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Fuldaer Zeitung

Druck der Fuldaer Aetieudrnckerei ftt Fulda.

Jl£ 19.

Samstag, 24. Januar 1920.

Stögen

Mark.

Mitteilungen der städtischen Nahrungsmittelstelle

flfcXt kathol. Kirche im neuen Deutschland.

Durch die Gebietsveränderungen des FriedenSver MfteS toii±' besonders die katholische Kirche in Deutsch.' xand in Mitleidenschaft gezogen. Durch die Abtren. «nmq von Elsaß-Lochringen scheiden zwei Diözesen aus ytii 1 330 000 Katholiken (nur 370 000 Nichtkatholv-

Das besetzte Saargebiet gehört kirchlich zmn «öß^n Teil zum Bistum Trier, ein kleinerer Teil zu Speyer mit zusammen 490 000 Katholiken (und 200 000 Nichtkatholiken). Insgesamt wohnen in den mestlich en Wtrennungs- bezte. Abstimmungsgebieten ^nd 1 800 000 Katholiken (und 570 000 Nichtkatholi je«). Im Osten fallen die Erzdiözesen Gnesen und «osen fast ganz zu Polen. Das abzutretende Gebiet Mlt 1 400 000 Katholiken und 500 000 Nichtkatholi, jen In gleicher Weise scheidet fast das ganze Bistum »ulm aus dem Deutschen Reich aus und damit 800 000 Katholiken (und 700 000 Nichtkatholiken). Im Bistum Srutland sollen ettea 150 000 Katholiken (und 300 000 Nichtkatholiken) Wegfällen bezw. über ihre Staatsange- hörigkett abstimmen. Schließlich findet im Bistum Breslau in Oberschlesien eine Abstimmung statt, in «ineM Gebiiet dvS mindestens 1 700 000 Katholiken ,(nnd nur 170 000 Nichtkatholiken) umfaßt. Das öst­liche Abtnennungs. bezw. Abstimmungsgebiet bewohnen somit rund 4 Millionen Katholiken (und 1,7 Millionen Nichtkatholiken).

Im Westen und' Osten sollen mithin 5 800 000 Ka­tholiken (und' 2 250 000 Nichtatholiken) abgetrennt iverdcn bezw abstimmen. Bor dem Friedensschluß zahlte 'Deutschland etwa 25 500 000 Katholiken und 41 000 000 Nichtkatholiken. Würden alle AbstimmungS. qebiete aus dem Deutschen Reiche ausgeschieden, dann blieben nicht einmal mehr 19 Millionen Katholiken übrig neben 39 Millionen Nichtkatholiken. Die Katho­liken, die bisher 37 Prozent ausmachten, würden damit auf 32,5 Prozent herabgemindert.

Bekanntmachung.

Infolge INederlesaag der Säume auf der Nord, feste des Sünzellerwogss von der Florengaffe bis zum Friedhöfe wird diese Straßenstrecke vom 26. d. Mks bis auf matteres fü den öffentlichen Verkehr gesperrt.

Fulda, den 23. Januar 1920.

Die Pottzeiverwattuug: Dr. Antoni.

Märkte.

—, W«*», 24. Jan. Der Auftrieb zu»tzM-tt*en Schwein emark t betrug 178 Ferkel und 15 Läufer. Trotz fallender Preistendenz war der Handel au* bielmol schleppend. Es wurden für Ferkel 225, 275 und 325 Mark, für Läufer 400, 450 und 500 Mark das Stiick gezahlt.

.....MW besinnt Höchste Woche. Damen und Herren, welche daran teilnehmen wollen, können sich in meiner Wohnung einzeichnen. —- Eriernuns aller fllt-u.Heutänze.

iiflifflffli»HiiiniiH!n!!iniitiHiiKfliiiiiiiiiinnintininiiuiiniiuii;iii]!iiiHinnnimninfltnffimimt!nmE

Georg Oswald,

Tanzlehrer,

Rosengarten 71 (beim neuen Schlachthaus).

(moderne Formen)

M Wie, Ml. 5Ä.

w Westhalle Frankfurt a. M.

ttt MwMWll WßW-MWe.

