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Die Antwort auf Frankreichs Kohlennote.

Die deutsche Antwort auf die Millerandsche Kohlennote ist jetzt erfolgt. Die deutsche Note stellt sich auf den Standpunkt, daß die tatsächlichen Vor« aussetzungen für den Millerandschen Schritt nicht zutreffend seien und materiell die Frage über­haupt von der Wiedergutmachungs-Kommission zu erledigen sei.

(Bekanntlich hatte Ministerpräsident Millerand in seiner Note angekündigt, datz wegen Verzugs unserer Kvhlenlieferungen an Frankreick t>‘* Besetzungsdauer für die Rbernlande aus ttr' --.Zeit verlängert werden solle.)

Das Wirtschaftsleben.

* Grössere LeienSmittestr^dite für Deutschland. In den Verhcüttlungen. die in Köln mit dem Reichswirt. schaMminister gepflszen .wurden, wurde angedewiet. dtß größere Lebensmittelkredite unrniitelbar bevorständen. Einzelbesprechungen mit Unterstaatssek. rctär Hirsch war zu entnehmen, daß Hcrferprävarate. Waisprodukte. kondensierte Milch/ Margarine und Kas- fceersatzmittel für die Einfuhr freigegeben werden sollen.

* Auffüllung des Viehbestandes. Um unseren durch den Krieg stark zusammengeschmolzenen Vieh­bestand wieder aufzufüllen, ist es notwendig, Schlachtungen möglichst einzuschränken. Wie nun aus der Beantwortung einer Anfrage in der National­versammlung durch den Reichswirtschaftsminister hervorgeht, wird zur Schonung der Rinderbestände ein großer Teil der zur Verfügung stehenden Zahlungsmittel zur Einfuhr von Fleisch ver­wendet." Auf diese Weise ist es gelungen, seit dem 1. August 1919 die Anforderungen, die an den Rinderbcstand gestellt werden müßten, unter das prozentuale Maß herabzumindern, das der Biehbe-. stand nach den Feststellungen der Friedensjahre leisten kann, ohne eine Minderung zu erfahren. Starke zwangsweise Eingriffe in die Rinderbestande dürften daher nicht mehr notwendig sein.

* Warum die Schuhe so teuer sind. Man braucht sich nicht zu wundern, daß die Schuhwaren so teuer werden, wenn man die Berichte über die Abschlüffe der Schuh- und Lederfabriken lieft. So betrug z. B. der Fabrikationsgewinn der Aachener Lederfabrik A.-G. im letzten Geschäftsjahr 5,02 Millionen Mark (1,23 Mill. M. i. V.). Löhne er­forderten 982,100 M. (319,100 M.). Der Reinge­winn einschließlich Vortrag beläuft sich auf 2,49 Millionen Mark (268,100 Mk.); es wird daraus eine Dividende von 40 (10) Prozent, die bisher höchste Dividende vorgeschlagen bei einem Dortrag von 235,200 M. (20,300 M.). Das sind einfach Wuchergewinne in einem Betrieb, deffen Dedürf- nisse zum Lebensunterhalt eines jeden Menschen gehören. Das Aachener Unternehmen steht dabei leider nicht vereinzelt da. Die „Rheinpfälzer Korresp." gibt aus der Pirmasenser Schuhindustrie folgendes zeitgemäße Bild der augenblicklichen Lage: „Die Pirmasenser Schuhfabrikation hat weiter fort­gesetzt goldene Zeiten. Seit Erleichterung der Ver­kehrsbestimmungen ist die Stadt von Aufkäufern aus allen Gegenden rechts des Rheins von neuem überflutet. Die Fabriken mit ihren Tausenden von Arbeitern stehen in fieberhafter Tätigkeit, die Berge der Dersandpakete auf Post und Bahn sind unüber­sehbar. Die riesige Nachfrage läßt die Preise fort­während steigen. Grossisten, Agenten und Makler verdienen märchenhafte Summen. Natür­lich fehlen auch die fragwürdigen Gestalten der Schieber und Hamsterer nicht in diesem unruhigen Bild geschäftlicher Hochspannung".

