Aul-ser Zeitung
Druck der Fuldaer Aelieadruckerei i« Fulda.
d.
Lkllmu ott Hfltüt!
Gottes-ienstordnung.
Katholischer Gottesdienst.
Mitteilungen der städtischen NahrungrmittelsteLe
M rs.
Samstag, 3. April 1920.
Reichsregierung Dorwürfe zu machen wegen der Er. eigniffe, die sich innerhalb der deutschen Wehrmacht «gespielt haben, daran erinnern, daß sie selbst nicht alles getan haben, was sie hätten tun müssen, um ihrerseits zu einer unbedingt zuverläsiigen veifassungs» treuen Wehrmacht beizutragen. Fast die gesamte A r» b e i t e r s ch a f t Hot sich dem angeregten Eintritt in die Reichswehr gegenüber ablehnend verhalten, und auch weite Streife des Bürgertums und der Landwirtschaft haben in begreiflicher aber da- mit keineswegs berechtigter Abneigung gegen den Militärdienst jede Beteiligung einer neuen Bildung der deutschen Wehrmacht nichts wissen wollen. Das muß anders werden. Aus allen Kreisen des deutschen Dolkes, soweit es auf dem Boden der Verfassung steht, muß mit dazu beigetragen werden, eine Wehrmacht zu schaffen, die zuverlässig sowohl gegen Umsturzversuche von rechts wie von links ist.
Die Schaffung einer unbedingt verfassungstreuenzuverlässigen Weh r m a ch t ist gegenüber der drohenden Gefahr des Umsturzes das dringendste Erfordernis.
Drohende Gefahren.
, Aufstand bewaffneter Banden im rheinifch- ^»fälischen Industriegebiet, zu dem die Wahnsinnstat 5 Kapp und Genossen den Anstoß gegeben hat, wird jenen die Augen geöffnet haben, die die noch Lgret drohende Gefahr von links gering ein* Stoen M dürfen glaubten. Man darf sich nicht täu- ^'lassen durch die Tatsache, daß die Leitung der ^hängigen Sozialdemokratie und selbst die Leitung S^mmunistischen Partei von der Bewegung abge- Stt sind und sie aus ihre Weise einzudämmen suchen. S Aefahr besteht noch wie vor und es gilt bei Zeiten Dankte Abwehrmaßnahmen gegen den kommen- »en U m st u r z v e r s u ch von links zu treffen.
* Aenner der Verhältnisse haben schau seit Wochen »LLuf hingewiesen, daß ein gewaltsamer Umsturzver- Lj. von links gemeinsam von den radikalen Führern Unabhängigen und Kommunisten geplant ist. Es
-y insofern schwierig, m die Verhältnisse einen klaren Anblick zu gewinnen, als innerhalb der unabhängigen Sozialdemokratie verschiedene Strömungen sich bemerken machen, die sogar gegen einander Stellung genommen haben. Es ist aber auch nicht zu verkennen, daß radikale Flügel der Unabhängigen immer «ärker wird und seinen Einfluß immer mehr gel- tznd macht. . Die besonneren Elemente innerhalb der «abhängigen sozialdemokratischen Partei sind heute beinahe einflußlos geworden und besitzen in ihrer eige- jgn Partei kaum maßgebende Geltung, und daß von bieser Seite ein Umsturzversuch geplant war, beteiltet schon c,,nin die Tatsache, daß die von den radikalen Elementen geführten Massen sich im Besitz tau- lender Waffen aller Art befanden. Wenn die -eistigen Führer der Bewegung jetzt abbauen, so ist da- «j nicht gesagt, daß sie ihre Pläne endgültig auf- Meben haben. Die amtlichen Auslassungen der un- Mngigen und der kommunistischen Partei besagen, hiß der Generalstreik nur abgebrochen wurde, weil Mi eine Atempause sich verschaffen wollte. In die- I-m Zugeständnis liegt ein sicherer Beweis dafür, daß «»mal Umsturzpläne bestanden haben und tiefe zum andern Mal noch nicht aufgegeben sind. Was die geistigen Führer der Umsturzbewegung « ihrem augenblicklichen Nachgeben veranlaßt hat, ist ganz zweifellos die Erkenntnis, daß sie die Zeit für ihren Umsturzversuch noch nicht für gekommen nachten.
