Fuldaer Heilung
<£+ Druck der AtUdaer Aetieadrnckerei in Fald»
Samstag, 21. Februar 1920.
Slbg. Gottwald über die Elternbeiräte.
g^olt.
Märkte.
Der Ueberstand war gering.
Wünsche. Er schrieb häufig Briefe an Mimi, das heißt, er legte einen Zettel zu Mamas Briefen; triefe Schriftstücke sahen einander sehr ähnlich, wurden aber stets mit großem Jubel begrüßt.
„Liebe Schwester! Der Esel ist schon da und er kennt mich auch inti) wir haben uns sehr fteb und wir grüßen Dich und die Tante und Gustav. Einen Laubsägekosten möchte ich auch und er hat wunderschöne schwarze Ohren.
mutigen Wächter Streb aur Somborn gelungen ist, schwere Verbrecher abzufassen; auch das 'erste Mal mußte einer der Missetäter, zu Tode getroffen, sein Leben lassen. Sicher werden bei vermehr und mehr überhandnehmenden Unsicherheit auch die Landgemeinden durch verstärkte, mit Waffen ausgerüstete mutige Wachen allmählich Gut und Leben ihrer Bewohner schützen, wie es die Städte schon lange tun.
△ Gelnhausen. In der Gemarkung Roth wurde die Leiche einerFrau gefunden, die seit dem letzten Hochwasser vermißt wurde.
(:) Aschaffenburg. Im Torfe Stetten 6et Aschaffenburg kam es wegen der von einem Hauswirt vorgenommenen Mietssteigerung zu einem Auflauf. Der Hausbesitzer gab zwei Schüfle m die Volksmenge ab und lötete dabei den Ortslehrer.
!an ist jetzt in Danzig daran, eine Verfassung für die en sog. Freistaat zu schaffen. Dabei wisien die Demokraten und Sozialdemokraten des neuen Staat-Wesens nicht- gescheiteres zu tun, als einen Kulturkampf zu entfefleln. Sie planen die Einführung der ZwangS-Simultanschule. Die Demokraten beantragen die Einrichtung des öffentlichen Schulwesens simultaner Grundlage. Der Wille der Erziehungsberechtigten ist völlig aus« geschaltet, doch soll der Religionsuuterncht ordentliches Lehrfach sein, der „in Uebereinnimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschafien, unbeschadet des Aufsichtsrechts de? Staates" erteilt wird. Roch radikaler sind die Anträge der Sozialdemokraten. Sie verlangen, daß konfeffioneller Religionsunterricht in den Schulen überhaupt nicht erteilt
gehört werden wird. Wir find dabei, wenn anstelle der Elternbeiräte, die wir für unzweckmäßig halten, Schulbeiräte geschaffen werden, wir wollen zeigen, was durch solche ft tiwillige Arbeit geleistet werden kann. Wir hoffen daß tie Regierung dieser unserer Arbeit Aufmerksamkeit schenkt und bei der end. gültigen Regelung sich nicht einfach ans Anordnen vev- legt, sondern freie Bahn für alle Kräfte schafft, welche die Jugenderziehung fördern wollen Diese Arbeiten zu untersrützen fordern wir alle auf, die mit uns eines Geistes und Sinnes find, damit unsere schwergefähr. dete Jug'Überziehung mich durch die Ausgestaltung der Elternbeiräte eine Hebung und« Förderung finde. (Lebhafter Beifall im Zentrum.)
und Zustimmung im Zentrum) und die Erklärung ter Regierung gibt uns die Gewähr, daß die Lehrerschaff
Dein lieber Bruder Fritz."
„Liebe Schwester! Es geht mir sehr gut und Benk- heims Oskar ist auf dem Eis gefallen und hat sich ein Loch in den Kopf geschlagen. Der Lehrer hat mich neulich gelobt und es hat sehr geblutet. Eine Eisen- bahn möchte ich auch, aber mit Schienen und der Pluto hat em Kaninchen totgebiffen. Es hat nicht einmal geschrien.
