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47. Zahrg.

Mittwoch, 31. Mär- 1920

Nr. 76

abgesetzt und durch einen radikalen ersetzt. In D u | je V

Das war

Dem Kanonenschuß fi

bedeutend verstärkt. Es wurde wieder die Drohung mit Recierun gslru ppen "X

bcm Generalstreik erhoben die Abberufung des Gene- standen. Doch streßen starke Rerchswehrpatrourllen rals von Matter verlangt und erneute Verhandluna ! im Laufe des Tages nach Dorsten über du> Lippe vor.

Es war eigentlich schwer anzunehmen, daß die Bedingungen des Ultimatums, das die Reichs­regierung an die Aufständischen im Ruhrgebiet gerich­tet hat, pünktlich und vollkommen erfüllt sein würden. Das Wehrkreiskommando in Münster hatte Aus­führungsbestimmungen zu dem Ultimatum erlassen, in denen genau ausgeführt wurde, wie die Forderungen der Reichsregienmg zu erfüllen sind. Als Beispiel genügt die folgende Bestimmung: Sind bis zum 31. März 12 Uhr mittags nicht schon 4 schwere, 10 leichte Geschütze, 200 Maschinengewehre, 16 Minen­werfer, 20 000 Gewehre, 400 Schuß Artilleriemunition, 300 Schuß Mnenwerfermunition, 100 000 Schuß In- fanteriemunition abgeliefert, so gilt die Bedingung der Waneimbgabe nicht als erfüllt. Man sieht aus diesen Ziffern übrigens, welchen Umfang die Bewegung und die Bewaffnung der Aufständischen angenommen hat. Weiter dürfen nach den Ausführungbestimmungen zur festgesetzten Frist keine Bollzugsräte, keine bewaffneten Teste der Roten Armee, mehr bestehen, und alle Ge­fangenen und Geiseln müssen beim Wehrkreiskom­mando in Münster eingeliefert sein. Die . geringste Verletzung dieser Bedingungen läßt der Regierung zu ihrer Unternehmung stete Hand.

Diese Ausführungsbestimmungen haben den Wider­stand gegen das Ultimatum, der ohnehin schon groß ist, bedeutend verstärkt. Es wurde wieder die Drohung mit

gen und gemäßigten Kommunisten bestehende Voll- zugsrat von radikalen Kommunisten verhaftet und ein rein kommunistischer neuer Vollzugsrat gebildet. Die sozialdemokratische Partei Elberfelds teilte der Regierung mit, daß sie eine Verlängerung des Uliinia- tums der Reichsregierung um 3 Tage verlange. _ einer Mitteilung des Zentralrates in Essen wurden die Bedingungen des Generals Matter als un­ausführbar bezeichnet. Der Zentralrat erklärte weiter, daß er die Bielefelder Beschlüsse anerkennt und daß die militärischen Führer erklärt haben, sich dem zu unter­werfen. Wie der „Vorwärts" hört, hat die Reichs- regierung darauf in einer ausführlichen Darstel­lung geantwortet, in der die Unhaltbarkeit der Zu­stande im Ruhrrevier dargetan und erwidert wird, daß das Militär verfassungstreu sei und keinen anderen Auftrag habe, als den gesetzlichen Zustand wiederhrrzu- stellen. Die Reichsregierung glaube, auf den Vorschlä­gen des Bielefelder Abkommens bestehen zu müssen, womit von der Gegenseite noch nicht der geringste An­

solle.

