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M lZ.

Samstag, 17. Januar 1920.

- Fuldaer Zeitung

Druck der Fuldaer Netieadruckerei i« Fulda

Eutfchlretzung

des Bsueruorreins Slnrmershouseu (fit. Gersfeld), gebilligf in der Dericmmiung der Bauernvereins-

Vorjtänbe des Bezirks Hilders.

1. Die Dauern erklären sich bereit, an dem Wiederaufbau Deutschlands mit allen Kräften mitzu. Wirken, müssen aber auch Beteiligung des vuernstandes an der Regierung und st ä r k e r e Vertretung im Parlamente fordern.

2. Der Bauernstand ist b e r e i t, durch treue Aus­übung seiner beruflichen Tätigkeit än der Gesundung Deutschlands mitzuarbeiten, aber als freier stand, und ohne Bevormundung. Wir . er. löten es als eine ungerechte, einseitige Be­handlung, tvenn man den Bauersleuten zumutet, Vas man keinem andern, Stande zuzumuten wagt,

a) indem man allein den Bauersleuten dieselbe und noch mehr Arbeit abverlangt als früher, ohne irgendwelche Vergünstigung,

b) indem man allein den Bauersleuten einfach den Lohn für die Arbeit diktiert,

c) indem man staatlicherseits den Dauer zwingt, seine Erzeugnisse weit unter dem Wert abzu- setzen, wie es bei den Lebensmitteln und dem Liefe­rungshafer geschieht, oder ihm gar einen Teil des Er­löses entzieht, wie es bei den Tierhäuten der Fall ist.

3. Wir Dauern müssen, auf die Gerechtigkeit unS stützend, verlangen:

a) entweder Freihand el für die Erzeug­nisse der Landwirtschaft oder, wenn das nicht sein soll, Zwangswirtschaft auch für alle der Landwirtschaft nötigen Gegenstände, wie Düngemittel, landwirtschaftliche Maschinen, Eisen, Ar­beitsschuhe und -kleidet;

b) wenn Zwangswirtschaft beibehalten wird, dann auch Zwangswirtschaft für die auswär­tigen Lebensmittel, insoweit die inländischen der­selben unterliegen;

c) Ausschluß der Prämienmißwirtschaft. hie Unmut auch auf dem Lande erregen mutz;

d) Festsetzung gerechter Preise unter Berech­nung der Erzeugungskosten, die durch Sachverständige der betreffenden Gegend festzustellen sind;

e) Durchführuna der Kontrolle, wenn feine solche bei den Produzenten beibeibalten werden soll, auch bei den Verbrauchern, da sicherlich manche dieser besser versorgt sind als viele der ersteren;

f) Aufrechterhaltung der Beschlagnahme jwch beim Handel und in der Industrie, wenn man sich zur Beschlagnahme beim Landwirt entschließt i(toie z. B. bei der Wolle);

g) genügende und rechtzeitige Beliefei- rung auch der Landbevölkerung mit den fehlenden Lebensmitteln.

4. Wir müssen neben dem Selbswersorgungs. techt auch die Einführung der Selostversor- gungspflicht fordern und verlangen, daß Per­sonen fi >ie Kommunen gezwungen werden, die ihnen zur Verfügung stehenden Anbauflächen auszunützeu, und zwar durch Anbau von Nahrungsmitteln.

5. Um eine Steigerung der Lebensunttelpreise zu verhüten und eine Senkung derselben zu erzielen, müs­sen wir fordern:

a) Vorsorge für Lieferung nur guter Samen und Saatkartoffeln zu annehmbarem Preise, da der Bauer nicht bestehen kann, wenn er z. B. 22 Mk. für 1 Pfd. Kleesamen zahlen mutz, also mehr als er für einen ganzen Zentner Lieferungshafer erhält;

b) Erleichterung beim Bezug von Samen durch Ge­währung von B e i h i I se n, die ja auch für andere Stände vorhanden sind;

c) Erleichterung der landwirtschaftlichen Arbeiten und Verbilligung derselben durch bessere Fürsorge der Regierung für rechtzeitiges Vorhandensein ge­nügender Menge Düngemittel (auch in kleinen Quantitäten, nicht nur in Woggonlieferung), durch Verbot der Ausfuhr landwirtschaftlicher Ge­räte. durch rechtzeitige Bereitstellung von Betriebs­stoffen zu erschwinglichen Preisen. (Wenn z. B. das für Oktober bestellte Benzol erst Ende Dezember eintrifft, wenn jetzt nur noch statt Benzol Benzin ge­liefert werden soll im Preise von 6 Mk. pro Kilo so liegt es auf der Hand, daß der landwirtschaftliche Bei­trieb immer mehr erschwert und verteuert wird);