Mädchen duffte Onkels Bllder abstauben oder seinen Schreibtffch berühren. Manchmal in stillen Stunde erzählte sie der Nicht« von chm; wie er aus Liebe zu ihr einen schweren Kampf mit dem Leben ausgenommen, wie er sich durchgerungen und rote er sie, die :ntme: wieder hatte verzagen wollen, aufgerichtet hatte. Und dann, als die Jahre des Glücks gekommen waren, wie war er bestrebt gewesen, die geliebte Frau für alles, alles Entbehrte zu entschädigen! Er war nicht vertrocknet in den Jahren des harten Kampfes, er war kein geiziger Wucherer geworden; al» ihm die Mittel zur Deffügung standen, da zog er alles heran, was das Leben verschönt, Geselligkeit, Kunst, Wissenschaft; sie beide genosien das Geschick, die nur der Mensch fühlen kann, der auch die Härten des- selben kennen gelernt hat. Und dieses herrliche Glück hatte der Tod zefftöri, nein, nicht zerstört, nur unterbrochen, um es reiner noch und geistiger zu machen. Der edle Mann hatte der gebeugten Gattin noch im Sterben den St<ch gezeigt, an dm sie sich hallen sollte: dm Sohn. Und sie hatte sich daran gehalten, er hatte sie gestützt, weil sie ihn stützen mutzt«. So lebte sie fort, den Gatten bei allem Tun in Gedanken um sein« Meinung fragend und sein Bild im Sohne lebendig erhaltend; und es war ihr immer und immer als ob er unter ihnen sei, mit ihnen lebte und strebte.
Auch Mimi fühlte die Gegenwart des Toten, dm sie nie gekannt, der schlichte KaufmmM wuchs ihr empor zum Heldm ohne gleichen. Oft stand sie vor einem seiner Bilder mit tiefer Rührung und es war ihr, als ob sie ihm für alles Gute danken muffe, daß sie in seinem Haus« gmotz; diesem Ernpsindm gab sie Ausdruck, indem sie dem Onkel eine Weihnachtsgabe zndachie. Auf ein weißes Band stickte sie mit Seide die Worte: „Dem nie gekannten, doch innig verehrten Onkel, die dankbare Nichte Mimi." Einige Tage vor dem Chfiftfest wollte sie dann ein Bukett kaufen, die Schleife daran binden und es auf ben Friedhof bringen; sie wußte, daß di« Tante alljährlich am Ehfistabmd das Grab des Seiten schmückte, da sollte sie die Gabe der Nichte schon drautzen finden. Sie stickte das Band mit einer Sorgfalt, als ob es eine Prüfungsarbeit werden sollte. Die Zeit verging ihr wie im Fluge, es gab auch im Hause so viel zu schaffen und zu besorgen. und sie wundert« sich nur, wie die Tante dos alles leisten konnte; die aber lachte nut und meinte, zu Weihnachten wüchsen ben Menschen, die für was Siebes zu sorgen haben, Flügel; und Mimi mußte ihr recht geben, fühlte sie ja doch, wie auch chr Schwingen zu wachsen schienen.
(Schluß folgt). i
Gottes-ienstokdnung.
Gottesdienst.
Sonntag, 22. Felr. Som. Vt6, 6, V»T u. 7 M. i. d. 6 M. Rom. b. chriftl. Müttervereins, 8 Pfarramt m. Pr, */»10 Kathedralamt m. Pr., 11 Ehr., */«12 M. m. Pr , ’/,2 Michaels-Bruderschaft, 2 Ehr., ’/.S Vers, d. chriftl. Rütterbereinl, 4 Fastenpr. u. A., 7 8t. i. d. Marienkapelle. (Donnerstag abends 8 Fastenpr. u. 2., Freitag nachmittags 4 Kreuzweg.) — Ltabtpfarrkirche. 5*/» Kam., 5»/* M., 6’/« M. u. Hom. d. Mütterverein«, 8 M. u. Pr. (1. Schulgd.), 9'/, Pfarramt u. Pr., 11 M. u. Pr. (2. Schulgd.h 9*/» Chr. f. d. Jungt, i. d. Severik. IV* Ehr. f. d. Jungfr., 2V, Bruderschaft v. hl. Erzengel Michael, 3l«Mütterverein. Freitag abends 8 Fastenpr. — Pfarrkirche z«m heiligen Weifte. */«7 Korn, 7 Frühm., 8 Pr., Amt m. Rom., V-5 Ehr., 5 A. — Severikirche. Sonntag« und werktags */*7 M. — Herz-Jesu-Heim. 6 Frübm., 8 Amt m. Pr., 2 S. (Mittwoch abends 8 A.) — Michar ttktrche. SBruders», v. d. 7 Schmerzen Marien«. - Srauenbtrg. 5—7 M., 8 Rosenkranzm. m. Pr , 9 Hoch- amt m. Pr., nach«. 2 Kreuzweg»Andacht mit Segen,
Goriesdienst.