Auf allen Seiten ist jetzt ruhig Mut notwendig, da­mit das durch den Kapp-Putsch heraufbeschworene große Unglück nicht noch weiter vermehrt werde. Sen- siitwnsmeidringen dienen nicht zur Beruhigung. In einem Berliner das auf Sensation eingestellt ist, werden alarmierende Nachrichten über ein Ge- werkschaftsultimatum verbreitet, das gestern an die Reichsregierung gestellt worden sein soll; darin soll il a. die sofortige Abberufung des Generals Mat­ter und eine 48stündige Fristverlängerung für die Aus­führung des Bielefelder Abkommens verlangt werden. Es wird dann weiter hinzugefügt, daß die Regierung sich noch nicht hätte schlüssig werden können und daß aus 6 Uhr abends eine neue Kabinettssitzung anberauml worden sei, auf Grund deren erst eine endgültige Ant­wort an die Arbeitervertreter erteilt werden könne. Es ist selbstverständlich, daß die Regierung die Lage im Ruhrgebiet mit vollem Ernst beurteilt und daß sie bemüht ist, die Schwierigkeiten zu lösen, ohne daß es zu einem neuen Bürgerkrieg kommt. Die Ge­werkschaftsführer der beiden sozialdemokratischen Rlch- tungen haben mit dem Reichskanzler und dem Reichs- wehrminister Dr. Geßler die Lage besprochen und da­bei auch den Wunsch der Arbeiterschaft zum Ausdruck gebracht, daß ein militärisches Vorgehen im Ruhrgebiet unterbleibe. Die Wirkung dieser Aussprache trat m der gestrigen Rede des Reichskanzlers in der National­versammlung und der Entsendung Severings zu Tage. In den Kreisen der Berliner Gewerkschaften wird die Erklärung des Reichskanzlers als eine inhaltliche Zu­rückziehung des Regierungs-Ultimatums an das In­dustriegebiet angesehen.

In Berlin wurden gestern im Reichstag m einer Konferenz von Vertrelern der Arbeitsgemein­schaft freier Angestelltenverbände, der General­kommission der sozialdemokraiischen Gewerkschaften und der beiden sozialistischen und kommunistischen Parteien, der auch Arbeitervertreter aus dem rheinisch­westfälischen Industriegebiet sowie auch aus Schlesien, Sachsen und Süddeutschland beiwohnten, im Prinzip ein neuer Generalstreik in Aussicht genommen, unbe-

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Wie der Larrdbrmd die Bauern nasführt.

Montag, den 15. März — also am dritten Tage der Kapp-Regierung — fand unter Dem Vorsitz von Erzellenz von Braun eine Sitzung des Rerchsausschus- ses der Landwirtschaft statt, in der über die Zwangs­wirtschaft, insbesondere über die Kartofselversor- guna, verhandelt wurde. Aus dieser Sitzung berichtet das „Berl. Tagebl.": Der Direktor des Lan^ b und es, von Woedtke, wies darauf hin, daß auch der Landbund bisher in der Agitation die Aufhe­bung der Zwangswirtschaft gefordert habe, daß aber heute, wo es sich um eine praktische Mn- arbeit handele, der Landbund für die Aufhebung der Zwangswirtschaft nicht eintreten könne. Man müsfe doch berücksichtigen, -daß Agl- tasion und Taten ganz verschiedene Sachen seien . Exzellenz v. Braun stimmte diesen Ausführungen zu und teilte mit, daß er in dieser Frage vormittags Mr- Handlungen mit dem in Aussicht genommenen Reichs- wirtschaftsminister Dr. Schiele und dem Landwirt- schaftsminister Frhr. v. Wmigenheim gehabt habe, die ebenfalls gegen eine Aushebung der Zwangswirtschaft bei Kartoffeln seien. 3n der Kritik seien auch diese Herren für sofortige Auf­hebung der Zwangswirtschaft gewesen, wenn sie aber heule die Verantwortung übernehmen sollten, so wäre das doch eine andere Sache.

Landbund und Bund der Landwirte haben somit bisher lediglichum Stimmenfang 511 t r ei-

Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Karl Schutte, :: für die Anzeigen: I. Par zell er-Fulda. -

Rotationsdruck u. Verlag der Fuldaer AcNendruckerei m Fulda. Fernsprecher Nr. 9. Telegr.-Adresse: Fuldaer Zeitung

Der Bürgerkrieg in Remscheid. --

Es wird uns ein Privatbrief zur Verfügung gesteM, in dem ein Augenzeuge über die Schreckensiage m Rem­scheid berichtet. Wir entnehmen vem Briefe folgende

Preußische Landesversammlung.