Die schwierigen Ernährungsverhältnisse in Deutschland lassen befürchten, daß die letzten Wochen vorder neuen Ernte sehr kritisch sein werden und große Sntbehrungen für das Volk mit sich bringen werden. Lenner der Verhältnisse wollen wissen, daß Unabhängige und Kommunisten diese zu erwartenden Schwierig- feiten zu benutzen die Absicht hatten, um ihren Um- fiurzverfuch zur Tat werden zu lassen. Der Aufstand, der durch den Kapp-Streich hervorgerufen war, hat dm Schuß zweifellos zu früh losgehen lassen, und die Leiter des Umsturzplanes versuchen daher, die Bewegung jetzt einzudämmen, um ihr Pulver für den von ihnen ausersehenen Zeitpunkt trocken zu halten.
Kenner der Verhältnisse wollen ferner wissen, daß zwischen den Plänen der Kommunisten und Unabhängigen und Angrisfsabsichten der russischen Sowjet-Füh- ter gegen Polen bestimmte Verbindungen bestehen. Dfc wirklich die Russen solche Pläne gegen Polen und über Polen dann gegen Deutschland hegen, wird von den einen ebenso bestimmt behauptet, wie es von an» dem hartnäckig bestritten wird. Uns will aus mancherlei Anzeichen der letzten Wochen schauen, daß man die Tefahr, die Deutschland militärisch von dem bolschewistischen Rußland droht, nicht übermäßig ernst zu nehmen braucht. Immerhin, was ist nicht alles möglich und darüber sind wir uns wohl alle klar, daß die durch den Friedensvertrag eingeschränkte Wehrmacht des Deutschen Deiches außerstande ist, einem Bolsche- wistenheere Widerstand zu leisten umsoweniger, wenn mit einer Umsturzbervegung im eigenen Lande gerechnet werden muß. Es ist daher nicht nur ein Gebot der Telbsterhaltung Deutschlands, sondern auch ein solches der Feindstaaten, Deutschland in den Stand zu setzen, dem Angriff der Bolschewisten standhalten zu können.
Dazu kommt noch eins. Der Kapp-Putsch hat beliefen, daß die augenblicklich bestehende Wehr- m a ch t im deutschen Peich nicht unbedingt z u v e r- lässig ist. Es ist daher eine schleunige Neuordnung der deutschen Wehrmacht dringend geboten. Wir mochten aber all denen, die sich berechtigt glauben ,der
Verordnung.
Ich hebe mit Zustimmung der Regierungskommis- fare. Lberpräsident Dr. Schwanker und Minister Dr. Fulda, meine Verordnung vom 13. März 1920 und die nur im Gebiete des Freistaates Hessen verösfeNt» sichten Ausnahmezustand ohne die unten nochmals ver- öffentsichten Bestimmungen auf. Ich erwarte dabei,
Margarineausgabe an die Geschäfte: Donnerstag Vormittag 9 bis 12 Uhr bei der Nahrungsmittelstelle. Butterausgabe: Donnerstag Nachm. in der Molkerei.
Die auf Sonderkarte Nr. 10 angemeldeten HiU- sensrüchle (grüne Erbsm zu 4 JA das Pfund) stehen vom nächsten Mittwoch ab in den Geschäften zur Jb» Holling bereit.
