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Nr. 28

Mittwoch, 4. Februar |920

47. Zahrg

Üe&et»

Ter Ta»; am Abgrund.

330 Kurie mit 12000 Schülern. Mit der Propaganda und Organisation auf dem Lande ist eine besondere Stelle seitens des Generalkommissariats beauftragt.

* Amerika «nd der Friedensvertrag. Die srepu- blikanrschen Führer im amerikanischen Senat be» schlossen, sich mit den Demokraten dahin zu verstän­digen, den Friedensvertrag in der kommenden Woche neuerdings in öffentlicher Sitzung des Senats zu diskutieren.

wiesen, desgleichen das Gesetz über die Umlegung von Grundstücken, wonach vermengt liegende oder unwirtschaftlich gestaltete Grundstücke verschiedener Eigentümer einer Feldmark zur befferen Bewirtschaftung umgelegt werden tonnen, wenn dafür eine erheblich«' Besserung der Landeskultur erreicht wird.

Zum Gesetzentwurf betr. den SiedlungSvnr» band Ruhrko hlenbezirk wünscht Aba. Dr. Zoria» (Dem.), daß in erster Lime Deutsche angesieüelt werte» uno nicht Polen.

Nachdem sich die Redner der Mehrheitsparteie» und der Rechten dem Gesetzentwurf zugestimmt haben, geht der Entwurf an einen Ausschuß.

Mittwoch: Interpellationen.

nach näherer Dereiubarung mit den Gewerkschaften befondere Verwendung zur Erhöhung derKinder- zulagen für eiuen bestimmten Zeitraum finden soll.

fietae Rückkehr der Habsburger »ach ttngorn.

Die Pariser Dotschafterkonferenz nahm eine Re» fohifion an, worin sie sich auf diePrinzipien", für die die Entente gekämpft habe, beruft und sagt, es sei zwar nicht di« Absicht der Entente, in die inneren An» gelegenheiten Ungarns sich einzumischen, sie könne aber nichtzugeben, daß die Wiedereinsetzung des Hau­ses Habsburg eine Angelegenheit fei, die allein Ungarn angehe, ein Habsburger werde weder anerkannt noch geduldet werden.

Wenn dir monarchische Mehrheit der ungarischen Nationalversammlung also den Thron wieder besetzen will, muß sie sich nach einem anderen Kandidaten um­sehen. Für einen Prinzen aus dem englischen Königshause wird sie bei der Entente wohl nicht auf hinderlichePrinziien" stoßen.

Aber über Ungarn hinaus ist die obige Kund- gebung noch von weitergehender Bedeutung. Wenn deutsche Monarchisten geglaubt hatten, daß die (En­tente die Rückkehr eines Hohenzollern an die Spitze des Deutschen Reichs dulden werden, so wer» dm sie jetzt ihrm Irrtum einsehen.

Gegen dke wttde Einfuhr.

Wie denBerl. Pol. Nachr." von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, hat der vorläufige Wirtfchafts- rat beim NeichswirtschaftSminifterium einer SB et»

Tarifabschlutz im Ruhr ebirt.

Unter Mitwirkung dcS nach Essen entsandten Kam. missarS der ReichSregierung und dcS RcichStommissaiS Seperma find die Tarrfverhandlungen im rheinisch. wesiMischen Bergbau zum Abschluß gebracht worden. Dm Bergleute erhalten eine wesentliche Erhöhung der Löhne, Kinder zulagen und längeren Urlaub. Bei Abschluß der Verhandlung hat sich der Zechender- band bereit erklärt, freiwillig eme Summe von rund 12 Millionen Mark zur Beringung zu stellen, die

Die Heimgekehrten.