Aus dem besetzten Gebiet.

Französische Saarschmerzen. Französische Zeitungen protestieren, datz die deutsche Osfizierskommrssion zur Bestimmung der Grenzen in Saarbrücken Uniform trage, wodurch überall in der Stadt sranzosenfeindlichc Demonstrationen hervorgerufen würden. Kürzlich hieß es noch in den französischen Blättern, das Saargebtet sei glücklich, von Deutschland befreit zu sein.

• Dom deutschen Ausverkauf. Von der holländischen Grenze wird berichtet: Nie sah man soviel Holländer, Männlein und Weidlern. dem großen Aairenhause Deutschland zueilen. tote in den letzten Tagen. Güt es doch, einen nie gebotenen Ausverkauf _ zu denkbar günstigen Preisen wahrzunehmcn. So erzählte Euch cm ixt Grenze ein Holländer, daß er für 1400 Mark ein Fahrrad erstanden hat. für das er in Holland .tmt op de vierdüsend Mark" hätte zahlen müssen. Ein an­derer hat sich in Cletoe von einem Deutschen einen An. zug kaufen .lassen", den er mit 1000 Mark gleich 26 66 Gulden gleich 45.32 Mark Friedenstvert (das Komma steht tatsächlich 'an der richtigen Welle) bezahlt hat Auch die Eier wandern nach Holland aus, !vo sie mit 2 50 bis 3,00 Mark, gleich 7,5 bis 9 Cents gleich 12,75 bis 15 3 Pfennig' Friedenswert bezahlt werden. Hat Deutschland diese Nahrung nicht selber blutnötigr

* Der erste Gefangenentransport aus Japan, 62 Offiziere und 881 Mann, ist auf dem Dampfet „Hofnku Marn" in Wilhelmshaven eingetroffen 2000 wettere Gefangene treffen auf den Dampfern „Kifuku Marn" und.Himalaja Maru" noch vor Monatsende, 1000 Mann auf dem „Hudson Maru" in vier Wochen ein.

* Die Abstimmung in Ostpreußen soll tn beet Monaten, und zwar vor der westpreußischen Ab­stimmung stattfinden.

* Die Sammlung für die Grenzspende für die Abstimmungen in den deutschen Grenzgebieten ha^ die sechste Million bereits überschritten.

Der Fall Erzberger.

Die alldeutsche Preffe bricht wegen der einstwei­ligen Amtsenthebung Erzbergers in ein wahres Jubelgeheul aus nud sie glaubt sich berech tigt, den »unvermeidlichen Sturz" Erzbergers in nahe Aussicht zu stellen. Sie sucht dabei bei ihren Lesern dm Eindruck zu erwecken, als ob die einstweilige Amtsenthebung Erzbergers mit eine Folge des Helffa tsich-Pn zesies fei, um auf diesem Wege Vorschuß-Lor­beeren für sich und ihren „Helden" Helsserich zu ernten Es ist demgegenüber notwendig, festzustellen, daß die einstweilige Amtsenthebung des Reichsfinanzministers Erzberger mit dem gegenwärtig schwebenden Prozeß nicht das Geringste zu tun hat.

Wir wollen zu der Prozeßmrgelegenheit selbst ir diesem Zusammenhang keinerlei Stellung nehmet» schon deshalb nicht, weil es uns nicht angängig erscheint, auf Grund tendenziös gefärbter Zeitungsberichte einem Urteils vorzugreifen, welches nur auf Grund genauer Kenntnis der Verhandlungen möglich ist. Was uns vorläufig einzig und allein beschäftigen kann, ist der gegen den FinanMinister erhobene Dor­wmf, daß er bei der Abgabe seiner Steuererklä« jungen in den zurückliegenden Jahren seine Ein- kommensverhälmiffe nicht wahrhestsgemäß angegeben hat. Es fft zu beachten, daß es sich hierbei lediglich um eine bisher unbewiesene Behauptung handell. Die vorläufige Amtsenthebung mußte erfolgen, damit dir Untersuchung völlig unbeeinflußt durchgeführt werden kann. Man muß hierbei in Betracht ziehen, daß die Untersuchung geführt werden muß von Untergebe­nen Erzbergers. Um jeden Anschein einer Be­einflussung zu vermeiden, war es notwendig geworden, daß Erzberger für die Dauer dieser Untersuchung aus

Die andern suchten und riefen mich nicht — war das schön? Na, ich hatte ja Nachkommen wollen . . .