Verteilung Nr. 18. Je nach der Zahl der einlaufenden Anmeldungen werden ausgegeben: 50—100 Gramm Graupengrütze zu 0,73 JA. 50—100 Gramm Haferflocken oder Hafergrütze zu 2,20 JA. 50—100 Gramm Dörrobst zu 5,75, 300—600 Gramm Ruben- saft (Brotausstrich) zu 1,46 JA das Pfund. Die genauen Kopfmengen werden nächsten Samstag mitgeteilt.
Anmeldungen aus Verteilungskarte 15 an die Nah- runosmittelftelle. Anmeldeschluß: Mittwoch, den 7. April.
ZuckcrverleNung für April: Die April-Zuckerkarten sind den Geschäften zur Anmeldung sofort zu übergeben. Anmeldcschluh: Mittwoch, den 7. April. Abgabeschluß für die Geschäfte bei der Kartenkontrolle: Donnerstag, den 8. April.
An die Lebensmittelgeschäfte: Es ist vorhanden: Sauerkraut in Fässern von etwa 200 Pfund; Ladenpreis 50 Pfg. das Pfund. S.A. Seife in verschiedener Packung; Ladenpreis 2 — das Pfund, sowie ein Rest Petroleum; Ladenpreis 3,20 JA per Liter. Bestellungen an die Nahrungsmittelstelle.
Ostersonntag, 4. April. Dom. lKollekte f. Josephskirche.) l/,6, 6, */.'/ u. 7-/« M., Vi7 gestift. M. f. d. gefall. Mit 4. b. MännerapostolatcS, i. ders. Kam. d Männeraposiolates u. Anspr., 8 Pfarramt m. Auss. u. Pr.. ’/»10 Bischöfl. Hochamt, danach Erteil, d. päpstl. Segens m. vollk. Ablaß, >/-12 M. m. Pr., >/s2 erste Ostern-A., 4 Bischöfl. Vesper, danach Beichtgelegenheit big */,7. — Stadtpsarrkirche. (Tellerkollekte f. d. St. Sturmiuskirche.) 51/, Kam., 5’/* M., 63/* M. u. Korn. d. MünneropostolatcS, 8 M. u. Pr. (1. Schulgd.), g'/r Pr., Hochamt m. Diakonium u. Chorgesang, 11 M. u. Pr. (2. Schulgd.i, 2*/» Ostem-A.. 4 Gelegenheit zum beichten. - Pfarrkirche zum heiligen Geiste. e/«7 Kam., 7 Frühm., 8 Pr., Amt m. Kam., 4 Beichte, 5 81. — Severikirche. Sonntags und werktags 0,7 Messe. — Herz-Jesu-Heim. 6 Frühm., 8 Amt m. Pr., 2 A. (Mitt, abends 8 A.) — Frauenberg. Von 5 bis nach der Nachmittagsandacht Aussetzung d. Allerhl. z. Verehrung d. göttl. Herzens Jesu. 5—7 M., 8 Nosenkranzm. m. Pr., 9 Pr. u. Levitenamt, nachm. 2 Festpr. u. A. m. Segen. Generalabsolution für die Terziaren.
Unpolitische Zeitläuse.
Von Fritz Nienkemper.
Berlin, 31. März 1920.
Die Häupter hoch, die Augen hell, die Herzen hoff- »unzsfroh, — so sollten wir von Recht? wegen in die Dsterfeier eimnarschieren. Aber wir bleiben gebeugt BRb bedrückt an Leib und Seele. Die Osterfeuer deren sonst das umjubelte, strahlende.Dankopfer der uufatmenden Menschheit Wo man jetzt die Paschah, flamme noch lodern läßt, da regt sich der peinliche Gedanke an das Schadenfeuer, das die Welt so furchtbar verheert hat und noch weiter frißt.
Woher die Oualen und Sorgen?
Die Natur tut redlich das ihrige. Es sproßt und grünt wie in den besten Glücksjahren der Vergangen, feit. Die Sonne strahlt warm und heiter am Himmel. TZ ist Frühling rn der unbcseclten Natur, — nur nicht 'M Menschengeschlecht.