Unter Leitung und Mitwirkung

der berühmten Christus- und Zudasdarsteller «vebr. Ad. und (0g. Iah nacht aus Bayern. 800 Mtwirkende.

Spieltage:

10m 24. Saminr bis 1. gtiniar 1920 leben NenS 7 llhk. Außerdem: am 25., 28. u. 31. Jan. und 1. Februar, nochm. 2 Uhr und abends 7 Uhr. — Nach Schluß der Nach, miltagsvorstellung Anschluß an Züge nach allen Richtungen..

Vorverkauf der Karten:

Musikalienhandlung Apett, Satharinenpforte 1.

Tel. 3046. sowie Filialen, mtb eine Stunde vor Besinn au der Sestballenkalse. „

GeschSstsslelle d. Passionsspiele: Arankfurk Q.M., Festhalle.

vermischter.

* Sei bet e>«*r«wt v»n Gran«le» in der Gegend von Arras ftitb eine Explosion statt; sieben Personen würben getötet, viele verletzt. Die meisten Verunglückten ßnd französische Soldaten, einige sind deutsche KrienSgefanHene.

* Als dgenrrttge überseeische Nahrungsmittel werben jetzt pulverisierte chinesische Eier an geboten, dns Stück zu etwa 90 Pfennig. Da für heute unglaubliche Preise gezahlt werden, so ist das chinesische Produkt billiger als die einheimischen Eier. ES muß aber damit in dir praktischen Verwendung doch seinen Haken haben, denn die Nachfrage scheint kaum allzu groß zu sein.

Wendung durch Kohlrüben, Hülsenfrüchten oder der­gleichen zu strecken, betmii sie bis zum Schluß der Dersorgungszeit auskommen. Eine Lieferung von Hülsenfrüchten und Kohlrüben kann in Kürze durch die Nahrungsmittelstelle erfolgen; Anträge hieraus und Bestellungen werden schon jetzt entgegengenom­men. Die Preise liegen erst in einigen Tagen vor; ie entsprechen der heutigen Marktlage. Ebenso sind. Hülsenfrüchte in den meisten hiesigen Geschäften zu erhalten.

Ein vorhandener Restbestand in Pferdefleisch- konserven (Pferdefleisch ohne Knochen in 2 Pfund- Dosen zu 5,— Mk. die Dose) wird am Montag vor- mittag vow9 bis 12 Uhr im Schlachthof gegen Vor­lage des Lebensmittelausweises verkauft.

Gotter-lenstordnung.

Katholischer Gott-Sdieust.

Sonntag, 25. Jan. Dom. Vi6, 6, ‘/»Tu. 7 M., i. d. 6 M. Kom. d. christt. Müttervereins, 8 Pfarramt m. Pr., %10 Kathedralamt m. Pr., 11 Ehr., %12 SW. m. Pr., t/i2 Michaelsbruderschaft, 2 Ehr., %3 Vers. d. christl. MüttervereinS, Pr. u. A., 4 Pr. u. A., 7 A. m. Segen u. Pr. i. d. Marien!. (Montag nachm. 5 A.) — Stabtpfarrkirche. 5% Kom., 5% M., 6'/« M. w Kom. d. MüttervereinS, 8 M. u. Pr. (1. Schulgd.), 9'/, Pfarr­amt u. Pr., 11 M. u. Pr. (2. Schulgd.), 9% Chr. o. Jüngl. i. d. Severikirche, IV« Cbr. d. Jungfr., 2 /, Bruderschaft vom HI. Erzengel Michael, 3’4 A. f. d. Mütterverein. — Pfarrkirche zum heiligen (Mimte. %7 Kom., 7 Frühm., 8 Pr., Amt m. Kom., %5 Chr., 5 A. — Severinrche. Sonntags und werktags ’/,7 M. — MichaelSkirche. 2 Bruderschaft v.d.7 SchmerzenMarienS.- Herz>Jes«»Hetm. 6 Frühm., 8 Amt m. Pr., 2 A. (Mittwoch abends 8 A.) — Frauenberg. (Fest der HI. Familie.) 5—7 M., 8 Rosenkranzm. m. Pr., 9 Leviten, amt m. Pr., nachm. 2 Festpr., A u. Werhe an die hl. Familie, 5 Pr. u. A. f. d. Terziaren der Stadt Fulda.