d) Gewährung von Schuhen, K l e i de r n usw. zu billigem Preise an die arbeitende und abliefernde Landwir tschast, da eine derartige Bereitstellung 'von Mitteln feiens des Reiches besser angewandt ist und eher günstige Folgen mit sich führen wird als die seither übliche;

e) Stramme Kontrolle des Zwischenhan­dels und strenge Bestrafung des W u ch eft s ;

k) Herbeiführung, direkten Verkehrs der Produzen­ten mit den Konsumenten auf genössenschaft- kicher Grundlage.

6. Wir müssen weiterhin verlangen, daß die Ernte abgeschätzt wird durch Sachverständige, nicht durch Be- ämte. Bei unrichtiger Abschätzung sind zwar auf dem Papiere große Mengen vorhanden, nicht aber in Wirk­lichkeit. Ganz abgesehen von der vergeudeten Zeit und

Unpolitische Zeitläufe.

N. Berlin, 13. Januar 1920.

Die Eisenbahn die Eisenbahn!

Ihr Gleise bildet eine Strippe, an der unser Wohl and Wehe hangt. Wer es noch nicht gewußt hat. der muß es aus den jüngsten Ereignissen gespürt haben, daß wir hungern und frieren, verderben und sterben müssen, wenn die Eisenbahn nicht mehr fahrt.

Rur wenige Meter ist der Damm breit, und zwei oder höchstens vier schwarze Linien ziehen sich durch die Landschaft, als ob ein Schuljunge mit Lineal und Zirkel über ein grünes Papier dunkle Striche gezogen hätte. Von Zeit zu Zeit faucht und rattert em Zug über die Schienen; dann ist alles wieder still, als ob die durchschnittene Landschaft wieder in ihren alten Schlaf zurückfallen wolle. Aber die Züge, die zeitweilig vorüberrollen, haben es in sich. Ihre schwarze, stinkige Rauchwolke ist keine Unglücksfahne, sondern bringt Le­bensmittel für die Hungrigen, Heizstoff für die Woh­nungen und die Werkstätten. Lebenskraft und Arbeits­gelegenheit, Verdienst und Segen. Und wenn die rat­ternden Züge ausbleiben, dann müssen die Magen leer bleiben die Oesen kalt. Dann jammern die Kranken, dann wimmern die milchlosen Säuglinge, dann klagen die Mütter, dann schimpfen diie Beschäftigungslosen, dcmn grinst das Elend aus allen Ecken. Ohne Eisenbahn kann die moderne Menschheit nicht mehr leben.

Die Selbstversorger auf dem platten Lande können e5 freilich eine Weile aushalten Während die Städter aus der Hand in den Mund leben haben sie noch Reser­ven in der Scheune, im Keller, in den Ställen und in den Erdmieten. Holz und Tors müffen als Ersah für die ausbleibenden Kohlen dienen. Wo man bereits ielektrische Beleuchtung hat. kann auch Storung der Srclen eintreten; doch kann man sich in der Lichtz-

- noch allenfalls behelfen. Empfindlicher wird der enmangel, wenn die genossenschaftlichen Anlagen für Milchverwertung usw. stilliegen müssen.

Wo die Menschen zerstreut wohnen und der Klein­betrieb vorherrscht, ist die Vetkehrsnot allenfalls erträg­lich. Wer Massen gemeinde und Großbetriebe sind auf Gnade und Ungnade den Eisenbahnen ausgeliefert.

Das kommt "von der vielgepriesenen Zentralisation.

Zum Unglück haben wir auch im Verkehrswesen selbst noch zentralisiert, indem wir einfeilige Schienen­wege ausgebaut haben. Unsere Wasserwege sind ver­nachlässigt worden. Was wir in den letzten Jahrzehn­ten an Kanälen gebaut haben, ist im Grunde doch nur Stück- und Flickwerk geblieben. Vernünftigerweise mutz.

eigentlich nur die Sammelgüter, die es eilig kn, aus der Eisenbahn transportiert werden. Dage- t geljören die Massengüter, die man frühzeitig genug

den umsonst aufgewandten Unkosten wird dadurch in Stadt und Land Aerger und Unmut erregt und feind­selige Stimmung erzeugt und verschärft.

