Fuldaer Zeitung
Druck der Fuldaer Aetieudrnlkerei k« Fulda
Samstag, 20. März 1920.
Meßbahn Herstellen.
Der naturwissenschastllchen
Mitteilungen der städtischen NahrungZmittelstelle
- Mitteilungen - Z\ i des Kohlenamtes. : A
Amtliche Anzeigen.
Ich mache wiederholt darauf aufmerksam, daß Karten zum Bezüge tsoti Saaikarwsseln (Sariosselsoalkar- fen) nicht vom Landratsaint, sondern von den Ortsbe» Hörden ausgestellt werden und zwar in der etabt von der städtischen Polizeiverwaltung (beim Polizeisekretar Baier) und in den Landgemeinden von dm Bürgermeistem
F u l d a, dm 15- März 1920.
Der Laadral: Frhr. v. Doernbera.
die Bühne wieder für das Erhabene und Heilige zu erobern.
Was will nun Eckert, der sein Mysterienspiel »Das Heil der Welt" aus Veranlassung des kath. Fvauen- vereins in der Woche nach Weißen (Sonntag «auch in Fulda aufführen will? Eckert will Bahnbrecher sein. Und zwar in einer doppelten Art. Er weiht sich einer Volks- und einer Theatermission. Er will das Volk hinreißen zum Glauben und Deien, zum Hoffen und Dulden, zum Haffe der Welt und zur Liebe des Heilands'und seiner Kirche. Im Glauben und Beten, Hoffen und Dulden, im Welthaß und in der Christus- liebe liegt ja der Sieg. Und die Kirche iffS, die, gleichviel ob im Stirnschmuck der Dornenkrone odsr des Kreuzdiademes, uns Welthaß urtb HÄlandhuld lehrt und alle Gnade dazu vermittelt. Wie sollte sich da nicht die Liebe auch zu ihr entflammen? Als Missionär mitten in ben Gang der Handlung, nach Art des Chors der griechischen Tragödie und des Chorführer? in Oberammergau, tritt der „Mönch" (Eckert selbst) auf die Bühne, um zum Schluß nach der Auferstehung zusammenzufassen, was der Dichter wollte und will:
„Frau Welt, so hör den Glockenklang!
Heut' tönt er nicht mehr ernst und bang. Frohlockend kündet er den Sieg,
Doch dir, Frau Welt, auf ewig Krieg!"
Damit ist das Ziel der Volksmission erreicht. Eckert will aber auch Theatermissionär sein. Er will das Theater reinigen und veredeln; reinigen, daß es keine Stätte der Verführung oder der bloßen Nichtig, leit sei, sondern nach der Lehre des Aristoteles wirklich diene zur „Reinigung der Leidenschaften", d. h. zu deren Veredelung. Er will der modernen Bühne höhere Ziele und Gegenstände weisen als frevles Spiel mit Liebes» und Sinnenkult, Ja, er will ihr das höchste Ziel, das Religiöse, den größten historischen Helden, den Gottmenschen und Menschenerlöser, und da? größte Drama der Weltgeschichte, — das wunderbare Leben und tragische Sterben des Heilands, wie das in jedem Menschenherzen sich stets erneuernde Drama des Ringens zwischen Welt, und Himmelsstreben, zur Darstel- lung bieten.
Mit welchen Mitteln nun erreicht Eckert die Zwecke seiner Volks- wie seiner Theatermission? Durch dramatische Kürze, durch festspielmäßige Weihe und durch volkstümliche Dicht- und Bühnenkunst. Es ist bewunderswert, wie Eckert mit kurzem Zupacken dos eine oder andere, aber stets das richtige Bild aus den vielen Bildern des Heiland?» lebens herausgreift und um sie die ganze LebenSge>- | schichte Jesu gruppiert. Das Oberammergauer
Dar wirke» Papst venedtkt XV. im Weltkrieg von p. I. Quirico. AuS dem Italienischen. München, Lentnersche Buchhandlung. Mk. 1.