Sv»»«ettscher Gottaodienst.

S o n n t a (t, 25. Januar. Vormittags 9% Sup. Ruhl, 11 KindergottcSdienst, nachmittags 2 Pfarrer Weber. — Sieberstein. Vormittag? 9 Pfarrer Reich.

Unpolitische Zeitkäufe.

N. Berlin, 20. Januar 1920.

Heute sitzen wir gemütlich beisammen in demselben Hause, das vor acht Tagen von den Berliner Bolsche- wisten beinahe erstürmt worden wäre. Im ReichstagS- gebäute das jetzt im tiefsten Frieden daliegt, wird der Parteitag des Zentrums abgehalten.^ Die Zehntausende, die am 13. Januar stürmen wollten, sind spurlos ver. schwnlnden/ Nttr eSwitze Spaziergang«: geniießen in der Umgebung den spärlichen Sonnenschein. Von den 42 Toten imb 105 Verwundeten spricht man kaum noch. Wir sind seit der Umwälzung so an Straßen. krawiKe gewöhnt, daß man den einzelnen ganz schnell vergißt. . *

Ter Putsch am 13. Januar darf aber nicht beflecke geschoben werden. Di« Sache fing verhältnismäßig harniloS an, wurde dann aber bitter ernst. Wenn eie Wächter der Ordnung noch einen Augenblick länger gezögert hätten, so wären die Knochen und das Leben von Hunderten von Abgeordneten und Ministern keinen Pfifferling mehr wert gewesen. Die wild gewordene Menge hätte den Reichstag gestürmt und da drinnen ein Blutbad angerichtet.

Ich muß offen gestehen, daß ich auch zu vertrauens­selig gewesen bin. Ich hatte mir gedacht, der Aufzug der Massen würde eine von den nicht mehr ungewöhn. lichen Demonstrationen bleiben, und dis Regierung würde schon für soviel Schutzttuppcn gesorgt haben, daß cs gar nicht zu einem ernsten Sturmversuch kommen könnte. Ein doppelter Irrtum: Erstens waren zu wenig Sicherheitsmaßnahmen getrofftn, und zweitens wurde die versammelte Menge von den Drahtziehern zielbewußt zum gewaltsamen Vordringen angehetzt. Die Sinterfrcmtmarschälle der Revolution spekulierten offen­bar auf die Schwäche der Ordnungstruppen und wußten auch. daß diesen die äußerste Zurückhaltung aufs schärfste befohlen worden war Die ausgestellten Maschinenge- wedre übten nicht die richtige abschreckende Wirkung, weil Mc Leut« glaubten, sie würden nicht loSgehen.

• Glü<i.herweise f=nb sie doch noch losgegangen, als die Gesechc auf? V-Wie gestiegen und schon mancher Sicheroe'rspolizist entwaffnet und mißhandelt worden htor. *->) sag« „glücklicherweise", trotz allen menschlr. a-u' stlitleids. mit den verhetzten Opfern. Denn das rechtzeitig. Scharfschießen hat Hunderten von umchul- bigei und inentbehrlichen Personen das Leben geret- t# -_nb sogar da? Deutsche Reich selber gerettet. Denn ‘seit teix Deutschland an diesem Nachmittag tn da?

-lend gcrulscht.

Diese« S-He^sal hing wirklich an einem Haar. Em Minister <«ue, d ’ ästnvörer würden uns eine Bart ho. vmävsuaO , flchrtt »chen. toenn ihr Plan gelungen

Amtliche Anzeigen.

Aus Grund des Beschlusses des Kreistages Domlv November 1919 wird hierdurch gemäß § 34 des Reichs- grunderwerbssteuergesetzes vom 12. September 1919 sur den Kreis Fulda nachstehende Vorschrift erlassen:

Der Kreis erhebt gemäß § 34 des Gnmüerwettissteuer. gesetzes vom 12. September 1919 einen Zuschlag von 1 v. Sy und, insoweit die Gemeinden von ihrem Zu- schlagrrecht Gebrauch machen, einen Zuschlag von % o. Sy des gemeinen Wertes des Grundstücks oder des nach 88 12 bis 14 an seine Stelle tretenden Betrages.

