| Dienstaq 30, Deremder Md* !
eine
christliche Gewerkschaft!
das
Ro-
CT
5.]
Ihr
und
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bert Röchling aus Laarbrückerr, weil er mweblich im besetzten Gebiet Fabriken niedergeiegt und Material requiriert habe, zu zehn Zuchthaus und zehn Millionen
den und
Jahren sicher. Die französische Prefle gesteht heute auch ausdrücklich zu. '
un- als
Der SäZrfedoKtor.
Roman von A. Gaus-Bachmann.
(Nachdruck verboten.)
Aus dem besetzte« Gebiet.
* Die Bernrtrilnng der Brüder Röchling. W. T. B. hat mitgeteilt, daß der Großindustrielle
Rote Weihnachten.
Ein Beitrag zur Gewerkschaftsfrage.
D. E. V. im Dienste der religiousfeindlichen Sozial- demokratie steht!
Tie christlich denkenden Arbeiter beider Konfes-
sesti Traum gewesen und er dankte dem Himmel täglich aufs neue, daß er diesen Traum verwirklicht hatte, er ge- hSrke^nicht zu den Menschen, denen alles nur in der Sehnsucht und Hoffnung schön und begehrenswert erscheint und denen die Erfüllung zugleich die Ernüchterung bringt. Er hatte erreicht, was er wollte und er hielt das Errungene lreb und wert, jo, es ward ihm täglich teurer. Ern Lot- tericgewinn hatte es ihm einst ermöglicht, das kleine Gut zu kaufen, ober es standen Schulden darauf und diese wollte er tilgen um st den Preis. Kein Wunder, daß ihn die Aussicht auf die Millionen der amerikanischen Cousine ein wenig verrückt macht«. Er begriff nicht, daß seine Frau fetzt eifersüchKge Regungen' hatte; er hätte alles darum gegeben, mit der vergoldeten Derwanüten in zärtlicher Verbindung gestanden zu sein, aber das war leider so ganz und gar nicht der Fall. Die Bemerkung in Amaliens Brief mutzte auf einem Irrtum beruhen, aber er beschloß, triefen Irrtum zu seinen Gmrsten auszunützen; er zermarterte sein Gehirn, riß alle Schubfächer der Er- stmevlMg auf, um sich einige Umstände des Verkehrs mit feiner Base zurückzimrfen und sich ihrer Angehörigen zu entsinnen.
„3a richtig", rief er plötzlich, ,cho fällt mir eben ein, ich habe jo mal ein Bild von Amaliens Mutter gehabt, das muß sti noch irgendwo stecken."
„Ist das nicht so 'ne alte Fran mit hier blauen Haube gewesen?" fragte Fritz eifrig.
„Alte Frau, blaue Haube ist möglich — wo ist das, mein Irmge? siegte der Papa erfreut.
„In der großen Bodenkammer hinter dem alten Kü- chentchrank, wo die Fützr fehlen."
„Na, herunter damit'. Woher weißt Du denn das?"
„Ich hab' immer mit meinen Pfeilen danach geschossen, weil ich sonst keine Scheibe hatte", erklärte Fritz/
„Nichtsnutziger Dengel!" rief Kienholz ärgerlich. „Nach Deiner Großtante schießen!"
„Ich habe gar keine Lust, dieser Amerikaner'ui zuliebe auch nur entsn Finger zu rühren", verhetzte De trotzig.
I46-«!.
Deutscher Reich.
* Kaiserbriefe. Das Pariser Journal' kündigt an, daß es vom 1. Januar an 73 Briefe veröffentlichen werde, die Kaiser Wilhelm zwischen 1894 und 1914 an den Zaren Nikolaus II. gerichtet habe. Diese Briefe sollen im Nachlaß des Zaren gefunden worden fein. — Aus der Ankündigung des .Journal' geht hervor, daß diese angeblich echten Dokumente bereits im vorigen Jahre in Berlin feilgeboten worden sind.
■* Der "Münchener Nunzius ParceM ist ans München in Berlin eingetroffen, um hier über die Errichtung einer päpstlichen Vertretung in der Reichshauptstadt zu verhandeln. r
„Aber ich bitte Dich, liebe Jttetii, es handelt sich u» Millionen."
