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47. Zahrg

Samstag, 10. April 1920

Nr. 83

Der Arbeit Lohn

„Hol sie der Henkeri Bald werden die englischen I sehr nützlich sein wird. Der Paß ist von Sir Milnes

In der weiten Welt hatte sie doch nicht grfunbe^

was sie erhofft: frhnende, ihr Herz ihre» GüK b»

(F«tset;ung fklgtt)

„Vater, es grenzt ja an Verrat, was Du da tu» will! Du verläßt heimlich den Dir anvertrauten Po­sten

„Das laß meine Sorge sein," unterbrach Lynden sie in scharfem Tone. „Ich will hier in diesem Hexen- ,kessel mein sauer erworbenes Geld nicht einbüßen Zum Glück habe ich den größten Teil meines Vermö­gens bei einem Bankhause in Kapstadt liegen — dort hin gehen wir zuerst."

„Und wenn ich Dir nicht folgen kann, Vater?"-

„Du mir nicht folgen? Wie soll ich das verstehen?*

„Die Frauen Johannesburgs haben ein Htllfs» komitee für die im Felde Erkrankten imb Verwundeten errichtet, dem ich beigetreten bin .

„Dummes Zeug! Du begleitest mich und damit basta! Wenn Du hier bleibst, würdest Du cs auf die Gefahr hin tun, als englische Spionin in das Gefäng­nis zu wandern."

„Vater?! #-

Ein kluger Mann stellt sich stets auf die Seite des Siegers — und ich habe mich auf die Seite Englands gestellt. Ich bin bereits im Besitze eines englischen Passes, der uns beim Passieren der englischen Linien

Der Zwiespalt unter den Alliierten.

Eifgland und Italien sind, wenn man den Meldungen trauen darf, von der französischen Ge- nxritpolitit abgerütz.

Einige nennen das schon einen „Protest" und spie­len von einer „Isolierung Frankreichs". So große Werte soll man sich lieber aufsparen, bis der Wort­laut der Akienstücke oorliegt und die Wirkung derselben sich übersehen läßt. .

Ganz isoliert ist Herr Millerand schon deshalb nicht, weil Belgien noch an seiner Seite steht. Die delgi'schc Regierung hat unter Berufung auf den Grundsatz der Einigkeit" beschlossen, eine Hilfstrupps ,'ur Teilnahme an der Besetzung des Maingaues be­reit zu stellen. Militärisch hat das keine praktische Be­deutung: in politischer Hinsicht aber ist es inso­fern bezeichnend, als Belgien sich immer mehr zu einem französischen Basallenstaat entwickelt. Die Bel­gier werden nicht bloß aus Dankbarkeit für die Unter­stützung in Eupen und Malmedy so handeln, sondern wahrscheinlich auch in der Erwägung, daß sie auch ihrerseits noch weiter profitieren werden, wenn sie sich dem Drucke anschließen, den Frankreich auf Deutsch­land auszuüben sucht. Man darf nämlich nicht außer Acht lassen, daß die bürgerlichen Machthaber in Frank­reich bei der militärischen Aktion den Hintergedanken haben, Deutschland für die angebahnten wirt­schaftlichen Verhandlungen nachgiebig zu machen.

Bon Italien war nach dem Tone der dortigen Presse und nach der Gesamthaltung des Ministeriums Wi das Abrücken von dem französischen Abenteuer wohl zu erwarten. Dagegen hat der englische Einspruch, wenn er wirklich so entschieden ausgefallen ist, etwas Ueberraschendes an sich, weil die tonan­gebenden englischen Zeitungen noch bis zuletzt in das Horn der Franzosen gestoßen und die hetzerischen Un­wahrheiten über den „deutschen Militarismus" eifrig verbreitet hatten. Darum klagt auch der Pariser „Mo- fin", der englische Einspruch werde seine britischen Freunde, die dauernd den Franzosen ihre Unterstützung versichert hätten, ebenso überraschen, wie ixe Fran­zosen selbst.