Dann weinte ich wahrhaftig — und schämte mich . , . und schrieb endlich in mein Notizbuch:

Immer schlaf ich — nur bei Regen Wünsch ich Sonne mir und Segen — Heute nun schon wieder Regen — Einsam bleibt mtf allen Wegen___

Theo.

Und nun? Was sollte ich tun? Nachläufen? Den Unbefangenen spielen? Wie groß war doch die Bit. terkeit in mir! ®5 schien, als ob sie nur geschlafen hatte und nun ganz plötzlich auf ehtmctl aus mir her- auswollte.

' Hatte ich denn Gewißheit? Ach ja, eine DiKiev- seele schaut und beobachtet doch immer . . .

Dann legte ich da? Büchlein mit „WMsrieds sämt­lichen Werken" mtf den Ta-nnewftamm und eilte heim, wärt?. ...

DaS war takttos — aber anders konnte ich nicht.

Zum Glück traf ich Frau Doktor Sint- noch mun­ter an. »Ah, schon zurück — doch . « . was ist Ihnen? Mein? — Ich sah e§ komme« . . . armer Freund . ■“

Nun aber ritz ich mich doch zusammen.

„So leben auch Sie wohl, verehrte Frau Doktor, ich muß morgen zeisig zum Zug — mein Urlaub läuft ja ohnehin tn drei Tagen ad. Sogen Sie beiden herz­liche WschiedSgrüße und ... es fiele mir so leichter . . . gelt?"

Sie verstand. —

»Die drei Tage werden ainfi her umgehen," sagte ich mir noch vor dem Einschlafen. Ich hatte plötzlich eine gewaltige Lust zum Wühlen in alten Akten, int Stand--na, mein Vorsteher darf sich fwwn. . . .

Amt braust, du Dmd ...

Ich verstehe dein Stürmen. , .

Langsam kehrte ich aus der Erinnerung zur Wirk, lickffeit zurück. Wahrhaftig, ich war auf der Dank im Stodipark eitoaeschlastn, ungeachtet des feinen Regens, der an mir nun schon he runterzurieseln begtwm.

Das war «ne Erinnerung, deren Begebenheit rost gerade zwanzig Jahre zurücklag. Ich hatte Hugo Remtz nie wieder gesehen; denn er reiste bald daraus mit der Familie das KokoniakarztrS Dr. And nach Australien --Gr ist nebst ollen die um ihn toceen, dort eener hvWg wütenden SpLemie zum Opfer gefallen , . ,

BevVNgaGiit . toamra qnSbt ße uüM, V

Eine Heringsgeschichte.

erzählt der „Vorwärts" seinen Lesern, deren Richtig­keit nunmehr von der am Orte des Geschehnisses, in Ruhrort erscheinenden „Rhein, und Ruhrzeitung" be. siüiigt wird. Hier ist sie:

Am Hasen zu Ruhrort standen die Menschen in hellen Hansen. „Was ist denn los?" fragten Neu­gierige.

„Dieses große Schiff ist eben voller Heringe au? .Holland eingetroffen. Denkt: 500 Tonnen sind 10 000 Zentner. Jeder Zentner 500 Stück, dos sind rund« und nett 5 Millionen Fische. Weißt du, was das bedeutet?" Staunen ringsum, bann: „Wer bekommt tiie triefen Heringe?"

„Die gehen nach SAHeutschland, wo sie die Rbrnw nnmafeertixkltungen als Fleischersatz ausgeben."