Ter Lanbesversammluna macht am Dienstag Präsi­dent Seiner! das neue P r ä s i d ' u m bekmmt. C gab zunächst eine kurze Darstellung der Geichehmsie der letzten Woche, verurteilte sie aufs lcharftte und forderte | im Namen der Landesversammlung strengite Be>.ra- fung Er sprach den Hinterbliebenen der im Bürger­kriege Gefallenen herzlichste Teilnahme aus und ie lte dann mit .daß das Mm.stermm Hirich dennfsiomst habe und er Herrn Braun zum Mmcherpraichentm be­rufen habe. Den scheidenden Mrntstern Hirsch, Herne und Südekum sprach er lebhaften Dank aus.

Dann stellte Ministerpräsident Braun das neue Ka­binett vor In längeren Ausführungen konmu er auf den Staatsstreich der Kapp und Konsorten zu ,Prechen aeaen die er schärfste Worte der Verurteilung, findet. Auf das heftigste greift er dann die DeMschnatwnalen an, die eng mit dem Putsch zusammenhrngen, t«mr sie es auch jetzt zu leugnen suchten. Schärfste De,tr<D fung sei notwendig. Dabei werde man sich auch durch den Bolschewistenschreck nicht beirren lasten, der fetzt von den Staatsstreichlern an die Wand gemalt wurde.

Aba Herat, der Redner der deUtschnatronalen Volls- pnrtesi'machte es sich leicht, wenn er glaubte sich und »eine Freunde eindrucksvoll genug geschützt. und bere» digt zu haben gegen Anwürfe einer Mm mindesten sehr pflaumenweichen Haltung der deutschnationalen Kreist den Kappleuten gegenüber. Dkan es von ,ener Seite nickst für nötig befunden, den verbrecherischen Schritt von vornherein offen und entschieden zu verwerfen. Er I verflieg fich zu dem Satz, daß die jetzige Regierung nur eine systematisch ausgebaute Diktatur wm, gegen die das Volk angehen zu müßen, glaubt^ Tlus cicse i reinigt man sich nicht von einer Anklage, bie mm en* mal zentnerschwer auf den Schultern ^r Recht-pm- teien lastet. Mit Recht hat deshalb auch der Redner

W Berlin. 31. März. (Tel.) Nach der „Voss. Ztg." ist im Ruhrgebiet der Generalstreik nur m etn- meinen Orten ausgebrochen, so in Bochum u. Elver- feld. In Hagen ist der bereits proklamierte Gene­ralstreik wieder abgebrochen worden. In D ü f s e l d o r f sind die 205 Rotgardisten aus dem Rat­haus nach Verhandlungen abgezogen. Der Genera.- streik ist auch in Düsseldorf nicht erklärt worden. Die Eisenbahnbeamten und die ch r i st l i chst orga­nisierten Arbeiter im Ausstandsgebiet sind zum Protest gegen den spartakistischen Terror in einen General­streik eingetreten. Die Streikenden wollen gegebenem falls Waffentransporte zum Wehrkreiskommando nach Münster befördern. Das Wehrkreiskommando Mun­ster teilt mit, daß das Ultimatum der Regiermig bei den Aufrührern im allgemeinen keine Be- achtung fand. An der Nordfront sind die An- ariffe fortgefetzt und Verstärkungen herange- zoaen worden. Ein Bericht der Roten Armee aus Buer stellt fest, daß bis Dienstag morgen noch keine Rehlerungstruppen südlich der Lippe

Deutsche Nationalversammlung. [

der Sitzung vom Dienstag wurde die große »nlitische Debatte fortgesetzt. Die Rechte hat sich I A ihrem ersten Schrecken einigermaßen erholt und ^k.'ucht nun, den Spieß umzudrehen. Dieser undank- ^ren Aufgabe mußte sich der greife deutschnationale I ST -vübrtnfler unterziehen. Dem Menschen Zubringer I man gewiß auf allen Seiten dej Haches wegen .-iner ruhigen und sachlichen Art Sympathie entgegen. I -rJähalb bedauerte man um ferner selbst willen, daß er, I «m noch zu retten, was zu retten war, sich 'N solchen I Verdrehungen der Tatsachen gefallen mutzte Den Hochverrat der Leute, denen seine Parte, doch allzu I Stbe stand, suchte er damit zu rechtfertigen, daß er einen Verfassungsbruch der alten Regierung aus dem I Um'tand konstruierte, daß sie die Wahlen hatte hinaus- I Een und die Wahl des Reichspräsidenten durch das Parlament hätte vornehmen laffen wollen. Mit ~euten, di, bei ihrer Verteidigung auf so schwachem Boden I stehen, ist natürlich ernsthaft nicht mehr zu rechten. I xach ihm spricht der