Das Buch gibt ein leuchtendes Bild der die ganze
Welt umfassenden Fürsorge des apostolischen Stuhles. . yDrm von j;ui|ui|iuu^n?—.ir , rmnnher«
Kahle's Höhenschichtenkarte vom Spessart 1:100 000 I trllungen finden regelmäßig wochewlrchaq
ist soeben in 2. Auflage im Verlag der Hofbuchdruckerei karte statt. Ausgegeben worden
Eisenach H. Kahle erschienen. Die Karte, die stch durch ' - " "------«• wwii m
plastische Wiedergabe von Berg und Tal allgemeiner Beliebtheit der Besucher erfreut, ist in der Neuauflage nach Norden zu erweitert worden, wodurch der Hahnen- kamm, das ganze Kahltal und das untere Sinntal aus
Literarisches.
wochenhilse und Wochenfürsorge nach dem Gesetz vom 26. September 1919. Systematisch daroestellt von LandeSrat S e e l m an n. Einzelpreis Mk. 2,30, Partien billiger. Erschienen bei Stephan Geibel Verlag, Altenburg, S.-A. Durch das Gesetz vom 26. Sept. 1919 ist eine umfassende Wochenknlfe eingeführt, die nicht nur den Krankenkaffenmitgliedern eine erweiterte Fürsorge zuteil werden läßt, sondern auch große Teile der übrigen Bevölkerung umfaßt. Krankenkaflen, Rechts» auskunftstellen, Arbeitersekretäre, aber auch alle, die Anspruch auf die Wochenhilfe und Wochenfürsorge haben, finden in dem vorliegenden Buche alles, was sie von dem neuen Gesetz wissen müssen.
In der städtischen Verkaufsstelle sind gekr. Zwiebeln (schöne, vorteilhafte Ware), das Pfund zu 3, Mark ’U haben. Ebenfalls ist dort Hühnerfutter zr 70 Pf. vorrätig.
An die Lebensmittelgeschäfte:
Es ist Saiiertraul vorhanden, das zum Ladenpreis von 50 Psg. das Pfd. abgegeben werden farm. Di« Fässer haben einen Inhalt von etwa 200 Pfd.. Bestellungen sofort cm die Nahrungsmittelstelle erbeten.
Ebenso ist noch ein Bestand von Seife vorhanden.
Weiter ;» Inlands-Marmelade in Fäffern von etwa 150 Pfund Inhalt eingetrosfen. Ladenpreis 3,70 M das Pfund. Bestellungen an die Rahrungs- Mittelstelle.
Gaskoksabgabe.
Am Dienstag den 23. und Mittwoch den 24. März findet die Koksobgabe für folgende Straßen statt: Vonifatiusplatz, Friedrichsmarkt, Friedrichstr., Non. nengaffe, Pfandhausstr., Rittergaffe, Rosengasse, Ee- veriberg, Schlohstr., Luckenberg, Gemüsemarkt, Iuden- berg. Iudenoasie. _________________
Die Lösung der großen Aufgaben, vor denen unser I Vaterland in den nächsten Jahren sicht, rmrd daher bei der Abhängigkeit dieser Fragen von wrrtschafts- politischrn Tatsachen sich nur dann ermöglichen lassen, > wenn Obcrschlesien, rote es von jeher war, auch m 1 Zukunft ein Glied der deutschen Dolksge- I meinschaft bleibt. Run ist gewiß die Anzahl derjenigen, die sich bet der Abstimmung für Polen ent- I scheiden werden, sehr groß. Dagegen werden jedoch | die Städte und die kleinen Fabrikortschaften mit ihrer I Industriebevölkerung ein erhebliches Gegengewicht I bilden. Denn die 'Städte, ganz aus deutscher Kraft und Arbeit entstanden, tragen trotz ihres, polnischen I Einschlags em deutsches Gepräge und sind sichere I Hochburgen des deutschen Gedankens; es gibt nur I ganz wenige unter chnen, in deren Stadtverordneten- I Versammlungen die Polen eine Mehrheit haben, rote I etwa Mysloroitz, Dogutschütz oder Königshütte. H-er I also, wo der deutsche Beamte weiß, was ihm droht, I wenn er unter polnische Herrschaft kommt, wo der ! kleine