Sonntag, 22. Februar. Vormittag» 9V« Sup. Ruhl ihl. Abendmahl), «chm. 3 Pfarrer Weber.
Börsenwochenbericht
des Hessischen Bankvereins, Aktiengesellschaft. Zweigniederlassung Fulda.
Bemerkenswert für die verlaufene Woche mar die Steigerung am deuffchen Anleihemarkt. Es hat den Anschein, al« ob die Klärung in der Auslieferungsfrage die Kurse deutscher Staatspapiere gebessert hat. Kriegs, anleihe, die seit Wochen unverändert 77'/,«/, notierte, stieg in den letzten Tagen b,S auf 79»/°. Auch für Preußische Renfole machte sich Nachfrage und damit zusammenhängend ein Anziehen der Kurse geltend.
Von Motanwerten lagen die westlichen Werte schwächer, während oberschlesische Werte zu festen Preisen gehandelt wurden. Besonders Laurahütte, Oberbedarf und Hohenlohe zeigten gute Kursbesserungen. Am Jndustriemarkt lagen Elektrowerte bei großen Umsätzen fest; ebenso Zementaktien, da diese Industrie zukünftig in der Kohlenbelieferung nach Klaffe I versorgt werden soll. Uneinheitlich lagen Chemiepapiere. Badische Anilin waren rückgängig bi« auf 645%. SchiffahrtS- werte waren schwächer: Packetfahrt notierten 149»/°, Lloyd 168%. Kolonialwerte lagen anfänglich schwach, konnten sich zum Schluß aber erholen.
begangen haben, lediglich, weil ihnen die Kriegsmah- mchmen eirtige Unannehmlichkeiten Beseiteten, sollten mit der Behauptung von dem erdolchten Heere recht vor. sichtig fein
ss Die Ausrüstung her ReichSwehrsoldaken. Im Hoeresverordnungsblatte wurden die neuen Preise für Beklsidungs- und Ausrüstungsstücke der Rieichswehrsol.
— F»ld*,21.Febr. DerheutisteSchweinern arkt war mit 110 Ferkeln und 12 Läufern befahr-n. Die Preise stellten sich für Ferkel auf 200, 260 und 300 Mark, für Läufer auf 400-500 Mark das StüL
aus dem Uachvargeviet. I vermischter.
Ä Ans dem Kreise Gersfeld. Durch den Dor- * Besseres Bier! In den letzten Tagen versam- stand des Kretsbauernveretns Gersfeld selten sich in Münchendie Brauer aus ganz Deutsch- sind bet unserer Kretsverwaltung folgende Anträge land. Sie einigten sich auf den Beschluß, die Hinauf- einaeretcht worden: 1-Die noch ausstehende Menge f^uni ber fsirden Stammwürzegehalt vorgeschriebe- LieferungShafer auf Kosten des Kreises zu beschaffen; nee„ Höchstgrenze, von 8*/. auf 4'/- Prozent zu bean= welch- bis letzt geliefert haben schad- tragen, und zwar unter Freigabe der Preist os zu halten; 3 auf den demKretS aus dem Er- fürB b'ie ^it mehr als 3'/- Prozent einge- los der Tierhäute zufließenden Anteil zu verzichten bauten Biere. Ferner wurde mit großer Mehrheit und die daraus bis ;etzt eingenommene Summe den beschlossen, der Reichsregierung die Festsetzung eines Lieferern der Tiere wieder zuruckzuzahlen; 4. der I^eZkonüngents für 1920-21 von 70 Prozent des Absatz der landwirtschaftlichen Produkte Nriedensausstoßes *u empfehlen.