Bezeichnend ist, daß die Londoner Regierung zwei Kabinettssitzungen abgehalten hat, um zum Entschlufle zu kämmen. Die Entscheidung scheint also nicht leicht geworden zu sein, obgleich doch die schwebende Frage an sich, sowohl nach der rechtlichen wie nach der tat­sächlichen Seite hin, verhältnismäßig einfach liegt. Eine Meldung aus London besagt, daß im englischen Kabinettsrot die ursprünglich franzosenfreundliche Stimmung umgeschlagen sei und daß dann „Vorbe- halle gemacht worden sind, die einer Mißbilligung der stanzösischen Aktton gleichkommen".

Woher der Umschwung der Stimmung in London? Der A-erger über das eigenmächtige Vorgehen Frank­reichs über die Köpfe der Verbündeten hinweg war schon vorher vorhanden und kann also nicht den Aus­schlag gegeben haben. Don Mitgefühl für Deutschland pflegen Lloyd George und Genosien sich auch nicht hin­reißen zu lassen. Es müssen bestimmte r e a l p o l i - tische Erwägungen und Absichten vorliegen, die sie veranlasien, den stanzösischen Draufgängern einen Denk­zettel zu geben. In der Tat liegt die wirtschaftliche Lähmung und soziale Zerrüttung Deutschlands nicht im wohlverstandenen Jnteresie des britischen Handels­reiches. Auch will man vielleicht Frankreich für andere Zugeständnisse gefügig machen. In Vorderasien möchten die Engländer Zugeständnisse haben von den Franzosen, die dort nach ihrer Tradition recht anspruchs­voll sind. Es ist offenbar eine gute diplomatische Vor­bereitung, wenn der Pariser Regierung zum Bewußt­sein gebracht wird: Wollt ihr englische Rückendeckung in eurer Rheinpolitik, so müßt ihr im Osten uns ent- Segenkommen!

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Präsident Millerand hat sich damit einverstanden erklärt, daß die Kommissior^ür auswärtige Ange­legenheiten sich in der öffentlichen Kammersitzung am Montag darüber <’ ''richt.

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Das alles sah Mister Theodor Frederic Lynden und fein Gesicht verfinsterte sich.

Sein hageres, gelblich-braunes Gesicht hatte wäh- rtRi> der Jahre des Kampfes um Geld und Gut einen Sorten, strengen aber auch energischen Ausdruck ange. vmmnen. Eisgrau war das dichte Haar und der kurz- Ochaltene, am Kinn spitz zugehende Vollbart geworden, nur selten umspielte din Lächeln die scharfen, firenggeschnittenen, meist festgeschlossenen Lippen. Der lrsiale Zng, der stüher sein Wesen charakterisiert, war Särtzlich verschwunden, der sanfte Glanz seiner Augen ^loschen, sein Blick war eisig kalt und forschend ge- worüen; auf den Goldfeldern Australiens, in den Mi- ®en Transvaals hatte er die Weichheit des deutschen Lesens verloren und die Strenge, den rastlosen Eifer

*5 britischen oder amerikanischen Goldjägers ange. ^vrmncn

„Weshalb schreibt mir der Mann das nicht einige Wochen früher?" murmelte er in seinen grauen Bart. »Damals hätte man mit diesen politischen Informa, iwnen ein gutes Geschäft machen können. Ilm 25 Prozent sind die Minenaktien gefallen und wer weiß, toie tief sie noch sinken werden. Na, jedenfalls muß «an zusehen, was noch zu retten ist."

Die Vorgänge im besetzten Maingau.

Der sronzösifch« General über die Zwischenfälle.

