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47. Zahrg

Dienstag, 20* April 1920

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Entschiedenheit dafür eingesetzt, diesen Gedanken in neuen Reichsverfassung zur Geltung zu bringen.

4. Tie christliche Staatstveisheit, an der sich Zentrumspartei jederzeit orientiert, schreibt keine

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Partei durch Sonderorganisationen und Sonderbestre. Bungen irgendwelcher Art gefährdet, versündigt sich an den unvergänglichen Idealen und an den Interessen, bie das Zentrum wahrzunehmen berufen ist.

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die großen Räume einem gemütlichen Wohnen voll» kommen hinderlich sind.

Einer halbamtlichen Meldung zufolge soll der fran­zösische Oberbebefehlshaber in Frankfurt a. M., Ge­neral D e m e tz, von seinem Posten enthoben und durch General V i d a l o n ersetzt werden. Die Maß­nahme der französischen Negierung dürste mit den letz­ten Vorgängen in Frankfurt in Verbindung stehen,

(Ein drakonisches Urteil.

(h) Frankfurt a. IN. Das französische Militär- gericht verurteilte den Polizeiwachtmeister Schäfer zu drei Monaten Gefängnis und 500 Mk. Geldstrafe, weil er beschuldigt wurde, gegen Zuschauer, die beim Einzug der Belgier über die Truppen ab­fällige Aeußerungen gemacht hatten, nickst eingeschritten zu sein.

Die Auslieferung des Hölz.

Sachsen hat bei der tscbecho-slowakischen Regie­rung die Au s liefe rung Hölz' als einesschwe­ren Verbrechers beantragt.

Die Lage im Ruhrgebiet.

Der Minister des Innern 2 e o e r i n g erklärte einem Mitarbeiter der P. P. N., die R ü ck b e r u - fung der Truppen aus dem Ruhrrevier habe begonnen. Ersatz werde wohl erforderlich erschei­nen, der von der grünen Polizei gestellt werde. Er halte » für das Zweckmäßigste, wenn bald eine Vermehrung der Sicherheitspolizei erfolge. Gleich­zeitig mit der Vermehrung müsse eine wirkliche d e - mokratische Reorganisation der Si­cherheitspolizei durchgesührt werden. Die ersten Schritte dazu seien getan. Die kompromittierten Führer der Abteilungen und dertschaslen würden unnachsichtlich entlassen. Tüchtig Beamte im Unter­offizierrang würden befördert. Den Abteilungsstellen würden Zivilkommissare beigegeben.

Zu den verschiedenen Putschgerüchten er­klärte der Minister, er halte diese Gerüchte für über­trieben. Schließlich teilte der Minister mit, daß das Ergebnis der Ablieferung im Ruhrgebiet bisher sehr unbesriedigend gewesen sei.

Die Einwohnerwehren.

Die deutsche Regierung hat an den Vor­sitzenden des interalliierten Ueberwachungsausschuf- ses für das Landheer eine Note gerichtet, in der sie betont, daß die Ententenote vom 12. März über die Einwohnerwehren von unzutreffenden Vor­aussetzungen ausgeht. Die Einwohnerwehren feien in den Wirren des vorigen Jahres zu dem Zwecke gegründet worden, durch Unterstützung der geringen militärischen Kräfte u. berufsmäßigen Polizeiorzane die Heimat vor vollständiger Auflösung der Ord­nung z u b e w a h r c n. Bei Gründung wie auch beim Ausbau der Einrichtung fei jeder Gedanke von einer Verwendung zu militärischen Zwecken ausgeschlossen gewesen. Die deutsche Regierung habe daher keinen Anlaß gehabt, die Bildung der Ein­wohnerwehren vor der interalliierten Kommissioil zu verheimlichen, und lediglich dem unter Verkennung der tatsächlichen Verhältnisse ausgeübten Druck weichend, habe sie sich zur Auflösung der Wehren in ihrer jetzigen Form entschlossen. Die deutsche Regierung vermöge aber n i ch t a n z u e r k e n n e n, daß die Bestimmungen des Friedensvertrages sie zwingen, der Bevölkerung jede Möglichkeit des bis auf weiteres unbedingt notwen­digen Selbstschutzes zu versagen.. Die Auf­rechterhaltung der inneren Ordnung fei die Hauptvor­aussetzung dafür, daß den Bedingungen des Friedensvertrages nachgekommen wer­den könne, und es werde geprüft werden, welche zuläs- sigen Einrichtungen weiterhin diesem Zwecke dienen kön­nen unter Wahrung ihres lokalen Schutzcharakters und Vermeidung jeder militärischen Organisation und Aus­bildung.