burch den Bauernverein erfolgen zu lassen; 5. Bei 3 » Ein ganzes Torflager gestohlen. Die Stadt allen landwirtschaftlichen Fragen und Verband- Spandau hatte im Herbst mit der Ausbeute von Lunge» den Kreisbauernverein zuzuziehen und Die xorf an der Döperitzer Heerstraße begonnen und SÄST»-u '»«'>■ B ’ ■ 2.„ Z
keines der einem Soldaten notwendixen Kleidungsstücke I «r - n e i n b rd i - 8 st/, Wrh uns T. I Leute au» Berlin hatten einfach den ganzen Torf
- mit Ausnahme der Waffen natürlich. Der Gesamt. 7.netnbr u § 61e bftab1 Wird uns noch be- betrag der angegebenen Preise beläuft sich bei einem I ®e,r ?,ne $urc$ ,^"5, ^ugel des Slcherhelts- . I beamten Vtreb verwundete Verbrecyer, Ernst Hoh- _______________i I ler, Ludwigshafen, Gellertstr., hat am Donnerstag
Hilfspacktaschen 200’ Mk., Anschnallsporen 10 Mk. und I im Landkrankenbause zu Hanau seine Freveltat mit
Tporenleder 2 Mk. hinzu, sodaß die Ausrüstung eines | dem Tode gebüßt. Die beiden anderen Diebe wer-
Reiters auf 2966,35 Mark zu stehen kommt. I den gerichtlich verfolgt. Es ist nun schon fest Iah-
' 11 -" — | resfrist der zweite Fall, daß es dem wachsamen und
Der Sänsedokkor.
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Wie verstaub es doch diese Frau, femanben aus einer Schwärmerei hinwegzuführen in die rauhere Wirklichkest, ohne weh zu tun und ohne Ideale zu zerstören, und wie wußte sie anberfeits überall ein Körnchen Gold zu finden, wo ein anderer nur Schlacken sah. Daß Gustav neben dieser Mutter hatte einen Künstlertmum begraben können, ohne daran zugrunde zu gehen, das war begreiflich.
Gustav sich es mit Freude, welchen Einfluß die Mutter auf Mimi hatte und wie sie das Mädchen zu einer Lebensgefährtin für ihn heranzog. Das junge Geschöpf ward ernster, reifer und innerlicher, ohne etwas von fei» "er Frische und Heiterkest einzubüßen; war ja doch auch die Mutter ftoh und heiter und keine Spaßverderberin, Denn es sich einmal um einen kleinen Schelmenstreich fcmbelte. I ' Dein fieber Bruder Fritz.*
Es war innerlich und äußerlich ein reiches Leben, bas I So ähnlich lauteten Fritzens Briefe immer und Mama ftt) dem jungen Mädchen bot und sie genoß es mit gan« I entschuldigt« sich dann dafür. Sie hätte Fritzens Epistel zer Seele und allen Sinnen. Ms Weihnachten heran- I wegen der darin enthaltenen, unverschämten Bitten .»aht«, war sie oft in Widerstreit mit ihrem eigenen Her- I gern unterschlagen, aber um den Spaß wollte ten; daheim wäre sie gern gewesen bei ihren Lieben, aber I sie die Verwandten doch nicht bringen. Mariechm möge ""ch hier hätte sie gar gern ein Weihnachten verlebt. I diese Briese ober gewiß aufbewahren, sie mürben für
Frau Kienholz machte diesem Schwanken em Ende; I Fritz später einmal ein interessantes Andenken fein.
fe schrieb auf Minus Anfrage: „Mein liebes Töchter- I Gustav konnte sich nicht genug tim in Geschenken für chen. Du weißt, daß wir Dich gern hier hätten, aber es I den Knaben, und wenn Mimi chm Einhalt gebieten wollte,
kommt uns so undankbar gegen Tante Emma vor, wenn I roar er ganz entrüstet.
ihr gerade zu Weihnachten roegfiefeft. Sie ist so I „Du bist mir eine saubere Schwester!' rief er. „So Elterlich gegen Dich, so mußt Du auch töchterlich fein I einen prachtvollen Buben wie den Frltzel gibts nirgends
ihrem Familienkreise gerade an diesem Tage ange» I auf der Welt, bas ist ein herziger Kerl, der muß alles
hören, Du machst ihr sicherlich große Freude bannt. Wir I kriegen, was er will."