Rentner, auch der gerade Deutschland n.cht freundlich gesinnte, weiß, wie seine Ersparnisse unter I der fraglichen Sonne der polnischen'Valuta im Hand- I umdrehcn zusamrnenschmelzen, wo der Geschäftsmann I von einem Staatswechsel nur feindlichste Konkurrenz, I Zollerhöhung auf feine Waren und Konkurs zu befürch- I ten hat, besteht festester Wille zum Widerstand gegen 1 die Warschauer Annexionspolitik. Ebenso dürfte der I Fabrikarbeiter wie der ^Bergarbeiter einschließlich der I radikalen Gmppen für Deutschland stimmen. Selbst I wenn man ganz von dem idealen Wert einer nationa- I len Entscheidung absieht, ist das reine Klassemntsresse I Motiv hierfür. Denn im Polenstaate kennt man keine sozialen Versicherungen, keinen Achtstundentag, Fein I wirklich demokratisches Wahlrecht, kein Betriebsräte- I I gesetz, sondern nur die in Deutschland abgeschaffte I
Wehrpflicht bis zu 45 Jahren.
Die Aussichten, daß Oberschlesien bei der Volksabstimmung sich für Deutschland entscheidet, sind nicht schlecht, aber wenn der Berliner Wahnsinn wetter frißt, dann ist dieses Land für Deutschland auf immerdar verloren. I
Hits dem rrachdargetstet.
(::) Müs. Zu Ehren unserer 12 Kriegsgefangenen, die alle glücklich zurückgekehrt sind, fand am letzten I Sonntage ein feierlicher Dankgottesdienst statt. Am Abend versammelten sich dft Kriegsgefan-
I genen mit ihren Angehörigen, die Vorstände der Der» eine, der Gemeinde-'und Kirchenvorstand in dem von I
I den Jungfrauen sinnig geschmückten Saale zu einer dem Ernste der Zeit angepaßten Feier, die von Herrn
I Lehrer Pleines vorbereitet worden war und ge- I leitet wurde. Im Mittelpunkte des Abends stand die Festrede des hochw. Herrn Kuratus Fi ege, der den Gefühlen, die unser aller Herz bewegten, in schönen
I zündenden Worten beredten Ausdruck zu geben wußte. Auch die Gedichte, die mehrstimmigen Lieder des Ge-
I sangvereins, die musikalischen Vorträge für Klavier I und Violine standen in dem Zeichen des Abends und 1 trugen nicht wenig dazu bei, die Feier zu einem ge- I nußreichen Familienfeste zu gestalten. Der Abend I klang aus in dem Gelöbnisse, zu ernster treuer Arbeit I sich die Hände zu reichen, um auf dieser Grundlage ein I neues, schöneres Deutschland bauen zu helfen.
I mo Frankfurt a. 211. Ein frecher Raub wurde I am Donnerstag mittag in der Langestraße versucht. I Bei einem Geschäftsinhaber erschienen 3 Männer und I verlangten, er solle sofort mit 120 000 Mark auf dem I Polizeirevier erscheinen. Um die Sache glaubhafter I zu machen verhafteten sie ihn und luden ihn in ein I Mietauto. Unterwegs kam dem Verhafteten die Sache I doch etwas unglaubhaft vor, zumal er sich keiner I Schuld bewußt war und er schrie aus Leibeskräften I um Hilfe. Das Auto wurde gestellt und die drei Kri- I minalpolizisten entpuppten sich als geriebene Gauner, I die anstelle ihres Opfers in das Gefängnis eingeliefert I wurden, nachdem sie eine gehörige Tracht Prügel em» I pfangen hatten. — Da die bisher bereit gestellten I Räumlichkeiten für die zweite mternationals Frank- I futter Messe nicht ausreichen, wird jetzt auch noch das 2000 Personen fassende Hippodrom als Aus-
I stellungsraum benutzt werden. Die Verbindung zwi- I scheu den einzelnen Meßhäusern wird eine eigene
Vermischtes.