durch meines Geistes Arbeit. Als höchster Lohn stand mir die Vereinigung mit Ihnen vor der Seele, Edel, gardl Mit JHnen zusammen wollte ich auf dem Grund, den ich gelegt, weiter arbeiten I Voller Stolz wollte ich Ihnen zeigen, was ich geschaffen! Ihre Liebe, Ihr Vertrauen sollte mich zu neuer Arbeit anu spornen. Mußte mich da nicht das Angebot Ihres Vaters wie ein Schlag ins Gesicht treffen? Mein Stolz sollte gebrochen, vernichtet werden — ich sollte der Sklave des GolheS werden, das Ihr Vater sich durch allerhand Börsenspekulationen erworben hat! Ich sollte es ertragen, daß die Welt mit Fingern auf mich wicS und spottete: „Jetzt, da das Mädchen wieder zu Reich­tum gekommen ist, letzt führt er sie heim — jetzt lebt er von dem Gelbe ihres reichen Vaters — ohne dieses Geld wäre er ja doch, zugrunde gegangen!" Aber ich hx Hie, ich mußte der Welt zeigen, daß ich auch ohne das Geld Ihres Vaters fertig würde! Ich durfte Ihr Geld nicht annehmen, Edelgard, denn es schädigte meine Ehre — mochte auch mein Lebensglück darüber verlo. reit gehen —"

In flammendem Zorn, in edler Entrüstung, erzitz- ternd in tiefstem Schmerz stand er vor ihr — und sie

stimmte Staatsform vor, nicht die Staatsform ist das Entscheidende, sondern der Gei st, der die Form belebt: Achtung vor der Autorität, Pflichtbewußtsein und Ordnungssinn. Die Zentrumsfraktion der Ratio, nalversammlung hat sich für Wahrung der Autorität und der Ordnung, für die Weckung und Vertiefung des Pflichtbewußtseins in allen Ständen unablässig bemüht und nie einen Zweifel darüber gelassen, daß diese Grundlagen des Staatswesens nur in engster Verbin­dung mit der Ehrfurcht vor der christlichen Lebensweis, heit unerschütterlich gesichert erscheinen.

5. Volk und Vaterland zu retten ist und bleibt in den Wirren der Gegenwart erste und oberste Pflicht einer christlichen Volkspcrrtei. Dieses eminent vater­ländische Pflichtgebot forderte von der Frak. tion des Zentrums als einer Minderheitsparei mit an­deren Parteien, soweit sich ein Boden für die gemein, ferne praktische Arbeit finden ließ,, zusam­menzuarbeiten. Wer ein solches Zusammen, wirken beanstandet, verdächtigt und bekämpft, verfehlt sich an Volk und Vaterland, die des Aufbaues und der Ruhe bedürfen. Entsprechend den Grundsätzen des Zentrums vertraut der Reichsausschuß darauf, daß die Zentrumsft-cktion der Nationalversammlung, getreu ihrer bisherigen Haltung, unter keinen Umständen eine Nebenregierung von unberufener Seite duldet oder zweierlei Maß in der Anwendung der Gerechtigkeit anerkennen wird. Von dieser Staatsnotwendigkeit darf gegenüber dem Hochverrat nicht abgegangen werden, ob er von links oder rechts gekommen.