Auch in da? Gewissen kann Der Frühling ein- S«hen. Der liebe Gott versagt seine Gnade denen •ri&t, die den Frieden mit ihm suchen. Alle HeilSmit. td stehen dem Christen auch in diesen schwerer: Zeiten Stt Verfügung. Wer guten Willens ist, lenkt den ^stersegen in sein Inneres.
Aber die äußere Drangsatzund Nöte wollen nicht tveichen. Tas Elend in der zerrütteten Welt dauert trotz FrühlinaZsonne und Gnadensonn« fort. Denn tie Mensch-n haben eS verschuldet, und die Men- schon müssen c$ erst mühsam ausräumen.
Delr. Zwangsleichenschatr
Dar AuSschreiben des kurhessischen Ministrriumt t«B Innern vom 15. Mai 1824 (Kurhrss. Gesetzsainin- lung S. 72) und das Ausschreiben des kurhessischen StaatSminisreriumS vom 23. Oktober 1826 (Kurhest. Gesetzsammlung S. 25) enthielten Vorschriften über die Abkürzung der regelmäßig 72 Stunden betragenden Mindestfrist zwischen Tod und Beerdigung für besondere Fäll«. Beide AuSschreiben bestehen nicht mehr zu Recht. Meine die allein gültigen Vorschriften für die Leichen, schau für den hiesigen Bezirk enthaltenen Polizciverord. nung v. 31. 5. 1912 (A. Bl. von 1912 S. 264) bestimmt zwar im § 1 Abs. 3, daß die Beerdigung einer Leiche i n der Regel nicht früher filS 72 Stunden nach dem eingetretenen Tode erfolgen dürfe, läßt hiernach ebenfalls Abweichungen von dieser Regel in Ausnahmefällen »u- Es hat sich aber in der praktischen Handhabung dieser Verordnung das Fehlen eingehender Bestimmungen über vorzeitige Beerdigung nachteilig bemerkbar ge. macht. Ich ordne deSha.b in Ergänzung der im Amtsblatt 1912 S. 267 ff. abgcdruckten Anweisungen Folgendes an:
1. Tie im § 1 Abs. 3 der Verordnung vom 31. Mai 1912 vorgesehene regelmäßige Mindestfrist zwischen Tod und Beerdigung darf in begründeten Ausnahme, fällen bis auf mindestens 48 Stunden herabgesetzt werden.
2. Als Gründe, di« eine solche Ausnahme rechtser- tigen, werden insbesondere .besonders vorgeschritten, Fäulnis der Leiche", aber auch äußere Umstände, leine starke Belegung der Wohnungen. Fehlen einer L-ickskn. Halle und dgl.) anzuerkennen fein.
I 3 Bei der Zulassung vorzeitiger Beerdigung Lar! die Leichenschau unter keinen Umständen früher als 1! Stunden nach dem Tode stattfinden (vergl. § 2 Abs. 2 der Verordnung). _ .
4. Ten Leich:nfchauformulsren (S. 26o a a. O.) ist folgende Spalte 19 anzufügen:
19. a ) Ist vorzeitige Beerdigung (§ 1 Abi. o der P. O.) erforderlich?
b) Wenn ja, au? welchem Grunde? .
c) Um wieviel Stunden (höchstens bi? cur 4. Stunden nach dem Lode) ist die Regelfrist von 7_- Stunden abgekürzt?
Ich ersuche alle an der Durchführung der Leichen, fchnu Beteiligten, insbesondere die OrtSpolizewehorden Leicbenschm'er, Aerzte und Geistlichen, von dies« An, I erbnunff zu verständigen und für ihre ortsübliche Bc. I kanntmachung Sorge zu tragen.
Kassel, den 13 März 1920.
Der Regierungspräsident: I. D. gez. Sewalb.