Fulda, den 20. November 1919.

Der Kreistag des Kreise» Fulda.

Der Dorsitzennde: Frhr. v. Doernberg.

Vorstehende Steueworschrist, welche dmch Verfügung des Herrn Regierungspräsidenten vom 2. Jan. 1920, A. IV. Nr. 4025/19 auf die Dauer eines Jahres genehmigt worden ist, bringe ich zur Kenntnis der Gemeindeoor- stände mit der Aufforderung, wo di« Forterhebung der Grunderwerbssteuerzuschläge neben dem Kreis in Hohe bis zu zwei Drittel v. H. des in der Dorschrrft ange­gebenen Wertes beabsichtigt ist, das Erforderliche zu ver- anlafsen. Es bedars zm Erhebung von Zuschlägen gemäß § 34 des Grunderwerbssteuergesetzes lediglich eines Be­schlusses der Gemeinde, zu dem die staatliche Geney- miaung einzuholen ist. Die Genehmigung ist nach der in dem Runderlasse vom 20. Okt. d. 3. — M. d. 3. I. e. 1771, Fin. Mn. II. 25922 — ausgesprochenen lieber« tregung sowohl bei Stadtgemeinden wie bei Landgemein, den und Kreisen von den Herren Regi erung spra- sidenten zu erteilen. Eine Genehmigung durch Krers- ober Bezirksausschuß gemäß 8 18 des Kommwial<chgaben- gesetzes und eine Zustimmung gemäß § 77 dieses Gesetzes kommen daneben nicht in Frage. _

Dem preußischen Ausführungsgesetze wrrd rückwirkende Krast bis zum 1. Oktober 1919 beigelegt werden, sodaß .die von Gemeinden oder Gemeindeverbänden beschlossenen Zuschläge rückwirkend olle seit dem 1. Oktober 1919 ein- getretenen g runder werbssteu er pflichtigen Rechtsvorgänge ersoffen können. . _

Ich mache darauf aufmerksam, daß demnach kimfng nur diejenigen Gemeinden noch Grunderwerbssteverzu. schlüge erheben dürfen, welche entsprechend vorstehenden Vorschriften einen ordnungsmäßigen Gemeindebeschluß darüber eingereicht und die staatliche Genehmigung dazu erwirkt haben.

Fulda, den 14. San. 1920.

Der Landest. 3. D.: Köhler.

Das neue Umsatzsteuergesetz ist am 1. Januar 1920 in Kraft getreten. Der von die­sem Tage ab erzielte Umsatz unterliegt dem neuen Ge­setz. Steuerpflichtig sind nach § 1 alle, die eine selbstän­dige gewerbliche ober berufliche Tätigkeit ausüben, ohne Rücksicht darauf, ob die Absicht, Gewinn zu erzielen vorliegt. Es sind also mißer den Gewerbetreibenden auch Aerzte, Zahnärzte, Rechtsanwälte, Musiklehrer, Landmesser und Schriftsteller, also alle freien Berufe, steuerpflichtig.

Nach § 12 des Gesetzes ist offene Abwälzung der ©teuer auf den Preis gesetzlich verboten. Die Steuer betragt 1% Prozent des vereinnahmten Entgeltes. Mer mehr als eine Person in seinem Haushalte unterhält und ein Gesamteinkommen von nickst mehr als 5000 <M. hock, kann auf Antrag in der limsatzsteeur ermäßigt werden. Die in dem früheren Umsatzsteuergesetz ge­währte Steuerfreiheit bei einem Umsatz von unter 3000 Mark ist weggefallen.

