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Jte 53.

Louuerstag, 4» März 1920.

Fuldaer Aeitung -

Druck der Fuldaer Aetieudruckerei iu Fulda

Abschied von Oberschlesien.

letzten Besuch noch haben wir in Oberschlesien bevor di« landfremden Truppen kamen. Jetzt S? ne.da. Wir wollten einmal nach Oberschlesien wie wir es von jeher kannten: ruhig arbeitsam^ 5 heiter. Jetzt drängt sich die blaue "Farbe fian- i Uniformen vor damit mögen totr nichts zu gg haben. Es war der letzte Tag vor Beginn der am nächsten Morgen sollten die deutschen W«oten anfangen, das Land zu verlassen. Die Siim. war, bei. aller Zuversicht, gedrückt. Sie wußten «le, und keiner dachte an etwas anderes: morgen. Wkrmorgen in acht Tagen kommt der Feind' Dian wT sich schon mit Ausweisen für alle Fälle. Und ?war klug so. Denn abends, als wir van einer über Land zurückkehrten in die kleine Stadt, 5e unser Wagen plötzlich angehalten. Sicherheits- N? Noch kein Feind sondern freundliche, deutsche Tröten, die uns bald weiter ließen. Sie lau Uten aaein Schieber auf. Hoffentlich hüben sie ihn erwischt.

munkelte allerlei von Empfangsvorbereitungen APolen. hörte auch hier und da ein leise erbittertes über Seide, die ihre deutsche Bildung vergessen |S® dem slawischen Landraffer in die Hände arbeiten, 'schänd schmerzliche Gerüchte kamen am Abend von ^bcln herüber: die Enteukekommissicm war einige. Men und hatte rücksichtslos die besten Wohnungen ^5'lagnahnrt. Später ergab sich die volle Wahrheit Mir telephonierten Mitteilung ja sie wurde der.

Ohne eine Spur von Gesühl setzten die Ein- ^w>linge die eingesessenen Bürger auf die Straße. 2t* einmal Wäsche, nicht einmal das notwendigste ^schirr durften die Entheimateten mitnehmen. __

bohrender Groll brütet in den Herzen. Die M^tzung wird gut tun sich sehr zurückzuhalten. Ober. 5*116« ist ein Pulvufaß. Das Volk ist b^s cuis N* .gereizt. Alter Zorn ist vergessen. Vaterland ist S*. einzige Losung. Denkt auch Ihr daran Oberschle. tm Reichl Auf Euch setzt die schwerbebrohi« Pro. shre Hoffnung. Ihr sollt es bei der Abssimmimq ^^Polen heimzahlen, daß sie den Feind ins Land ^^rrvräsident Bitta hat, bevor er Ovpeln verladen um von Breslau aus die nicht besetzt NI Teile 2; Provinz Oberschlesien zu regieren, einen Aufruf Bevölkerung gericktet: Ruhe behalfen und den hoch; Die Frauenvereine mahnen b:? Mädchen, Augenblick lang zu vergessen w'r die fremden ^Mben find Die deutschen Lehrer haben polnischen ^^*berungsversuchen ein prachtvolles Nein entgegen, l^mkn. Dia an manchen Orten von volnifSer Lück«.

f Mahl der Betriebsräte

und die christliche« Gewerkschaften.

Don Fr. Ehrhardt, M. d. R.

66 dürste mit einem schweren Kampf bei der Wahl Betriebsräte zu rechnen sein . Die radikalen Sozia- i und Kommunisten haben sich an der eigentlichen MS des Gesetzes wenig oder gar nicht beteiligt, unabhängige Sozialdemokratie hat bei der Bera- l des Gesetzes im Ausschuß in den meisten Sitzun- gefehlt. Eine Mitarbeit wurde von ihnen gamicht icht. Umsomehr Lärm und Spektockel machten die bhängig« in der Sifenüichen Sitzung der National- ammlung. Hier kamen sie mit sehr zahlreichen Men und versuchten außerdem durch lange Reden ft Annahme des Gesetzes zu verhindern. Das ist tagt nicht gelungen.