„Millionen hin, Millionen her", beharrte sie, „gegen mich warst Du nie galant."
„Nein, Dich hab' ich bloß geheiratet", fiel er barsch an, in dec Hoffnung, sie durch triefen Einwurf rasch zu entwaffnen, ob« sie fuhr unbeirrt fort: „Diese Amalie schreibt, daß Du . . ."
„Ist ja nicht wahr", unterbrach er sie grimmig, „und wenn auch, gewesen ist gewesen."
Dann, beim Anblick ihrer Schmollmiene sah er ein, daß er andere Saiten aufziehen müsse; sie war ja doch die Hausstau und wenn sie einen Gast ungern sah, korrntz, er sich nicht heimisch fühlen.
„Sei Dcrnünftig, teuere Betti", sagte er schmeichelnd. „Siehst Du, nur wollen einen Vertrag schließen: Sei Du liebenswürdig gegen Amalie, ich werde es gegen Emma sein. Und vergiß nicht, doh es sich um das Glück unserer Kinder handelt!"
Er hielt ihr die Hand hin und sie schlug ein.
„So, wenn fitzt die Tante Emma kommt, schläft sie mit Moriechen im Zimmer und der Detter Gustav mA Dir, Waldemar," rief er vergnügt und fügte dann hinzu: „Aber eilt jetzt, Kinder, und bringt alles in Ordnung!"
Nun kam Fritz mit einem etwas wüst aussehendei» Oelbild herein.
„Da ist sie, Papa!" sagte er, ihm dos Bild eichend.
„Du lieber Himmel, wie die aussteht'" rief der Pap? entsetzt. „Sie ist ja ganz zerbläut." *
„Ich hab' immer getroffen und einmal sogar mitten ins Herz," berichtete Fritz stolz.
„Tas ist zwar der Magen, was Du da zeigst, tut aber nichts", meinte Waldemar und wandte sich dann feinem Vater zm „Sichst Du, Papa, so schlimm ist die Sache eigentlich nicht, Fritzens Pfeile waren zum Glück stumpf. D as sind nur Beulen und keine Löcher; wenn man sie mit dem Finger herausdrückt, das ganze Bild wäscht und mit einem Oellappen einreibt, wird es wieder respektabel. Ich werd's gleich selber besorgen."
Frau Betti, hatte das Bild Attisch betrachtet und fragte jetzt zweifelnd: „Sag mal, Ferdinand, ist denn das überhaupt die Großtante? Ich kann mich nicht erinnern, das Bild beim Umzug aus der Stadt nt der Hand gehabt zu haben; ich habe zwar damals vieles unbesehen in die Kisten gestopft, aber . . ."
itZortsetzung folgt.)!
schrieb, während er sich selbst laut diktierte: „Bitte, nicht kommen, Fritz hat Scharlach —" er wandte sich zu seiner Frau: „Diphterttis, Typhus — was dauert denn am längsten?"
„Unser Fritz soll das fein?" fragte Christian erstaunt: „der ist ja kerngesimd."
„Schweig still und tu, was ich Dir sage. Da hast Du die Adreffe: Frau Emma Riedel . . ." Jetzt siel ihm seine Gattin ins Wort. x
„Rem, Ferdinand, das gebe ich nicht'zu; eine Knmk- bett wird nicht zur Ausrede .genommen, der liebe Kott konnte rms strafen. Gehen Sie ruhig an Ihne Arbeit, Christian, es wird nicht telegraphiert."
Christian schaute einen Moment verdutzt, dann empfahl er sich eiligst, dann der Auftrag, jetzt ins Dorf zu gehen, war ihm gerade nicht sehr angenehm. Frau Bettt wandte sich, nachdem Christian gegangen, wieder ihrem Manne zu.
„Wenn die Diener kommen, so sind sie eben da", sagte sie energisch; „imd wenn dem Waldemar die Braut bestimmt ist, so kriegt er sie Bit und ohne den Detter."
„Gut Bettt", schrie Kienholz zornig, „mach, was Du willst, ober auf Dich fällt alle Schuld, wenn meine Pläne mißlingen."
