Fuldaer Leitung
4^ Druck »er Fnlbarr Äetieubrnckerci in Fulda.
tun gar
Auswahl aus den auch eine Arbeits-
Volkes, das den und Denker trägt, unseres politischen
können etwas Gutes tun; darum muffen Sie es werden es auch tun, wenn ich nicht ganz und
Balladen, Elegien und eine ziemliche anderen lyrischen Gedichten. Es wird gemeinschaft eingerichtet werden.
Die großen Geistesschätze unseres Ehrennamen des Dolles der Dichter
Sie Ihr hat und sein Sie und
Eine abermalige Zeltungsverteuernng.
Die neuen Postgebühren werden auch den Zeitungen eine weitere Belastung bringen. Es handelt sich dabei um Erhöhung derjenigen Gebühr, die der Zeitungsverleger an die Post für den Postvertrteb zu zahlen hat. .
Daß die Post für ihre Leistungen bei den gewaltig gesteigerten Unkosten auch für die ZeitunqSbeföcde- rung eine höhere Entschädigung Haven must, wird anerkannt. Aber die Gleichstellung der auf die Post- desördeiung im engen Kreise angewiesenen Pro« vinzblätter mit den Berliner Zentralblättern, die durch das ganze Reich gehen, wird allgemein als ungerecht verurteilt.
Der Vorschlag, eine Abstufung eintreten zu lassen, hat dagegen allgemeine Zustimmung^ gefunden. Wenn man bedenkt, dast dre Pravinzblärter durchweg nur auf ein enocs Berbreimnqsgebiet sich verteilen, so erhellt daraus, daß die Leistungen der Post hier viel geringer sind als bei solchen Blättern, die in Masse über das ganze Reich verbreitet sind. Es wird deshalb 'mit Recht verlangt, daß ein engerer Kreis, etwa 40 oder 50 Kilometer der Berechnung zu Grunde zu legen sei, für den dann etwa ein Viertel oder höchstens ein Drittel der vorgeschlagenen Gebühr erhoben werden soll.
Aus llirche und Schule.
*Ter erkrankte Feldpropst, Vischof Dr. Joeppen, befindet sich auf dem Wege der Besserung. Der Heilige Vater sandte dem Kranken seinen besonderen Segen.
• Vom BonifatinSverei«. Wie dar letzte Boni- fatiuSblatt mitteilt, haben vom 1. Januar bis 1.
scheu haben die deutschen Dramatiker in ihren Dramen geschaffen, Gestatten, die mit dem Herzblut des Dichters geschrieben sind. In die liefen des menschlichen Daseins sucht der Dramatiker dinabzusteigen, und immer wieder fesselt ihn das Problem Individuum, Einzelwesen und menschliche Gesellscheft. Wie tief bohrt hier z. B. unser großer Dramatiker Friedrich Hebbel. In diese Gedankenwelt uns wieder einmal hineinführen, die Schönheit, Kraft und edle Natürlichkeit in Leben und Dichten aufsuchen, will die Volkshochschule Fulda in ihrer Vortragsreihe „Heber das deutsche Drama und Theater des 19. Jahrhunderts", die Dr. Maus halten wird.
Die mit Demonstrationen verbundenen Vorträge von Dr. Leingeu behandeln neben den Dau des menschlichen Körpers, wie er sich mit bloßem Auge betrachtet oder unter dem Mikroskope darstellt, hauptsächlich die Funk-
Morgenröte. Die kommende Wahl muß den Sonnenaufgang bedeuten. Wer mitwirkt bei dem Anbruch des neuen TageS, darf stolz fein."
Mitwirken? Wenn ich unter 26 Millionen Stimm- zettel mein bescheidenes Zettelchen mische, so kommt mir das nicht besonders großartig vor. Es geht doch so, wie es gehen soll.
