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Irrungen und Wirrungen.

Vie Aufklärung der national-kommunistischen Konferenz.

Regiemngsrat Dr. Weiß, der im Auftrage des Poli­zeipräsidenten die Vernehmung der im Reichswehr Mini­sterium verhafteten Offiziere und Arbeiter geführt hat, erklärt jetzt, daß es sich bei der Zusammen- k-mft im Reichswehrministerium um eine harmlose An­gelegenheit gehandelt habe. Das Ziel fei anscheinend eine Annäherung zwischen Arbeiterschaft und Reichs­wehr gewesen, wobei die Offiziere noch den Sonderplan verfolgt hätten, zu einer Kontrolle der in den Händen der Arbeiterschaft befindlichen Waffen zu gelangen. Ohne Zweifel hätten die Offiziere politisch unklug gehandelt. Aber darin könne man kein staatsgefährliches politisches Verbrechen erblicken. Notwendig sei allerdings die Schlußfolgerung der Entpolitisierung des Heeres und des Offizierkorps.

Ein Komplott zur Einführung der Räterepublik?

Wie das bayerische Justizministerium mitteilt, Haden sich in der letzten Zeit Anhaltspunkte dafür ergeben daß in der Festungshaftanstalt Niederschönenfelde,, in der mehrere Führer aus der Münchener Räterepublik unter­gebracht sind, ein anscheinend weitverzweigtes hochver­räterisches Komplott zum Sturze der Staats- regierung und der Einführung der Räterepublik ent­deckt worden ist. Das hochverräterische Unternehmen sollte nach Entwaffnung der Einwohnerwehr ins Werk gesetzt werden. Eine am 17. April m der Festungshaft­anstalt Niederschönenfelde bei den Gefangenen vorge­nommene Durchsuchung hat diese Verdachtsgründe be­stätigt. Die Oesfentlichkeit soll über den Fortgang der Untersuchung unterrichtet werden.

Der Räuberhanpimann Hölz verhaftet.

Vom Wehrkreiskommando 4 wird mitgeteilt: Nach übereinstimmenden Meldungen der tschechischen Grenz­kommandos in Gradlitz und Breitenbach sowie der Mili­tärpolizei in Egger ist Hölz am 17. d. M. in Marien- badverhaftet und in das Kriegsxefängnis Eger cin- geliefert worden. Zu der Verhaftung von Hölz wird von der Polizeiinspektion Eger mitgeteilt: Hölz ver­weigert jede Auskunft über seine Person. Er erklärte, erst vor dem Gerichtshof in Prag Rede stehen zu wol­len. Durch Gegenüberstellung mit einigen anderen im Kreisgerichtsgefängnis befindlichen Verhafteten wurde jedoch seine Identität festgestellt. Bei ihm wurden noch etwa 130 000 Mark vorgefunden. Mit ihm zusammen wurde ein Kommunist namens Weber sestgenommen.

liste durchzubringen.

Ein wichtiges Gesetz für die Landwirtschaft, di« Umlege Verordnung (Verkoppeln gSgesetz) wird zurzeit in dem Ausschuß der preußischen Landes- Versammlung beraten. In der Sitzung am 16 April handelte es sich wesentlich um die Frage, ob wirtschaft­liche Umlegungen t>»* Amtswegen (ohne Wider, svruchsrecht der Beteiligten) eingeleitet werden sollen. Nach dem Gesetze vom 2. 4. 1872 mutzten die Eigen» tümer von mehr als der Hälfte der Grundstücke ein­verstanden sein. Nach dem in der Rheinprovinz geb. tenden Gesetz vom 24. 5. 1885 hatte die Zusammen, legung zu unterbleiben, wenn fünf Sechstel der Eigen­tümer widersprechen. In dem Gesetz vom 28. Mai 1913 ist diese Vorschrift gestrichen, was von der Landwirt­schaft des Rheinlandes sehr mißbilligt wurde.