6. Noch ist das große vaterländische Rettungswerk nicht sichergestellt. Jeder Tag birgt neue Gefahren in sich von außen und innen. Bei dieser Lage tut eines not: Ein starkes, in sich geschlossenes Zentrum. Wer sich in unfruchtbarer Opposition und Kritik ergeht, wer die Einheit und Stoßkraft der

Die Tagung der Entente in San Remo.

Der Beginn der Verhandlungen.

In San Remo begann am Sonntag die vorläufige Besprechung der verschiedenen Premierminister. Mil­lerand und Lloyd Georg« haben Nitti einen Besuch abgeftattet, um die Tagesordnung über das Pro­gramm der Konferenz festzustellen. Im letz­ten Augenblick haben die Jugoflaven mitgeteilt, sie feien nicht bereit, sich an den Besprechungen zu be­teiligen. Hierdurch wird es unmöglich, die adriatische Frage zu behandeln. Es bleiben daher nur zwei große Probleme zur Behandlung übrig, nämlich die Entwa ff nung Deut 'hlands und die tÜr- kifche Frage. Man erwartet, daß die Konferenz höchstens acht Tage dauern wird, da es notwendig ist, daß die Regierungschefs vor dem L Mai wieder in ihren Ländern fein werden.

Der amerikanische Vertreter, der nur aus Höflichkeit-qründen nach San Remo gekommen war, ist bereits wieder abgereift.

Der „Mcsiin" meldet, daß die Unterredung zwi­schen Millerand und Lloyd George anfangs sehr kühl gewesen sei, später aber die Herzlichkeit wiedergewon­nen habe. Frankreich wünsche die Ausführung des Versailler Vertrages und eine gründliche Abrüstung Deutschlands. England wäre mit der Abrüstung Deutschlands einverstanden, wolle aber Schiedsrichter zwischen den Festlandsmächten bleiben, von denen keine die Oberhand gewinnen solle: außerdem verlange England die Hegemonie im Ost e n. Das Gefühl des italienischen Volkes ist augenblicklich gegen die Alliierten, vor allem gegen Frankreich.

Um das Schicksal der Türkei.

wtb San Remo. 19. April. Der Oberste Rat der Friedenskonferenz beschloß heute vormittag, die Dele- gation der türkischen Regierung auf den 10. Mai zur Entgegennahme des Bertra gs t ext es nach Paris zu berufen. Nachmittags prüfte der Rat den Entwurf einer Antwortnote auf die Note des Präsidenten Wilson in der ottomanischen Frage.

Die Besetzung des Malngaues.

Da sich die Sage im Ruhrrevier erheblich gebessert hat und einer Räumung der neutralen Zone durch die Reichswehr keine besonderen H'mdernisie mehr im Wege zu stehen scheinen, gewinnt es den Anschein, als ob sich die Franzosen nunmehr zur Räumung des Maingaues ernstlich rüsten würden.

Unser Frankfurter mc-Mitarbeiter meldet uns da­zu: Von den französischen Truppen ist am Samstag und Sonntag ein beträchtlicher Teil abge - rückt. Kavallerie befindet sich keine mehr in Frank­furt. Auch die Bagagetruppen sind abgerückt. Die Bevölkerung des Untermains hat sehr unter den täg­lich wechselnden Einquartierungen durch die Truppen­bewegungen zu leiden, während in Frankfurt die Bür­gerschaft bis auf die Offiziersquartiere im allgemeinen verschont geblieben ist, da die Stadt rechtzeitig Schu­len bereitgestellt hatte. Bedauernswerte Opfer der französischen Besetzung wurden zum zweiten Male die elsässischen Flüchtlinge, die in der Gut- leut-Kaserne untergebracht waren und ihr neues Heim schon wieder verkästen mußten, um abermals den Franzosen Platz zu machen. Sie wurden gleichfalls in Schulen untergebracht, jedoch ganz unzureichend, da

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Deutsche Nationalversammlung

Sitzung vom 19. April.