„Aber die Lage ist doch etwas anders, wie früher. Damals wurde von oben herab bestimmt, was geschehen sollte. Jetzt wird von unten her die deutsche Zukunft aus- gebaut. Der deutsche Wähler ist der Schmied seines nationalen Glücks ober Unglücks. Jeder einzelne ist eine gewichtige Triebkraft in der Schicksalsmaschine. Das Volk ist fstr souoerain erklärt worden; in jedem Wahlumschlag steckt eine Portion Souveränität, ein Stückchen von der geteilten Krone. Das muß unser Ehrgefühl steigern, aber auch unser Pflichtgefühl schärfen."
Schön gesagt; aber nach Adam Riese, dem alten Rechenmeister aus dem Hölzschen Dogtlande, entfällt auf einen Stimmzettel nur ein 25mittionftel von der sogen. Dolkssouveränität.
„Gestatten Sie nach neuer Pseifefullnng dazu zwei Anmerkungen. Erstens kann die eine Stimme entscheidend wirken. Früher hatten wir ja zahlreiche Wahlkreise, die für die eine ober andere Partei bombensicher waren. Da kam es wirklich nicht darauf an, ob ein Häuflein Wähler zu Hause blieb. Tausende von Mindcrheitsstim- men verpufften wirkungslos. Jetzt werden alle Stirn- men gesammelt und verwertet. Was in dem Urwahlkreise nicht zur Geltung gekommen ist, wird in dem Wahlkreisverband ober schließlich in dem Reichsverband ausgerechnet und mit einem Mandat für je 60000 belohnt. Also Ihre werte Stimme kann den Ausschlag geben, daß die Zentrumsfraktion ein Mandat mehr bekommt. Dieses Mandat kann wieder entscheidenden Einfluß haben auf die Mehrheitsbildung und die Zusammensetzung der Regierung. Und wenn gar Ihre Stimme einen besonders f tüchtigen Mann ans Ruder bringt, so können Sie sich als
Retter des Vaterlandes beglückwünschen."
Hm! — Sie wollten ja auch noch zweüens etwas sagen.
„Nur dieses: jeder Wähler kann seine Stimme verviel- fälligen."
Aber bitte sehr, geehrte« Fräulein, Sie wollen doch nicht den Wahlbetrug predigen!?
„Richt den Betrug, sondern die ehrliche Arbeit. Wenn Sie einen Genossen an den Wahltisch lotsen, der ebenso stimmt, wie Sie, fo haben' Sie Ihre Dahlkraft verdoppelt. Setzen Sie das Spiel fort, fo können Sie ein halbes ober | ganzes Dutzend Stimmzettel in die Urne bringen. Sogar I hundert oder tausend, wenn Sie das Derben und Wählen | in großem Stile betreiben."
Der Ausschutz des Deutschen Gewerkschafksbundes hielt in Berlin seine Frühjahrstogung ab. Die ihm an geschlossenen Gruppen (Gesamtverband der ch r i st - l i ch e n Gewerkschaften, Gesamtverband Deutscher Angestellten-Gewerkschaften und Gesamtoerband Deutscher Beamten- und Staatsangestellten-Gewerkschaften) sind in guter Entwicklung. Sie umfassen gegenwärtig rund 2 Millionen Mitglieder. Der Deutsche Gelverkschaftebund wir bin den kommenden Wochen mit einer Programmschrift vor die Oeffentlichkeit treten. Die Hauptgeschäftsstelle Berlin SW 68, Charlottenburgerstr. 86, wird ab kommenden Monats ein Korresponüenzttatt herausgeben. In einer besonderen Sitzung wird der Ausschuß das Thema „Generalstreik, Ordnungsschutz und lebenswichtige Betriebe" nach der grundsätzlichen Seite hin behandeln.
Aus Anlaß der Reichstagswahlen wird der Deutsche Gewerkschaftsbund bei den Parteien baldigst zweckmäßige Schritte zur Förderung der von chm erstrebten Ziele unternehmen.
J2 95.
14. April 1980.
gewiß schon hinausgewachsen sind, sondern einfach an deutsches und christliches Pflichtgefühl. Die Wahl geradezu entscheidende Bedeutung für Reich Volk, für Staat und Kirche, für Sein ober Richt- ber Nation. Da muß jeder tun, was er kann, und
Die Volkshochschule Fulda im 2 Dritteljahr.