^Sei der Beratung des Gesetzes wurde verschieden- taf) versichert, daß die Unabhängigen sich an dm Be- tzjchsrätewohlm überhaupt nicht beteiligen würden. Ker die Taktik unserer Radikalen kennt, konnte von Uirnherein voraussagen, daß nach Annahme des Ge- ws sie sich an der Wahlagitation doch beteiligen wür- jjB. Inzwischen haben die Unabhängigen den gatnpf eröffnet Ihr Ziel ist nicht etwa das gchiebsrälegesetz so in der Praxis anzuwenden, daß 6 der Arbeiterschaft und dem gesamtm Wirtschaftsle- lei zum Nutzm gereicht, sondern chre ganze Wahlar- tzch wird einzig und allein aus die r a d i k a l e s o z i a - sistische Agitation cbgeftimnti sein. Sie ver- ttchen schon heute in ihrer Presse das Gesetz so schlecht js möglich zu machen. In mehrerm Artikeln der «Frecheit" wurde der Nachweis zu führen versucht, daß Ms Betriebsrätegesetz für die Arbesterschast keine Be- fiBhmg habe:

.Regierung und Nationalversammlung haben ein ßttriebSrätegesetz gemacht, das Scheinrechte oibt, die - ßiteidee des sozialistischen Proletariats zur Unkennt- Khkeit verkümmert und den Betriebsrat herabdrückt Gt Arbeiterausschuß allerä testen Stils. Dem ge­soffenen Ansturm des Unternehmertums ist es ge- Migen, das Gesetz zu einem Trugbild zu gestalten.» i Freiheit» vom 20. 2 1920.)

Daß diese Behauptungen unwahr sind, ist dm lln- chängigen hinreichend bekannt. Regierung und Na- ^Hnalversammlung habm ebmso wenig dem Ansturm der Unternehmerlreise nachgegeben, wie sie dem Drän- gen und dem Terror der Linksradikalen Folge geleistet heben. Da sBetriebsrätegesetz wird von gewissen Un- Hmehmerkreisen genau so bekämpft, wie es die Unab- jöngigm und Kommunisten bekämpfm. Daraus Mein ergibt sich, daß wir es mit extremen Ansichtm zu tun hoben. Die Unabhängigm und Kommunistm redm pktwährend von der sozialistischen Räte- Sbee. Wie diese aussieht, dos wissm nur die Götter; tarn bis jetzt kann nur die Tatsache festgestellt werden. Ach die sozialistische Räte-Idee in Rußland die 8-lkswirtschaft vernichtet hat. Außerdem pnb die Arbeiter dort in einer Weise entrechtet wordm, wie das selbst unter dem zaristischen Regiment nicht hhlimmer der Fall gewesen ist. Studiert man die An­träge der Unabhängigen, so kommt man zu der Ueber- «wglmg, daß die Verwirklichung ihrer Räte-Idee die Lemichtung unserer Wirtschaft bedeuten würde. Das chmtllche Ziel der Unabhängigm wird in derFrei­heit" ganz unverblümt ausgesprochen:

»Diese Gelegenheit fbie Wahl für bie Betriebsräte) die politische Werbe-Arbeit auch in den Betrieben, an den ProbuktionSstätten, in größtem Umfange entfalten M können, darf nicht unbenutzt bleiben. Der viele Lochen dauernde Kampf um die Wahl der Betriebs­räte bietet tausendfältige AufklärungSmöglichkeiten in »weiterschichten, an die wir sonst kaum herankommen, unsere Anschauungen über die Durchführung deS Sozialismus stehen bei dieser Agitation mit zur DiS- mffion. Aufklärung über das verräterische Gesetz und smie Väter zu verbreiten, ist notwendig, dringlicher -och ist eS, den Arbeitern und Angestellten zu zeigen, vle der sozialistische Räteaufbau vollzogen werden ' (»Freiheit" vom 13 2 1920)

;L Wir müssen also mit der Tatsache rechnen, daß die Fmbhängigen den Wahlkampf benutzm, um überall me verhetzende agitatorische Arbeit zu leisten. Don po- Dven Gedankm und Ideen wird bei der ganzen Ver- hchungsarbeit niemand etwas Horen. Es werdm die men längst bekanntm Tone fein, die wir wieder ver- «chmen können.