Die ReichSzentralstelle für KciegS» und Zivil- gefangene teilt mit, daß bis zum 81. Januar rund 65 000 Man», darunter über 1000 Offiziere, aus französischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrt sind.

ordnung zugestimmr, die bezweck:, mit den schärfsten Mitteln die unerlaubte Einfuhr zu verhindern. Nach dieser Verordnung werden Waren, die ohne Einfuhr­bewilligung widerrechtlich eingeführt werden, zu Gunsten deS Reiches ohne Entschädigung beschlag­nahmt. Wer Waren ohne vorschriftsmäßig erteil te Einfuhrbewilligung einführt, wird mit Gefängnis bestraft, wozu unter Umständen noch außerordentlich hohe Geldstrafen treten. Zur Durchführung dieser Bestimmungen wird eine besondere Organisation unter einemReichsbeauftragten für die " ' wachung der Ein - und Ausfuhr? geschaffen.

Mn Rückblick auf die Tparprärnien- anleihe.

Heber das Ergebnis der Zeichnungen in den ver­schiedenen ReichReilen werden jetzt nähere Mittel- tirngen veröffentlicht, und zwar unter Vergleich mit den Zeichnungen auf die letzte Kriegsanleihe.

Dabei ergibt sich die beachtenswerte Tatsache, daß Bayern die erste Stelle einnimmt in den veidält» »iSmäßigen Leistungen für die Sparprämienanleihe.

Im ganzen waren auf die letzte Kriegsanleihe etwas über 10 Milliarden gezeichnet worden. Für die erste Friedensanleihe waren fünf Milliarden auS» j geschrieben, also die Hälfte. Um diese Summe auf- i zubringen, hätten wir durchschnittlich mindestens 50 Prozent der vorjährigen Summe zeichnen müssen. In- I »wischen war in den besetzten und abgetretenen Gebie- s ten die Zeichnung teilweise unmöglich gemacht, zum an- deren Teile gelähmt. Um diese Scharte auszuwetzen, hotte das übrige Reich mehr als die Hälfte der vorig- lähriyen Gelder zeichnen müssen, wenigstens 60 Proz.

Diele Leistung ist erreicht worden im rechtsrheini- w)en Bayern. Das rechtsrheinische Bayern hat 75 Prozent von seiner letzten Kriegsanleihe-Zeichnung auf» . erbracht. Offenbar ein Zeichen, daß unter den Bayern,! sowohl das nationale Pflichtgefühl als auch das D e r- i r a u e n auf die Zukunft des Reiches sich trotz aller j ungünstigen Zeitläufe vorzüglich gehalten hat.

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Weit bleiben dahinter Rheinland und West­falen zurück. Früher 2)4 Milliarden, jetzt nur 300 Millionen, also 13 bis 14 Prozent.

Run waren freilich große Telle dieser Provinzen be­setzt: gerade während der letzten Zeichnung schwäte die Gefahr welleren Bormarsches der feindlichen Truppen: die dortige Industrie war durch den lieber gang von der Kriegs- zur Friedenswirtschaft, sowie durch Streiks und Putsche bedrückt. Trotz alledem bleibt der Rück-

Verantwortlich für den redattionellen Teil: Karl Schütte, :: für dle Anzeigen: I. Parzeller-Fulda. -

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gang doch auffallend stark.

Bei Einzelziffern trift er noch deutlicher hervor. Im unbesetzten Düsseldorf sind z. D. nur 9 Proz. der früheren Zeichnung aufgekommen. In E s s e n, das ebenfalls nicht besetzt ist, sogar nur 6 Prozent. Das mit Abschnürung bedrohte Königsberg hat dagegen immer noch 17 Prozent aufgebracht; die Hcmfastädte, die doch auch unter Raub und Druck gelitten, sogar 40 Prozent. Zum Vergleich geeignet ist besonders Frankfurt a. M., das 50 Prozent aufgebracht hat, also mehr als dreimal so viel Beharrlichkeit bewies. Für eine Gegenüberstellung aus dem Reichsbankbezirk Fulda, her für unsere Leser sicher von Interesse ge­wesen wäre, konnten wir die einander entsprech«lden Bergleichsunterlagen leider nicht beschaffen.

Angesichts der vorliegenden Ziffern ist es begreif- sich, daß der Minister in der Nationalversammlung sagte, bei der ersten Friedensanleihe habe die Sch w e r- industrieversagt. Auf die mildernden Umstande haben wir oben schon hingemesen, doch bleibt immer der Verdacht, bestehen, daß auch parteiolitische Stimmungen und Tendenzen bei der Zurückhaltung im Industriegebiet mitgewirkt haben.

