beziehungen mit dem
Amtliche Anzeigen.
Ktkannimachung.
Rach § 88 ber Polizei-Verordnung zum Fifchereigeketz (Fischereiorbnung) vom 29. März 1917 (Amisblatt 6. 165) müssen Enlendesitzer ihre (Enten oon fremden Mchgewössern sern^olien, wenn ihnen ber Fischerei- berechtigte nicht deren Einlassung gestattet hat. Bei Zuwiderhandlungen setzen sie sich, abgesehen von ber Bestrafung (§ 53 a. a. 0.) der Gefahr der Bcl-l>ödigung oder Tötung der Enten nach § 228 des bür er! etzbuches aus.
Aus Veranlassung rnehriacher K agtn Fischereiberechtigter gebe ich den Herren Bürgermeistern des Kreises aus, vorstehendes in ihren Gemeinden aus ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen.
Fulda, den 3. Nai 1920.
Der Canbraf: Frhr. v. Doernberp.
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außerordentlich blutbildend und nervenstärkend für Geschwächte, Erschöpfte, U eher arbeitete.
Preis Mk. 6.-. In Apotheken.
Galenns Chemische Industrie, Frankfurt a. I.
Märkte.
— »uNm, 8. Mai. Ter heutige Schweine- markt wies eine Zufuhr von 301.Ferkeln und»3 Läufern auf. Für Ferkel wurden 300, 250 unb 200 für Läufer 450, 400 und 350 Mark gezahlt. Der Handel ließ zu wünschen übrig. ,
△ hersfeld. Zum Schwetnemarkk am Donnerstag waren 116 Ferkel und 6 Säufer angc» trieben. Die Preise entsprochen den vorigen Marrt- preifen und betrugen für Ferkel 200—300 Mark, sur Läufer 500—600 Mk. Der Handel war schleppend, sodaß nicht alle angetricbenen Tiere abgefetzt wurden.
* Laut«, back. Auf dem letzten (& coro eine- markt waren 50 Ferkel und 9 Läufer ansgetmeben. Die Ferkel wurden zu 200—300 Mark, die Lauser zu 400 - 600 Mark das Stück bezahlt.
* Kirchhain. Zum Sckweinemarkt waren etwa 350 Tiere aufgetrieben. Käufer waren tn großer Anzahl erschienen und der Handel war flott. Tie Pi eile für Sauaferkrl gingen etwas zuruck. Für ein Paar wurden 320 bis 360 Mark. gezahlt. Für 8 'v'rn alteFerkel wurden 630Mark das Paar bezahl,.