Nach dem neuen Entwurf hat der Präsident deS Kulturamts den Regierungspräsidenten und den Vov- stand der Landwirtschaftskammer zu hören, wenn eine nach Größe und Grundsteuerreinertrag berechnete Mehrheit der Beteiligten bei ihrem Widerspruch ver­bleibt Ein Zusatzantrag: Beträgt die berechnete Mehrbeit der Widersprechenden mehr als zwei Drittel, so hat die Umlegung zu unterbleiben, fand nur die Zu. stimmung der beiden Rechtsparteien und des Zentrums und damit nicht die Majorität. Dagegen wurde ein alsdann eingebrachter Antrag des Abg. Dr Reineke (Zentrum) gegen die Summen der Sozialdemokralen angenommen: Beträgt die berechnete Mehrheit der Widersprechenden fünf Sechstel der Eigentümer, so ist in einem anzuberaumenden Termin über den Wider­spruch zu verbandeln. Wird der Widerspruch aufrecht erhalten, so ist das Verfahren einzustellen.

Auf diese Weise ist wenigstens in etwa ein Wider, spruchsrecht der Beteiligten gewährleistet. Im übrigen entscheidet über die Einwendungen die Spruchkammer des Landeskulturamtes. welche ihres rein behördlichen Charakters entkleidet ist und hauptsächlich aus Man. nein der Praxis besteht, die in der Lag« sind, berechtigten Wünschen Rechnung zu tragen. Gegen den Beschluß geht die Beschwerde an das OberlandeS- kulturamt, nicht an den Landwirtschaftsminister, wie eS der Entwurf vorsah.

Erhöhung -er Postgebühren am 1 Mal.

In einer Sitzung des Reichsrates wurden die neuen Postgesetze angenommen. Der braunschweigische Gesandte von Bades wies auf das Defizit der Postverwaltung hin, das für 1919 IV- Mil­liarden betrüge und für 1920 auf 2% Milliarden ge­schätzt würde. Angesichts dieser Sachlage sei die E r» höbung der Tarife eine Notwendigkeit. Das Porto für Postkarten soll auf 30 Pf. erhöht werden

Die Wahlkreiseinteilung.

Der Derfassungsausschuß der Nationalversammlung, der gegenwärtig das neue Reichswahlgesetz be­rät, hat sich eingehend mit der Wahlkreiseinleitung be­schäftigt. Dabei hat sich ergeben, daß wegen der Kürze der Zeit im allgemeinen die bisherige Wahlkreis­einteilung beibehalten werden muß und nur 2 übergroße Wahlkreise durch Teilung verkleinert werden können. Hamburg und Bremen werden als eigene Wahlkreise abgetrennt und Kasse l-W aldeck wird von Frank- furt-Nassau getrennt Alle übrigen bleiben wie bei den letzten Wahlen.

Die Abstimmungsgebiete sollen und können nicht mitwählen und deshalb werden für die Wahlkreise Ost­preußen und Schlesien die Wahlen vorläufig ausgesetzt, bis die Abstimmung vollzogen ist. Die Abgeordneten der Nationalversammlung aus diesen Kreisen bleiben bis da­hin Mandatinhaber. Für das kleine westpreußische Ab­stimmungsgebiet sollen nur 2 Abgeordnete aus den bei- den Parteien beibehalten werden, die das letzte Mal die meisten Stimmen erhielten.

Ausführlich beriet man dann auch die Zusammen­setzung von je 2 ober 3 Wahlkreisen, die das Recht er­halten sollen, ihre Reststimmen zu sammeln lVerbandswahlkreise). Es wurden insgesamt 18 solcher Berbandswahlkreise bestimmt. In ihnen hat jede Partei das Recht, die nicht zur Geltung kommen- den Reststimmen zu sammeln und denjenigen Kandida­ten ihrer Richtung durchzubringen, der dem Mandat am nächsten gekommen war. Die noch übrig bleibenden Neslstimmen kommen auf die Reichsliste.

Diese neue Regelung würde es den Parteien ermög­lichen, in der Regel 8—9 Kandidaten aus der Reichs-

Deutsches Reich.