Deutscher Reich.

c Um die Elternbeiräte. Das Zentrum hat in da Preußischen Laniesversammlung folgende Anfrage ein gebracht: Der Mmstcricrlerlatz über die Bildung von Elternbeiräten soll dazu dienen, die GemernschastS. arbeit zwischen Schule und Elternhaus zu fördern. Ob aber dieser allgemein begrüßte Zweck durch den Erlaß in seiner jetzigen Gestalt erreicht wird, erscheint sehr zweifelhaft. Er gibt nicht nur zu mancherlei Bedenken Anlaß, sondern enthält auch viele Unklarheiten. Im einzelnen wünschen wir Antwort auf folgende Fragen: 1. Weshalb hat sich das Ministerium für die Form der Elternbeiräte entschied ett, statt die von bedeutenden Verbänden der Schulinteressenten u. a. von der organi­sierten Lehrerschaft gewünschten Schnlbciräte einzufütz- ren die auch den Schein einer Aufsichtsstelle vermei­den. 2. Wie denkt man sich ein ersprießliches Zusam­menarbeiten zwischen den Schulkommissionen und den Elternbeiräten, da beide Selbstverwaltungsorgane ein», zelnen Schulen zur Seite treten und fast wesensgleiche Aufgaben haben? 3. Tie Wahlordnüng für die Eltern, beträte erscheint lückenhaft und gibt Anlaß zu bielfat chen Rückfragen: a) Haben Pflegeeltern, die allein und vollständig für das Kind sorgen. Stimmrecht? b): Wie soll das Stimmrecht außerhalb des Schulorts wohh nender Eltern gewahrt werden? Können sie ihr Stimm­recht aus Bevollmächtigte übertragen? c) Wie will man den außerhalb des Schulorts wohnenden Eltern eine Vertretung int Elternbeirate sichern? d) ist der Schul­leiter in den Wahlvorstand wählbar, e) Erscheint e9 nicht zweckmäßig, den Wahltermin zu den Elterbeirä- ten in den Beginn des neuen Schuljahres zu legen?

* Das B.finden des Reichsfinanzministers Erz­berger bessert sich von Tag zu Tag. Der Wundver­lauf tst normal, erhöhte Temperatur ist nicht mehr vorhanden, die Kräfte nehmen täglich zu.

* Erzberger gtgen Major Düstrrberg. Major Düster­berg hat in einem Artikel rn derHalleschen Zeitung-' behauptet, ein von ihm an den Kriegsminister persön­lich gerichteter Bericht sei in dem Büro Erzberger Berlin geöffnet und dort eine Abschrift für Minister Erzberger hergestellt worden. Reichsfinanzminister Erzberger hat deswegen gegen Major Düsterberg Straf­antrag wegen Beleidigung gestellt.

Die Minister im Rheinland Die preußischen Mini­ster Hirsch, Fischbeck, Südekum, Stegerwald und Am Zehnhoff sind am Montag Morgen auf ihrer Rheinland­reife in Köln eingetroffen. In einer Srtzung des Bei­rats deS ReichskommrssarS erklärte Ministerpräsident Hirsch, sie seien in die Rheinprovinz gekommen, um von der Bevölkerung ihre Wünsche und Bedürfnisse zu hören und diese nach Möglichkeit zu erfüllen. Ohne die preußischen Rheinlande gäbe es kein starkes Preußen und ohne solches kein starkes Reich. Im Anschluß hieran wurde von den Versammelten eine Anzahl ein­zelner Gerichtsverfahren zur Sprache gebracht insbe­sondere ein Fall, in welchem ein Eingriff in die Justiz­hoheit erfolgt sei. Am DienSlag wurden dir Minister im Rathause von derStadtverwaltung empfangen. Ministerpräsident Hirsch nahm auch hier das Wort und sagte ü. a.: Wir geben Ihnen das Gelöbnis, daß unsere Versuche zur Milderung der dem Rheinland auferlegten Verwaltungsmahnahmen nicht erlahmen , werden, bis die Verhältnisse sich erträglich gestaltet haben.