Die Volkshochschule Fulda hat jetzt wieder ihren Betrieb ausgenommen und zirka 700 verschiedene Hörer haben sich bereits wieder eingefunben. Wir haben einzelne Dozenten veranlaßt, kurz barzu- legen, welche Stoffgebiete sie in bem jetzt beginnen» ben 2. Dritteljahr zu behandeln gebenfen:
Professor Tr. Schreiber lieft im nächsten Dritteljahr über „D i e Religion im Urteil lebender Denker". Er wird auZführen. was einflußreiche nichtchristliche Religionsphilosophen der Gegenwart von der Religion halten, b, h. tote nach ihnen die religiösen Auffassungen in der Menschheit entstanden sind bezw. noch entstehen, welcher Wahrheitsgehalt ober Nchtwahr. heitLgehalt ihnen zukommt, in welchem Verhältnis sie zum Verstandes-, Willens., Gefühls- und Vorstellungs. leben des Menschen, insbesondere zum sittlichen, stehen, schließlich, welche Stellung bet moderne Mensch zur Religion einnehmen solle. Es kommen nur lebende Denker zum Wort, und zwar der Leipziger Psycholog W u n d t, die Monisten bezw. Freidenker Maurenbrecher, Ernst und August Hörmesser, Arthur D r e w S, der Jenaer Religionsphilosoph E u ck e n, die Vertreter der modernen ReligionSpshchologie: Wobbermin, K. Oesterreich und William James (anterüEa. nische ReligionSpshchologie).
Nachdem er im abgelaufenen Dritteljahr die Entwickelung der Weltalls und der Erde sowie di« mannig. faltigen Lebewesen der Urwelt besprochen hat, wird Prof. Dr. tzarlmmm in diesem Dritteljahr die Frage nach Entwicklung der Arten behandeln. Er wird zunächst die Gründe bcrlegett, die für eine Entwicklung der höheren Formen aus den niederen sprechen und sodann zu den einzelnen Entwicklungstheorien, be. sonders zum Darwinismus Stellung nehmen. Eingehend wird er^die angeblich tierische Abstammung des Menschen erörtern, um dann zuletzt — mit besonderer Berücksichtigung Friedrich Nietzsches — die sittliche und religiöse Seite der Entwicklungslehre zu besprechen, ES ist noch besonders zu bemerken, daß die Vorlesungen auch für diejenigen Hörer verständlich fein werden, die an den Vorträgen des verflossenen DritteljahrS nicht teilgenommen haben.
In dem Kranze der Vorlesungen soll auch die Kö. nigin der Weltliteratur, die Bibel, nicht fehlen. Dom- kapitular Tr. Leimbach, Professor der alttestamentlichen Schrifterklärung, hat eS übernommen, in die ästhetische Schriftbetrachtung einzuführen und über die fachliche
mich geint haben sollte. Die gefährlichen Gegner sind schon mit vollem Eifer auf dem Posten. Wir muffen alle Kräfte aufbieten, die verfügbar sind; sonst werben wir überrannt Der helfen kann bei ber Wahlarbeit, muß sofort antreten. Daher übermittele ich Ihnen mit tiefem Knicks die freundliche unb bringen!» Einladung, morgen abend um halb acht Uhr zu der Versammlung der Vertrauensmänner zu erscheinen."
«Run, ich kann ja mal kommen unb sehen, wie ber Hase läuft.
„Danke herzlich; denn wenn Sie erst da sind, dann werben Sie sich auch nicht lumpen lassen, sondern sich mit ganzem Eifer in die Wahlarbeit stürzen. Das Vergnügen kommt von selber, wenn Sie sehen, daß bie Arbeit sich lohnt Sie sind ja ein alter Jäger. Die Ctimmenjagb wirb Ihnen noch mehr Behagen schofel mi. bie Hasenjagd, unb wenn Sie bas Raubzeug aus bem feindlichen Lager zur Strecke bringen, so haben Sie den schönsten Fuchspelz erbeutet. — Also auf Wiedersehen, geehrter Herr Vorarbeiter."