7. Wir weisen noch einige Vorwürfe gegen die Landwirtschaft zurück:

a) Nicht der Bauer ist schuld an der Ueber- teuerung. Eine einfache Rechnung zeigt, daß beim Steigen der Lebensmittelpreise auf »en Kops der Ver­braucher nur wenig entfällt. Der stete Hinweis auf die Höhe dieser Preise genügt nicht zur Begründung der immer steigenden Löhne. Eher sind umgekehrt diese die Veranlassung zum Ankauf von Lebensmitteln um F' den Preis, und damit zur Hebung des Schleichhan- els und zur Steigerung der übrigen Beütfniffe. Der reelle Bauer hat kein Interesse an Wucherpveisen.

b) Der Bauer ist auch kein Freund de S Schleichhandels. Es läßt sich allerdings nicht leugnen, daß infolge der Unmöglichkeit, bei den. staat­lich festgesetzten Preisen den Lebensunterhalt für die Familie und deren Bedürfnisse an Kleidern, Schuhen, Beleuchtung usw. zu bestreiten, sich mancher veranlaßt sah, aus diese Weise seine Erzeugnisse abzusetzen. Daran ist aber nicht der Bauer schuld, sondern die allge­meine Anter essel os i gkeit gegenüber dem Bauernstand, sodaß z. B. die Regierung nicht dazu kam. rechtzeitig ein Ausfuhrverbot wenigstens für landwirt­schaftliche Geräte, Maschinen usw. zu erlassen und wer. lerhin auch Kaufleute kein Bedenken,trugen, ohne Rück­sicht aus die umliegende Landwirtschaft ihre Waren, natürlich zu höheren Preisen, an Ausländer abzusetzen. Man ist sich in andern Ständen gar nicht bewußt, mit welchen Schwierigkeiten der Landwirt fetzt zu kämpfen Hal; man will es nicht verstehen, daß der Bauer beim gegenwärtigen Mißverhältnisse der Preise, wenn er nicht gerade besonders vom Glück be- günsftgt ist, überhaupt nicht existieren kann, da er z. D. für ein paar Schuhe früher den Preis von ea. 10 Pfd Butter zu berechnen braucht^, jetzt dagegen 40—50 Pfd, und ebenso für die 4 eisernen Wagenrad ressen bei 'den bis jetzt vorgeschriebenen Preisen 15 Zentner Korn berechnen mutz gegenüber 2% Zentner früher.

c) Der Dauer lebt auch nicht au S dem Vollen Im Gegenteile gibt es genügend Personen und Familien auf dem Lande., die zwar, als Selbstver­sorger bezeichnet sind, aber durchaus, nicht das ihnen als solchen zustehende Quantum ihr eigen nennen kön. neu.

8) Zum Schlüsse wessen wir noch auf bte Ver­pflichtung aller hin, nach dem nun einmal ber. loreneu Kriege sparsamer und eingeschränk- ter zu leben als früher; wir Bauersleute erklären uns dessen wohl bewußt und auch bereit dazu, müs­sen aber fordern, daß ehenso jeder andere Stand dieser Verpflichtung eingedenk sei und sich gleichfalls darnach einrichte

Märkte.

— Fnlda, 17.Jan. DerbeutiaeSchweinemark war mit 45 Ferkeln und 10 Läufern nur schwach befahren. Bei hohen Preisen war die Kauflust ge­ring. Es wurden für Ferkel 350, 300 und 250 Mk., für Läufer 550, 500 und 450 Mk. das Stück gezahlt.

Gottesdienstordnung.

Katholischer Gottesdienst.