Auf der Tagesordnung steht die dritte Beratung be» Gesetzentwurfes betreffend die Grundschule unb die Aufhebung der Vorschule.

Abg. Dr. Mumm (Dnat. Vp.) befürwortet eine Anzahl Anträge seiner Partei, die Reichsminister Koch durch die Bestimmungen der Verfastung für erledigt er- Härt

Die Anträge der Teutichnationalen werden abge. lehnt und das Gesetz in der Fastung der zweiten Lesung angenommen.

Es folgt die erste Beratung des Gesetzentwurfes über die Versorgung von Militärpersonen und ihrer Hinterbliebenen (Reichsversorgungsges e tz). Das Gesetz wird dem 7. Ausschuß überwiesen

Dienstag: Fortsetzung; Anträgen, Interpellation Eupew-Malmedh, Interpellation betreffend den Durch­gangsverkehr nach Ostpreußen und anderes.

Er schien ihre Worte nicht gehört zu haben. Jetzt trat er näher an sie heran und sprach flüsternd, mit heiser klingender Stimme weiter:

„Was ich in jener Stunde empfunden, da mir dieses schmachvolle Anerbieten gemacht wurde — von dem Vater des Mädchens, das ich mit ganzer Seele liebte —- ich vermag es nicht zu sagen! Wer Sie Edelgard, Sie hätten es wissen mästen, daß ein solches Angebot mich tief verletzen mußte! Ich hatte Ihnen und mir einen heiligen Schwur geleistet. Sie durch eigene Arbeit zu erringen — ich habe gearbeitet, Edelgard, wie nur ein Mann arbeiten kann, wie ein Knecht, wie ein Bauer — vor keiner Arbeit schreckte ich zurück —"

.Ich habe es gesehen," schluchzte sie auf, sich der ©jene im Steinbruch erinnernd.

Doch er fuhr fort;

„Und meine Arbeit ward mir zum Segen — meine Arbeit, die den Lohn in sich trug, die mich zu einem zufriedenen, fast glücklichen Menschen machte, sie trug auch äußerliche Früchte. Mein Besitztum, die von den Eltern ererbte Scholle, begann aufzublühen. Ich er.

1. Beim Abschluß der Tagung der deutschen Natto- nalversammlung spricht! der ReichSparteliausschuß der Fraktion der Nationalversammlung seine volle Anerkennung aus für die wert, volle, wie veran worlungsreiche Arbeit am Wiederauibau des Reiches und bekundet ihr sein uneingeschränk. tes Vertrauen.

2. Der Reichsausschuß der Zentrumspartei erkennt einmütig an, daß die Grundsätze aus den Ta. gen Windthorst's und von Mallinckrods auch der Zentrumsfraktion der deutschen Nationalversammlung immer vorangeleuchtet haben. Der Unterschied zwischen dem Einst und Jetzt im politischen Leben erblickt der Reichsausschuß nicht in einer Aenderung der Grund­sätze, sondern in dem gewaltigen Wandel der Zeit. Nicht die Grundsätze haben sich geändert,, sondern die Zeiten.

8. Im Geiste ihrer alten Ueberlieferungen bat sich die Zentrumsfraktion der Nationalversammlung mit aller Kraft bemüht, die Rechte der Kirche, die Fr ei heit der kirchlichen Genossenschaf, ten, die christliche Erziehung, die Ion. fessionelle Schule und die Elternrechte auf die Erziehung zu wahren. WaS die Fraktion als Minderheit bei der Verabschiedung der Verfastung erreichen konnte, hat sie unter unsäglichen Anstrengungen unb Sorgen erreicht. Aus dem gleichen Geiste heraus war die Fraktion davon durchdrungen, daß in dem wirtschaftlichen und moralischen Niedev, bruch des deutschen Volkes eine Rettung nur möglich ist, wenn es gelingt, den christlichen Gemein­schaftsgeist, das Pflicht, und VerantwortlichkeitA- gefühl wieder in allen Schichten des Volkes aufzurich­ten und zu festigen. Darum hat sie sich mit aller