* Berlin. An Stelle des zum Reich'ministc, des Aeußeren ernannten Staatskommissars Dr Köster ist der deutsche Konsul in Koldmg, Ar Metzger, zum deutschen Bevollmächtigten bet bei internationalen Kommission in Flensburg ernann’ to°r*et$ie Auflösung der Einwohnerwehren ist hi Preußen im Gange. Die Zentrale für Einwoh­nerwehren gilt als aufgelöit. Dem Minister deS Innern ist die Abwicklungsstelle bet Zentrale fui Einwohnerwehren unterstellt. Sie bat ben Abbau mit der groß en Beschleunigung durchzufuhren.

• Der Vorsitzende des Vorstandes der demokra­tischen, Partei, Staatsminister a. D. Dr. Frredt berg hat sein Amt als Vorsitzender nieder elegz und ist aus dem Vorstand ausgeschieden. Er be gründet diesen Schritt, ter irn Augenblick des be> ginnenden Wahlkampfes immerhin merkwürdig ist mit Gesundheitsrücksichten.

* Die Kommunisten für Wahlbeteiligung. Du KommunistischeParteiDeutschlandslSpav takus-Bund) hat auf ihrem, dieser Tage tnjöerltn abgehaltenen Parteitage einstimmig die Betei­ligung an der Reichstagswahl beschlossen, ohne damit aber, wie sie a sbrücklich hervoihebt, ihn grundsetzlich antidemokratische und antiparlamenta­rische Stellungnahme aufzugebcn. In ihren -lvaht- aufruf zieht die Kommunistische Partei auch etm scharfe Scheidelinie zu den Unabhängigen. Da auch die Mehrhestssozialvemokratie eine Gemein­schaft mit den Unabhängigen ablehnt und an der Koalition festhält, werden alle drei' sozialistischen Parteien völlig getrennt in den Wahlkampf gehen.

* Auch die Württembergischen Aerzte drohen mu Streik, wenn die Grenze für die Krankenversiche­rungspflicht nicht herabgesetzt wird.

* Der badische Landtag hat den Staatsvertrag betreffend ben Uebergang bet badischen Staatseisenbahnen auf das Reich mit allen gegen fünf Stimmen angenommen.

* Der Verfassung für den Freistaat Sachfen hat das sächsische Ge,amtministerium im Entwurf zuge- stimmt. Damit erhält die Volksvertretung wieder den Namen Landtag und besteht aus einer auf vier Jahre gewählten Kammer. Die Regierung toird vom Gesamtministerium geführt. An seiner Spitz« steht der von dem Landtag zu wählende Minister­präsident, der die Bezeichnung Staatspräsident führen soll. Das Staatsministerium kann über ein vom Landtag angenommenes Gesetz einen BolkS- entscheib veranlassen. .

* Grotzthüringen. Bei der ReichSregierung ist ein Antrag bet thüringischen Staaten auf Bildung eines „L and es Thüringen' unter Ausschluß alter preußischen Gcbietsierle eingegangen, weil deren Bevölkerung sich dagegen erklärt. Der Antrag hat das Kabinett bereits beichäftigt. Dre Embrmg- ung der Vorlagen beim Reichsrat und im Paria ment steht unmittelbar bevor.

Ausland.

** DaS englische Parlament Hal die Friedens­verträge mit Oesterreich und Bulgarien in zweiter Lesung mit 199 gegen 34 Stimmen ange­nommen. • __

• SlrelNust in Italien. Sn Rom steht ein neuer Streik der Post- und Telegraphenbeamten unmittelbar bevor. In Turin, wo bereits Generalstreik herrscht, begehen die Anarchisten in letzter Zeit Alten- täte. In der Sonntag Nacht wurden in die Laxer hau- ser des Artilleriedepots zwei Bomben geworfen, die beträchtlichen Schaden anrichteten. Eine dritte Bombe wurde auf dem Eisenbahngleis entdeckt. Es werden auch Sabotagefälle an Maschinen in den Groß­betrieben gemeldet.

* Rache ist süß. DaS Brüsseler Schwurgericht verurteilte in contumaciam 11 beigliche Ak ivisten wegen ihrer Beziehungen zu Deutschland, während der Kriegsjahre zum Tode. Vier gehörten dem Büro des Flandrischen Rates an.