Reichskanzler über dir Sage im Ruhrrevier:

Aus dem Ruhrgebiet und aus Rheinland-Westfalen I sind heute sehr beunruhigende Rachrschien ein« I aelauren. Im Ruhrgebiet ist eine außergewöhnliche Er- I teaung vorhanden, weil man glaubt, daß dort nut den I toroffiteu militärischen Maßnahmen vorgegangen wer- > den soll. In Elberfeld und in Esten ,st bereits der Beschluß gefaßt worden, dagegen von neuem den E e - neralstreik auszurufen- Demgegenüber stelle ich fest, daß nach der gestrigen KaBinettssttzung der Rerchs- wehrmiriister den zuständigen militärischen Stellen d,e strikte Anweisung gegeben hak, daß alle unnötigen SSritte ve rmieden werden sollen. Die Truppen, die dort überhaupt eingesetzt werden, sind verfaffung^- ireue Truppen. Es ist Anweisung ergangen, Blut­vergießen , wenn irgend möglich, überhaupt zu der- l meiden. Es ist in Deutschland in der letzten Zett wahrhaftig genug Blut geflossen. Es 'st ferner die .In­weisung gegeben worden, daß den Truppen Zivilkom- mifiare vorauszugehen haben, um Aufklärung zu ver­breiten. Eine Reihe von Postämtern ist allerdings im Besitz der Roten Armee, von ihnen aus ist also kerne Aufklärung möglich. Weiter ist mitzuteilen, daß N'rt'ei_c den Truppen Nahrungsmittel anrollen, denn die Nah- rungsmittellage in den aufständischen Gebieten ist geradezu fürchterlich. Mir liegt ein Flug­blatt vor, unterzeichnet von beiden sozialistischen Par­teien. Darin heitzt es: „Verantwortungslose Elemente, die Kommunisten sein wollen, haben gestützt auf be­waffnete Horden, die Herrschaft an fich gerissen, und üben einen TerroriSmuS aus, der schlimmer 'st, als der weiße Schrecken." (Lebh. Hört, hört!) DaS sagen also auch die Unabhängigen! (Erneutes Hort, hort!) i Die Lebensmittel werden beschlagnahmt und an Maro- heute verteilt, die sich hinter der Front herumtrerben und die z. B. auch die Milch beschlagnahmt haben, die für die Kranken und Kinder in Duisburg bestimmt war. (Hört, hört!) Von der Reichsbank in D m-bürg haben sie große Summen erpreßt.

"Ich habe Mnen gestern mitgeteilt daß die fran­zösische Regierung einverstanden sei, Wer das Abkommen vom 8. August v. I. hinmisgehenb die End- senbimg von Truppenteilen in das dortige Gebiet zu gestatten, wem» wir gleid^eitig in die Besetzung von Hainau, Darmftfabt und ü'ramksurt einnriHigen mürben. Erfreulicherweise kann 'ch Amen utitteilen, daß in den gestrigen Aibendsiurcken dre st a n- zösische Regierung diesen Standpunkt a ii f g e g e b e n hat Sie ist bereit, ims einen Spiel- raum von zwei bis "drei Wochen für die Verwendung einer stärkeren Truppemnacht zu geben ohne daß win­tere Besetzungen erfolgen sollen. Ich glaube, daß diese ffrift genügen wird, dort die verfassungsmäßige Oro!- nung wiedetherzuftellen, um so mehr als 'n den Ar- beiierfreifen aller Parteien die größte Erbitlcnmq sich bemerkbar macht über die Zustände, die dort eingerff-

AuS Mitteldeutschland.