Die Lieferung bestimmter Luxusgegen- st ä n b e durch den Hersteller unterliegt einer er­höhten Umsatzsteuer von 15 Prozent. Hierunter fallen die in 32 Abschnitten aufgeführten Gegenstände des § 15 des Gesetzes. Die Steuerbehörde gibt hierüber nähere Auskunft. Die seicher beim Verkauf von Luxuswaren im Kleinhandel erhöhte Steuer fallt bis auf wenige Aus­nahmen weg. Die hauptsächlichen Gegenstände, die der Steuer bei dem Hersteller unterliegen, sind: Waren aus Edelmetallen, Lernstein, Elfenbein, Kunstschmiedearbei­ten, keramische Gegenstände, feinere Glaswaren, gewisse Hornwaren, feinere Lederwaren, feine Schuhe und Handschuhe. Gegenstände aus feinem Holz, KorlMflecht, Jnneneinrichtlmgsgegenftande in Verbindung mit wert­vollen Stoffen, Bilder, vergrößerte Photographien, Grabdenkmäler in feinerer Ausführung, photographische Apparate, Waffen, Musikinstrumente, gereifte Fahrzeuge, Pelzsachen. Riech- und Schönheitsmittel, bessere Spa- zierstöcke, feinere Puppen, gereifte Beleuchtungsgegen- stänbe, Parkettböden, Teppiche, feine Wandbekleidung, Rohrplattenkoffer, feinere Leibwäsche, feinere Korsetts, feinere Bettwäsche, Tischwäsche und Oberbekleidung aus feineren Stoffen, feine Herren- und Damenhüte und Pralines.

Bei der Lieferung in-. Kleinhandel sind nach 5 21 des Gesetzes folgende Gegenstände mit 15 Prozent steuerpflichtig: Gegenstände des Juweliergewerbes, Ori­ginalwerke der Plastik, Malerei, (Sraptjif, Altertümer, Blumengewinde und Kränze hn Preise von über 30 Mark, Reit- und Kutschpferde und lebendes Wild. Außerdem ist nach § 25 eine erhöhte Steuer von 10 Prozent für folgende Leistungen vorgesehen: Anzeige in Zeitungen, Bücher usw., Gewährung von eingerichteten Schlaf- und Wohnröumen in Gasthöfen, Pensionen oder Privathäusern zum voruberx-ehenden Aufenthalt, wenn das Entgelt täglich 5 Mark und mehr beträgt; ferner für die Aufbewahrung von Geld, Wertpapieren, Wert-

Börsentvochenbericht

des Hessischen Banfoerelns, Aktiengesellschaft, 3n«V«feberlaffung Jttfta.

Bei Eirfletzun« früherer Börsenfeiertage zeigte sich bisher ein Abschwächen des Verkehrs, bal sich naturge­mäß auch in den Kursen äußerte. Vor der jetzt ange­ordneten dreitäHchen Börsenpause machte sich das Gegen­teil bemerkbar: ein weiteres Arflchwellen der Hauße. Da» weitere Sinken der Mark — Zürich meldet 8.25, Amsterdam ca. 4.--scheint auch mit zur Effektenan«

läge zu reizen. — Am letztest Börsentage trat eine starke Nachfrage nach Valntateerten ein, vor allem nach mexi­kanischen und türkischen Werten, lieber die Aktien der D. II. 0. ®. erhalten sich Gerüchte vor einem sehr gün- fügen Ueberangebot; infolgedessen konnte der Kurs dieses Papiers von 765% auf 905% anziehen. Von anderen Dalutapapieren waren Canada 1090 gegen 1025 genannt Schantungbahn 605% gegen 596%. Unter den Kolonialteerten erreichten Pomona den Höchstkurs von 8500%, KolmanSkop 610 gegen 600, Otavi Ant. 559 gegen 542, Genuß-Scheine 502 gegen 494 Am deutschen Markt war die Tendenz überwiegend fest. Im Vorder­grund standen wieder Montanteerte und zwar Gelsen- kirchen mit 363% gegen 355%. Harpener mit 365% gegen 364%. Phönix waren mit 325%% gegen 332% und Dt. Luxemburg mit 284% gegen 284%% etwa» schwächer. Die Nachfrage nach Schiffahrtswerten l«8 nach. Mit 150% steht der Kurs der Hapag Akt. nur 1% über dem der,Vorwoche. Günstister notierten dagegen Lloyd mit 170%% gegen 165%%. Begehrt waren verschiedene Kaliaktien, Heldburz Vorzüge stiegen beispielsweise von 163% in bet Vorwoche auf 179%. Von Elektrowerten zogen 31 E. G. von 267% auf 292% erheblich an.