»Die christliche Arbeiterschaft hat bei der «ahl der Betriebsräte eine vaterländische und soziale Mcht zu erfüllen. Es wird nicht Mzu schwer sein, °m Unabhängigen an Hand der Vorgänge in Rußland Mmveisen, wie die Räte-Idee aussieht und wie die Abeiterschaft dort entrechtet und geknechtet wird unter

der angeblichen Diktatur des Proletariats. Es wird sich leicht nachweism lassen, wie die Rot in Rußland ungeheuerlich gestiegen ist, wie sie auch in unserem Lande Dank der Rätewirtschaft und der verhetzenden agitatorischen Arbeit gewachsen ist. Die christliche Ar­beiterschaft muß das Gesetz bejahen. Das Gesetz bietet den Arbeitern so große Vorteile, daß wir die Grund haben, uns auf dm Boden des Gesetzes zu stMen. Uebertriebene Forderungm, zielloser Radikdis- mus haben sich immer und zu aßen Zeiten an der Ar­beiterschaft bitter gerächt. Die Voraussetzung für eine Hebung der Lage der Arbeiterschaft ist ein guter Gang der Wirtschaft. Wer die Wirtschafts­kraft DeutschlaiÄs ruiniert oder auch nur schwächt, oder wer den Aufbau verhindert, treibt auch unsere Arbeiter­massen ins Elend. ' Gerade die Unabhängigen und Kommunistm haben durch ihr mangelndes Verständnis für die Wirtschaftlichkeit der Betriebe dem Ansehm der deutschen Arbeiterwelt ungeheuer geschadet. Sie haben reaktionären Kreisen bie Kampfesmittel in die Hand gegeben, mit denen gegen das Betriebsrätegesetz ge­arbeitet worden ist. Aus verneinender Kritik kann nie eine neue Welt entstehen. Nur durch positives Arbei- ten kann Schritt für Schritt eine neue Well erbaut werden.

Die christlich organisierte Arbeiterschaft hat zunächst die Ausgabe, sich mit dem Inhalt des Gesetzes vertraut zu machen. Heute schimpfen viele über das Gesetz, ohne daß sie es kennen. Nur wer wirklich das Gesetz eingehend studiert, wird einsehen, welche Sebeutung es für die Arbeiter und Angestellten hat. Die christliche Arbeiterschaft muß aber auch dm Wahl­kampf für die Betriebsräte mit aller Energie füfjren. Wir habm das der größte Interesse daran, daß wir möglichst viele Leute in die Betriebs­räte hineinbekommm. Wer zurücksteht, sich nicht an den Wahlen beteiligt, schädigt sich selbst. Die Ausein- andersetzungm mit den radikdm sozialistischen Steifen brauchen wir nicht zu fürchten. Im Gegenteil kann auch uns nur erwünscht sein, wenn über die Hdtlosig- kell radikder Phrasm unter den breiten Massen Auf­klärung geschaffen wird. Nme Ziele und Wege für die Durchführung eines praktisch brauchbaren Sozialis­mus habm die rdrifden sozialistischm Kreise bisher nicht gezeigt. Sie arbeiten fjeute noch mit dm Äe- dankengängen eines Karl Marx und anderer soziallsti- schen Agitatoren, ohne ihre Ideen den neuzeitlichen Ver­hältnissen anzupassen. Nm ist nur die phantastische von Rußland stammende bolschewistische Räte-Idee, die dort zur Entrechtung der Arbeiterschaft ge­führt hat.

An unsere christliche Arbeiter- und Angestelltm- schaft muß die Mahnung gerichtet werden: Bereitet die Wahlen für die Betriebsräte mit aller Energie vor. Dieser Wahlkampf muß zur Klärung der Ansichten in Arbesterkreisen beitragen. Die christliche Gewerkschasts- beroegung muß diese Wahlkämpfe benützen, um ihre Reihen zu stärken. Das unfruchtbare Protestlertum muß durch die Arbeiterschaft selbst überwunden werten. Das wird nur möglich sein, wenn die Kreise, die zu uns gehören, bei den kommenden Wahlen ihre Pflicht tun.

(In Fulda werdm sich bie Unabhängigm und Kommunisten, wie schon gemeldet wurde, an der Wahl ebenfalls beteiligen. Sie christlichen Gewerkschaften und die christllchen Angestellten werdm auf dem Postm sein, die Wohlm energisch vorzubereitm und Betriebsräte zu schaffm, die em Mittel wirtschaftlichen und fozidm Fortschrstts, und damst der Förderung des K:meinintereffes sind, nicht aber der revolutionären Umsturzpropaganda bienen. D. Red.)