Sonntag, 18.Jan. Dom.(DiözesanmonatSkollekte.) V.6, 6, */i7 u. 7 M., V»7 M. u. Korn. f. d. Jüngl.-Sod. u. christenlehrpfl. Jüngl. i. d. Marienk., 8 Pfarramt m. Umg., Segen u. Pr., */ilO Kathedralamt m. Pr., 11 Ehr., */il2 M. m. Pr , Ve2 Sakraments-A. (1. Front.), 2 Chr., 4 Sakramentsbruderschaft m. Pr., 7 A. i. d. Marienk. (Montag nachm. 5 A.) — Stadtvfarrkirche. (Diözesanmonatskollekte.) 5 V* Korn., 5’/* M., 6’4 M. u. Kom. d. Jüngl., 8 M. u. Pr. (1. Schulgd.), 9lA Pfarr­amt u. Pr., 11 M. u. Pr. (2. Schulgd.), 9*/» A. f. d. Jüngl.-Sod. i. d. Severikirche, IV» Cbr. f. d. Jungfr., 2Vi Bruderschaft vom hochw. Gut. — Pfarrkirche zum heiligen Geiste. ’/«7Kom., 7 Frühm., 8Pr., Amt m. Kom., V»5 Ehr., 5 Sl. —r Sodalität. */*10. — Severikirche. Sonntags und werktags V»7 M. — Herz-Jesu-Heim. 6 Frühm^ 8 Amt m. Pr., 2 A. (Mittwoch abends 8 A.) — Frauenberg. 5—7 M., 8 Bruderschaftsm. m. Pr., 9 Hochamt m. Pr., nachm. 2 Pr. u. A. f. d Terziaren. Erteilung des päpstl. Segens.

Evangelischer Gottesdienst.

Sonntag, 18. Januar. Vormittags 9V» Pfarrer Weber, 11 Kinder'.otteSdienst, nachmittags 2 Sup. Ruhl,

Mitteilungen

der städtischen Rahrrmgrmittelftelle.

17. Januar 1920.

In der nächsten Woche entfallen auf jede Fettkarte 100 Gramm Margarine zu Jt 5,50 das Pfund. Die Krankenkarten werden mit Auslandspflanzenfett zu

verladen kann, in die bedächtig und billig fahrenden Schiffe. Hätten wir überall die gehörigen Kanäle, so brauchten die Lokomotiven nicht Kohlen zu verheizen, um KohlenzLge zu schleppen Dann würde eine Stö­rung im Bahnbetriebe nicht alsbaild zu häuslichem Frost und gewerblicher Untätigteit führen.

Die Zentralisation Hw eine ungeheure Macht in die Hände der „Eisenbahner" gegeben. Der verzwickte Bahnbetrieb bedarf nicht nur eine fest an gestellte und eine pflichttreue Beamtenschaft, sondern auch eines Heeres von Arbeitern. Wenn in diesem Kresse das Streikfteber um sich greift, so ist sofort das unentbehr­liche Verkehrsmittel in Gefahr. Verwirrung und Not im Anzüge.

Das unselige Streikfteber! Seit der Niederlage und der Revolution liegen diese Bazillen in der Luft. Die Teuerung wirkt wie ein Brutofen auf die Krank, heitskeime Wenn man aber genau zufieht, so wird man an die Geschichte amS der früheren Pestzeit erinnert. Da »sagten die Leute, die Krankheit verbreite sich nicht von allein, sondern es gingen „Salber" herum, die Giftstoffe in ihren Händen hätten und an den Tür. klinken abrieben, um so die Bewohner und ihre Be­sucher anzuskcken. Ob es damals solche Giftarbeiter gegeben hat, weiß ich nicht; aber heutzutage gibt es Salber auf dem Streikgebiet, nämlich politische Hetzer, die unter den kurzsichtigen und unzufriedenen Arbeitern Lohnkämpfe anschüren, um so Krawalle und Umsturz in Gang zu bringen. Sie tun so. als ob sie sich für das Glück ihrer Gefolgschaft aufopfern wollten, und in. Wirklichkeit wollen sie diese Leute selbst opfern, über Elend und Leichen zur Diktatur emporsteigen.

Der umstürzlerische Pferdefuß soll unter dem wirt­schaftlichen Mantel verdeckt werden. Der Zusammen­hang der Dinge zeigt aber, daß eine, bösartige politische Zentrale die Leitung in der Hand hat. Erst bringt man in dem empfindlichen Industriegebiet von Rhein, land und Wesssalen eine Eisenbahnerbewepung in Gang und schürt die Leidenschaften bis zu Plünderungen und zu Verweigerung der Notstandsarbeiten; dann wird in Schlesien, dem andern Kohlenrevier, ebenfalls die Eisenbahnerschaft wieder aufgepeftscht. Zu gleicher Zeit wird versucht, den Regierungen den telegraphischen Ver­kehr abzuschneiden und schließlich zettelt man in Ber­lin selbst einen bedrohlichen Straßenlauf an unter dem Vorwande, daß gegen das Betriebsrätegesetz „demon- ftriert" werden müsse.

