DerantworLich für btn redaktionellen Tell: Sod Schütte, I ?4. Dezember 1919. I M
für die Anzeigen: I. Parzeller, Fulda. -Rotationsdruck. | H»nWqUJ 1 -
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Nr. 296
Der Traum der Kriegsentschädigung.
Wie der Pariser Korrespondent der „Ncch-Ztg." tntibet, wird sich der französische Ministerrat mit dem neu-n Entwurf der Verdoppelung und Verdreifachung der Verbrauchssteuern befassen. Man Weitz schon jetzt, so bemerkt der Korrespondent, datz der Traum von der deutschen Kriegsentschädigung vorbei ist.
tags zu zahlen. Wie der „Verl. Lokalanz.- erfährt, pachtet St. Helffrrich das Urteil des Ausschusses nach wie vor als ungesetzlich und nichtig und Mrd d»e Zahlung der Geldstrafe verweigern.
Tie Antwortnote der Alliierte«.
Eine französische offiziöse Meldung besagt: Der ö-nerafsekretär der Friedenskonferenz Dutasta hat Dienstag vormittag dem Führer der deutschen Dele- zation Frhrn. v. Leisner die Antwort der "lliierten auf die deutsche Note vom 15. Dezbr. überreicht. Er begleitete die Nebergabe entsprechend «n Anweisungen des Obersten Rates mit einer mündlichen Erklärung. Frhr. v. Lersner erklärte derrn Dutasta, er sei der Ansicht, das er we^en .rj® Schwierigkeiten des drahtlichen Verkehrs ferne Regierung persönlich befragen muffe. Er wrrd« Dienstag abend mit allen Sackvert ändigen ^"tetfen und in Paris einen Vertreter der deutschen Delegation zurücklaffen. Lersn« betonte da- ausdritcklich, daß ferne Abreise in keiner Weife als ein Abbruch der Verhandlungen ^rufafsen Iti.
-Die off'zwie Pariser Agentur glaubt zu wissen, dutasta Hobe bei seinen Mittest »»«n an v. LerSner.
Das neue UmsatzstEgesetz tritt am Kraftt
Für die allgemeine Umsatzst«rer kommt «
sääs«ä, ä sr ääts ennurichten haben. Unmittelbar bedeutungsvoll ist, taß dis Lurussteuer mit wenigen Ausnahmen nicht mH yn Kleinhandel, sondern beim ch er sie ller zu ettt lichten ist. Fabrikanten und sonstig« Hersteller weidui sich daher so schnell als möglich mit der neu^ Lurus- fteuerlifte und der für sie entstehenden Verpflichtung zur Mhrung eines Lager- und eines Steuerouches zu be- haben. Für die Laden besitze! der künftig bnm svriteller luruspflichnqen Gegenstände verblewt es we» XÄ Re sie am 1. Januar 1920 an Luxus. Enständm noch haben, auch im neuen KÄrnderrahr bm teT bisherigen Luxussteuerpflicht von 10 Proz«nt Fm den UebervMg sind ferner lvlgende Dorschriften des 8 51 töitfrtic'. Ist nach dem neuen Gesetz eine G.i uer eine Lieferung oder Leistung zu entrichten, d» nach dem bisherigen Umsatzsteuergesetz steuerfrei war oder einem niÄrigeren Satz Mt«lag, so P ilwszum 31. De- -y»mhet 19201 sür die Steuerpsucht und me Hohe »es Steuersatzes nm dann das neue besetz maßgebend, wenn sowohl die Dereinnahmung als auch dre Lieferung Leistmu! noch dem 31. Dezember 1919 liegen. Sind für' Leitungen aus Verträgen, tue vor dem 2n.rastt.etm des Gesetzes (voraussichtlich am 1. ammar 19-0) abge» ^iollen sind ^Dktgelte nach diesem Zeitpunkte zu ent- richten, so ist der Abnehmer mangels, abweichen^r Der- einbarung verpflichtet, dem Lieserer einen Zusckpag zum Entgelt in Höhe der auf die Lristung entfallenden «teum * * sii feilten' dabei ist jedoch der Betrag abzuziehen, der bei einW Woitergcltaig des alten ^saMeu^gesttzes ^bos ffnfneft entlasten wäre, es sei denn, datz dm t^rnrag Mim § 42, Abs. 6 des alten Gesetzes fällt. Der Preis- Met fernen Grund zur Lertvagsauihebmig.