Währenddessen drängt sich ein Beamter durch Sie Menge. Aufgeregt verbandelt et mit dem Kapitän des Heringskahnes.

»Haben Sie einen staatlichen Gesundhettsschein für die Ware? Nein? Dann dürfen Sie nicht weiterf-ch. neu. Ihre Fracht ist noch nicht untersucht. Das Schiff bleibt hier, bis das nachgeholt ist."

Dem Schiffer geht der Priem aus.

»Dat ist ja dull. Ack scholl doch von Tag noch ■—”

»Ausgeschlossen. Das Gssundheitscmrt in Geeiste- münde mutz die Heringe erst prüfen. Solange bleiben Sie hier, daran ist nichts zu machen." Mit diesen Worten unterbricht der Kommissär den Schisfahrer.

„Nu, dat is ja en iutteS Stück, je je — von Geeste- münde he —?"

*

Telegramm an da? Untersuchung Samt Geestemünde.

Fünf Millionen Heringe Holland hier ankamen. Müssen gutachtlich geprüft werden. Schicks sofort je. mand Duisburg zur Ab nähme.

Telegramm aus Geestemünde.

Abtommen von hier unmöglich. Schicket Heringe Geestemünde. UnterfuchüngSamt.

»Sind Sie der Kapitän dieses Schiffes?"

»Dat soll woll fin. nrm Herr!"

„So, bann teile ich Ihnen hierdurch, mit. datz dfe Heringe sofort zu entladen sind, damit sie zur Unter, suchung ihres Zustandes noch Geestemünde geschickt werden."

.?????'

»Rn machen ©ic kein so blödes Gesicht. gS beirrt das so waz Merkwürdiges?"

»IS bat rat en Spatz von fei . . .?"

„Spaß? Behörden spaßen nichr. Bttstanden? Kur^ Nnd gut. Sie müssen Ihre .Heringe löschen. Sie be-, fommen morgen 20 Gisenbahnwaggons für diesen Zweck' «Seilt'

is «ttjee Seck Up fe Bah» Iahe» feggt feit*

Donnerstag, 2b. Februar 1920

fin 47

Da schritten wir

Sogar dem Freund er da war. Konnte dieser kurzen Zeit

Um neun werde ich werde doch der lic. N lachte . . .

weil? Gestehst Du

Merkwürdig — in den folgenden Tagen suhlte ich mich auf allen Spaziergängen, die wir zusammen mach-

' Sen Freundin nichts «Abschlägen?" i; Theodor, bist Du am Ende so

»Seine fei Ihnen

len, einsamer noch Äs je zuvor, führte ich nimmer um mich, oktvohl wahrhaftig des Menschen Geist in so befangen werden? —

Der Mond war stn Mnehmen. mieder etnmai hinaus in die liebe

fam hatte ich mein Notizbuch zu mir gesteckt . . .

Getoitz, ich hatte das Gnstel-ben sehr gerne--

«6er, sie batte mir bestötioen sollen, datz Hugo kein unsympathischer Mensch feil

Mtz ich nach meinem Notizbuch suchte, entzog sie mir ihren Arm . . . dotbei fiel mein Bleistift zu Bo­den . . .

»Rein, bemüht Euch n*8t, ich komme nach," sagte ich und suchte meinen NleisNst . . . hotte ftn sogar sehr rasch.

Aber ich folgte ihnen nicht--ich hackte plötzlich

gefchen, daß ha der Tannon^avem lotz, auf de« ich barndfe doS Büchlein deng-sien hatte.--. ..

(Schluß.)

Ursache, Frau Doktor, einmal anklopfen. Ich

Da? HauSmüdöben kam gerade nnd mchm sinn das depäck zum Teil ab. Noch beim Hinmrsgeben sagte er: •Wräaletn, ist hier auch ein Leib amt in der R8he?"

Das Slottde Gufbckchen lachte drinnen rach einmal ceL. . , lachte, 56er bat Unspmpachffchen »-

Vergangenheit

Skizze von Adolf Grötzlr.