General Dcmetz, der Kommandeur der 37. Divi­sion, macht an der Spitze Frankfurter Blätter folgendes bekannt:

Tendenziöse oder falsche Nachrich t e n I werden gegenwärtig verbreitet mit der offenbaren Ab­sicht, die öffentliche Meinung zu untergraben. Tie eine besagt, daß eine a m e r i k a n i s ch e Inter­vention stattgbfunden habe, die die französische Re- I gierung auffordere, ihre Truppen aus der neu besetzten Zone zurückzuziehen. Diese Nachricht entbehrt jeder Begründung. Eine anbcre spricht von einem Zwischenfall, der sich in der Umgebung vcm Friedberg, nahe Frankfurt a. M., zwischen einer f r a n z ö > i- schen und deutschen Kavalcheriepa- trouille ereignet habe, der einen deutschen Protest zur Folge gehabt habe Dieser Vorfall beschränkt sich auf einen K u g e ' w cch i e l, der tatsächlich stattgefun- g den hast, im übrigen aber bei beiden Patrouillen ! nichts weiter verursachte. Er hat sich vielmehr in der von französischen Truppen neu besetzten Zone ereignet und würde im übrigen nicht stattgefunden haben, löcmt dort nicht eine deutsche Abteilung eingedrungen wäre.

Dre Untersuchung, dre durch den Dwfin u,-Arzt unter Führung der deutschen Polizei anieftellt. worden ist, hat erneben, daß 1) von den durch den Poii-eipräsi- denten bekannt gegebenen 5 Toten nur 4 durch Kugeln gelötet worden sind, während der fünfte von einem deutschen Fahrzeug überfahren wurde. Es hat 18 Ver- letzte gegeben, darunter 2 schwer, unter diesen 4 Frauen. Im ganzen gab es 4 Tote und 18 Verletzte.

Deutsche Entschädigungs-Ansprüche.

Der französischen Regierung ist von der deutschen Regierung folgende Note überreicht worden:

Die durch "den FriedenSvertraq nicht gerechtfertigte und vorher nicht angelündigte Besetzung deutschen Gebietes hat zu zahlreichen Zwischenfällen geführt. Dabei hat u. a. eine Rerhe Deutscher den Tod erlitten, eine größere Anzahl ist verwundet worden. Unter Wahrung aller weiteren Ansprüche, die der deutschen Regierung aus dem französischen Vorgehen erwachsen, erklärt sie schon jetzt, daß sie dre f r a n z ö s i s ch e Regierung jedenfalls für alle Schäden häf tbar macht, die Deutschen durch dre jüngsten Vorkommnisse entstanden sind odrr noch entstehen können. Eine weitere Mitteilung behält sich die deutsche Regierung bis nach Prüfung der Einzelfälle vor.

Ruhe in Frankfurt a. HL

(mc) Frankfurt a. 21L Die Stadt hat wieder ein durchaus normales Aussehen. Die sranzösifche Besatzung an der Hauptwache ist zurückgezogen, sodaß die Be- völkenmg nur noch mit den Einzelposten an'den öffent­lichen Gebäuden zusammenkommt. Der Bahnhof ist noch immer stark besetzt. Ein lebhaftes Treiben I herrscht nach wie vor in den französischen Quartier­schulen. Die Offiziere wurden meist in Bürgerquar­tieren in den Villenvierteln untergebracht, so in der Forsthausstraße und der Eschersheimer Landstraße. Ein riesiger Andrang herrscht an den Paß- Stellen, die die Visa für die Reise außerhalb des besetzten Gebietes ausstellen. Hier muß man stunden­lang Polonaise stehen, bis man glücklich an die Reihe kommt. Bisher wurden von den französischen Trup­pen noch keinerlei Requisitionen vorgenommen, da sie Verpflegung für Soldaten und Tiere in ausreichender Menge mitgeführt haben. Die Lebensmittel­versorgung der Stadt gilt auf vierzehn Tage ge­sichert. Der Zugverkehr ist wieder regelmäßig, so- I wohl nach dem besetzten wie unbesetzten Gebiet. — Der I französische Befehlshaber hat in einer Bekanntmachung I den Frankfurter Geschäftsleuten verboten, von den Be- I satzungstruppen höherePreisezu fordern wie der Frankfurter Einwohnerschaft. Zuwiderhandlung wird

I bestraft.