Die Umsatzsteuer.
Gemeinsam mst dem Reichsnotopfer hat die Nationalversammlung vor der Weihnachtspause auch die Umsatzsteuer noch in dritter Lesimg verabschiedet. Der Entwurf, wie er ursprünglich von der Regierung vorgelegt war, ist bereits im Ausschuß wesentlich verändert worden Die Regierung hatte vorgeschlagen, die zurzeit bestehende Umsatzsteuer von 1 v. S). auf 1% n. H. zu erhöhen und außerdem beim Abschluß des Pro- duktionsprozesses, also beim Uebergang aus der letzten Hand an den Konsument», eine Steuer von 5 v. H. Der Ausschuß hat diese letzte Eonderfteuer gestrichen, dafür aber die Umsatzsteuer allgemein auf 1K v. H. festgesetzt Es unterliegen künftig der Umsatzsteuer Lieferungen und LeistmMN, We jemand innerhalb der von ihm selbständig aosgeübten gewerb- kichm oder beruflichen Tätigkeit gegen Entgelt ausführt. Für die Kleinbetriebe ist eine Vergünstigung di Form des Kinderprivileg» eingeführt. Wer ein Gesamteinkommen unter 5000 Mark hat, erhält aus der Umsatzsteuer eine Rückvergütung, wenn et mehr als ein Kmd unter sechzehn Jahren versorgt. Die Vergütung beträgt für ein Knkommen von weniger als 3000 Mark 40 Mark, bei 4000 Mark 30 Mk. und bis 5000 Mark 20 Mark.
Auf der anderen Seite ist für Luxusgegen- stände die Steuer auf das- Zehnfache, also auf 15 s. H. erhöht worden. Was als Luxusgegenstände zu betrachten find, darüber ist eine Liste von mehr als dreißig verschiedenen Punkten angefugt: Edelmetalle, Halbedelsteine, Bernstein, Kunstguß Keramik und Steingut, unter bestimmten Voraussetzungen Porzel- lon, Kristalle, feine Lederwaren, bessere Möbeleinrichtungen, photographische Apparate, Musikinstrumente, Riech- und Schönheitsmittel, Spazierstöcke, Wäsche, soweit sie aus Seche, Halbseide oder Batist ist, Damenkleider aus Brokat, Samt, Plüsch oder feinen Seiden, Pelze, endllch auch Pralmees, Fondants und mit Marzipan, Saft oder Likör aller Art gefüllte Deflerts und Bonbons. Gasthöfe, Pensionen oder i^rivathäuser haben eine Steuer von 10 v. H. zu entrichten, wenn das Entgelt für den Tag oder die Ueber- nachtung mindestens 5 Mark beträgt.
Mit der Umsatzsteuer verkuppelt ist auch eine Inseratensteuer, die grundsätzlich 10 v. H. beträgt, i Sobald die Einnahmen aus Inseraten weniger als 1 j Million Mark ausmachen, wird ein Nachlaß in der Form gewährt, daß für das erste 100 000 Mark die Steuer nur 2 v. H. beträgt und erst allmählich bis zu 10 v. H. bei einer Million steigt. Der Gesamtertrag i
guf etwa 4VS Milliarden geschätzt. 1
Aus dem besetzten Gebiet.
Wiesbaden, 23. Dez. Wie die Rhein. Korrespondenz meldet, hat der Vorsitzende der franzöfischen Ein. quartierungSkommission verordnet, daß die Stadtverwaltung bis spätestens 25. Dezember d. I. dafür zu sorgen habe, daß den seither möbliert wohnenden französischen Offizieren, die die Küche des Wohnungsin» Habers mitbenutzten, dieKücheabgetreten Werden muß.
Die Besatzungstruppen. Nach einet Pariser Meldung wurde im Obersten Rat ein Antrag Clemenceaus angenommen, auch nach dem Inkrafttreten des FriÄenS die bisherigen Truppenbestände in der besetzten Zone nicht sofort zu vermindern, vielmehr erst abzuwarten, ob Deutschland seine Pßsichten in loyaler Weise erfüllr.
Hu$ dem NachhameRet.