Die außerordentl. Generalversammlung des Gewerkverelns christl. Bergarbeiter,

über die wir schon kurz berichteten, war aus allen Berg- baubezirken Deutschlands, auch aus dem Kalibezirk Neu- Hof außerordentlich gut beschickt. Reichsminister (Sieg­berts sprach in längeren Ausführungen über die bren­nende Frage der Hebung der Kohlenproduk- tion. Erfreulicherweise habe sich die Streikgefahr ge­mindert, die Arbeitslust kehrt allmählich uneber. Jeder hn Bolte müsse feine Kräfte zur Verfügung stellen. Ein müßiges Drohnedeben könne in Zukunft kein Platz in Deutschland haben. Das Abkommen über die Dermehrung der Arbeitszeit im Ruhrbergbau gelte der ungeheuer not­wendigen Kohlenproduktionsförderung, getragen von der sozialen Einsicht, alles daran zu setzen, wenn wir nicht infolge Kohlennot und Arbeitslosigkeit bis Junivor die Hunde geben" müssen. Die ungeheure Tragweite der Wirtschaftsentwicklung der nächsten Zeit für die ganze Zukunft unseres Landes und Volkes zwinge zu auher-

bienerei errichteten Empfangstore wurden von <&. ziehenden Reichswehrtruppen oder deutschen Arbeitern zerstört und verbrannt, ehe ein fremdes Auge sie er. blickt hatte. Und ein Pole in deutscher Uniform, der sich speichelleckerisch an französische Soldat m heran­machen wollte, erhielt durch eine Tracht oberschlesischer Prügel (bie nicht von Pappe sind) wieder den Kopf zurechtgefetzt.

Oberschlesien, das f» lange kräkehlte und forderte und lärmte Oberschlesien ist in der Stunde, da e5 um die Heimat geht, einig, ein echt deutscher Charakter- zuy. Vergeßt das nie. Oberschlesier im Reich! Wer am Tage der Abstimmung lebt, muß her, nm seine Stimme für; Deutschland abzugeben. Es kann keine Entschuldigung geben. u.

Herzog Wilhelm von Württemberg. Aus dem neuesten Gothaer Jahrbuch über die heutigen und ehe. maligen regierenden Familien in Europa ersieht man, daß die früheren deutschen Sie gemein auch nach der Revolution ihre einsttgen Titel beibehalten haben. Bis auf eine Ausnahme: Der König Wilhelm von Würt­temberg nennt sich nur noch Herzog von Württemberg. Die katholische Linie des württembergischen Herrscher. Hauses fühlst« bereits den Herzogstitel. Wär; nicht die Revolution gekommen, so war sie thronfolgeberech­tigt, da der letzte König Wilhelm keine Söhne besitzt-

Elrktriziläk cus der Cuff. Sell Jahrzehnten ar­beiten die größten Geister der Erde daran, die riektrische Energie der freien Atmosphäre, diese geheimen Kräfte der Natur auf dem Gebiete der Elektrotechnik, nutzbar zu machen . Durch jabrelanxe Arbeit ist es Herrn Maxi­milian Janka in Völklingen lautSaar Ztg." gelungen, dies Problem zu losen. Durch sein Verfahren können elektrische Ströme in unbegrenzter Doltspannung er- zeugt werden und bie Ionisierung der freien Atmosphäre ist dadurch möglich. Diese ganz neue elektrische Strom- ort kann zum direkten Gebrauch und für alle Zwecke, ohne daß es weiterer Vorbereitungen und Umstände be­darf, verwendet werden. Auf dem gesamten Gebiete der Elektrotechnik und Industrie usw. wird durch bie Er­findung eine vollständige Umwälzung eintreten. Die Kilowattstunde wirb nach bem Verfahren Jankas nur einen Pfennig kosten. Herr Janka hat währenb bes Krieges sowohl mit ber deutschen wie mit der österrei­chischen Regierung zwecks Ausnützung feiner Erfindung in Verbindung gestanden und beide Regierungen wa­ren nach vorhergehender Prüfung der Unterlagen und Berechnungen gewillt, bas. neue Verfahren zum Nutzen