Da trotz Aufforderung der Regierung die Waffen im Suhl er Gebiet dort nicht ab geliefert wurden, bat das Kasseler Brigadekommando im Einverständnis mit dem. Regierungskommissar, Oberpräsidenten Dr. Scbwander und dem Milttärkomm'tzar GrzestnSk' die Fr» bis zum 31. 3. 1920, 12 Uhr mittags verlängert. Ersolgt dann noch nicht die Waffenabgabe, die von den Vertretern der Suhlet Bevölkerung versprochen wurde, werden m'litätischeMaßnahmen gegen vieSchuldigen ein, geleitet. — JnSachsen herrscht noch immer zum T«l dn: spartakistische Terror, vor allem in F a Ife n ft ein t SJogtL j^ort erschien ein Aufruf an die besitzende Klaffe, der beim Einmarsch von Truppen mit Generalstreik droht Sollte diese Maßnahme nicht genügen, so eben Die Maschinen in ben Betrieben zerstört und d,e Hamer her besitzenden Klassen sowie die Gebäude der Behörde» in Brand gesteckt oder in die Luft gesprengt. ES s« Bereits ein Brand- und ein Rachekomttee «ßbildet, unr beim Herannaheu. der Truppen sofort tn Tätigkeit zw treten^ und unter der besitzenden Klasse auszuraumen.

fen sind. .

Alle Operationen dürfen nur 'M Einvernehmen mit dem Staatskommissar Severing erfckgen. Nun ist Aufregung darüber entstauben, weil der Gene, ral t>. Watter Äusführungsbeftimmungen zum Ultimatum gegeben hat, bie nicht erfüllbar sein sollen. Es sind bereits Mi lbe r unge n vor- fleriarrrmm worden. Das Utriirtafhun fett ifoeröaiWi Bedeute»i, baß der gute Witte gezeigt wird, überhaupt bie Waffen abzuliefern. (Beifall.) Ich doffe, «v die Arbeiterschaft, bie sich in ihrer gewaltigen D-ehr-- Beit durchaus verständig gezeigt hat, Jüb weiterhin Ve- währen und daran dercken wird, daß das Ruhrg^ier für die gesamte bcutfcöe Volkswirtschaft von größter Bedeutung ist. Hvffenttick kommt im wenigen Tagen eine Entspannung. (Beifall.)

Reichsminister des Innern Kock ivendet sich auf das schärfste gegen bie Deutschnationale-n, bie btnter dein Putsch ständen Volksgerichte müßten über bie Radikalen, ebn rechts und links abgelxMm werden. Es sei bedauerlich, daß mm bie Wahlen vor den Volks- "Abstimmungen stattfinden müßten. Wenn die Mrt'Oh nalverfommlung den Reichspräsidenten tväWe, fo sei bos kein Verfassungsbruck, Zentrum und Demokraten hätten fich übrigens dagegen ausgesprochen. Der Ge- ueralsireik sei notwendig gewesen.

Für bie bayerische Volkspartei spricht deren Vor­sitzender der Abg. Leichk. flbfolitie Riche und Qfe- nimg müsse hergestellt werden, sonst gingen wir alle zu Gtiüide Leicht spricht sich für eine wahre Demokratie aus, jede Klafsenherrschaft müsse mit aller Entschieden­heit bekämpft werden. Die fugend in den Schulen imb Hochschulen fall mit Liebe » Vaterland- un^ mit Mca.'cn erfüllt werden. Ucbernationales freilich ist zu bekämpfen.

, Ein Vertreter fdiärffter Tonart kommt mm mit dem mehrbeitssozialistifcben Aba W Wort. Er be.

leuAtete noch einmal den Kappftreuck lind lerne ferro, äwickvn g-«ka-n. toar u- ’n

Zusammenhang gefallene Aeuß-rung des Abg. ®e8B, der die bc-ldige Einiauna der f oj tat i n i > tV r. Parteien prophezeite und „eine Arbelte-reoocrung mts Hand, nnb Kopfarbeitern" als Zukunftsbild an bie Wand malte

Aba Behrens von der beutschnationalen Wolkspar- tei imb der deutschpartsilichc Abg. .'«nden^fich

siegen die Ausführungen von Wels, namentlich ** .Hebe Hugos gibt Anlaß zu starken, immer wieder miswauen. den Erregungen.