X Aus dem Steife Fulda. Die Errichtung von Verteilungsstellen der „Duld. 3t8. , die nach dem Postgesetz innerhalb der zwAmetligen Postzone hn Umkreis um Fulda durch Boten die Zei- tunoen bekommen dürfen, gefällt manchem,Ge0 n er des Zentrums nicht. Es geht über die Inhaber der Vertsilungsstellen während der Bahnfahrt und auf den Baustellen los, es werden Lügen ausgesprengt und für andere Blätter lebhaft agitiert. Die echten Zentmmswähler lassen sich durch solche Anrempelun- aen nicht irre machen, sondern arbeiten unentwegt, ja mit noch größerem Eifer für bie JMusbret- tarn der Bresse jener Part«, die selbst der den groß- fen Erschütterungen in der Politik stets.die temzigwah- ren christlichen Gnmdsätze von Wahrheit, Frerhert und Recht ohne Wanken imb Schwanken vertreten hat und vertritt. Nur Mut, ihr topfern Förderer der Presse, und für jede Kränkung einen neuen Leser gewinnen, das ist für euch Sieg und Loyn, für der» Gegner Verlust und Schaden.
r Kleinlüder. Der vierte Adventssonntag war für unsere Gemeinde ausgezeichnet durch eine erhebende Feier. Nachdem am Morgen die Gemeinde fast vollzählig ihre Adventskommnnion gehalten hatte, wurde am Mittag die neue Glocke benediziert. ^n der Festpredigt sprach der Hochw. Herr Pater Guav- dian vom "Kloster Frauenberg über bte dreifache Bedeutung der Glocke für das Christenleben und er* mahnte mit warmen Worten, dem Ruf der G,ocke zum Gottesdienst und Sakramentenempfang stets willig Folge zu leisten. Die Glocke erhrelt bet der. Benediknon z. E. unseres Kirchenpatrons den Namen Johannes Baptista. I« der daran anichlietzenden Andacht trug der Gesangchor der Mar. Jungfrauen» Kongregation durch mehrstimmige Lieder sehr zur. Erbauung der Gläubigen bei. Am Abend fand eine öffentliche, gut besuchte Versammlung in der Lem- weber'schen Gastwirtschaft statt, über die hier schon berichtet worden ist. Der Erfolg der ganzen schonen Feier war der Entschluß bet allen Teilnehmern: „Glocken und irdische Güter kann man uns Wohl nehmen, aber die überirdischen ®üfer, Glaube und Religion, lassen wir uns nicht rauben!"
(:) Schletzenhausen (Kr. Fulda). Nach 35 jährg- erfolgreicher Dienstzeit legte dieser Tage unser all- verehrter Bürgermeister, Herr Adalbert Munker,, wegen seiner vorgerückten Jahre das Bürgermeisteramt nieder. Er war allgemein beliebt gewesen und der Wunsch auf einen ruhigen Lebensabend begleitet seinen Rücktritt. Als Nachfolge^ im Bürgermeisterposten wurde Landwirt Wllhelw v. Keitz gewählt.
n Neuhof. Auf dem hiesigen Bahnhof wurde».. 30 Pfund Butter und 26 Pfund Schweinefleisch be-. schlagnahmt, das den Weg die8 Fleisches, nämlich nach Frankfurt gehen sollte.
-h. Magdlos. Die hiesigen und auswärtigen Manner und grauen hatten sich am Dienstag abend, trotz der ungünstigen Witterung zu einer Versammlung recht zahlreich eingefunden. Herr VoikSvereinsse'retar Frank-Juldä sprach über d,e Bedeutung dec Presse und unsere Stellung gegenüber der farblosen, liberalen, sosialdemotratlschen und katholischen Prcsie. In einer Zett, in der die Welt sich rüste zu einem Entscheidungs. kämpfe zwischen Christentum und Unglauben, wie et schärfer nie aufgetreten fei, müßten tnir auch auf dem Gebiete der Presse Farbe bekennen. Jetzt, wo das Volk die Regierung leibst übernommen habe und verantwortungsvolle Entscheidungen getroffen würden übet die Zukunft der Kirche und Schule, des Staates und unseres ganzen Wirtschaftslebens müßten wir Partei ergreif-n für unsere von allen Seiten so seht angefein- bete Sache. Die Väter und Mütter dürften schon ihrer Kinder wegen nur einer guten Zeitung Einlag in ihr Haus gewähren. Redner "wies auch auf bie Förderung unsere? VereinslebenS hin und empfahl befände. S den Volksverein für das kath. Deutschland. Das tat auch Herr Kaplan Trageser, der noch manches trefflich« Wort an die Versammlung richtete. Daß der ausgestreute Samen auf fruchtbaren Boden gefallen war, zeigte die Tatsache, datz der 93oi£-:üerein mit 28 Neuaufnahmen gegründet werden konnte.