Tn« Ort»oUzeib«hörden werden eriucht, diese Be. k«enmmachung den Leichenschauern zur sorgfältigen Be. «chiung nritzuteilen. Die getrossenen Anordnungen I find auch in der Gemeinde aus ortsübliche Werse be. I kmmt machen zu lassen.
I Fulda, den 21. März 1920.
L Der tsndral: Frhr. v. Doernberg.
In Zusammenarbeit mit bekanntem Facharzt der Bflanzenheilkunde qibl * Pfarrer Schmidt wertvolle Ratschläge fi über Verwendung seiner bewährten ä Na urmiltel qecen: A ihrna, Dicht « und R euma, Bleichsucht, Hautun- > rein.gkeüea, verdarb. Blut, Blasen- i leiden (Be.fnätien1, Wassersucht, » Zucker, ?ettleibigkeit,hämorrhoiden
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Markte.
9F Fulda, 3. April. Der heutige Schweine- markt wies eine Zufuhr von 200 Ferkeln und 17 Läufern auf. Die Preise betrugen für Ferkel 250, 300 und 350 Mark, für Läufer 480, 500 und 550 Mark. Ter Handel war ziemlich lebhaft.
mir zu bald versandete die christliche Welle. Was er. I leben wir jetzt? Eine ganz erschreckliche Zunahme der I Laster und Verbrechen. Die guten Triebe sind zurück. I gedrängt, aber alle schlechten Triebe, die in der Mensch- I heit schlummern, sprießen jetzt empor wie giftige Pilze I nach dem Wolkenbruch. Eine Gier nach Geld und Genuß, die keine Scheu mehr kennt und keine Scham, wirft uns zurück auf eine Kulturstufe, die man sonst als längst überwundene Roheit und Barbarei betrachtet. Es sieht verzweifelt heidnisch aus in der geg-nwärtigen Welt. Kein Wunder, wenn wir unter der Zuchtrute zu leiden haben.
Es war Gottes Wille, uns in Liebe zu erziehen; aber die Menschheit zwingt ihn zur Strafe und zeigt durch ihr tolles Treiben, daß sie nur durch Schaden klug gemacht werden kann.
Unter den bst ter en Erfahrungen bet ^etz^zeit fühlen wir erst recht die Wahrheit des Spruches, daß d e Menschheit nur durch Leiden zur Freude kommen kann. Unser Sehnen und Hoffen ist auf Cftern gerichtet; doch vor dem Feste der Auferstehung kommen die Tage der Trauer und der Angst, der Qualen und des S.erbenS. Ter Erlöser hat nickt nur die Schuld der Bderrschen auf sich genommen, sondern auch ihr Schicksal vorbildlich mitgetragen. Wir müssen ihm nachsizlgem auf de« Kreuzweg, wenn wir ihm nachfolgen wollen in der Osteozlorie und m der triumphierenden Himmelfahrt.
Vorläufig müssen wir noch weiter wandeln in b e- fern Tal der Tränen und dez Todes. Dir müssen mit hinauf zu dem Golgatha der strafbaren Menschheit.
Schwer ist das Schicksal; doch der Christ hat mehr Trost und Stärkung als der Ungläubige. Wir wissen, daß auf Karfreitag der Lstersonnkag folgt, auf die Qual die Erlösung, auf den Tod die Auferstehung.^ ES
I schreckt uns nicht der Gedanke, daß wir die Gene'ung I der kranken Erdenwelt nicht mähr erleben könnten;
denn wir sehen daS Tor dcS besseren Ienfests osfess- I Für: unsere Nachkommen aber bürgt uns die Verhei. I ssung, daß der Sieger üb:r Sünde und Tod bei (einen I Getreuen bleibe bis an das Ende der Tage. ~
Sc? die Welt uns vorläufig versagt an Frieden und Freude, das wollen wir zu gewinnen suchen im geläutertem Herzen, in beruhchetm Gewissen 3u dem inneren Frieden gesellt sich dann die itarken-L H-n. nun«, daß alle? ausgeglichen und belohnt wird cm dem 1 Ostertag, wo wir im Jenseits zum ewigen -eben rn ewigem Frieden erwachen.