innerte mich des alten Wappenspruches meines schlechts: .Halte fest, was Dir anvertraut ist", klammerte mich an das Vermächtnis meiner Väter empfand es als eine tiefsittliche Pflicht, dasselbe zuhalten und auszubauen durch meiner Hände

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Das Zentrum für die Landwirtschaft.

In Köln fand eine Besprechung zwischen Vertretern des Rheinischen Bauernvereins und der LandWtrtschasts- fninmer statt, in welcher sehr energisch Stellung genom­men wurde gegen die unzulänglichen Preise fürdie an die Entente abzuliefernden Pferde. Die in der Versammlung anwesenden Zentrumsabgeord- neten, Staatssekretär Busch und Gutsbesitzer Len - sing, haben die Forderungen der Landwirtschajt in den zuständigen Ministerien vertreten. Daraufhin haben sich der preußische Landwirtschaftsminister und der Reichs- produktionsminister in einer gemeinsamen Besprechung dahin geeinigt, die Preise in der von den Landwirten gefordertenHöhefürdie Pferde f e st z u s e tz e n.

Diese Nachricht wird in weiten Kreisen der Land­wirtschaft, namentlich auch bei unsren Freunden in Ober- Hessen, berechtigte Genugtuung Hervorrufen. Es verdient hier besonders hervorgerufen zu werden, daß das Zentrum sowohl in der Preußischen Landes­versammlung wie in der Nationalversammlung wie­derholt Anträge gestellt hat, die auf eine ^-“ere 23er- ' tziüung dep an die Entente abzuliefernden ... hinauz-

®r halte die Fassung wieder gewonnen, sprang auS Sattel und trat, das Pferd am Zügel führend, mit höflichem Gruß auf sie zu.

--Ich habe kein Bersteckspiel Getrieben, Fräulein ahnden," sprach er mit leichter, bebender Stimme. .Aber es ist hier wirklich nicht der Platz zu einer längeren Unterhaltung. Ich muß Sie nochmals bitten, flch rasch zu entfernen. Die Leute unten warten so Ege, bis sie mich in genügender Entfernung wissen, *totn zünden sie die Minen an. Lasten Sie uns gehend

. »Ich gehe nicht eher von dieser Stelle, bis Sie mir eine Frage beantwortet haben!"

»So fragen Sie!"

»Welches ist der Grund Ihres sonderbaren Berieh- 1Rci’5 mir gegenüber?"

Sn seinen Augen flammte es auf.

»Sollten Sie diesen Grund wirflich nicht kennen, Fräulein Lynden?"

»Ich weiß keinen anderen als den, daß Sie mich mehr lieben — daß alle Ihre Worte und Ver- luherungen falsch waren," entgegnete sie herbe.

Sein Gesicht verfinsterte sich.

»Können Sie sich nicht denken, daß Ehre und Selbst- Achtung einem Manne verbieten, um ein Weib zu wev- das er trotz allem liebt —"

»Ihre Ehre? Ihre Selbstachtung? Soll das ein ®®rlDurf für mich sein? Dann muß ich um deutlichere Erklärung bitten!"

f -Wenn Sie nicht begreifen können, wie tief krön- das Angebot Ihres Vaters für mich fein mußte,

*tnn habe ich mich in Ihnen getäuscht."

»Ta? Angebot meines Vaters? Ich verstehe Sie immer nicht."

»Sic wissen doch jedenfalls, daß Ihr Vater Schloß vredersdorff laufen wollte und mir in dieser Absicht B°r mehreren Monaten ein Angebot machen ließ?"