)( Büdingen. In der Nacht zum Dienstag brannte die Kirche in Düdelsheim (Kreis Büdingen) bis auf die Numpfmaueru nieder. Die werwolle Orgel ist verbrannt, die noch verbliebene Glocke geichmolzen, der Kirchturm ausgebrannt und eingestinr.
A Aus dem Eichsfcld. Anläßlich feines goldenen Priesterjubilaums hat die Stadt Worbis den Pfarrer und Dechanten Philipp Hartmann rum Ehrenbürger ernannt.
Ijervorgehobeü, daß die Allierten Verständnis für iiie wirtschaftlichen Schwierigkeiten Deutschlands zeigten und auch den Wunsch hegten, diesen Rechnung zu tragen. Dutasta habe ferner darauf aufmerksam gemacht, daß im Falle des Nachweises einer Ueberschätzung des gegenwärtig in deutschem Besitz befindlichen Materials, aus der sich die For- derungen der Alliierten gründeten, diese entsprechend ermäßigt würden. ____......
Wenn man den französischen offiziösenVerficherungen glauben darf, zeigt die Antwortnote der Alliierten einiges Entgegenkommen. Jedes Entgegenkommen rst mit Freuden zu begrüßen, doch muß man warnen, auf eine mlldere Stimmung bei unseren Feinden zu vertrauen und zu hoffen, daß sie uns fortan gnädiger behandeln wollen. Weichliche Gefühlsmenschen sind die Herren Clemenceau und Lloyd George wahrlich nicht, sondern kalte verstandesmäßige Rechner. Daß sie dem Zauber der Weihnachtsstimmung nicht zu erliegen pflegen, haben sie während des Krieges und in der Waffenstillstandszeit deutlich genug gezeigt. Mild« dürfen wir nicht erwarten, sondern höchstens ein Vordringen der Vernunfd
Was man uns bisher bewilligt hat, erklärt sich aus der Erkenntnis, daß man den Bogen nicht Überspannen darf, weil er sonst brechen könne, und daß man die Henne nicht verhungern kaffen darf, wenn man von ibr Eier haben will. Der tributpflrchltge Sklave muß am Leben bleiben.
Aus diesem Gedankengange heraus hat man sich herbeigelassen, nicht wie bisher üblich, einfach zu diktiere« auf Grund eines Ultimatums. Allerdings ein Verzicht wird nicht zugestanden, nur eine Prüfung wird in Aussicht gestellt, aber der Gegner behält sich vor, auf Grund des beigebrachten Mate- rials selbständig zu entscheiden, was Deutschland leisten soll und kann. Wir müssen darauf gefaßt bleiben, daß man doch alles nimmt, was ohne dauernden Nachteil zu haben ist, und daß man d»e Anformationen, die man bei der Nachprüfung erhält, verwertet, um an einer anderen Stelle oder tn anderer Form Ersatz zu verlangen für das, was etwa von dem begehrten Haferunaterial unemtrrib- bar bleibt. ,
Die Nachprüfung braucht nicht schon zu einer Milderung der Ansprüche zu führen. Wir müssen bereits froh sein, wenn die Betreibung in besserer Sachkunde und also mit mehr Vernunft erfolgt.