Lus Wiedersehen, Sie schlau« Verführerin! — — Denn ich bie geheiratet hätte, wäre ich schön unter den Pantoffel gekommen!
Ausland.
* Glückliche Finanzlage Englands. Im Verlaufe der Budgetdebatte im englischen Unterhauses betonte Chamberlain die Stärke der Fin anz läge Enn- lands und hob hervor, daß in diesem Jahre 234 Millionen Pfund für die Abtragung der Schuld verfügbar seien und daß für das folgende Jahr eine weitere Verminderung der Schuld um 300 Millionen zu erwarten jet. England sei hierzu imstande, ohne zu außerorden'lichen Maßnahmen, wie z. B. einer Kapitalsabgabe seine Zuflucht zu nehmen- Chamberlain sagte, daß möglicherweise später eine Abgabe auf die durch den Krreg erworbenen großen Vermögen gelegt werden würde und wandte sich gegen die von der Arbeiterpartei vorgeschlagene allgemeine Kapitalsabgabe, die er als ungerecht bezeichnete. Er sagte zum Schluß, das neue Budget würde den Kredit Englands vergrößern und die Stabilität steigern.
• Das amerikanische Heer. Der amerikanische Senat hat mit 46 gegen 10 Stimmen einen Gesetzentwurf angenommen, wodurch das stehende Heer im Frieden auf 17 043 Offiziere und 280 000 Mann vermindert wird.
Die Zweckmktzigkett
in der angewandten Kunst.
Don Architekt F. W. JungffanS- Fulda.
Alle uns im täglichen Leben umgebenden Gegen, stände zeigen große Mannigfaltigkeit in der Formge- ftailtung, die sich aus den Bedingungen ergibt, welche Handhabung unb Gebrauch an dieselben stellen. DaS Bedürfnis und die Zweckmäßigkeit haben ben Mensche« zur Erfindung und Vervollkommnung von Formen ter. anlaßt, die in ihren ersten Anfängen ohne Rücksicht auf bie Schönheit, rein aus dem Wunsche entstanden, sich irgend eine Arbeitsleistung ober einen Teil derselben zu ersparen. So en wickelte sich das Gefäß aus den Formen der Wasser schöpfenden Hand- Hammer und Beil aus der Keule des Urmenschen, bereit Unzulänglichkeit ihn veranlaßte, am Holze einen Stein zu befestigen, da die größere Härte des Materials chm ermöglichte, seine Muskelkraft besser auSzunutze« und gleiche Arbeit in weniger Zeit zu bewerkstelligen. Diese Beispiele lassen sich in unzähliger Menge erweitern, dürften,aber zum allgemeinen Verständnis genügen.
Erst bei fortschreitender Entwicklung und Dervoll- kommnung der Gegenstände wirkt bei den Naturvölkern das Schönheitsgefühl ein und wird in primitiver Der. zierung sichtbar. Hier liegen die ersten Anfänge künst- lerischer AuSdruckSmöglichkeiten, die mit steigender Kul. tut sich auf neue weite Gebiete übertragen und erst zu einer Vervollkommnung des äußeren Schmuckes, des Ornaments, dann aber — was das Wichtigste ist — zur Veredelung bet konstruktiven Form führten.