®^ben zu Hause Deiner in dem frohen Bewußtsein ge- I So ward denn tapfer weiter gekauft; Edith und ihr benken, daß Du unter liebevollen Menschen bist und trotz- I Gatte, Tante Amalie, ja auch bie Dienstleute wurden be< 6em unser nicht vergißt." I dacht. Mimi ihreffeits aber schaffte auch ganz heimlich
3ei;t erst gab sich Mimi der vollen Weihnachtsfreude I in ihrem Stübchen; von dem Taschengelde, das ihr ber W bie Tante hatte sie gefragt, was ihr bas liebste Ge- I Later schickte, hatte sie allerlei Material zu niedlichen schenk sei und da hatte sie nach einigem Zögern gestanden, I Handarbeiten gekauft, bie sie in ihren freien Stunden Mi sie gern auf alles verzichten, aber nur die Sieben I verfertigte. Für Gustavs Schreibtisch stickte sie einen "»heim mit einigen Kleinigkeiten überraschen möchte. Die Aufstellkalender, für bie Tante ein paar höchst überflüssige Großmut der Tante übertraf natürlich immer Minis de» I Deckchen m äußerst mühsamer Arbeit; aber mit besonderer fo«bene Wünsche; bie Tante fiagte nicht erst lang, son- Innigkeit arbeitete sie an einem Stück, bas man sonst Mn kaufte, wenn bie Augen des Mädchens begehrlich I nicht als Weihnachtsgeschenk gibt, von dem sie aber doch
ehre* hingen; Mimi hatte schließlich alle Mühe, die i wußte, daß es die Tante freuen werde.
Ankäufe abzmvHren. ! Gleich zu Anfang ihres Hierseins hatte sie bemerkt.
Am reichsten war Ffitz bedacht, aber der machte es mit welch rührender Pietät die Tante all:s behandelte, *uch ben Spendern nicht schwer, sondern äußerte genügend j was an ihren verstorbenen Gasten erinnerte; Ma Dienst-
Kurland.
** Der Slaich der französische» Valuta, die stark in die Tiefe gleitet, hat den Gedanken einer Verpfändung des Tabaks- und Zündholzmonopols an amerikanische Geldgeber zur Erlangung einer großen Anleihe aufkommen laffen. Ob daraus etwas wird, ist noch zweifelhaft, aber daß überhaupt solche Projekte an der Seine laut werden können, das ist schon sehr bezeichnend für die Finanzlage Frankreichs. Aus dieser Eeldmisere erklären sich auch die Gelüste, die Hand auf dem deuffchen Rheinland zu behallen. Der Cle- menceau-Frieden wird für Frankreich ein Verhängnis. Deutschland sollte er die Kehle zuschnüren und ihm nur so viel Lust lasten, daß es eben am Leben blieb, um für die „Sieger" zu arbeiten. Nun droht
SÄÄS« I Aus Oberhessen und den Hess. Remtern,
samtschuld Frankreichs betrug am 31. Dezember 1919 I
rund 238,5 Milliarden Franken. Der jährliche Zin- I △ Anzefahr (Kr. Kirchhain). Am vergangenen sendienst dafür stellt die Summe von 9 Milliarden Sonmag, ben 15. Februar, veranstaltete dte Zen. 385 Millionen dar, davon 2 Milliarden 970 Millio- I trumspartci dahier eine gut verlaufene Versammlung, neu allein für die ausländischen Geldgeber. Der Tri- die anstelle des erkrankten Pfarrers vom Herrn but, den Frankreich an das Ausland zu entrichten hat, I Ah^r Lotz mit einem herzlichen Willkommen an verschlimmert sich aber noch durch das Sinken des I du Erschienenen emgelertet wurde, lieber bte Be- Frankenkurses. „Unser Franken, so klagt der „Ma- ratungen des Retch sparte, tages und über bte rast- tm", gilt in Newyork, London, Genf und Madrid ^se Arbett deS Zentrums tn den Parlamenten h.elt kaum noch 40 v. H. seines Nennwertes. Der jährliche Partei ekretar Muller-Marburg emen mtt Verfall Zinfendtenst für unsere auswärtige Schuld stellt also aufgenommenen Vortraa, ber auch Aufklärung über in Wirklichkeit nicht 2,9 MilliarLn, sondern die be- M^una