** Die Aufhebung der Zwangswirtschaft für Kar­toffeln soll nach Zeitungsmeldungen für den Herbst 1920 beschlossen sein. Wie wir hören, liegt dieser Meldung nichts zugrunde, als daß heute in einem Un» terausfchuß der Nationalversammlung über die. Zwangswirtschaft für Kartoffeln verhandelt werden soll. Ob es im neuen Jahre zur Aufhebung der Star» toffelzwangswirtschaft kommen wird, ist sehr fraglich. In der Reichsregierung herrschen darüber verschiedene Meinungen.

* Die Einigung der bayerischen Bauern. Die ®cm raloersammlung des Christlichen Bauern Vereins hat in München die Einigungsoorschlag» für den Christlichen Bauernverein und den Bayerischen Bauernbund angenommen. Ferner wurden Entschlie­ßungen beantragt, in denen beide Organisationen ihr tiefstes Bedauern darüber aussprechen, daß DatMN als souveräner Staat vollständig verloren gegangen und eine bloße Provinz des Reiches geworden sei. Beide Organisationen sollen ihre Selbständigkeit beide» halten. Die christlichen Bauernvereine erklären noch besonders, daß sie die Vertretung der bayerischen In­teressen in der Bayerischen Volkspartei als gewahrt erachten. Sobald jedoch die Bayerische Dolkspart« ihre neuen Grundlinien verlasse, würden die christ­lichen Bauernvereine ihr Verhältnis zur Bayerischen Volkspartei lösen. Es war vorauszusehen, daß Dr. Heim auf einer Tagung der von ihm geschaffenen Organisation einen leichten Triumph erringen würde. Es muß jedoch abgewartet werden, wie "der andere Beteiligte der Eimgungsbestredungen, nämlich der Bayerifihe Bauernbund, sich zu dem Plan stellen wird. Aus den Reihen des Bayerischen Bauernbundes her­aus wird jeder Gedanke an ein Zusammengehen mit den christlichen Bauernvereinen mit zunehmender Schärfe bekämpft.

* Stuttgart. Auf dem in sieben Versammlungen, von etwa 20000 Personen besuchten Katholikentag Groß-Stuligarts wurde heute u. a. die Schulfrage behandelt. Nachdem Bischof Dr. v. Keppler in sei­ner Rede vor einem Reliawnskrieg gewarnt halte, in dem die Kinder religiös ausgehungert, in un- christlichen Schulen der Kirche entwöhnt und ihre- Glaubens beraubt würden, forderte die Versamm­lung in einet Resolution bte Erhaltung der Be­kenntnis j chulen als Grundpfeiler der christlichen Erziehung. Die Versammlung erblickie in dem von der Reichsverfassung verbürgten Grundsatz, daß der Wille der Erziehungsderechiigien möglichst zu be- rücksichtigen ist, das Anerkenntnis eines unverlier­baren Elternrechts und erklären sich entschloßen, diesem Rechte mit allen Mitteln zitm Siege tu ver­belle m

Das Valuta-Elenv.

Eine internationale Gefahr.

Don dem Valuta-Elend wird nicht nur Deutsch- land betroffen, sondern alle ehemaligen krieg­führenden Staaten Europas leiden unter dem Tiefstände ihres Geldes. Die Entente- staaten als die Sieger zwar etwa? weniger als wir, die Besiegten, aber immerhin doch so "empfindlich, daß auch ihnen daraus Gefahr erwächst.