♦ Ein schweres Eisenbahnunglück ereignete sich am Donnerstag unweit Rolandseck bei Dann. An einem Güterznge explodierte eine Lokomotive, die vollständig auseinander genffen wurde. Die beiden Beamten darauf wurden sofort Die Zerstörungen an rollenden Material sind w groß, daß der gnnze Verkehr auf der linken Rhetn» feite gesperrt werden mußte. Es scheint, daß die Ursache des Unglücks dem schadhaften Zustande der Lokomotive zuzuschreiben ist.
* Die Aufräumungsardeiten in Avern haben nunmehr begonnen, nachdem sich zwei Kauunternehmer bereit erklärt haben, für 7 Millionen Franken das Werk durchzuführen. Es werden 2000 Arbeiter beschäftigt werden und man gedenkt in 5 Monaten mit den Arbeiten fertig zu sein.
8 Pr., Amt m. Kam., V,5 Chr., 5 A. - SodaUtät.
il,io. — Severikirche. Sonntags und werktags 0,7 M. — Herz-Jesn-Heim. 6 Frühm., 8 Amt m Pr., 2 (Mitt, abend? 8 A.) — Frauenberg. 5—7 M., 8 Br.-^c.
m. JosephS-A. u. Pr., 9 Hoch -Amt m. Prnachm.2 Predigt und Andacht für die Terztaren mit Emil, ult? Profetzabnahme.
Evangelischer Gottssbieast.
Sonntag, 21. März. Vormittags 9'/, Uhr Sup. ‘ Ruhl, 11 1L Kindergottesdienst, 2 U. Kons -Prüfung.
Sonberocrteihms für Tbc.-Kranke und D.abesiker.
Geaeben werden 300 Gramm ger. Schweinefleisch
M 5,- Mk. das Pfund. Die Son» derkarten sind gegen Nachweis der Bezugsberechttgung ?m Dienstag de« 23. März, vormittags 8 bis 12 Uhr in der Kartenausgabestelle erhältlich. Dte Ware wird am gleichen Tage in der Metzgerei vmt Franz Schultheis, Hinterburg, gegen Abgabe der Soifer- tote verkauft. Die um 4 Uhr nicht vorgelegten Kar- ten sind verfallen.
Die Stadt hat, soweit möglich, Hülsenfrüchle be» schaitt um mit Rücksicht aus die Brot- und Kartosfel- knappheit in den kommenden für die Ernährung erfahrungsgemäß ungünstigsten Monaten Zuschüsse F-rm °°»
Fakultät der Universität soll ein Forschungsinstitut für Saatenkunde angegliedert werden, das ursprünglich in Wiesbaden bei der Landwirt- fchastskammer gegründet werden sollte.
Erbsen, grüne Erbsen, weiße oder bunte Bohnen und Ackerbohnen. Es wird dringend empfohlen, an den Ausgaben leilzunehmen und die Hülfenftüchlein weitgehendstem Matze zur Streckung von Brot und Kartoffel« zu benutzen. Au dieienigen, d-e chre Kartoffeln vorzeitig aufbrauchen, kann Ersah in Kartoffel nicht geleistet werden, da keine da sind.
Nächste Woche wird die Sonderkarte Nr. 9 mit 1 Pfund Feldbohnen zu 3,10 bÄent AmMdeschchiß bei den Geschäften: Dienstag dm 23. Marz, »o gabefchlutz für die Geschäfte bei der Kartenkontrolle. Mittwoch den 24. März.
Sitte Auferstehung des religiösen Dramas.
(Zur kommenden Passionsaufführung in Fulda.)