In der angewandten Kunst hat dies konstruktive Moment stets als logische Grundlage zum Aufbau der Formen gedient. In ber Neuzeit, im Zeitalter bet In. buftrie und Technik, Ivo sich für den Künstler ungeheuer viele unb weste Gebiete erschließen konnten, wurde durch bie Schnelligkeit, mit ber Fabrikation und Handel aufblühten, die Herstellung vieler Gebrauchsartikel cruf maschinellem Wege herbeigeführt. Der Künstler war unfähig, dem plötzlich an ihn herantre. tenden Forderungen gerecht zu werden. Den Hand Werker, der früher mit eigenem Fleiß hergestellte Gegenstände auf Grund seiner konstruktiven Kenntnisse bewußt oder auch unbewußt beeinflußt hatte, machte jetzt die Industrie zu einer lebendigen Maschine, L.e auf- Billigste gre-": Massen Herstellen mußte offne ®e- Lgcnbcri -u hoben, kest-mmend mitzuw tken. Die ftctg# uv. Km-'k-nft der unt reu '.r^ölkeriing-'chtch m ohne künstlerische Schu'vng oder Empfind-n schul den Absatz für die Massenartikel, der n äußere Formen von Fabrikanten unb Zeichnern bestimmt wurden, bie
sollen uns emstichtcn in dem Chaos unb wirtschaftlichen Lebens. Kämpfende, ringende SDten-
Der Himmel bewahre mich!
„Run, so etwas Aufreibendes möchte ich Ihnen auch nicht zumuten. Auch nicht einmal das Treppensteigen und Anklingeln. Für die Saufereien sind schon bewegliche Hel- fet unb Helferinnen da. Aber Sie, verehrter Herr Loh- rneyer, würben sich vortrefflich zum Gruppenführer eignen. Sie verstehen sich auf Listenführung unb Organisation ber Hilfskräfte. Sie schalten unb walten im Wahl- büro; Sie lenken unb leiten den Wahldienst in Ihrem Bezirk, wie ein Hauptmann in seiner Kompanie. Wenn Sie mich als Feldwebel verwerten können, stehe ich zu Diensten. Sie können aber auch ruhig eine männlich, Mut- ter der Wahlkompam« sich beilegen. Di« körperliche Anstrengung in ber Listensührung unb in ber Instruktion bet bienfteifrigen Gehilfen ist nicht groß. Der Geist ist er, ber bie Sach« in Gang bringt, unb ich glaube, daß Sie bie nötige Befähigung unb bie wünschenswert« persönliche Autorität mitbringen würden."
‘ Wo haben Sie denn bas Schmeicheln gelernt? Sin ich eine Maus, die sich mit Speck fangen läßt?
„Rein, ich menbe mich nicht an bie Eitelkeit, über die
Unpolitische Zeitläufe.
Don Fritz Nienkemper.
Berlin, 20. April 1920.
S«, bann nehmen Tie Platz, liebes Fräulein, Sitte!
Sie es sind. Sonst mag ich von ber ganzen ®®)Ietet lieber gar nichts hören.
•txmt, Herr Lohmeyer. Aber legen Sie bloß die nicht fori. Im Gegenteil Ich habe sogar «rerchhölzer bei mir. Ich soll ja auch Feuer aruna* T0*- d. ff. eigentlich nicht in die Pfeifenköpfe, fonbern 61 dre Wählerköpfe."
■ «dri meinem alten Dickkopf wird das wohl schwer En. Ich leide an Wahlverdrossenheit. Haben wir vorige; Jahr genug Aufregung und Sauferei mit Wahlen gehabt? Muß denn alle Jahre der Tru- sich erneuern?
„Nein, alle Jahre nicht. Er häuft sich nur in bie.
Übergangszeit. Dann sollen Sie bis 1924 Ruhe- haben. Ich glaube auch, das jetzige Parlament ??Ere.rroch ganz gut eine Weile Vorhalten können. Aber $ Neuwahl ist nun mal beschloffen. Auf vielseitiges lü'e cS *n der Reklame heißt. Daran ist ändern. Wenn's regnet, muß man d«n Re.
*wchwm aufspannen, wenn man für diesen Apparat ch keine Dorliebe hat. ES fragt sich bloß, ob auch die
^Künftigen Leute sich an der Dahl beteiligen wollen, / Hitzköpfe und Ouertreiber machen schon aus Leibes- ffften mobil. Sie werden uns unterbudtern, wenn 1 *nt Schmollwinkel sitzen bleiben."
ja, ich will ja auch pflichtmäßig meine Stimme Elleben, wenn es mir auch keine Freude macht. Sind 014 zufrieden, geehrte Agitatorin?