»Mem Vater wollte Fredersdorfs kaufen?"

»Freilich — eine Million ließ er mir dafür bieten!" "«Segnete Harald mit bitterem Sachen. „Ich verstehe vmn Lynden sehr wohl! - Er wollte Rache an nvr "$mtn — er wollte dort als Herr einziehen, wo einst wme Tochter nur als meine Gattin wohnen sollte! ""d dann wollte er es mir — als die HochzcflSgabc sei- ^..^-ochter wieder übergeben — ja, so sagte der Kom. Wfionär! Unb nun leugnen Sie noch, daß Sie von vtesem Plane nichts, wußten

»Ich wußte nichtsl" iam es tonlos von ihren blei. Herr Lippen.

Die Tagung ves Reichsausschufles der Zenlrumspartei.

In den lagen vom 17. bis 19. April tagte in Ber- 5n im Reichstagsgebäude unter dem Vorsitz des Abg. «.heimrat Trimborn der Reichsausschuß der Zentrums- earteL Sie Verhandlungen standen unter dem Zeichen Lr kommenden Wahlen, und es wurden alle Fragen, sie für die Stellung der Partei in dem bevorstehenden Wahlkampf von Bedeutung sind, eingehend und frei­mütig erörtert. 3m MittelpunH der Besprechung stand die iimerpolilische und parteipolitische Orientierung der Partei in Vergangenheit und Zukunft. Die Auffassung derjenigen Kreise in unserer Partei, die der Koalitions- politik kritisch oder sogar ablehnend gegenüberstehen, wurde 'm der Debatte berücksichtigt. Es ergab sich voll­ständige Einmütigkeit darüber, daß das Zu- Lmmenarbeiten der Fraktion mit der demokratischen und der sozialdemokratischen Partei die Fraktion zwar vor die schwierige Aufgabe gestellt hat, ihre Grundsätze in einer Koalition zur Geltung zu bringen ,m der auch Parteien mit ganz anders gerichteten Ten­denzen vertreten sind, daß diese Zusammenar­beit aber geleistet worden ist, ohne daß die Fraktion ihren Grundsätzen untreu wurde, daß diese Zusammenarbeit «ne vaterländische Notwendigkeit war und daß sie sich als dem Reiche nützlich erwiesen hat. 3n diesem Zu­sammenhang wurde festgestellt, daß die Görres-Kor- respondenz, die sich im bewußten Gegensatz zur Fraktion und zu ihrer vom Reichsparteitag gebilligten Polisik stellt, nicht den Charakter einer Zentrums-Korrespondenz hat. Ton und Inhalt dieser Korrespondenz wurden ein­hellig mißbilligt.

Was die Zukunft anlangt, so herrschte Einmütigkeit darüber, daß die Fraktion vollständige Ent­schlußfreiheit besitzt und daß die Teilnahme des Zentrums an einer künftigen Koalition abhängig sein wird vom Ausfall der Wahlen und von der Möglichkeit, ein Koalitionsprogramm zustande zu bringen, welches eine gedeihliche Führung der deutschen Politik gewähr­leiste.

Sehr ausgiebig wurde über die Frage gesprochen, wie bei der Aufstellung der Kandidaten- 1 i ft e n verfahren werden soll. Die Vertretung der ein­zelnen Stände, der Frauenwelt und der evangelischen Bevölkerung wurde erörtert. Was die Vertretung der einzelnen Stände angeht, so wurde einmütig eine Ver­bindung von allgemein-politischer Be- sähigung und der Eignung zur Vertretung ei- nesbestimmtenStandesfür notwendig gehal­ten. Die Aufstellung der Kandidaten für die Reichs - liste wurde in fcte Hand des Reichsparteivorstandes ge­legt. Um eine zweckmäßige Berücksichtigung der Stände zu gewährleisten, wurde die Bildung einer Zentral­ausgleich st el 1 e vorgesehen, zu welcher die einzel­nen Berufsgruppen und diejenigen Wahlkreisorganisa­tionen, die noch nicht im Parteivorstande vertreten sind, Delegierte entsenden sollen. Dem Parteivorstand soll es frei stehen, Unterausschüsse zu bilden.