■; Schließlich lohnte das Haus den Aittras ArmiÄst ideutschnatiomSj, der Regierung ein Brintrauenkbotum auszustellen, ab und unterstützte das txm den beitsvarteien eingebrachte Vertrau ensva- iiim. Es ivurbe ergänzt durch bie Festfteuimtz, van ber verbrecherische Anschlag ber Kavv-LüNwitz

^ich verurteilt und • allen Teilen des Volkes für ben 5 Schutz ber Demokratie und ber Verfassung der Danl des Vaterlanbes abgestattet wird. Nicki einmal na- urentliche Abftiunmmg wagte die Opvosiiion zu hchn' tragen, und Teile von ibr stimmten auch mit der

V beit ziHcmmre» für die Verurteilung des Staatsstreiches.

Ministerpräsident Braun «widerte, die Behaup­tung, daß bie Regierung von dem Plan der Putzchisten im voraus unterrichtet gewesen sei, sei im-richtig. D«e Deutschnationalen haben sich offen bereit erflart, mit, zuarbeiten mit den Hochverrätern. Gelinge der Ven- rat, dann arbeite die Partei mit, gelinge er nickt, so ziehen sie fich zurück — das war ihr Standpunkt. Inzwischen ist ein Antrag der Mehrheitsparteien ein- gegangen, ber die Erklärung der Regi-emmg billigt und ihr bas Vertrauen ber Landest) ersamm- lung ausspvicht.

Die weite« Debatte bot nichts bemerkenswertes.

Mttwoch: Fortsetzung.

Der Ernst der Lage im Industriegebiet.

Schilderung: . m . ..

Seit längerer Zeit schon hatten wir in Remscheid die Lützower als Besatzung, die sich in weiten Kreiseii beliebt machten durch die Promenadenkonzerte der gm. geschulten Kapelle. Stark angeseindtt wurden die Trup­pen ob ihrer monarchischen Gesinnung, die m ben Tagen des Berliner Pulsches durch Aushängen der schwarz-weiß- roten Fahne u. s. w. unverhohlen zum Ausdruck kam, seitens der Arbeiterschast, in deren Massen ine ungluck- eligen Vorgänge in Berlin Bewegung brachten. Stte>.k, sttenqe StrahenaBspeirung, Volksversammlungen wechsel- len in rascher Folge. Immer stickiger wurde,die Atmos- phäre. Es war am Donnerstag ben 18. Marz. Draht­oerhaue in den Straßen ließen nichts ®utes ahnen. All­mählich teerten sich die Straßen. Eisige Ruhe lagette ub« ber Stabt. Da — gegen 4 Uhr fiel em Kanonenschuß!