* Aufteilung der Türkei. Die Konferenz in San Remo hat den in London vorbereiteten Wortlaut des Abkommens mit der Türkei festgelegt. Die Türkei wird die Hälfte der früheren Ein­wohnerschaft verlieren. Sie behält 9Millionen Mohamedaner und etwa 2 Millionen Christen. Elwa 10 Millionen Araber, Armenier und Griechen werben der türkischen Herrschaft entzogen. Die verkleinerte Türkei, die fo>»bestehen wiib, wird unter genauer Kontrolle der Alliierten stehen. Nordwest, armenien wird ein unabhängiger Staat und die Kurden werden eine Autonomie erhalten. Der lürkifche Teil von Thrazien wirb an Griechenland gegeben werben. Das Hinterland von Adana und Adalia wird für Frankreich und Italien reser­viert. Konstantinopel wird internationalisiert.

mögen!

Ueber dieLaqe der Bayerischen Volkspartei in der Nationalversammlung

gibt eine Aeußermrg eines Mitgliedes der Bayern- Fraktion, Liborius Gerstenberger-Würzburg interessante und lehrreiche Auskunft. Bekanntlich haben sich die bayerischen Zentrumsabgeordneten auf Grund eines Be­schlusses, der in erster Linie auf Betreiben des Dr. Heim gegen eine starke Minderheit gefaßt worden ist. von der großen Zentrumsfraktion der Nationalversammlung ge­trennt. Gerstenberger schreibt 'm seinem Organ, der »Fränk. Volkszeitung", folgendes:

Nachdem to-r uns in Stuttgart als eigene Fraktion cmzemeldet haben, sind wir Mitglieder. der Bayer. Volkspartei nunmehr von unseren Plätzen inmitten des Zentrum? ausgehoben und hinter dasselbe schön zu, sainmcngesetzt worden. Unseren Plätzen, welche früher die Polen ober Elsässer eingenommen haben, entspricht auch die Bedeutung der Bayer Volkspartei im Reichs, tag. Man ist nicht auf uns angewiesen bei den Regie- rungspavteien, wir sind ein Fremdkörper für Deutsch- mstionale und Deutsche Volkspartei; man bekämpft uns nicht einmal. Tas ist der höchste Grad der Gleichgültigkeit Der Hinweis, daß auch eine kleine Fraktion sich geltend machen kann, wie die der Unab­hängigen uni> Deutschen Volkspartei beweise, stimmt nicht für die Bayer. Volkspartei. Denn dort handelt es llch immerhin um eine Volksvertretung aus dem gan» i e n Deutschen Reich, die n atm gemäß in einem Reichstag Platz findet; bei uns aber nur utn eine Landsmannschaft aus einem bestimmten Teile des R:t- cheS, die zwar im Landtag vollauf berech­tigt ist, im Reichstag aber nur gleich den Polen, Wel­fen, Elsässern als eine Art Protestler betrachtet werden, ohne politischen Einfluß auf die Geschicke des Reichs trotz der bedeutenden Parlamentarier in ihren Reihen. Das ist um so bedauerlicher, als setzt auch die Geschicke der Ginzelstaaten viel mehr im Reichstage entschieden wer- öen, als das früher der Fall war, und als alle <m- bcren Fraktionen mit und ohne Weltanschauung sich au? "em ganzen Reick zufammensetzen, die Deut'ch- nationalen, Deutsche Volkspartei. Demokraten, M- unb U.Sozialisten, und auch die Kommuni-ften, welch« fce nächste Wohl uns bringt. Nur d i e Partei, welche entschiedensten die christliche Weltanschauung bet’ butt-und als einzige auch di« speziell katholischen In- Treffen verteidigen soll, kann sich nicht mehr au? dem flogen Reich rekrutieren, sondern muß deS überwiegend tatbolischen Bayerns entbehren.

Ist das nicht eine durchschlagende Mahnung zur schleunigsten Wiederherstellung der Einheit zwischen bem bayerischen Zentrum und dem Zentrum des übrigen Reiches? Wahrhaftig, das katholische Interesse verlangt ’S gebieterisch, daß diese verhängnisvolle Mainlinie tn Zentrumspartei so bald als möglich beseitigt wird. Ewigkeit macht stark, und Stärke ist heute weniger zu entbehren als je.