Mr jnarb plötzlich so beklommen bei diesem Experi­ment, das ich gewaltsam heraufbeschworen ...

»Du, die kleine Blonde da drinnen scheint Dich aber gut zu kennen, ich muß gratulieren," meinte er zu mir,

»Nachher davon, jetzt schüttle Dich mal gehörig aus.

Es verstand sich' von selber, datz Hugo gegen Mend auch mit von der Partie war, als wir spaziere,: gingen. Gustel ging in der M-tte imd mußte nur andauernd lachen.

»Theo heut ist's aber mondhell, Iva:- meinst Du, wollen wir nicht rodeln gehen nach Asch? Weißt Du noch, wie wir mit einer Dachpappe . . . na ja! Wer — im Ernst — ich würde nach dem Abendessen noch ein bißchen draußen herumknifsn."

Guswl stimmte gfe'ch zu. »C ja, das wäre schön! Und Sie, Theo, könnten was dichten."

Ich nickte. Wem wollte auch ich etwas abschlagen? Nun auch noch liefen lieben Menschen . . .

»Mir ist'S recht," sagte Fn» Doktor Lind nachher zu mir. »Da hat sich ja das schönste Kleeblatt zu- sammrngefunden, wie?" Hinter ihrem freundlichen Lachen verbarg sie aber beitfe etwas prüfendes, for, sichendes . . .

Ich blickte imbefangen drein — o, ich konnte e$

Giusixl war schon wieder munter.

vnd mein treuer Hugo war. gerade angekommen. 6t hatte feine tollnc Laune mitgckracht.

: »Mensch, den Durst! Gab rasch Wasser ber--

®tt Wein drin, mit viel Wein drin, wenig Wasser, gar fern Wasser . . . uffl"

Armand lochte fröhlich. ES toar Gustel.

' Ach stellte sie ihm vor.

Er wandte sich gleich wieder zu mir. »Du schaust flfctenb aus. Freund! Man kann sagen Borname Theo, Zunahme monatlich zchn Pfund, gelt?"

Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Karl Schütte, :: für die Anzeigen: 5. Parzeller-Fulda. s

Rotationsdruck u. Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda- Fernsprecher Nr. 9. Telegr.-Adrefle: Fuldaer Zeitung.

j Das erste Reichsschulgesetz.

Vom Reichsministerium des Innern ist dem I Aeichsrat ein „Gesetzentwurf betreffend die G r u n d» I schulen und die Aufhebung der Vorschulen" I vorgelegt worden. Der Gesetzentwurf bedeutet die I reictsgcsetzliche Durchführung der Bestimmungen I der Reichsverfassung, die im Artikel 148 sagt: „Auf I «ner für alle gemeinsamen Grundschule baut sich I das mittlere und höhere Schulwesen auf" und in I Artikel 147 bestimmt: „Private Vorschulen sind I onszuheben."

‘ Bekanntlich befaßt sich aber die Reichsversaffung I in den Artikeln 143 bis 149 mit der Schulfrage, I Enb es wird noch einer Reihe von Reichsgesetzen i bedürfen, um den in diesen Artikeln nicdergelegten I Grundsätzen den gesetzlichen Inhalt zu geben.

Wenn man den Gesetzentwurf über die Grund- I Mle vorweggenommen hat, so beruft man sich dafür I «ui die Wünsche und Bedurfniffe ber staatlichen und I gemeindlichen Schu lverwaltungen, die das Reich um 4 schnellste Klärung wenigstens der Frage ersucht I bauen, ob die in Artikel 146 Absatz 1 geforderte I Grundschule für alle Kinder und damit die Auf- I Hebung der Vorschulen mit dem Beginn des ersten I neuen Schuljahres nach Erlaß der Verfassung in I -rast trete oder nicht.