An-chemend sind es auch MemrmqS- und I«- beressenverschiedenheiien im Lage« der Entente selbst, denen wir das bischen Entgegenkommen zu verdanke« haben. Eine Genfer Meldung besagt:
Rach den Andeutungen Des gewöhnlich gut unterrichteten Pariser .Journals" scheint die Wiederherstel- lmmÄommissüm, die für den Wiederaufbau der zerstörter» Gegenden zu sorgen hat, die von Deutschland voraefchlagene Herabsetzung beS auszuliefernden Dock- Materials befürwortet zu haben, womit jedoch d,e englische Regierung nicht einverstanden sei. Man hat deshalb voriäufig Deutschland zur Unterzeichnung deS üusatzprotokollS auf gefordert, ihm aber in einer s>- genannten Verbalnote tue Prüfung und teilweste Berücksichtigung sein« Gegenvorschläge zug-sagl.
Die Sieger rechnen und sie rechnen zu chs«v, nicht zu nnserem Vorteil.
Wehmütige Weihuachten.
Von außen her können wir die Fesffreude nicht tfinafeti, denn die Weltlage ist traurig und schauerlich 2»stben. Von innen her muß die Gemütserhedung und dort ist auch Trost und Stärkung zu fin- für jeden Christen, der guten Willens ist.
" Wo sind die Herrlichkeiten der Welt geblieben, die • früher so verehrten? Was die militärische Nieder-
**ce ^ch verschont hatte, ist in dem Strudel der Re- wL'to'n und ihrer Nachzuckungen verschlungen wor- Ln Was nicht geradezu vernichtet ist, wurde minder- *r'j;g und mangelhaft. Eine allgemeine Entwsr- Tung der sinnfälligen Dinge, auch des materiellen Vermögens, ist das Zeichen der zerrütteten Zeit.
Was bleibt übrig auf dem Trümmerfelde. Nur iie Pcrfönlichkei t. Der Mensch selbst, der noch
Leben gerettet hat. Wenn wir auf die zahllosen .erfwcheneu Existenzen aus -en Schicksalsjahren un- mitleidigen Blicke richten, so müssen mir es als Mck und Gnade betrachten, daß wir noch atmen und Een und streben können.
Jetzt gilt es, die gerettete Persönlichkeit jtr be- baupttn und zu verwerten. Je mehr die Kraft und
Fleiß des Einzelnen gelten, desto größer der Vor- teil für den treuen Christen. Er findet ht dem Kampf »Mer’ die moderne Sintflut eine Hilfe, die der Un- Mubige entbehren muß. Sein Gotwertrauen ermög» ihm, die belebende Hoffnung mich unter den wio- riosten Zeitverhältmffen aufrecht zu erhalten. Als die Throne stürzten unb die glänzendsten Erdenmächte zu- kmmenbrachen, blieb eins bestehen in alter Ehre und Krafi: die Kirche Gottes auf Erden. Das ist die Arche des Trostes und des Heiles für alle, die den Weg zu ihr finden.
Die ungläubigen Weltroeisen wollten das Evan- aelium vom göttlichen Erlöser nicht anerkennen und meinten im menschlichen Uebermut, die Sßeft könne sich Mt erlösen. Der traurige Augenschein lehrt uns, datz die menschlichen Künste und Kräfte im Verderben sehr Großes leisten, im Retten und Wederauf- bauen verzweifelt schwach sind. I» unsäglicher Not und Angst schreit die Menschheit jetzt lauter als je nach Me und Erlösung.
Woher soll ste kommen? Der Christ ruft mrt dem zoasnden Petrus: „Herr, hilf mir, denn ich sinke." Er Miß, daß der Allmächtige den Winden und Wellen oebieten wird, wenn ferne Stunde gekommen ist.
Diese Zuversicht zu stör len, ist kern Fest besser ge= agnei, als der Christtag, der uns des Himmels Herrlichkeit im armseligen Stolle, das HÄk der Well in der engen Krippe, den Stern des Triumphes über dem steinen Bethlehem erbkckrn läßt.
; Feiern wir Weihnachten in ftischer Hoffmmgl
Zunächst in der K i r ch e, ätoem wir uns ins Bewußtsein rufen, weich' ein Segen es ist, daß bte resi- gtefe Ordnung und Hebung noch erhalten geblieben ist m dem grausigen Umsturz. Und vergessen wir dabei nickst, daß in dem letzten Jahr trotz aller schweren Schlckjatsfchläge sich doch viel Wertvolles hat retten und sichern lassen für die Erhalümg der Religion und Ke Erziehung unserer Kinder.