Er erhob sich, schloß Bücher und Briefe in seinen Schreibtisch ein, warf einen prüfenden Blick auf den in einer Ecke des Büros stehenden Geldschranl und ent- strnte sich, nachdem er noch die Tür des Zimmers forg- fälttg verschlossen hatte.

Die Villa, welche Msrer Frederic Lynden bewohnte, "'S in einem hübschen Park, dessen Bäume die Schorn- ’teine und Gebäude des Elektrizitätswerkes, dessen Lei.

ihm anoertraut war, verdeckten.

Eine hübsche Veranda, deren Säulen und Dach JWjje tropische Schlingpflanzen überwucherten, nahm "fe vordere Front der Villa ein. Von hier aus führte eine Treppe in den Park, der von den duftenden Mag- "oli-n, Orchideen und Rosen erfüllt war.

Hier traf Lynden auf Edelgard, die mit einer leich-

Handarbeit beschäftigt dasaß und erftauni 'U ihrem ^vter aufblickte, der gewöhnlich um diese ffontvr nicht verließ. Die Arbeit nahm il 'ss Anspruch, daß er sich erst spät, abends sein "tttmen formte,

„Und ihr Recht? Ihre Freiheit?" entgegnete Edel­gard heftig.

„Bah, Recht und Freiheit! Recht hat stets die Macht! Und Freiheit? Ich denke, unter britischer Hetzx. schäft ist die Freiheit besser aufgehoben, als bei Sen dickköpfigen, starrsinnigen Buren , Ich weiß. Du schwärmst für das Recht und die Freiheit der Buren, lote ihr das nennt. Das ist aber alles Unsinn, mein liebes Kind. Recht ist Macht — und Freiheit ist Reich­tum! Habe ich die Macht, habe ich das Recht — bin ich reich, so bin ich auch frei!"

„Ich kann Deine Ansichten nicht teilen, Vater."

„Wirst es schon noch lernen/ lachte Mister Lyn. den, indem er sich mit der langen, knöchernen Hand über das dichte, graue, buschige Haar strich „Aber darauf kommt es jetzt nicht an, sondern darauf, daß wir so rasch wie möglich dieses dem Verderben geweihte Land verlassen können."

„Wie? Du willst Johannesburg verlassen?"

„Allerdings! Und zwar so schnell es geht! Hier ist nichts mehr zu holen. Wenigstens nicht für die nächsten Jahre."

„Aber Deine Stellung als Direktor, welche Dir die Stadt übertragen hat?"

„Du bist erstaunt, mich schon hier zu sehen?" fragte er, indem sein Gesicht einen etwas freundlicheren Aus­druck als sonst zeigte.

„Jjn der Tat, Vater. Wünschest Du etwas?"

Eine gewisse Müdigkeit lag in. dem Wesen Edel­gards. Mit starkem.Willen und froher Hoffnung war sie hierher gekommen; sie hatte es sich schön gedacht, mit ihrem Vater gemeinsam arbeiten und schaffen zu lärmen, ihm das Leben zu erleichtern und Freude und Frieden in sein Kämpfen und Arbeiten zu bringen.

Aber nur zu bald erkannte sie, daß ihr Vater ein anderer geworden war — ein harter, strenger, rast, und ruheloser Mann, dessen Seele erfüllt war von der Gier nach dem Golde — als dem einzigen Glück dieses Lebens.

Was sie selber nur als die notwendige Grundlage des Lebens ansah, das betrachtete er jetzt als die Haupt, fache, als das Leben selbst l Der stttliche, steinigende, erhebende Inhalt der Arbeit war ihm fremd geworden. Ihm galt die Arbeit nichts — der Gewinn, den er mit allen Mitteln, selbst den sittlich zu verwerfenden, er­strebte — dagegen alles.

Heber ihre „deutschen Ideen" lachte er. Ihr Mit­leid mit dem elenden Los der Minenarbeiter verspot­tete er. Für ihn war der Mensch, der Arbeiter jetzt nur eine „Hand", eine Maschine, die für seinen Ge­winn arbeiten mußte. Der Neger stand ihm sogar nicht höher als das Tier. Ja, er verwendete mehr Sorgfalt auf seine Pserde, Maultiere und Ochsen als auf die armen, schwarzen Minensklaven, die in harter Fronarbeit das Geld zutage förderten, nach dem seine Seele dürstete.