ordentlichen Maßnahmen und in diesem Falle zu der unerbittlichen Notwendigkeit, durch Ueber­sch i ch t e n die Kohlenproduktian zu heben. Das Ab­kommen der Arbeitsgemeinschaft dürfe nicht gestört wer­den durch Transpottttisen. Diesen Appell richte er drin­gend an die Eisenbahnarbeiter, dem Beispiele der Bergarbeiter zu folgen und die Ueberstunden zu ver­fahren, damit der Bergmann nicht nur arbeite, um Halben anzuhäusen. Wenn es nicht gelinge, bie Wirtfchaftskota- strophe abzuwenden, so sei die Folge politische Umwälzun­gen unb Bürgerkrieg. Deutschland müsse über diese Ge­fahr hinweggerettet werden. Da sei die Koditionsregi«- rung b!e einzig mögliche, welche diese ernste Aufgabe zu lösen imstande sei. Erhöht« Arbeitslust und Hebung der Kohlenproduktton, nur sie allein bedinge eine Besserung in ber Ledensmsttelzufuhr aus dem Ausland. Die Deig- arbeiterfchast möge als Antwort ihrer Forderung der letz­ten Wochen die Zusicherung der Regierung entgegenneh­men, daß die Einhaltung der achtstündigen Ar­beitszeit von allen anderen Berufsgruppen strikte verlangt werde. Die Regierung wolle kein Experiment mit den Bergarbeitern betreiben, sondern nur durch die Kohl« das Getriebe des Wirtschaftslebens in Gang bringen und so Millionen der Volksgenossen retten. Kohle schafft uns di« Devisen zur Hereinschosfmig von Lebensmitteln für Mai und Juni aus dem Ausland.

Rotthäufer (Essen) begründete eingehend einen Antrag des Haupworstandes auf Beitragserhöhung. Der Gewerkvere'm wolle Kampforganisation bleiben mit finan­ziell gesunder Grundlage, um jederzeit bereit zu sein, wenn alles vergeblich gewesen, zum letzten Kampfmittel, zum Streik, zu greifen. In der Besprechung würbe strikte an der Forderung der Sechsftundmschichi festgehalten, bas Ueberschichtenabkommen worbe nichts daran iindem. Die Beitragserhöhung wurde einfttmmig angenommen. Sie beginnt mit der Woche nach dem 15. März.

Reichsminister Giesberts betonte in feinen aner­kennenden Begleitworten, man stoße in manchen Dolks- treifen auf eine Unterschätzung der Bergarbeit. Durch ihre Haltung zum Ueberschichtenabkommen gebe sie den anderen Derufsschichten ein heroisches Beispiel. Dank und Anerkennung hab« er der Bergarbeiterschast namens der Reichsregierung und des preußischen Honbelsministe- riums auszusprechen.

Am zweiten Tage der Generalversammlung sprach Abg. I m b u s ch (Essen) über die neuen Aufgaben des Gewerkvereins der Bergarbeiter. Den erh eblichen Koh­lenrückgang führt er zmück auf den im Kriege betriebe­nen Raubbau. Aber auch di« Regierung trage ein groß Teil Schuld an der Kohlennot. Im Frühjahr 1919 gab man den Bergarbitern weniger Lohn als z. B. den Eisen­bahnarbeitern; bie Folge war große Abkehr bei Berg­arbeiter von der Grubenarbeit. In den Eisenbahnroerk- stätten beschäftigte man 180 000 Personen mehr als not- wendig. Der Eisenbahmninister hatte nicht den Mut, burchzugreifen. Wenn nun di« Bergarbeiterschast lieber» schichten verfahre, dann nur der Not des eigenen Volkes wegen, nicht aber, um dieKohlen der Entente auszu­liefern". (Lebh. Zustimmung.) Es muß gesagt werden, die schematisch« Einführung des Achtstundentages für alle Berufsgruppen war eine Eselei (Lebh. Beifall!), ein Un­fug. Durch das Ueberschichtenabkommen haben die Berg­leute Solidaritätsgesühl den Volksgenossen gegenüber be- wiesen. Solle das Abkommen sich günstig für unser Wirt­schaftsleben auswirken, so müsse eine geregeltere Lebens­mittelversorgung der Dergarbeitorschaft eimtreten. Das Eisenbahnmimstcrium trag; eine besondere Verantwort­lichkeit für bie Verwirktickunli des Üederschia tenavtom- menS. Aber es versage jetzt sckon. Bis an 3000 Wa­gen fehlten in ben letzten Tagen. Werde das Ab­kommen nicht zur Auswirkung für das Dolkswohl erlangen, trage ber Eisenbahnmiuiiter bie Verantwor­tung. Dann mögen der Minister und seine Präsiden, ten zum Teufel gehen. (Lebhafte Zustimmung.) Sie mögen Leuten Platz machen, die mehr Energie haben. Man spricht von unreiner Kohle, welche die Bergleute der Eisenbahn lieferten. Mit diesem unwichtigen Ein­wand will man ober nur die Augen des Boltes von ber ihrer eigenen Unfähigkeit ablenken. Man hebe die Arbeitslust in den Eisenbahnwerkstätten. Im zweiten Teile seiner Reve legte Jmbusch die neuen Auf mben des Gewerkvereins auf dem gewerkschaftlichen Gebiete bar: Aufbesserung ber Jnvalidenpensionen, Ausgestal. tung des Tarifabkommens, Durchführung deS Berg- arbciterheimstättengesetzes, großzügige Durchbildung bet Betriebsräte usw.