„Was Du auch hitzig käst mit der Amerikanerin!" grollte Fron Betti. „Warum ist es Dir denn 8c nicht verdächtig, daß sie sich noch zwanzig Jahren auf einmal um Dich kümmert? Warum denn nur bei Emma? Es ist ebensogut möglich, daß Emma cm Vermögen gewonnen, als daß diele Amalie ein Vermögen vertan hat."
„Das ist einfach lächerlich", versetzte Kienholz, „darüber wird gar nichts geredet. Und jetzt rasch ans Herrichten! Was Ihr Schönes im Haus findet, wird in die Gastzimmer getragen, nur schnell! Und Girlanden und em Willkommen an die Tstr imd so weiter! Kinder, es handelt sich um Euer Glück, tim unser Glück, bedenkt das!"
Dos gute Mami rocr völlig aus dem Häuschen. Cr fudjtelte mit den Händen in der Luft herum und sprang aufgeregt hin und her. Wer ihn fo sah, mußte ihn für einen unersättlich geldgierigen Menschen hallen und das war cr wahrhaftig nicht; aber der Gedanke, zwei feiner Kinder versorgen und dem dritten bas Gut schuldenfrei hinterlassen zu können, berauschte ihn; das Aut war sein Liebstes und Höchstes auf dar Welt.
Mein Gut! Dos sagte er immer breit und feierlich wie ein Fürst, der in der Oeffenilichkeu von seinem Lande lprichl. Ein Gut zu besitzen, das war feit vielen Jahren
K- «flA 1 Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Karl Schütte, jlt. ' "** I kür die Anzeigen: I. Pa r j e11e r, Fulda. — Rotationsdruck.
* Dr. Martin Zpahn, der bisherige ordentliche Professor an der Universität tn, Straßburg, Sohn des Zentrumsführers Peter Spahn, rst zum ordent lichen Professor in der wirischafis-und foztalwrssen» schriftlichen Faku'.ät der Universität tn Köln ernannt worden.________________
aus dem Nachbargebiet.
r. Johannesberg. Der katholische Arbeiter- verein der hiesigen Pfarrei beging ftme ,Werh-. nachtsfeier am Sonntag den 28. Dezember tn der Gastwirtschaft Krack-Harmerz. Als SaupttheaterftuS kam zur Aufführung das „Gnadenbtld im öatoe Ritte'rschauspiel mit Gesang tn 3 Aufzugen. Dte zahlreichen Zuschauer waren durch dte schone Ausstattung freudig überrascht. Die anderen beiden Stücke die zur Aufführung kamen, brachten die Lach- muskeln kräftig in Bewegung Allen Sptelern mußte man volle Anerkennung für ihre Leistungen zollen. Auf vielseitigen Wunsch wird dte Au üh-, runq am Sonntag den 4. Januar, abend» 6 /s Uhr, in der Gastwirtschaft Aulh-Johannesberg wiederholt
Böckels. Am Sonntag hielt der Bockelser DarlehnSkassenverein seine sehr gut besuchte Herbst-Generalversammlung in der Hau tchen <otrt. schäft ab. Rechnungsrat Drmneuberg- Fulda war leider durch Krankheit am Erschetnen verhindert. Bürgermeister Jonas berichtete eingehend über,dte nengeschaffenen Prämien für abgelieferte Erzeugnisse. Der Darlehnskaffenrechner Jos. Bech gab Aufklärungen über die Anmeldung von Wertpapieren. Sodann wurde den Mitgliedern bekannt gegeben, daß für die 8 zur Darlehnskaffe Böckels gehörigen. Dörfer 30 Zentner Kleie (ä Ztr. 18 Mk.) ttt den ersten Tagen zur Verteilung kämen. Nachdem noch auf den vom 1. Januar ab eintretenden Aufschlag auf den Mchlpreis, sowie auf die vom 15. ^anuar ab erfolgende Brotkürzung aufmerksam gemacht worden war, wies Bürgermeister Jonas zum Schluß noch auf die am nächsten Samstag stattfindende Versammlung des Landwirtschaftlichen Krersveretns zu Fulda hin und bat um recht Zahlreichen -Besuch. In dieser Versammlung soll ein Vortrag über Haftpflichtversicherung gehaltert werden.
k. Neuhof (Kr. Fulda). Beschlagnahmt wurden dieser Tage hier eine größere Menge Butter, die nach Frankfurt verschoben werden sollte. Man verbrachte sie zu einem der Bürgermeister, um sie bei erbtet Gelegenheit in der Gemeinde zu verterlen. Kurz darauf entfernte sich der Bürgermeister auf eine kleine Weile dienstlich au§ dem Hau e. Unberufene benutzten die Gelegenheit, die beschlagnahmte Butter ans dem Hause zu holen. Trotzdem man sofort nach Festellung des Diebstahls eingehende Nachforschungen anstellte, sind die Butterwecke verschwunden geblieben.