Am Markte deutscher Anleihen notiert die 5% Kriegsanleihe unverändert 77%%. Sämtliche anderen führenden Anleihen waren schwächer. 3% Reichsanleihe 63,50% gegen 64%, 3%% ReichSanl. 58,10 gegen 58,25%, 4% ConsolS 62,75% gegen 64%%, 3%% Consols 53,25 gegen 55%%.

fachen sowie für bte Vermietung von Reittieren. Für bie Besteuerung der Zeitungsanzeigen ist eine sogenannte Rabatt-Skala vorgesehen. Auch wenn Pri-, vatleute gewisse Luxusgegenstönbe verkaufen, unter­liegen sie nach § 23 ber erhöhten Umsatzsteuer.

Jeder Steuerpflichtige ist verpfsichtet, über seinen Umsatz Aufzeichnungen zu madjeu. Die Steuerpflichti­gen, die ber erhöhten Umsatzsteuer unterliegen, ftnb zur Führung eines Lager und Steuerbuches verpflichtet. Die Steuererklärung für die allgemeine Umsatzsteuer wirb jährlich abgegeben, jene für die Luxussteuer vierteljähr­lich. erstmals am 1. April 1920 für die Zeit vom 1. Ja­nuar 1920 bis 31. März 1920. '

Bon den Hebergmigebestimmungen ist sehr wichtig, baß bei Zahlungen, die n a ch dem 1 Januar 1920 f ü r eine bereits vor b i e f e m 7 a g e erfolgte Lieferung fteHfinkn, derLieferer berechtigt ist, bem Kunden den Unterschieb zwischen ber früheren und ber jetzigen Steuer besor. bers in Rechnung zu stellen. Für Gcgenffänbe. die seither ber Luxussteuer unterlagen und am 31. Dezember 1919 noch im Besitz« des betreffenden Kleinhändlers waren, beträgt die Steuer bis zum 31. Dezember 1920 wie bisher nur 10 Prozent, während ber Kleinhändler vom 1. Januar 1920 ab be­reits mit Lurussteuer rerftcuerte Waren erhält.

Heber weitere Fragen erteilt die ftäbt. Steuerabtei­lung Fulda bereitwilligst Auskunft. R.

wäre. Da die Enffcheidmrg gegen 4 Uhr nachmittags fiel, um die Desperzeit, so kann man zum Vergleich auch die „s i z i li a n i s ch e Vesper" heranziehen. Jedenfalls hatte es grausige Gewalttaten gegeben, get- gen die Führer und Anhänger der bürgerlichen Par- Wien und ganz besonders auch gegen Noske und jeden Genossen von ber Mehrheitssozialdemokratie.

Es war ein schwere? Gewitter aus heiterem Himmel. Der gefährliche Blitzschlag wurde aber anfgefangen von einem Blitzableiter, der trotz seiner Reparaturbedürf- tigkeii noch ans reichte zur Ablenkung. So blieb es bei kleineren Schäden, und als sich die Kraft des Gewitters gebrochen hatte, sah man, daß es lustreinigend und er- frischend gewirkt hatte.

Wäre der Putsch gelungen, so hätte Herr Dämnig. der Matador des „roten BollzuqSrats" von Berlin am Abend als Diktator in das Palais des Reichskanzlers einziehen können, vielleicht Arm in Arm mit ber be. kannten Frau Uetz. Jetzt aber sitzt derselbe Däwnig im Gefängnis. Die Regierung hat nämlich aus dieser Erfahrung gelernt, daß man fest zugreifen soll toenn man die Hand in ein Wespennest legen muß. Sie hat den Belagerungszustand verhängt -md will die schulde­ren Rädelsführer der Ueberrevolution den Segen der Einzelhaft kosten laften.