-Die Abschlagszahlung wird mit Dank angenom.
Sfttor zufrieden bin ich noch nicht. Zunächst » ■ e. ich ganz ergebettft toünfmen, daß alle unsere rCrtrieenoffcn auch frisch und fröMicff, mit erhobenem «W, ja mit Stolz zur Wahl gingen."
'Stolg lieb' tifi den Spanier sagte der Dichter. Ste 1
•wn aber auch den deutschen Urwähler von heutzutage 6111 Stolz aufblasen?
. -34 glaube, unser Nationalstolz ist freilich gedrückt, <7 nicht geknickt. Trotz allem Elend, daz uns die bet Feinde beschert hat, dürfen wir unS 'wer schätzen und ehren als Glieder einer Nation, die, ^?vier Jaör- lang einer ganzen Welt gegenüber ^enffaften Widerstand geleistet hat. Das deutsche risi nach Jena wieder groß geworden, cs wird auch
4 Versailles wieder hock- kommen, tve-in nur d».e ^uticffen Eigr -deutsche bleiben. Jj:de W-abl ist eine be auf die Lebenskraft unserer Station. Die Wahl
3ahre, die nach ber Niederlage und Re- ution verhältnismäßig vernünftig ausfiel, war die
und formelle Schönheit der alttestamentlichen Literatur zu sprechen. ES werden gewürdigt die prophetischen Schriften, vor allem Jsaias und Jeremias, ferner die unsterblichen Lieder her Psalmen, daS Buch Job, die WeiSheitSüüchet, auch die Geschichlserzählung des Alten Bundes. Von dem Interesse und den Wünschen der Zuhörer wird eS abhängen, ob nur eine kurze Zuscnn. menfaffung geboten wird ober eine ausführliche Dar- stellung, bie allerdings auf mehrere Tritteijahre ber. teilt werden müßte. Auch die Frage ist zu behandeln, wie die alttestamentlichen Schriften bie bildenden Künste, die Poesie rr> Musik angeregt und befruchtet haben. Die Sottiti oben nicht, wie angekündigt, Freitags, sondern Monwgs von 6.30 Uhr bis 7.15 Uhr statt,
Mater Romana Heller wirb in biefem Dritteljahr als Einführung in das für die Frau vielleicht interessanteste Gebiet ber Wissenschaft, in bie Erziehungslehre, mir für Frauen eine Vortragsreihe im Institut ber Englischen Fräulein ab halten. Die (BrunMage für bie Beantwortung ber Frage: „Wie erziehe ich mein Kind?" gibt uns bie Kenntnis vom Wesen unserer Äinber, welche uns bie Seelenlehre vermittelt. Aus der Seelenlehre sollen uns nun in diesen Vorträgen die notwendigsten Voraussetzungen gegeben werden, die es uns ermöglichen, uns selbst besser zu verstehen, Menschenkenntnis unb Verständnis für andere zu gewinnen. Sodann selten aus der Erziehungslehve solche Kapitel zur Sprache kommen, bie uns helfen, bie rechten Wege für unsre eigene Erziehung unb bie anberer zu finben.
Seminarbirektor Dr. Dudenhausen spricht über Leib unb Seele, ihr Wesen unb ihr Zusammenhang. Zu jenen Fragen, bie von alters her das Denken ber Menschen immer wieher auf sich gelenkt haben, gehört bas Problem vom Wesen bcs Menschen selbst, bie Frage nach ber Natur unb bem Zusammenhang von Leib und Seele. Was sollte auch dem benkenben Geiste näher liegen als bas Interest« am eigenen Ich, dem Woher, bem Wohin unb bem Zusammenhang ber eigenen Person mit der gesamten Wirklichkeit? Unb zu bem theoretischen Inte- reffe an ber Lösung unserer Frage tritt noch ein nicht minder großes praktisches; richtet sich doch nach bem Ausfall ber Antwort bie gesamte Welt- unb Lebensanschau- ung, bie besonbere Auffassung ber eigenen praktischen Ziele unb Lebensaufgaben, bie in letzter Linie der gesamten Persönlichkeit ihre eigen« Richtung unb Ausprä- gung geben.