Eingehend wurde vom Reichsausschuß auch die Rheinlandfrage besprochen. 3m Vordergrund dieses Teiles der Verhandlungen stand das Vorge­hen der r Heini sch en Volksvereinigung, das einhellig als parteischädigend und dem In­teresse des Reiches abträglich verurteilt wurde.

Entschließungen des Reichsausschusses

der deutschen Zentrumspartei.

Der Reichöausschuß der deutschen Zentrumspartei, dessen Tagung ans allen Teilen des Reiches zahl­reich besucht war, hat in eingehenden Beratungen folgende Enschließung einmütig gefaßt:

Verantwortlich für den reÖaUioneUen Teil L SB.: 2)r. St r a m e r r. für die Anzeigen: I. Parze ller-Fulda. :

Rotationsdruck u. Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda Fernsprecher Nr. 9. Telegr.-Adresse: Fu ldaer Zeitung

Da streckte er die Hand aus in gebieterischer Be- Wogung.

„Und wärest Du als Bettlerin zu mir gekommen," führ er mit tiefer, bebender Stimme fort, „arm, elend verachtet von den Menschen — jubelnd hätte ich Dich begrüßt und in die Arme genommen und hätte Dir meine Arbeit gezeigt und gesagt: Nimm hin, — nimm alles hin — denn Tein Wort, Deine Liebe, Dein Vertrauen haben mich zu dem Manne gemacht, der ich geworden bin — sie haben mich zu der Arbeit befähigt! Tein ist das Werk — Dein ist alles! Aber Du kannst in Glanz und Reichtum — Du wolltest Herrin auf dem Erbe meiner Väter fein, nicht durch Deine Liebe, son. dern durch Dein Geld — und ich mußte mich von Dir wenden, wenn auch mein Herz darüber brach . . . Nun weißt Du alles — nun laß mich gehen . .

Da schrak sie empor und streckte ihm bie Hände ent­gegen.

„Nein, Harald, — Du darfst nicht gehen! O Ha­rald, wie konntest Tu so niedrig von mir denken? Ich, — ich sollte Dich des Lohnes Deiner Arbeit haben be. rauben wollen? Ich Tich zum Sklaven des Goldes meines Vaters machen wollen? Harald, ich wußte nichts von jenem Angebot meines Vaters — ich würde es nie zugegeben haben."

„Edelgard!"

„Ich spreche die Wahrheit, so wahr ich Dich liebe — nur Tich geliebt habe!"

Er legte die Hand über die Augen, als blende ihn ein Lichtstrahl, Sie wollte auf ihn zutreien und die Hände auf seine Schulter legen — da taumelte sie zurück, der Boden erbebte unter ihren Füßen,, ein Krachen, ein Donnern ertönte, als ob die Erde sich öffnete, unb durch das Gezweig der Bäume prasselte ein Steinregen nieder.

Unwillkürlich schloß Edelgard die Augen und streckte die Arme wie ablvehrend und schützend aus. Sie sank in die Knie, die Mine im Steinbruch war explodiert! Dieser Gedanke schoß ihr durch den Kopf — die S nne wollten ihr schwinden — doch rasch bezwang sie den Schrecken unb die Betäubung, die sich einen Augenb.ick wie ein Schleier auf ihr Bewußtsein gelegt hatte.

Jetzt herrschte wieder Stille , rings umher. Nur ein. zelne Stimmen der herbeieilenden Arbeiter drangen aus dem Steinbruch zu ihr empor.

Edelgard blickte sich um. Sie war unverletzt

Aber wo war Harald?

^Fortsetzung folgt.