In Berlin haben die Hetzer u. a. so viel erreicht, daß die Straßenbahn am Dienstag nachmittag ihren Betrieb einstellen mußte, was gerade für die arbeitsame Bevölkerung der Riesenstadt viel empfindlicher sst. als für die „besitzenden Klassen". Aus dem Westen kommt eine Hoffnungstaube geflogen, nämlich die Nachricht, daß die „Zentralitteikleitung" in Elberfeld die Parole

JA 10,50 das Pfund bedient. Abgabe an die Ver­braucher: Freitag und Samstag. Ausgabe an die Ge­schäfte: Donnerstag Bormittag bei der Nahrungsmit- telstslle.

Der auf die cingereichten Lanuar-Zuckerkarten an« gemeldete Zucker kann zu Anfang nächster Woche in den Geschäften abgehoü werden, wie mitgeteilt, werden 1^ Pfund auf den Kopf zu JA 1,10 dar Pfd. ausgegeben.

Verkeilung Ar. 1L

Voraussichtlich werden verteilt: 250 Gr. Haferflocken, lose, zu JA. 2,20, 175 Er. gesch. Bohnen zu JA. 2,80, 125 Gr. Bohnenmehl zu JA 2,60, 150 Gr. Graupen­grütze zu 73 Pfg., 125 Gr. Dörrobst zu JA 5,75 d. Pfd.

Anmeldungen auf Verteilungskarte Nr. 11 an die Nahrungsmittelstelle. Anmeldeschlutz: Dienstag, den 20. Januar.

Es steht eine beschränkte Menge TNfllerkäse zur Verfügung, der zum Ladenpreis von M 7,50 das Pfund abgegeben werden kann. Spezialgeschäfte, welche In­teresse an der Ware haben, wollen sich bei der Nah- nmg^msttelstelle sofort melden.

Ausgabe von Zwiebackkarkeu:

Bezugsberechtigt sind Kinder unter 4 Jahren, Per­sonen über 65 Jahren und Kranke laut Attest. Die Karten werden gegen Nachweis der Bezugsberechttgung, sowie Vorlage des Lebensmittclausweifes und der Be­zugsberechtigungskarte wie folgt in der Kartenausgabe­stelle ausgegeben:

Dienstag Vormittag von 8 bis 12 Uhr an die Na­men A bis einfchl. E.,

Dienstag Nachmittag von 2 bis 4 Uhr an die Na­men H bis einschl. M.,

Mittwoch Vormittag von 8 bis 12 Uhr an die Na­men N bis einschl. St.,

MUtwoch Nachmittag von 2 bis 4 Uhr an die Namen T bis einfchl. Z.

Die Ausgabe finbef nur an diesen beiden lagen stall. Auf die Karte entfallen 4 Pakete Zwieback ober 3 Pakete Zwieback und 1 Paket Keks.

Der Verkauf findet am Donnerslag und Freitag in den Geschäften von Rottler und Thiele statt.

An die Geschäfte:

Es ist in den nächsten Tagen mit dem Eingang einer größere Menge Velroieum zu rechnen. Diejenigen Ge­schäfte, welche den Verkauf, der nur gegen städtische pe- troleumkarlen erfolgen darf, zu übernehmen bereit sind, werden gebeten, sich unverzüglich schriftlich bei der Nah­rungsmittelstelle zu melden.

Der Ladenpreis für das Petroleum stellt sich vor­aussichtlich auf M 3,20 per Liter.

Amtliche Anzeigen.

Bekanntmachung.