drückende Iahresausgabe von 6 Milliarden Franken
nach dem jetzigen Kursstände dar/ Hasten die Re- 'a
gierenden in Frankreich auch mir einige Voraussicht I Verkueiuina der ZentrurnSvreffe gesprochen, konnten die Frtedensoerhandlungen verlaufen! Aber Vorsitzenden beendet. - In Sindersfeld hatten sich Clemenceau mag alle staatsmamuschen Eigenschaften am ^benb bie Zentrumswähler unter dem Vorsitz werden darf und private Mulen beiboten find I das Defftandn.s für wtrffchastspoltttfche Zusam- des Herrn Bürgermeisters Riehl versammelt. Auch D e Dan,wer -kultu?kämvsertälenout zu überlea?n m*fle l t -lt)m ™ e-gen gewesen Und es haste eort wußte Parteisekretär Müller die Verdienste
ob^sie mcht^befier^im^^nieresse^der^Lrhaltunq Les nicht einmal eines besonders hohen Maßes davon be- der Zentrumspartei um bie verschiedenen Stände
DeutfckMms in Da^zä ch durst, um die finanzielle und w,rffchafttiche Interes- mit Beispielen aus der erfolgreichen varlamentarifchen
b'en Mea^^inaen^ das Reick^und ^baS Be- sensiemeinschast zwischen Frankreich und Deuffchland zu Arbeit der letzten Monate ins rechte Licht zu rücken
stimLsrSL LngeltknZße^Ma! redet SÄtt »nb dieWähker für die Ideale unserer Kulturpartei
auAtelbafür ^^k"di^Se^ünaememschaf/°mcht"1n Leihen. Geht Deuffchland zu Grunde, muß auch I Q^inburg. In bet Stadtverordneiensitzung cm S' CmfrSltth9femt„uA 1L übria n Frankreich mit. m den Abgrund, Wann wird man I Dienstag wurde nach stundenlanger Aussprache bezüg.
• n Än das in Frankreich endlich einsehen? Sch der Frage der Lahnregulierung ein Kit-
lockern mußte. Die mtho.ischen Eltern, I nafc{an>> Die Sowiettruvoen find in Nord- I stimmender Beschluß gefaßt. Die Gescnnüosten sollen! ebenso die gläubig protestantischen des Danziger __ sru; X I 2 200 000 Mck. betragen wozu das Reich einen lieber.
Freist am es, fordern natürl'ch für sich und ihreKin- I ruß land un starken Vordringen. Set ber Er I tguerungS-uschuß von 1 777 000 Mk beiträgt. Für die bet dieselben Rechte, wie bie Sozialdemokraten und oberung von Odessa in toubruBlanb eroeuteten bte Stadt verbleiben 469 000 Mk. wovon ein Teil wieder
Demokraten sie beanipruchen. Das Danziger Volks- Bolschewiken über hundert Geschütze, mehrere Panzer- durch die Staliegerbeiträge, es werden etwa 130 000
blatt früher Westdeutsches Volksblatt, macht mit I Züge, 46 Panzerautos und zahlreiches sonstiges Ma- I Quadratmeter Gelände hochwafferfrei unb steigen ganz oller Entschiedenheit den Grundsatz geltend: Gleiches terial. Außerdem nahmen sie vier Generäle, 200 Of- bedeutend Werte, gedeckt werden soll. -7-Um den e^
Recht für alle! und sagt zutreffend, daß nut bann, fixere und 20 000 Mann gefangen. — Die Sowjet- foTl
wenn Freiheit und Recht für alle in gleicher Weise regieruttg wandelte die zweite und siebente Armee m J-t^uerqu’arta I e nachzuecheüen Ein vw sozial-
besteht, bie Bürger eines Staates sich in ihm wohl I eine Arbeitsarmee um. demokratischer Seite gestellter Antrag die Einkommen
fühlen. I * Die enalische BuSfutzr nach Deutschland tm be-a pis 2100 M frei zu laffen und die bis zu 3900 Mk.