„Es ist allerdings etwas geschehen," entgegnete er, „was einen raschen Entschluß erfordert. Ich bekam

Verantwottlich für den redaktionellen Teil i. B.: Dr. Kramer, - für die Anzeigen: I. Parzeller-Fulda. :■ Rotationsdruck u. Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda, Fernsprecher Rr. 9. Telegr.-Adresse: Fuldaer Zeitung

Wenn diese Vermutung zi'ftcffen sollte, so ständen wir immer noch vor der Gefahr, daß England und Frankreich sich wieder einmal verständigen auf K o st e n Deutschlands.

Es wäre nicht das erstemal, daß wir das Versah- ■ nungsfest der Entente bezahlen müssen.

Wir weisen darauf hin, um vor U e b e r s ch ä tz u ng der anscheinend günstigen Nachrichten zu warnen. Das gilt auch für die Meldung, daß Frankreich geneigt fei, die Frist für den Aufenthatt deutscher Truppen in der neutralen Zone cm Unterrhein zu verlängern. Je länger dort der deutsche Soldat bleibt, je länger kön­nen'die französischen Helden im deutschen Maingau hau- | fen. Vielleicht sogar einen Vorwand finden, um noch weiter vorzurücken.

Unser soeben ernannter Reichsminister des Aus- I wärtigen, Dr. Karl Köster, übernimmt das Amt in einer sehr verzwickten Lage. Er hat offenbar den Wa­gemut, der seiner Jugend entspricht. Wenn die Befä­higung auf derselben Stufe steht, kann er Bedeutendes erreichen. Im anderen Falle freilich auch viel verder­ben. Immer die alte Parole: wir müssen abwarten!

Der Einspruch Englands.

Der Londoner Spezialkorrespondent des Maftn hat seinem Blatte mitgeteilt, daß die britische Regierung jeder Erwartung zuwider nach Abhaltung von zwei Kabinettsfitzungen b e s chl o s s e n hat, gegen die fran­zösische Aktion in Deutschland zu protestieren. Eine Note offiziösen Charakters, die durch eine Agen­tur veröffentlicht wird, besagt: Der Endruck, der hier verbreitet war und durch die in Frankreich abgegebe. neu Erklärungen bestätigt Irirrbe, daß die alliieten und assoziierten Regierungen, nämlich Großbritannien, die Vereinigten Staaten, Italien urfc Belgien, mit der französischen Regierung vollständig einig seien, ist gänzlich irrig. Die Wahrheit ist, daß die allier- ten und assoziierten Regierungen der Politik des Eiu- rückens in die neutrale Zone immer entgegen gewesen sind. Es macht den Eindruck, daß die franzö­sische Regierung aus Gründen, die ihr gut schienen, dies Einrücken aus eigener Initiative vor. genommen hat, ohne die Zustimmung der Verbündeten abzuwarten Die Stellung der englischen Regierung zu dem Problem der sozialen Unruhe ist die, daß es allein eine Angelegenheit derjenigen Regierung ist, die jetzt nach Wiederherstellung des Friedens das deutsch^ Volk vertritt, und daß es die Alliierten nichts angeht, da sich die Ereignisse außerhalb derjenigen Zone voll- zichen, für die diese verantwortlich sind.

Der Korrespondent meldet dann dazu, die o f f i - Stelle Protestnote werde am 9. April durch Lord Derby Herrn Millerand übergeben werden.

Ter Wortlaut des Einspruches noch unbekannt.

vtb Paris, 9. April. Vormittag» fand ein Ministerrat unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Millerand statt. Millerand unterrichtete seine Kollegen über die Lage in Deutschland und über die Ver­balnote der englischen Regierung über d,e Besetzung rechtsrheinischer Städte. Da die offizielle Note der englischen Regierung noch nicht in Paris eingetroffen war, vertagte sich der Ministerrat auf den späten Nachmittag. — Der belgische Ge­schäftsträger in Paris brachte heute der französischen Regierung osfizftll den Beschluß der belgischen Re- gierung zur Kenntnis,»sich den französischen Be. setzungsrnaßnahmen in Deutschland anzuschließen. (Vergleiche den Leitartikel.)