Das Vaterland wurde gerettet durch die rechtzeitigen Schüsse vom 13 Januar. Nebenbei wurde auch der Parteitag de? Zentrums gerettet.

lieber dessen politische Bedeutung will ich an dieser Stelle nickt reden, sondern nur auf die vielen Hemm­nisse, die sich dieser allgemeinen Versammlung der De. legierten unserer Partei entgegenstellten. Die Zsn. ttumSpärtei ift nahezu 50 .Jahre alt geworden, ehe ihr allererster Parteftag in Gang kam. In den früheren Jlchrzehnten ging das Parteileben im gewohnten Meise ruhig fort, so daß teinb ringendes Bedürfnis zu einer solchen Deranitalrung sich bemerkbar machte. ES fan­den stch ja auch manche Ersatzgelgonheiten. z. B. bte politische Begegnung der Hauptleute bei den jährlichen Katholikentagen Nach den Schicksalsschlägen von 1918, die auch die Parteiverhältniffe in neue Bahnen warfen, wurde der Patteitag ein Bedürfnis für alle großen Parteien. Und doch mußte tn Ermangelung der Zett die Wahl zur Nattonalverscnnmlung ohne einen vorher­gehenden Parteitag vollzogen werden. Und siehe da, der alte ZentrumSaeist bewies tm Januar 1919 auch so seine alte Kraft. Die Arbeiten in Weimar und die Er- eigniffe im Reich brachten aber immer neue Aufgaben, Sorgen und Zweifel so daß der Partettag immer leb­hafter gefordert würbe Aber im Sommer konnten die führenden Männer wegen ihrer sonstigen Ueberlastung die notwendigen Vorarbeiten nicht bewältigen. Mlt allem Fleiß konnte nur ein Termin für Mitte Novem­ber erreicht werden. Da machte nun die SgtWjöfoex»

24. Januar 1920.

In der nächsten Woche entfetten auf jede Bettkarte 70 Gr. ausL Süßrahmmargarine zu <M. 10.— p. -ßfunp unb 30 Gr. hiesige Butter zu 9,20 bezw. M 9,60 b. Pfund. Die Krankenkarten werden voraussichtlich ebenfalls mit hiesiger Butter bebient. Abgabe an bie Verbraucher: Freitag unb Samstag.

Margarine-Ausgabe an bie Geschäfte: Donnerstag Bormittag bei der Nabrungsmittelstelle; Butter aus- gäbe: Donnerstag Nachmittag in ber Molkerei.

Die Waren aus ber Verteilung Nr. 11 können am Dienstag unb Mittwoch in ben Geschäften abgeholt werden. ________

Mittlere oder grötzere Helle Äileretriftittt ober dazu geeigneten Raum, evtl, mit Lagerraum uni Einfahrt per bald ober 1. März gesucht Angeb. unter Nr. 440 an bie Geschäftsstelle dieser Zeitung erbeten.

■■■■■■■ WB»™« Psttdehme laufend Stans Meister, $ulbo, ShmsUMr.

Verteilung Rr. 12:

Voraussichtlich werben verteilt: Rubeln, Weizen­grieß, Maisgrieß, Suppen. Die Kopfmengen werben am nächsten Samstag mitgeteilt.

Anmeldungen auf Berteilungskatte Rr. 12 an bte Nahrungsmittelstelle. Anmelbeschlutz: Dienstag, ben 27. Januar.

Es ist Sützstoff (sowohl Haushalts-Süßstoff, wie Gastwirtschafts-Süßstoff) vorrätig. Sußstoffkarten sind auf Antrag gegen Vorlage bess Lebensmittelausweises monatlich bei ber Kartenausgabestelle, erhältlich. Der Preis für H-Packung (Briefchen) betragt 50 Pfg., für G-Packung (Schachteln) 3,70 <M.

Es sind wieder Lieferungen von Textilwaren in Aussicht, insbefonbere kommen Kinberstriunpfe m Be- tracht. Die Waren bürfen von ben Geschäften nur gegen Berechtigungsschein verkauft werden, ber in ber Kartenausgabe gegen Vorlage des Lebensrmttelaus- reeifes erhältlich ift. Die belieferten Geschäfte sind bet ber Nahrungsmittelstelle zu erfahren.