* Der Dolchstoß von hinten. In der Versammlung I aangenen Jahre betrug H150000, bte deutsche Ausfuhr I nur mit einem Quartal heranzuziehen, wurde mit allen
des Bundes ber Landwirte sind starke Worte I na$ England 1000000 Pfund Sterling. I Stimmen gegen die dieser Fraktion abgelehnt.
gebraucht worden Wer bie zersetzende Agitation ber I - .. ,■ I ,
Die Rede des Zentrumsabg. Gottwald in der Äreufj. Landesversammlung bei der Fortsetzung der Beratung über die Elternbeiräte am Donnerstag behandelte den Gegenstand in all feinen Einzelheiten. Sie prach sich für Schulbeiräte anstelle der Elternbn- räte aus, um die Arbeitsgemeinschaft aller an der Ersetzung Beteiligten herbeizuführen, die nicht den Keim pi Streitigkeiten mancherlei Art in sich trage. Im Übrigen war die Rede beachtenswert, weil sie mit dem ^itatorischen Verhalten der Deutschnationalen in der Frage der Ellernbeiräte und überhaupt in den Schulfragen scharf abrechnete. Es war durchaus notwendig,
daß gegenüber der unschuldvollen Haltung der Deutsch- I DtlltfÄCS ttßid).
nationalen einmal in aller Oeffentlichkeit festaestellt 1
würbe, daß sie an der Gefährdung der konfeffionel- . <*) -»«lknlturkamtzs in Danzi,. Aus ber fast len Schule die Schuld trage. Wir tragen aus den ,etn deutschen Stabt Danzig mit Umgebung (300 000 Ausführungen folgendes nach: I Deutsche und 22000 Polen) hat bie Entente einen
Meine politischen Freunde sind schon im <Wi für I Danffg" gemacht, bet aber in bie pol-
Schulbeiräte an Stelle von ElternbeirÄen ein. I niiche Zollgrenze einbe;ogcn ist und dessen auswär- «treten; sie bezweckten formt eine Arbeitsgemeinschaft I tige Angelegenheiten von Polen gewahrt werben. Mer an der Erziehung Beieiligten; und in dieser eine I Man ist jetzt in Danzig daran, eine Verfassung «rbe-t zur Hebung der Schule und der Erziehung. Die ' " ---
Hternbctratc .onnen sehr leicht zu Streitigtnten zwr. chen Sc^le und Lehverschaft führen. Wir Laben aber poch nach den Darlegungen des Minisverialdirertors fas erreicht, was imr mit unserem Anträge bezwecken: bu Regierung hat bte Verordnung als einen Ber. ‘u bezeichnet, und sie hat ihre Prüfung und Aende. wng in Aussicht gestellt. Wir werden dabei unsere sielen und großen Bedenken Vorträgen, und wir Hof. |en>r..?6«?ne^. Reckmung getragen werden wird. - . (beutschnat.) hat ausgeführt, durch
i«e Verfassung sei die S i m ulta n s ch u l e Regel md Nonnalichule geworden. Das kann weder aus dem Lortlaut der Verfassung noch aus ihrem Zustandekom. «en hergelertet werden. (Sehr richtig! im Zentrum.) vkme Freunde würden nie darein gewilligt haben, den hr.rstlrchen Geist in der Volksschule wie ?. der kstholi,chen und in der edangelischen DHule jnne Statte gefunden hat, in eine Ausnahmestellung »rangen 311 lassen Tie katholische und die evangelische schPe find ern Glied der nationalen Einheitsschule, ffreilich ist durch das endgültige Schulkompromitz eine 26f<^10 0(5ung eingetreten, und zwar durch die Schuld der Deutschnat tonalen (Sehr richtig! tm Zentrum.), die unter Führung von Herrn Traub gegen das Schulkompromiß standen. Bet der ^Abneigung der Sozialdemokraten und bei der Gegnerschaft der Demokraten mußten meine sireunde schweren Herzens in diese Wschwächung willigen, weil eben durch die StellunMahme der Deutsch, nationalen auf eine Mehrheit in der dritten Lesung zu rechnen war. Das mag den Deutschnationalen heute^ unangenehm sein, aber an der Gefährdung der tonten icnellen Schule tragen s i e die Schuld. (Leb.