Es stellt sich eben immer mehr heraus das haben die Fanatiker auf Feindcsseite nicht sehen wollen, daß die einzelnen Glieder deS europäi- scheu Wirtschaftslebens verknüpft sind, daß, wenn ein wichtiges Glied erkrankt, es notwendigerweise über kurz oder lang die anderen ansteckt, wenn nicht recht­zeitig für Heilung gesorgt wird. Das kranke Glied ist Deutschland, es leidet nicht nur an den Folgen deS Krieges, sondern auch an denen der Revolution und deS Friedensvertrages. Rußland ist durch den Bolschewismus schon vernichtet. Frankreich, England «nd Italien stehen in schweren, wirtschaftlichen Kri- feit, sie selbst sind innerlich schwach, gerade deswegen haben sie aber ein wirtschaftlich gesundes Tentschland nötiger als je. Wenn derdeutsche Kredit erst zusammendricht, werden auch die andern Länder Europas unrettbar mit in den Strudel hineingerissen. Der Zusammenbruch Deutschlands wird ein Zusammenbruch Frankreichs «nd ganz Europas sein Die Valutafrage, unter der zuerst scheinbar nur Deutschland litt, beginnt ftch $« einer allgemein europäischen Gefahr auszu- I wachsen.

Die internationale Währungskonferenz.

Dieser Gedanke dringt auch in den leitenden Kreisen der Entente immer mehr durch und man beginnt ernsthaft, darüber nachzustnnen, wie dem abzuhelfen ist. Man ist zu der Einsicht gekommen, daß die Valutafrage einzig und allein internatio­nal geregelt werde» kann. Besonders auf englischer Seite kommt man zu dem Bewußtsein, daß Deutsch­land dabei nicht ausgeschlossen werden kann.

Von Frankreich aus (Frankreichs Währung ist Oie schlechteste der Ententemächte, der Frank gilt nur I noch ein Fünftel seines Friedenswertes) ging nun I vor kurzem die Anregung zu einer internationalen I Valurakonserenz aus. England hat noch nicht I offiziell dazu Stellung genommen, wird aber an ihr I teilnehmen. Die deutsche Valutakommiffion hat I schon früher eine solche Konferenz für unbedingt I notwendig erklärt. Es ist wahrscheinlich, daß I Deutschland binzugezogen wird. Die Ver« I einigten Staaten haben dazu mitgeteilt, daß sie gern I an der Konferenz teilnehmen wollen, aber nur in» I offiziell; und daß sie es ablshnen, sich aktiv an der I Bekämpfung der europäischen Finanznot zu beteilt« I gen. Aber gerade auf Amerika kommt eS an, I nach Amerika richten sich die Blicke aller. Amerika I will aber alles der Privatunternehmung überlassen. I

Die Konferenz wird also sehr harte Nüsse zu I knacken haben.

Die Haltung Amerika- ist auffällig. Wie die private Finanzwelt Amerikas I insbesondere die amerikanischen Bankhäuser, sich zu I dieser Kreditfrage für Europa verhalten, ist noch nicht I zu erkennen. Man muß sich daran erinnern, daß I die geschäftlichen Interessen zwischen den amerika» I Nischen und englischen Bankhäusern enge mstcinander I verfilzt find. Interessen stehen vorläufig bei diesen I drivaten amerikanischen Finanttwlitikern nicht eben I hoch im Kurse. Doch sind die Finanzwege Amerikas I nicht erst seit gestern dunkel, verworren und ver- I fchlungen gewesen. ES ist durchaus nicht unwahr- I scheinlich, daß die amerikanische Finanzwelt über I den Weg Englands zu ihrem europäischen Geschäft I tu kommen sucht. Das beweist auch die, inzwischen I von interessierter englischer Seite abgeleugnete, I aber darum doch nicht unbegründete Mitteilung, daß I ein größerer amerikanischer Kredit, der sich auf viele I Milliarden beläuft, nach England gewährt worden I ift, unter der Bedingung, daß für die Summe« I Rohstoffe beschafft «nd auf notleidende Länder, auch I QSf diejenigen der Mittelmächte verteilt werden. I * r *

Das internationale Finanzproblem ist spruchreif. I An einem finanziellen Zusammenbruch der Mittel- I möchte können die Cntenteländer ebensowenig ein I Interesse haben, wie Deutschland wünschen kann, I daß der Dalutastand der ausländischen Volkswirt- I fchasten immer weiter gedrückt wird. Uebtt alle I politischen Streitpunkte hinweg werden die wirt- I schaftlichen Gemeinschaftsfragen, die nichts anderes I als Schicksalsfragen für das Leben der Nationen I sind, uns zu einem gütlichen Zusamwenarbeiten führen müssen.