Das Theater ist aus dem kirchlichen Gottesdienst fetbor gegangen. Von da gelangte es auf den Markt - und auf die Straßen und zuletzt in die geschlossenen könnte unserer heutigen Theater. Und doch, wie weit es sich von seinem Beruf, ein Mittel der VoNsbil- ^ung zu fein, entfernt i Nicht nur, daß es seinen ur. ^»glichen religiösen Zweck eingebüßt hat, es kann ^ch, in seiner Ganzheit wenigstens, nicht mehr als Eine Stätte der Volksbildung und edler Volksuntcrhal- dwz betrachtet werden. Es wird vom Volke gemieden, sseil es ihm unverständlich geworden ist, und das Kino ift an seine Stelle getreten. Das Theater aber ist der s «vnmelplatz aller erdenklichen Verirrungen im Dienst Kl heiligen Kunst geworden.
: Eine Reform ist um so sckwerer, als der Geschmack kr Theaterbesucher selbst verfälscht ist und die Drama. Bürgen sich dem verdorbenen Geschmack ihre? Publikums, oftmals gewiß widerwillig, beugen und dadurch nur *6 mehr zur Verwilderung der Bühne beitragen.
Krieg und Revolution haben das Uebel noch grS- ftr gemacht. Fe größer aber das liebel geworden desto lauter muß der Ruf nach Reform des Thea. iErs erhoben werden, und zwar nach zweifacher Rich, teig: es soll dem Volke zurückgegeben werden, dem E ursprünglich gehörte, und es soll wieder eine Sfötie edler V o lk s u n t e r Hal t u n g werde». | Das wir kaum zu hoffen gewagt hatten, das scheint nch jetzt der Erfüllung zu nähern: eine Auferiieh. ln8 des religiösen Schauspiels in edek- ^er und zugleich volkstümlicher Form. Der ehemalige Spielleiter des Mainzer Stadttheaters, Erich Ecke r t, bat es sich zur Ausgabe gesetzt, durch die ^vbelcbung des religiösen Dramas der christlichen *^nit die ihr bisher so ablehnend gegenüberstehende E^hne wiederzugewinnen. Er gTaitfct dies am ehesten ^rch die Anlehnung an die auf innerer Wahrhaftigkeit 'wd echter deutscher Gemütstiese beruhenden alten My- ^rienspiele mit ifrer geradezu klassischen Einfachheit 81» Schlichtheit bei aller Größe des Vorwurfs, zu er. wichen. Seine langjährige Tätigkeit als Svielleiter
der Donifsbühl« hat ihm ein reiches Maß Praltt» Lrfahrunae« gebracht, die seiner von der Hiss' Krutg eines künstlerischen Talentes getragenen Arbeit Stguto kommen. Es handelt sich hier nicht um etwas ^indc-w-rtiges. wie es so oft sich aufdrängt, das eher Beignet ist, den Geschmack zu verderben und da? Hsi- |®8e herabzuziehen, sondern um etwas ganz Grabes, um gute und echte Volkskunst, und um das Zwl,
der Karte sichtbar sind.
Im Kyffhäuser Verlag, Berlin W. 50, GeiSderg- straße 2 ist unter dem Titel „Versorgung der Kriegs» beschädigten und Kriegshinterbliebenen", ein Leitfaden für die Kriegsfürsorge, bearbeitet von Rechtsanwalt Karl Meinhardt und Rendant H. Ientsch mit 11 Antragsformularen und 1 Rentenberechnungstabelle für Kriegsbeschädigte zum Preise von 2 Mk. erschienen. Die Schrift gibt weitgehendste Auskunft und ist durch die beigefügten Antragsformulare und die Renten» berechnungStabelle ganz besonders wertvoll.