Hafter Beifall und Zustimmung im Zentrum.)
Aehnlich verhält es sich mit der jetzt zur Debatte stehenden Frage. Als wir sie im Unterrichtsausschuß zum ersten Male anschnitten. lehnten sie die Deut sch nationalen ohne weiteres ab; 6si der zweiten Beratung stellten sie ihre Zustimmung zu einer Entschließung in Aussicht. Hier in der Vollversammlung haben sie dann freilich für den Antrag «stimmt, aber damals war es zu spät Aehn. L „ ,
lich verhält es sich mit den Beratimgen des ErziehnngZ. I Unabhängigen während des Krieges. Herr Olden, beirates, der vom Unterrichtsminister einberufen wurde. I bur g-Januschau hat darüber besonders lebhaft geklagt Auch hier haben nur die katholischen Lehrer gegen die I und die Wendung von dem „erdolchten Heere" ge» Verordnung Einspruch erhoben und haben ihren Ein»- I braucht. Jjm Anschluß an diese Worte teilt jetzt der flssuch auch schriftlich niedergelegt; alle anderen Lehrer I „Vorwärts" einen Brief des Herrn Oldenburg vom stimmten zu. Es ist doch nun ein eigentümlicher Vor- I 20. April 1915 an den damaligen Minister des In. gang, wenn man die Gelegenheit, etwas zu verhindern, I »ern d. Loebell mit. Darin erklärt Herr v. Ol- nicht benutzt, ja, wenn man hinterher lebhaft klagt, I denburg, er lasse wegen der „täglich wachsenden Der. daß sick> Mißstände heransgebildet haben. (Sehr rich- I ordnungen" 500 .Morgen seines Gutes uw- tig! und Zustimmung im Zentrum.) I bestellt, und viele machten es ebenso. —
Und noch in einem dritten Falle war die Haltung I Der schlimmste Feind im Stücken des kämpfenden Heeres der Deutschnationalen außerordentlich schwankend Wir I war bekanntlich der Hunger. Leute, die zur Bekam, haben die konfessionelle Gestaltung des | vsung dieser Gefahr so schwere Unsterlasfirngssünden Lehrerbildungswesens bedrtrayt Im Unterausschuß erklärte ein Vertreter der Deutschnationa. len manche von den Anftägen hätten wohl kaum auf eine Mehrheit zu rechnen, und dazu gehöre auch der Zentrumsantrag auf konfessionelle Lehrerbildung. Das totrt die einzige Bemerkung zu dieser Frage. (Hört! hört!) Wir haben lebhaft bedauert, daß bie Deutsch- nationalen in diesen Fragen uns so wenig unterstützt haben und vielleicht bedauern sie es gegenwärtig selbst. !(Sehr gut im Ztr.)
Die Lehrerschaft gerät durch die Gestaltung der Mnge in eine überaus schwierige Loge. So ist zu ihrem größten Teile die katholische Lehrerschaft wohl , . „ , , . .. -------
geschlossen, gegen die Verfügung (betr. Eltern- I Infanteristen rnff 2506,35 Mk., bei einem Reiter beträtei. Wir sind jedenfalls entschlossen in dieser | kommen^die^Reitstiefe!^ mit 240 Mk., die Packeasche mit Frage für die Wstnsche und Forderungen der Lehrer. ""
schäft mit aller Gntsckiedenheit einzutreten (Beifall