Eine Lebensfrage für Deutschland.

wtb Paris 9. April. Der Präsident der deutschen Delegation Göpperl ließ dem Ministerpräsidenten eine Note zugehen, in der nm eine dreimonat« liche Verlängerung der Frist nachgesucht wird, die am 10. April abläuft und nach der die deutschen Heeresbestände gemäß Protokoll vorn 8. August 1919 herabgesetzt werden sollen. Minister­

heute morgen einen Brief Deines früheren Verlobten — ach so, entschuldige. Du liebst es ja nicht, an dieses Verhältnis, bas Tu sh leichffinnig aufgegeben haft, erinnert zu werden! Nun also, ich habe einen Brief des Ministers erhalten, der die Hoffnung Transvaals auf eine Intervention der Großmächte völlig zerstört."

„Ich habe es geahnt," sagte Edelgard mit trauriger Stimme. „Die armen Buren werden mitleidslos der t tgrein . britischen Uebermacht preisgegeben."

it fein I „Liebes Kind, ein jeder' ist sich selbst der> Nächste- i ganz Tas ist im Völkerleben nicht anders, wie im Leben des achter ; Einzelnen. Die Duren hätten verpönl jcr sein nnd

1 -ficht mit den Engländern anbind eil sollen!" ,

Der neue deutsche Außenminister.

Bislang hat im neuen Reichskabmett Hermann Müller neben dem Amte des Reichskanzlers auch die Geschäfte des Außenministers weitergeführt. Jetzt soll ein geeigneter Mann für das Auswärtige Amt gefunden sein. .

Wie der offiziöse Draht meldet, ist zum Retchs- minifter des Auswärtigen der Reichskommiffar Dr. Adolf Köster ernannt worden. Köster ist in Verden a- d. Aller 1883 als Sohn eines Zoll­beamten geboten. Er war P ivaldozent an der Tech­nischen Hochschule in München, trat in die s o z i al­bern okrati! chePartei ein und belärigte sich zunächst in Stuttgart als sozialdemokrcm'cher Journalist. Reisen in das Ausland schlossen sich an. Während des Krieges war er Kriegsberichterstatter. Nach der Revoluiion war Köster zunächst in der Reichs­kanzlei tätig. Im April 1919 wurde er zum preußi­schen Gesandten in Hamburg ernannt- Als Reichs« tommissar für die schleswigschen Abstimmungsgebiete hat er Erfolg gehabt.

Militär und Politik.

Der Reichswehrminister geht von der Ueberzeugung aus, daß die militärischen Befehlshaber von politischen Geschäften nach Möglichkeit ent­lastet werden müssen. Diese Anschauung entspricht do vom Reichsminister des Innern feit langem vertretene» Auffassung.

Der Reichspräsident ordnete nunmehr auf den Dor trag der beiden Minister hi» an, daß die Hand­habung des Ausnahmezustandes überall da, wo nicht offener Aufruhr herrscht, in die Hand bei Zivilbchörden zu legen ist. Als Regierungs­kommissare sollen zukünftig Personen tätig fein, die öoti Reichsminister des Innern ernannt werden. Als solch« werden m Preußen in der Regel die O b e r p r ä s i • deuten, in den übrigen Ländern von der Landes­regierung vorgeschlagene Personen eingesetzt. Auch die Tättgkeit derRegierungskommissare, die an­läßlich des Kapp-Putsches mit der Wiederherstellung der Ordnung beauftragt waren, würde in der Mehrzahl der Fälle fortfallen. Durch die vorgesehene Regelung wird somit auch eine größere Einheitlichkeit bewirkt. Entsprechende Verfügungen werden für die einzelnen Länder und preußischen Provinzen sofort erlassen. Die Reichsregierung ist überzeugt, daß ihr Vorgehen zu einer wesentlichen Entspannung der politischen Lage bei­tragen wird.