ber Auftakt für den beginnenden Straßenkampf. _uKm .^.wnenschuß felgten Gewehrfchüsse und Maschinen, aewehrfeuer ununterbrochen bis in die spate Nacht hinem Furchterregende Gestalten mit Gewehren und Ma,chlnen. aewehren liefen über die Straßen. Smmer grofecre bewaff­nete Horden erschienen auf dem Plan. Die ganze Nacht hotte das Geknatter nicht auf. Hin und wieder schwiege« die Maschinengewehre, um dann um so starker das schau- rige Konzert sortzusetzen. Als kne Dunkelheit der Nacht schwand, steigerte sich das Feuer zur wahnsinnigen Heftig­keit, Granaten sausten über die Dächer und trugen Tod und' Vernichtung in unsere Stabt. In der Nacht waren Tausende bewaffnete Arbeiter aus Autos aus dem In- bustrieaebiet nach Remscheid gekommen, die sehr gm orga- nisiett anscheinend von Offizieren geführt wurden. Mit wildem Mut gingen die einzelnen Abteilung^ in Ste - lung Die Lützower hatten in der Hauptsache Markt, Jtat- haus, Hauptpostamt und die angrenzenden Straßen vesetzL Die Arbeiter kämpften mutig, trotzdem schienen sie del Lvtzowcm nicht gewachsen. Tote und verwundete Sonaten Blieben ar1 dem Straßenpflaster liegen, wagte es doch kei­ner upd scmd auch keiner Zeit, sich derselben anzunehmen. Bis 12 Uhr raste der blutige Kampf. Da trat plötzlich eine unheimliche Ruhe ein, gleichzeitig ging am Rathaus die weihe Fahne hoch. Noch auf der Flucht ^e die Reichswehr große Verluste. Man schätzte sie auf 30 Tote, ba sie beim Abzug in einen Maschmengewehrhmterhall fiel. Engländer haben die Reste der Lützower, bie von Herren der Bürgerwehr geführt wmden, gut aufgenom- men. 2m Stadtbereich begannen nun erst die eigentlichen Greuelszenen. Die zum Kämpsen zu feige waren, offen- barten jetzt ihre tierisch-teuflischen Instinkte. Ich sah, w.e em iunger Bursche einem armen Gefangenen, ber auf den Knieen um Gnade bat, mit dem Kolben mederschlug, um ihn dann durch einen Gewehrschuß m den Mund zu er- ledigen. Jeder abziehende größere Trupp Arbeiter nahm sich'ein paar Gesangene mit, um auch unterwegs der nies- rigen Rachsucht Befttedigung zu verschaffen. So schielte man durch Lennep einen Gefangenen, dem man ein Ma­schinengewehr um den Hals gebunden hatte und der sich' mühsam und keuchend dahinschleppte. Ob diese « w »ngenen noch leben? In Remscheid befinden sich etwa 50 Mann gefangen, die nunmehr anscheinend gut behan- delt werden. Wie furchtbar haben wir alle gelitten i» jenen imheilsatten Stunden und wie hat sich d,e Stadt m wenigen Tagen verändert! Fast alle Schaufenster stick zer­trümmert durch das Gewehr- und Maschinengewehrseuer. Das Rathaus ist durch Schrapnells arg mitgenommen. Die Uhr steht aus 9.07, wo ein gutgezietter Schuß das Gang- werk zerstörte. In der Nähe des Rathauses sind Haufer von Schrapnells glatt dmchschlagen worden.. So erzählte mir ein Bekannter, daß durch fein Haus em folches Ge­schoß ging, bas Eh- und Wohnzimmer durchflog, seinen Weg durch einen prächtigen Bechsteinslugel nahm nick bann auf ber Straße krepierte. Was das entfetzliche Bru­dermorden an Opfern gefordert hatz wird wohl nie feft- aestelli werden. Die auswärtigen Kampfer nahmen ihre Toten imd Verwundeten zum Teil mit. Am 24. Marz wmden auf dem Westfriedhofe 35 Lützower zur ewigen Ruhe gebettet. Groß ist auch die Zahl der gefallenen Ar­beiter und Unbeteiligten, bie von Kugeln getroffen wmden.

Es wurden dann noch eine Reihe von Gefetzesvor. l gefordert. Sn Bochum wurde df °lte Arbeiterrat lagen erledigt, darunter bie W ah l g e > etz e n t- , abgesctzt und durch einen radikalen ersetzt. Sn DU|J el- toürfe die dem Verfafsungsausschuß überwiefen wub- l borf wurde der aus Mehrheitssozialisten, Unabhangi- ben, ferner nahm das Haus das Gesetz. Über bie 58 e* zolgung der Hochverräter IN zweiter und dritter Lesung an und stiminte endlich dem Antrag auf Aufhebung ber Immunität gegenüber dem an dem Kapp-Putsch beteiligten Abg. Trau b zu.

Nächste Sitzung: Mittwoch, 14. April.

fang gemacht worden sei.