In der mehrstündigen Besprechung wurden bie Aus­führungen JmbuschS lebhaft unterstrichen. Lebhaft be- bauert würbe, daß namentlich in ländlichen Kreisen und vielfach auch bei manchen Behörden die Kohlennot auf angebliche Arbeitsunlust bet Bergarbeiter zurück­geführt werde. Dagegen lege man im Interesse ber Wahrheit entschieben Verwahrunz ein. Es fehle an ben staatlichen EisenbahnbetriebSWerkstät­ten, dort möchten Reichs- und BundesstaatSministet nach dem Rechten sehen. Aus Bayern wurde geklagt übet Terror von Altoerbändlern gegen Vertrauensleute des Gewerkvereivs, man verlangte die Schaffung eines Gesetzes durch die Nationalversammlung zur Entschä­digung der Opfer.

ihrer Länder zu verwerten. Leider wurde diese Wsicht durch den Zusammenbruch im November 1918 ver- eitell und die Versuche tarnen nicht zur Ausführung. Die deutsche Regierung hatte sogar schon die zum Bau der Vorführungsmasch'mM und Apparate notwendigen Miftel bewilligt." Hoffentlich bestätigt sich die Meldung von dieser Erfindung. Es wäre damit der deutschen In­dustrie ein Mittel an die Hand gegeben, um ihre Stel­lung auf dem Weltmarkt wieder zu erlangen und sicher­zustellen.

Kalte Füsse. Wer hätte nicht schon zur Winters­zeit über kalte Füße geklagt oder klagen hören! Beson­ders beim Schlafengehrn können kalte Füße zur wirk­lichen Pein werben, denn mit ihnen vermag man über. Haupt kaum einzuschlafen. Die Ursache kalter Füße kanm mancherlei Art fein: nervös« Zustände, Blut­armut zu vieles Sitzen bei geistiger Arbeit, zu enges Schnhwerk usw. Selbstverständlich muß man danach ^trachten, die zufälligen Ursachen binweazuräumen Die besten Mittel sind gymnasttsche Uebnngen. Massage, tüchtige Bewegung durch längeres Spazierenlaufen usw. Hierbei tritt bie Heilwirkung freilich erst nach und nach ein, und so kommt man immer wieder auf bas altöes» wähtre Hausmittel der Fußbäder zurück wenn man eine schnelle Abhilfe schaffen will. Noch viel wirksamer als das einfache Baden bet Füße in warmem Wasser ftnb die sog. Werksssfußbäbet. bie garnicht genug em. pfohlen werben können. Es gehören hierzu zwei Fuß. wannen, die ein« mit warmem Wasser von etwa 34 Grab R- die andere mit solchem von etwa 18 Grad Temperatur Zunächfi badet man die Füße in dem warmen Wasser tret Minuten lang, hiernach in dem kalten Wasser nur eine Mimtt» lang. Das Verfahren wirb zwei- bis dreimal wiederhol^, bann frottiert man die Füße trocken ziebi wollen« Strümvi« und Schuhe an und geht einige Minuten umher, oder leg sich fv- gleich zu BStt., Die Wirkung ist feht viel nachhaltiger als diejenige einfacher Fußbäder. fif.