Der Ordensskand und seiner Gegner, das ist ein Thema, das unter dm gegenwärtigen Auseinandersetzungen zwischen Staat und Kirche, Religion und Kultur allgemeine Beachtung verdient. Deshalb ist auch die neue Schrift: „Der Ordensstand und feine (Segnet, Gedanken und Tatsachen zu einer Apologie des Ordenslebens" von Pater Erhard Schlund, O. F. M., mit 11 statistischen Tafeln (160 S.), in steifen Umschlag geheftet M 6.—, die soeben bei der Derlagsanstalt norm. G. 3. Manz in Regensburg erschienen ist, von größter Wichtigkeit für Geistliche und Polstiker, die sie bei den kommenden Kämpfen brauchen.
20. MSr, 1920.
der nächsten Woche entfallen auf tote 125 Gramm Margarine öss 8,60 Mk. das Ps
Krankenkarten werden mit hiesiger Butter N
& d-° M-i. kerei.
Die laufenden Fleischkartenabschnitte der nächstes Woche werden mit frischem Fleisch bedient.
Di- auf Sonderkarte Nr. 8 angemeldeten Hülsen- bereit.
j Die Rettung Oberschlefiens.
r.fiet Versailler Friedensvertrag ist daraus ange- K ^n uns jegliche Lebensfähigkett zu nehmen. l§.rc Lebensfähigkeit bemht auf wirtschaftlichen Lei- I KL daher soll unser Wirtschaftsleben erdrosselt ■*L,unb zwar soll Deutschland gerade seine roief)« i^n Gebietsteile an seine Nachbarn abtreten. Posen HE, schon jetzt die Polen, Elsaß-Lothrmgen die I ■*Lgjen, das Schicksal von großen Teilen Ost- und I VE^eußens und des Saargebiets ist imgewiß, am Efen^ten aber lastet aus uns die Besetzung Ober- I Kltfiens.
W'Mjcht als ob uns die übrigen gefährdeten Gebiete I ■rtferes Vaterlandes weniger lieb wären, als Ober- I iMfien, aber gerade das Schicksal, das die Gegner I IKfem Lande zugedacht haben, zeigt uns die ganze I EJofigfeit der Pläne der Entmte, zeigt uns ihren I ^^chtungswillen Deutschland gegenüber in seinem I Ken Umfange. Deutscher Fleiß und deutscher Un- I !«Ä>mungsgeist hat Oberschlesien zu dem gemacht, I es heute ist, hat seine hohe wirtschaftliche Blüte I |5Ljffen, und darum soll es von Deutschland los- I Efflen werden, weil der Verlust dieses reichen Lan- I Im mit seinen unendlichen Werten an Rohmaterialien, I Itoiten und Einrichtungen unser wirtschaftliches Wie- ! Imastarken für alle Zeiten unmöglich machen würde. I Oberschlesien, ein Bezirk, der auf einer in klei- Lyn Maßstab gehaltenen europäischen Landkarte Eg zu entdecken sein würde, übertrifft die Stein- I I Anforderung des ehemaligen Oesterreich-Ungarn I I® bas 2)-fache, die des großen Rußland um das Kgnelte, und kommt sogar der Förderung des in- I ^Mereichen Frankreich gleich. Wie bei der Kohle I Uwi) in der Zinkerzeugung steht Oberschlesien mit I 11”4 Proz. der gesamten Wrlterzeugung dieses Metalls I I Deutschland, ja sogar in ganz Europa an der Spitze. I Iller Gesamtbruttowert der Erzeugung allein an Mon- Imwiodukten betrug 1916 rd. 1 Milliarde 200 Mill. iKart, wobei der Selbstnerbrauch der Werke außer I Ketracht gelassen war. Das allein in der Montan- nbufirie angelegte Kapttal dürfte nach vorsichtigen zchitzungen aus der Zeit vor dem Kriege nahezu 2 Milliarden Mark betragen. Der heutige Wert gß! sich in deutscher Mark kaum ermessen. Die En- Intfe kann cs sich also selbst ausrechnen, um wie viel iie rein kapitalistische Deckung ihrer Forderungen an | leutschlMd gekürzt wird, wenn ihm Oberschlesien ent- flm wird.