Feiern wir ferner das Christfeft im Hause, in der Familie. An den äußerlichen Zutaten, auf dem gewohnten Gabentisch wird freilich manches beschränkt fein, manches vermißt werden. Aber das ist nicht dos Wesentliche. Für jedes Haupt unser« Sieben, das wir noch um uns sehen, müssen wir jetzt dankbarer sein, wie je zuvor. In Kriegsgefahr, m llmsturzwirren, in Nahrungsmangel und Seuchen not hätten sie M Grunde gehen können, wie tausende Md abertausende es mußten. Jedes lebende Famrliengkied ist eine Gnaden- Mbr, ein herrliches Weihnachtsgeschenk des barmherzigen Vaters. Schon dieses dankbare Gefühl erzeugt «ne Festfreude am heiligen Abend, die über Re Lußer- lichen Mängel und Schwierigkeiten kfinwegtröstet.
Di» häusliche.Weihnachtsfeier ist früher schon, wenn sie in dem rechten Maße und Geiste bkieb, als ein wertvolles Mittel zur Hebung des F a m i li e n f i n ns geschätzt worden. Jetzt ist sie noch wertvoller; denn aus das Fundament der Ordnung und Sitte, die Fa- Ä, sind wir erst recht angeufiesen, nachdem der Heber bau der sog. Kultur in Trümmer gegangen ist. Soll aus den Rrnnen neues Leben blühen, so muß es in der christlichen Familie wurzeln, die zu Weihnachten sich an ihrem Vorbild der heiligsten Familie von Bethlehem erbaut.
Und fchließllch hat jeder Christ m seinem Her- ze n Weihnachten zu feiern. Wenn er vor -er Krippe des Erlösers fein Gewissen in Ordnung bringt, -mm M ihm auch die Engelsbotschaft vom Frieden. Von jenem Frieden, den die Welt nicht geben kann, den aber auch die Machthaber dieser Wett nicht nehmen könneir trotz aller Machenschaften, Re den äußeren Frieden fälschen, verzögern oder vereiteln sollen.
So mögen die traurigen Zestmnstarche über Re Feier einen wehinMgen Schleier breiten, wir verlieren doch in all' -en Wehen den Mut mcht, sondern schöpfen neue Hoffnung aus -er alten, ewig gültigen Weihnachtsbotschaft. Und zugleich frische Tatkraft 5«r Mitwirkung an unserem bescheidenen Posten. Denn gerade jetzt, wo der Wert der Persönlichkett «pesentlich gestiegen ist, muß jeder brave Christmeusch sich berufen fühlen, seine geretteten Kräfte geltend zu fachen im Dienste des Erlösers, der zur Rettung der Welt Re Mitarbeit der Gmgesümten erwartet.
Die Versorgung Deutschlands mit Brotgetreide.
Zu den verschiedenen Nachrichten, daß die Reichs- getreidesteüe bereits für daS ganze Wirtschaftsjahr versorgt sei, und daß die Ernte über die höchsten Erwartungen hinaus gut ausgefallen fei, wird den »Pol-.Parl. Nachr.', von zuständiger Seite mitgeteilt, daß biete Darstellung m dieser Form vollkommen mißverständlich sei. Die Ernte ist allerdings gegen dem ungünstigen Ergebnis der Ernteschätzung n cht unerheblich besser als im Vorjahr ausgefallen. Es kann aber keineswegs davon gesprochen werden, daß die Rerchsgetreidestelle bereits für das ganze Wirtschaftsjahr eivgedeckt wäre. Allerdings ist sie für die allernächste Zeit versorgt. Aber von einer Sicherung der Brotversorgung für die spätere Zeit des Wirt'chaftsjahres ist bisher so wenig die Rede, baß zur Förderung der Getreideablieferungen besondere Maßnahmen vorgesehen werden mußten, wie die Verordnung, durch die besonderen Ablieferungsprämien für Brotgetteide und Gerste eingeführt werden.
• Obs wahr ist? Laut »Daily Mast" soll Kaiser Wilhelm sich nun damit einverstanden erklärt haben, vor entern Gericht der Alliierten zu erscheinen. Er wünscht jedoch den Ort und den Zeitpunkt selbst zu bestimmen.