Prozeß Erzberger-Helfferich.

Bei der gestrigen Verhandlung des Prozesses Erz. berger-Helsferich wurden die Zuckerzuwendungen an die P n i g o d i n ge sell s ch a s<t, die ein Keuch. Hustenmittel herstellt, behandelt Helfferich behauptet, daß Erzberger für'dieses Werk von ter ReichSzucker- .stelle eine größere Menge Zucker verlangt habe, ohne zu erkennen zu geben, daß er an dem Werk finanziell beteiligt war. Der Verteidiger ErzbergerS, Geheim- rat von (Serben, gab eine Erklärung ab, daß Erzberger an ten Serumwerten nicht mit einem Pfennig beteiligt fei ErzbergerS Beteiligung habe früher ganze 1000 Mark betragen. Der SMreftor der sächsischen Serum, werte, die das Mittel herstellen, bestätigte als Zeuge, baß die Werte mit ober ohne Mitwirkung ErzbergerS niemals mehr Zucker erhalten hätten, als bas ihnen zustehenbe Kontingent. Erzberger fei für bie Serum- werte in keiner Weise geschäftlich tätig gewesen. Die Verhandlung ist eigentlich nur eingeschoben, damit der Prozeß weiterlaufen kann. Die Prozcßpcmse darf be. kanntlich nach der Strafprozeßorbnung bie Dauer von vier Tagen nicht überschreiten. Der Nebenkläger Erz­berger selbst wirb voraussichtlich am nächsten Montag toicber anwesend fein.

Preußische Landesversammlung.

Am DienStaq würben zunächst einige kleine Anfra­gen erledigt und dann ein-deutsch-nationaler Antrag, den UederfchwemmungS^ebieten bet Elbe und Weser in weitestem Maße Hilfe zu gewähren, dem StaatshauS- hattsausschuß überwiesen.

ES solar die Beratung bet Anträge Frau Heßberger '3tr., Adolf Soffmcmn (Unabh ), Graef-Frantfurt (©.). übet die Schaffung eines neuzeitlichen Anbei tsrechts für Hausangestellte.

Nach kurzer Beratung wird der AuSschutzantiag angenommen, worin vertan t wird, daß olSbald inner- halb der gesetzlichen Regelung deS ÄrbeitsrechtS eine entsprechende Regelung des HauSangestelltenrechtS er­folgt und zwar unter Berücksichtigung der Wünsche bet HauVan estellien und bet Bedürfnisse eines gesunden Wirtschaft - und Familienlebens.

Ein Gesetzentwurf übet rlvä iderung deS Gesetzes über den v o cu di evstah l, Der mildere Strafen fest, fefet toitD nach iwcmt iLusivrache einem AuSschuü über

Dieft. V." schreibt:

Monate von schwerer Sorge stehen uns bevor von neuem drohen die Wogen des Unheils über dem Haupt« unseres Volkes zusammenzuschlagen. In ernsten Wor­ten haben sich bie berufensten Vertreter an die Volks- mossen gewanbt, um auch den Sorglosesten bie kritisch zugespitzte Lage von neuem vor bie Augen zu führen. Der Mark kurz hat in den letzten Tagen in einer Weise nachgegeben, bie deutlicher als alles zeigt baß . " ,/ . . bie Einschätzung des Auslandes bezüglich unserer Wi-

uienn dem so ist, so kann man es nur bedauern. I berstandskrast gegen bie zerstörenden Elemente unserer Auch im wohlverstandenen Interesse der Industrie selbst- Volkswirtschaft, beinahe auf dem Nullpunkt angelegt ist. Denn für deren Gedeihen ist es doch schließlich notwen- I Wir sagen das nicht, um zu entmutigen, wir stellen diese big, daß wir eine feste Regierung zur Erhaltung der | offenbaren Zeichen einer nahendem Katastrophe nicht Ordnung haben und bafj Deutschlands Ansehen im g'farrmncn, um Flaumacherei zu betreiben; wir tun es. Auslände gestützt wird. 3n beiden Richtungen würde J?}e?er^thafHi*en

beC Friedensanleihe gewiß nützlich nua'geschiwert werbkn Lt, EImme"w "dkr bke L geroirn Haven. I wissen derer, die noch sittliche »Kräfte in sich tragen,

..... I zu neuer Anstrengung aufzupeitschen, damit nichts un-

I versucht bleibt!