Die R e g i e r u n g Hat indes in einer Kabinetts­sitzung beschlossen, alles zu tun, um jedes unnötige Blutvergießen zn vermeiden. Zu diesem Zweck ist auch der neue preußische Minister des Innern, Severing, nach dem rheinisch-westfälischen Sndustriegebiet entsandt worden. Aus seiner Tätigkeit als Staatskommissar kennt er die dortigen Verhältnisse. Aus der Arbeiterschaft stammend, wird er leichter in der Lage sein, irregeführte Arbeiter auf den Boden der Verfassung und des Rechts zuriickzubringen. Von der Reichsregierung hat er weitgehende Generalvollmacht und nur mit seinem Einverständnis wird Ge­neral Matter wettere Maßnahmen treffen können. Die Rcgiemng ist auch jetzt noch bereit, im Wege der Verständigung die schweren Gefahren eines Bür­gerkrieges zu vermeiden. Voraussetzung dafür ist aber, daß auch die Arbeiterschast zur Vernunft zurückkehrt des Zentrums ber I und daß bei ihr die Einsicht durchbricht, welche schwere

Abc^' Mlv'erman», in seinen auSgezeich-netM I Verantwortung sie für den Bestand des Reiches auf sichen Ausführungen die Frage aufgeworfen, ob die wenn sie sich weiterhin außerhalb der Ver-

Leuts, die vllcrmnnßig banrernb gegen die ategienrng l »M und wenn sie gar die Drohung verwirk- KLL Ste ®*« -ich-» f* » SIM- dmch Sp,-»gI°I°nn-n zu

bet Zentrumspartei hätten nicht gezögert, den Putsch stören. .... .

von vornherein aufs schärfste zu verdammen, a.s ein Vettluecken am deutschen Volke, das geeignet fft, int. endliches Unglück über uns zu bringen. Der Wldermami spricht aus dem Herzen aller Zentrums «chänger, wenn er sagt, daß die Zentrumspartei als chrifi-licke VoWparwi fest auf dem Baden des SW stentums stehe, das ein Recht der Revolution,, d. st der gewaltsamen Aufhebung gegen die. gefetzmaßMe itaat- liche Ordnung, nickt kenne und weAer, daß wir ,ede «eualution für ein Verbrechen halten, I ein nrure

mag sie von tcd!5 ober von links kommen mag sie gr. I dingt für den Fall, daß der Einmarsch m das iefeben sein im November 1918 oder im März 1920. Industriegebiet veranlaßt werden sollte, bedingt, falls Wir stimmen ihm bei, wenn er die Bestrafung der I Ultimatum dir Regierung nicht zurückgezogen Hochverräter und der pflichtvergessenen^ Beamten fow

bert Mr Pflichten, ihm aber auch 6«, toenn er mit Deutsche Gewerkschastsbund, der u. a. die

»i *“» »b= d-, ch,!s.lich-» E-w-rl.

L J» Äs mit lan^enckM Gesindel schäften umfaßt, drückt sich dagegen dahm auk OTtcS^ im^SiuWtet plündnfi und brcmdmar- daß ein Grund sür einen neuen Generalstrelk Icn Hier kann nur entschiedenes Vorgehen helfen, ! nicht vorliege. Es seien nicht gewerkschaftllche, wenn wir uns nicht russischen Zuständen nähern wollen, sondern linksradikale Mach,--und Dlkloturinteressen, Es ist deshalb zu begrüßen, daß die Zentrumsfraktion I ^ncn bte Wiederaufnayme des Generalstreiks dienen Mc Regierung bei dem Vorgehen geg^r dmRote Ar- Eg entschieden zu, stützen lieabsichtigt. ■ 5Neder eine Diktatur von rechts noch von links wird uns aus der Schwere ber Rot hercmsführen. Darum ist das B e. kenntnis zur Khivu» wie es der Ab-^ Wkldermann am Schlüsse seiner Rede zmn Ausdruck gebracht halt imter den gegebenen S^rhalknissen dec einzige Weg zu gemeinsamer und sruchtDringenoer uq- Beit b* wir zum Wohle imferes gemein,mneu Vater- lkndes mit entschlossenem Mut leisten wollen.

Aba. Hergt (beutfM) mit großem Lärm der Lm. teil imb Zurufen „Hochverräter" empfangen, erklärt, daß die alte Regierung von der Rechten im Interesse des Vatertandes 'informiert gewesen s«. Die Regie, nxxj hälre sich aller als leichtfertig oder unfähig erw-is-