! , Es will uns aber noch nicht einlcuchten, daß r diese st ü ck w e i s e Reform bei Schulwesens tat» | sächlich so dringlich ist. Die Sache kompliziert sich i dadurch, daß hier noch die Landesgesetzgebung mit« I zusprechen hat. Auch das Gesetz über "die Grund- Pschule muß erst in jedem Bundesstaat durch I ein entsprechendes Landesgesetz ergänzt werden, ehe I es dort überhaupt praktische Geltung erlangt. Wenn I selbst das Reichsgesetz bis zum Beginn des neuen I tzchuljahres erledigt ist, wird man doch kaum hoffen | dürfen, daß auch die Landesparlamente die Materie I bis dahin geregelt haben. Die Frage der Grund- I schule ist wirklich nicht >o bedeutsam, daß es nötig f gewesen wäre, vor der Erledigung der gesamten I schulfrage die Gesetzgebung des Reiches und der I Einzelstaaten deshalb in Bewegung zu setzen.

M Der Gesetzentwurf will das gesamte Schulwesen I auf eine für alle Schulen gemeinsame Giund- I läge stellen und bestimmt deshalb, daß die Grund- I schule, d. h. die vier ersten Volksschulklaffen, unbe» | schadet ihrer Aufgabe als Teil der Volksschule nach I ihrem Lehrziel, ihrem Lehrplan und ihrem Unter» I richtsbetrieb so gestaltet werden, daß sie nach erfolg« I «ichem Besuch ihrer obersten Klasse die ausreichende I Lorbilduug für den unmittelbaren Eintritt in eine I mittlere oder höhere Lehranstalt gewährleistet. I Näheres über ihre Lehraufgabe und Ünterrichtsbe- f trieb wird nicht gesagt. Aber daS sollte doch wohl [ der wesentliche Inhalt eines Gesetzes über die Grund- | schule sein. Im übrigen würde es unS richtiger I erscheinen, wenn sich "nicht die Grundschule der ki höheren Schule anpaßte, als vielmehr die höhere | Schule in ihren unteren Klaffen auf den Lehrstoff I und die Lehrmethode der Grundschule Rücksicht I nähme.

Weiter bestimmt der Gesetzentwurf, datz alle ! öffentlichen und privaten Vorschulen zugunsten i der Grundschulen aufzuheben sind. Eine gewisse Abwicklungszeit wird ihnen insofern zugestanden, ais die Tätigkeit der öffentlichen Vorschulen mit Beginn

I deSSchuljahres 1924/25, die der privatenVorschulen mit I Beginn des Schuljahres 1929/30 beendet sein soll. s Sehr | bemertenswert ist noch die Bestimmung, der zufolge i die Privat Unterweisung einzelner Kinder oder i geschlossener Gruppen nur ausnahmsweise zugelassen, I im allgemeinen aber verboten sein soll.

s Dir, daß Tu ohne ihre ^Begleitung gar nicht weggcgai^ s Vn wärest!

Punkt nttm llhr tret ich ein.

»Endlich — ich dachte schon, Stt kämen gar irim- P Mr," rief Gürtel mir entgegen.

■ ■ Sie hatte geweint. Warum?

»Wo fehlt c5 denn?" fache ick, ihr die Hand rei.

»Em bißchen Erkältung nur, aber ich müsse wegen | ber Lunge achtgeben, jache der Arzt. Wenn bloß Ba. ■■ fer hier ioäre, der hätte mich schon wieder zurechd- «flickt! Slber gelt — es fällt Ihnen schwer, Theo, : fi die Freiheit opfern zu müssen?"

■ „Sein — nein, nur wäre eS mir schwer gefallen, g- heim ich hätte allein . . ." Ehrlich sagte ich meinen I Tech zn Ende. Mochte sie denken, was sie wolle.

Aber — weiter fache ich nichts . . .