(,) Welkers. Eine ganz besondere Wechnachts- fiende ward der hiesigen Gemeinde in diesem Jahre zuteil. Zum erstenmal fand in der hl. Nacht tri unserer festlich geschmückten Kirche die Feier der Christin ette und an d:n beiden Feiertagen Fe ft», gottesdienst statt. Auch an den übrigen Sonn- und Festtagen soll von jetzt ab regelmäßig Sonn- tagsgottesdienst hier stattfinden. Was dieses für die zerstreut liegende Gemeinde, wo manche fast eine Stunde Weg bis zur Pfarrkirche zurückzulegen' haben, bedeutet, weiß der zu schätzen, der den Weg im Winter oder bei schlechtem Wetter gegangen ist. Manche ältere und gebrechlich- Person konnte in diesem Jahr beim Gloria in der Ctzristmette das „Ehre sei Gott in der Höhe" mitsingen, dte ben. Weg nach der Pfarrkirche nicket mehr hätte machens können. Auch die übrigen Gememdemitglieder wußten die Gnade wohl zu schätzen, die ihnen zuteil ward. Ein erhebender Augenblick war es, als in der hl. Nacht die ganze Gemeinde geschloffen zum Tische des Herrn ging, gleichsam um dem gött-
"-cku-z Dich doch!" fuhr ihn der Papa an, dann dachte '■r n«ch- „Sie tar.ii nach meiner Berechnung höchstens so ■:‘t fein wie Du und wenn sie ihrer Mutter gleicht . . ."
-Ferdinand!" rief Frau Betti warnend dazwischen.
„Aber ich bitte Dich!" wendete er sich beruhigend feiner Gattin zu, dann fuhr er fort: „Ja, Waldemar, sie
'.meifeHos jung und wahrscheinlich hübsch."
„Und so reich dazu!" seufzte SBalbemar und fügte Achdenkttch hinzu: „Dann aber wird sie mich vielleicht ücht mögen." ■
.Schämst Du Dich richt?" fragte Kienholz entrüstet; ’: 't junger Mann, der das sagt, der ist mir schon der
ij-au Betti hatte wieder in dem Briefe gelesen. ..itr.i Himmels willen!" tief sie plötzlich aus.
sionen wissen, was sie tun, wenn sie fick nur den „christlichen Gewerkschaften" anichließln JToit werden ihre wirtschaftlichen Interessen nachdrücklich wahrgenommen, ohne daß ihr Glaube verspottet und untergraben wird. Den ungläubigen Sozialdemokraten stehr eS frei, sich in den roten Gewerkschaften zu organisieren, aber für jeden christlichen und gläubigen Arbeiter heißt die Parole beim Jahresschluß: „Heraus aus der freien Gewerkschaft!" Gin christlicher Arbeiter gehört nur in
Die Verhandlungen.
Wolffs Tel.-Dureau meldet bestätigend: Die Beratungen der Reichsregieruna über die Antwortnote an die Entente lassen mit Bestimmtheit erwarten, daß die Forderungen der Alliierten angenommen werden, das; aber Deutschland nochmals versuchen wird, gleichzeitig mit der Unterzeichnung die vorläufige Aussetzung der Erfüllung der strittigen Paragraphen zu erreichen.
Eine Havasdepriche meldet, daß' die Alliierten, ohne daß Deutschland eine Frist gestellt wurde, die Unterzeichnung des Pariser Protokolls bis zum 8. Januar erwarten.
Montag nachmittag sind in Berlin die deutschen und die alliierten S ch i f s a h r t s s a ch v e r st ä n di- gen zu neuen Besprechungen über die Frage der alliierten Truppentransporte angesichts des Inkrafttretens des Friedensoertrages zuiammengetreten.