Durch Leid zu Freud'-, vom Kreuz zur Krone.
Amtliche Anzeigen.
Verordnung des Reichspräsidenten.
Auf Grund des Artikels 48 Abs. 2 der Reichsver- fassung, betr. dis zur Wiederherstellung der üfftnt- lichen Sicherheit und Ordnung im Reichsgebiet mit Ausnahme von Bayern, Württemberg und Baden und der von ihnen umschlossenen Gebiete nötigen Dtaß- nahmen. < ' .,
Auf Grund des Artikels 48 der Reichsverfassung hebe ich den § 5 meiner Verordnung vom 13. Januar 1920 für das Reichsgebiet (mit Ausnahme von Bayern, Sachsen, Württemberg und Baden und der non ihnen umschlossenen Gebiete) und meiner Verordnung vom 18. Februar 1920 für den Volksstaat Sachsen auf und ersetze ihn durch folgenden Worllaut:
§ 5. Gegen die Anordnungen des Militärbefehls. Habers im Einzelfalle steht die Beschwerde an den Reichswehrminister offen.
Gegen das Verbot period. Druckschriften ist in allen Fallen Beschwerde an einen Ausschuß zulässig. Die Milglieder des Ausschusses und ihre Stellvertreter wähtt der Reichsrat aus seiner Mitte. Der Ausschuß entscheidet in der Besetzung von 7 Mitgliedern, die nach eigener freier Ueberzeugung erkennen. Den Vorsitz im Ausschuß ohne Stimmrecht führt der Reicbsminister des Innern oder ein von ihm bcstimm- terStellvertreter. Die Beschwerde ist bei dem Reichs- wehrminister einzureichen. Dieser hat sie, falls er ihr nicht stattgibt, dem Ausschuß zur Entscheidung vorzu- legen.
Soweit es sich um Beschränkungen der persönlichen Freiheit handelt, ist das Gesetz, betreffend" die Verhaftung und Aufenthaltsbeschränkung auf Grund des Kriegszustandes und des Belagerungszustandes vom 4. Dezember 1916 (Reichsgesetzblatt Seite 1329) entsprechend anzuwenden.
Diese Verordnung tritt mit ihrer Verkündigung m Kraft.
Berlin, den 2. März 1920.
Der Reichspräsident, gez. Ebert.
Der Reichskanzler. Der Reichswehrmmifter. gez. B a u e r. gez. N o s k -.
daß die Bevölkerung keinen Anlaß zu einem erneuten, verschärften Einschreiten geben wird .
In Kraft bleibt der durch Verordnung des Reichs Präsidenten vom 13. Januar 1920 für das gesamte Reichsgebiet verhängte Ausnahmezustand in seiner milderen Form.
Don den hierzu von mir erlassenen Verordnungen hat lediglich die zur Bekämpfung des Schleichhandels vom 26. Februar 1920 noch Gültigkeit.
Außerdem bleiben für die Stadt Kassel die in meiner Bekanntmachung vom 18. März 1920 verfügten Beschränkungen bestehen, soweit sie nicht inzwischen gemildert worden sind.
Kassel, den 24. März 1920.
Der MMrbefehlshaber.
gez. v. Stolzmann, Generalleutnant u. Inhaber dcr vollziehenden Gewalt.
Die in Straft bleibenden Bestimmungen der Verordnungen vom 13. und 15. März 1920 lauten:
1. Kraftwagen, Krafträder und Detriebsstoffe für diese können von den Bezirksbesehlshabern beschlagnahmt werden, soweit es für ein Eingreifen zürn Zwecke der Äustechterh°lt^::g der Ordnung notwendig erfcheint.