Die Abschaffung der Vorschulen ist eine von Pädagogen schon seit langem vertretene Forde­rung. Vorschulen mögen eineVerkürzung der Schullauf­bahn und eine Erleichterung der unterrichtlichen Ar­beiten der höheren Schulen bedeuten, aus sozialen Erwägungen heraus aber sind sie zu bekämpfen, na­mentlich soweit sie aus öffentlichen Mitteln unter­halten werden. Ihre Abschaffung^ tft also nicht zu bedauern, wenigstens wenn man dabei an die Ein­richtungen denkt, die gemeinhin als Vorschulen be­zeichnet zu werden pflegen, nämlich die zur Vorbe­reitung für den Besuch der höheren Knabenschule dienenden Schulen. Eine Vorschule im Sinne des Gesetzes ist aber auch die Unterstufe der mittleren u. höheren Mädchenschule. Während nun in Preu­ßen der Abbau der Vorschulen für die Knabenschulen bereits in die Wege geleitet ist, ist daS gleiche für die Unterstufe der Lpzeen und Mädchenmittelschulen noch nicht verfügt. Das Gesetz soll das nachholen. Man Hütte hier aber ruhig noch eine Weile zuschauen können, um so mehr als die Unterstufe der privaten Mädchenschulen für den Bestand dieser Schulen finan­ziell notwendig sind. Die meisten von ihnen wer­den den Ausfall an Einnahmen, den die Beseitigung der unteren Klaffen zur Folge haben wird, nicht er­tragen können und schließen müssen. Unsere katho­lischen OrdenSschulen für die weibliche Jugend, über deren segensreiche Wirksamkeit man kein Wort zu sagen braucht, sind also durch das Gesetz in ihrer Existenz bedroht. Aber nicht nur die Interessen der Katholiken, übrigens auch der Evangelischen, die sich eigene Schulen geschaffen haben, stehen hier auf dem Spiele. Die privaten Mädchenschulen^ stellen auch eine bedeutend: finanzielle Entlastung für Staat und Gemeinde dar. Müssen sie schließen, dann muß für sie kostspieliger Ersatz geschaffen werden, angesichts der Geldnot sicherlich keine erfreuliche Aussicht für Staat und Gemeinde, die in ihrem Steuerrecht ohnehin erheblich beschränkt sind.

Eine finanzielle Entschädigung der Besitzer der Privatschulen und der an ihnen tätigen Lehrkräfte scheint nicht beabsichtigt zu sein. Das würde in sehr vielen Fällen eine große Härte bedeuten. Die wirt­schaftliche Bedeutung der neunjährigen Schonzeit darf nicht überschätzt werden, da in sie ja schon die ganze Zeit des Abbaues fällt, während deren ein rentabler Betrieb schwerlich möglich sein wird. An den öffent­lichen Vorschulen hat der Sbbau schon mit Beginn des Schuljahres 1920/21 einzusetzen und nur, wo dies nicht mehr möglich sein sollte, mit Beginn des folgenden Schuljahres.

Bedenklich ist auch die Bestimmung, nach der Pridatunterweisung einzelner Kinder im all­gemeine« nicht mehr gestattet sein soll. Für die Ausnahmen, die man zulaffen will, denkt man be­sonders an einsam gelegene Gehöfte. Ist hier nicht die Auffassung zu eng? Entspricht sie dem Grund- fatz der Freiheit, der im demokratischen Zeitalter höchstes Gesetz fein sollte? Es gehört doch wohl mit zu den ersten Erfordernissen der Freiheit, daß die Eltern die Möglichkeit haben, ihre Kinder in dem Geist zu erziehen, den sie für den richtigen halten. Es können Gewissensbedenken sein, die in einem Etnzelfalle die Eltern zwingen können, ihr Kind einer privaten Schule oder einem Privatlehrer zu übergeben. Man darf nicht ertoarten, daß diese Gründe von jeder örtlichen Schulbehörde als dringen­der Fall angesehen werden, in dem sie einen Sonder­unterricht gestattet. Das Recht ber Erziehungsbe­rechtigten, das in der Verfaffung sestgelegt ist, muß gewahrt bleiben. Diese elementare Forderung darf bei den Verhandlungen über die Vorlage nicht außer acht gelassen werden.

Und sie lachte wieder . . ich auch. Er war gn v Wig. mein H«so.

L -Dv ist der Heuspeicher? Ach möchte aHegeu . - «. zeige mir mal bett Weg ober schaffe einen dienst.

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47. Zahrg.