Die durch den Krieg herbeigeführte Steigerung der Baustoffpreise und Löhne hat zur Folge, daß die Ver­sicherungsnehmer im Falle eines Brandes Schaden er­leiden, da naturgemäß die Schätzungen der Versiche­rungswerte, welche der Schadenberechnung zu Grunde gelegt roerben, nach den geringeren Friedenspreisen be­messen find

Die Hessische Brandversicherungs-Anflast ist, wie bereits in früheren Bekanntmachungen wiederholt mit­geteilt wurde, bereit, zwn Schutze der Versicherungs­nehmer auf Antrag den gegen den normalen (Friedens-) Wert sich jetzt ergebenden Mehrwert der Gebäude kurz- laufend zu versicherm Die Höheroersicherung, die in letzter Zeit bis zu 200 Prozent zugelassen war, kann nunmehr infolge der weiter gestiegenen Baupreise auch noch über diesen Sah hinaus bis zur Höhe der örtlichen Ueberteuerungskosten erfolgen, die vielenorts bis zu 300 Prozent des seitherigen Schätzungswertes und mehr be­tragen. Neubauten können bis zur Höhe der tatsächlichen Herstellungskosten in Vorsorgeversicherung genommen werden, im gleichen Verhältnis findet eine Erhöhung der Brandsteuer statt. Die Anstatt behält sich zu allen An­trägen auf Höherversicherungen die Entscheidung vor, die sie insbesondere in den Fällen, in welchen über den Satz von 200 Prozent hinausgehende Höherversicherun­gen beantragt werden, von der örtlichen Prüftmg der Gebäudewerte abhängig machen wird.

Diese Versicherung darf nicht zu Beleihungszwecken dienen und ist zunächst auf eine einjährige oder bis zum Schlüsse des folgenden Kalenderjahres laufende Dauer

ausgegeben habe: man soll die Arbeit wieder aufneht- men, da> die Regierung wegen der wirtschaftlichen For­derungen der Arbeiter bestimmte Garantien gegeben habe. Ob diesem Aufruf zur Arbeit Folge gegeben wird, bleibt noch abzuwarten. ES war von Anfang an ein „wilder" Streik, und auch die sog. „Streikleitung" war ein GelsgenheitSgebilde. das nicht ohne weiteres auf allgemeinen Gehorsam rechnen kann. Doch wolle» wir hoffen, daß die Vernunft wieder die Oberhand ge. winnt, nachdem die allein berechtigten wirtschaftlichen Ziele int wesentlichen erreicht sind

Auf das Schlummersofa dürfen wir uns freilich nicht legen. Weitere Lohnkämpfe sind noch in Sicht und vor allem müssen wir im Auge behalten, daß die Masse der Eisenbahnttrbeiter eine gefährliche Machtfülle in der Hand hat. Denn jede Verkehrsstörung kann unter den obwaltenden Umständen zu einer wahren Kata. strophe führen.

_ Wenn man die Volkswirtschaft mft dem menschlichen Körper vergleichen will, so kann man die Telegraphen­drähte als die Nerven ansprechen und die Eisenbah­nen als die Adern. Bei Nervenlähmung hört die Bewegung auf, und wenn durch die Adern kein Blut mehr hin- und herfließen kann, so muß der beste Körper zugrunde gehen Daher ist die höchste Sorgfalt geboten, daß gerade die an den Verkehrsmitteln tätigen Leute auf dem Wege der Pflicht und Vernunft gehalten wer­den.

Gegen die Hetzereien sind die erforderlichen Macht- mitfcl der Ordnung auszubieten und auch die nötigen Zugeständnisse zu machen; letzteres rechtzeitig. Das tut’? aber nicht allein. Man darf den Verführern nicht das ausschließliche Wort überlassen, sondern mutz von langer Hand, geschickt und ausdauernd, auf die Belehrung und Anregung der betreffenden Leute hin­wirken Je besser die Organisation ausgebaut wird, desto mehr Schutz an „wilden" Ausschreitungen, und ß» mehr vernünftige $ e rfatrnnlungen aftge halte" werden, desto größer ist die Widerstandskraft gegen giftige Stauner und blendende Putschredner.

Tun die Freunde der Ordnung und der Arbeit genug itt ber vorbeugenden ©egenagitatiton gegenüber den Volksvcrsührern? Es wird hohe Zett, Versäumtes nachzuholen.

Sonst werden unsere auswärtigen Bedränger fae gen: Jetzt haben wir euch den FriedenSwertrag bewil­ligt, und nun zeigt ihr Deutschen, daß ihr nicht mal unter euch selbst Frieden halfen und eure Pflicht tun könnt!