Das unsere Gegner Hessen!

Mit hämischem Behagen berichten gegnerische Blät- von Zersplitterungsanzeichen im Zentrum. Dabei fußen sie auf folgendem: .In Köln hacken mehrfache' Beratungen staitgefun.

i" denen man, wie die „K. V." meldet, den von einzelnen Jdealvolitiken befürworteten Plan der Grün. L.ung einet Art katholisch konsetvativen Partei — die stark an die verflossene Deuiscke Per. j’mgung erinnert haben würde — völlig fallen ließ und

realpolitisch auf eine Art p o s i i i v e r R e f o rm- . tt innerhalb der Zentrumsparte, *!O)tanHe. Taz Ergebnis dieser verschiedenen Berac- "»ngen traten die am 13. April im VortragSsaale der urgergesellschaft,zu Köln von Mitgliedern der Zen. ^umspartei im Rheinland gefaßten Beschlüsse, di« in »nkTtI-bDn Richtlinien einer christlichen Politik Aufrufes an unsere christlichen Gesinnungs- VüDiien tn Stadt und Land dem Vorstände der Zene

♦ Ein Reichsgesandler beim Tafifan. Die Reichs- tegierung hat in dem Nachtrag zum Notetat die Mittel für einen Gesandten beim Heiligen Vater angefordert. Wie verlautet, wird schon in den nächsten Ta­gen ein Reichsgesandler beim Vatikan bestellt werden. Seit den Tagen des Kulturkampfes, als damals der von Bismarck zum kaiserlich deutschen Ge- andten vorgeschlagene Prinz zu Hohenlohe-Schillings- ürst vom Vatikan abgelchnt wurde, ist das Reich als olches beim Vatikan nich tmehr vertreten. Dagegen unterhielt Bayern und Preußen Gesandtschaften am

gln Bekenntnis zur Zentrunrspartei!

<n,r Wahlkampf setzt ein. Allüberall rüstet man zu -«-m weittragenden Entscheidungskampf. BN Berlin die Reichsousschüsse der großen Parteien Wahl- Se flattern ins Land. Auch manches Wort der ÄÄ wird laut. Auch in der Zentrumspartei. Auf anderen Seite aber wird der Kampf auch die be-

l®äfirte Zentrumstreue wieder im schönsten Lichte zet- t*7 Ein solches Bekenntnis zur Zentrumspartei ver- ßstntlicht der Verband katholischer k auf - «Snnischer Vereinigungen Deutfch- iflnbs in seiner Verbandszeitschrist „Merkuria" vom iS Avril. Darin heißt es:

-in wenigen Wochen wird des deutsche Volk durch die KhMbe des Stimmzettels über die künftige Zusammen- wnc des Reichstages entscheiden. Erneut stellen wir uni die Frage: Wo ist unsere Partei? Die Mittel- ständischen Wählerkreise bilden dos Zünglein m bei Wage im Ringen der Parteien. Alle werben um I fr. bis zu den Mehrheitssozialisten hin. Eigenbrödler, sich über die politischen Machwerhältnifle gar nicht klar r.nk tragen seit Wochen Verwirrung in die Reihen des Mittelstandes, ergehen sich in negativer Kritik und üben f,* in politischer Kannegießerei. Man spielt mit dem Sebanten der Gründung einer eigenen Mittel, ftendspartei, für die man Kaufleute, Handwerker, Heomte, Akademiker und Angestellte einfangen will. Wer Sen Mittelstand zur politischen Ohnmacht verurteilen will, feist diesen Lockrufen. Nur durch große politische Parteien " oehl der Weg zum politischen und parlamentarischen Em- Nuh Als Katholiken wie als wirtschaftliche Interes­senten bleiben wir treu dem Zentrum, weil nur das Pro- Emm einer christlichen Volkspartei zu einer wahrhaft tzristlichen Demokratie und zur sozialen Volksgemeinschaft führt innerhalb welcher auch dem Mittelstand als gleichberechtigtem und lebenswichtigem organisatorischen Glied des Volkes die zu feiner Erhaltung und Stärkung notwendige Berücksichtigung gewährleistet wird. Neben der Sicherung unserer äußeren Lebensbedingungen sehen wir im Programm der christlichen Volkspartei auch für eine christliche Kulturpolitik, die uns in einer inneren Volkserneuerung führen muß, die allei­nige Gewähr. Von der Zentrumspartei erwarten wir, daß sie an ihren alten, bewährten Grund­sätzen festhält, und, unbeirrt von Tagesströmungen, den Komps für Wahrheit, Freiheit und Recht wei- Erführt, da nur auf dieser Grundlage die wahre Volks- Wohlfahrt begründet wird. Ebenso erwarten wir, daß bet bet Aufstellung der Wahlkandidaten mehr als in der Ver­gangenheit Vertreter des Mittelstandes, der Kaufmann­schaft und der Angestellten an sicherer Stelle berücksichtigt werden. Alle unsere Mitglieder bitten wir, sich in dem bevorstehenden Wahlkampfe der Partei für die Mitarbeit zur Verfügung zu stellen und dieser zum Siege zu Helsen.