D'e größte Mer mit drei Zahlen. Man ist setzt oewohnt mit Milliarden zu rechnen. Eine Milliarde ist eine ganz gewaltige große Zahl Um sie ui schreiben, braucht man eine 1 und 9 Nullen daran: 1 000 000000! Aber nahrfirfi ist das noch nicht die aroßte Zahl; man kann noch immer mehr Nullen anhängen, soviel man will . Dann kommt man in die Billionen, Trillionen usw.. kurt eine größte Zahl gibt es überhaupt nicht, es ist kein Ende. Aber dennoch genügen drei Ziffern, um eine ganz furchtbar große Zahl auszudmcken. Man bat nur nötig mit Potenzen zu rechnen. (Die zweite Potenz von 3 ist 3 mal 3; die vierte Potenz von 5 ist

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Aus dem Nachdaigeviet. _

* Bad Salzschlirf. Das Verdienstkreuz für Kriegshilfe wurde verliehen dem Landwirt Karl­mann Post dahier.

H Hauswurz. Im neuerbauten, festlich geschmückten Saale des Gastwirts Heil fand am verflossenen Sonnlllg eine Versammlung des Dolksoereins statt. Dem Geschäftsführer, Herrn Wilhelm Bogt, war es eine Freude, die zahlreich erschienenen Männer und Jünglinge, Frauen und Jungfrauen zu begrüßen und ihnen für das dem Dolksverem auch während der harten Kriegszeit un- geschmälert entgegengekwachte Interesse zu danken. Herr Bolksoereinssekretär Fiank-Fulba sprach in längerem, fesselndem Dortroge über di« solgenfchweren Ereignisse der letzten Jahre, bie für Demschland einen so verhängnis­vollen Ausgang genommen hätten. Wenn auch unser Staats« und Wirtschaftsleben so schweren Erschütterun­gen ausgesetzt gewesen sei und der verlorene Kneg so namenloses Unheil über dos deutsche Volk gebracht Jjabe, so möge man nicht verzweifln, soiÄern mutig und ent­schlossen eine besser« Zukunft Deutschlands gestalten Hessen. In welchen Dahnen sich dabei die Mithilfe ber Landbeoöl- kerung zu bewegen habe, wurde vom Redner eingehend dargelegt. Die Dersammlung bezeugte dmch ihre Zustim­mung, daß sie es an weiterer treuer Pflichterfüllung den hartbedrämsten Dolksgenossen gegenüber nicht fehlen lassen werd«. Nachdem Herr Frank die organisiette Mitabeit im Dolksverem und in ber Zentrumsorganssation besonders gewürdigt und seinen Dorirag unter lebhaftem Beifall ge­schlossen hatte, konnten 15 Mitglieder bem Dolksverem neu zugeführt werden. Dieser Zuwachs sst umso erfreu- sicher, als der Verein sich während des Krieges auf der allen Höhe gehalten hat.

h Grünberg (Oberh.). Während in den Knegsiah- ren andere Städte Schulden machen mußten, erübrigte die hiesige Stadtverwaltung 1919 bei 341 809 <M Ein­nahmen noch einen Ueberschuß von 176 449 «M». Das ungewöhnliche günstige Ergebnis ist auf die guten Erträgnisse aus den städtischen Waldungen und Grundstücken zurückzuführen.

vemischter.

* Der S»ah im Sarge. Sn einem Güterwagen, der aus Hamburg mit dem nächsten Zuge nach Däne­mark abgehm sollte, stand ein großer Sarg, dessen Be­gleiter in schwarzer Trauerkleidung mit Zylinder dir Totenwache hielt. Der trauernde Hinterbliebene ließ den Sarg nicht aus den Augen, lief mit einer Leichen­bittermiene umher und weinte sehr; man hatte tiefes Mitleid mit dem Manne. Nur einem Arbeiter kam der Sarg ungeheuer schwer vor. Er erstattete Anzeige und veranlaßte trotz des empörten Protestes des Be» glriters die Öcfsimng des Sarges. Als der Sargdeckel darauf abgehoben wurde, verschwand der Begleiter plötzlich spurlos. Der Sarg barg keinen Toten, son­dern war mit Gold- und Silberwaren im Werte von Hunderttausenden angesüllt, die nach Dänemark ge­schmuggelt werden sollten. Der Schatz wurde selbst­verständlich beschlagnahmt.