, Der Einfluß der Abtretung Oberschlesiens würde sch im deutschen Kohlenbergbau in einem starken Linken der gesamten Kohlenerzeugung Itttenb machen. Statt 191 511 000 Tonnen im Jahre 1913 würde Deutschland dann nur noch ca. 144 Mil- faicn Tonnen fördern und damit eine ganz unleserliche Einbuße an dem jur Aufrechterhaltung feiler ausgedehnten Industrie erforderlichen Brennstoff erleiden. Der Wert allein der deutschen Kohlenerzeu- gmg würde sich um rund 432 553 000 Friedens-Mark m Jahre verringern.
| Deutschlands wirtschaftliche Machtstellung beruhte .in Frieden neben seinem Kohlenreichtum vor allem auf seiner Eisenindustrie. 1913 wurden im Kutschen Zollgebiet insgesamt 19 302172 Tonnen Kien hergestellt. wovon auf Oberschlesien 994 604 Tonnen — 5,1 Proz. entfiel. Neben der Kohlen- und kseninduftrie haben in Oberschlesien vor allem die Zink-Industrie, dann auch die Blei-, und Kalk- Adustrie eine große Bedeutung. Das gleiche ist von her holzverarbeitenden Industrie zu sagen, deren aus» «edehnte Erzeugung an Brettern, Zellulose usw. zu Deutschlands Durchhalten während der 4 ^jährigen iMegszeit in hohem Maße beigetragen hat. Die um« iongreiche chemische Industrie, die blühende Rübenzucker-, Brau-Industrie. Brennerei-Industrie, Land- Md Forstwirtschaft, sie alle geben vielen Tausenden ton Volksgenossen Arbeit und Lebensunterhatt, sie alle sind mit der großen deutschen Volkswirtschaft durch iuusende und abertausende von Fäden verknüpft, deren Zerreißung unsagbare Schäden für die Allgemeinheit im Gefolge haben würde. Die Entwicklungsmöglich- leiten Oberschlesiens lassen sich heute in keiner Weise eoraussehcn. So viel steht aber fest, daß kein Teil des deutschen Reiches auf Grund der durch die Natur Mbenen Verhältnisse mehr Anspruch auf eine weitere silänzende Entwicklung hat, als Oberschlesien.
Wie vom Landratsamt wiederholt bekanch ge-
Sotiesöienftotönung. I s»-° fiÄj«
RathoIHrf)« Gott-Sdkenst. es die Eingänge gchcckten, können auch fW^e
Sonntag, 21. März. (Passionssonntag) Dom. I tofselanbarier von dtchn S ss b •
V,6, 6, 1/,1 u. 7 Uhr hl. M. V.7 Uhr hl. M. u. Kam. Preis Mrd sich voraussichtttch aus etwa so » der Jünglingssodalität und der chrrstenlehrpfl. Jungl. I per Ztr. stellen. Es wird unterscheden z sch 8 Pfarramt m. Pr., S. u. Umg. »MO Kathedralamt m. I Bestellern, welche roemg oder gar ferne toaatranoT- Pr., 11 Chr.,'/,12 M. m. Pr., >/,2 Sakr.-And., (3.Fron!.) feI„ hoben, und zwischen Bestellem, welche Saatkor- 2 Christen!. 4 Fastenpr. m. Segen, 7 Uhr And. in der I hghxn, aber gegen das Vorjahr mehr Kar- Marienk. (Donnerst. 8 U. Fastenpr., Freitag 4 Uhr . st. aro.ubauen beabsichtigen. Kartoffelanbauer, Kreuzweg.) - Stadtpfarrkirche. Diözesanmonatskollekte. I . non den volnilcken Saatkartoffeln haben rnoch- 5V. Kam., 6-/. hl. Messe, 6'/« Messe u. Kvm. der * “ sich unverzüglich bei
Jungl. 8 HI. M. u. Pr. (1. Schulgd.), 9V, Pfarramt u. I ten, werden , » 9