Francs Entschädigung verurteilt worden ist. Seinen Bruder Hermann Röchling, der in ^bweienheit zur fireic5en Strafe verurteilt worden rst, haben dieelmerr- käner seinerzeit geschützt, weil er, Mitglied der stillstandSkommission war. E» tränt stch, ob ine »ran »ofen versuchen werden, seine riuShcretung herberzu- führen. Robert Röchling ist feit einem Jahre m den Händen der Franzosen. Das Urteil, daS ras Schwur- gericht in Amiens gefällt hat, hat kernerler rechtliche Grundlage. ES lässt die schlimmsten Ruck;chln,,e aut die weiter zu erwartenden Urteilssprüche rn den argen ernzelne Personen improvisierten Prozeße zu. ~'en” die Brüder das getan Haden, wav ihnen die .Inklage vorwirst, so haben sie es im Auftrage der Heeresleitung getan und haben damit, zumindest nach ryrem Bewußtsein, nur ihre Pflicht erfüllt. Außerdem ha!: kem fran- züsischrs Gericht daS Recht, einen deutschen Staatsbürger, Denen Auslieferung cs nicht verlangt hatte, abzuur.eilen Im Friedrnsvertrage heißt es ausdrücklich, Saß erst nach dem Inkrafttreten des Friedensvertrages dre sog. Kriegsverbrecher nach einer vorzulegenden ^>ste an dre Ententestaaten auszuliefern sirick. Das Saarland rst 'jedenfalls noch ni ht französisches Land, wenn auch alle französischen Bemühungen darauf zielen, es dazu zu machen. Ties ist auch der Gedanke, der dieses rem politische, die französische Justiz schändende Urteil aussprechen ließ. Die Brüder Röchling gehörten bi5_ setzt zu den führenden Männern der Industrie des Saarlandes ‘ Nachdem man die nackensteifen deutschen Beamten ausgewiesen und andere deutschfühlende Männer durch unsägliche Peinigungen aller bitt zum Verlassen des Landes gezwungen hat. scheut man auch nickt vor der Vergewalttgung reden Nechisbewutztseins zuruck, um auch die deutsche Industrie im Lande zu enlvurzeln, sie ihrer besten deutschen Köpfe zu berauben, rndem man sie in französische Kerker stößt. Die ungeheuere Butze von zusammen 20 Millionen Franc» löst cus die einfachste Weise die Frankreich so lebhaft beschäftigende Frage, wie der deutsche, Indust riebe sitz in Lothringen und an der Saar in französische Hände zu bringen fet und wie sich der Einfluß der führenden deutschen. Familien dort drecken laste. DaS Urteil trifft unmittelbar die wichtigste Unternehmung, die im (saaraebiet neben den Stummscken Besiimngen existiert. Trotz des großen Reichtums des Röchlingschen Konzerns bedeutet eine Buße von 20 Millionen Francs unter den gegen- wärtigen Umständen den Ruin seiner ganzen Unternehmungen, die der französische Staat nun in beliebige Hände überleiten kann.
Ein Zwischenfall in Aachen, In Aachen wurde der Metallarbeiter floppen von einem Franzosen nach einem Wortwechsel erschossen. Dre gesamte Arbeiterschaft der Metallindustrie wird dem Begräbnis des Erschosse- nen beiwohnen. Die großen Betriebe der Metallindustrie werden schlietzen. * Zur Verhütung von fiunbgebungen veröffentlicht der Oberbürgermeister von Aachen ein Schreiben, das ihm von dem flommanbicrenben Gene- rat bet Aachener Besatzungstrupven zugegangen ist und in dem es entschuldigend beißt, baß die Ermordung de? Koppen die Tat eines betrunkenen Manne? fei, der sofort verhaftet umd vor das idriegLgerichl gestellt worden ist. Die Familie des Ermordeten werde die Genugtuung erhalten, auf welche sie Anspruch hat.