* Von einem italienischen Hamsterauto getötet Auf der Strecke Typow-Trebbin (Kreis Testow) wurde der Stallschweizer Mafterne von einem in rasender Fahrt heransausenden Lastkraftwagen überfahren und getötet. Es wurde festgestellt, daß die beiden Chauffeure der italienischen Ententekommission in Dresden angehörten. Auf ihrem Auto führtm sie große Mengen von Butter sowie mehrere Zentner Mehl mit sich. Sie hatten die Waren zu überaus hohen Preisen in den Dörfern auf­gekauft. Schon seit längerer Zeit benutzen die auslän­dischen Milftännissionen chre Kraftwagen zu Hamster­fahrten aufs Land. Sie zahlen für Lebensrnittel so hohe Summen, daß die städtische Bevölkerung dadurch schwer geschädigt wird.

Literarisches.

Die Mcßfeier der griechisch-kalholischen Küche, von Dr. Konstantin Gutberlel- in Fulda. Re. gensburg. Verlagsanstall vorm. Manz, 1920.

Ter hochw. Verfasser bietet in dieser seiner neuef- sten Schrift eine wertvolle Ergänzung zu seinem Werke über das hl. AltarZsakramertt^ lieber die Absichten, bie ihn babei leitet, spricht er sich im Vorworl foTgenbcr> maßen aus: Die Meßfeier der griechisch-kettholischen Kirche bedarf keiner Empfehlung durch ihren AerauA- gebar, sie empfiehlt sich auf bas dringlichste selbst. Es sind die herrlichen Gebete und sinnreichen Zeremonien, durch welche di« aliehrwürdig« orientalische Kirche ihren frommen Glauben und ihre Verehrung zu den hochheiligen Geheimnissen zum cFänrenbsten Ausdruck gebracht hat. Die größten und heiligsten Kirchenlehrer haben daran gearbeitet. Den Grundstock dazu haben

5 mal 5 mal 5 mal 5). Was kommt nun heraus, wenn man die 9 zur 9. Potenz erhebt und das Resullat wieder zur 9 .Potenz, also wenn man schreibt neun zur Neun­ten zur stteunten? Dann erhält man eine Zisil, die nicht weniger als 369 693100 Ziffern hat! Un. wollte man diese aus einen Streifen Papier schreiben, wielang müßte dann dieser sein? Etwa 1500 bis 1800 Kilo­meter! Und würde man sie in Bücher dmcken, etwa 14 000 Ziffern auf einer Sette, dann hätte man eme ganze Bibliothek von 33 Bänden zu je 800 Seiten!! Und doch kann man diese Niesenzahl auch mit nur 3 Ziffern ausdrücken: 99®! Ja, die Mathematik ist voller Wunder

ne.

Aords neuer Brennstoff für Motors. Der ameri­kanische Automobilfabrikant Henry Fori» ist kürzlich mit der Mitteilung an die Oeffenttichkett getreten, daß seine Versuche, an Stelle von Pettoleum den Alkohol ast Heizmaterial für Mo'ore zu verwenden, einen durch­schlagenden Erfolg ergeben Höften.Ich gewinne jetzt aus Stroh", erklärte der Industrielle,den denkbar besten Heizstoff für jeden Motorbetrieb und verfüge auf meiner Farm über unerschöpfliche Vorräte an diesem Brennstoff. Mit einem Kostmaufwcmd von 35 000 Dollar habe ich eine Versuchsanlage geschaffen, um aus Stroh Alkohol zu gewinnen und damit den Beweis zu erbringen, daß diese Gewinnung auch im großen auszufübren ist." Wie weiter berichtet wird, beab­sichtigt Ford, auch bei der neuen Straßenbahn» die er nach dem Prinzip des Autos zurzeit in De»' tioit einrichtet, Alkohol als Feuerungsmaterial zu verwenden.

Mische dich nicht hinein. Es revolutioniert noch in Rußland und es revolutioniert auch noch anderswo. Mancher mag schon bereut haben, daß ermitgemacht" hat. Da empfiehll es sich wohl, an einen Ausspruch des gewalttgen Revolutionärs Danton zu erinnern. Er und sein Genoffe Robespierre hatten während der großen Revolution in Frankreich kaltblütig Tausende dem Schaffott überliefert. Schließlich drehte sich der Spieß um, Danton und Robespierre mußten selbst auch bas Schaffott besteigen. Auf dem Wege zur Guillotine fiel Danton das Herz in die Hosen, wie man zu sagen pflegt, und er meinte zu dem deputierten Chabot, der bei ihm war und ebenfalls hingerichtet werden sollte:Freund, sollte es eine andere Welt geben und in dieser Well eine Revolution, so folge mei­nem Rat: Misch« dich mcht hmeinl" .>- . n&