Beherzigenswerte Worte, die auch in den Kreisen fies Fuldaer Mittelstandes ihren Widerhall finden

für einfache Briefe auf 40 Pf. u. f. f. .fürJBriefe zu 250 Gr. auf 60 Pf. Die Satze für Drucksachen, Geschäftspapiere und Warenproben sind o er Dop- p e 11 Auch die Paketgebühren, die Postanweisung?- gebühren und die Gebühren für Zeitungen sind ergeb- sich erhöht worden. Der Unterschied Wischen Orts- und Ferntelegrammen ist beseitigt. Die Wortgebühr ist auf 20 Pf. festgesetzt, die Mindestgebuhr für Tele- aramme auf 2 Mk. Die Fernsprechgebühren erfahren rundweg eine Erhöhung von 100 Prozent. Die Ausschüsse haben sich auch damit einverstanden erklärt, daß von den Fernsprechteilnehmern ein besonderer Kapitalbeitrag in Höhe von 1000 3JIL Jui jeden Hauptanschluß und von 200 Mk. für jeden Ne­benanschluß geleistet wird. Weiter wurde angenom­men eine Aenderung des Postgesetzes dahin, daß der bisherige Ersatz von 2 Mk. für das Piund verloren gegangener Ware auf 10 Mk. erhöht wird. Sämtliche neuen Postgesetze und Verordnungen sollen a m 1. MaiinKrafttreten.

Deutsche Nationalversammlung.

Sn der Samstagssitzung der Nationalversammlung wurden einige kleine Vorlagen erledigt. Zwei Iuier- pellationen betreffend die Kreise Eupen und Jt al. medy und betreffend den Durchgangs verke hr nach Ostpreußen durch polnisches Gebiet sollen in der nächsten Woche von der Regierung beantwortet werden. . , . ■ . m

In kurzer Debatte wurde der Entwurf eines Ge­setzes, betreffend A ende rung des Gesetzes über Wochenhilfe und Wochenfür,orae vom 26 September 1919 in zweiter und dritter Le­sung verabschiedet. Es folgen eine gvoße Anzahl von Petitionen Hier und da werden zu den einzelnen Punkten unbedeutend« Bemerkungen gemacht. Etwas länaer verweilt man bei dem Punkte über die Tech, nische Nothilfe die von Frau Zieh als ft«*! ch: Organisation gegen den Streik bezeichnet wird Die Anträge der Pekitionsausschüfle werden genehmigt.

Das Haus vertagt sich aus Montag nachmittag 3 Uhr.

Bewasprels: Monatlich 2.00 M. ohne Zustellgebühr. In Fulda bei uns abgeholt 2,10 Mk. Anzeigenpreis : Die K le tnze tle (Colonelmaß) 50 psg., u. 10% Zulchlag, b e R eklam e z e, e (Tertbreite) 1.50 Mk., u. 10% Zuschlag. Bei Wiederhol. Rabatt.