' ,* Die L'esetzüngsdauer. Das .Echo de Paris^
meldet: Der Rat der Alliierten erläuterte die Be- stimmungen be? Friedensvertrages über die Dauer der Besetzung der deutschen Gebiets dahin, daß diese Besetzungsdauei: erst vom Tage der Rechtsgültigkeil des Friedensvectrages zu rechnen sei.
i Religion ist Privatsache", erklärte die sozialdemo- |L„tifdie Partei Deutschlands in dem berühmten I s-furttr Programm (1891). „Religion ist Privat- |Se" so sagt auch der rote Agitator, wenn er zum V Ama'aufs Land geht und sich den Schafspelz um- k-Lnat, damit der» Religionsfeind die gläubigen k Lasten nicht gleich beim ersten Werbevortrag kopf-
macht. Wenn aber die Genoffen unter sich ES» wird ebenso über die „Privatsache" Religion xÄch'impft wie über das Privateigentum der Kapi- Aisten. Auch in ihren Zeitungen laffen sie gele- gütlich die Katze aus dem Sack. Wir haben das gestern an den Weihnachts - „Festartikeln" der führenden Blätter der Mehrheitssozialdemokraten
। per unabhängigeu Sozialdemokraten gezeigt.
Im Fuldaer Lande gebärden sich in letzter Zeit ktzie Sozialdemokraten besonders aufgeregt, wenn in l Lersanimlungen nachgewiescn totxb, daß nicht nur | a:e politische Sozialdemokratie religionsfeindlich ist, s sondern auch die scg. freien Gewerkschaften im Dienst der religiousfeindlichen Sozi al- i Demokratie stehen. Einem Sekretär der christlichen tgewerkschaften, der neulich einen solchen Vortrag » hielt, riefen die Genossen zu: Du Lügner, du Ver- °1kunider, du Hetzer! Nun, die letzten Tage haben uns wieder einen gedruckten Beweis dafür in die Hand gegeben, wie die freien Gewerkschaften zum Christentum stehen. Bor n.ns liegt die Nummer 45 (vom 20. Dezember) des Organs des deutschen tzisenbahnerverbandes „DeutscherEisenbahner". Dann finden wir einen Weihnachtsartikel über „Das fiinblein in der Krippe". Da wird das Weihnachtsevangelium nicht als geschichtliche Tatsache, sondern als „poetische Erlösungslegende und als Prophezei- Lmtg für den Befreiungskampf der Raffen u. Klaffen" bingestellt. Der „Deutscher Eisenbahner" ermahnt ^war seinen ungläubigen Vwbandskollegen: Richtet nicht, ihr Zweifler, mit denen, die noch glauben und scheltet nicht die Gottsucher; dann aber wird hinge- nu.sen auf den Krieg mit seinem „Meer von Blut und Tränen", auf den Frieden von Versailles, wo fber Haß, der Hunger und die Vergewaltigung verewigt wurden", auf das Kinversterben in Wien, auf : die Tränen von Millionen Frauen, Mütter und Kindern um die Erschlagenen und Gefangenen, und bann wird erklärt:
,2er christliche MefliaZgedanke hat.vnS nicht erlöst, aber ecr (srlöfergebante lebt uub der neue moderne Messias, auf den die arbeitende Kulturmcnschheit hofft, ist ter Sozialismus." Aber er läßt sich nicht auf Strotz betten ttt einer armen, zerschlagenen Welt. Er will und soll ja der Welt der Arbeit mehr Kulturgüter geben. Die deutsche Republik, die betrolratiftt und sozialistische, wirb sein Bethlehem fein; die Krippe, darinnen er geboren wird, sind die Schächte und Hütten. Und nicht Weihrauchfahnen und Myrrhendüfte werben die Gaben sein, die man ihm barbringe, nein, Hundert- «twsende von Fabrikschtoten werben Zeugnis'ablegen '»on der umgeftaltenben Kraft, die ihm innewohnt. Unb Irie Menschheit wirb jubelnb aufatmen, in freudiger Arbeit leben, befreit von der großen Erbsünde der mili- ' faristischen unb kapitalistischen Vergangenheit, das ,roge ewige Weihnachtsfest der Arbeit und der Freiheit feiernd."