Aus diese Weise kommen wir nickt wieder zu Ehre und Wohlstand, sondern fahren in den Abgrund Bin, nrer wie ein Zug auf der unterwaschenen Gebjrgs-

bejchränkt. Erfolgt beiderseits eine Kündigung nicht, fo gilt die Dorsorgeversicherung um 1 Jahr und vor­läufig weiter, von Jahr zu Jahr als stMschweigend ver­längert. Im Falle eines Brandes hat der Verstche- rungsnehmer den Nachweis der erhöhten Versicherungs­werte zu führen. Anträge sind unter Angabe des Pro­zentsatzes der gewünschten Höherversicherung und unter Beifügung der Brandversicherungsscheine direkt an die Hessische Brandversicherungsanstalt in Kassel oder an die Landesrentercien zu richten. , ...

Kassel ,ben 2. Januar 1920.

Der Direktor ber Hessischen Branbversichcrrmgsanstalk. S t o e h r.

Wird veröffentlicht.

F u l b a, den 8 Januar 1920.

Der Canbraf. Frhr. v. Doernberg.

Laut Mitteilung ber Bezirkseinkaufstelle für den Re- gierungsbezirk Kassel sind für die nachstehend angeführ. ten Waren folgende Preise festgesetzt worden.

$7rtettuSue. Kleinhandelspreis.

je Str. je Pfd.

Inlandsmarmelode 258,80 Jt 3,24 Jt

Kunsthonig einschließl.Derpackung 330,— „ 3,70 „

Kunsthonig Ausstichware in Be-

hästnissen von mehr als 2 Pfd. 322,50 „ 3,70 „

Fulda, den 12. Januar 1920.

Der Canbrat: Frhr. v. Doernberg.

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bestehend aus:

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Die Haferablieferung

die Kommunalverbände ist seitens des Herrn

Mniimi«

(eiche, geheizt)

Regierungspräsidenten anderweitig festgesetzt wer« den. Der hiesige Kommunalverband hat nach bei Neuverteilung je Morgen nunmehr 1,4 Ztr. Hafer zu liefern.

Fulda, 13. Januar 1920.

Der Landrat: Frhr. c. Doernberg.

■«■■iMHHHBanHaaHsaHBBnKSKBBHHnaraBSBaBaHsaEgsKssDBk

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Hausverkauf!

Das zum Nachlaß der verlebten Miwe Jron Josepha Sauer, geb. Bott gehörige Hausgrundstück nebst Holzremise mit Stall, Doll Nr. 1 hier gelegen, soll am

Mittwoch, den 21. Januar 192V,

nachmittags 5 Uhr

in der Schnelder'fchen Gastwirtschaft („jnm Schützen") am Buttermarkt an den Meistbietenden öffentlich verkauft werden.

Kaufliebhaber werden hiermit höflichst eingeladen.

Die Kausbedingungen können bei dem Unterzeichneten eingesehen werden. 103,

Fulda, den 13. Januar 1920.

Jolevbstr. 8w

Namens der Erben:

B. Weißmüller.

Da die Ueberlaudzentralen i« diesem Jahre Mtt Aussührung kommen, ist es für jede Ge­meinde von wescntlrchem Jntereste. über die Vorteile derselben unterrichtet zu «ein. Seve Diplom-Ingenieur A. Trabert, Leiter der elcttr. Abteilung der techn. Lehranstalt zn Offenbach a. M., bat sowohl in dem Gewerbeblatt sirr daS Äroßherzogtum Hessen, als auch ans Anf- sorderung des Landratsamtes »n Hanau diese Frage ausgiebig behandelt kn Vorträgen. Interessenten toie Gemeinden, die interessiert sind, tannen die Abhandlungen sowohl durch Herrn Diplom-Ingenieur A. Trabert als auch durch das Justallationsbüro von B. Trabert, Strlda, Mühlenstratze 2, erhalten.

Genaue techn. Fragen wie Jukormatione« schützen Gemeinden wie Teilnehmer am Werke vor siuamiellem Schaden. alS auch unsach­gemäßer Ausführung.

Zunger fiaefmano, kath., 27 Jahre alt, gr., ftatti. Erscheinung u. in gut Pos, der sich jedoch ein eignes Heim gründen möchte, sucht auf diesem Wege mit häuslich erzogener Dame

zwecks baldiger Heirat

in Verbindung zu freien. Vermögen erwünscht. Ein­heiraten eventl. nicht ausgeschlossen. Nur solche Damen belieben ausführl. Bildofferte einzureichen, denen an einem trauten Heim und Häusl. Glück gelegen ist. Angebote an die Gesch. dies. Ztg. unter F. ®. 400. Verschwiegenheit Ehrensache.