Pfarrer Reich wirb bie Vorlesung über „Goethe" forisetzen. Er wirb ba fortgefahren werben, wo bie Vorlesungen bes 1. Dritteljahres enbigten. 3m Mittelpunkt wirb wie bisher bie Entwicklung des Menschen unb Künstlers Goethe stehen. Insbesondere soll die religiöse Entwicklung unb bie Befreiung von bem jugendlichen Sturm unb Drang verfolgt werben. Was Schiller, ber Held ber Selbstüberwindung, zur Vollendung des Menschen unb Dichters Goethe geleistet hat, wirb ins Licht gesetzt werben: Die Vereinigung von Sinnenglück unb Seelerfrie- ben, von Lebensgenuß unb Pflichterfüllung. Aus bat zu beffanbelnben Werken feien nur bie hauptsächlichsten genannt: Iphigenie, Tasso, Wilhelm Meisters Lehrjahre,
Februar 1920 145 Personen durch einmalige Zahlung von 100 Mark die lebenslängliche Mtt- gliedsckaft erworben. Die Gesamtzahl betragt jetzt 3169. Die Patenschaft für Diasporakmder haben vom 25. November 1919 bis 1. Februar 1920 303 Wohltäter erworben, insgesamt 1661, durch einen Monatsbeitrag von 15 Mark oder einen Jahresbeitrag von 180 Mark.
* (Ein Beitrag zur Notlage des Klerus. Im An- zeigeblati (Nr. 4) erläßt das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg (Dreisgau) folgenden Erlaß cm die Geistlichen, um die Pfarrangehörigen über die Verhältnisse aufzuklären:
„Tie für den Gottesdienst notwendigen Gegenstände rnd im Preise außerordentlich gestiegen; die Lebens- Haltung ist sehr teuer geworden; der Geldwert ist m ungeahnter Weise gesunken. Auch wenn nach Monaten oder Jahren die Kaufkraft des Geldes wieder wächst, kann es einem vernünftigen Zweifel nicht unterliegen, daß viele kirchliche F unb Pfarrpfründen unb Kapla. neien unzureichend fein werden. Tragen doch unter den etwa 800 Pfarreien in Baden 34 ein jährliches Reineinkommen unter 1000 Mark, 348 ein. jährliches Reineinkommen von 1000 bis 2000 Mark, 166 ein jähr- Reineinkommen von 2000 bis 3000 Mark, 78 ein jähr. licheS Reineinkommen von 3000 bis 4000 Mark. Und von den 259 Dikarstellen sind nur 70 in etwas cmsge- tcritete, 90 ungenügend ausoestattete (b. h. sie tragen keinen Zins von jährlich 300 Mark, was daz sogen, fixe Gehalt eines Vikars ist) unb 99 haben gar keine Dotation! Nur haben auch viele Katholiken in den jüngst verflossenen Jahren erhebliche Einnahmen gehabt. D^z Geld wird zuweilen unnütz auSgegebcn, aber auch in großen Summen zurückbehalten. Wir beauftragen bie Pfarrvorstände, die Pfarrangehörigen über die Ver. hältniste aufzuklären und um AuSstaltung der Fonds und Pfründen sowie Dikarstellen anzugrhen."
Auf je 60 000 Wahlsttmmen!
Den Kernpunkt des neuen Wahlgesetzes, das jetzt fertig ist, bildet die Bestimnumg, daß auf je aOOO Wahlstimmen ein Abgeordneter entfällt.