Die Geschäfte werben wieberhost gebeten, dem Publikum durch entsprechenbe Plakate im Schaufenster von bem Eingang ber Kommunaltextilwaren Kenntnis zu geben. _______

Die herrschenbe Kartoffeln»! gibt uns Veranlassung, wieberhost darauf hinzuweisen, daß es für bie Ver­braucher unerläßlich ist ,mit bem vorhandenen Kar­toffelbestand haushälterisch umzugehen unb bafür zu sorgen, daß bie Kartoffeln bis zum August ausreichen. Wer seine Kartoffeln verbraucht, kann von ber Stabt feine mehr erhalten, da es dieser trotz aller Bemühun- gm kaum möglich sein wirb, bie für bie noch unbelie­ferten Bezugsscheine unb K«d>sfelkarten notwenbige Kartoffelmenge zu beschaffen. Als Ersatz unb gut Streckung der Kartoffeln kommen hauptsachuch Kohl­rüben unb Hülsensruchte in Betracht, bie voraussichtlich bemnächst auf unbelieferte Bezugsscheine unb Karwfftt- t arten ausgeteilt werben müssen. Allen be« lieferten Verbrauchern wirb bringenb angeraten, ihren Kartoffelbestand in gleicher Weise durch Mitver- einen groben Strich durch ten mühsam aufgebauten Plan. Auch He nächsten Wochen boten nur Hinder- nisfe und keine passende Gelegenheit. Die Sache mußte verschoben werden bis in den Anfano be§ neuen Jahres, an den Schluß der Weihnachtsferien und der privaten Neujahrsarbeiten. Inzwischen traf die Zentrumspartet ein schwerer Schlag durch den plötzlichen Tod von G r ö. b e r der bei den Vorbereitungen die erste Rolle gefpteP hatte und zum leitenden Geist auf dem Parteitag bei- rufen gewesen wäre. Der Termin zum 18. Jpnuar wurde doch fcstgehalten. Da kam nun das Berlmer Getoitter vom 13. Januar Als das überwunden war. blieb noch als Nachwirkung die Obsftuktion Beim Räte, gesetz. Da sah e$ eine Weile so aus. als ob die Na­tionalversammlung bis zu dem fraglichen Ternnn nicht fertig werde, also ihr Gebäude dem Parteitag nrcht einräumen könnte. Tatsächlich haben sich die Arbeiten der Volksvertretung so in die Länge gezogen, daß man zu einer bisher unerhörten Sonntagssitzung greifen mußte, und mit knapper Not erst fertig wurde, als be. reits die Delegierten der Zenttumspartei schon in den Reichstag einzogen.

Wo« lang« währt wird endlich gut. sagt das Sprich- wott. Was man mit Mühe und Not errungen, rst manchmal trefflich gelungen. So wird eS. tote ich aus dem bisherigen Verlauf schließe, auch mit dem Partei­tag des Zentrums gehen. Wenn wir in dem geretteten ReichsragSsaal unsere Gedanken und Gefühle austau­schen, so möchte ich lieber bon einem Familien tag spre. chen. als von einem Parteitag. Dlag sich alles andere umgewälzt haben in dem Volk, der alte Zentrumsturm steht noch da, der alte AentrumSgeist lebt noch. Die Bevollmächtigten fühlen und. benehmen sich tote Brüder und Schwestern. Und toenn die Bayern nicht all« da sind, so betrachten wir sie nicht als verlorene Söhne, sondern als ,zeitweilig verhinderte" Angehöttge, deren baldige Rückkehr man ertoartet.

Konstantin Fehrenbach, der anerkannte Meister der Vorsitzkunst, der auch das Präsidium bc5 ^Parteitages übernommen hat, wird sich in Erinnerung an ken Vmt. tag und an die Obstruktionstage gewiß sagen:, Wie süß wäre mein Amt, toenn es in den Reichstagssitzun- gen so ruhig, fachlich, würdig und ftiedlich hergrng tote auf diesem Pareitag.

Die furchtbaren Schicksale drücken natürlich au jede Stimmung, aber es leuchtet doch immer toterer ein Hoffnungsstern durch die dunklen Wolken. Zum guten Vorzeichen machen wir es, daß in demselben SitzungS- faale, den die Bolschewisten erobern wollten, jetzt bie Bevollmächtigten der Zentrumspartei sitzen, um für die weitere Rettung des Vaterlandes zu taten und zu taten.