_ Ist das nicht die direkte Leugnung der Er- löjungstat Christi? Das Organ des D. E. B »tu, wie die Ueberfchrifi sagt, eine „Zeitschrift zur Vertretung derlvirtschaftlichen und sozialen Interessen ter Eisenbahner" sein. Wozu muß man denn da
Weihnachtsfest benutzen, um das Evangelium Christi als Legende hinzustellen und den Sozialis- 'nud als den besseren Erlöser zu verkünden? Gehört so ein glaubensfeindlicher Artikel auch zur „Ber- 'retung der wirtschaftlichen und sozialen Interessen ^r Eisenbahner? Nein, hier ist von einem Organ log. freien Gewerkschaften selbst der Beweis er» daß wie die freien Gewerkschaften auch der
Ikallens verrat.
Dir ttalienische und die französifckje Regierung haben beschlossen, die diplomatischen Aktenstück e_über die in den Jahren 1900 bis 1902 bewirkte Annäherung zwischen den beiden Ländern zu veröffentlichen. Das französische Gelbbuch ist soeben erschienen. Es enthält Dokumente, die bestätigen, daß Sekaffe, der damals das Uebereinkommen mit England vorbereitete, gleichzeitig mit Italien über die Abgrenzung der beiderseitigen Interessen im Mittelmeer-Gebiet verhandelte und daß der ttalienische Minister des Aen- ßern, P r i n e t t i, noch über die französuchen. Wünsche hinausging: Im Mai 1902 teilte er dem ftanzösischen Botschafter mit, daß Italien den Dreibund erneuern müfle, daß es aber bereit fei, eine Rückversicherung mit Frankreich abzuschließen. Die Derhandimigen führten zu einer Erklänmg Prinettis, die am 1. November 1902 überreicht wurde und die . mtsdrücklichs Versicherung enthielt, daß Italien sich von Deutschland trennen werde, falls dieses Frankreich in die Zwangslage versetzen sollte, zur Wahrung seiner Ehre an Deutschland den Krieg zu erklären.
Man erinnert sich, daß zwei Jahre später Fürst Bülow im Reichstage die Verhandlungen Italiens mit Frankreich scherzend als eine harmlose Wahertour behandelte. Die italienische Rückversichermm gestattete Frankreich bekanntlich bei Beginn des Krieges die Alpenjägrr-Reginienter, die ursprünglich zrw Verteidigung der ftanzösischen Grenze gegen Italien gebildet wmden waren, sofort in die Vogesen zu werfen. Frankreich war nicht nur der Neutralität, sondern' sogar der wohlwolletchen Neutralität Italiens seit vielen
v;-nn wandte sich ihr rasch zu.
»Na, was ist' denn?" fragte er erschrocken.
' -Hrit Du berm das nicht gelesen? Sie kommen ja ■ritte, schon mit dem nächsten Zuge! Du lieber Seit, ”’ü nichts R vorbereitet!"
v ■ ‘brr Mama, die Gastzimmer für Xante Emma und sind ja h-rgerichtet, die können sie einstweilen und wenn bann Xante Emma kommt ..." wütender Ausruf ihres Baters unterbrach Ma- ''tÜA-, •
„tiile Wetter, Xante Emma!" schrie er und faßte sich Haaren. „Die hott' ich ganz veraeslen. Fritz, ben Christon!"
____’'r U lief, während der Baier forijuhr: „Die tarne ihrem Taugenichts von Sohn und der machte Jagd auf ben jenen Bissen, die Erbin! Unb wsr oo es ihm nicht glückte? Diele Wiener mit ihrer -chwörilichen Liebenswürdigkeit! Das darf nicht fein." alte Diener trat ein.
--Mtirm, ist der Postbote noch im Dorfe unten?" »8:- Kienholz.
.-Na wohl gewiß", meinte Christian; „um die Zeit ist ’ --wnsr im Wirtshaus."
„co mn schnell hmmttcr und sag ihm, er soll auf oiafton ein Telegramm auf geben." Er eilte zum .reckttsch, riß ein Blatt Parier aus der Mappe und
Fritz zackte die Achseln unb verzog verächtlich Mund. „Wenn sie doch bloß auf dem Baden steht hübsch ist sie auch gar richt ein bißchen."
„Na, bring sie nur rasch!" befahl der Papa, Fritz lief.
Kienholz blickte jetzt wieder? auf ferne Frau unb mit Erstaunen, daß sie regungslos dastand. ' 1
„Aber Betti", rief er vorwurfsvoll, „Du stehst tättg da, wo alle Hände voll zu tun sind und Du Hausftau alles leiten sollst."