” jorin steckt der zwingende Antrieb, daß alle ^^berechtigten bis auf die letzte bewegliche Person i Urne gebracht werden. Wenn eine Stimme an
* oorgeschriebenen 60 000 fehlt, so gibt es fern Man- in dem betreffenden Wahlkreise. Dann gehören "T ^gekommenen Stimmen zu dem „Ausfall", der bie Wahlkreis verbände und schließlich aus die «eichsliste abgeschoben wird. Ob da noch ein Mandat mW«1 >st- bleibt unsicher; um so mehr, als das Ge- 8> besondere Schutzmaßregeln voroesehen hat, damit ! gL bie kleinen Gruppen von Wählern zu sehr ins ! graut schießen.
Mr sicheren Erfolg haben will, muß dafür sor- baß in seinem örtlichen Wahlkreis wenigstens KgOO Stimmen oder womöglich das Mehrfache von i jö 000 Stimmen für feine Kandidatenliste aufg:- ‘ kocht werden.
Der Erfolg hängt von der Wahlbeteiligung »b. Das halten wir nicht für schön; aber es ist vereinbart, und man muß sich damü abfinden.
Ne starre Ziffer von 60 000 Stimmen ist vorteil- lj« für die Wahlkreise mit dichter Bevölkerung, da £iri eher eine starke Wahlbeteiligung zu erzielen ist, i in den ländlichen Bezirken, wo schon bnrch die phlegmatische Gewohnt eil die Teilnahme an 1 jjgt Versammlungen, die Verbreitung von Drucksachen, i jtr Schlepperdienst sowie der Gang zur Wahlurne er» i »wert sind. Also muffen die Wähler tu den ländlichen Kreisen sich besonders anstrengen, gm nicht bei dem Wettlauf um die 60000 Stinimen Bkrffolt zu werden.
Di« starre Ziffer von 60 000 kommt ferner den radikalen Parteien zugute. Dort, wo Opposition getrieben und die Unzufriedenhest aufgcstachelt und), pflegt die Agitation schärfer und wirksamer zu fein. Diejenigen Wähler, die den allen Kurs beibehal- ttn wollen, sind mehr zu Gleichmut oder gar Lässigkeit geneigt; sie regen sich nicht so leicht auf und meinen leicht, es ginge auch so. Diese Gemütsruhe muh über- wunden werden, denn sonst schnappen die Extremen bas Mandat fort. Gerade die gemäßigten, bedächtigen Mähler müssen sich regen und rühren, — nicht bloß um den eigenen Zettel abzugeben, sondern auch um dk Bekannte und Freunde heranzuholen, damit die gute Sache nicht hinter 60 000 zurückbleibt.
Eine weitere Nutzanwendung aus dem neuen Wahlrecht geht dahin, daß auf Seitensprünge und jede Art von Sonderbündelei verzichtet werben muß. Aus den durchschlagenden Gründen, weil habet das gewünschte Mandat nicht zu erreiche« ist,wohl aber Schaden angerichtet wird. Wie schon angebeufet, ist vorgesehen worden, daß die kleineren Truppen auch in den höheren Verbänden nur insoweit röt Mandat erreichen können, als sie schon in den Einzelwohlkreisen etwas errungen haben. Also hat es feinen Sinn und Zweck, sich einer Liste anzuschließen, die nicht wenigstens an 60 000 Stimmen herankom- mm kann. Wer klug ist, verzettAt nicht seins Stimmen in einem aussichtslosen Grüppchen, sonder« schließt sich der Liste derjenigen Partei an, die trotz einzelner Zweifel und dem Dichterspruch, daß man immer zum Ganzen streben und sich als Glied einem Tanzen anschließen soll, wenn man selber kein Ganzes bilden kann.
Das neue Wahlgesetz predigt Sammlung und es predigt Eifer. Keine Etgenbrödelei und keine Saumfefigtetil Beides würde nur den geschäftigsten Feinden von Ordnung, Sittlichkest und Wohlstand die lberhond verschaffen.
Die staatserhaltenden und christlich gesinnten Strafte an Volke müssen mobil gemacht werden, und dazu kann jeder Mitwirken, der Kopf, Herz und Junge aas dem rechten Fleck hat.
Aus zum Werben, damit an den 60 000 Stimmen nichts fehlt!
Zentrum voran!