Kerne Zwangsmaßnahmen gegen Holland. Währenddessen gibt Berlin in jedem Monate ntnb m . , I 60 Millionen allein für Tanz aus tauchen zu den 400

Die gestrige Meldung der französischen Havas- I bereits bestehenden Kinos immer.neue auf, gleitet das Agentur, die Entente werde Holland durch Abbruch I Selb, natürlich Papiergeld, immer rascher von Hand zu d°- dch---.-««-» «»b dmch S.

yangung der Blockade zwinge«, den Kaiser auszu- I Liedern und Tänzen, von Festlichkeiten aller Art, wie liefern, bestätigt sich vorläufig Nicht. Heute wird I in tiefem Winter dessen krisenhafte Art von vornherein aus Paris gemeldet: Deutschland amüsiert sich, ober es amü.

Die Pariser Botschafterkonferenz genehmigte am I

Dienstag den Text der Note, die nachmittags dem ! , , . .

Vorsitzenden der deutschen Friedenskonferenz, Frei» Sia deutsches Denkmal von den Franzosen zer 'ort. Herrn von LerS n er, mit der Liste der Personen, | * In der Marine-FähnrichschuIS zu Mürwik bat

deren Auslieferung verlangt wird, überreicht werden | auf Befehl französischer Offiziere ein französisches soll. I Kommando daS dort aufgestellte, vom Kriegsschiff

Die Konferenz beschäftigte sich alsdann mit dem I »Blücher" stammende Gallionsbcld Blüchers mit Entwurf einer neuen Note, bte an die Regierung I Beilen zerschlagen und auf den Düngerhaufen ge­bet Niederlande inbetteff der Auslieferung I worfen.

des Kaisers Wilhelm gesandt werden soll. Diel Gallionsbilder nennt man die Erinnerungszeichen Nachrichten, bie über den Inhalt der Note veröffent» I an unsere alten hölzernen, nach deutschen Feldherren licht worden sind, sollen nach demTemps" und I benannten Kreuzerfregatten aus den 70er und 80er demJournal des DebatS" nicht dem Inhalt der I Jahren des vorige« Jahrhunderts, die in Mürwik Note, entsprechen. ES besteht vorerst nicht die I aufgestellt sind. Es ist bezeichnend, daß die franzö- Adsicht, Zwangsmaßnahmen, die bis zum | fische -Kult r" auch da, wo sie nur eine Gastrolle Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit I gibt, sich sofort in Roheitsakte« ausiobt, gegen die Holland oder bis zur Seeblockade gehen, anzu» I wir wehrlos sind.

wenden. Trotzdem konnte die Botschafterkonferenz |i

Botschafter den ° I * Die Französierung des Elsaß. Seit dem Ein»

aierunaen darüber ^c I zug der französischen Truppen sind m Elsaß-Lothrin»

cvn «_9eir j.. h e,n5r.reJen I gkN bis in die kleinsten Ortschaften hinein französische

olaubt man do b I Sprachunterrichtskurse eingerichtet worden, und zwar

Wchluß Über di- Note Srb S ClR im Oberelsaß von 250 G-mernden 213 mit 9000 eW1UB ubei Mt 9lole besaßt werden wrrd. | Schülern, im Unterelfaß kamen auf 400 Gemeinden

Die AuSNeferungSliste.

Di« Auslieferungsliste wurde gestern in Paris Herrn v. LerSner zugestellt. Ein Funkipruch teilt mit, daß bie Liste von ursprünglich 1200 auf 900 Namen herabgesetzt wurde und daß Frankreich statt 590 nur 334 Namen auf der Liste habe, da­runter auch die deS Kronprinzen, deS Prinzen Eitel Friedrich und die der Generale Hrudenburg, Luden­dorff und v. Kluck. (?)