2. Die staatlichen »Derwattungs- und staallicyen Polizeibehörden sind berechtigt, Versammlungen zu verbieten.
3. Haussuchungen und Verhaftungen können von den zuständigen Militär- und Zicilbehörden ohne Beschränkung vorgrnommeir werden.
Den Offizieren und Offizierdiensttuern verleihe ich die Rechte von Polizeibeamten und Hilfsbeamten der Staatsanwaltschaft.
4. Bezüglich Waffentrogen .Betreten der Straßen und Ansammlungen auf Straßen treffen die militärischen Bezirkebefehlshaber im Einvernehmen mit den zuständiaen staatlichen Derwaltungs- und staatlichen Polizeibehörden die erforderlichen Einschränkungen für ihre Bezirke.
5. Zuwiderhandlungen gegen die vorstehenden Anordnungen und die Bestimmungen der Bezirksbefehls- haber, sowie die Aufforderung und Anreizung dazu werden, soweit nicht höhere Strafen verwirkt sind, mit Gefängnis, Haft, oder Geldstrafe bis zu 15 000 Mark bestraft.
Fulda, den 28. März 1920.
j Vezirksbefehlshab-r Fulda.
Zusätze des Bezirksbefehlshabers:
Zu 4 betr. Waffentragen: bleib! es bei der Bestimmung vom 13. März, wonach das Waffej-tragen nur für Militärpersonen und Mitglieder der Einwohnerwehren im Dienst, sowie für Polizeibeamten und Gendarmerie gestattet ist.
Hinsichtlich des Betretens der Straßen usw. wird von Einschränkungen abgesehen.
Der Dezirksbefehls^brr.
gez. 'S ch o o f, Oberstleutnank.
Mrd verössentllcht.
Fulda, den 29. März 1920.
Der Landrat: Frhr. v. Doernberg.
den. t
SIS im Snfwg des Krieges Berufene Stimmen zur Buße mahnten, hnnten sie verlacht von Pharisäern der Welttveisbeir. die Reu- und Bekehrung für ,niL Trotzdem machte sich cm
Aufschwung de§ religiösen Sinnes bemerklich. Doch
Die Erlösung von bet Sünden s ch u l d bedeWet "icht schon bte Erlösung von aller Sümcn r a - c. Und wenn der Allgütig« auch von jeder Vergeltung ab. sthen wollte, so wäre es doch eine vermessene Zumu>- dwg, wenn wir erwarten wollten, daß er d:e Wir. kungcn unserer Missetaten ohne weiteres aucheden > solle Die Menscbh-it mutz die Folgen threS Tuns tragen. Tas Elend in bur» die Sünde in bte Welt ge- | t. kvinrnen: es wird durch die Sünde her Menrchen er. toen und zeitweise gesteigert. Dabei dentt man zunächst an die bewußte BoSbeit, an die absicht'.iche dorung gegen die gottgewollte Wellordnung. Aber auch . foe Fehlgriffe aus Unverstand und Uebereilung. und --.'Irrtum und Ungeschick können die schlimmsten — mun.
Sen haben. Für die Torheiten und Dummheiten mutz | ^ftmdüch b eiten, | das Menschengeschlecht büßen ?l,-fichwuna des re.
Ostermontag, 5. April. Dom. V-6, 6, Mil u. 7 M., */s7 Uhr Kommunion für die Iungf.-Soo. in der Marienk. 8 Pfarramt m. Pr. u. Segen, l/elO Kathedral- ämt m. Pr., >-,12 M. m. Pr, Vi2 Oster-A , »/«3 Vers, der JunaL-Sod. m. Vr. u. A. i. Der Marien!. 4 A, — Stadtpfarrkirche. (Tellerkollekte f. b. St. Sturmiuskirche) 67s Som., 5’4 u. 6’/« M., 8 M. u. Pr. (1. Schulgd ), 9 /> Pfarcamt u. Pr.. 11 M. u. Pr. (2. Schulgd.), 27s Oster A. — Pfarrkirche zum hl. Geist ’/«7 Kom., 7 Frühm., 8 Pr. u. Amt, 5 A. — Sodali'ät. Vs' 0. — Severikirche. >/,7 M. — Frauenberg. 5—7 M , 8 Nosenkranzm, 9 Levitenamt, nachm. 2 Pr., A. u. Umg. f. d. AntoniuS-Bruderschaft.