(*) Helfferich will nicht zahlen. Der zweit« Unterausschuß des parlamenrorifchen Untersuchungsausschusses hat dem Stcmtsmmister Dr. Helfferich feinen Beschluß, der Re wegen Berweigerung der Antworten an den Abg. Dr. Coh« am 16. November verhängte Geldstrafe von 300 Mk. aufrecht erhält, durch die Gerickfisschrriderei des Amtsgerichts Berlin-Mitte zustellen lassen mit der Anforderung, den Betrag in« «ertzald zweier Wochen an Lis Buremtkaffe -es Reicks-
Deutsches Reich.
(♦) Erhöhte Teuerungszulagen Beamte. Bon zuständiger Stelle wird mrtgetetlt: Nachdem dre Reichs finanzverwaltung angehmbigt hat, daß den Rerchs- beamie« für die Zeit vom 1. Januar 1920 ab bis wm Inkrafttreten der bereits in Arbeit befindliq-n Besoloungsresorm eine Erhöhung der laufenden Teuerungszulagen um 50 Prozent gewahrt werden 'oll. hat das preußische Staalsmintttermm beschlosten, vorbehaltlich der später einzuholendeu Zustnnmung der Landesverfamutlung. den preußischen Beamten die gleiche Zulage zukommen Z» lassen.
Dergarbesterwohnskölten. Das Rerck^kabmett Hatzum Ban von Bergmannswohnungen besondere Mittel aus einer Sonderkohlenabgabe bewilligt. Die Der.etiung der Mittel soll unter Beteiligung von Vertretern der Arbeitnehmer und Arbeitgeber un.gehend erfolgen, sodaß mtt dem Bau von Wohnungen begonnen werden kann, sobald es Re Iahre^est zuläßt.
• Ausübung des AbstimmungSrechtS. Der Land- wirtschastsminister hat Bestimmungen getroffen, daß die in den Abstimmungsgebieten geborenen uno ad- stimmungsberechrtgten Lohnangestellten un^ Lohn- empfänger staatlicher Dienststellen serner Verwaltung, die an der Abstimmung tellnehmen wollen, ouj ihren Antrag zur Ausübung des Stimmrechts für die Dauer bet Reise und der Abstimmung unter Weitergewährung beS Lohnes und Zahlung ettoatger Srellvertremnaskosten beurlaubt werden.
= OlflFUNg der bayerischen Dauern. Der bayerische Dauembunb, eine radikale Organisation, bte r, ährend der Revolutionstoge Fühlung nach sinks genommen hatte, sucht nun Anschluß nach rechts. Ans der Generalversammlung m München wurde grundsätzlich Re Einigung mit dem von Dr. Heim geführten Bauernverein beschlossen. Weiter sprach man sich entrüstet über Re Abgeordn-eten aus, Re ihre Zustimmung z m Weimarer Verfassung gaben. Man motewerte auch gegen Dormachtsbestrebungen Preu- ßens und gegen tau Versuch, den - Euchestsstaat her- beW&s& — - -
Mzlsud.
HMivd. Infolge bet Herabsetzung -es holländischen Heeresetots durch bte Zweite Kammer hat der Krregsminister Aldirrg van Gsufau {änen Abschied eingetelcht.
Zwischen Serben und Monlenegrinern haben zwischen dem 1. und 12. Dezember in der Umgebung von Crims« heftige Kämpfe stattgefunden. Me Regierung NiAas hat abermals Protest gegen Re Besetzung Montenegros durch Serbien erhoben.
• Der Araberanfftartd. Die Nachrichten aus Me'o, potannen lauten von Tag zu Tag ungmrsüger. Die MrfstärrdischM Araber halten noch mtmer Dar-eS-Zor fefefet SämWche tmiMn «ckW-
bTcnnt In und außerhalb der Stadt ztehen grotze Gruppen der Rufständifchen umher, und dre zur Hrffe herbetigezogsne« türtisch-n Truppen erwerfen steh d® unzudertälsiL Die Urrnchen werben als Vorbote» einer Frohen arabischs-türttschen Bewegung angeseben, da sich der immer größer wordende Hatz gegen Eng- land nicht verbergen lasse. _
* Das ameritanische RePrasentantenhans hat d e Einwanderungsvorlage einstimmig angenommen, in der die Ausweisung aller Ausländer vorgesehen ist, die zu anarchistischen Organisationen gehöre«.