Pr., 11 Messe und Pr. (2. Schulgd.), 9'/. Andacht für der Kartenausgabestelle (Kartoftelschalter) m die z die Jüngl.-Sodatität i. d. Severik., IV, Christen!, f. d. diesem Zweck dort am Montag und Dienstag aus- Jungfrauen, 2V, Uhr Bruderschaft vom hochwürd. Gut. I siegenden Listen einzutragen. Dte Bestellung mutz Pfarrkirche zum heiligen Geiste. s/«7 fiom., 7 Frühm., I eigenhändig unterschrieben werden; es ist baoeT.not»
.....I I wendig, daß die Besteller persönlich erscheinen. Diens- Passionsspiel dauerte sechs bis sieben Stunden, I fag abend müssen die Listen abgeschlossen und an das Eckerts „Heil der Welt" deren nur zmei. Und doch I Landratsamt wettergegeben werden. Die Bestellung wird man den Heiland vielleicht besser kennen und lie» I mu6 aIfo an diesen beiden Tagen erfolgen. Eme Geben lernen im Eckerttschen als im Oberammergauer I xxähr für bestimmte Liefemng kann selbstverständlich Mysterienspiel. Doch was nützte alle dramatische Kürze, I nicht übernommen werden.
wäre die Behandlung des erhabenen Mysterium-Stoffes nicht von festspielmäßiger Weihe getragen! Wer das Weihevolle ist durchaus nicht gleich, bedeutend mit Langeweile, Lehrhaftem oder süßlichem Gsrede und Getue. Der Festspielcharakter erhebt das Weihevolle in die Höhe des Schönen. Schönheit aber ist Glanz der Wahrheit, ist die Wahrheit im glänzenden Gewände. Ein wirkliches Drama, ein weihevolles Festspiel und nar ein religiöses zu schaffen, dazu bedarf es großer Kunst und zwar einer volkstümlichen Kunst; der Kunst, Handlung und Leben auf die Buhne zu zaubern, Spannungen und Gefühlsregungen wachzuru'- fen, für di« handelnden Personen Teilnahme _gu er. wecken, dem Auge tote dem Ohrs wechselnd Schönes zu bieten und den gesamten Aufwand in szenischen Mitteln auf die gewollte Wirkung hin zu richten und ihr unterzuortmen. Dazu bedarf es aber auch einer^ wahnhaft volkstümlichen Kun st. Echt volkstümliche Kunst ist nun Eckert nachzurühmen und besonders dem „Heile der Welt". Hier geschieht wirllich immer etwas auf der Bühne, es wird nickt nur geredet und gesungen Die ganz« Skala der Gefühle weiß Eckert zu erregen, und bei mancher Stelle dürfte sich ein Auge mit Tränen fWen. Die Charakteristik der Personen ist vlastisck greifbar; es sind Menschen mit lebendigem Fleisch und warmem Blut. Der Heiland, selbst zu göttlich, um auf der Bühne gottmenschlich wirken zu können, wird von Eckert weise und fromm nicht auf die Bühne gestellt, aber alles spricht von ihm, und au5 dem Hintergründe ertönt das eine imb das andere Mal die „©tim. me des Herrn", geheimnisvoll, herzbewegend, daß man in die Knie sinken möchte. Man fühlt des Heiland?
| Nähe stets, ob man ihn auch niemals siebt. Was szenische Kunst der modernen weltlichen Bühne bieten. kann, auch Eckert verschmäht es nicht. Und in Beith aus Bonn hatte Ecker auch das Glück, einen K o m- von ist en zu finden, der das alte deutsche Kirchen, lieb, das Eckert als Volksdicher so glücklich benutzt, ebenso einfach tote ohrgerecht vertont und neue Ton» sätze edel und geistreich in kunswolle Formen zu preisen versteht
Für die vielen Freunde volkstümlicher, aber einer Bühnenkunst im Fuldaer Lande, in Stadt und Dorf dürfen die Aufführungen mit großer Spannung erwartet werden.