Wo die völlige Beruhigung der Bevölkerung ein« getreten ist, wird der Ausnahmezustand völlig beseitigt werden. y**wjb* *»

»Die Ereignisse in Kassel."

Der „Vorwärts" erhob in einem Artikel „Die Er­eignisse in Kassel. Fort mit Schöler und Loß- berg!" die schwersten Anklagen gegen diese Gene­rale wegen angeblich zweifelhaften Verhaltens in den I ersten Tagen des Kapp-Putfches. Das Reichswehrmini- I stermm gibt eine Darlegung der Ereignisse, wonach den I Borwürfen, die Reichskommissar Grezinsky in I einem Telegramm vom 27. März betreffend das mili- I tärifche Eingreifen in Thüringen erhob, sofort nachge- I gangen wurde. Dabei ergab sich, daß die Ansicht des I Reichswehrgruppenkommandos 11 (General von Schö­ler) in diesem Falle die richtige gewesen ist. Darauf I bezog sich das Telegramm vom 3. April, welches der I Reichspräsident und der Reichswehrminister unterzeich­neten. Sonstige Vorwürfe waren damals nicht er- I hoben worden. Am 6. April unterbreitete Grezinsky I dem Reichswehrminister neue Belastungsmo­mente über die Haltung der beiden Generale zur I Zeit des Kapp-Putsches. Diese wurden vom Reichs- I wehrminister inzwischen an die dafür zuständige Zi- I vilbehörde weitergegeben.

Lhdditboucken die Marke und Minen in Trümmerhau- I dem Gouverneur von Kapland, ausgestellt."

fen verwandelt haben." " I „Du bist wirklich sehr klug geworden, Vater!" ent*

„Täuschest Du Dich auch nicht, Vater? In dem I gegnete Edelgard mit trübem fächeln.

Volk der Buren lebt eine Begeisterung, eine Widev- „Ja, ich lasse mich ,ficht zum zweitenmal hmterS standskrast, he den Engländern noch viel zu schaffen Licht führen! Mit den Informationen Deines frühe- machen wird. I ren — Parton! des Ministers in der Tasche hoffe ich

„Für die erste Zeit vielleicht — ich gebe es zu. Aber n<x$ mit den Minenaktien ein gutes Geschäft ,u tna. auf die Dauer ist jeder Widerstand Wahnsinn. Ich chen. Trmn habe ich genug, daß ich mich zur Ruhe kenne die Engländer — wenn die Buren in üstri» I sxtzen kann. Wir kehren bald nach Deutschland zurück Widerstände fortfahren, verwandeln sie dieses ! Das ist ja auch Dein Wunsch, Du kannst Dich te d«

eine Wüstenei." j hiessen Verhältnisse doch nicht hineinfinde». Ich denke,

„Entsetzlich!" murmelte Edelgnrd mitlettMwll. * I in einem Jahr- wohnen wir wieder m unserer alte»

„Ja, die Engländer kennen ke-ne S'ntimental til" 1 Heimat. Das ist Dir loch ’^t?'

lachte Lynden hart auf.. „Sie führen den Kr>«g^ bis Unb o6 *. rc$t toax- Ihr Her, erbebte bei bae zur Vernichtung les Gegners durch. Also, m-'in (sanken an die alte Heimat, au, der sie se feit« w

ich wollte Dir nur sagen, daß Du alles 3W Wnettiten einen luqei ,3nrß empfing.

Abreise vorbereitest. Es muß aber in aT«~ GMr #. « ggdt wte sie doch nicht gefunb*,

schehen, denn es braucht nicht bekannt -u werd n, ist erhofft: fr hnende, ihr Herz i*b ihre» «ui

ich abreyen will. Eine Dienstreye nach Prr «na M | . .. . ,i »

unsere Reise nach Kapstadt vor den Augen bet Stufe > «f- ■ -

verschleiern."