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päpstlichen Hofe. Nach der neuen Reichsverfassung ist die gesamte diplomatische Vertretung ausschließlich am das Reich übergegangen, so daß nur noch das Reich und kein Einzelstaat mehr Gesandtschaften unterhalten kann. Im übrigen haben wir es immer als selbstver­ständlich angesehen und'nehmen es jetzt gern zur Kennt- nis, daß das neue Reich sich nunmehr bemüht, auch diese Scharte des alten Regimes, die auf einer eigenartigen Starrheit und Verletzung höflier, diplomatischer For­men beruhte, auszuwetzen und dadurch zu beweisen, datz es die Bedeutung und Wichtigkeit dieses auswärtigen Postens wohl zu würdigen versteht.

* Millionenspende des Napstcs tut deutsche Kinser • Wie die .Schles. Volksztg.' meldet, hat Papst Bene- dikt dem Kardinalsürstbischvf Bertram in Breslau eine Million Lire für die hungernden Kinder in den Diözesen Deutschlands übersandt.

Zur Maifeier 1920 , fordert der Vorstand der unabhängigen sozialdemokratischen Partei auf in einem Aufruf, den die „Freiheit" veröffentlicht. In dem Auf­ruf wird mit großem Wortschwall die Notwendigkeit der Maifeier nachzuweisen versucht und die Arbeiter auf­gefordert, am 1. Mai aus den Betrieben herauszugehen und gewaltige Straßendemonstrationen zu veranstalten. Wohin die Unabhängigen mit der Maifeier zielen, beweist folgender bemerkenswerte Satz des Auf­rufes: „Im Zeichen des kommenden Wahlkampfes und darüber hinaus im Zeichen der sozialen Revo­lution, und im Zeichen nicht zuletzt des internationalen Entscheidungskampfes gegen den Kapitalismus feiert den 1. Mai!"

Die sozialdemokratische Fraktion hat In der National­versammlung beantragt, den 1. Mai zum geseßlich en Feiertag der Arbeit zu machen. Die demokratische Fraktion ha tbeschlossen, diesen Antrag abzulehnen.

trmnspartei des Reiches tote der Rheinischen Zentrums s Partei übersandt wurden. Von Wichtigkeit tft: für_c> e . Absicht der Versammlung der Satz des Aufrufes. »Was . wollen unb erstreben wir? Keine Sprengung Jti | Auflösung, kein Verschwinden des Zmtrums, rem e neue Partei — Reform und Aufbau von innen

Daß tn einer s ogroßen und umfassenden Partei wie das deutsche Zenlrum es ist ,sich in unserer bewegten Seit einmal Meinungsverschiedenheiten zeigen, ist ganz natürlich. Wenn aber daraus die Gegner Hoiinungen für eine Zersplitterung des Zentrums schöpfen, ,o müs­sen und werden sie sich täuschen, wie schon so oft. Wählermassen de- Zentrums wissen nur zu gut, daß nur eine große, ft arte, an Traditio nun d Erfahrung reiche Partei unser chnsinches Volk vor der Vernichtung durch zähe und erbitterte Feinde retten kann. ______

Die Konferenz in San Remo.

In San Remo sind die Staatsmänner der Entente elnartroffen, General Wilson, Lord Curzon und der sapanische Vertreter, sowie Millerand, Fach, Weygandt, Bmiselos und Politis. Auf dem Bahnhof fand eine herzliche Begrüßung durch Ritti statt. Lloyd George war vorher schon im Auto allein eingetrojen. Der amerikanische Vertreter will wieder abreisen, ohne sich an dm Verhandlungen, die sich in der Hauptsache nut der Entwaffnung Deutschlands beschäftigen will, zu beteiligen. ________

Overschlefien.

Wie aus Kattowitz gemeldet wirb, fanden am Sonntag in zehn oberschlesischen Städten von den Ge­werkschaften und Beamtenverbänden einberuftne Massenversammlungen statt, in denen be­schlossen wurde, entgegen dem Verbot der Ententekom­mission die Betriebsräte aufzufordern, ihre Funktionen auszuüben. Die Franzosen drohen mit dem Einmarsch polnischer Truppen in Oberschlesien.