OsterdienStag, 6. April. Frauenberg. Achter Dienstag der Novene zu Ehren des hl. Antonius. Aussetzung dcS Allerheiiigsten von mor.ienS 5 bis zum Schluß deS Hochamtes; */s8 M m. Antonius-A., */s9 Levitenamt m. sakr. Segen, darauf Kreuzwegandacht
• Evangelischer Gottesdienst.
Ostersonntag, 4. April. Vormittags 9'/, Uhr Sup. Ruhl (hl. Abendmahl), nachm. 2 Pfarrer Weber.— Bicberüei». Vorm. 9 Pfarrer Reich.
Ostermont a g, 5. April. Vorm. 8 Pfarrer Reich 97i Pfarrer Weber.
ft r ex f e.
Sitzt denn die Menschheit noch emf den Schulban. len? Sie ist doch schon viel tausend Jahr« und fast' 1900 mas ist schon die Ostersonne über der Erde aufaegangen und die Hei>Sbotsä?aft immer von neuem verkündet worden. Auch die irdische Wissenschaft rühmt sich stetiger Fortschritte und großartiger Entdeckungen. Mer trotz alledem ist die Menschheit bei der jüngsten Prüfung jämmerlich durchgefallen. Kenn m.sie man- aelhast. Betragen schlecht. Don der aufgebl^enen Herrlichkeit der Kultur wurde die glitzernde Decke ab. gezogen, und darunter zeigte sich ein traurrgeS Gemisch von Dummheit und Frevelhaftigkeit. Tas Gebaren der Menschheit in den letzten Jahren erinnert an daS Getriebe in einer Schulklasse von grünen Bunchm. wo die wildesten Rangen den Ton anaeben, dre Waste sich mitreißen läßt zu dem toll'ten Unfug.
Del) ja, b e Menschheit- steckt noch in den F.egel-ah, nen. Wir müssen noch Lehrgeld zahlen. Wir burjen uns über bie Schulstrase nicht beklagen; icnn ob iie auch hart ist, sie entspricht der Schuld und dem «ha-
3. April 1920.
In der nächsten Woche entfallen auf jede Fettkarte 100 Gramm Margarine. Die Krankenkarten werden mit hiesiger Lutter bedient. Abgabe an die Verbraucher: Freitag und Samstag .
Eifrige Spürer beschäftigen sich gern mit her Schu b- ftage. Sie suchen nach Sündenböcken, denen sie den Ausbruch des Krieges, die Nieberlage, den grausamen „Frieden" und all das übrige Unglück zur Last legen könnten. DaS soll Gerechtigkeit sein und Klarh-rt schaffen; in Wirklichkeit führt es zu Irrungen und Um. ordnung. Da sieht man vor einzelnen Daumen den Wald nicht. DaS Unheil hätte nicht so groß, so an. dauernd, so verheerend werden können, wenn die menschliche Gesellschaft auf jener „Höhe der Kultur" gestanden hätte, die sic selbstgefällig sich anrühmt. Sie nannte sich „christlich" und war doch liebloS, neidisch und protzig. Sie praihlte mit Bildung und Gesittung, aber sie wär kurzsichtig, zerfahren, verblendet und ungeschickt. An das xerjtören ging man von allen Seiten mit glühendem Eifer; beim Wiederauftau ein jäm. merliche? Versagen der sogenannten Kultur.
Schlagen wir allzumal an die Dnfft und seufzen: Unsere Schuld, unsere Schuld, unsere riesengroße Schuld! . T
Mir kommt daS Verhängnis vor hne eine Schub.